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<title>FID Recht - Öffentliches Recht</title>
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<updated>2026-09-21T17:21:38+00:00</updated>
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	<title type="html">Aus der Zeit gegriffen</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>SPIEGEL, Cicero und jetzt DIE ZEIT. Wieder einmal setzt ein Gericht die Pressefreiheit mit Durchsuch...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>SPIEGEL, Cicero und jetzt DIE ZEIT. Wieder einmal setzt ein Gericht die Pressefreiheit mit Durchsuchungsbeschl&uuml;ssen unter Druck. Anders als bei der SPIEGEL-Aff&auml;re in den 1960er Jahren und der Durchsuchung beim Cicero in den 2000er Jahren geht es diesmal nicht um Ermittlungen gegen Journalisten. Das <a href="https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/block-prozess-durchsuchung-zeit-redaktion-tochter-podcast-aufnahme-pressefreiheit-quellenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Landgericht Hamburg erlie&szlig; in dieser Woche Durchsuchungsbeschl&uuml;sse</a> gegen die ZEIT und eine ihrer Journalistinnen, um Gespr&auml;chsaufzeichnungen f&uuml;r den &bdquo;Block-Prozess&ldquo; zu erlangen. Doch es spielt keine Rolle, ob Journalisten beschuldigt werden oder ob von ihnen nur Informationen ben&ouml;tigt werden: Eine freie Presse ist auf Informanten angewiesen, die ihr vertrauen k&ouml;nnen. Dieses Vertrauen hat &ndash; wieder einmal &ndash; Schaden genommen. Dabei geht es nicht nur um die Strafprozessordnung, sondern vor allem um Grundrechte.</p>
<h2><strong>Strafprozessordnung sch&uuml;tzt Journalisten eingeschr&auml;nkt</strong></h2>
<p>Nach der Strafprozessordnung sehen die aktuellen Durchsuchungsbeschl&uuml;sse gegen die ZEIT und ihre Journalistin Anne Kunze vergleichsweise simpel aus. &sect; 97 Abs. 5 S. 1 StPO sieht vor, dass &bdquo;Verk&ouml;rperungen eines Inhalts&ldquo; &ndash; zum Beispiel Tonaufnahmen &ndash; bei Journalisten nicht beschlagnahmt werden d&uuml;rfen. Das gilt aber nur, wenn die Journalisten nach &sect; 53 Abs. 1 S. 1 Nr. 5 StPO berechtigt w&auml;ren, ihr Zeugnis &uuml;ber diesen Inhalt zu verweigern. Dies ist der Fall, wenn sie berufsm&auml;&szlig;ig beispielsweise an der Herstellung von Druckwerken &ndash; also Zeitungen &ndash; mitwirken. Die Journalisten d&uuml;rfen das Zeugnis sowohl &uuml;ber die Identit&auml;t der Informanten verweigern als auch &uuml;ber die Informationen, die sie erhalten. Voraussetzung ist, dass die Informationen ihnen in ihrer T&auml;tigkeit als Journalisten &ndash; nicht als Privatperson &ndash; mitgeteilt werden.</p>
<p>Ein Zeugnisverweigerungsrecht ohne Beschlagnahmeverbot w&auml;re sinnlos. Alles, was ein Journalist wei&szlig;, wird er in der Regel auch in &bdquo;verk&ouml;rperter&ldquo; Form haben &ndash; zum Beispiel als Notiz oder Tonaufnahme. Denn wer als Journalist sauber arbeitet, muss seine Arbeit belegen k&ouml;nnen. Das gilt erst recht, wenn die M&ouml;glichkeit besteht, dass er seinen Text oder Podcast anschlie&szlig;end vor Gericht verteidigen muss.</p>
<p>Das Zeugnisverweigerungsrecht gem. &sect; 53 Abs. 1 S. 1 Nr. 5 StPO entf&auml;llt nach &sect; 53 Abs. 2 S. 2 StPO nur, wenn die Aussage zur Aufkl&auml;rung eines Verbrechens beitragen soll. Dann entf&auml;llt auch das Beschlagnahmeverbot. <a href="https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/block-prozess-durchsuchung-zeit-redaktion-tochter-podcast-aufnahme-pressefreiheit-quellenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Darauf beruft sich laut &bdquo;lto.de&ldquo; das Landgericht Hamburg</a>. Im medienwirksamen &bdquo;Block-Prozess&ldquo; stehe auch eine schwere Misshandlung Schutzbefohlener im Raum. Sie ist nach &sect; 225 Abs. 3 StGB mit einer Mindeststrafe von einem Jahr belegt &ndash; und damit ein Verbrechen im Sinne des &sect; 12 Abs. 1 StGB.</p>
<h2><strong>Verfassungsrecht setzt der Beschlagnahme Grenzen</strong></h2>
<p>Ganz so einfach ist der Fall jedoch nicht. Auch wenn die StPO bei Verbrechen eine Beschlagnahme pauschal zul&auml;sst, bedarf eine solche unter dem Grundgesetz einer strengen Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitspr&uuml;fung. Zu sensibel ist der Bereich der Pressefreiheit, der durch sie angetastet wird. Denn das Recht eines Journalisten, das Zeugnis zu verweigern, und das dazugeh&ouml;rige Beschlagnahmeverbot sind keine gro&szlig;z&uuml;gigen Zugest&auml;ndnisse des Gesetzgebers in der Strafprozessordnung. Sie sind verfassungsrechtlich zwingend und ergeben sich aus der Pressefreiheit des Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG. Das hat auch der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte (EGMR) im Jahr 2007 klargestellt: &bdquo;Der Schutz journalistischer Quellen ist eine Grundvoraussetzung f&uuml;r die Pressefreiheit (&hellip;). Ohne solchen Schutz k&ouml;nnten Informationsquellen abgeschreckt werden, der Presse bei der Unterrichtung der &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber Angelegenheiten des &ouml;ffentlichen Interesses zu helfen. Die Folge w&auml;re, dass die wichtige Aufgabe der Presse als &ouml;ffentlicher Wachhund erschwert und ihre F&auml;higkeit, genaue und verl&auml;ssliche Informationen zu liefern, besch&auml;digt w&uuml;rde&ldquo; (<a href="https://hudoc.echr.coe.int/eng#%22itemid%22:%5B%22001-83413%22%5D" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rn. 65</a>).</p>
<p>Das Zeugnisverweigerungsrecht und das Beschlagnahmeverbot sch&uuml;tzen damit vorrangig nicht den Informanten. Sie sch&uuml;tzen in erster Linie das Vertrauen potenzieller zuk&uuml;nftiger Informanten in die Unabh&auml;ngigkeit der Presse. In vielen F&auml;llen wenden sich Informanten nur an die Presse, weil sie in der Vergangenheit das Vertrauen gewonnen haben, dass sie gerade nicht in der &Ouml;ffentlichkeit oder gegen&uuml;ber dem Staat mit ihrer Identit&auml;t geradestehen m&uuml;ssen. Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Wer ein solches als Informant nicht hat, ist auf die Anonymit&auml;t und den Schutz durch die Presse angewiesen. (Ehemalige) Mitglieder der organisierten Kriminalit&auml;t f&uuml;rchten wom&ouml;glich ihre (fr&uuml;heren) Verb&uuml;ndeten. Es sei nur an den <a href="https://www.phoenix.de/peter-r-de-vries-ist-tot-a-2220995.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fall des get&ouml;teten belgischen Kriminalreporters Peter R. de Vries</a> erinnert.</p>
<p>Manche Informanten haben auch Angst vor dem Staat, weil ihnen zum Beispiel Strafverfolgung droht oder sie geheime Informationen weitergeben. In diesen F&auml;llen spielt der Informantenschutz &ndash; insbesondere der Schutz des Informanten vor dem Staat &ndash; eine besonders wichtige Rolle. Der Staat darf gerade nicht in der Lage sein, legitime Kritik an ihm durch Ermittlungsma&szlig;nahmen zu unterdr&uuml;cken. Ansonsten nimmt er die &bdquo;Presse als &ouml;ffentlicher Wachhund&ldquo; (<a href="https://hudoc.echr.coe.int/eng#%22itemid%22:%5B%22001-83413%22%5D" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rn. 65</a>) an die kurze Leine. <a href="https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/145749/50-jahre-spiegel-affaere/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daf&uuml;r ist die SPIEGEL-Aff&auml;re aus dem Jahr 1962 ein mahnendes Beispiel.</a> F&uuml;r einen Bericht &uuml;ber fehlende Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr landete Herausgeber Rudolf Augstein &uuml;ber drei Monate in Untersuchungshaft.</p>
<p>Aus diesen Gr&uuml;nden sind die Durchsuchungsbeschl&uuml;sse des Landgerichts Hamburg gegen&uuml;ber der ZEIT und ihrer Journalistin nicht blo&szlig;e strafprozessuale Formalit&auml;ten. Der Umgang der staatlichen Gerichte mit dem Informantenschutz und mit der Pressefreiheit ist eine essenzielle verfassungsrechtliche Frage.</p>
<h2><strong>Aufkl&auml;rung von Verbrechen rechtfertigt nicht alles</strong></h2>
<p>In seinem Urteil zur sogenannten SPIEGEL-Aff&auml;re hielt das Bundesverfassungsgericht fest: &bdquo;Deshalb geh&ouml;rt zur Pressefreiheit auch ein gewisser Schutz des Vertrauensverh&auml;ltnisses zwischen Presse und privaten Informanten. Er ist unentbehrlich, da die Presse auf private Mitteilungen nicht verzichten kann, diese Informationsquelle aber nur dann ergiebig flie&szlig;t, wenn sich der Informant grunds&auml;tzlich darauf verlassen kann, da&szlig; das &sbquo;Redaktionsgeheimnis&lsquo; gewahrt bleibt&ldquo; (<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv020162.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rn. 38</a>).</p>
<p>Auch wenn es auf den ersten Blick widerspr&uuml;chlich scheint: Beim Informantenschutz geht es nicht darum, die Informanten im konkreten Fall zu sch&uuml;tzen. Der Informantenschutz dient dem gro&szlig;en Ganzen. Es geht darum, dass eine kritische Presse &uuml;berhaupt existieren und den Staat kontrollieren kann. Es geht darum &ndash; wie das Bundesverfassungsgericht ausf&uuml;hrt &ndash; dass &bdquo;die Institution der Presse selbst&ldquo; (BVerfG NStZ 1982, 253) gesch&uuml;tzt wird. Im Falle der ZEIT geht es also nicht vorrangig um Mitglieder der Familie Block bzw. Hensel, <a href="https://www.tagesschau.de/inland/regional/hamburg/block-prozess-staatsanwaltschaft-beschlagnahmt-aufnahmen-der-zeit,house-of-block-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die auf den Tonaufnahmen zu h&ouml;ren sein sollen.</a> Die ZEIT soll davor gesch&uuml;tzt werden, dass der Staat in ihre unabh&auml;ngige Arbeit eingreift.</p>
<h2><strong>Begr&uuml;ndung des Landgerichts Hamburg erscheint bedenklich</strong></h2>
<p>Unter diesem Blickwinkel erscheint es bedenklich, wie das Landgericht Hamburg <a href="https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/block-prozess-durchsuchung-zeit-redaktion-tochter-podcast-aufnahme-pressefreiheit-quellenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laut &bdquo;lto.de&ldquo; die Durchsuchungsbeschl&uuml;sse unter anderem begr&uuml;ndet</a>. Laut dem Bericht stellt das Gericht darauf ab, dass durch die Tonaufnahmen gerade keine Enttarnung von Informanten drohe. Diese h&auml;tten sich bereits selbst offenbart.</p>
<p>Dieser Aspekt taugt jedoch aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht im Ansatz als Abw&auml;gungsmaterial. Das Bundesverfassungsgericht hat ausdr&uuml;cklich festgestellt, dass das Zeugnisverweigerungsrecht &bdquo;nicht prim&auml;r ein privates Vertrauensverh&auml;ltnis, sondern die Institution der Presse selbst sch&uuml;tzen soll&ldquo; (BVerfG NStZ 1982, 253). Dazu f&uuml;hrte das Gericht auch aus, dass &ndash; im Gegensatz zu &Auml;rzten oder Anw&auml;lten &ndash; &bdquo;die Mitarbeiter der Presse das Zeugnisverweigerungsrecht (behalten) und (&hellip;) nach freiem Ermessen (entscheiden), ob sie davon Gebrauch machen wollen&ldquo; (ebd.).</p>
<p>Hier zeigt sich das Wesen der Pressefreiheit als Abwehrrecht gegen den Staat. Wie s&auml;mtliche Grundrechte verpflichtet auch Art. 5 Abs. 1 S. 2 GG nicht den Grundrechtstr&auml;ger zu entsprechenden Handlungen. Er ist lediglich berechtigt, sich gegen staatliche Eingriffe zu wehren. Entscheidet er aus eigenen St&uuml;cken, auf diesen Schutz zu verzichten &ndash; und die Informationen weiterzugeben &ndash; ist er hierzu berechtigt. Der einzelne Informant kann den Journalisten hieran grunds&auml;tzlich nicht hindern. Was seine Informationen angeht, ist der einzelne Informant rein verfassungsrechtlich schutzlos. Er hat grunds&auml;tzlich kein rechtliches Druckmittel gegen den Journalisten in der Hand, um eine Weitergabe zu verhindern.</p>
<h2><strong>Es kommt auf den Vertrauensschaden an</strong></h2>
<p>Wenn der Informantenschutz aber nicht den Informanten sch&uuml;tzt, sondern die Presse, kann es f&uuml;r die verfassungsrechtliche Rechtfertigung eines Durchsuchungsbeschlusses nicht wesentlich darauf ankommen, ob ein Informant enttarnt wird oder bereits bekannt war. Richtigerweise m&uuml;sste sich ein Gericht die Frage stellen: Ist der Erkenntnisgewinn durch die Durchsuchung und m&ouml;gliche beschlagnahmte Unterlagen gr&ouml;&szlig;er als der Vertrauensschaden, der durch die Durchsuchung entsteht?</p>
<p>Der EGMR hat in der oben angesprochenen Entscheidung ausdr&uuml;cklich betont, dass eine Durchsuchung dann mit der Pressefreiheit unvereinbar ist, &bdquo;wenn sie nicht durch &uuml;berwiegende Erfordernisse des &ouml;ffentlichen Interesses gerechtfertigt ist&ldquo; (<a href="https://hudoc.echr.coe.int/eng#%22itemid%22:%5B%22001-83413%22%5D" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rn. 65</a>). Im aktuellen Durchsuchungsbeschluss gegen&uuml;ber der ZEIT kommt hier vor allem das Interesse des Staates an einer effektiven Strafverfolgung in Betracht. Es ist jedoch mehr als fraglich, ob im &bdquo;Block-Prozess&ldquo; f&uuml;r eine solche Durchsuchung wirklich ein &bdquo;&uuml;berwiegende(s) Erfordernis&ldquo; bestand.</p>
<h2><strong>Journalisten nicht zu Ermittlern machen</strong></h2>
<p>Es reicht nicht aus, dass ein Journalist Informationen hat, die ein Gericht oder die Staatsanwaltschaft gerne h&auml;tte oder noch ben&ouml;tigt. Ohne Frage k&ouml;nnen Journalisten Informationen teilweise besser beschaffen als die Polizei oder die Staatsanwaltschaft. Das berechtigt die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden aber nicht, Journalisten als Ermittler zu nutzen, indem sie sich dort anschlie&szlig;end die Informationen holen. Journalisten betreiben Information, keine Strafverfolgung. Und dabei sind sie durch das Grundgesetz gesch&uuml;tzt.</p>
<p>Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil zur &bdquo;SPIEGEL-Aff&auml;re&ldquo; darauf hingewiesen, dass das Urteil dazu dienen soll, die Pressefreiheit vor einer Relativierung &bdquo;durch die allgemeinen Gesetze &ndash; und die sie anwendenden Gerichte &ndash; zu bewahren&ldquo; (<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv020162.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rn. 40</a>). Gleichzeitig schrieb das BVerfG, dass es einen &bdquo;Zwang (gibt), die Auslegung der allgemeinen Gesetze stets an dem Grundwert der Pressefreiheit zu orientieren, ihr den angemessenen Raum zu sichern und jede Einengung der Pressefreiheit zu verhindern, die nicht von der R&uuml;cksicht auf mindestens gleichwertige Rechtsg&uuml;ter unbedingt geboten ist&ldquo; (ebd.). Dieser Zwang gilt auch f&uuml;r das Zeugnisverweigerungsrecht eines Journalisten aus &sect; 53 Abs. 1 S. 1 Nr. 5 StPO und das dazugeh&ouml;rige Beschlagnahmeverbot.</p>
<p>Das Landgericht Hamburg m&uuml;sste also darlegen, dass ohne die Tonaufzeichnungen der Schaden f&uuml;r die Rechtsverfolgung gr&ouml;&szlig;er ist als der Vertrauensverlust der Bev&ouml;lkerung in die Unabh&auml;ngigkeit der Presse in Deutschland, der durch die Durchsuchung entsteht.</p>
<p>Klar ist: Der Schaden f&uuml;r das Vertrauen in die Pressefreiheit ist bereits immens. Das zeigen Reaktionen von <a href="https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2026-10/hausdurchsuchung-zeit-hamburg-block-pressefreiheit-recherchematerial" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Journalistenverb&auml;nden</a> und aus der Zivilgesellschaft. Wie hoch der Nutzen der Tonbandaufnahmen im &bdquo;Block-Prozess&ldquo; ist, l&auml;sst sich aus der Ferne nicht abschlie&szlig;end beurteilen. Angesichts der umfassenden medialen Begleitung des Block-Prozesses l&auml;sst sich jedoch zumindest feststellen, dass es dem Prozess bislang anscheinend nicht an aussagewilligen Zeugen und Informationen mangelte. Zuletzt kommt hinzu, dass die <a href="https://www.zeit.de/serie/house-of-block" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZEIT in ihrem Podcast</a> selbst entsprechende Passagen aus den Gespr&auml;chen mit Christina Blocks Ex-Mann, dessen neuer Frau und zwei Kindern von Hensel und Block ver&ouml;ffentlichte. Ob die Durchsuchungsbeschl&uuml;sse da &bdquo;unbedingt geboten&ldquo; waren &ndash; wie vom BVerfG gefordert &ndash; wird am Ende wohl ebenfalls in Karlsruhe entschieden werden.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/aus-der-zeit-gegriffen/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Aus der Zeit gegriffen</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-14T15:04:57+00:00</updated>
	<author><name>Björn-Hendrik Otte</name></author>
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	<title type="html">The Fragility of Our Private Enforcement Republic</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>For the Balkinization symposium on&nbsp;Diego Zambrano, How Americans Enforce the Law (Stanford Univ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><span>For the Balkinization symposium on&nbsp;<span>Diego Zambrano</span><span>, <a href="https://www.amazon.com/How-Americans-Enforce-Diego-Zambrano/dp/1503648397" rel="noopener noreferrer" target="_blank">How Americans Enforce the Law</a> (Stanford University Press, 2026)</span><span>.</span></span></p><p align=""><span>Myriam Gilles</span><span>&nbsp;</span></p><p align=""><span><b>Introduction</b><p></p></span></p><p><span>When the German car manufacturer Volkswagen finally confessed in 2015 to having installed &ldquo;defeat devices&rdquo; in millions of cars in order to cheat emissions tests, &ldquo;Diesel-gate&rdquo; became a staple of corporate-misconduct lore.&nbsp; But Diego Zambrano&rsquo;s book invites us to look beyond the scandal itself to the very different ways in which two systems of law responded to it.&nbsp; In the United States, Volkswagen&rsquo;s admission triggered an avalanche of lawsuits: within months, more than 50 consumer class actions were filed alongside dozens of individual lawsuits, and the Attorney Generals of more than 40 states commenced enforcement actions. Consolidated before Judges Charles Breyer &nbsp;in a sprawling multidistrict litigation (MDL), these cases eventually produced a&nbsp; $11.2 billion settlement offering consumer buybacks, per-vehicle compensation, and billions for environmental remediation.&nbsp; By contrast, in Volkswagen&rsquo;s home jurisdiction of Germany, consumers filed a handful of individual suits seeking compensation, but no large-scale aggregation emerged.&nbsp; Instead, the main response came from public regulatory authorities.</span><span>&nbsp;</span></p><p><span>The contrast between how enforcement is carried out in the U.S. and in other countries, Zambrano argues, is not a cultural or temperamental issue, nor is it the product of &lsquo;American litigiousness.&rsquo; Instead, the reason that so much enforcement in the U.S. is carried out by private actions for civil remedies is that Congress and the state legislatures have enacted thousands of statutes providing private rights of action, empowering private litigants to enforce legal mandates alongside (and sometimes, instead of) public regulatory bodies.<span></span></span></p><a name="more"></a><p></p><b>A.    A Sweeping Account of How Americans Enforce the Law</b><p><span><i>How Americans Enforce the Law</i> offers a sweeping account of the America&rsquo;s enforcement architecture.&nbsp; Drawing on an original dataset of more than 10,000 federal and state laws enforceable via private rights of action, Zambrano maps a vast statutory landscape.&nbsp; These provisions range from the familiar (civil rights, antitrust, wage-and-hour) to the some bizarrely idiosyncratic. For example, in Utah, you can sue a drug dealer for harm caused by someone else&rsquo;s drug use; in South Carolina, you can sue someone who desecrates a family member&rsquo;s grave; New Jersey lets you sue pet dealers who offer cat or dog leases (pp. 2-3).&nbsp; These aren&rsquo;t quirks, Zambrano argues, but a manifestation of how American legislators have always governed:&nbsp; by deputizing private citizens to serve as roving enforcers.&nbsp; Based on his empirical research, California and Texas lead the nation with nearly 200 private rights of action each -- but even small states like Utah and New Hampshire are adding new private rights of action to tackle cutting-edge problems, from social media&rsquo;s effects on children to red state-blue city conflicts (pp. 8-9). On Zambrano&rsquo;s account, if we really want to understand how American law is enforced, we need to look first to private citizens and the plaintiffs&rsquo; bar, not to bureaucrats in Washington or state capitals.</span><span>&nbsp;</span></p><p><span>Why did the United States develop this way?