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<title>FID Recht - Recht und Kultur</title>
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	<title type="html">Vorerst kein neues Archivgesetz Niedersachsen</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>https://taz.de/Neues-Archivgesetz-in-Niedersachsen/!6219896/
Dazu Henne</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><a href="https://taz.de/Neues-Archivgesetz-in-Niedersachsen/!6219896/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://taz.de/Neues-Archivgesetz-in-Niedersachsen/!6219896/</a></p>
<p>Dazu <a href="https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7515656219362168832/?highlightedUpdateUrn=urn%3Ali%3Aactivity%3A7515656219362168832&amp;origin=NETWORK_CONVERSATIONS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Henne</a></p>]]></content>
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	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<title type="html">Landgericht Aachen macht Google für falsche KI-Antworten verantwortlich</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p><a href="https://the-decoder.de/weiteres-deutsches-gericht-macht-google-fuer-falsche-ki-antworten-verantwortlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://the-decoder.de/weiteres-deutsches-gericht-macht-google-fuer-falsche-ki-antworten-verantwortlich/</a></p>]]></content>
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	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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	<title type="html">Wenn Magister streiten</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Intellektuelle und rechtliche Konstellationen in hoch- und sp&auml;tmittelalterlichen Gelehrtenkonflikte...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><strong><strong>Intellektuelle und rechtliche Konstellationen in hoch- und sp&auml;tmittelalterlichen Gelehrtenkonflikten</strong></strong></p>



<p>Haben rechtliche Bedingungen Einfluss auf die Art und Weise, wie Gelehrte Ideen entwickeln, wie diese wirken und wie Konflikte um sie gef&uuml;hrt werden? Dieser Frage gehe ich in meinem Forschungsprojekt am K&auml;te Hamburger Kolleg nach. Dazu untersuche ich vergleichend drei intellektuelle Konstellationen an mittelalterlichen Universit&auml;ten, in deren Zentrum jeweils die Rezeption eines Philosophen steht, n&auml;mlich des muslimischen Autors Ibn Rushd (1126-1198), im lateinischen Europa Averroes genannt. Ibn Rushd, der in Andalusien als Autor und Hofarzt wirkte, war bereits zu Lebzeiten umstritten. Einen Namen gemacht hatte er sich als Verfasser von Kommentaren zu den Schriften des Aristoteles. In ihnen ging er streng philosophisch vor, ohne R&uuml;cksicht auf Anforderungen des Islam zu nehmen. So gelangte er zu Schlussfolgerungen, die mitunter in scharfem Kontrast zu religi&ouml;sen Annahmen standen. Seine Kommentare stie&szlig;en auch unter christlichen Gelehrten auf gro&szlig;es Interesse. Ehrenvoll wurde Averroes als &sbquo;der Kommentator&lsquo; bezeichnet. An den Universit&auml;ten im christlichen Europa galt er rasch als unverzichtbar f&uuml;r das Studium der Philosophie.</p>



<figure><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe-951x1024.jpg" alt="Der muslimische Gelehrte Ibn Rushd, genannt Averroes. Fresko von Andrea Bonaiuto, 14. Jahrhundert." srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe-951x1024.jpg 951w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe-279x300.jpg 279w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe-768x827.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe.jpg 1408w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe-951x1024.jpg 951w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe-279x300.jpg 279w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe-768x827.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-Andrea_di_bonaiuto_apoteosi_di_san_tommaso_daquino_11_averroe.jpg 1408w" sizes="(max-width: 951px) 100vw, 951px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Der muslimische Gelehrte Ibn Rushd, genannt Averroes. Fresko von Andrea Bonaiuto, 14. Jahrhundert. Bild: Sailko (Wikimedia Commons), CC BY 3.0</figcaption></figure>



<p>In meinem Forschungsprojekt vergleiche ich den sogenannten Averroismus im Paris des 13. Jahrhunderts mit demjenigen Bolognas im 14. und denjenigen Paduas im 15. Jahrhundert. Die christlichen Gelehrten hatten rasch erkannt, dass bestimmte Positionen des Averroes (und auch des Aristoteles) kaum vereinbar mit Glaubenslehren waren. Das betraf insbesondere die Annahme, die Welt sei ewig, also nicht von einem Sch&ouml;pfergott geschaffen; au&szlig;erdem die These, Gott k&ouml;nne Wissen von Einzeldingen nicht in spezifischer, sondern nur in allgemeiner Weise besitzen, was dessen Vollkommenheit einzuschr&auml;nken schien; schlie&szlig;lich eine Position zur Einheit des Intellekts. Ausgangspunkt daf&uuml;r war eine schwierige Passage aus &bdquo;De anima&ldquo;, der Seelenlehre des Aristoteles. Averroes legte diese Ausf&uuml;hrungen so aus, dass es einen allgemeinen aktiven Intellekt und einen allgemeinen passiven Intellekt f&uuml;r alle Menschen gebe. Erkl&auml;rt werden sollte so, warum Menschen dasselbe Wissen erwerben k&ouml;nnen. Ausgehend von Averroes nahmen die Averroisten an, dass Menschen durch ihre Sinne Eindr&uuml;cke von Einzeldingen erwerben, wobei im Erkenntnisprozess von den konkreten Umst&auml;nden und Eigenheiten abstrahiert wird. Die so entstandenen abstrakten Konzepte werden in einem aufnehmenden Intellekt, dem <em>intellectus possibilis</em>, gespeichert. W&auml;hrend die Konzepte sich hier passiv befinden, werden sie im t&auml;tigen Intellekt, dem <em>intellectus agens</em> wirksam. Averroes lehrte nun, dass beide Intellekte getrennte Substanzen seien, mit denen einzelne Menschen verbunden seien durch ihre individuelle sinnliche Erkenntnis. Damit aber waren zentrale Elemente der christlichen Lehre gef&auml;hrdet, insbesondere die individuelle Zurechenbarkeit von Verdienst und S&uuml;nde und die dementsprechende Belohnung oder Bestrafung beim J&uuml;ngsten Gericht.</p>



<p>In der zweiten H&auml;lfte des 13. Jahrhunderts begann eine Gruppe von Artesmagistern in Paris unter dem Eindruck der Schriften des Aristoteles und seiner Auslegung durch Averroes, deren Positionen konsequent weiterzudenken und dabei die Anspr&uuml;che des Glaubens und das Offenbarungswissen nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Magister wie Siger von Brabant und Boethius von Dacien beanspruchten, strikt gem&auml;&szlig; der nat&uuml;rlichen Vernunft vorzugehen. Ihre Lehren erregten bald Ansto&szlig; bei kirchlichen Autorit&auml;ten wie bei den Professoren der Theologie, so dass es 1270 und 1277 zu Verurteilungen zahlreicher averroistischer Thesen kam. Diese durften k&uuml;nftig nicht mehr gelehrt werden. Die Karriere der betroffenen Magister war beendet, obwohl diese in der Verurteilung nicht namentlich genannt wurden.</p>



<figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-1024x839.jpg" alt="Laurentius de Voltolina: Aristoteles h&auml;lt eine Vorlesung (Ausschnitt aus einer Illustration zum Liber ethicorum des Henricus de Alemannia, zweite H&auml;lfte des 14. Jahrhunderts). Gezeigt wird eine typische mittelalterliche Vorlesungsszene, Aristoteles ist wie ein mittelalterlicher Magister dargestellt." srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-1024x839.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-300x246.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-768x629.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-1536x1259.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-2048x1678.jpg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-1024x839.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-300x246.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-768x629.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-1536x1259.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-2-Laurentius_de_Voltolina_Vorlesung_vor_Studenten_-_Min_1233_-_Kupferstichkabinett_Berlin_komprimiert-2048x1678.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Laurentius de Voltolina: Aristoteles h&auml;lt eine Vorlesung (Ausschnitt aus einer Illustration zum <em>Liber ethicorum</em> des Henricus de Alemannia, zweite H&auml;lfte des 14. Jahrhunderts). Gezeigt wird eine typische mittelalterliche Vorlesungsszene, Aristoteles ist wie ein mittelalterlicher Magister dargestellt. Bild: Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Volker-H. Schneider, Public Domain Mark 1.0</figcaption></figure>



<p>Der Averroismus erlebte im 14. Jahrhundert gleichwohl eine neue Bl&uuml;te, in Paris durch den hochumstrittenen Johannes von Jandun, und in Bologna, wohin sich einige Sch&uuml;ler der Pariser Averroisten gefl&uuml;chtet hatten. Spannend ist nun, dass es hier nicht zu einer analogen Entwicklung wie in Paris kam. Die Bologneser Averroisten lehrten und dachten &auml;hnlich radikal wie ihre Pariser Vorbilder, doch keine Autorit&auml;t griff zensierend ein. Magister wie Taddeo von Parma oder Matteo von Gubbio entwickelten k&uuml;hne Ideen, ohne daf&uuml;r verfolgt zu werden, vielmehr machten sie erfolgreiche Karrieren. Im Padua des 15. Jahrhunderts bot sich zun&auml;chst ein &auml;hnliches Bild. Philosophen wie Nicoletto Vernia, Alessandro Achillini und Agostino Nifo erregten hier lange Zeit kaum Ansto&szlig;. 1489 untersagte Bischof Barozzi jedoch, averroistische Positionen zu lehren. 1513 schlie&szlig;lich best&auml;tigte das F&uuml;nfte Laterankonzil, dass die Einheit des Intellekts nicht vertreten werden d&uuml;rfte. Vernia und Nifo distanzierten sich &ouml;ffentlich vom Averroismus, doch die Forschung hat gezeigt, dass sie weiterhin averroistische Ideen diskutierten, dabei jedoch beteuerten, sie nicht f&uuml;r wahr zu halten.</p>



<p>Die Schriften der lateinischen Averroisten sind relativ gut untersucht, doch selten wurde nach den rechtlichen und sozialen Bedingungen dieser intellektuellen Dynamiken gefragt. Hier setzt mein Forschungsprojekt an. Universit&auml;ten sind im Mittelalter als Korporationen organisiert, die &uuml;ber eigene Rechte verf&uuml;gen. Am Beispiel des Bologneser Averroismus des 14. Jahrhunderts zeigt sich, dass daraus eine gewisse intellektuelle Autonomie erwuchs, solange die Macht der kirchlichen Gewalten &ndash; hier die des Bologneser Bischofs &ndash; beschr&auml;nkt war. Ganz anders die Situation in Paris: Die Artesmagister standen im Konflikt mit dem Ortsbischof und den Professoren der theologischen Fakult&auml;t. Da sie selbst nicht &uuml;ber das B&uuml;rgerrecht verf&uuml;gten und zudem ihre Pfr&uuml;nden in ihren Heimatregionen hatten, konnte die rechtliche Autonomie der Universit&auml;t sie nicht sch&uuml;tzen. Im Padua des sp&auml;ten 15. Jahrhunderts dagegen schr&auml;nkten die Venezianer Stadtherren die Macht des Bischofs &uuml;ber die Universit&auml;t massiv ein, zudem waren die Magister und Professoren eng mit der Stadtgesellschaft verbunden. Einige besa&szlig;en das B&uuml;rgerrecht in Padua oder in Nachbarst&auml;dten, viele waren reich beg&uuml;tert und hatten Besitzungen in der Stadt oder waren mit den Eliten verwandtschaftlich verbunden. Damit aber war es ihnen m&ouml;glich, die Zugeh&ouml;rigkeit zu verschiedenen Rechtskreisen f&uuml;r sich taktisch zu nutzen, um sich Machthandeln zumindest soweit zu entziehen, dass selbst eine Verurteilung ihrer Thesen ihre Karrieren nicht nachhaltig sch&auml;digte. Zumindest solange sie sich zu &ndash; teilweise offenkundig halbherzigen &ndash; Bekenntnissen bereitfanden, die vom Ortsbischof verurteilten Thesen k&uuml;nftig nicht mehr als wahr zu lehren. Doch sie verzichteten keinesfalls darauf, diese &ndash; wenn auch kritisch &ndash; in ihren Vorlesungen und Schriften zu diskutieren. Der Vergleich der drei Averroismen von Paris, Bologna und Padua zeigt also, dass rechtliche Pluralit&auml;t die Handlungsspielr&auml;ume mittelalterlicher Gelehrter erh&ouml;hte. Wenn allerdings &ndash; wie im Fall von Paris &ndash; Angriffe auf Personen und Ideen nicht nur von au&szlig;en, sondern auch aus der Universit&auml;t selbst kamen, konnte es riskant werden, k&uuml;hne Ideen zu entwickeln. Dann blieben nur Flucht und die Hoffnung, dass die eigenen Ideen andernorts wieder aufgegriffen w&uuml;rden.</p>