&nbsp; Here Zambrano positions himself against two prominent accounts. &nbsp;Robert Kagan&rsquo;s &ldquo;adversarial legalism&rdquo; emphasizes the uniquely American legal style &ndash; lawyer-driven, formal, contentious &ndash; operating against a fragmented, &ldquo;weak&rdquo; state. Sean Farhang&rsquo;s &ldquo;litigation state&rdquo; asserts that legislative choices to empower private citizens reflect Congressional mistrust of the President to adequately enforce the law.&nbsp; Zambrano finds both accounts fall short.&nbsp; Kagan&rsquo;s notion of a culturally-bounded &lsquo;legal style&rsquo; is too vague, obscuring the particular legislative mechanism &ndash; the private right of action &ndash; that makes adversarial legalism viable.&nbsp; Farhang&rsquo;s account may well explain why some federal statutes feature private rights of action, but fails in the states, where Zambrano&rsquo;s statistical work reveals no correlation between partisan control of government and the adoption of private rights of action (pp. 51-53).</span><span>&nbsp;</span></p><p><span>In their place, Zambrano offers a model he calls &ldquo;layered path dependence&rdquo; (pp. 132-157).&nbsp; Private enforcement, he shows, has deep roots in English penal statutes and early American informer and qui tam actions. Parliament empowered &ldquo;common informers&rdquo; to sue wrongdoers and keep a share of the penalty or fine imposed &ndash; incentives the 17<sup>th</sup> century political economist Charles Davenant described as designed &ldquo;to stir up the People to put the Laws in Execution.&rdquo; (p. 66-70). Colonial legislatures followed suit:&nbsp; Jefferson and Madison drafted Virginia legislation packed with informer provisions; John Adams handled dozens of qui tam cases as a colonial lawyer; and the first Congress used private enforcement to implement nearly all its powers (pp. 72-76). This was by necessity, as the new republic lacked the resources to build out a robust public enforcement bureaucracy and so had to rely upon citizens themselves.</span><span>&nbsp;</span></p><p><span>The critical modern juncture arrived in 1914, when Congress paired the new Federal Trade Commission Act with the Clayton Act&rsquo;s private right of action and treble damages (pp. 94-97). That &ldquo;double-barreled&rdquo; design, coupling agency enforcement with private litigation became the template for the many new agencies established in the decades that followed, including the FTC, the Wage and Hour Division of the Labor Department, the EEOC, the Justice Department&rsquo;s Antitrust Division, and the EPA (pp. 109-114).</span><span>&nbsp;</span></p><p><!--[if !supportLists]--><b><span>B.<span>&nbsp;&nbsp;</span></span>  Procedure as the Missing Operating System</b><span>&nbsp;</span></p><p><span>The final layer in Zambrano&rsquo;s story is procedural, and it&rsquo;s here I want to press the argument further. &nbsp;A statutory right of action does not enforce itself. What transformed these rights into instruments of governance was the ability to use them in conjunction with modern procedural rules &ndash; most notably, the liberal discovery enabled by the 1938 Federal Rules and the opt-out class action created by the 1966 amendments to Rule 23.&nbsp; Together, these devices provided lawyers with tools that rivaled or even surpassed those of public agencies: access to internal corporate documents and the capacity to aggregate dispersed harms into a single, formidable regulatory force.</span><span>&nbsp;</span></p><p><span>Yet in <i>How Americans Enforce the Law, </i>procedure is relegated to the background.&nbsp; This is less a critique of Zambrano&rsquo;s account than an invitation to expand on it by showing that private rights of action are only operational when coupled with the procedural mechanisms that ensure their viability. And the moment is ripe because the procedural infrastructure that private rights of action depend upon has been under assault over the past four decades, as the courts and Congress have stripped many of these devices of their power to turn rights on paper into rights in action.&nbsp; The Supreme Court&rsquo;s arbitration jurisprudence &ndash; typified by cases like <i>ATT v. Concepcion, American Express v. Italian Colors and Epic Systems v. Lewis </i>-- now allows corporations to bar public class actions outright, even where individual claims are economically impossible to pursue. <i>TransUnion</i> <i>v. Ramirez</i> and its progeny have made Art. III standing doctrine hostile to precisely the diffuse, systemic injuries that private enforcement is meant to reveal. <i>Twombly</i> and <i>Iqbal</i> raised the pleading bar in ways that disproportionately burden plaintiffs who lack the internal information that discovery was designed to uncover. &nbsp;Lower federal courts have layered on ascertainability, predominance, and manageability requirements that make certification of class actions increasingly more difficult. And Congress has contributed its own constraints on private enforcement through the Private Securities Litigation Reform Act and the Class Action Fairness Act.</span><span>&nbsp;</span></p><p><span>If we agree with <i>How Americans Enforce the Law</i> that the &lsquo;operating system&rsquo; for private enforcement consists of three key components &ndash; the right to sue, access to information and access to court -- then the current dismantling of that system turns statutory rights into pure pretense.&nbsp; Rights remain on the books, while the mechanisms that animated them have been hollowed out. What survives resembles How Americans Enforce the Law only in outline.</span><span>&nbsp;</span></p><p><b><!--[if !supportLists]--><span>C.<span>&nbsp;</span></span>   The Vanishing Claimant and the Stakes of Fragility</b></p><p><span>Once procedure moves to the center of the analysis, the erosion of aggregation can&rsquo;t be treated as doctrinally neutral.&nbsp; When class actions vanish and arbitration clauses proliferate, specific groups of litigants disappear from public dockets &ndash; the low-wage worker victim of wage theft, the consumer victimized by junk fees or usurious interest rates by a payday lender, the civil rights plaintiff with individual claims too small to justify looking to the courts for relief. Under-enforcement is not randomly distributed; it is concentrated in the very areas where private enforcement once had the greatest normative and positive value.&nbsp; So, as a friendly amendment to Zambrano&rsquo;s three criteria for determining when private enforcement brings real enforcement value -- capacity, dysfunction and information &ndash; I would add a fourth:&nbsp; distributional visibility.&nbsp; A regime that protects rights only for people who can sue on their own, while extinguishing those same rights for those who can only vindicate them in the aggregate, poses a democratic problem. Rights that exist on paper but can&rsquo;t actually be enforced let people mistake the appearance of protection for the real thing.</span><span>&nbsp;</span></p><p><span>The path forward is to take the &ldquo;double-barreled&rdquo; insight seriously again: treat agencies and private litigants as complements, not substitutes, and rebuild collective enforcement where it&rsquo;s been eroded.&nbsp; That doesn&rsquo;t necessarily mean doubling down on Rule 23. State models like California&rsquo;s Private Attorney General Act, reinvigorated qui tam regimes, and other hybrid public-private structures point to alternative architectures for collective enforcement.&nbsp; And when paired with real accountability, transparency, and oversight, these mechanisms respond to Zambrano&rsquo;s concerns about rent-seeking without sacrificing aggregation itself.</span><span>&nbsp;</span></p><p><span>That&rsquo;s the deepest lesson of Zambrano&rsquo;s book:&nbsp; debates over arbitration, class certification, pleading, and standing aren&rsquo;t just technical squabbles among proceduralists, but choices about the fate of the private enforcement republic itself -- about whether the rights Americans have written into law stay enforceable in practice or become symbolic promises without real function.</span><span>&nbsp;</span></p><p align="center"></p><p><span><span></span></span></p><p><span><i>Myriam Gilles is <span>Catharine Waugh McCulloch Professor of Law, Northwestern Pritzker School of Law</span>.&nbsp; You can reach Myriam via email at <a href="mailto:myriam.gilles@law.northwestern.edu" rel="noopener noreferrer" target="_blank">myriam.gilles@law.northwestern.edu</a>.</i>&nbsp;</span></p><p><span>
</span></p><div><br></div>]]></content>
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	<author><name>noreply@blogger.com (Guest Blogger)</name></author>
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	<title type="html">Balkinization Symposium on Diego Zambrano, How Americans Enforce the Law.</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>This week at Balkinization we are hosting a symposium on&nbsp;Diego Zambrano's new book, How Ameri...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<div><a href="https://www.amazon.com/How-Americans-Enforce-Diego-Zambrano/dp/1503648397" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><img alt="" border="0" src="https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEi9nKrSsLWiXLEhpme_DFiA0BovOckUTOkqzagu1rOylkoTFbBcwja8DnTcQ1uSRJkaMGmAXqPXQwC6SjAWda0yovcjG6nQnTt4msJQu59ET8r5xC_YDqDvYEjwQaNxWUhaZ16kjPoVOu5qBy3dxJERISohXJTiWDFGAyYUt1VAqQ1AdelIsj51/s400/Diego%20Zambrano,%20How%20Americans%20Enforce%20the%20Law.webp" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></div>

<p><br></p><p>This week at Balkinization we are hosting a symposium on&nbsp;<span>Diego Zambrano</span><span>'s new book, <a href="https://www.amazon.com/How-Americans-Enforce-Diego-Zambrano/dp/1503648397" rel="noopener noreferrer" target="_blank">How Americans Enforce the Law</a> (Stanford University Press, 2026)</span><span>.</span></p><p>
<br>
We have assembled a terrific group of commentators, including Nick Bagley (Michigan), Brian Fitzpatrick (Vanderbilt), Myriam Gilles (Northwestern), Jim Pfander (Northwestern), and&nbsp; David Schleicher (Yale).</p><p>At the conclusion, Diego will respond to the commentators.<br>
<br></p>







<p><br></p><p><br></p><p><br></p><p><br><br></p>]]></content>
	<updated>2026-10-14T13:00:00+00:00</updated>
	<author><name>noreply@blogger.com (JB)</name></author>
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		<updated>2026-10-14T13:00:00+00:00</updated>
		<title>Balkinization</title></source>


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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-14:/301209</id>
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	<title type="html">The (Currently) Uneven Intelligence of AI in Comparative Constitutional Law</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Artificial intelligence (AI) has the potential to accelerate and improve the quality of research. Th...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Artificial intelligence (AI) has the potential to accelerate and improve the quality of research. This potential has inspired numerous projects exploring how AI could help scholarship on constitutional law. For example, there is research using AI to interpret constitutions,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> apply constitutional principles,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> and predict court rulings.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Even the question of whether AI could improve the process of constitution-making has been studied.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span></p>
<p>AI&rsquo;s potential is particularly significant for comparative constitutional research. Systematically comparing legal systems requires locating sources from different jurisdictions, which are often difficult to access and only available in local languages. The creation of comparative legal datasets has thus involved considerable personnel, time, and financial resources. AI can overcome many of these obstacles. AI models can search for and translate foreign-language sources, filter them, and convert the filtered information into a dataset. In doing so, AI offers the prospect of datasets &mdash; which previously required years of research and the efforts of numerous experts and research assistants to compile &mdash; being just a prompt away.</p>
<p>However, whether AI models can generate comparative law datasets that are qualitatively comparable to human-coded datasets has not yet been addressed (although Guha et al provide an example for a broader legal benchmarking exercise).<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> We therefore conducted our own benchmarking study.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> We found evidence suggesting that recent AI models may be able to code simple factual data, but they are likely unreliable substitutes for expert human coders when conceptual or interpretive judgment is required.</p>
<h2>The Benchmarking Project: Seven Coding Tasks, Four Datasets, Two LLMs</h2>
<p>In our project, we tested the ability of two large language models (LLMs) to code different types of information relevant to comparative constitutional law. We specifically assessed whether LLMs can reproduce information from four existing comparative constitutional law datasets, all of which were compiled through human coding and which served as a &lsquo;ground truth&rsquo; for our exercise. From these datasets, we asked the LLMs to code seven variables, which can be thought of as seven tasks relevant to the creation of comparative constitutional law datasets. Each of these tasks is either a test of fact-finding or reasoning abilities.</p>
<p>First, from the Executive Term Limit Evasion Dataset,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span> we drew information on whether presidents in 106 presidential systems have evaded constitutionally mandated term limits between 2000 and 2019. The dataset includes one variable on whether presidents attempt to overstay past the end of their term. The second variable captures what strategies executives use for doing so, such as amending the constitution, replacing it with a new one, or asking the court to interpret term limits out of the constitution. While determining whether a president overstayed is a fact-finding task, assessing the strategy used to do so requires reasoning.</p>
<p>Second, from the Comparative Constitution Making Dataset,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> we drew information on the process by which constitutions were adopted in democracies between 1900 and 2015. This dataset also includes fact-finding variables such as (1) whether citizens were involved in the formulation, discussion, or submission of reform proposals, and (2) whether citizens participated in popular referendums at any stage in the process. The dataset&rsquo;s most important variable (3) captures whether constitutions reflect &lsquo;plural elite agreement,&rsquo; that is, whether all relevant elite factions in society were involved and represented during the process. The recreation of this variable requires reasoning.</p>
<p>Third, from the Characteristics of National Constitutions Dataset<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span>, we drew on its coding of 43 first-generation constitutional rights included in national constitutions (that is, rights related to individual liberties and protections against state interference such as due process, fair trial, and political rights). By asking the LLMs to evaluate whether each of these rights was present in a given constitution, we tested their fact-finding abilities.</p>
<p>Finally, from the Small-c Constitutional Rights Dataset,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span> we drew information on whether a country&rsquo;s rights protections derive primarily from the small-c constitution (i.e., judicial decisions, treaties, conventions, quasi-constitutional laws), the large-C constitution (i.e., the written text), or something in between. Since answering this question requires deeper knowledge of a constitutional system, the recreation of this variable can be understood as a reasoning task.</p>
<p>The specifics of our approach are documented in the paper.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> But the core idea is that we asked two LLMs&mdash;ChatGPT-5 and Grok-3, the state-of-the-art models by OpenAI and xAI in fall 2025&mdash;to recode these seven variables without providing the LLMs with underlying constitutional texts. Instead, we asked the LLMs to use their existing knowledge base. We did so because (1) there is already research suggesting that LLMs are effective at coding data that are provided to them, and (2) a considerable part of the burden of producing comparative law datasets is assembling the corpus of documents from different countries. Nonetheless, we provided basic guidance such as country names, presidents and term dates, relevant constitution-making processes, and the first-generation rights to be coded.</p>
<p>Each LLM was prompted ten times for each of the coding exercises. (We made an exception for the Characteristics of National Constitutions Dataset, which, due to disproportionate processing time, we prompted Grok-3 only one time for this task.) For each dataset, the final prediction for a given variable was determined by taking the mode responses across all runs. In order to simulate the typical conditions under which legal researchers interact with LLMs, we used the default temperature settings (1.0 for ChatGPT-5 and 0.7 for Grok-3) and stayed with the default reasoning mode of ChatGPT-5 in order to ensure feasible processing times and benchmark comparability with Grok-3.</p>
<h2>Four Lessons About What Current LLMs Can and Cannot Do</h2>
<p><em>(1) Current LLMs Do Not Consistently Reach Human-Coder Standards</em></p>
<p>Our findings cast doubt on whether publicly available LLMs can already serve as a substitute for human coders in producing comparative constitutional law datasets. A commonly used benchmark for human coding is 90 percent accuracy.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span> The models reach this threshold only on selected tasks. Depending on the variable, ChatGPT-5 achieved accuracies between approximately 50 and 94 percent, while Grok-3 ranged from approximately 48 to 90 percent. Overall, their performance therefore remained uneven and frequently fell below the level expected from human coding.</p>
<p><em>(2) Performance Depends on the Type of Coding Judgement</em></p>
<p>The results also revealed a clear relationship between task complexity and model performance. Both models performed best when the coding exercise concerned a concrete and verifiable event, such as whether a president attempted to evade a constitutional term limit or whether citizens voted to approve a new constitution by referendum. On some of these factual variables, the models reached or exceeded the 90 percent benchmark and displayed their highest accuracies.</p>
<p>Their performance deteriorated, however, once coding required the application of an abstract concept or legal analysis. For example, when asked to determine whether there was &lsquo;plural elite approval&rsquo; during constitution-making&mdash;a concept that depends on diffuse and context-dependent information about negotiations&mdash;the models, particularly Grok-3, performed significantly worse (80 and 66 percent accuracy). A similar pattern emerged when the models must perform interpretive legal analysis, such as identifying the main legal basis for constitutional rights protection in a given country (78 and 76 percent accuracy). This suggests that current LLMs are more reliable when classifying concrete constitutional facts, but they are less reliable with more interpretive questions that demand contextual reasoning.</p>
<p><em>(3) Model Errors Follow Recurring Patterns</em></p>
<p>The errors we observed are not distributed randomly. Instead, both models exhibited two recurring tendencies. The first pattern of systematic bias is a hallucination bias. For binary variables, the models were more likely to code an event or constitutional feature as present when it was absent than to overlook an event that occurred. In other words, the LLMs produced more false positives than false negatives. For instance, the LLMs too frequently asserted that a president violated term limits, that citizens approved a constitution, or that a new constitution was adopted, even in the absence of evidence.</p>