<div><figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-1024x1024.jpg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-2048x2048.jpg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/De-Boer-2048x2048.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></figure><div>
<p>PD Dr. Jan-Hendryk de Boer ist Mittelalter-Historiker an der Universit&auml;t Duisburg-Essen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Ideen- und Gelehrtengeschichte, der Geschichte des Papsttums sowie der Geschichtstheorie. 2025/2026 war er Fellow am K&auml;te Hamburger Kolleg.</p>
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<p><strong>Zitieren als:</strong><br>de Boer, Jan-Hendryk, Wenn Magister streiten, EViR-Blog, 14.10.2026, <a href="https://www.evir.uni-muenster.blog/?p=7298" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.evir.uni-muenster.blog/wenn-magister-streiten/</a>.</p>



<p><br><strong>Lizenz:</strong><br>This work is licensed under a&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License</a>.</p>



<hr>]]></content>
	<updated>2026-10-14T08:52:08+00:00</updated>
	<author><name>Jan-Hendryk de Boer</name></author>
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		<title>Kommentare zu: Blog</title></source>

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	<author><name>Alisse Waterston</name></author>
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	<author><name>Sindre Bangstad</name></author>
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	<author><name>Mariya Ivancheva</name></author>
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	<author><name>Ruba Salih</name></author>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>I am a Palestinian who carried out their PhD in Europe. I have a Palestinian passport, and hence have more [&hellip;]</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/academic-constraints-under-occupation-a-personal-account/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Academic Constraints Under Occupation: A Personal Account</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Anon</name></author>
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	<title type="html">Memory, Morality, and the Boundaries of Academic Freedom in Germany</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Academic freedom in Germany is marked by a growing paradox.
The post Memory, Morality, and the Bound...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Academic freedom in Germany is marked by a growing paradox.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/memory-morality-and-the-boundaries-of-academic-freedom-in-germany/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Memory, Morality, and the Boundaries of Academic Freedom in Germany</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Taqadum Al-Khatib</name></author>
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	<title type="html">Academic Freedom under Authoritarian Consolidation: A View from Georgia</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>It has been almost two years since Georgia&rsquo;s protests began on November 28, 2024. 
The post Academic...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>It has been almost two years since Georgia&rsquo;s protests began on November 28, 2024. </p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/academic-freedom-under-authoritarian-consolidation-a-view-from-georgia/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Academic Freedom under Authoritarian Consolidation: A View from Georgia</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-02T11:01:00+00:00</updated>
	<author><name>Maia Barkaia</name></author>
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	<title type="html">Academics as a Threat in Milei’s Argentina: A “Libertarian” Government Opposed to Academic Freedom</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>During an interview broadcast in early August 2026, Argentine President Javier Milei again explicitl...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>During an interview broadcast in early August 2026, Argentine President Javier Milei again explicitly attacked the university and scientific community, [&hellip;]</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/academics-as-a-threat-in-mileis-argentina-a-libertarian-government-opposed-to-academic-freedom/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Academics as a Threat in Milei&rsquo;s Argentina: A &ldquo;Libertarian&rdquo; Government Opposed to Academic Freedom</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-02T11:00:46+00:00</updated>
	<author><name>Eduardo Domenech</name></author>
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	<title type="html">The Myth of Progressive Academia in Israel</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>There is a persistent myth that too often obstructs discussion about how to hold Israeli academic in...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>There is a persistent myth that too often obstructs discussion about how to hold Israeli academic institutions accountable for their complicity in genocide. That myth is that Israeli academia is a center of progressiveness.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/the-myth-of-progressive-academia-in-israel/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">The Myth of Progressive Academia in Israel</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-02T11:00:30+00:00</updated>
	<author><name>Erella Grassiani</name></author>
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	<title type="html">Food, Culture and Society in India: Social, Political, Economic and Cultural Perspectives</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Rituparna Patgiri and Gurpinder Singh Lalli. 2026. Food, Culture and Society in India: Social, Polit...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Rituparna Patgiri and Gurpinder Singh Lalli. 2026. Food, Culture and Society in India: Social, Political, Economic and Cultural Perspectives. London: [&hellip;]</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/food-culture-and-society-in-india-social-political-economic-and-cultural-perspectives/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Food, Culture and Society in India: Social, Political, Economic and Cultural Perspectives</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-01T07:00:00+00:00</updated>
	<author><name>M Sabari Girisan</name></author>
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	<title type="html">READING BLACK MULTIPLICITIES AND BLACK VISUAL LANGUAGES</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>How do we read, write, and understand Black visual languages? 
The post READING BLACK MULTIPLICITIES...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>How do we read, write, and understand Black visual languages? </p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/reading-black-multiplicities-and-black-visual-languages/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">READING BLACK MULTIPLICITIES AND BLACK VISUAL LANGUAGES</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-30T08:54:49+00:00</updated>
	<author><name>Madeline Jaye Bass</name></author>
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	<title type="html">Of backways and legitimate concerns</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Review of Backway to Europe: Talking Borders and Migration with Gambians on the Move (Series 1)
The ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Review of Backway to Europe: Talking Borders and Migration with Gambians on the Move (Series 1)</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/of-backways-and-legitimate-concerns/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Of backways and legitimate concerns</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-28T10:24:13+00:00</updated>
	<author><name>Sébastien Bachelet</name></author>
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	<title type="html">Support for Displaced Students and Scholars at the University of Trento with Ester Gallo</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>On this Episode of Displacing Universities Ian and Monica speak with Ester Gallo, an Associate Profe...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>On this Episode of Displacing Universities Ian and Monica speak with Ester Gallo, an Associate Professor at the University of Trento.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/support-for-displaced-students-and-scholars-at-the-university-of-trento-with-ester-gallo/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Support for Displaced Students and Scholars at the University of Trento with Ester Gallo</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-28T10:12:26+00:00</updated>
	<author><name>Ian M. Cook</name></author>
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	<title type="html">Global University Academy with Marianne Knarud</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>On this Episode of Displacing Universities Svitalna and Ian speak with Mariana Knaurd, Secretary Gen...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>On this Episode of Displacing Universities Svitalna and Ian speak with Mariana Knaurd, Secretary General of the Global University Academy.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/global-university-academy-with-marianne-knarud/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Global University Academy with Marianne Knarud</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-28T09:44:12+00:00</updated>
	<author><name>Ian M. Cook</name></author>
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	<title type="html">Centre for Migration Research and Integration Practice at The Hamburg University of Applied Sciences with Louis Henri Seukwa and Janina Hertel</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>On this Episode of Displacing Universities Ian speaks with Louis Henri Seukwa and Janina Hertel who ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>On this Episode of Displacing Universities Ian speaks with Louis Henri Seukwa and Janina Hertel who both work at Hamburg University of Applied Sciences</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/centre-for-migration-research-and-integration-practice-at-the-hamburg-university-of-applied-sciences-with-louis-henri-seukwa-and-janina-hertel/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Centre for Migration Research and Integration Practice at The Hamburg University of Applied Sciences with Louis Henri Seukwa and Janina Hertel</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-18T14:07:43+00:00</updated>
	<author><name>Ian M. Cook</name></author>
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	<title type="html">Richter als KI-Detektive</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Zenth&ouml;fer in der FAZ vom 24.9.2026:
 Pionier war das Verwaltungsgericht Kassel. Es entschied im Febr...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Zenth&ouml;fer in der FAZ vom 24.9.2026:</p>
<blockquote><p> Pionier war das Verwaltungsgericht Kassel. Es entschied im Februar, dass die Nutzung von generativer K&uuml;nstlicher Intelligenz (KI) in studentischen Hausarbeiten unzul&auml;ssig sein kann. Die Richter hielten es f&uuml;r m&ouml;glich, eine solche T&auml;uschung unter bestimmten Umst&auml;nden &uuml;ber einen Anscheinsbeweis nachzuweisen (F.A.Z. vom 23. April 2026). Damit setzte Kassel die Leitplanken zur Bewertung dieser neuen Form von Wissenschaftsbetrug. Unwidersprochen blieb das allerdings nicht.</p>
<p>Der Jurist Johannes Sigmund, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Braunschweig, legte in der Onlinezeitschrift &bdquo;Ordnung der Wissenschaft&ldquo; dar, weshalb er die Konstruktion eines Automatismus durch den Anscheinsbeweis f&uuml;r verfehlt h&auml;lt. Er pr&auml;feriert eine einzelfallbezogene Beweisw&uuml;rdigung. Wom&ouml;glich wurde Sigmunds Aufsatz im Verwaltungsgericht Berlin gelesen. Denn dort wurde nun &uuml;ber eine Bachelorarbeit zur &bdquo;Umsetzung der ESG-Vorgaben in der Versicherungswirtschaft&ldquo; verhandelt, bei der sich Richter zu KI-Detektiven verwandelten (Aktenzeichen: 12 K 305/24). &bdquo;Insbesondere die Seiten 1 bis 9 der Arbeit sowie die Seiten 22 bis 27 sind [&hellip;] unter ma&szlig;geblichem Einsatz von generativer KI verfasst worden. Hierf&uuml;r sprechen zahlreiche Indizien&ldquo;, hei&szlig;t es im Urteil.</p></blockquote>
<p>Die Entscheidung: <a href="https://gesetze.berlin.de/perma?d=NJRE001645472" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://gesetze.berlin.de/perma?d=NJRE001645472</a></p>
<p>Sigmunds Aufsatz: <a href="https://ordnungderwissenschaft.de/wp-content/uploads/2026/06/Sigmund.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF</a></p>]]></content>
	<updated>2026-09-26T21:49:15+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-09-22:/299074</id>
	<link href="https://dpc.hypotheses.org/6084" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">“Décision judiciaire relative aux manuscrits disparus du « Trésor des Chartes » de Lille : entre interrogations et précisions” par Paulina Navarro</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Un article de Paulina NAVARRO, Docteure en droit public de l&rsquo;Universit&eacute; Paris-Sud, Adjointe au chef ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Un article de Paulina NAVARRO, Docteure en droit public de l&rsquo;Universit&eacute; Paris-Sud, Adjointe au chef du bureau des affaires juridiques de la direction g&eacute;n&eacute;rale des patrimoines et de l&rsquo;architecture du minist&egrave;re de la Culture (16/09/2026)&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp; &nbsp; &laquo;&nbsp;Il n&rsquo;est gu&egrave;re d&rsquo;anciens d&eacute;p&ocirc;ts d&rsquo;archives dont les collections n&rsquo;aient &eacute;t&eacute; d&eacute;pareill&eacute;es, au cours de leur longue histoire,...</p>]]></content>
	<updated>2026-09-22T13:43:06+00:00</updated>
	<author><name>Clara Hochereau</name></author>
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		<title>Droit, patrimoine et culture</title></source>