<p>The second pattern is a majority class bias. That is, when choosing among several possible classifications, the models disproportionately selected the most common or salient category. For example, the LLMs were more likely to assume that the main source of constitutional rights was the large-C constitution rather than judicial interpretation, convention, or treaty. While the first tendency risks overstating the frequency of constitutional events, the latter reduces variation by drawing predictions to the modal category. Because neither error is random, both may distort relationships between constitutional design and political outcomes.</p>
<p><em>(4) Country Characteristics Do Not Produce a Performance Divide</em></p>
<p>We also examined whether model performance varied systematically across different national contexts and could not find systematic differences across the characteristics we explored. Instead, we found that the two models performed roughly equally well (1) across English- and non-English-speaking countries, (2) across G20 and non-G20 economies, and (3) across common-law and civil-law countries. Small variations existed across these sets of countries, but they largely fell within the range of ordinary human-coder disagreement and show no systematic pattern. This suggests that, despite variation in the availability of training data across contexts, model performance was broadly stable.</p>
<h2>Conclusion: Human Expertise Still Matters</h2>
<p>Our results suggest that LLMs&rsquo; usefulness for comparative constitutional data collection depends on what researchers ask them to code. They may be able to produce datasets that simply code constitutional facts, but current versions of LLMs do not perform well when asked to create datasets that require interpreting abstract constitutional concepts or reasoning about law.</p>
<p>However, since the models make errors in systematic ways, researchers should always be cautious about treating LLM-generated data as interchangeable with expert-coded data. Nonetheless, model capabilities are constantly evolving, and these conclusions may not remain valid indefinitely (or even in the near term). For now, however, human expertise remains essential to constructing datasets for comparative constitutional law research, especially when coding extends beyond classifying relatively straightforward facts.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Andrew Coan and Harry Surden, Artificial Intelligence and Constitutional Interpretation, University of Colorado Law Review 96 (2025).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>Camilla Bignotti and Carolina Camassa, Legal Minds, Algorithmic Decisions: How LLMs Apply Constitutional Principles in Complex Scenarios, Proceedings of the Seventh AAAI/ACM Conference on AI, Ethics, and Society 7(1) (2024), <span>https://ojs.aaai.org/index.php/AIES/article/view/31623.</span></td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Nikolaos Aletras et al., Predicting Judicial Decisions of the European Court of Human Rights: A Natural Language Processing Perspective, PeerJ Computer Science 2 (2016), DOI: 10.7717/peerj-cs.93; Daniel Katz et al., A General Approach for Predicting the Behavior of the Supreme Court of the United States, PLoS ONE 12(4) (2017), <span>https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0174698;</span> Vijit Malik et al., ILDC for CJPE: Indian Legal Documents Corpus for Court Judgment Prediction and Explanation, 28.05.2021, <span>https://arxiv.org/abs/2105.13562,</span> last accessed 24.08.2026; Mehmet Fatih Sert, Using Artificial Intelligence to Predict Decisions of the Turkish Constitutional Court, Social Science Computer Review 40(6) (2021).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>Richard Albert and Kevin Frazier, Should AI Write Your Constitution?, 15.07.2025, SSRN, <span>https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5351275,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>Neha Guha et al., LegalBench: A Collaboratively Built Benchmark for Measuring Legal Reasoning in Large Language Models, 2023, <span>https://arxiv.org/abs/2308.11462,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>Adam Chilton et al., What Does Artificial Intelligence Know About Comparative Constitutional Law?, Constitutional Studies 11(2) (2025).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>Mila Versteeg et al., The Law and Politics of Presidential Term Limit Evasion, Columbia Law Review 120 (2020).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>Gabriel Negretto and Mariano S&aacute;nchez-Talanquer, Constitutional Origins and Liberal Democracy: A Global Analysis, 1900-2015, American Political Science Review 115(2) (2021).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>Zachary Elkins and Tom Ginsburg, Characteristics of National Constitutions, Version 5.0, 2025, Comparative Constitutions Project, <span>https://comparativeconstitutionsproject.org/download-data/,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>Adam Chilton and Mila Versteeg, Small-c Constitutional Rights, International Journal of Constitutional Law 20(1) (2022).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>Adam Chilton et al., What Does Artificial Intelligence Know About Comparative Constitutional Law?, Constitutional Studies 11(2) (2025).&nbsp; </td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>David Roach&eacute;, Intercoder Reliability Techniques: Percent Agreement, The SAGE Encyclopedia of Communication Research Methods, 2017, DOI: 10.4135/9781483381411.n260.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/the-currently-uneven-intelligence-of-ai-in-comparative-constitutional-law/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">The (Currently) Uneven Intelligence of AI in Comparative Constitutional Law</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-14T12:02:23+00:00</updated>
	<author><name>Adam Chilton</name></author>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-14:/301210</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/national-regulatory-sandboxes/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">National Regulatory Sandboxes</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>On 9 September 2026, the European Commission proposed a Council Recommendation on common principles ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>On 9 September 2026, the European Commission proposed <a href="https://research-and-innovation.ec.europa.eu/document/download/27d2d256-4333-42bb-8c69-6037e2b614ee_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">a Council Recommendation on common principles on regulatory sandboxes</a> (the Proposal). A regulatory sandbox is a supervised space in which companies can test an innovation products in real-world conditions before it goes on the market. Published alongside <a href="https://research-and-innovation.ec.europa.eu/document/download/961e80de-b6a0-4c34-9b2f-b66ea0bb7ee1_en?filename=comm-2026-567-proposal.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">the European Innovation Act</a>, the Proposal looks like a modest, non-binding exercise in administrative coordination. I argue that the Proposal is more interesting than that &ndash; it is a quiet attempt at bottom-up regulatory simplification which could support European innovation by building &ldquo;legislative infrastructure&rdquo; with common definitions, procedures and channels for learning by national regulators. And, if Member States and national authorities engage with the implementation of the recommendation, this experimentalist instrument can help build a shared European innovation culture.</p>
<h2>Regulatory Sandboxes, Cross-Border Learning and Experimentation</h2>
<p>The Proposal aims at enabling regulatory sandboxes as tools for providing businesses (including SMEs and startups) with testing environments and regulatory clarity that facilitates the development of new technologies and accelerates their entry to the market. Crucially, the Proposal emphasises that sandboxes are an experimentation tool and as such are not deregulatory. Instead of repealing rules or engaging in harmonisation in a traditional sense (by unifying substantive rules), the Proposal aims to contribute to the simplification by standardising the use of sandboxes by national competent authorities as a coordinated procedure for deviating from national rules in areas where there is no EU legislation.</p>
<p>Consider, for example, a local municipality that wants to deploy a new flood-detection system. Several startups are developing solutions based on sensors, drones, and AI &ndash; and the European Innovation Act&rsquo;s <a href="https://research-and-innovation.ec.europa.eu/document/download/26f37b77-7a7c-458d-88d3-30a4d7b0727e_en?filename=swd-2026-567-working-document.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">R&amp;D procurement rules</a> let the municipality run a competitive process to compare suppliers&rsquo; progress and award the contract to the best performer. The startup that wins the contract still needs to test its product. Such testing &ndash; that often requires deploying the system in the real-world &ndash; would mean that the startup has to navigate the permits, certifications, and civil-protection rules that, more often than not, were not designed with such an innovative product in mind. Testing, in other words, is likely to lead our innovative startup straight into the wall of <a href="https://commission.europa.eu/document/download/97e481fd-2dc3-412d-be4c-f152a8232961_en?filename=The%20future%20of%20European%20competitiveness%20_%20A%20competitiveness%20strategy%20for%20Europe.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&ldquo;inconsistent and restrictive regulations&rdquo;</a> that the 2024 Draghi Report referred to as one of the obstacles behind the European &ldquo;innovation gap&rdquo;.</p>
<p>A regulatory sandbox is meant to address exactly this problem. The startup and the competent authorities (e.g. the municipalities and the local water management authority) could trial the system in real conditions under the competent authority&rsquo;s supervision, on terms that have been fixed in advance (duration of the tests, liability in case of an omission or a false alarm, and the termination of the tests if things go wrong). Sandbox testing does not provide a shortcut for obtaining a permit or a certification, but offers an opportunity for both the company and the regulators to learn about the innovation and the regulatory requirements that apply to its subsequent deployment, to make an informed and evidence-based decision.</p>
<p>The Proposal sets out the common principles for how such sandboxes should operate. It introduces the first common EU definition of regulatory sandboxes, and offers guidance on experimentation, duration, and conditions for participation in a regulatory sandbox, thus responding to the documented challenges of <a href="https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/6942cc0e-3d27-11f1-814f-01aa75ed71a1/language-en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">the use of regulatory sandboxes in EU Member States</a> and obstacles to cooperation.</p>
<p>The Proposal also anticipates and supports further increase in the use of cross-border regulatory sandboxes in the EU and responds to the emergence of divergent interpretation and use of the concept of a &ldquo;regulatory sandbox&rdquo; across different sectors and among Member States. It also recognises that the action by individual Member States in non-harmonised areas is likely to increase fragmentation and coordination costs for Member States seeking to cooperate. The Proposal is thus offering a framework for a coordinated approach to reduce transaction costs for European firms as well as public authorities using sandboxes.</p>
<p>In addition, a shared approach is expected to &ldquo;foster collective action&rdquo; and accommodate &ldquo;the different degrees of experience and preparedness among Member States in accelerating innovation,&rdquo; easing joint regulatory experimentation across jurisdictions and reducing costs for firms operating under multiple national regimes. It also builds on the <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AI Act</a> and the <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/903/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interoperable Europe Act</a>, which recognise the limits of the national regulatory sandboxes for &ldquo;cross-border regulatory learning, mutual recognition of outcomes, or the scaling of innovative solutions across the Single Market.&rdquo; In our flood-detection system example, if the river crosses a border, water management authorities of both Member States could run one joint sandbox and agree in advance who supervises what (based on <a href="https://research-and-innovation.ec.europa.eu/document/download/27d2d256-4333-42bb-8c69-6037e2b614ee_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">point 6 of the Proposal</a>), thus building one body of evidence and potentially a better-tested product for public buyers like municipalities.</p>
<h2>Legal Basis and Objectives: A Simplification Tool in Disguise?</h2>
<p>The Proposal is based on Article 292 and Article 173(3) TFEU. As such, the framework is aimed at contributing to the EU&rsquo;s and Member States&rsquo; obligation under Article 173 TFEU to ensure the necessary conditions for competitiveness of the EU&rsquo;s industry. As an Article 292 instrument &ndash; Council Recommendation &ndash; the Proposal does not propose any extension of EU&rsquo;s regulatory power nor has binding force on the Member States. Member States and their competent authorities thus retain discretion over implementation, based on their national circumstances. I find this design intriguing (in a positive way) for two reasons.</p>
<p>First, the Proposal would be adopted by the Council alone and does not depend on the Innovation Act&rsquo;s fate. The Act relies on Article 114 TFEU as its legal basis, and was put forward over two negative opinions from the Regulatory Scrutiny Board, and although narrowed before publication, continuously struggles to reconcile its key R&amp;D and pre-commercialisation procurement mechanisms with <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_26_1817" target="_blank" rel="noopener noreferrer">the Public Procurement Act proposal</a>, and is likely yet to face the fight for its survival. Adoption of the common principles on regulatory sandboxes as a Council Recommendation is both pragmatic and also aligns with the experimentalist governance logic (more on that below).</p>
<p>Second, and more substantively, the Proposal requires Member States to &ldquo;collect and analyse the results of, and lessons learnt from, the experimentation within a regulatory sandbox&rdquo; in order to &ldquo;assess the need to integrate those learnings into the national regulatory framework applicable to the innovation that was subject to the experimentation&rdquo;. In other words, the Proposal directs the use of regulatory sandboxes towards regulatory (or legislative) change at Member State level to facilitate further innovation. In my opinion, this regulatory simplification logic behind the Proposal deserves particular attention for its potential to redirect the regulatory momentum away from the Commission and towards empowering Member States to simplify their rules and administrative procedures bottom-up. Unlike the Commission&rsquo;s <a href="https://commission.europa.eu/law/law-making-process/better-regulation/simplification-implementation-and-enforcement/simplification_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">omnibus packages</a>, which simplify by amending or repealing existing law, the Proposal touches no existing rule. Instead, the Proposal is designed as a residual, horizontal instrument. As such, it applies specifically to &ldquo;areas where there is no Union legislation&rdquo;. This sets it apart from the growing number of sector-specific sandbox provisions already embedded in EU law &ndash; the <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AI Act</a>, the <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2022/858/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DLT Pilot Regime</a>, the <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1735/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Net-Zero Industry Act</a>, the <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/903/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interoperable Europe Act</a> &ndash; which carve out bespoke experimentation rules for a single technology or market (did someone say &ldquo;simplification&rdquo;?). Read together with its objectives to reduce coordination costs and encourage cross-border experimentation, this horizontal design appears to address the fragmentation and regulatory rigidity identified in the Draghi report as barriers to innovation. In that sense, I support the reading of the Proposal as an attempt, and an opportunity, to build connective tissue &ndash; a shared vocabulary and shared procedure &ndash; through which national regulators might, over time, develop something closer to a common European innovation culture.</p>
<h2>Legislative Infrastructure for European Innovation Culture</h2>
<p>Despite its non-binding nature as an Article 292 TFEU instrument, the Proposal&rsquo;s recitals focus on the functioning of the internal market, including non-discrimination, free movement, and &ldquo;unjustified competitive advantages&rdquo;. This invites a reading of the Proposal as a de facto harmonisation instrument. Belgium made a similar argument in <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:62016CJ0016" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Belgium v Commission</em></a> (C-16/16 P) unsuccessfully claiming that a Commission Recommendation on online gambling was, in substance, a harmonising measure. <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:62016CC0016" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AG Bobek&rsquo;s opinion</a> had argued for exactly that substance-over-form approach, which the Court declined to follow.</p>
<p>I think the opposite is a better reading. Rather than a competence creep, the Proposal &ndash; which coordinates only the procedural architecture for departing from national rules, leaving substantive derogation decisions with the Member States&rsquo; competent authorities &ndash; can instead be read as empowering national regulatory competence. Thus, instead of displacing national-level provisions, the Proposal suggests that further EU-level intervention to address slow authorisation procedures and outdated rules in areas currently not regulated by the EU will not be necessary &ndash; conditional on effective cross-jurisdictional coordination in deploying sandboxes. This reading is supported by the text of recital 11 of the Proposal, which &ldquo;welcomes the Commission&rsquo;s intention to monitor relevant developments and assess where appropriate whether further measures at Union level may be necessary&rdquo;. This indirect simplification effort that some call &ldquo;simplification by pre-empting&rdquo; should be welcomed from the constitutional perspective as it avoids the <a href="https://kluwerlawonline-com.utrechtuniversity.idm.oclc.org/api/Product/CitationPDFURL?file=JournalsCOLACOLA2026067.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&ldquo;legal vacuum protected by the supremacy of EU law&rdquo;</a>, that often results from top-down harmonisation measures.</p>
<p>Now, the reader might be wondering whether it will work. The picture is indeed mixed here. For one, the sandbox mandates have multiplied in EU law (the <a href="https://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3928615" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&ldquo;regulatory sandbox phenomenon&rdquo;</a>), and so have fragmentation, arbitrage risk, as well as the weak implementation of the existing mandates (as the record of Article 57 of the AI Act to date suggests). Moreover, the proposed framework is non-binding. This, however, should not be seen as fatal, because the Proposal borrows from <a href="https://scholarship.law.columbia.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=5373&amp;context=faculty_scholarship" target="_blank" rel="noopener noreferrer">experimentalist governance</a>: it sets broad goals, allows local actors to experiment, and results are compared and fed back into revised goals. That works when four elements are in place: goals with metrics, local autonomy, reporting and peer review, and periodic revision. The Proposal sets broad goals but no metrics are attached to measure achievement of the stated goals, and while the Proposal provides for reporting obligations, it lacks clear peer review arrangements (beyond a passing reference to the Council Working Party) and any scheduled mechanism for revising the framework itself. Although these omissions may be justified by the instrument&rsquo;s non-binding nature, they are concerning in light of the broader critique, that evidence for experimentation &ndash; and sandboxes in particular &ndash; delivering on stated goals for both regulators and firms <a href="https://doi-org.utrechtuniversity.idm.oclc.org/10.54648/eulr2025062" target="_blank" rel="noopener noreferrer">remains thin even where implemented</a>.</p>