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	<title type="html">Unhealthy at the Health Fair: A personal account of chronic illness and disability in the field</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>This reflective essay examines the author&rsquo;s experience conducting fieldwork while managing chronic i...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>This reflective essay examines the author&rsquo;s experience conducting fieldwork while managing chronic illness and disability.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/unhealthy-at-the-health-fair-a-personal-account-of-chronic-illness-and-disability-in-the-field/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Unhealthy at the Health Fair: A personal account of chronic illness and disability in the field</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Sam Streuli</name></author>
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	<title type="html">Towards a compassionate turn</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>This article introduces The New Ethnographer&rsquo;s call for a &ldquo;compassionate turn&rdquo; in anthropology, exte...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>This article introduces The New Ethnographer&rsquo;s call for a &ldquo;compassionate turn&rdquo; in anthropology, extending the reflexive turn by foregrounding how fieldwork impacts researchers as well as interlocutors.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/towards-a-compassionate-turn/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Towards a compassionate turn</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>The New Ethnographer</name></author>
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	<title type="html">Through the looking glass: learning to do ethnography with children and their families</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>In this article, Nieves Galera reflects on the practical and emotional challenges of conducting ethn...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>In this article, Nieves Galera reflects on the practical and emotional challenges of conducting ethnographic fieldwork with infants and their families.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/through-the-looking-glass-learning-to-do-ethnography-with-children-and-their-families/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Through the looking glass: learning to do ethnography with children and their families</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Nieves Galera Suárez</name></author>
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	<title type="html">The Murky World of ‘Extremism’ Research</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Richard McNeil-Willson&nbsp;critiques sensationalised and unethical approaches to researching so-called &ldquo;extremist&rdquo; groups, responding to popular accounts that celebrate deception, infiltration, and personal risk.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/the-murky-world-of-extremism-research/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">The Murky World of &lsquo;Extremism&rsquo; Research</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Richard McNeil-Wilson</name></author>
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	<title type="html">The ethnographer’s body is gendered</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Writing from experiences of harassment, surveillance, and sexualised misrecognition during fieldwork in a highly militarised context, Anya Evans foregrounds the ethnographer&rsquo;s body as a central site of knowledge production and vulnerability. </p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/the-ethnographers-body-is-gendered/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">The ethnographer&rsquo;s body is gendered</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Anya Evans</name></author>
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	<title type="html">The ethics of mediation in conservation spaces</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>This article explores the ethical precarity of conducting anthropological research within contested conservation spaces, where moral boundaries are blurred and alliances are unstable.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/the-ethics-of-mediation-in-conservation-spaces/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">The ethics of mediation in conservation spaces</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Anonymous</name></author>
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	<title type="html">Pregnant or fieldworker; should ‘all foreseeable risks’ be avoided in the field?</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Emanuelle Roth critically examines how institutional risk frameworks reshape ethnographic practice through her experience of being recalled from doctoral fieldwork in Guinea after disclosing a pregnancy.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/pregnant-or-fieldworker-should-all-foreseeable-risks-be-avoided-in-the-field/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pregnant or fieldworker; should &lsquo;all foreseeable risks&rsquo; be avoided in the field?</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-18T14:07:35+00:00</updated>
	<author><name>Emmanuelle Roth</name></author>
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	<title type="html">Orientalized Gender and the Field</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Drawing on her Master&rsquo;s fieldwork in Leipzig, Salma Moustafa Khalil reflects on how orientalism, gen...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Drawing on her Master&rsquo;s fieldwork in Leipzig, Salma Moustafa Khalil reflects on how orientalism, gender, and racialised assumptions shape ethnographic encounters when a Middle Eastern woman conducts research in Europe. </p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/orientalized-gender-and-the-field/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Orientalized Gender and the Field</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-18T14:07:25+00:00</updated>
	<author><name>Salma Moustafa Khalil</name></author>
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	<title type="html">Gender and danger: the ‘good girl persona’ in institutional fieldwork</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>This post reflects on contemporary challenges in ethnographic research, foregrounding the everyday e...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>This post reflects on contemporary challenges in ethnographic research, foregrounding the everyday ethical, emotional, and institutional pressures that shape fieldwork practice.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/gender-and-danger-the-good-girl-persona-in-institutional-fieldwork/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Gender and danger: the &lsquo;good girl persona&rsquo; in institutional fieldwork</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-18T14:07:16+00:00</updated>
	<author><name>Inés Bolaños Somoano</name></author>
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	<title type="html">Friendships Built on (Dis)Trust: Navigating fragility during fieldwork</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Hareem Khan examines the fragility and fluidity of friendships formed during ethnographic fieldwork, focusing on trust, distrust, and rupture as constitutive elements of research relationships.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/friendships-built-on-distrust-navigating-fragility-during-fieldwork/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Friendships Built on (Dis)Trust: Navigating fragility during fieldwork</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-18T14:07:06+00:00</updated>
	<author><name>Hareem Khan</name></author>
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	<title type="html">Handreichung zur Risikobewertung bei der Open-Access-Veröffentlichung digitalisierter Zugangsbücher und Bestandsverzeichnisse</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>https://doi.org/10.11588/artdok.00010131</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><a href="https://doi.org/10.11588/artdok.00010131" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://doi.org/10.11588/artdok.00010131</a></p>]]></content>
	<updated>2026-09-17T21:42:37+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-09-15:/298547</id>
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	<title type="html">Private Sorgearbeit und Arbeitsrecht</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Es ist nicht leicht, Erwerbsarbeit und private Sorgearbeit in der Familie miteinander zu vereinbare...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Es ist nicht leicht, Erwerbsarbeit und private Sorgearbeit in der Familie miteinander zu vereinbaren. Das ist den meisten Menschen bewusst, ob sie nun Kinder oder pflegebed&uuml;rftige Angeh&ouml;rige haben, ob sie selbst Unterst&uuml;tzung und &bdquo;care&ldquo; ben&ouml;tigen oder ob sie allein durchs Leben gehen. Die meisten wissen es schon deshalb, weil das Thema h&auml;ufig privat und gesellschaftlich diskutiert wird.</p>



<p>Aber ist es nicht merkw&uuml;rdig, dass etwas, das pers&ouml;nlich und gesellschaftlich so zentral ist wie menschliche Zuwendung, zum Problem wird, sobald es um Erwerbsarbeit, also ums Geldverdienen geht? Es ist jedenfalls dann unangebracht, wenn man allen Menschen die gleichen Entfaltungs- und Entwicklungschancen zugestehen will, und nicht von vornherein annimmt, eine bestimmte Gruppe von Menschen (&bdquo;Frauen&ldquo;) m&uuml;sse sich f&uuml;r private Care-Arbeit zust&auml;ndig f&uuml;hlen und daf&uuml;r Nachteile in Kauf nehmen.</p>



<p>Das ist aber die Grundlage, auf der sich unser heutiges Arbeitsrecht entwickelt hat: das Familienern&auml;hrermodell, mit anderen Worten die Idee, dass eine Person (als &bdquo;Mann&ldquo; gedacht) seine volle Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt einsetzt und daf&uuml;r das Geld verdient, von dem die Familie lebt. Die zweite Person (als &bdquo;Frau&ldquo; gedacht) k&uuml;mmert sich um die Erziehung der Kinder, die Arbeit im Haushalt, die Betreuung und Pflege von Angeh&ouml;rigen, ehrenamtliche Arbeit etc. &ndash; also T&auml;tigkeiten, ohne die Gesellschaften nicht funktionieren, f&uuml;r die es aber &ouml;konomisch keinen Gegenwert gibt. Mit ihnen ist deshalb eine wirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit verbunden, die nicht zuf&auml;llig auch Risiken von Gewalt und Ausbeutung bergen.</p>



<p>Das mag sich alles etwas ausdifferenziert haben; in Ostdeutschland, wo die weibliche Erwerbsquote historisch bedingt h&ouml;her ist, nach wie vor auf andere Weise als in Westdeutschland. In Europa sind auch bezahlter Mutterschutz, Elternzeit und Elterngeld, Pflegezeit und Teilzeitarbeit mittlerweile verbreitet. Diese Regelungen helfen, auch wenn gerade M&auml;nner, die mehr als das Minimum an betrieblicher Entlastung einfordern, h&auml;ufig auf Widerst&auml;nde sto&szlig;en. Aber eins ist geblieben: Die konkrete Abstimmung von betrieblichen Arbeitszeiten und Arbeitsorten mit Kita-Zeiten und verschiedenen Betreuungspersonen bleibt letztlich Privatsache. Das Arbeitsrecht hilft zwar auch hier: Jede:r kann verlangen, dass die eigene Arbeitszeit an die eigenen Bed&uuml;rfnisse angepasst wird &ndash; es sei denn, dass dies innerhalb der betrieblichen Arbeitsorganisation nicht m&ouml;glich oder dem Arbeitgeber nicht zumutbar ist. Aber diese Regelungen best&auml;tigen die private Verantwortlichkeit eher, als dass sie gesellschaftliche Institutionen ernsthaft in die Pflicht nehmen.</p>



<figure><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-1024x768.jpg" alt="Ein Strommast mit einem Nest, darin ein Raubvogelpaar." srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-1024x768.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-300x225.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-768x576.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-1536x1152.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-2048x1536.jpg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-1024x768.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-300x225.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-768x576.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-1536x1152.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foto-1-RIMG0195-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Wer ist f&uuml;r die Care-Arbeit zust&auml;ndig? Foto: Eva Kocher</figcaption></figure>



<p>Das Arbeitsrecht spiegelt hier gesellschaftliche Wertungen wider: Der Arbeitgeber stellt (zusammen mit dem Betriebs- oder Personalrat) die Regeln auf. Jede Person kann versuchen, eine Ausnahme einzufordern; dann ist sie aber genau das: die Ausnahme von der Regel, diejenige, die sich weigert, die unangenehmen Schichten am Freitagnachmittag zu &uuml;bernehmen, diejenige, deretwegen andere mehr arbeiten oder sich einschr&auml;nken m&uuml;ssen. In dieser Logik ist die viel beschworene gesellschaftliche Anerkennung von Care-Arbeit pl&ouml;tzlich genauso weit weg wie die Solidarit&auml;t der Kolleg:innen.</p>



<p>Aber kann es denn &uuml;berhaupt anders funktionieren? Um dar&uuml;ber produktiv nachdenken zu k&ouml;nnen, lohnt es sich, die Dynamiken und Logiken zu hinterfragen, die betriebliches Handeln und Arbeitsrecht pr&auml;gen: Das Recht geht davon aus, dass die betriebliche Organisation Priorit&auml;t hat. Private Care-Arbeit wird damit zum individuellen &bdquo;Problem&ldquo; und es kommt zur Krise, wenn Familien &uuml;berlastet werden. Doch wenn die Organisation von Care-Arbeit privat nicht funktioniert, wirkt sich das am Ende auf alle aus. Denn Care-Arbeit ist &ouml;konomisch von gr&ouml;&szlig;ter Bedeutung: ohne Reproduktionsarbeit keine Produktion.</p>



<p>Aus dieser Krise kommen wir nur, wenn Care-Arbeit gerecht verteilt, d.h. vor allem von Frauen* auf M&auml;nner umverteilt wird &ndash; und wenn sie nicht Privatsache bleibt. Das bedeutet, dass Erwerbsarbeit von vornherein so organisiert sein muss, dass sie von einem Recht auf Care-Arbeit (<em>right to care</em>) ausgeht: Dahinter steht die Annahme, dass jede einzelne Person private Care-Pflichten &uuml;bernimmt.</p>



<p>Es gibt bereits eine ganze Reihe von Konzepten daf&uuml;r, wie dieses Ziel erreicht werden k&ouml;nnte. Viele setzen daf&uuml;r quasi &bdquo;von oben nach unten&ldquo; an: allgemeine Arbeitszeitverk&uuml;rzung (oder &bdquo;Teilzeit f&uuml;r alle&ldquo;) bei vollem Lohnausgleich; Gleichstellungsgesetze (<em>proactive duties</em>), die alle Arbeitgeber dazu verpflichten, regelm&auml;&szlig;ig zu analysieren, welche Bed&uuml;rfnisse an privater Care-Arbeit die Besch&auml;ftigten haben, daraufhin Ma&szlig;nahmen zu entwickeln, mit denen diese Bed&uuml;rfnisse adressiert werden k&ouml;nnen, und das Ganze schlie&szlig;lich regelm&auml;&szlig;ig zu evaluieren. Das ist auch richtig. Es braucht die Vogelperspektive auf betriebliche Strukturen und institutionelle Architekturen; es m&uuml;ssen Zust&auml;ndigkeiten verankert werden, damit in jeder Organisation jemand systematisch Verantwortung f&uuml;r das Thema &uuml;bernimmt.</p>



<p>Allerdings verlassen sich solche Systeme darauf, dass die Akteur:innen nicht nur sensibel und problembewusst die betrieblichen Strukturen hinterfragen, sondern auch, dass sie Phantasie entwickeln, wie die betrieblichen Aufgaben erledigt werden k&ouml;nnen und gleichzeitig allen flexibel private Care-Arbeit erm&ouml;glicht wird. Das ist deshalb problematisch, weil wir uns alle in einer Gesellschaft bewegen, die vorrangig auf Produktivit&auml;t und herk&ouml;mmliche Arbeitsabl&auml;ufe gepolt ist. Transformation muss sich aber gerade auch im Konflikt beweisen, oder genauer: Schwierige Situationen sind gute Anl&auml;sse, um an einem konkreten Beispiel &uuml;ber bestehende Strukturen nachzudenken.</p>



<figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/9781529246100-2413810-800x600-1.jpg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/9781529246100-2413810-800x600-1.jpg 401w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/9781529246100-2413810-800x600-1-201x300.jpg 201w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/9781529246100-2413810-800x600-1.jpg 401w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/9781529246100-2413810-800x600-1-201x300.jpg 201w" sizes="(max-width: 401px) 100vw, 401px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Eva Kocher: Labour Law and the Gender of Work. Fostering Solidarity by Accommodating Individuals, Bristol University Press 2027.</figcaption></figure>



<p>So k&ouml;nnte man einerseits die Regelungen weiterdenken, die Arbeitgeber zu Verhandlungen verpflichten, wenn Besch&auml;ftigte einen Antrag auf &Auml;nderung der Arbeitszeit stellen: Statt die Ausgestaltung dieser Verhandlungen dem Arbeitgeber zu &uuml;berlassen, w&auml;ren weitere Akteure einzubeziehen. Dabei ist zun&auml;chst nat&uuml;rlich an innerbetriebliche Akteur:innen wie Betriebs- oder Personalr&auml;te sowie Antidiskriminierungs- bzw. Gleichstellungsbeauftragte zu denken. Es liegt auch nahe, die unmittelbaren Kolleg:innen, die mit der betroffenen Person zusammenarbeiten, in den Prozess miteinzubeziehen. Vielleicht findet man ja gemeinsam L&ouml;sungen, die f&uuml;r alle passender sind? Oder: warum nicht auch einmal nach au&szlig;en gehen, mit Kitas, Partner:innen und Kindern der Besch&auml;ftigten sprechen? Diese k&ouml;nnen einerseits entlasten und haben andererseits vielleicht auch eine Meinung dazu, wie die Erwerbsarbeit mit der privaten Care-Arbeit verbunden werden sollte.</p>



<p>Eine weitere Idee besteht darin, gar nicht zu warten, bis Besch&auml;ftigte mit Antr&auml;gen und potenziellen Konflikten auf den Arbeitgeber zukommen. Schlie&szlig;lich ist der wichtigste kritische Zeitpunkt f&uuml;r berufst&auml;tige Eltern ja bekannt: Mit der R&uuml;ckkehr aus der Elternzeit stellt sich in der Regel die Frage, wie die Erwerbsarbeit und die nunmehr ver&auml;nderte Care-Arbeitssituation in der Familie besser zusammenpassen k&ouml;nnten. Wenn Arbeitgeber verpflichtet w&auml;ren, zu diesem Zeitpunkt proaktiv auf die Eltern zuzugehen und mit ihnen in einen ergebnisoffenen Suchprozess &uuml;ber gute L&ouml;sungen einzutreten, w&auml;re die Initiativlast von den Besch&auml;ftigten genommen &ndash; und es w&uuml;rde vermieden, dass sich schon im Vorfeld fixe Positionen herausbilden, die in Verhandlungen manchmal nur noch schwer aufzul&ouml;sen sind.</p>



<div><figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-1024x1024.jpg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-2048x2048.jpg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Eva-Kocher-2048x2048.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></figure><div>
<p>Prof. Dr. Eva Kocher leitet das Center for Interdisciplinary Labour Law Studies an der Europa-Universit&auml;t Viadrina Frankfurt (Oder). Sie forscht insbesondere zu kollektivem Arbeitsrecht, Antidiskriminierungsrecht und Plattformarbeit. Im Sommersemester 2026 ist sie Fellow am K&auml;te Hamburger Kolleg.</p>
</div></div>



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<p><strong>Zitieren als:</strong><br>Kocher, Eva, Private Sorgearbeit und Arbeitsrecht, EViR-Blog, 15.09.2026, <a href="https://www.evir.uni-muenster.blog/private-sorgearbeit-und-arbeitsrecht/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">https://www.evir.uni-muenster.blog/private-sorgearbeit-und-arbeitsrecht/</a>.</p>



<p><br><strong>Lizenz:</strong><br>This work is licensed under a&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License</a>.</p>



<hr>]]></content>
	<updated>2026-09-15T07:21:48+00:00</updated>
	<author><name>Eva Kocher</name></author>
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		<title>Kommentare zu: Blog</title></source>

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	<title type="html">Ordnung der Wissenschaft 2026/4</title>
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	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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	<title type="html">EuGH zu Social-Media-Posts: Auch kurze Beiträge sind urheberrechtlich geschützt</title>
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	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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	<title type="html">Neufassung des Archivgesetzes Nordrhein-Westfalen</title>
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Via
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<p>Via<br>
<a href="https://archivamt.hypotheses.org/30875" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://archivamt.hypotheses.org/30875</a></p>]]></content>
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	<title type="html">BGH: Sampling kann ein Pastiche und damit zulässig sein</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p><a href="https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-1zr7422-metall-auf-metall-uebernahme-als-pastiche-erlaubt?r=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-1zr7422-metall-auf-metall-uebernahme-als-pastiche-erlaubt?r=rss</a></p>
<blockquote><p>Soweit bekannt, hat sich kein anderes urheberrechtliches Verfahren so lange hingezogen wie der Fall &ldquo;Metall auf Metall&rdquo;. Seit Ende der 90er Jahre besch&auml;ftigt die Auseinandersetzung zwischen der Band Kraftwerk und dem Rapper und Produzenten Moses Pelham nationale und internationale Gerichte.</p></blockquote>
<p><a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026162.html?nn=373478" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/2026162.html?nn=373478</a></p>]]></content>
	<updated>2026-09-03T17:23:08+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<title type="html">Bayern gewährt Bürgern Einsicht in Gerichtsentscheide nur, wenn diese nicht älter als fünf Jahre sind</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>F&uuml;r Infos &uuml;ber diese Info der FAZ (Zenth&ouml;fer) m&uuml;ssen B&uuml;rger zahlen:
PAYWALL &ndash; PAYWALL &ndash; ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>F&uuml;r Infos &uuml;ber diese Info der FAZ (Zenth&ouml;fer) m&uuml;ssen B&uuml;rger zahlen:</p>
<p>PAYWALL &ndash; PAYWALL &ndash; PAYWALL</p>
<p><a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/bayern-buerger-muessen-fuer-einsicht-in-gerichtsurteile-zahlen-accg-201138517.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/bayern-buerger-muessen-fuer-einsicht-in-gerichtsurteile-zahlen-accg-201138517.html</a></p>]]></content>
	<updated>2026-09-01T14:37:37+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<title type="html">KI-Training und Urheberrecht: Heftiger Streit über Daten und Lizenzen</title>
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	<title type="html">Bundesrecht und Rechtsprechung</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>https://recht.nulegal.eu/</p>]]></summary>
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	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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	<title type="html">Musikverein soll für ungenehmigtes Kuchenbild 3000 Euro zahlen</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>https://www.focus.de/finanzen/musikverein-zeigt-ein-kuchenbild-nun-sollen-sie-3000-euro-strafe-zahle...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><a href="https://www.focus.de/finanzen/musikverein-zeigt-ein-kuchenbild-nun-sollen-sie-3000-euro-strafe-zahlen_95614cfa-6026-4cde-b458-ad1b142ab2dc.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.focus.de/finanzen/musikverein-zeigt-ein-kuchenbild-nun-sollen-sie-3000-euro-strafe-zahlen_95614cfa-6026-4cde-b458-ad1b142ab2dc.html</a></p>
<p>Das kommt mir &uuml;berteuert vor. Bei Abmahnungen f&uuml;r Marions Kochbuch kommt man f&uuml;r zwei Bilder <a href="https://www.it-anwalt-kanzlei.de/abmahnung-marions-kochbuch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">etwa auf den Betrag</a>. Wie dem auch sei: Kostenlose Kuchenbilder, die ein Musikverein verwenden kann, gibt es zum Beispiel auf Wikimedia Commons.</p>
<p>Man mu&szlig; sich aber an die Lizenzbestimmungen halten, wenn das Bild nicht als Public Domain gekennzeichnet ist.</p>
<p>Folgendes <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sandkuchen.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sandkuchen-Bild</a> ist in diesem Sinn frei verwendbar.</p>
<figure aria-describedby="caption-attachment-263067"><a href="https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-scaled.jpg" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-scaled.jpg" alt="" srcset="https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-scaled.jpg 2560w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-300x300.jpg 300w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-500x498.jpg 500w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-150x150.jpg 150w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-768x765.jpg 768w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-1536x1531.jpg 1536w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-2048x2041.jpg 2048w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-1200x1196.jpg 1200w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-scaled.jpg 2560w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-300x300.jpg 300w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-500x498.jpg 500w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-150x150.jpg 150w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-768x765.jpg 768w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-1536x1531.jpg 1536w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-2048x2041.jpg 2048w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Sandkuchen-1200x1196.jpg 1200w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a><figcaption>oppo_34</figcaption></figure>
<p>Mit KI erstellte Bilder genie&szlig;en ebenfalls keinen Schutz.</p>
<p><a href="https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo.png" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><img decoding="async" src="https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo.png" alt="" srcset="https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo.png 1408w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo-300x164.png 300w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo-500x273.png 500w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo-768x419.png 768w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo-1200x655.png 1200w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo.png 1408w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo-300x164.png 300w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo-500x273.png 500w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo-768x419.png 768w,https://archivalia.hypotheses.org/files/2026/07/Gemini_Generated_Image_ojjot0ojjot0ojjo-1200x655.png 1200w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>]]></content>
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	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<title type="html">Niedersachsen: keine Anbietungspflicht mehr für E-Mail &amp; Co.?</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>&bdquo;In Niedersachsen k&ouml;nnte bald erstmalig ein zentraler Grundsatz des Archivrechts aufgehoben werden: ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>&bdquo;In Niedersachsen k&ouml;nnte bald erstmalig ein zentraler Grundsatz des Archivrechts aufgehoben werden: Nach Informationen von heise online sehen Pl&auml;ne der Nieders&auml;chsischen Staatskanzlei vor, die digitale Kommunikation k&uuml;nftig von der sogenannten Anbietungspflicht an Archive auszunehmen.&ldquo;</p>
<p><a href="https://www.heise.de/news/E-Mail-SMS-Messenger-Niedersachsen-will-als-erstes-Land-Archivpflicht-lockern-11355092.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.heise.de/news/E-Mail-SMS-Messenger-Niedersachsen-will-als-erstes-Land-Archivpflicht-lockern-11355092.html</a></p>]]></content>
	<updated>2026-07-17T19:21:41+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<title type="html">Tagebuch der Anne Frank – EuGH sieht Geoblocking wirksam</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>&bdquo;Ein Werk, das in einem EU-Land gemeinfrei, in anderen aber gesch&uuml;tzt ist, darf online stehen. Vorau...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>&bdquo;Ein Werk, das in einem EU-Land gemeinfrei, in anderen aber gesch&uuml;tzt ist, darf online stehen. Voraussetzung: Sperren nach dem Stand der Technik m&uuml;ssen greifen.&ldquo;</p>
<p><a href="https://www.heise.de/news/EuGH-Urteil-Geoblocking-schuetzt-Urheberrecht-auch-bei-VPN-Umgehung-11360094.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.heise.de/news/EuGH-Urteil-Geoblocking-schuetzt-Urheberrecht-auch-bei-VPN-Umgehung-11360094.html</a></p>
<p>&bdquo;In vielen L&auml;ndern, darunter Belgien, sind die Urheberrechte bereits erloschen und die Werke deshalb gemeinfrei geworden. In den Niederlanden dagegen sind bestimmte Teile davon noch bis zum Jahr 2037 gesch&uuml;tzt. Die Anne-Frank-Stiftung ver&ouml;ffentlichte im September 2021 eine wissenschaftliche Ausgabe der Tageb&uuml;cher in niederl&auml;ndischer Sprache im Internet. Der Zugriff wurde durch Geoblocking beschr&auml;nkt. Der Anne Frank Fonds zog vor Gericht und beantragte, die Verbreitung zu unterlassen. Damit wird er aber nach der Entscheidung des EuGH keinen Erfolg haben.&ldquo;</p>
<p><a href="https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/eugh-c78824-anne-frank-tagebuch-urheberrecht-geoblocking" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/eugh-c78824-anne-frank-tagebuch-urheberrecht-geoblocking</a></p>]]></content>
	<updated>2026-07-10T01:46:39+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<title type="html">Karzer &amp; Kometen</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Improtheater als Format der Wissenschaftskommunikation



Auszug aus den Dienstinstruktionen des Pe...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><strong>Improtheater als Format der Wissenschaftskommunikation</strong></p>



<figure><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild2.png" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild2.png 609w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild2-200x300.png 200w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild2.png 609w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild2-200x300.png 200w" sizes="(max-width: 609px) 100vw, 609px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Auszug aus den Dienstinstruktionen des Pedells (1837) &copy; Universit&auml;tsarchiv M&uuml;nster, Bestand 3, Nr. 1331.</figcaption></figure>