<p>These gaps are not inherent to the non-binding instrument. In my view, the Council could (and should) amend the Proposal to attach indicative benchmarks to its stated goals, formalise a structured peer-review process, and add a scheduled evaluation clause mirroring <a href="https://research-and-innovation.ec.europa.eu/document/download/961e80de-b6a0-4c34-9b2f-b66ea0bb7ee1_en?filename=comm-2026-567-proposal.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Article 40 of the Innovation Act proposal</a>.</p>
<p>Read alongside the European Innovation Act, the Proposal is more than a coordination exercise and more than an indirect simplification tool. It is an attempt to reenforce legislative infrastructure for a shared European innovation culture, and national authorities should embrace it as a chance to drive evidence-based regulation and <a href="https://europeanlawblog.eu/88zaty7d/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">regulatory transformation</a> Europe so badly needs. The success of the new framework &ndash; and the broader emergence of regulatory sandboxes as &ldquo;legislative infrastructure&rdquo; for closing the innovation gap &ndash; will depend on broad participation, <a href="https://dx.doi.org/10.2139/ssrn.3963810" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sound methodological design</a>, and an effective peer-review process for periodic revision.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/national-regulatory-sandboxes/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">National Regulatory Sandboxes</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-14T10:18:14+00:00</updated>
	<author><name>Nikita Divissenko</name></author>
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	<title type="html">Between The Hague and Berlin: Who reviews German Arms Exports to Israel (Part 2)</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>by SIDHAT SINGH If Germany&rsquo;s arms-export decisions are governed by legal duties to assess the risk o...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>by SIDHAT SINGH If Germany&rsquo;s arms-export decisions are governed by legal duties to assess the risk of serious violations, who can ensure those duties are actually enforced? Part II examines the role of Staatsr&auml;son in Germany&rsquo;s political debate, the implications of Germany&rsquo;s amended optional clause declaration, and the likely outcome of the ICJ&rsquo;s jurisdictional proceedings....</p>]]></content>
	<updated>2026-10-14T07:00:51+00:00</updated>
	<author><name>Gastautor</name></author>
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		<updated>2026-10-14T07:00:51+00:00</updated>
		<title>Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht e.V.</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-13:/301165</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/between-student-expectations-and-institutional-questions/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">Between Student Expectations and Institutional Questions</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>The spread of AI systems appears increasingly central to the evolution of work and professions, and ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>The spread of AI systems appears increasingly central to the evolution of work and professions, and lawyers are not exempt. This evolution directly calls on law schools on a global scale to reflect on legal education. Even if the most visible institutional responses to generative AI in legal education have so far come from US law schools, such as Berkeley,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> Columbia,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> University of Chicago,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> the wider picture is increasingly more varied. IE Law School in Madrid has an initiative to embed AI across every stage of its programmes;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> Catolica Global School of Law and the National University of Singapore have been working with new partnerships with legal tech providers;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> Indian law schools have established dedicated research centres on legal tech.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> These approaches are pilots rather than prohibitions, and they show that the question is being taken seriously in very different systems.</p>
<p>However, what remains rare, almost everywhere, is a broader strategy taken at the institutional level about the mission of academic institutions in the age of AI. Particularly, despite some exceptions, universities have acknowledged the relevance of AI, but legal education, particularly in Europe, is largely public, framed by national curricular requirements, and followed by a separate stage of professional training through bar schools and traineeships. Changes of this kind require universities and law schools to coordinate with ministries and bars, and this takes time that the technology has not allowed.</p>
<p>Nonetheless, students are not waiting, and neither is the legal market they will enter. The question raised by the role of AI in shaping legal practice is indeed institutional, and it addresses three dimensions of it, namely what students now expect, how the curriculum and its partnerships should be redesigned, and what the legal market is actually asking law schools to produce. The underlying idea is that law schools should neither prohibit nor simply adopt, but decide, and that this decision belongs to institutions rather than to the preferences of a single law school or even to the activities of individual instructors.</p>
<h2>Students Skills and Expectations</h2>
<p>The diffusion of AI through society has been faster than any institutional academic response, and universities encounter it first through their students. As an example, the Thomson Reuters Institute&rsquo;s 2026 Law Student Pulse Survey underlines students&rsquo; awareness about the relevance of AI for lawyers.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span> Three-quarters consider learning to use AI essential for their profession. At the same time, almost the same proportion believe that overreliance will prevent students from developing core legal skills. Both propositions underline the main challenge and expectation for legal education, and students appear to have arrived at it without training.</p>
<p>Roughly a third say their school does not give them the skills their careers will require. Almost half report that policies vary across different courses based on instructors&rsquo; decisions, leaving no coherent institutional signal about what responsible use looks like, and this is often connected to the lack of guidance by academic institutions at the central level. The problem is not that law schools have chosen the wrong policy, but that, in most cases, universities first, and then law schools, have not decided, and have delegated to a single academic, and particularly course instructors, a decision that contributes to shaping legal education.</p>
<p>This has consequences for the attractiveness of law schools that go beyond recruitment marketing. A law degree presented as a sum of courses, some also on AI, and exams based on producing texts that a model generates instantly is increasingly a weak proposition, and prospective students are perfectly capable of noticing. Yet the answer is not to compete by advertising AI courses. Expecting AI to be part of legal education does not seem to be negotiable, but matching market expectations tends to set aside a mission that includes forming expectations, not merely satisfying them.</p>
<p>Nonetheless, the realistic position lies between the two positions. Law schools should be explicit about their approach to legal education, which requires explaining why certain competences are protected from automation during training precisely because they will be needed to supervise it afterwards, and this explanation has to be institutional rather than left to the willingness of each professor.</p>
<h2>Redesigning the Curriculum, and the Partnership Question</h2>
<p>Revising the curriculum means more than adding an elective on AI ethics or adopting a policy on students&rsquo; assessments. This could be a pilot, and some universities are already moving in this direction, particularly by building collaboration with providers of legal tech such as Harvey and Legora. However, the approach should expand to the whole curriculum and, at least, some elements deserve to be distributed across the degree rather than confined to a specialised course.</p>
<p>The first is a technical minimum. Students do not need to build models, but they need to understand why a system that predicts text produces confident mistakes, or why the same prompt yields different answers. Some schools have gone further than most law faculties would consider necessary, as Bucerius in Hamburg teaches introductory computer science and data science to its undergraduate law students on the view that computational thinking is part of the equipment.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> The second element is advancing critical skills in verification and supervision. Much of what junior lawyers will do is read work they did not write and decide whether to stand behind it, and that competence can be assessed directly by giving students an AI-drafted memorandum containing a plausible but misdescribed authority and grading them on whether they catch it. The third is the professional and deontological frame. In France, the CCBE&rsquo;s guide on generative AI locates these tools within existing duties of confidentiality and independence,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span> and Singapore&rsquo;s Ministry of Law has issued a sector-wide guide that treats verification and oversight as professional obligations rather than good practice.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span> Students should learn early that signing an AI submission is an assumption of responsibility that cannot be delegated to a machine.</p>
<p>Case law has begun to say the same thing, and to say it in terms that concern legal education directly. In Ayinde,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> the Divisional Court considered two matters in which fabricated authorities had been placed before the court, and referred the lawyers involved to their regulators. This case, together with others, shows the need for training which cannot be limited to courses about AI but requires a broader reframing of legal education in the age of AI.</p>
<p>Integration on this scale requires infrastructure that faculties do not possess, which explains the rapid growth of partnerships with legal technology providers. Harvey&rsquo;s academic programme began with six US law schools and has now expanded on a global scale.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span> These arrangements solve a real problem, since students cannot learn to supervise tools they never touch, and this can provide students a competitive advantage. But they also raise a governance question. When curricular content is co-developed with the supplier of the platform, and when the free licence expires after graduation, private actors acquire influence over professional formation that attaches little to public educational institutions.</p>
<p>However, not very different from using Zoom or Teams for providing distance learning in these years, alternative solutions coming from academic institutions are scarce or mostly not competitive. However, they are not absent. A group at Western Sydney is building its own teaching tools rather than licensing them,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span> including one designed to train students to spot hallucinated material, which is precisely the competence the case law now demands. The realistic response is therefore not refusal but conditions, which means partnerships should be plural rather than exclusive and premised on the faculty to keep oversight on what is taught.</p>
<h2>Facing the Market, and the New Roles</h2>
<p>The legal market is sending two signals at once. A general concern about the role of AI in replacing trainees, often depending on the scale of the law firm or the institution, is spreading. Historically, junior lawyers acquired training and judgment mostly through repetitive actions.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span> If the profession no longer trains through repetition, the burden and competence lock upstream. The university may become the last institution where anyone is required to read an entire judgment slowly and to critically examine legal concepts, and law schools should treat that as their comparative advantage rather than as an anachronism to be modernised away.</p>
<p>At the same time, the market is creating roles that did not exist when most curricula were designed. Legal engineers, legal architects, AI governance counsel, product counsel in legal technology firms and compliance specialists for the AI Act all combine legal reasoning with an understanding of how systems are built and procured, and none of them requires the ability to write code. The sector itself has become a serious destination, with legal tech companies such as Legora building substantial businesses, and law graduates increasingly appearing among their founders rather than only among their customers.</p>
<p>Nonetheless, legal education has traditionally prepared students for the bar, the bench, the ministry and the firm, and it is poorly equipped to prepare founders. Clinics, legal design laboratories and access-to-justice projects are the natural vehicles for this, since they teach students to build something that must actually work for a user, but they are often the exception. Part of the explanation is institutional rather than intellectual. Teaching innovation of this kind requires a strategy and resources to invest, while often it does not count in research assessment, thus depending on individual academics willing to absorb the cost.</p>
<p>This evolution requires law schools to reflect more on how they can move from experiments to strategy in legal education. Pilots are a first step, but academic institutions are required to address the questions raised by AI, focusing on students&rsquo; expectations and market demands. What is missing is not the decision to use them, but the recognition that declining to decide or just focusing on experiments is itself a choice.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Berkeley Law Artificial Intelligence Policy: Questions and Answers, UC Berkeley Law, <span>https://www.law.berkeley.edu/academics/registrar/academic-rules/artificial-intelligence-policy/berkeley-law-artificial-intelligence-policy-questions-and-answers/,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>2026-2027 Default Academic Policy on Student Use of Artificial Intelligence, Columbia Law School, <span>https://www.law.columbia.edu/academics/registration-services/resources/ai-policy,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Rethinking Legal Education in the AI Era, 09.07.2026, The University of Chicago, <span>https://www.law.uchicago.edu/news/ai-strategy-statement,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>AI and the Law Initiative, IE University, <span>https://www.ie.edu/law-school/knowledge-exchange/ai-at-ie-law-school/,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>Harvey Law School, <span>https://www.harvey.ai/about/law-schools,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>Sheena Sachdeva, &ldquo;Generative AI Knowledge Limited to ChatGPT&rdquo;: Why Law Schools Are Launching Artificial Intelligence Centres, 24.01.2026, Careers 360, <span>https://news.careers360.com/law-colleges-launch-ai-centre-chatgpt-nlsiu-bangalore-jindal-university-bits-nlu-tripura-ba-llb-hons-mpp-courses-electives-curriculum,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>2026 Law Student Pulse Survey: How Law Students Understand AI Better Than Their Institutions, 21.05.2026, Thomson Reuters Institute, <span>https://www.thomsonreuters.com/en/institute/reports/law-student-pulse-survey-2026,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>Bucerius Law School, <span>https://www.law-school.de/international/research-faculty/institutes-centers/center-for-legal-technology-and-data-science,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>CCBE Guide on the Use of Generative AI by Lawyers, Council of Bars and Law Societies of Europe, 02.10.2025, <span>https://www.ccbe.eu/fileadmin/speciality_distribution/public/documents/IT_LAW/ITL_Guides_recommendations/EN_ITL_20251002_CCBE-guide-on-the-use-of-the-use-of-generative-AI-for-lawyers.pdf,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>Guide for Using Generative AI in the Legal Sector, Ministry of Law, Singapore, 06.03.2026, <span>https://www.mlaw.gov.sg/files/Guide_for_using_Generative_AI_in_the_Legal_Sector__Published_on_6_Mar_2026_.pdf,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>High Court of Justice, King&rsquo;s Bench Division, Divisional Court, <em>Ayinde v. London Borough of Haringey</em> and <em>Al-Haroun v. Qatar National Bank</em>, [2025] EWHC 1383 (Admin), 06.06.2025.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>Harvey Launches Academic Program with Law Schools at Stanford, NYU, Michigan, UCLA, The University of Texas, and Notre Dame, Harvey, 28.08.2025, <span>https://www.harvey.ai/blog/harvey-launches-academic-program-with-law-schools,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>Western Sydney University Law Academics Explore New Approaches to Legal Education Using Generative AI, Western Sydney University, 2026, <span>https://www.westernsydney.edu.au/news-centre/stories/2026/western-sydney-university-law-academics-explore-new-approaches-to-legal-education-using-generative-ai,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td>Russell Contreras, AI Threatens Big Law&rsquo;s Talent Pipeline, Axios, 02.05.2026, <span>https://www.axios.com/2026/05/02/ai-lawyers-law-firms-artificial-intelligence,</span> last accessed 24.08.2026.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/between-student-expectations-and-institutional-questions/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Between Student Expectations and Institutional Questions</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-13T14:15:28+00:00</updated>
	<author><name>Giovanni De Gregorio</name></author>
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		<updated>2026-10-13T14:15:28+00:00</updated>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-13:/301141</id>
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	<title type="html">Autoritäre Stellschrauben</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Selten hat das Amt eines Landtagspr&auml;sidenten so viel Aufmerksamkeit erhalten wie derzeit in Sachsen-...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Selten hat das Amt eines Landtagspr&auml;sidenten so viel Aufmerksamkeit erhalten wie derzeit in Sachsen-Anhalt. Am 6. Oktober konstituierte sich dort der neu gew&auml;hlte Landtag. Mit Tobias Rausch stellt die AfD erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik einen Landtagspr&auml;sidenten. Mit Hans-Thomas Tillschneider konnte sie sogar noch einen weiteren Abgeordneten aus ihren Reihen im Pr&auml;sidium platzieren.</p>