<p>Im Archiv der hiesigen Universit&auml;t lagern zahlreiche Akten des akademischen Gerichts in M&uuml;nster. Darunter befinden sich hunderte Fallakten der Jahre 1835 bis 1902 mit vielsagenden Titeln, die bereits einen ersten Eindruck der verhandelten F&auml;lle vermitteln: Es handelt sich beispielsweise um Untersuchungen gegen Studierende &bdquo;wegen Trunkenheit und &Uuml;bertretung der Polizeistunde&ldquo; (1841), &bdquo;wegen n&auml;chtlichen Unfugs&ldquo; (1855), &bdquo;wegen n&auml;chtlichen Blumenpfl&uuml;ckens auf dem H&ouml;rster Friedhof&ldquo; (1884) oder &bdquo;wegen Ausl&ouml;schens s&auml;mtlicher Laternen auf der Salzstra&szlig;e&ldquo; (1885). Der gr&ouml;&szlig;te Teil der verhandelten Sachverhalte betrifft Verst&ouml;&szlig;e gegen die akademische Ordnung. Allerdings finden sich vereinzelt auch F&auml;lle, in denen Studierende M&auml;dchen oder Frauen bel&auml;stigt oder Personen antisemitisch beleidigt haben. Andere F&auml;lle oder die im Rahmen der Zeug:innenvernehmungen get&auml;tigten Aussagen lassen schmunzeln (&bdquo;Wir k&ouml;nnen die uns zur Last gelegten strafbaren Handlungen nicht einr&auml;umen. Wir waren sinnlos betrunken und wissen von dem ganzen Vorfalle Nichts.&ldquo;) oder wirken kurios (&bdquo;Wir sprachen anf&auml;nglich &uuml;ber gleichg&uuml;ltige Dinge: &uuml;ber den Weltuntergang durch den Cometen u d. gl.&ldquo;).</p>



<p>Weitere Akten geben Auskunft &uuml;ber Verwaltung und Umsetzung der Bestimmungen, die das akademische Gericht betrafen. Die &auml;ltesten stammen aus dem Jahr 1834; es handelt sich um eine Niederschrift der Disziplinargesetze und Statuten der Akademie M&uuml;nster. Au&szlig;erdem gibt es dort schriftliche Zeugnisse zum Pedell, also dem Gerichtsdiener der Hochschule, zum Karzer und zahlreiche Schreiben der Universit&auml;tsleitung und -verwaltung. Ein Ende fand das akademische Gericht sp&auml;testens 1922, als durch neu eingef&uuml;hrte disziplinarische Regeln Strafen wie die Karzerhaft abgeschafft wurden und der Titel des Universit&auml;tsrichters in den Personalverzeichnissen dem des Universit&auml;tsrats wich. Insgesamt bietet die &Uuml;berlieferung des akademischen Gerichts einen faszinierenden Einblick in die lokale Rechtsgeschichte.&nbsp;</p>



<p>Da ich bereits in einem fr&uuml;heren Projekt mit diesen Akten gearbeitet hatte, lag ihr Potenzial bei der Suche nach einem geeigneten Thema f&uuml;r ein neues Format der Wissenschaftskommunikation des Kollegs auf der Hand, und zwar aus mehreren Gr&uuml;nden: Erstens stellt es f&uuml;r ein lokales Publikum Lebensweltbez&uuml;ge her. M&uuml;nster ist eine stark durch die Universit&auml;t und das studentische Leben gepr&auml;gte Stadt, viele der in den F&auml;llen erw&auml;hnten Orte gibt es noch heute oder sie lassen sich zumindest im Stadtbild lokalisieren.&nbsp;<br>Zweitens besitzt das Thema einen gewissen &Uuml;berraschungsfaktor. Im Gegensatz zu St&auml;dten wie Marburg oder Heidelberg, in denen die Karzer der Universit&auml;ten erhalten sind und als Museum besucht werden k&ouml;nnen, handelt es sich beim akademischen Gericht in M&uuml;nster um ein eher unterbelichtetes Kapitel der &ouml;rtlichen Hochschulgeschichte. Und drittens l&auml;sst sich der Themenkomplex niedrigschwellig an ein Publikum ohne fachspezifisches Vorwissen vermitteln.&nbsp;</p>



<figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-1024x844.jpeg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-1024x844.jpeg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-300x247.jpeg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-768x633.jpeg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-1536x1266.jpeg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-2048x1688.jpeg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-1024x844.jpeg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-300x247.jpeg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-768x633.jpeg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-1536x1266.jpeg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild3-1-2048x1688.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Das Improtheater spielte aus dem Stegreif verschiedene Szenen auf Basis des wissenschaftlichen Inputs.<br>&copy; KHK EViR </figcaption></figure>



<p>Zu Beginn stellten wir uns die Frage nach den Zielgruppen, die wir erreichen wollten. Da das Thema studentisches Leben des 19. und fr&uuml;hen 20. Jahrhunderts greifbar macht, lagen Studierende nahe. Wir hegten die Hoffnung, auf Rechtsgeschichte neugierig zu machen und wom&ouml;glich sogar eine nachhaltige Besch&auml;ftigung mit dem Thema anzuregen, die &uuml;ber eine Website mit Zusatzmaterialien in Form von transkribierten und kommentierten Quellen erm&ouml;glicht wurde (uni.ms/karzer).</p>



<p>Als Format entschieden wir uns f&uuml;r eine &ouml;ffentliche Abendveranstaltung mit einem hohen Interaktionspotenzial. Die Wahl fiel auf eine Kombination aus thematischen Inputs und Improvisationstheater, bei dem das Publikum aktiv in die Gestaltung der improvisierten Szenen einbezogen wird. Als Veranstaltungslocation w&auml;hlten wir mit dem F24 eine studentisch gepr&auml;gte Kneipe in M&uuml;nsters Altstadt.</p>



<figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-768x1024.jpeg" alt="Eine Person h&auml;lt in einem kleinen Veranstaltungsraum eine Pr&auml;sentation und zeigt auf eine projizierte Karte an der Wand, w&auml;hrend eine weitere Person links sitzt und zuschaut. | A person gives a presentation in a small event room, pointing to a projected map on the wall while another person sits on the left and watches." srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-768x1024.jpeg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-225x300.jpeg 225w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-1152x1536.jpeg 1152w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-1536x2048.jpeg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-scaled.jpeg 1920w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-768x1024.jpeg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-225x300.jpeg 225w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-1152x1536.jpeg 1152w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-1536x2048.jpeg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild4-scaled.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Ein Teil der Veranstaltung widmete sich der Arbeit mit historischen Quellen, hier dem Grundriss des ehemaligen Universit&auml;tsgeb&auml;udes, in dem sich auch der Karzer befand. &copy; KHK EViR</figcaption></figure>



<p>Die Veranstaltung am 11. Mai 2026 mit dem Titel &bdquo;Karzer &amp; Kometen&ldquo; f&uuml;hrten wir dann gemeinsam mit dem Peng! Improtheater durch. Die Gruppe aus M&uuml;nster hat bereits Erfahrung mit wissenschaftsnahen Formaten: So greifen sie in ihren Veranstaltungen etwa die Biografien historischer Pers&ouml;nlichkeiten, aber auch naturwissenschaftliche Themen auf und nutzen den Stadtraum oder Museen als B&uuml;hne. Die Zusammenarbeit verlief reibungslos und arbeitsteilig &ndash; die Ideen f&uuml;r den Ablauf kamen von Peng, die Inhalte von uns.&nbsp;</p>



<p>Um zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob die Kombination von Wissenschaftskommunikation und Improtheater funktioniert, haben wir das Format umfassend und in Kooperation mit der Kommunikationswissenschaft der Universit&auml;t M&uuml;nster evaluiert. Bereits im Rahmen der Anmeldung fragten wir (auf freiwilliger Basis) ab, ob die sich anmeldende Person studiert und aus welchem Grund sie die Veranstaltung besucht. Es stellte sich heraus, dass lediglich ein Viertel der Angemeldeten Studierende waren. Die Motivation zum Besuch der Veranstaltung war in vielen F&auml;llen eine Kombination aus wissenschaftlichem Interesse und dem Wunsch nach Unterhaltung.</p>



<p>Insgesamt nahmen 45 Personen an der Veranstaltung teil. Nach einer kurzen thematischen Einf&uuml;hrung zum akademischen Gericht durch mich als Referentin improvisierten zwei Mitglieder des Peng-Ensembles mehrere Szenen. Als Inspiration dienten ihnen u. a. Zitate aus den Fallakten. Sie imaginierten au&szlig;erdem drei m&ouml;gliche Ausg&auml;nge eines Falles &ndash; bevor der historisch verb&uuml;rgte Ausgang aufgel&ouml;st wurde. Eine Intervieweinlage mit mir thematisierte das Arbeiten mit historischen Quellen. Das Publikum beteiligte sich, indem es Begriffe vorschlug, anhand derer die Szenen improvisiert wurden; es entschied &uuml;ber den Ausgang der F&auml;lle und stellte Fragen.&nbsp;</p>



<figure><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-768x1024.jpeg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-768x1024.jpeg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-225x300.jpeg 225w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-1152x1536.jpeg 1152w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-1536x2048.jpeg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-scaled.jpeg 1920w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-768x1024.jpeg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-225x300.jpeg 225w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-1152x1536.jpeg 1152w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-1536x2048.jpeg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Bild1-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" referrerpolicy="no-referrer"><figcaption>Kathrin Schulte vom K&auml;te Hamburger Kolleg (Mitte) mit Laura Berkemeyer und Christian Berlin von Peng! nach der Veranstaltung &bdquo;Karzer &amp; Kometen&ldquo;.<br>&copy; KHK EViR </figcaption></figure>



<p>Aus der durchgef&uuml;hrten Evaluation k&ouml;nnen wir schlie&szlig;en, dass das Format auf positive Resonanz st&ouml;&szlig;t. Im Rahmen der Befragung w&auml;hrend der Veranstaltung in Form von Papierfrageb&ouml;gen sowie einer vertiefenden Online-Nachbefragung lassen sich weitere Aussagen treffen: Die Inhalte wurden als spannend und unterhaltsam bewertet und auch die humoristische Aufbereitung des Themas fand Zustimmung. Die &uuml;berwiegende Mehrheit stimmte der Aussage zu, etwas &uuml;ber Rechtsgeschichte gelernt zu haben, und zeigte sich neugierig auf eine weitere Besch&auml;ftigung mit dem Thema. Auch dass sich die Teilnehmenden aktiv beteiligen konnten, wurde goutiert. Ein entsprechendes Format erneut zu besuchen k&ouml;nnen sich fast alle Befragten vorstellen. Die gute Resonanz best&auml;rkt uns darin, diese Art der Veranstaltung k&uuml;nftig mit anderen Themen und Expert:innen zu wiederholen und auch weiterhin mit ungew&ouml;hnlichen Formaten der Wissenschaftskommunikation zu experimentieren.&nbsp;</p>



<div><figure><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-1024x1024.jpg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-2048x2048.jpg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Kathrin-Schulte-2048x2048.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer"></figure><div>
<p>Kathrin Schulte ist Historikerin und arbeitet seit 2024 in der Wissenschaftskommunikation am K&auml;te Hamburger Kolleg &bdquo;Einheit und Vielfalt im Recht&ldquo; an der Universit&auml;t M&uuml;nster.</p>
</div></div>



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<p><strong>Zitieren als:</strong><br>Schulte, Kathrin, Karzer &amp; Kometen, EViR Blog, 09.07.2026,&nbsp;https://www.evir.uni-muenster.blog/karzerundkometen/</p>



<p><strong>Lizenz:</strong><br>This work is licensed under a&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License</a>.</p>



<hr>



<p></p>]]></content>
	<updated>2026-07-09T12:12:29+00:00</updated>
	<author><name>Kathrin Schulte</name></author>
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		<title>Kommentare zu: Blog</title></source>

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	<title type="html">Entscheidungen des Preußischen Oberverwaltungs­gerichts</title>
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	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>This thematic thread presents experiments, exercises, and reflections stemming from a two-day collaborative, practice-led workshop with &lsquo;poetic resonance&rsquo;. </p>
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	<author><name>Amalie Scheel</name></author>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>This essay explores how poetic resonance can deepen ethnographic analysis by attuning to sensorial, embodied, and existential dimensions of experience.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/mother-tales-an-autoethnographic-exploration-of-poetic-resonance-loss-and-existential-time/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Mother Tales: An (Auto)Ethnographic Exploration of Poetic Resonance, Loss, and Existential Time</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Mia Jess</name></author>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>What does it mean to do research with climate? This essay reflects on the potential of poetic resonance as a method of creative experimentation and (auto)ethnographic practice, attuning the researcher/writer to the sensory experience of body and place.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/feeling-climate-poetic-resonance-and-the-affectivity-of-climate-change/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Feeling climate: poetic resonance and the affectivity of climate change</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>J.R. Jarvis</name></author>
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	<title type="html">“Mish Hwn W Mish Hunaak”: Tracing Affective Landscapes of Exile With Poetic Resonance</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>When I am in spaces where poetry is performed, there are invisible yet palpable forces which raise my heartbeat, make my tears well up, and give me goosebumps.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/mish-hwn-w-mish-hunaak-tracing-affective-landscapes-of-exile-with-poetic-resonance/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&ldquo;Mish Hwn W Mish Hunaak&rdquo;: Tracing Affective Landscapes of Exile With Poetic Resonance</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Rebecca Appleton</name></author>
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	<title type="html">In the Face of Fury: Holding Disruptive and Connective Intensities through Poetic Resonance</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>In this essay, I trace the force of fury that emerged within a single ethnographic moment and later saturated the analysis. </p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/in-the-face-of-fury-holding-disruptive-and-connective-intensities-through-poetic-resonance/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">In the Face of Fury: Holding Disruptive and Connective Intensities through Poetic Resonance</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Mist Hrannarsdóttir</name></author>
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	<title type="html">Pyropoetic Resonances: Humility, Affect, and Being in the Field (on Fire)</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>This essay explores how the poetic resonance protocol enabled a deeper, embodied engagement with my ethnographic object: a poetry workshop conducted with wildfire-affected residents in northern Germany. </p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/pyropoetic-resonances-humility-affect-and-being-in-the-field-on-fire/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pyropoetic Resonances: Humility, Affect, and Being in the Field (on Fire)</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Marvin Heine</name></author>
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	<title type="html">Resonating with a Gourd</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>During a multispecies ethnographic fieldwork in a Danish private garden, I encountered a weird-looking gourd (Calabash) that was turned into a birdhouse.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/resonating-with-a-gourd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Resonating with a Gourd</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Margrete Rolighed</name></author>
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	<title type="html">Movements for Rhythms of Uncertainty</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>This experimental essay treats uncertainty as bodily and relational and uses rhythm as a way of noti...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>This experimental essay treats uncertainty as bodily and relational and uses rhythm as a way of noticing it. It begins in the writing vibrations of the Poetic Resonance Protocol and carries their structure through the composition of the piece.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/movements-for-rhythms-of-uncertainty/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Movements for Rhythms of Uncertainty</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Stephanie Ellison</name></author>
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	<title type="html">The Anthropologist as Tuning Fork</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>This afterword reflects on the practice of ethnography through the metaphor of the anthropologist as a tuning fork&mdash;an embodied instrument attuned to the subtle or violent vibrations of lived experience whilst working through ethnographic materials.</p>
<p>The post <a href="https://allegralaboratory.net/the-anthropologist-as-tuning-fork/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">The Anthropologist as Tuning Fork</a> appeared first on <a href="https://allegralaboratory.net" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Allegra Lab</a>.</p>]]></content>
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	<author><name>Eva Van Roekel</name></author>
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	<title type="html">Zwischen Analyse und Intervention: Öffentliche Wissenschaft in der südafrikanischen Landreform</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Zur Rolle wissenschaftlicher Expertise im Verfassungsprozess um &bdquo;Enteignung ohne Entsch&auml;digung&ldquo;



...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><strong>Zur Rolle wissenschaftlicher Expertise im Verfassungsprozess um &bdquo;Enteignung ohne Entsch&auml;digung&ldquo;</strong></p>



<p>Was hei&szlig;t es eigentlich, als Wissenschaftler in eine laufende Verfassungsdebatte einzugreifen? Und was, wenn man den politischen Zielen vieler Beteiligter zustimmt, zugleich aber Zweifel an den vorgeschlagenen rechtlichen Mitteln hat?</p>



<p>Als das s&uuml;dafrikanische Parlament im Februar 2018 beschloss, eine m&ouml;gliche Verfassungs&auml;nderung zur &bdquo;Enteignung ohne Entsch&auml;digung&ldquo; zu pr&uuml;fen, entz&uuml;ndete sich eine der intensivsten rechtspolitischen Debatten seit dem Ende der Apartheid. Im Zentrum stand dabei nicht nur die Frage, ob und wie Eigentumsrechte ver&auml;ndert werden sollten. Ebenso umstritten war, wer in dieser Debatte mit welcher Autorit&auml;t sprechen kann &ndash; und welche Rolle wissenschaftliche Expertise dabei spielen sollte.</p>



<p>Die Forderung nach einer entsch&auml;digungslosen Enteignung wurde von vielen als notwendiger Schritt hin zu einer schnelleren und umfassenderen Landumverteilung verstanden. Angesichts fortbestehender massiver Ungleichheiten in S&uuml;dafrika war dies f&uuml;r viele eine Frage grundlegender Gerechtigkeit. Zugleich &auml;u&szlig;erten zahlreiche Expert:innen erhebliche Zweifel daran, ob eine solche Verfassungs&auml;nderung tats&auml;chlich geeignet w&auml;re, die strukturellen Probleme der Landreform zu l&ouml;sen &ndash; etwa administrative Defizite, mangelnde staatliche Kapazit&auml;ten oder Zielkonflikte zwischen Umverteilung und wirtschaftlicher Stabilit&auml;t. Damit entstand eine Spannung, die f&uuml;r &ouml;ffentlich engagierte Forschung grundlegend ist: Wie l&auml;sst sich wissenschaftliche Analyse in eine politisch hoch aufgeladene Debatte einbringen, ohne selbst Teil einer polarisierenden Konfliktlogik zu werden?</p>



<p><strong>&Ouml;ffentliche Wissenschaft im Spannungsfeld von Recht und Politik</strong></p>



<p>In der Ethnologie bzw. Sozial- und Kulturanthropologie wird dieses Problem h&auml;ufig unter dem Begriff der &bdquo;Public Anthropology&ldquo; diskutiert. Gemeint ist damit eine Forschung, die sich nicht auf akademische Analyse beschr&auml;nkt, sondern sich bewusst an gesellschaftlichen Aushandlungen beteiligt. Gerade im Kontext rechtlicher Transformationsprozesse wirft dies jedoch besondere Fragen auf.</p>



<p>Denn rechtliche Reformen sind stets in komplexe soziale und politische Konstellationen eingebettet. Unterschiedliche Akteur:innen &ndash; politische Entscheidungstr&auml;ger:innen, Betroffene, Aktivist:innen und Expert:innen &ndash; verfolgen oft divergierende Ziele und greifen dabei auf unterschiedliche Formen von Wissen zur&uuml;ck. Wissenschaftliche Expertise ist in diesem Gef&uuml;ge nur eine Stimme unter vielen, beansprucht aber zugleich besondere Autorit&auml;t.</p>



<p>F&uuml;r Forschende stellt sich daher die Frage, welchen Beitrag sie angesichts ihrer eigenen Position sinnvoll und verantwortungsvoll leisten k&ouml;nnen. Dies gilt umso mehr, wenn &ndash; wie im s&uuml;dafrikanischen Fall &ndash; die Ziele vieler Betroffener geteilt werden, w&auml;hrend zugleich Zweifel an den vorgeschlagenen rechtlichen Mitteln bestehen.</p>



<p><strong>Ein Projekt im Kontext der Verfassungsdebatte</strong></p>



<p>Vor diesem Hintergrund stellte sich mir als Rechtsethnologen mit langj&auml;hriger Forschungserfahrung zur s&uuml;dafrikanischen Landreform zu Beginn des Verfassungs&auml;nderungsprozesses die Frage, wie eine solche Intervention konkret aussehen k&ouml;nnte. Anstatt selbst eine weitere Position in der bereits stark polarisierten Debatte einzunehmen, entstand die Idee, einen Raum f&uuml;r einen breiteren, systematischeren Austausch zu schaffen.</p>



<p>Gemeinsam mit s&uuml;dafrikanischen Kolleginnen initiierte ich daher im Rahmen einer Projektgruppe am Stellenbosch Institute for Advanced Study (STIAS) ein internationales Netzwerk von Expert:innen aus den Bereichen Eigentumsrecht, Landreform und Umverteilungsgerechtigkeit. Ziel war es, die Diskussion &uuml;ber &bdquo;Enteignung ohne Entsch&auml;digung&ldquo; in einen gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang zu stellen und unterschiedliche Perspektiven nicht nur nebeneinanderzustellen, sondern in einen produktiven Dialog zu bringen.</p>



<p>Im Februar 2022 m&uuml;ndete diese Zusammenarbeit in eine &ouml;ffentlich zug&auml;ngliche Konferenz, an der Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Disziplinen ebenso beteiligt waren wie Akteur:innen mit unmittelbarer politischer und praktischer Erfahrung. Die Beitr&auml;ge wurden anschlie&szlig;end in dem online frei zug&auml;nglichen Sammelband&nbsp;<em>Beyond Expropriation without Compensation: Law, Land Reform and Redistributive Justice in South Africa&nbsp;</em>ver&ouml;ffentlicht. Anders als viele unmittelbare Interventionen in den politischen Prozess zielte dieses Projekt weniger auf kurzfristige Einflussnahme als auf eine nachhaltige Erweiterung des Diskussionsrahmens.</p>



<figure><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-673x1024.png" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-673x1024.png 673w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-197x300.png 197w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-768x1169.png 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-1009x1536.png 1009w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover.png 1171w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-673x1024.png 673w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-197x300.png 197w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-768x1169.png 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover-1009x1536.png 1009w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/1._Book-Cover.png 1171w" sizes="(max-width: 673px) 100vw, 673px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Der Open-Access-Sammelband&nbsp;<em>Beyond Expropriation without Compensation</em>.&nbsp;Cambridge University Press, 2024.</figcaption></figure>



<p><strong>Zwischen Zur&uuml;ckhaltung und Einfluss</strong></p>



<p>Entscheidend war dabei eine bewusste Rollenentscheidung: Statt als politischer Akteur aufzutreten, habe ich meine Rolle vor allem als Organisator, Kurator und Kommentator verstanden. Im Vordergrund stand nicht die Formulierung eigener L&ouml;sungsvorschl&auml;ge, sondern die Strukturierung eines Diskussionsraums, in dem unterschiedliche Formen von Expertise sichtbar und aufeinander bezogen werden konnten.</p>



<figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-1024x651.jpg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-1024x651.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-300x191.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-768x488.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-1536x977.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-2048x1302.jpg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-1024x651.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-300x191.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-768x488.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-1536x977.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/2._Roundtable-Diskussion-im-Rahmen-des-Book-Launch-am-STIAS-27.-Mai-2024-2048x1302.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>&Ouml;ffentliche Diskussion beim Book Launch von&nbsp;<em>Beyond Expropriation without Compensation</em>&nbsp;am Stellenbosch Institute for Advanced Study (STIAS), 27. Mai 2024. Foto: Noloyiso Mtembu, STIAS Communication Department.</figcaption></figure>



<p>Ein solcher Ansatz verschiebt den Fokus &ouml;ffentlicher Wissenschaft. Er zielt weniger darauf, konkrete politische Ergebnisse zu erzeugen, als darauf, die Bedingungen zu kl&auml;ren, unter denen unterschiedliche rechtliche und politische Optionen &uuml;berhaupt sinnvoll bewertet werden k&ouml;nnen. In diesem Sinne l&auml;sst sich die gemeinsame Publikation auch als ein &bdquo;Archiv politischer Alternativen&ldquo; verstehen &ndash; als eine Ressource, die &uuml;ber den unmittelbaren politischen Moment hinaus verf&uuml;gbar bleibt und in zuk&uuml;nftigen Aushandlungen aufgegriffen werden kann.</p>



<p><strong>Reflexion im Kontext des Kollegs</strong></p>



<p>Ein nachfolgendes Fellowship am K&auml;te Hamburger Kolleg &bdquo;Einheit und Vielfalt im Recht&ldquo; bot schlie&szlig;lich die M&ouml;glichkeit, diese Erfahrungen systematisch zu reflektieren und in eine breitere analytische Perspektive zu &uuml;berf&uuml;hren. Hier entstand unter anderem die Einleitung des Sammelbandes sowie die &Uuml;berarbeitung des Gesamtmanuskripts.</p>