<p>Seit der Wahl <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl/landtagspraesident-abweichler-debatte,cdu-wahl-rausch-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diskutiert</a> die &Ouml;ffentlichkeit vor allem dar&uuml;ber, woher die AfD-Kandidaten in den jeweils geheimen Wahlen ihre Stimmen erhalten haben. Rausch erhielt 48 Stimmen. Da die AfD 39 und das BSW f&uuml;nf Abgeordnete stellen, m&uuml;ssen mindestens vier Stimmen aus den &uuml;brigen Fraktionen gekommen sein. Das BSW hatte zuvor angek&uuml;ndigt, Rausch zu unterst&uuml;tzen. Tillschneider erhielt 44 Stimmen; f&uuml;r ihn haben damit mindestens f&uuml;nf Abgeordnete au&szlig;erhalb der AfD gestimmt. Wer das war, l&auml;sst sich nicht feststellen, da die Wahl geheim war.</p>
<p>&Uuml;ber die Herkunft der Stimmen hinaus stellt sich die Frage, welche Folgen Rauschs Wahl an die Spitze des Landtags haben k&ouml;nnte. Ein Landtagspr&auml;sident der AfD allein wird den Landtag und das Land nicht ins Autorit&auml;re kippen. Aber ganz machtlos ist er nicht: Durch eine parteiliche Amtsf&uuml;hrung und den Missbrauch seiner Befugnisse kann er einen schrittweisen autorit&auml;ren Umbau beg&uuml;nstigen.</p>
<h2>Der autorit&auml;re Umbau ist kein Fackelmarsch</h2>
<p>Wer auf einen Fackelmarsch durch das Brandenburger Tor wartet, k&ouml;nnte die schrittweise Aush&ouml;hlung demokratischer Institutionen &uuml;bersehen. Eine autorit&auml;re Herrschaft verfestigt sich heute eher durch viele einzelne Eingriffe in Verfahren, Personalentscheidungen und &ouml;ffentliche Debatten. Die Beispiele <a href="https://muse.jhu.edu/article/480981" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ungarn</a> und <a href="https://global.oup.com/academic/product/polands-constitutional-breakdown-9780198840503?cc=de&amp;lang=en&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Polen</a> zeigen, wie gew&auml;hlte Regierungen einerseits die Gewaltenteilung schw&auml;chen und andererseits ihre Macht institutionell absichern k&ouml;nnen.</p>
<p>Der ungarische rechte Intellektuelle M&aacute;rton B&eacute;k&eacute;s beschreibt in seinem Buch <a href="https://www.ueberrechts.de/p/ungarn-orban-fidesz-hegemonie-afd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&bdquo;Nationaler Block&ldquo;</a>, wie das damalige Regierungslager um Viktor Orb&aacute;n seine politische Macht durch kulturelle Hegemonie absicherte. Der Aufbau gesellschaftlicher, politischer und kultureller Hegemonie geh&ouml;rt zum strategischen Repertoire der radikalen Rechten.</p>
<p>Ein weiterer Hebel ist das Recht selbst: Es l&auml;sst sich umdeuten, ver&auml;ndern und so einsetzen, dass demokratische Kontrollmechanismen geschw&auml;cht werden. Kim Lane Scheppele bezeichnet das als <em><a href="https://www.jstor.org/stable/26455917" target="_blank" rel="noopener noreferrer">autocratic legalism</a></em>. In diesem Sinne k&ouml;nnte das Amt des Landtagspr&auml;sidenten eine von vielen Stellschrauben sein, mit denen die AfD in Sachsen-Anhalt die Grenzen des politisch Machbaren austestet und langfristig verschiebt: das Hinterzimmer im autorit&auml;ren Labor.</p>
<h2>Nur scheinbar ein rein technisches Amt</h2>
<p>Politisch scheint das Amt des Parlamentspr&auml;sidenten zun&auml;chst wenig interessant zu sein. Dabei vertritt er das Parlament nach au&szlig;en und ist dessen oberster Repr&auml;sentant. Sein politischer Spielraum scheint dennoch begrenzt: Der Parlamentspr&auml;sident soll unparteiisch sein, die Sitzungen des Parlaments leiten, nicht f&uuml;hren, und f&uuml;r geregelte Abl&auml;ufe sorgen. Eine &uuml;berparteiliche Aufgabe, in der f&uuml;r Parteipolitik kein Platz zu sein scheint. Au&szlig;er, man nimmt sich diesen Platz einfach. Denn dann wird dieser Posten pl&ouml;tzlich doch ziemlich interessant: Wer als Repr&auml;sentant des gesamten Parlaments auftritt, kann parteipolitischen Botschaften staatliche Autorit&auml;t verleihen &ndash; und &uuml;ber seine Amtsbefugnisse die parlamentarische Arbeit beeinflussen.</p>
<p>Nachdem Tobias Rausch am 6. Oktober gew&auml;hlt wurde, <a href="https://www.stern.de/gesellschaft/regional/sachsen-anhalt/mehr-stimmen-als-gedacht--rede-des-afd-landtagspraesidenten-in-auszuegen-38356884.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hielt er eine Rede</a>, in der er versprach, sein Amt fair und gewissenhaft auszuf&uuml;llen. &bdquo;Ich werde dieses Amt nicht als Pr&auml;sident einer Fraktion f&uuml;hren, sondern ich werde es als Pr&auml;sident des gesamten Landtags von Sachsen-Anhalt f&uuml;hren. Diesem Anspruch m&ouml;chte ich gerecht werden&ldquo;, so Rausch in seiner Antrittsrede. <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/tobias-rausch-afd-landtagspraesident-sachsen-anhalt-video-compact-gxe" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachdem Rausch verk&uuml;ndet hat</a>, die Sitzungen so gestalten zu wollen, dass er sie mit seinem AfD-Kollegen Tillschneider alleine leiten k&ouml;nne und ohne den Landtagsvizepr&auml;sidenten der CDU, kann man an dieser Aussage zweifeln.</p>
<h2>Der erste Fall</h2>
<p>Drei Tage sp&auml;ter gab es bereits Anlass, an dieser Selbstverpflichtung zu zweifeln. Am 9. Oktober blockierten Demonstrierende Tillschneider den Weg zur Synagoge in Halle (Saale), wo er als Landtagsvizepr&auml;sident Rausch vertreten und an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen sollte. Die Landtagsfraktion der AfD ver&ouml;ffentlichte dazu eine <a href="https://afdfraktion-lsa.de/linke-demonstranten-verhindern-teilnahme-von-afd-landtagsvizepraesident-an-gedenkveranstaltung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a>. Auch die Pressestelle des Landtags verbreitete eine nahezu identische <a href="https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Downloads/Pressemitteilungen_2026/20261009_PM_Demonstranten_verhindern_Teilnahme_AfD-Landtagsvize_Gedenkveranstaltung.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mitteilung</a>, eingerahmt als Erkl&auml;rung Rauschs.</p>
<p>Vergleicht man beide Pressemeldungen, sieht man, dass der wesentliche inhaltliche Unterschied in der Beschreibung des von Tillschneider mitgebrachten Blumenschmucks besteht: Aus den &bdquo;Blumengestecken&ldquo; der AfD werden die vom Landtag bestellten &bdquo;Kr&auml;nze&ldquo;. Die Bewertung der Situation vor Ort bleibt jedoch identisch. Beide Meldungen nennen die Demonstrierenden &bdquo;linke Studenten&ldquo; und beschreiben ihr Auftreten als &bdquo;p&ouml;belhaft&ldquo; und erkl&auml;ren die Antisemitismusvorw&uuml;rfe gegen Tillschneider f&uuml;r &bdquo;wahrheitswidrig&ldquo;, ohne das n&auml;her zu begr&uuml;nden. Die Pressestelle des Landtags verbreitet damit eindeutig die Perspektive der AfD, ohne auch nur ansatzweise eine eigene Einordnung vorzunehmen. So ist etwa in beiden Pressemeldungen von einem Amoklauf die Rede; die antisemitische Tatmotivation bleibt hingegen unerw&auml;hnt. Dabei galt der Anschlag von Halle am 9. Oktober 2019 gezielt j&uuml;dischen Menschen in der Synagoge. Die &Auml;hnlichkeit der Texte beweist f&uuml;r sich genommen keinen autorit&auml;ren Umbau. Sie zeigt aber, wie leicht die Grenze zwischen Partei- und Parlamentskommunikation verschwimmen kann &ndash; und wie institutionelle Ressourcen der parteipolitischen Selbstdarstellung dienen k&ouml;nnen. Es liegt nahe, dass dieses Vorgehen gegen die Neutralit&auml;tspflicht staatlicher Amtstr&auml;ger*innen verst&ouml;&szlig;t (<a href="https://www.cdufraktion.de/2026/cdu-fraktion-landtagspraesident-verstoesst-gravierend-gegen-neutralitaetspflicht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesen Vorwurf</a> hat die CDU Sachsen-Anhalt auch bereits erhoben).</p>
<h2>Zwei &Auml;mter mit widerstreitenden Auftr&auml;gen</h2>
<p>Die Sorge vor einer parteipolitischen Vereinnahmung ergibt sich nicht einfach aus dem Umstand, dass die AfD nun an der Spitze eines L&auml;nderparlaments steht. Speziell Tobias Rausch ist eine heikle Personalie: Als parlamentarischer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer war er an der Organisation der Fraktionsarbeit und an Verhandlungen mit anderen Fraktionen in f&uuml;hrender Rolle beteiligt. Au&szlig;erdem geh&ouml;rt er dem AfD-Landesvorstand an und ist Generalsekret&auml;r des Landesverbands. Damit hat er eine zentrale Position in der politischen, strategischen und organisatorischen F&uuml;hrung der Partei. Abgeordnete anderer Fraktionen beschreiben ihn als Wortf&uuml;hrer der AfD in nicht&ouml;ffentlichen Sitzungen des &Auml;ltestenrats.</p>
<p>Die Doppelrolle ist nicht automatisch ein Rechtsversto&szlig;, begr&uuml;ndet aber einen strukturellen Interessenkonflikt: W&auml;hrend Rausch als Generalsekret&auml;r f&uuml;r den Erfolg seiner Partei arbeitet, muss er als Landtagspr&auml;sident die Rechte des gesamten Parlaments wahren und die Verhandlungen &bdquo;gerecht und unparteiisch&ldquo; leiten, wie es in der Gesch&auml;ftsordnung hei&szlig;t. Dazu geh&ouml;rt, die Rechte anderer Fraktionen auch dann zu sch&uuml;tzen, wenn das den Interessen der AfD entgegensteht.</p>
<p>Sollte Ulrich Siegmund Ministerpr&auml;sident werden, k&ouml;nnte Rausch als zentraler Stratege der Landespartei die Regierungspolitik mitpr&auml;gen und bei der Suche nach parlamentarischen Mehrheiten eine wichtige Rolle spielen. Zugleich w&uuml;rde er dem Parlament vorstehen, das diese Regierung kontrollieren soll. Gerade bei einer Regierung mit wechselnden Mehrheiten &ndash; was die AfD inzwischen offen anstrebt &ndash; k&ouml;nnte die Doppelrolle politisch besonders heikel werden.</p>
<h2>Vielf&auml;ltige M&ouml;glichkeiten</h2>
<p>Was der Landtagspr&auml;sident darf, haben Jelena von Achenbach und Max Steinbeis f&uuml;r Th&uuml;ringen schon <a href="https://verfassungsblog.de/warum-die-machtubernahme-durch-die-afd-schon-fruher-beginnen-konnte-als-viele-glauben/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">einmal aufgeschrieben</a>. Viele dieser Befugnisse bestehen auch in Sachsen-Anhalt, allerdings mit landesspezifischen Grenzen. Das Grundlegende regelt die Landesverfassung. So beruft der Landtagspr&auml;sident den Landtag ein (Art. 45 Abs. 1 Satz 1 Verf ST), der Pr&auml;sident oder die Vizepr&auml;sident*innen leiten nach Ma&szlig;gabe der Gesch&auml;ftsordnung die Sitzungen des Landtags (Art. 49 Abs. 2 Verf ST) und der Pr&auml;sident hat das Hausrecht und die Polizeigewalt in den Geb&auml;uden des Landtags inne (Art. 49 Abs. 2 Satz 2 Verf ST). Der Landtagspr&auml;sident leitet au&szlig;erdem die Landtagsverwaltung, stellt ihre Mitarbeiter*innen ein und entl&auml;sst sie im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben (Art. 49 Abs. 3 Verf ST). Er fertigt die verfassungsm&auml;&szlig;ig beschlossenen Gesetze aus (Art. 82 Abs. 1 Verf ST); Durchsuchungen und Beschlagnahmen in den R&auml;umen des Landtags bed&uuml;rfen seiner Zustimmung (Art. 59 Abs. 2 Verf ST). Diese Befugnisse er&ouml;ffnen zwar Einflussm&ouml;glichkeiten, erm&ouml;glichen aber keine freie Verf&uuml;gung &uuml;ber das Parlament. Die Ausfertigung von Gesetzen etwa ist kein politisches Vetorecht. Personalentscheidungen unterliegen dem Arbeits- und Beamtenrecht und die jeweiligen parlamentarischen Entscheidungen m&uuml;ssen die Rechte der Abgeordneten und Fraktionen wahren und sind gerichtlich kontrollierbar.</p>
<h2>Hebel Verfahrensmacht</h2>
<p>Bereits die Einberufung des Landtags k&ouml;nnte der Landtagspr&auml;sident nutzen, um die anderen Fraktionen unter Druck zu setzen. Dabei entscheidet er nicht allein: Der &Auml;ltestenrat ber&auml;t und beschlie&szlig;t &uuml;ber Terminplan und Tagesordnung, und das Plenum kann eigene Beschl&uuml;sse fassen. Zeit, Ort und Tagesordnung sind allen Abgeordneten m&ouml;glichst fr&uuml;hzeitig mitzuteilen (&sect;&sect; 10, 55 LTGO ST). Ein Viertel der Abgeordneten kann allerdings die unverz&uuml;gliche Einberufung des Landtags verlangen. Die AfD erreicht diese Schwelle locker alleine. Ein parteiisch agierender Pr&auml;sident k&ouml;nnte versuchen, seinen Spielraum bei der Terminierung solcher Sondersitzungen zugunsten seiner Fraktion zu nutzen.</p>
<p>Mit Hilfe st&auml;ndiger <em>Ad-hoc</em>-Einberufungen k&ouml;nnte er darauf abzielen, <a href="https://verfassungsblog.de/alle-da/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">f&uuml;r Mehrheitsverh&auml;ltnisse im Parlament zu sorgen</a>, die f&uuml;r die AfD g&uuml;nstig sind. Denn der Landtag ist beschlussf&auml;hig, sobald mehr als die H&auml;lfte seiner gesetzlichen Mitglieder, also 42 Abgeordnete, anwesend ist. F&uuml;r gew&ouml;hnliche Gesetzesbeschl&uuml;sse reicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Es w&uuml;rde also ausreichen, dass sechs Abgeordnete der anderen Fraktionen der <em>Ad-hoc-</em>Ladung nicht nachkommen k&ouml;nnen, und schon kann die AfD mit ihren 39 Stimmen Gesetze beschlie&szlig;en. Dieser Missbrauch des Pr&auml;sidentenamtes k&ouml;nnte die Mitwirkungsrechte anderer Abgeordneter beeintr&auml;chtigen und der AfD eine reale Machtoption er&ouml;ffnen. Auch hier gab es bereits einen ersten Vorgeschmack: F&uuml;r den 14. Oktober wurde kurzfristig eine <a href="https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/artikel/sondersitzung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sitzung des Landtags</a> einberufen. Den Termin setzte das Pr&auml;sidium laut der Abgeordneten Eva von Angern entgegen der vorherigen parlamentarischen &Uuml;bung ohne R&uuml;cksprache mit allen Fraktionen fest.</p>
<p>Auch die Sitzungsleitung k&ouml;nnte der Landtagspr&auml;sident zur G&auml;ngelung nutzen, indem er parteiisch Ordnungsrufe verteilt oder Abgeordnete von der Sitzung ausschlie&szlig;t. Damit das nicht zu auff&auml;llig ist, kann er das vermeintliche Neutralit&auml;tsgebot nutzen, das gerade <em>en vogue</em> ist &ndash; <a href="https://verfassungsblog.de/neutralitat-klockner-bundestag/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">so m&uuml;sste er nur dem Beispiel von Julia Kl&ouml;ckner im Bundestag folgen</a>. Abgeordnete bef&uuml;rchten au&szlig;erdem, dass das Landtagspr&auml;sidium nicht einschreitet, wenn sie insbesondere von AfD-Abgeordneten niedergebr&uuml;llt werden. Ob Tobias Rausch als Landtagspr&auml;sident tats&auml;chlich derart brachial vorgehen wird, wird sich erst noch zeigen. Allerdings l&auml;sst die <a href="https://verfassungsblog.de/daemmert-es-jetzt/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">konstituierende Sitzung 2024 in Th&uuml;ringen</a> dies nicht v&ouml;llig unplausibel erscheinen.</p>
<h2>Macht hinter den Kulissen</h2>
<p>Aber ein Landtagspr&auml;sident kann nicht nur die B&uuml;hne des Parlaments f&uuml;r sich nutzen, er kann auch hinter den Kulissen t&auml;tig werden. Ein Ansatzpunkt w&auml;re die Raumverteilung im Landtag und seinen Liegenschaften. Dabei entscheidet der Landtagspr&auml;sident nicht alleine, sondern der &Auml;ltestenrat wirkt mit; so entscheidet er etwa &uuml;ber die Sitzordnung im Plenarsaal (&sect; 10 Abs. 1 und 2 LTGO ST). Eine ver&auml;nderte Sitzordnung allein behindert noch keine parlamentarische Arbeit. Ung&uuml;nstige Arbeitsr&auml;ume oder ein erschwerter Zugang zu R&auml;umen k&ouml;nnten dagegen praktische Folgen haben. Auch symbolisch lie&szlig;en sich solche Entscheidungen als Machtdemonstration einsetzen: Jetzt sind wir hier, wir sind stark und das werdet ihr sp&uuml;ren.</p>
<p>Weiter k&ouml;nnte es dann mit der Einstellung von neuem Personal gehen. In der Landtagsverwaltung arbeiten derzeit rund 130 Personen &ndash; sie k&uuml;mmern sich um die Bibliothek, die Entsch&auml;digung der Abgeordneten, Drucksachen, Aussch&uuml;sse und vieles mehr. Ohne sie w&auml;re der Landtag nicht arbeitsf&auml;hig. Es w&auml;re f&uuml;r die AfD also durchaus interessant, dort &bdquo;ihre Leute&ldquo;, also solche, die der Partei politisch gewogen sind, zu platzieren. Bei Einstellungen darf allerdings nicht die Parteitreue den Ausschlag geben: Es gilt der Grundsatz der Bestenauslese (Art. 33 Abs. 2 GG) und einmal eingestellt, sind die Besch&auml;ftigten an Recht und Gesetz gebunden. Doch auch dieser Grundsatz ist auslegungsbed&uuml;rftig und damit missbrauchsanf&auml;llig (vgl. Talg/M&uuml;ller-Elmau, <a href="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2025/12/ZillessenBrandauLaude_DasJustizProjekt_2025.pdf#page=147" rel="noopener noreferrer" target="_blank">S. 147 ff.</a>). Wie weit ein Pr&auml;sident die Verwaltung personell ver&auml;ndern kann, h&auml;ngt unter anderem von freien Stellen und geeigneten Bewerber*innen ab. Anders als in Th&uuml;ringen ist der Landtagsdirektor in Sachsen-Anhalt kein politischer Beamter, sodass er nicht allein wegen fehlender politischer &Uuml;bereinstimmung in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden kann.</p>
<p>Auch ohne entsprechend gewilltes Personal k&ouml;nnte der Landtagspr&auml;sident versuchen, Abl&auml;ufe gezielt zulasten anderer Fraktionen zu behindern. Daf&uuml;r muss er den Betrieb gar nicht vollst&auml;ndig zum Erliegen bringen. Es gen&uuml;gt schon, ihn zu verz&ouml;gern. Die Politik ist ein schnelllebiges Gesch&auml;ft. Manche Dokumente und Informationen bringen nichts mehr, wenn eine Abgeordnete sie erst nach einer entscheidenden Debatte oder Abstimmung erh&auml;lt. Wenn parlamentarische Mitarbeiter*innen pl&ouml;tzlich nicht mehr auf Fachdatenbanken zugreifen k&ouml;nnen &ndash; wom&ouml;glich unter Hinweis auf eine angebliche IT-St&ouml;rung &ndash;, dann k&ouml;nnen sie die Plenarrede ihrer Abgeordneten weniger gut oder gar nicht vorbereiten. Eine solche gezielte Benachteiligung w&auml;re keine gew&ouml;hnliche Verwaltungspraxis, sondern ein Angriff auf die Arbeitsf&auml;higkeit der betroffenen Fraktionen und ihrer Abgeordneten. Dass Rausch oder die AfD solche Eingriffe planen, ist nicht belegt. Das Szenario beschreibt einen m&ouml;glichen Amtsmissbrauch.</p>
<p>Und es geht noch subtiler. Der Landtagspr&auml;sident kann auch dar&uuml;ber entscheiden, was f&uuml;r <a href="https://verfassungsblog.de/warum-die-machtubernahme-durch-die-afd-schon-fruher-beginnen-konnte-als-viele-glauben/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Kunst im Landtag</a> zu sehen ist. Vielleicht s&auml;umen ja demn&auml;chst Heimat-Kitsch-Bilder die Flure des Magdeburger Landtags, die ein &bdquo;gesundes Nationalgef&uuml;hl&ldquo; vermitteln, das laut AfD ja &bdquo;Grundlage [&hellip;] jeder gro&szlig;en k&uuml;nstlerischen Leistung&ldquo; sei (<a href="https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/066stzg.pdf#page=155" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plenarprotokoll 8/66</a>, S. 155). Anschauen k&ouml;nnten sich die Bilder dann diejenigen, die der Parlamentspr&auml;sident &ouml;ffentlichkeitswirksam in den Landtag einl&auml;dt: Martin Sellner, G&ouml;tz Kubitschek, das <em>Who&rsquo;s Who</em> der Neuen Rechten. Solche Einladungen k&ouml;nnten einem politischen Milieu eine staatliche B&uuml;hne verschaffen, auf der es sich als selbstverst&auml;ndlicher Teil des &ouml;ffentlichen Lebens inszeniert.</p>
<h2>Autorit&auml;res Mosaik</h2>
<p>Vieles von dem, was ein Landtagspr&auml;sident machen k&ouml;nnte, ist Symbolpolitik. Anderes ist handfester, st&ouml;render, obstruktiver. Er allein wird aber nicht daf&uuml;r sorgen k&ouml;nnen, dass Sachsen-Anhalt ins Autorit&auml;re kippt. Doch er kann dazu beitragen, indem er den Wind f&uuml;r die anderen Fraktionen rauer werden l&auml;sst, sein Repr&auml;sentationsamt parteipolitisch nutzt und anstelle des Landtags seine Partei und ihre Ideologie nach au&szlig;en vertritt. Der Landtagspr&auml;sident kann so ein autorit&auml;res Mosaik erg&auml;nzen, das sich aus <a href="https://verfassungsblog.de/remigrationspolitik/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">vielen</a> <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/gove.12049" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unterschiedlichen</a> <a href="https://verfassungsblog.de/justiz-projekt/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Ma&szlig;nahmen</a> zusammensetzt.</p>
<p>Ob sich diese Teile zu einem autorit&auml;ren Ganzen zusammenf&uuml;gen, h&auml;ngt auch von den &uuml;brigen Fraktionen ab. Eine AfD-Minderheitsregierung br&auml;uchte f&uuml;r ihre Gesetzesvorhaben wechselnde Mehrheiten. Besonders folgenreich w&auml;re es, wenn CDU oder BSW auch Ma&szlig;nahmen mittr&uuml;gen, die parlamentarische Kontrolle schw&auml;chen oder die Opposition benachteiligen. Zugleich k&ouml;nnen andere Fraktionen, Besch&auml;ftigte der Verwaltung und Gerichte einem Missbrauch des Pr&auml;sidentenamts entgegentreten. Das Drehen an bestimmten Stellschrauben im Landtag w&auml;re damit ein Teil eines gr&ouml;&szlig;eren Machtprojekts, dessen Erfolg keineswegs feststeht.</p>
<p><em>Dieser Text ist in Zusammenarbeit mit <a href="https://www.ueberrechts.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&Uuml;ber Rechts</a> entstanden.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/landtagspraesident-afd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Autorit&auml;re Stellschrauben</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-13T08:30:01+00:00</updated>
	<author><name>Sebastian Friedrich</name></author>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-13:/301142</id>
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	<title type="html">Keine „Lizenz zum Töten“</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Kein Aspekt der <a href="https://verfassungsblog.de/tag/geheimdienstreform/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">viel diskutierten</a>, umfassenden Reform des Rechts der Nachrichtendienste ist vergleichbar kontrovers wie die Frage nach m&ouml;glichen &bdquo;operativen&ldquo; Befugnissen. Das hat die erste Lesung des <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/078/2107868.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">609 Seiten umfassenden Gesetzespakets</a> am 24.09.2026 deutlich gezeigt. Der Befugniszuwachs der Nachrichtendienste wird als &bdquo;<a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienstreform-kontrolle-unabhangigerkontrollrat/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">zentrale Problematik</a>&ldquo; des Entwurfs angesehen. Dabei ist entweder von <a href="https://kripoz.de/2026/06/01/nachrichten-dienst-geheim-polizei-hilfs-streitkraft-zur-beabsichtigten-staerkung-der-operativen-faehigkeiten-des-bundesnachrichtendienstes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">notwendigen zeitgem&auml;&szlig;en Reformen</a> oder alarmistisch von einem <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/nachrichtendienste-reform-kabinett-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tabubruch</a> die Rede. Schon deutlich vor Einbringung des eigentlichen Entwurfs wurde der Pr&auml;sident des BND im Bundestag gefragt, ob das <a href="https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/bnd-gesetz-befugnisse-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">auf eine &bdquo;Lizenz zum T&ouml;ten&ldquo; hinausliefe</a>. Allein schon die Frage verdeutlicht, wie gro&szlig; die Ungewissheit ist, was denn genau mit den neuen Befugnissen gemeint sein soll. Bislang blendet die Diskussion die verfassungs- und v&ouml;lkerrechtlichen Grenzen aus, die sich zwingend aus Art. 26 Abs. 1 GG ergeben. Dabei zeigt gerade diese Norm, dass viele der Bef&uuml;rchtungen fehlgehen: Zahlreiche Ma&szlig;nahmen, auch die &bdquo;Lizenz zum T&ouml;ten&ldquo;, sind verfassungsrechtlich ausgeschlossen.</p>
<h2>&bdquo;Den Schmerz sp&uuml;ren&ldquo; &ndash; Welche operativen F&auml;higkeiten?</h2>
<p>BND-Pr&auml;sident Martin J&auml;ger hat sich <a href="https://www.n-tv.de/politik/BND-Chef-will-gegen-Putins-Geheimdienste-zurueckschlagen-duerfen-id30361826.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vehement daf&uuml;r eingesetzt</a>, dass der BND in der Auseinandersetzung mit gegnerischen Diensten die F&auml;higkeit zu einer Art Gegenschlag als Abschreckung erhalten solle. Um die Gegenseite zu stoppen, m&uuml;sse man &bdquo;beweisen, dass wir in der Lage sind, sehr &auml;hnliche Dinge zu tun, damit auch die andere Seite den Schmerz sp&uuml;rt&ldquo;. Das wirft mehrere Fragen auf. Bisher sind deutsche Nachrichtendienste in ihrer Funktion beschr&auml;nkt auf die Rolle als reine analytische Informationsdienstleister. Das Bundesverfassungsgericht verwendet f&uuml;r dar&uuml;ber hinausgehende T&auml;tigkeiten variierende Begriffe. Die Rede ist &ndash; z.B. allein in einem einzigen Urteil &ndash; von: &bdquo;operativen Befugnissen&ldquo;, &bdquo;operativen Anschlussbefugnissen&ldquo;, &bdquo;operativen Zwangsbefugnissen&ldquo;, &bdquo;polizeilichen Exekutivbefugnissen&ldquo; und &bdquo;operativer Gefahrenabwehr&ldquo; (<a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2022/04/rs20220426_1bvr161917.html?nn=68080" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 162, 1</a>).</p>
<p>Bislang dient das zu einer Unterscheidung zwischen nachrichtendienstlichen Eingriffen zur Erhebung personenbezogener Daten mit herabgesetzten Anforderungen im Gefahrvorfeld auf der einen Seite und der Aus&uuml;bung polizeilicher Befugnisse auf der anderen Seite. Angedachte neue &bdquo;operative T&auml;tigkeiten&ldquo; lassen sich am ehesten als &bdquo;Einwirkungsbefugnisse&ldquo; bezeichnen, da sie nicht unmittelbar an die Erhebung von Informationen ankn&uuml;pfen (Arts/Jipp, GSZ 2026, S. 7 (10-11)). Bei T&auml;tigkeiten des BND, die &uuml;ber das reine &bdquo;Beschaffen und Auswerten&ldquo; von Informationen durch den BND hinausgehen, also typisch nachrichtendienstliche T&auml;tigkeiten, wie eine Vermittlerrolle in Entf&uuml;hrungsf&auml;llen (Meiert&ouml;ns, GSZ 2018, S. 219) oder einen verdeckt arrangierten Gefangenenaustausch, handelt es sich bislang um eine Mischt&auml;tigkeit, die der BND sowohl in eigener Zust&auml;ndigkeit als auch in Amtshilfe nach Art. 35 GG f&uuml;r das Ausw&auml;rtige Amt wahrnimmt (Meiert&ouml;ns, GSZ 2025, S. 13 (17)).</p>
<p>&sect; 51 BNDG-E sieht nun den Einsatz von &bdquo;erweiterten nachrichtendienstlichen Ma&szlig;nahmen&ldquo; vor, wenn sie &bdquo;zur Abwendung oder Einschr&auml;nkung einer Gef&auml;hrdung im Einzelfall&ldquo; erforderlich sind. Bei &bdquo;erweiterten nachrichtendienstlichen Ma&szlig;nahmen&ldquo; handelt es sich um eine wenig konkrete Formulierung. Wenn ein Staat etwa mit Drohnen den Betrieb eines Flughafens st&ouml;rt, soll der BND im Gegenzug im Entsendestaat vergleichbar vorgehen d&uuml;rfen? Was, wenn ein Staat einen Zug entgleisen l&auml;sst? Was, wenn staatlich gezielte T&ouml;tungen, wie z.B. der Tiergartenmord am 23.08.2019, ver&uuml;bt werden?</p>
<h2>Keine &Uuml;bertragung eines Inlandsregimes auf das Ausland</h2>
<p>Denkt man dar&uuml;ber nach, was alles von den &bdquo;erweiterten nachrichtendienstlichen Befugnissen&ldquo; erfasst ist, muss zun&auml;chst Inlands- und Auslandst&auml;tigkeit klar unterschieden werden. Ein polizeilich gepr&auml;gtes Paradigma ist bei der Bestimmung der Grenzen der Auslandst&auml;tigkeit des BND schon deshalb nicht hilfreich, weil es in internationalen Beziehungen zwischen zwei souver&auml;nen, rechtlich gleichen Staaten keine polizeiliche Autorit&auml;t im &Uuml;ber-Unterordnungsverh&auml;ltnis gibt (&bdquo;par in parem non habet imperium&ldquo;). Staatsgewalt wird in diesem Rechtsverh&auml;ltnis allein zwischenstaatlich durch V&ouml;lkerrecht begrenzt. Anders als innerstaatlich handelt ein Nachrichtendienst in diesem Umfeld mitunter aus einer Position der Schw&auml;che.</p>
<p>Eines der absolut zentralen Probleme der Verweisungstechnik im bisherigen deutschen Nachrichtendienstrecht liegt in der fortlaufenden Bezugnahme des BNDG auf das Bundesverfassungsschutzgesetz (BVerfSchG). Damit werden innerstaatliche Rechtsvorstellungen schlicht &bdquo;hochgezont&ldquo;, die auf einen anarchischen, internationalen Kontext nicht wirklich &uuml;bertragbar sind (Meiert&ouml;ns, JB&Ouml;S 2022/23, S. 533 (542)). Die aktuelle Diskussion zur strukturellen Neukonzeption des Gesetzes l&auml;uft Gefahr, diesen Fehler zu wiederholen.</p>
<h2>Friedensgebot des Grundgesetzes als Handlungsgrenze</h2>
<p>Einer bef&uuml;rchteten &bdquo;Militarisierung des BND&ldquo; (<a href="https://freiheitsrechte.org/uploads/publications/Digital/Stellungnahme_BND-Gesetz_2026_final.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schantz</a>, Rn. 29) sind verfassungsrechtlich Grenzen gesetzt. Hierf&uuml;r muss nicht das Streitkr&auml;fteverst&auml;ndnis nach Art.&nbsp;87a GG erweitert werden, wie <a href="https://verfassungsblog.de/geheimdienstreform-bnd-streitkrafte/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">von Sofiane Benamour angeregt</a>. Das w&uuml;rde schlicht die Grenze des Wortlauts &uuml;berschreiten (abweichend Rieger, GSZ 2026, S. 86 (89)). Die Aufgabenbegrenzung des Art. 87a Abs. 2 GG, wonach Streitkr&auml;fte grunds&auml;tzlich nur &bdquo;zur Verteidigung&ldquo; eingesetzt werden d&uuml;rfen, richtet sich nicht an Nachrichtendienste &ndash; diese fallen nicht unter den Streitkr&auml;ftebegriff. Indirekt ergeben sich aber Grenzen f&uuml;r eine Entwicklung des BND in das origin&auml;r den Streitkr&auml;ften vorbehaltene T&auml;tigkeitsfeld hinein. Der im Kern milit&auml;rische Verteidigungsauftrag und Kampfhandlungen sind zwingend den Streitkr&auml;ften zugewiesen (Kirchhof, in: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), Handbuch des Staatsrechts, 2006, IV, &sect; 84, Rn. 10-14). Dieser den Streitkr&auml;ften zugewiesene Auftrag in Art. 87a Abs. 1 GG (&bdquo;zur Verteidigung&ldquo;) bildet daher eine &auml;u&szlig;erste Grenze f&uuml;r ein T&auml;tigwerden des BND. Damit ist z.B. eine eigene paramilit&auml;rische Einheit des BND, wie sie etwa die CIA mit dem Special Activities Center unterh&auml;lt, verfassungsrechtlich ausgeschlossen.</p>
<p>Einschl&auml;gig ist hier aber das allgemeine Friedensgebot des Art. 26 Abs. 1 GG, das in Art. 87a Abs. 2 GG letztlich nur konkretisiert wird. Dieses Verbot friedensst&ouml;render Handlungen aus Art. 26 Abs. 1 GG gilt f&uuml;r die gesamte Exekutive und setzt daher einer operativ einwirkenden T&auml;tigkeit der Nachrichtendienste Grenzen. Zudem ist der Verfassungsgrundsatz der V&ouml;lkerrechtsfreundlichkeit zu beachten, wonach verbindliches, &uuml;berstaatliches Recht zu befolgen ist. Damit gewinnt die Frage nach der v&ouml;lkerrechtlichen Zul&auml;ssigkeit einer Handlung an Bedeutung f&uuml;r die Grenzen von Einwirkungsbefugnissen des BND. Die v&ouml;lkerrechtliche Zul&auml;ssigkeit unterschiedlicher, vielseitiger nachrichtendienstlicher Aktivit&auml;ten l&auml;sst sich nicht generell bewerten, sondern nur im Hinblick auf konkrete Einzelma&szlig;nahmen (<a href="https://www.cs.yale.edu/homes/jf/Deeks.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Deeks</em>, Virginia Journal of International Law (VaJIntL) 2015, S. 291</a>). Nur f&uuml;r bestimmte Praktiken, wie gezielte T&ouml;tungen, lassen sich eindeutige Aussagen zu deren Rechtswidrigkeit und Unvereinbarkeit mit dem Interventionsverbot des Art. 2 (1) UN-Charta treffen. &sect; 51 Abs. 3 S. 2 BNDG-E, wonach sich erweiterte nachrichtendienstliche Ma&szlig;nahmen &bdquo;nicht gezielt gegen Leib und Leben von Personen richten&ldquo; d&uuml;rfen, ist insofern redundant.</p>
<p>Ebenso l&auml;sst sich die gezielte Unterwanderung und Zersetzung fremder Regierungen mit dem Ziel eines Regimewechsels (z.B. in sog. CIA-&bdquo;Black-Ops&ldquo;) <a href="https://opil.ouplaw.com/display/10.1093/law:epil/9780199231690/law-9780199231690-e1707" target="_blank" rel="noopener noreferrer">als v&ouml;lkerrechtswidrig qualifizieren</a>. Einer pro-aktiven, derartigen &bdquo;geheimdienstlichen&ldquo; politischen Beeinflussung sind mit Art. 26 Abs. 1 GG Grenzen gesetzt. Ma&szlig;nahmen, die gegnerische Angriffshandlungen und R&uuml;stungsvorhaben behindern oder verz&ouml;gern, erscheinen dagegen mit dem Friedensgebot des Art. 26 Abs. 1 GG vereinbar, ja sogar geeignet, das Gebot eher zu f&ouml;rdern.</p>
<p>Das dem Grundgesetz zugrundeliegende demokratische Konzept von nationaler Sicherheit (<a href="https://journals.lib.unb.ca/index.php/JCS/article/download/4551/5392/8024" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lustgarten/Leigh, 1994</a>) begrenzt damit zugleich ein <a href="https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/raus-aus-der-grauzone-9298/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vermeintliches Eskalationspotential</a> &bdquo;erweiterter nachrichtendienstlicher Befugnisse&ldquo;. Die Rechtsform der Bundesrepublik Deutschland als freiheitlicher, wehrhafter, demokratischer Rechtsstaat und vor allen Dingen als v&ouml;lkerrechtsfreundlicher Staat setzt ihrem Handeln im Au&szlig;enverh&auml;ltnis Grenzen. Ziel kann es daher nicht sein, gleichartige F&auml;higkeiten zu entwickeln, wie Dienste von Staaten mit aggressiven, ideologischen Sicherheitskonzeptionen, etwa Russland oder China. Diese Staaten werden insofern immer eine Eskalationsdominanz behalten. Der <a href="https://www.koalitionsvertrag2025.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionsvertrag von 2025</a> gibt dementsprechend auch das Ziel vor: &bdquo;[&hellip;] um mit der Leistungsf&auml;higkeit relevanter europ&auml;ischer Partnerdienste wieder Schritt zu halten&ldquo; (Zeile 2651-2655). Ma&szlig;stab sollen also die F&auml;higkeiten ausl&auml;ndischer Partnerdienste sein, etwa des britischen MI6 oder der franz&ouml;sischen DGSE.</p>
<p>Sogenannte &bdquo;Gegensabotage&ldquo; als vergeltendes verdecktes Handeln kann aber v&ouml;lkerrechtskonform sein. V&ouml;lkerrecht ist ein Koordinationsrecht und kein Subordinationsrecht, dem es an einer zentralen Stelle zur Rechtsdurchsetzung fehlt. Daher kennt das V&ouml;lkerrecht die Repressalie als Form der Selbsthilfe. Konstruktiv ist dieses Institut prinzipiell der strafrechtlichen Notwehr nach &sect; 32 StGB &auml;hnlich, in der eine tatbestandlich an sich rechtswidrige Handlung als Reaktion auf ein vorangegangenes rechtswidriges Handeln ausnahmsweise rechtm&auml;&szlig;ig sein kann. Solange sich nicht vertragliche Einschr&auml;nkungen f&uuml;r dieses Instrument ergeben, kann das durchaus weitreichende Ma&szlig;nahmen beinhalten. Hieraus folgt die abschreckende Vorwirkung der Norm (&sect; 51 BNDG-E), die &ndash; wie auch ein DGAP-<a href="https://dgap.org/de/forschung/publikationen/aufklaeren-abschrecken-verteidigen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Whitepaper vom Juli 2026</a> hervorhebt &ndash; zentral ist f&uuml;r eine hybride Verteidigung.</p>
<h2>Schwierigere Eingrenzung der Inlandsbefugnisse</h2>
<p>Deutlich schwieriger gestaltet sich hingegen, wie die Einwirkungsbefugnisse des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz (BfV) als &bdquo;Schutzma&szlig;nahmen&ldquo; in &sect; 59 BVerfSchG-E begrenzt werden sollen. Da es keine vergleichbare generelle Begrenzung wie die Friedenspflicht des Artikels 26 Abs. 1 GG im Au&szlig;enverh&auml;ltnis gibt, f&auml;llt hier die Grenzziehung deutlich schwerer. &sect; 59 Abs. 2 BVerfSchG-E r&auml;umt dem BfV die Kompetenz ein, verdeckt auf Gegenst&auml;nde einzuwirken, die f&uuml;r eine Bedrohung eingesetzt werden. Ungeachtet der Frage, inwieweit Art. 73 Abs. 1 Nr. 10 lit. b und c GG eine hinreichende Gesetzgebungskompetenz f&uuml;r solche Befugnisse enth&auml;lt oder ein R&uuml;ckgriff auf Art. 73 Abs. 1 Nr. 9a GG erforderlich ist, wie es <a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienste-reform-operativ-bka/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Codrin Timu aufgeworfen</a> hat, besteht eine Notwendigkeit f&uuml;r eine solche weitergehende Befugnis, um Schutzl&uuml;cken zu vermeiden.</p>
<p>Denkbar sind Szenarien, in denen zwar die f&uuml;r ein polizeiliches Handeln notwendige Gefahren- und Gefahrverdachtsschwelle &uuml;bersprungen w&uuml;rde, die Polizei aber nicht aktiv werden kann: Zum Beispiel, wenn der Hinweis eines ausl&auml;ndischen Nachrichtendienstes auf eine Bedrohung, wie etwa ein verstecktes Waffenlager, aufgrund der Third-Party-Rule nicht an Strafverfolgungsbeh&ouml;rden weitergegeben wird. Eine Beh&ouml;rdenerkl&auml;rung eines Nachrichtendienstes kann als schwaches Beweismittel mitunter nicht ausreichen, um eine Gefahrenschwelle zu &uuml;berspringen oder einen Anfangsverdacht zu begr&uuml;nden. Dies h&auml;tte die Konsequenz, sehenden Auges eine Gefahrentwicklung hinnehmen zu m&uuml;ssen. Die aktuelle Rechtslage stellt die Nachrichtendienste vor die unbefriedigende Alternative, entweder die Third-Party-Rule zu brechen &ndash; mit m&ouml;glicherweise erheblichen Auswirkungen auf die k&uuml;nftige Zusammenarbeit mit anderen Nachrichtendiensten &ndash; oder unt&auml;tig zu bleiben. Diesem Dilemma hilft der neue &sect; 59 Abs. 2 BVerfSchG-E ab, da so dem BfV selbst Abwehrbefugnisse einger&auml;umt werden.</p>
<p>Die niedrigen Voraussetzungen, wie sie bislang f&uuml;r nachrichtendienstliche Informationseingriffe definiert wurden, k&ouml;nnen bei weitergehenden Einwirkungsbefugnissen jedoch nicht &uuml;berzeugen (<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv154152.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 154, 152 Rn. 149, 165 f</a>.). Das gilt allein schon, um keine Wertungswiderspr&uuml;che zu polizeilichen Befugnissen entstehen zu lassen. Auch wenn ansonsten im Recht der Nachrichtendienste polizeirechtliche Anleihen eher verfehlt erscheinen, k&ouml;nnen hierf&uuml;r jedenfalls keine niedrigeren Anforderungen gelten als bei entsprechenden polizeilichen Ma&szlig;nahmen, denn es handelt sich nicht um reine Informationseingriffe. Die &bdquo;von einer besonderen Bedrohung ausgehende Gef&auml;hrdung f&uuml;r ein besonders gewichtiges Rechtsgut&ldquo; (&sect; 59 Abs. 1 und 3 BVerfSchG-E) muss in diesem Zusammenhang daher als &bdquo;Quasi-Gefahr&ldquo; verstanden werden.</p>
<h2>Kein Notstand, sondern neue Normalit&auml;t</h2>
<p>In der im November 2025 bekannt gewordenen, auch sogenannten &bdquo;Pressefassung&ldquo; des Entwurfs f&uuml;r das neue BNDG war noch die Rede von einer &bdquo;<a href="https://www.deutschlandfunk.de/bnd-reform-geheimdienst-sabotage-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachrichtendienstlichen Sonderlage</a>&ldquo;, die der neu geschaffene Kabinettsausschuss Nationaler Sicherheitsrat feststellen soll. Erweiterte Befugnisse sollten durch diese Feststellung er&ouml;ffnet werden. Die damalige Einordnung als eine Art von Notstand erschien in der Tat dogmatisch verfehlt. Durch klar definierte H&uuml;rden und Verfahrensregelungen zur Entriegelung des Notstandes (Art. 80a, Art. 115a GG) will das Grundgesetz gerade ein unterschwelliges Hin&uuml;bergleiten in einen Ausnahmezustand vermeiden. Eine &bdquo;Logik des Ausnahmezustandes&ldquo; (<a href="https://freiheitsrechte.org/uploads/publications/Digital/Stellungnahme_BND-Gesetz_2026_final.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schantz</a>, Rn. 27), wie sie &sect; 125 BNDG-E, &sect; 75 BVerfSchG-E und &sect; 52 MADG mit einem &bdquo;unmittelbar bevorstehenden&ldquo; Spannungs- oder Verteidigungsfall zugrunde legen, ist insofern kritikw&uuml;rdig (<a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienstreform-wehrverfassung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Frau/N&auml;ther</a>).</p>
<p>Drohnensichtungen, hybride Angriffe auf Infrastruktur, <a href="https://voelkerrechtsblog.org/seabed-warfare/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie etwa Unterseekabel</a>, m&uuml;ssen vielmehr als neue Normalit&auml;t angesehen werden, nicht als Ausnahmezustand. Daher ist eine klare tatbestandliche Eingrenzung der Befugnisse im Regelbetrieb zielf&uuml;hrender. Erweiterte nachrichtendienstliche Befugnisse sollten nicht erst &uuml;ber eine Art Notstandsregime erm&ouml;glicht werden. Hierbei ist allerdings verfassungsrechtlich eine unabh&auml;ngige Vorabkontrolle geboten, gerade wenn es um schwerwiegende Grundrechtseingriffe durch Nachrichtendienste geht (dazu <a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienstreform-kontrolle-unabhangigerkontrollrat/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">L&ouml;ffelmann</a>).</p>
<h2>Eher &bdquo;Nachrichtendienst Plus&ldquo; als &bdquo;Geheimdienst&ldquo;</h2>