<p>Gerade in einem interdisziplin&auml;ren Umfeld, das sich mit rechtlicher Vielfalt aus historischer, ethnologischer und rechtswissenschaftlicher Perspektive befasst, wird deutlich, dass rechtliche Transformationen nicht allein durch normative Setzungen verstanden werden k&ouml;nnen. Sie sind immer Teil umfassender sozialer Aushandlungsprozesse, in denen Wissen, Macht und Legitimit&auml;t eng miteinander verwoben sind.</p>



<p><strong>Was kann &ouml;ffentliche Wissenschaft leisten?</strong></p>



<p>Die s&uuml;dafrikanische Debatte um &bdquo;Enteignung ohne Entsch&auml;digung&ldquo; zeigt exemplarisch, dass &ouml;ffentlich engagierte Forschung weder einfache L&ouml;sungen liefern noch sich vollst&auml;ndig aus politischen Prozessen heraushalten kann. Ihr spezifischer Beitrag liegt vielmehr darin, komplexe Problemlagen zu strukturieren, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und damit die Voraussetzungen f&uuml;r informierte rechtliche und politische Entscheidungen zu verbessern.</p>



<p>Gerade darin liegt &ndash; jenseits unmittelbarer Interventionen &ndash; ein zentraler Mehrwert auch f&uuml;r die Rechtsforschung: die Einsicht, dass rechtliche Ordnungen nicht nur normative Systeme sind, sondern zugleich soziale Prozesse, deren Dynamiken verstanden werden m&uuml;ssen, wenn sie wirksam gestaltet werden sollen.</p>



<p><strong>Weiterf&uuml;hrende Informationen</strong></p>



<ul>
<li><em>Beyond Expropriation without Compensation: Law, Land Reform and Redistributive Justice in South Africa</em>&nbsp;(Open-Access-Sammelband zum hier diskutierten Projekt):<br><a href="https://www.cambridge.org/core/books/beyond-expropriation-without-compensation/00D7E03A4D13812F1A793C844C62F638?utm_source=chatgpt.com#fndtn-contents" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cambridge University Press &ndash; Open Access Volume</a></li>



<li>Projektseite des Stellenbosch Institute for Advanced Study (STIAS) zur internationalen Forschungsgruppe &bdquo;Compensation through Expropriation without Compensation&ldquo;:<br><a href="https://www.stias.ac.za/projects/compensation-through-expropriation-without-compensation-land-reform-and-the-future-of-redistributive-justice-in-south-africa-2/?utm_source=chatgpt.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">STIAS Project Website</a></li>



<li>Weitere Hintergr&uuml;nde zur Rolle &ouml;ffentlicher Wissenschaft in der s&uuml;dafrikanischen Landreform bietet mein Beitrag &bdquo;Strategische Netzwerke inmitten konfligierender Positionalit&auml;ten&ldquo; im deutschsprachige Open-Access-Sammelband&nbsp;<em>Public Anthropology</em>:<br><a href="https://campus.de/public-anthropology/CAM45943?utm_source=chatgpt.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Campus Verlag &ndash; Public Anthropology</a></li>
</ul>



<div><figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-1024x1024.jpg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-2048x2048.jpg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Olaf_Zenker-2048x2048.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></figure><div>
<p>Olaf Zenker ist Kultur- und Sozialanthropologe und forscht unter andrem zu postliberalen Affordanzen: Liberalem Legalismus, normativem Pluralismus und populistischer Kritik in S&uuml;dafrika. Er ist von April 2026 bis September 2026 Fellow des Kollegs..</p>
</div></div>



<hr>



<p><strong>Zitieren als:</strong></p>



<p>Zenker, Olaf, Zwischen Analyse und Intervention: &Ouml;ffentliche Wissenschaft in der s&uuml;dafrikanischen Landreform, EViR blog, 15.06.2026, <a href="https://www.evir.uni-muenster.blog/?p=7043" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.evir.uni-muenster.blog/zwischenanalyseundintervention/</a>.</p>



<p><strong>Lizenz:</strong></p>



<p>This work is licensed under a&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License</a>.</p>



<hr>



<p></p>]]></content>
	<updated>2026-06-15T06:44:14+00:00</updated>
	<author><name>Marla Kaminsky</name></author>
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		<updated>2026-06-15T06:44:14+00:00</updated>
		<title>Kommentare zu: Blog</title></source>

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	<title type="html">US-Gericht bestraft Anwälte wegen KI-Halluzinationen</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>https://www.golem.de/news/justiz-richter-sanktioniert-anwaelte-wegen-ki-halluzinationen-2606-209603....</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><a href="https://www.golem.de/news/justiz-richter-sanktioniert-anwaelte-wegen-ki-halluzinationen-2606-209603.html#google_vignette" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.golem.de/news/justiz-richter-sanktioniert-anwaelte-wegen-ki-halluzinationen-2606-209603.html#google_vignette</a></p>]]></content>
	<updated>2026-06-12T14:43:57+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<title type="html">Urteil: Google haftet für KI-Lügen in der Suche</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>https://www.spiegel.de/netzwelt/kuenstliche-intelligenz-google-muss-fuer-ki-zusammenfassungen-haften...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/kuenstliche-intelligenz-google-muss-fuer-ki-zusammenfassungen-haften-a-511f1fb6-0f07-4de1-abc3-b7c9e3b8268f" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.spiegel.de/netzwelt/kuenstliche-intelligenz-google-muss-fuer-ki-zusammenfassungen-haften-a-511f1fb6-0f07-4de1-abc3-b7c9e3b8268f</a></p>
<blockquote><p> Einem Verlag wurde in dem KI-Textabschnitt f&auml;lschlicherweise unlauteres Gesch&auml;ftsgebaren unterstellt. Er klagte &ndash; und gewann.</p></blockquote>
<p>Urteil des LG M&uuml;nchen I<br>
<a href="https://the-decoder.com/wp-content/uploads/2026/06/26_O_869_26_begl_Abschrift_Urteil_v_28_05_2026_Geschwarzt_Geschwarzt_Geschwarzt.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://the-decoder.com/wp-content/uploads/2026/06/26_O_869_26_begl_Abschrift_Urteil_v_28_05_2026_Geschwarzt_Geschwarzt_Geschwarzt.pdf</a></p>]]></content>
	<updated>2026-06-11T15:26:25+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-06-04:/289481</id>
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	<title type="html">Urteilsveröffentlichungen – Datenschutz behindert die Transparenz</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/de/themen/recht-gesetz/anonymisierung-gerichtsentscheidungen
ht...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><a href="https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/de/themen/recht-gesetz/anonymisierung-gerichtsentscheidungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/de/themen/recht-gesetz/anonymisierung-gerichtsentscheidungen</a></p>
<p><a href="https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/de/themen/recht-gesetz/justizdatenbanken-wenig-daten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/de/themen/recht-gesetz/justizdatenbanken-wenig-daten</a></p>]]></content>
	<updated>2026-06-03T19:52:10+00:00</updated>
	<author><name>Klaus Graf</name></author>
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		<updated>2026-06-03T19:52:10+00:00</updated>
		<title>Archivrecht – Archivalia</title></source>

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	<title type="html">„Die Grenze zwischen Ausländer und Untertan war fließend“</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Interview mit Radhika Singha &uuml;ber die Kategorie &sbquo;ausl&auml;ndisch&lsquo; im kolonialen Indien



Das koloniale...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><strong>Interview mit Radhika Singha &uuml;ber die Kategorie &sbquo;ausl&auml;ndisch&lsquo; im kolonialen Indien</strong></p>



<p>Das koloniale Indien des 19. Jahrhunderts war ein Flickenteppich von Rechtsordnungen mit Territorien unter direkter britischer Herrschaft, die mit Gebieten der sogenannten indischen F&uuml;rstenstaaten, den&nbsp;<em>Princely States</em>,<em>&nbsp;</em>durchsetzt waren. An den unscharf definierten Au&szlig;engrenzen rang die indische Regierung mit Persien, Afghanistan und China um Einfluss. Die Untertanen der F&uuml;rstenstaaten wurden im internationalen Kontext als britische &sbquo;Schutzbefohlene&lsquo; angesehen, konnten aber im Inland als ausl&auml;ndische Staatsb&uuml;rger behandelt werden. Radhika Singha ist Historikerin und Expertin f&uuml;r das koloniale Indien. Am Kolleg untersuchte sie den&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;von 1864, um zu verstehen, wie die variable Unterscheidung zwischen Ausl&auml;ndern und Untertanen es der Regierung erm&ouml;glichte, die Rechtsvielfalt des indischen Reiches zu verwalten und sich gleichzeitig in internationalen Foren als koh&auml;rente politische Einheit zu pr&auml;sentieren.</p>



<div><figure><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-1024x1024.jpg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha.jpg 2048w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-1024x1024.jpg 1024w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-300x300.jpg 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-150x150.jpg 150w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-768x768.jpg 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha-1536x1536.jpg 1536w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Radhika_Singha.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></figure><div>
<p>Radhika Singha lehrte bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2021 neuere und neueste indische Geschichte an der Jawarharlal Nehru University in Delhi. Zu ihren Forschungsgebieten z&auml;hlen die Sozialgeschichte von Kriminalit&auml;t und Strafrecht, koloniale Gouvernementalit&auml;t, die Geschichte der Arbeit sowie Grenzen und Grenz&uuml;berschreitung in S&uuml;dasien. Sie war von Januar 2023 bis Dezember 2023 Fellow des Kollegs.</p>
</div></div>



<p><strong>Professor Singha, was genau wurde im&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;von 1864 geregelt?</strong></p>



<p>Bis 1858 wurde das britische Territorium in Indien von einer Handelsgesellschaft, der East India Company (EIC), regiert, die sich um die unkontrollierte Einreise europ&auml;ischer britischer Untertanen nach Indien ebenso k&uuml;mmerte wie um die Kontrolle der Anwesenheit von ausl&auml;ndischen Staatsb&uuml;rgern. Mit dem&nbsp;<em>Charter Act</em>&nbsp;von 1813 erhielt sie die Befugnis, britische Staatsb&uuml;rger, die ohne entsprechende Genehmigung nach Indien kamen, auszuweisen. Das Parlament erteilte ihr diese Befugnis nicht nur, um ihre Handelsrechte zu verteidigen, sondern auch, um sicherzustellen, dass der Frieden und die Sicherheit des britischen Territoriums nicht durch einen Zustrom von &sbquo;europ&auml;ischen Abenteurern und Vagabunden&lsquo; gef&auml;hrdet wurden, die die &sbquo;Einheimischen&lsquo; unterdr&uuml;cken und ihre religi&ouml;sen Gef&uuml;hle mit F&uuml;&szlig;en treten k&ouml;nnten.</p>



<p>1815 erteilte das britische Parlament der EIC die Befugnis, sowohl &sbquo;fremde&lsquo; bzw. &sbquo;ausl&auml;ndische&lsquo; als auch britische Untertanen aus dem Hoheitsgebiet zu entfernen. In diesem Statut wie auch in den nachfolgenden Gesetzen von 1857 und 1864 war &sbquo;ausl&auml;ndisch&lsquo; (<em>foreign</em>) eine Standardkategorie. Es handelte sich um alle Personen, die keine europ&auml;ischen oder indischen britischen Untertanen waren. Dazu geh&ouml;rten also auch die Untertanen der F&uuml;rstenstaaten, deren Territorien zwei F&uuml;nftel des indischen Reiches ausmachten, die Untertanen der franz&ouml;sischen und portugiesischen Enklaven in Indien sowie die der autonomen Staaten an den Grenzen Indiens. Die Grenze zwischen Ausl&auml;nder und Untertan war sehr flie&szlig;end. Nach dem&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;konnten Untertanen der F&uuml;rstenstaaten als Ausl&auml;nder ausgewiesen werden. Au&szlig;erhalb Indiens waren sie jedoch britische Schutzbefohlene, die sich an die au&szlig;enpolitischen Verpflichtungen Gro&szlig;britanniens halten mussten, z. B. in Bezug auf den Sklavenhandel in Sansibar und Muscat. Die Bewohner umstrittener Grenzgebiete konnten im Landesinneren als Ausl&auml;nder behandelt werden, an der Grenze jedoch als werdende Untertanen.&nbsp;</p>



<p>Die ersten vier Abschnitte des&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;von 1864 verliehen den Zentral- und Provinzregierungen die Befugnis zur Ausweisung von ausl&auml;ndischen Personen, die sie jederzeit aus&uuml;ben konnten. Die anderen Abschnitte &uuml;ber die Kontrolle der Einreise, des Aufenthalts und der Freiz&uuml;gigkeit traten nur unter besonderen Umst&auml;nden in Kraft. Auf diese Weise konnte das Kolonialregime behaupten, dass es den freien Handel und die Freiz&uuml;gigkeit aufrechterhielt, w&auml;hrend es den lokalen Regierungen erlaubte, Abschiebungsanordnungen zu nutzen, um den Schutz der Bewohner des britischen Territoriums vor unordentlichen oder gef&auml;hrlichen &sbquo;Ausl&auml;ndern&lsquo; aus den F&uuml;rstenstaaten oder Grenzgebieten zu dramatisieren.&nbsp;</p>



<figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Political-Divisions-of-the-Indian-Empire-c-1916-downloaded-from-fi.png" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Political-Divisions-of-the-Indian-Empire-c-1916-downloaded-from-fi.png 850w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Political-Divisions-of-the-Indian-Empire-c-1916-downloaded-from-fi-300x260.png 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Political-Divisions-of-the-Indian-Empire-c-1916-downloaded-from-fi-768x666.png 768w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Political-Divisions-of-the-Indian-Empire-c-1916-downloaded-from-fi.png 850w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Political-Divisions-of-the-Indian-Empire-c-1916-downloaded-from-fi-300x260.png 300w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Political-Divisions-of-the-Indian-Empire-c-1916-downloaded-from-fi-768x666.png 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Die Karte von 1916 zeigt die Aufteilung des kolonialen Indiens in die sogenannten F&uuml;rstenstaaten (gelb) und die Gebiete unter direkter britischer Herrschaft (rot). <br>&copy; R.V. Russell: The Tribes and Castes of the Central Provinces of India, London 1916</figcaption></figure>



<p><strong>Sie schreiben, dass die moderne internationale Ordnung mit scharf abgegrenzten Nationalstaaten nicht nur durch die Kontrolle der Migration an den nationalen Grenzen entstanden ist, sondern auch durch &bdquo;eine Vielzahl allt&auml;glicher polizeilicher Praktiken, die auf der Einbeziehung oder dem Ausschluss von Menschen aus der internen Gerichtsbarkeit basieren&ldquo;. K&ouml;nnen Sie dies n&auml;her erl&auml;utern?</strong></p>



<p>Die Befugnis zur Ausweisung wurde manchmal politisch genutzt, um Netzwerke zu zerschlagen, die die koloniale Autorit&auml;t bedrohten. Der&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;von 1864 ging jedoch in eine Reihe von Gesetzen &uuml;ber, die sich mit &sbquo;Vagabundiererei&lsquo; befassten. &sbquo;Vagabundieren&lsquo; (<em>vagrancy</em>) war die Sammelbezeichnung f&uuml;r alle Lebensweisen, die den kolonialen Bestrebungen zur Schaffung einer befriedeten, sesshaften, hierarchischen Agrargesellschaft im Wege standen und die sich gegen ein Leben wehrten, das auf freiem Milit&auml;rdienst, Viehzucht, nomadischem Saumhandel und Forstwirtschaft beruhte. Die &sbquo;kriminellen und vagabundierenden&lsquo; Elemente, von denen man annahm, dass sie eine gewisse kulturelle und territoriale Verankerung in einer bestimmten britischen Provinz hatten, sollten in regierbare britische Untertanen verwandelt werden. Im Rahmen der Paragraphen &uuml;ber schlechte Lebensf&uuml;hrung in der Strafprozessordnung oder des&nbsp;<em>Criminal Tribes Act</em>&nbsp;von 1871 wurden diese Personen fester in die l&auml;ndliche Hierarchie eingebettet und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschr&auml;nkt. Mit dem&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;hatte der Distriktmagistrat jedoch auch die M&ouml;glichkeit, zu erkl&auml;ren, dass eine &sbquo;r&auml;uberische&lsquo; Bande fremd in der Provinz war, dass sie aus einem &sbquo;chaotischen&lsquo; indischen F&uuml;rstenstaat oder aus einem unklar definierten Teil des Grenzgebiets stammte.&nbsp;</p>



<p>Bei der Ausweisung &sbquo;ausl&auml;ndischer asiatischer Vagabunden&lsquo; aus dem britischen Hoheitsgebiet erwarteten die britischen Beh&ouml;rden weder von den F&uuml;rstenstaaten noch von autonomen &sbquo;asiatischen&lsquo; Staaten wie Afghanistan und Persien gro&szlig;en Widerstand. Tats&auml;chlich jedoch begann Persien in den 1920er Jahren dagegen zu protestieren, dass jede Gemeinschaft, die als kriminell oder vagabundierend galt, als &sbquo;iranisch&lsquo; bezeichnet wurde. Das Au&szlig;enministerium bef&uuml;rchtete au&szlig;erdem, dass die Abschiebung von Paschtunen als &sbquo;ausl&auml;ndische Vagabunden&lsquo; aus gro&szlig;en indischen Handelszentren wie Delhi, Kalkutta oder Mumbai die Anspr&uuml;che Afghanistans auf die paschtunischen Stammesgebiete in der nordwestlichen Grenzprovinz Indiens st&auml;rken w&uuml;rde. Wir sehen uns also mit faszinierenden Situationen konfrontiert, in denen die allt&auml;gliche polizeiliche Kontrolle der &sbquo;Vagabundiererei&lsquo; Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen hat.</p>



<blockquote>
<p>&bdquo;Der&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;beruhte auf einer hierarchischen Ordnung der Hoheitsrechte&ldquo;</p>
</blockquote>



<p><strong>Der&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;schuf also rechtliche Unterschiede &ndash; nicht nur zwischen Einzelpersonen, sondern auch zwischen Staaten?</strong></p>



<p>Obwohl der&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;universell formuliert war, beruhte er auf einer hierarchischen Ordnung der Hoheitsrechte: zwischen zivilisierten Staaten und &sbquo;r&uuml;ckst&auml;ndigen asiatischen&lsquo; Staaten sowie zwischen Gro&szlig;britannien als &uuml;bergeordneter Macht und den indischen F&uuml;rstenstaaten. Ich habe bereits darauf hingewiesen, wie Beamte nachweisen konnten, dass die Gebiete unter direkter britischer Herrschaft vor den Unruhen gesch&uuml;tzt wurden, die durch widerspenstige Einwanderer aus den F&uuml;rstenstaaten oder aus grenznahen Gebieten verursacht wurden. Man ging auch davon aus, dass die in den Grenzprovinzen stationierten Offiziere besser in der Lage waren, die grenz&uuml;berschreitenden Arbeitsmigranten, Viehz&uuml;chter, Saumh&auml;ndler und dienstverpflichteten Soldaten zu kontrollieren, weil sie mit st&auml;rkeren Exekutivbefugnissen ausgestattet waren als die Beamten im Landesinneren. Unter diesem Regime der &sbquo;Grenzgouvernementalit&auml;t&lsquo; konnten solche Formen des Lebensunterhalts in der Tat f&uuml;r das Imperium nutzbar gemacht werden. </p>



<figure><img decoding="async" src="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foreigners-Act.jpg" alt="" srcset="https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foreigners-Act.jpg 612w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foreigners-Act-232x300.jpg 232w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foreigners-Act.jpg 612w,https://www.evir.uni-muenster.blog/wp-content/uploads/Foreigners-Act-232x300.jpg 232w" sizes="(max-width: 612px) 100vw, 612px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><figcaption>Der Foreigners Act von 1864 steht im Zentrum der aktuellen Forschungen von Radhika Singha. <br>&copy; Asian Legal Information Institute (http://www.asianlii.org/mm/legis/code/fa1864127/)</figcaption></figure>



<p>Ab der Wende des 19. Jahrhunderts, als das Tempo der weltweiten Migration zunahm, wurde die Ausweisungsbefugnis im Rahmen des Gesetzes auch zur Abschiebung sogenannter osteurop&auml;ischer &sbquo;Zuh&auml;lter&lsquo; genutzt. Damit positionierte sich Indien in der internationalen Kampagne gegen die &sbquo;wei&szlig;e Sklaverei&lsquo;. Die Androhung der Abschiebung wurde auch genutzt, um die Zirkulation von Aktivisten und Intellektuellen zu kontrollieren, die mit radikalen politischen Bewegungen oder mit Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegungen in Verbindung standen. In den 1920er Jahren, als die nationalistische Bewegung an Kraft gewann, begannen die F&uuml;rstenstaaten mit Zustimmung des Kolonialregimes, den&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;anzuwenden, um politische Aktivisten, die aus dem britischen Staatsgebiet kamen, auszuweisen.</p>



<p><strong>Sie argumentieren, dass durch das Gesetz eine Verbindung zwischen den Kategorien &sbquo;ausl&auml;ndisch&lsquo; und &sbquo;abschiebbar&lsquo; hergestellt wurde. Was genau meinen Sie damit?</strong></p>



<p>Als Ergebnis meiner einj&auml;hrigen Arbeit am Kolleg bin ich nun in der Lage, diese Aussage zu pr&auml;zisieren. Historische Arbeiten &uuml;ber Formen der erzwungenen Abschiebung haben gezeigt, dass sich die Bedeutung und der Zweck von Verbannung, Exil, Deportation, Auslieferung, Transport und Repatriierung im Laufe der Zeit &uuml;berschneiden und ver&auml;ndern. Wir m&uuml;ssen historisch nachverfolgen, ab wann Deportation den Ausschluss aus dem &sbquo;nationalen&lsquo; Territorium bedeutete und als eine Form der Zwangsabschiebung unterschieden wurde, die Ausl&auml;ndern, Migranten ohne Papiere oder Einwohnern, denen die Staatsb&uuml;rgerschaft entzogen wurde, vorbehalten war.</p>



<p>Meine Arbeit befasst sich mit der Zeit im neunzehnten Jahrhundert, bevor das Wort &sbquo;Ausl&auml;nder&lsquo; in Indien wirklich aufkam. Der Begriff &sbquo;Ausl&auml;nder&lsquo; war eine Kategorie der kolonialen Gouvernementalit&auml;t, die die Entscheidungen &uuml;ber die juristische Trennlinie zwischen dem britischen Territorium, dem der F&uuml;rstenstaaten und dem der autonomen Staaten an der Grenze Indiens in einer Vielzahl von Fragen pr&auml;gte. Wie bereits erw&auml;hnt, waren die Untertanen der F&uuml;rstenstaaten in einigen Kontexten Ausl&auml;nder und in anderen britische Untertanen. Das Wort &sbquo;ausl&auml;ndisch&lsquo; im Sinne einer Person, die aus einer politisch nationalisierten Gemeinschaft ausgeschlossen wurde, tauchte in Indien seit der Jahrhundertwende immer h&auml;ufiger auf. Diese Entwicklung wurde durch die rassisch begr&uuml;ndete Nationalisierung der Grenzen in den Kolonien vorangetrieben, die der Vorherrschaft der wei&szlig;en Siedler vorbehalten waren, d. h. in S&uuml;dafrika, Kanada und Australien. Indische Staatsb&uuml;rger mussten die Erfahrung machen, aus diesen Kolonien deportiert zu werden, obwohl sie britische Untertanen waren. In Verbindung mit der Einf&uuml;hrung der Passpflicht f&uuml;r Indien w&auml;hrend des Ersten Weltkriegs bedeutete dies, dass der&nbsp;<em>Foreigners Act</em>&nbsp;in einem anderen politischen und rechtlichen Umfeld angewendet wurde. Diesen Wandel m&ouml;chte ich in der n&auml;chsten Phase meiner Arbeit untersuchen.</p>



<p>Interview von Lennart Pieper.</p>



<hr>



<p><strong>Zitieren als:</strong><br>Radhika&nbsp;Singha/Lennart Pieper: &bdquo;Die Grenze zwischen Ausl&auml;nder und Untertan war flie&szlig;end&ldquo; Interview, EViR Blog, 21.05.2026, https://www.evir.uni-muenster.blog/interviewsingha/.</p>



<p><strong>Lizenz:</strong><br>This work is licensed under a&nbsp;<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License</a>.</p>



<hr>



<p></p>]]></content>
	<updated>2026-05-21T12:44:07+00:00</updated>
	<author><name>Marla Kaminsky</name></author>
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