<p>Laienhaft werden die Begriffe &bdquo;Nachrichtendienst&ldquo; und &bdquo;Geheimdienst&ldquo; oft synonym verwendet. Wiederholt hat der Bundesinnenminister von einer Aufwertung zu &bdquo;<a href="https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/dobrindt-verfassungsschutz-soll-echter-geheimdienst-werden,VAiAqpO" target="_blank" rel="noopener noreferrer">echten Geheimdiensten</a>&ldquo; gesprochen. Auch der <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/reform-bnd-bundestag-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeskanzler selbst</a> hat dies als Zielsetzung definiert. Diese Aussagen verkennen, dass in der bewussten Wahl der Bezeichnung als &bdquo;Nachrichtendienst&ldquo; statt &bdquo;Geheimdienst&ldquo; auch eine Funktionsbegrenzung liegen soll (Dietrich, in: Dietrich/G&auml;rditz (Hrsg.), Handbuch des Rechts der Nachrichtendienste, 2. Aufl. 2026, III &sect; 2 Rn. 7). Bundes- und Landesgesetze verwenden durchgehend den Begriff &bdquo;Nachrichtendienst&ldquo;. Denn auch als &bdquo;Nachrichtendienst&ldquo; darf der BND zwar nicht zur vorgelagerten Polizeibeh&ouml;rde werden. Ihm d&uuml;rfen aber gleicherma&szlig;en Aufgaben, die &uuml;ber das bisherige Auswerten und Beschaffen nach &sect; 1 Abs. 2 BNDG hinausgehen, zugewiesen werden, soweit derartige Aktivit&auml;ten nicht gegen geltendes Recht versto&szlig;en (<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv100313.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 100, 313 (369 ff</a>.); <a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv133277.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">133, 277 (319</a>)) &ndash; und ohne dass der BND zu einem &bdquo;Geheimdienst&ldquo; wird. Konsequent wird auch in den Gesetzesentw&uuml;rfen die Terminologie &bdquo;Nachrichtendienst&ldquo; beibehalten. Die Frage ist also eher: Wie l&auml;sst sich der Nachrichtendienstbegriff so erweitern, dass es sich um eben keinen Wandel zum &bdquo;Geheimdienst&ldquo; handelt. Die vorgesehene erweiterte Befugniszuweisung geht einher mit einem semantisch weiteren Verst&auml;ndnis des Begriffs &bdquo;Nachrichtendienst&ldquo; im Sinne eines &bdquo;Nachrichtendienst Plus&ldquo;, der im Gegensatz zum &bdquo;Geheimdienst&ldquo; weiterhin reaktiv defensiv t&auml;tig wird. Die <a href="https://www.deutschlandfunk.de/bnd-reform-geheimdienst-sabotage-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frage, ob der BND zum Geheimdienst wird</a>, kann also im Rechtssinne klar verneint werden, selbst wenn der Begriff noch so sehr von verschiedenen politischen Amtstr&auml;gern bem&uuml;ht wird, denn v&ouml;lker- und verfassungsrechtlich setzt die Friedenspflicht aus Art. 26 Abs. 1 GG nachrichtendienstlichem Handeln im Ausland Grenzen. Auch durch v&ouml;lkerrechtskonforme Vergeltungsma&szlig;nahmen kann ein aggressiver Abschreckungseffekt durch &bdquo;erweiterte nachrichtendienstliche Ma&szlig;nahmen&ldquo; erzielt werden und der BND dennoch zur au&szlig;enpolitisch aktivsten und agilsten deutschen Beh&ouml;rde werden.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/bnd-reform-lizenz-zum-toten/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Keine &bdquo;Lizenz zum T&ouml;ten&ldquo;</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-13T08:20:28+00:00</updated>
	<author><name>Heiko Meiertöns</name></author>
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	<title type="html">Between The Hague and Berlin: Who reviews German Arms Exports to Israel (Part 1)</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>by SIDHAT SINGH Can Germany&rsquo;s arms exports to Israel be scrutinised by any court? As the International Court of Justice considers Germany&rsquo;s preliminary objections in Nicaragua v. Germany, a parallel problem emerges before German courts: challenges to arms exports have repeatedly failed on procedural grounds. The first part examines the ICJ proceedings, the Monetary Gold...</p>]]></content>
	<updated>2026-10-13T07:00:13+00:00</updated>
	<author><name>Gastautor</name></author>
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		<updated>2026-10-13T07:00:13+00:00</updated>
		<title>Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht e.V.</title></source>

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	<title type="html">What AI Cannot See</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>When we say that Artificial Intelligence can assist with legal research, legal reasoning, or the pro...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>When we say that Artificial Intelligence can assist with legal research, legal reasoning, or the production of legal knowledge, a prior question deserves far more attention than it receives: whose law do these systems know?</p>
<p>Large language models acquire their legal competence from text: judgments, statutes, treaties, journal articles, and regulatory instruments that have been digitised, indexed, and made computationally accessible at scale. The composition of these corpora is neither neutral nor complete. As Bender et al. observed in their critique,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> training data encode the hegemonies of the archives from which they are drawn; they overrepresent dominant languages, institutions, and viewpoints, and they exclude communities whose knowledge circulates outside mainstream publishing infrastructures.</p>
<p>The legal traditions of Indigenous Peoples and of much of the non-Western world are characteristically oral, relational, etched in carvings, seasonal, performative, and place-based. Their normative content lives in narrative, genealogy, ceremony, and the deliberations of communities; their authority is constituted through relationships between people, land, ancestors, and the non-human world. An AI system built to learn from text does not merely fail to locate such law. It is architecturally incapable of recognising legal knowledge in the forms in which that law exists.</p>
<p>I write from New Zealand, where this problem is neither abstract nor new. It is the digital continuation of a constitutional argument that M&#257;ori (the Indigenous Peoples of New Zealand) have been making for nearly two centuries: that the question of which knowledge counts as law is, at bottom, a question of who holds authority, and that colonial institutions have always answered it in their own favour. What has changed is the infrastructure. The determination of what counts as legal knowledge is now being embedded, silently and at planetary scale, into systems that most lawyers will use without ever asking what those systems were built to see.</p>
<h2>A Living Jurisprudence</h2>
<p>Tikanga (M&#257;ori Legal Knowledge), involving the system of values, principles, obligations, and dispute-resolution processes developed by M&#257;ori over centuries, offers an instructive case for readers accustomed to thinking about legal pluralism in constitutional terms. Tikanga is not folklore adjacent to &ldquo;real&rdquo; law. New Zealand&rsquo;s Supreme Court accepted in <em>Ellis v R</em>&nbsp;(2022) that tikanga was the first law of Aotearoa and confirmed it remains a source of New Zealand law, capable of application beyond disputes involving only M&#257;ori parties.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span></p>
<p>The Law Commission&rsquo;s landmark study paper <em>He Poutama</em> (2023) has since mapped the deepening interweaving of tikanga and state law in what Justice Joe Williams has memorably called an emerging <em>lex Aotearoa</em>.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> For comparative constitutional lawyers, this is recognisable terrain: a settler state grappling, belatedly and imperfectly, with the co-existence of two legal orders within one constitutional space.</p>
<p>But recognition has proceeded through codification, the translation of a living jurisprudence into textual forms legible to courts, tribunals, and legislatures. And codification is where the epistemic risk begins. Tikanga is not a fixed body of doctrine. It is a deliberative practice, exercised through discussion and collective deliberation, weighted by genealogy and relational standing, and applied contextually by those holding recognised authority within the tribal and sub-tribal communities in whom that authority vests. What enters the written archive (digitised legislation, tribunal reports, judgments, statutory definitions, academic commentary) is a filtered representation, shaped by the evidentiary demands of the forums for which it was produced.</p>
<p>AI systems almost exclusively ingest only this filtered layer and then filter it again through the statistical logic of the model. The result is a second-order artefact: a reconstruction of state and academic interpretations of tikanga, detached from the communities whose living practice gives tikanga its authority. A researcher anywhere in the world who asks a legal AI about M&#257;ori law will receive fluent, confident text. What they will not receive, and will not know they are not receiving, is any trace of the deliberative processes, internal authorities, and relational obligations through which M&#257;ori communities themselves determine what tikanga requires. Fluency without standing is not legal knowledge. It is presented with the authority of apparent comprehensiveness, while functioning as a vector for misinformation.</p>
<h2>The Structural Problem</h2>
<p>The structural problem generalises well beyond New Zealand, and three features of Indigenous and non-Western legal epistemologies show why.</p>
<p><em>Orality</em></p>
<p>Many Indigenous legal orders, in New Zealand, Australia, across the Pacific, and throughout the Americas, transmit normative content through oral tradition, where accuracy and authority are secured by relational and ceremonial protocols rather than by fixation in writing. John Borrows has shown, for the Canadian context, that these are sophisticated constitutional orders in their own right. Oral legal knowledge that has never been transcribed simply does not exist for a text-trained model; oral knowledge that has been transcribed exists only in the mediated form given to it by the transcriber, frequently a colonial ethnographer whose interpretive frame is embedded in the record itself.</p>
<p><em>Restriction</em></p>
<p>In many traditions, legal knowledge is deliberately confined to designated knowledge holders and disclosed only in appropriate contexts. This is not underdevelopment awaiting digitisation; it is a governance mechanism, in which the integrity of knowledge depends on proper custodianship. The corpus-building ethos of contemporary AI, in which comprehensiveness is treated as an unambiguous virtue, is in direct normative conflict with legal orders for which selective transmission is itself a legal principle.</p>
<p><em>Relational epistemology</em></p>
<p>In many Indigenous frameworks, legal knowledge is not a body of rules applied to facts but a property of relationships: between knower and known, between authority and community, between generations. Who may speak on a legal question is itself a legal question, answered by genealogy and community standing rather than institutional credential. Comparable structures run through other non-Western traditions: classical Islamic jurisprudence locates authority in chains of interpretive transmission and scholarly licence rather than in text alone; Ubuntu jurisprudence in Southern Africa grounds normativity in the relational constitution of personhood. Comparative law has long struggled with its own marginalisation of this plurality. AI now automates that marginalisation, accelerates it, and renders it invisible behind an interface.</p>
<h2>From Invisibility to Extraction</h2>
<p>It would be a mistake, however, to frame this only as a problem of absence. Where Indigenous knowledge is present in training corpora (digitised tribunal evidence, ethnographic records, documentation of M&#257;ori knowledge systems), a different harm operates &ndash; extraction. AI systems reproduce that knowledge, often without the consent of the communities from whom it derives, without any mechanism for those communities to govern its downstream use, and without recognition that, within the source legal order, such knowledge may be owned, restricted, or sacred.</p>
<p>The Indigenous Data Sovereignty movement has spent over a decade establishing that Indigenous Peoples hold inherent rights to govern data about their peoples, territories, and knowledge systems. In New Zealand, that claim carries constitutional force. In Te Tiriti o Waitangi, the 1840 treaty between the British Crown and M&#257;ori chiefs and a foundational instrument of New Zealand&rsquo;s unwritten constitution, Article 2 of the M&#257;ori text guarantees tino rangatiratanga, commonly understood by the Waitangi Tribunal and many M&#257;ori scholars as affirming M&#257;ori authority over their lands, communities, and taonga (a term encompassing all treasured things, tangible and intangible). The Waitangi Tribunal,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> the standing commission of inquiry into Crown breaches of the Treaty, held in its Ko Aotearoa T&#275;nei report (2011) that the Crown&rsquo;s obligations extend to M&#257;ori knowledge.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> In its WAI 2522 inquiry into the CPTPP trade agreement (2021),<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> in which this author gave expert evidence, the Tribunal recognised that data can record M&#257;ori knowledge and can itself be a taonga. It found the Crown had breached Treaty obligations in aspects of consultation and active protection relating to M&#257;ori interests in the digital environment.</p>
<p>The author has argued elsewhere that these guarantees generate specific obligations for AI: M&#257;ori data are taonga; their collection and use require M&#257;ori governance; and Te Tiriti operates as a constitutional threshold for the deployment of such technologies, not a consultative checkpoint to be satisfied after the design decisions have been made.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span></p>
<p>On this analysis, the ingestion of M&#257;ori legal and cultural materials into training corpora without the authority of Indigenous Peoples is not an intellectual property irregularity. On this account, it is a Treaty breach: the same extractive logic that alienated land and suppressed the M&#257;ori language and customs, as it did to other colonised Indigenous Peoples, now replicated in computational form. And a critical corollary follows for anyone tempted to treat the invisibility problem as a coverage problem. Digitisation programmes that pursue more inclusive corpora while leaving governance in the hands of technology firms and state archives do not remedy the harm; they compound it. Visibility on the wrong terms is but a new enclosure.</p>
<h2>Four Responsibilities</h2>
<p>What follows for legal scholars and institutions, I suggest, are four responsibilities, and none has yet been met.</p>
<p>The first is <em>epistemic</em>: to cultivate, and to teach, the capacity to perceive what AI cannot. Legal education must equip researchers to read a court decision as a mediated representation of Indigenous law rather than as the law itself, and to know where living legal authority actually resides; in which communities, held by which knowledge keepers, exercised through which deliberative processes. A generation trained to treat the model&rsquo;s output as the horizon of legal knowledge will not know what it is missing and will not be trained to ask.</p>
<p>The second is <em>structural</em>: to recognise that decisions about what is digitised, indexed, and licensed for training are decisions about what AI will know. Law faculties, publishers, and archival institutions are not bystanders to corpus construction; they are its infrastructure. Where their choices systematically exclude Indigenous and non-Western materials, or include them without authority, they embed epistemic hierarchy into the foundations of future legal knowledge production.</p>
<p>The third is <em>relational</em>: institutions developing or deploying AI in legal contexts owe obligations to the Indigenous communities whose legal systems are implicated: obligations of governance, not merely consultation. In New Zealand this is a Treaty requirement: tribes and subtribes participate as rights holders exercising authority, not as stakeholders invited to comment on decisions taken elsewhere. Elsewhere, analogous duties flow from the UN Declaration on the Rights of Indigenous Peoples<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> and its standard of free, prior, and informed consent.</p>
<p>The fourth is <em>critical</em>: to resist the normalisation of AI&rsquo;s limitations as though they marked the boundaries of law itself. The deepest risk here is not defective output but epistemic capture: that sustained reliance on AI-mediated research quietly trains the profession to treat the codified, the archived, and the institutionally recognised as the whole of law, and everything beyond that frame as pre-legal, customary in the pejorative sense, or merely cultural. Comparative lawyers will recognise this as an old violence in a new medium. Its novelty lies in its speed, its scale, and its invisibility.</p>
<h2>Law as Relationship</h2>
<p>Legal knowledge, in the traditions I have described, is not primarily a property of texts. It is a property of relationships: between communities and their histories, between knowledge holders and their obligations, between law and the land from which it emerges. AI systems as presently constituted cannot hold relationships. They hold textual representations of relationships, filtered through the archival practices of the institutions that have historically dominated legal publishing.</p>
<p>That constraint will not be dissolved by scale, by multilingual corpora, or by better retrieval. It demands a reckoning with the epistemological foundations of these systems: what they are designed to know, and whose knowledge they are structured to recognise. That reckoning is, at its core, a constitutional question, and like all constitutional questions in a Treaty-based order, it cannot be answered without first asking who holds the authority to speak. For legal scholarship, engaging that question is not optional. To proceed as though AI&rsquo;s blind spots were merely technical is itself a jurisprudential position, and it is one that the communities whose rights depend on legal recognition are entitled to hold us to account for.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Emily Bender et al., On the Dangers of Stochastic Parrots: Can Language Models Be Too Big?, Proceedings of the 2021 ACM Conference on Fairness, Accountability, and Transparency (2021), p. 610-623.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>Supreme Court of New Zealand, <em>Peter Hugh McGregor Ellis v. The King</em> ([2022] NZSC 114), 07.10.2022.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td><em>Tikanga M&#257;ori</em>, Law Commission, 21.09.2023, <span>https://www.lawcom.govt.nz/our-work/tikanga-maori,</span> last accessed 07.07.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>The Waitangi Tribunal, <span>https://www.waitangitribunal.govt.nz,</span> last accessed 07.07.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td><em>Ko Aotearoa T&#275;nei: Report on the Wai 262 Claim Released</em>, Waitangi Tribunal, 02.07.2011, <span>https://waitangitribunal.govt.nz/en/news/ko-aotearoa-tenei-report-on-the-wai-262-claim-released,</span> last accessed 07.07.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td><em>The Report on the Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership</em>, Waitangi Tribunal, 18.11.2021, <span>https://forms.justice.govt.nz/search/Documents/WT/wt_DOC_195473606/Report%20on%20the%20CPTPP%20W.pdf,</span> last accessed 07.07.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>Karaitiana Taiuru, <em>M&#257;ori Data Governance Report</em>, Te Kete o Karaitiana Taiuru, 28.08.2025, <span>https://www.taiuru.co.nz/maori-data-governance-in-2025/,</span> last accessed 07.07.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td><em>United Nations Declaration on the Rights of Indigenous Peoples</em>, United Nations, <span>https://social.desa.un.org/issues/indigenous-peoples/united-nations-declaration-on-the-rights-of-indigenous-peoples,</span> last accessed 07.07.2026.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/indigenous-legal-knowledge-artificial-intelligence-ai/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">What AI Cannot See</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-12T15:18:47+00:00</updated>
	<author><name>Karaitiana Taiuru</name></author>
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	<title type="html">Everybody Out of the Press Pool</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>U.S. President Donald Trump is clear about his feelings about a free press. He despises it. His inve...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>U.S. President Donald Trump is clear about his feelings about a free press. He despises it. His invectives against <a href="https://www.iwmf.org/2025/11/quiet-piggy-donald-trumps-sexist-outburst-at-female-journalist-goes-viral/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">individual journalists</a> and <a href="https://thehill.com/homenews/administration/5933617-trump-slams-new-york-times/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">media outlets</a> are legion. According to the <a href="https://cpj.org/2019/01/trump-twitter-press-fake-news-enemy-people/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Committee to Protect Journalists</a>, he first used the term &ldquo;fake news&rdquo; in December 2016, and referred to the news media as &ldquo;the enemy of the people&rdquo; in December 2017, both during his first term as President. That rhetoric has only escalated during his second term.&nbsp; He has proudly <a href="https://www.politico.com/blogs/on-media/2016/09/donald-trump-takes-credit-for-distrust-of-media-228221" target="_blank" rel="noopener noreferrer">proclaimed</a> that his efforts to discredit the press have undermined public confidence in the news media. &nbsp;And now his mission appears to be to exclude from the White House any outlets he deems <a href="https://www.dailymail.com/news/article-16147117/Natalie-Harp-unflattering-news-clips-purge-unfriendly-media-outlets-White-House.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">insufficiently supportive</a> of him and his policies.</p>
<h2>Creative Approaches</h2>
<p>During his current term, the attacks have become as overt and shameless as they are <a href="https://firstamendment.mtsu.edu/post/banishing-a-reporter-trump-escalates-battle-with-wall-street-journal-over-epstein-story/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unprecedented</a>.&nbsp; For example, President Trump has filed numerous <a href="https://www.politico.com/news/2026/03/04/donald-trump-media-lawsuits-00812525" target="_blank" rel="noopener noreferrer">defamation lawsuits</a> against both U.S.-based and international news media, including The New York Times, the British Broadcasting Corporation (BBC), The Wall Street Journal, and CNN. He sued the Des Moines [Iowa] Register and a pollster for election interference and consumer fraud after they reported just prior to the 2024 election that he was trailing in the polls in a state that he later won. (That case was <a href="https://iowacapitaldispatch.com/2026/09/23/judge-dismisses-president-donald-trumps-2024-iowa-poll-lawsuit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dismissed</a> on September 23, 2026, on the ground that it involved <a href="https://www.fire.org/research-learn/trump-v-selzer-order-granting-motions-dismiss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&ldquo;speech that enjoys the highest category of First Amendment protection.&rdquo;</a>)&nbsp; He has also used the regulatory authority of the <a href="https://www.fcc.gov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Federal Communications Commission</a> to <a href="https://www.npr.org/2025/09/19/nx-s1-5546764/fcc-brendan-carr-kimmel-trump-free-speech" target="_blank" rel="noopener noreferrer">threaten</a> television networks with retaliation, including the loss of broadcast licenses, for airing programs that include satirical commentary the President finds offensive.</p>
<h2>Barring Media from the White House</h2>
<p>In addition to suing news outlets for their published content, President Trump has recently focused on barring certain news outlets from the White House or other government-owned and operated locations, such as aboard <a href="https://www.whitehouse.gov/about-the-white-house/air-force-one/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Air Force One</a>. For example, in February 2025, he banned reporters from the Associated Press (AP) from attending certain press pool events after the wire service announced that it would defy Trump&rsquo;s <a href="https://www.federalregister.gov/documents/2025/01/31/2025-02096/restoring-names-that-honor-american-greatness" target="_blank" rel="noopener noreferrer">executive order</a> purporting to rename the Gulf of Mexico as the Gulf of America. The AP <a href="https://www.courthousenews.com/wp-content/uploads/2025/02/ap-sues-trump-gulf-of-america-press-access-ban.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sued</a>, claiming that its exclusion was based on the President&rsquo;s disagreement with its viewpoint, in violation of the <a href="https://constitution.congress.gov/constitution/amendment-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">First Amendment</a> to the U.S. Constitution.</p>
<p>A federal District Court judge in Washington, D.C. granted a <a href="https://law.justia.com/cases/federal/district-courts/district-of-columbia/dcdce/1:2025cv00532/277682/46/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">preliminary injunction</a> ordering the White House to lift the restrictions in April 2025, but permitted the government to appeal, resulting in a partial <a href="https://apnews.com/article/trump-administration-white-house-ap-press-freedom-360937fa4adb6bdbdebb58a03a6bfcc5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stay</a> from the D.C. Circuit. A majority of the three-judge panel concluded that the Oval Office, Air Force One and Mar-a-Lago are nonpublic spaces controlled by the President and to which the First Amendment does not apply. But it also found that the East Room of the White House does not share those same characteristics, and that access to that space for the wire service should be restored. The appeals court <a href="https://knightcolumbia.org/documents/jbw2pge5i1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">denied</a> an emergency petition to rehear the stay <em>en banc</em>, and the case on the merits is pending.</p>
<h2>The Latest Salvo</h2>
<p>President Trump&rsquo;s latest salvo, also still under judicial review, involves his <a href="https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/117293599348325006" target="_blank" rel="noopener noreferrer">attempt to block</a> CNN, MS NOW, and Politico from entering the White House at all, &ldquo;as a result of their constant &lsquo;reporting&rsquo; FAKE NEWS.&rdquo; He promised &ldquo;Other Fake News Media Outlets to follow.&rdquo;</p>
<p>The day after his social media post, MS NOW <a href="https://www.npr.org/2026/09/21/nx-s1-5975451/reporters-say-they-were-blocked-from-entering-white-house-after-trump-banned-outlets" target="_blank" rel="noopener noreferrer">reported</a> that one of its journalists was denied access to the White House grounds and ordered to surrender her <a href="https://whca.press/covering-the-white-house/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">access badge</a> (known as a &ldquo;hard pass,&rdquo; which is issued by the White House), as were reporters from CNN and Politico. All three outlets <a href="https://www.ms.now/news/read-ms-now-lawsuit-trump-cnn-politico-pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sued</a> in the federal District Court in Washington, D.C., calling the restrictions &ldquo;a direct assault on the First Amendment&rdquo;&nbsp; in retaliation for the content of their reporting, designed to coerce the organizations into providing more favorable coverage of him.</p>
<h2>Due Process and Viewpoint Discrimination</h2>
<p>Although, at least as a legal matter, the White House has no obligation to grant access to the press at all, once it does so, &nbsp;<a href="https://law.justia.com/cases/federal/appellate-courts/F2/569/124/35083/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">federal court precedent</a> holds that, under the First and <a href="https://constitution.congress.gov/constitution/amendment-5/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fifth</a> Amendments, <em>bona fide</em> journalists may not be denied White House press passes arbitrarily.&nbsp; And as recently as 2024, the U.S. Supreme Court <a href="https://www.supremecourt.gov/opinions/23pdf/22-842_6kg7.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">reaffirmed</a> the principle that speakers cannot be punished based on their viewpoints. &nbsp;Accordingly, the three news outlets argue that their exclusion from the White House violates the Constitution on both grounds: as unlawful viewpoint discrimination and retaliation for their reporting, and because no clear warnings or justifications were provided before the bans were imposed.</p>
<p>This is not the first time President Trump tried to revoke hard passes &ndash; both CNN&rsquo;s <a href="https://www.politico.com/story/2018/11/07/white-house-jim-acosta-credential-973702" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jim Acosta</a> and Playboy magazine correspondent <a href="https://www.cnn.com/2019/08/17/media/brian-karem-white-house-suspension" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brian Karem</a> temporarily lost their access during his first term. But so far, the courts have rejected <a href="https://www.nbcnews.com/news/all/white-house-reverses-course-permanently-restores-jim-acosta-s-press-n938171" target="_blank" rel="noopener noreferrer">each</a> of these <a href="https://www.politico.com/news/2020/06/05/brian-karem-white-house-press-pass-303395" target="_blank" rel="noopener noreferrer">attempts</a> as unconstitutional, finding that they denied the journalists due process.</p>
<h2>National Security as a Pretext</h2>
<p>Clearly, President Trump is antagonistic against outlets he claims are biased against him.&nbsp; But given existing judicial interpretations, how could he hope to prevail in this case?&nbsp; The answer is that the government has now invoked an additional justification: <a href="https://thehill.com/regulation/court-battles/6112509-trump-national-security-media-ban/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">national security</a>.</p>
<p>Governments often regard this vague term as the trump card that outweighs other interests like government transparency.&nbsp; But U.S. Supreme Court precedent has made clear that, when freedom of expression is involved, it is not sufficient for the government simply to cite national security. Rather, it has the burden to prove, as it failed to do in the <a href="https://www.oyez.org/cases/1970/1873" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&ldquo;Pentagon Papers&rdquo; </a>case, that direct, immediate and irreparable harm would result if the expressive activity was not prohibited.</p>
<p>And, indeed, <a href="https://storage.courtlistener.com/recap/gov.uscourts.dcd.296754/gov.uscourts.dcd.296754.24.0_1.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">that</a> is what U.S. District Judge Timothy J. Kelly (a Trump appointee) found in his September 24, 2026 ruling granting a temporary restraining order (TRO) against the White House. Expressing skepticism that national security was even implicated and finding that the media organizations were likely to suffer irreparable harm as long as their passes were withheld, he ordered immediate reinstatement of the press passes for a period of fourteen days.</p>
<h2>Trump&rsquo;s Defiance of TRO</h2>
<p>But within days of the court&rsquo;s order, the Trump White House effectively defied it by <a href="https://www.cnn.com/2026/10/05/media/politico-white-house-print-pool-media-cnn-msnow" target="_blank" rel="noopener noreferrer">prohibiting</a> reporters from CNN and Politico from traveling with him on Air Force One, arguing that <a href="https://www.cnn.com/2026/10/05/media/politico-white-house-print-pool-media-cnn-msnow" target="_blank" rel="noopener noreferrer">access to the plane</a> was different from access to the White House, and that Judge Kelly&rsquo;s ruling did not explicitly address press <a href="https://www.cbsnews.com/news/what-is-white-house-press-pool-how-does-it-work/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pool</a> assignments. &nbsp;The decision to bar these outlets was particularly significant because Politico was designated the &ldquo;primary pooler&rdquo; for a <a href="https://time.com/article/2026/10/05/politico-white-house-pool-air-force-one-trump-media-ban/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">trip</a> to Nebraska.&nbsp; Other pool members <a href="https://www.cnn.com/2026/10/05/media/politico-white-house-print-pool-media-cnn-msnow" target="_blank" rel="noopener noreferrer">declined</a> to accept the assignment, which, CNN reported, demonstrated &ldquo;a show of solidarity by news outlets that usually compete fiercely on the White House beat.&rdquo;</p>
<h2>Back to Court</h2>
<p>Within days, the news outlets were back before Judge Kelly, who, on October 8, 2026, <a href="https://www.cnn.com/2026/10/08/politics/live-news/trump-press-ban-hearing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">extended</a> his initial order to October 13, the day after a federal holiday.&nbsp; CNN reported at that hearing that Kelly, apparently still skeptical of the government&rsquo;s national security claims, also questioned whether, as Department of Justice (DOJ) attorney Michael Velchik argued, the President actually has the power to decide to cancel media access once he has made clear that he believes the news outlets have published &ldquo;fake news&rdquo; that violates national security, and if he had provided adequate notice to meet Fifth Amendment requirements. The media attorney, Theodore Boutrous, countered that even if that notice met due process standards, it would still amount to viewpoint &nbsp;or content discrimination and be unconstitutional under the First Amendment. However Judge Kelly rules on October 13, many questions will remain in play, as it is almost certain that one or both sides will appeal.</p>
<h2>Important Questions at Stake</h2>
<p>As the latest case underscores, President Trump&rsquo;s administration has challenged many norms.&nbsp; Presidents of both parties have always had complicated relations with the press.&nbsp; President Richard Nixon had an <a href="https://exhibits.lib.unc.edu/exhibits/show/watergate/nixon-s-enemies-list" target="_blank" rel="noopener noreferrer">enemies list</a> that included journalists.&nbsp; Barack Obama had a frosty relationship with Fox News, and his Treasury Department tried to <a href="https://www.cbsnews.com/news/president-obamas-feud-with-fox-news/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">exclude</a> a Fox correspondent from pool coverage of an interview. But President Trump&rsquo;s multi-faceted approach to suppress robust and independent journalism is without precedent.</p>
<p>The combination of legal suits, pressure from regulatory agencies, and negative language aimed at undermining the press is significant in itself.&nbsp; But the repeated attempts to exclude particular news outlets from access to the President and the White House mark a line in the sand that the news media must address. As attorney Boutrous has <a href="https://www.theguardian.com/media/2026/oct/08/trump-media-ban-hearing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">said</a>, &ldquo;The case has gotten stronger for the plaintiffs thanks to President Trump&rdquo; confessing &nbsp;&ldquo;viewpoint discrimination and retaliation.&rdquo; <a href="https://www.cjr.org/laurels-and-darts/trump-ban-press-solidarity-whca-white-house-correspondents-association-paramount-attorney-general-lawsuit-killer-story-sexton.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Columbia Journalism Review</a> has called the press reaction to the bans on its competitors &ldquo;a striking and heartening show of solidarity.&rdquo;</p>
<p>But whether the courts will agree, and whether that solidarity will endure, are critical questions.&nbsp; As midterm elections loom, and as the President and his administration engage in ever more outrageous <a href="https://thehill.com/homenews/administration/6135448-trump-threatened-la-san-diego/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rhetoric</a>, the news media must determine whether they can, ethically, decline to cover what President Trump does and says. &nbsp;The public has a right to know, and the press must perform its essential function of conveying that information. But it must also maintain its independence to keep government accountable. It won&rsquo;t be easy. And that&rsquo;s not Fake News.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/everybody-out-of-the-press-pool/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Everybody Out of the Press Pool</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-12T14:06:03+00:00</updated>
	<author><name>Jane Kirtley</name></author>
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		<updated>2026-10-12T14:06:03+00:00</updated>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-12:/301093</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/wider-always-meant-unequal/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">Wider Always Meant Unequal</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>In his recent post, Spieker criticises the &ldquo;safeguard clauses&rdquo; announced in the Commission communica...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>In <a href="https://verfassungsblog.de/preparing-for-a-wider-but-more-unequal-union/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">his recent post</a>, Spieker criticises the &ldquo;safeguard clauses&rdquo; announced in the Commission communication <a href="https://commission.europa.eu/document/download/19022e79-d2b4-4d13-bdc6-0185da92856a_en?filename=COM-2026-705_en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Preparing for a wider Union</a>. These clauses would enable the suspension of voting rights in the Council and the freezing of EU funds if a new Member State seriously breaches foundational EU values (Article 2 TEU) or the principle of sincere cooperation, and could be adopted with reverse qualified majority voting in the Council (meaning that a Commission proposal would be automatically adopted unless a qualified majority of Member States reject it). Given their much broader substantive scope and much lower procedural thresholds than Article 7 TEU, Spieker argues that these safeguard clauses infringe core constitutional values of the EU: the equality of Member States, and the equality of EU citizens.</p>
<p>This contribution shares part of Spieker&rsquo;s critique but argues that the Commission&rsquo;s plans would not direct us into a fundamentally new legal reality. An examination of previous accession conditions and their distributional effects shows that enlargement has <em>always</em> produced long-lasting inequalities between older and newer members. Some of these inequalities remain to this day and have even been endorsed by the Court. In these circumstances, the principle of equality between Member States demands not just equal voting rights in the Council, but also addressing the material dimension of equality.</p>
<h2>Structuring the Costs and Benefits of Accession</h2>
<p>While the protection of EU values, sensitive CFSP issues, and institutional design are important concerns ahead of enlargement, economic issues have traditionally dominated accession agendas. Old Member States worried about the inflow of cheaper goods, the arrival of foreign workers, and a reduced share of EU payments. Candidate countries worried about the benefits offered by EU membership. Both sides negotiated their positions during accession talks, and the outcome was captured in the act of accession.</p>
<p>Throughout this process, economically strong candidate countries were able to secure significant concessions. Denmark was given a transitional period to remove tariff barriers and restrictions on foreign capital, yet was granted immediate access to payments under the Common Agricultural Policy (Articles 31, 50, and 121 <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:11972B/TXT" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>). It also received a permanent &ldquo;summer house&rdquo; derogation that prevented foreigners from buying secondary vacation properties on the Danish coast (Article 121(2)). Sweden and Finland negotiated the creation of a new regional category in cohesion policy (so-called &ldquo;Objective 6&rdquo;) designed specifically to channel aid to regions with low population densities, even if they are rich (see Protocol 6 <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/treaty/acc_1994/act_1/pro_6/sign/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>). Conversely, economically weaker countries were forced to make important concessions as a condition for accession. To protect the old Member States, Spain and Portugal had to accept a 7- to 10-year transition period in access to agricultural assistance, during which, moreover, their own food exports were limited, as well as a 7-year transition period on the free movement of workers (Article 56 and 67 <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/treaty/acc_1985/act_1/sign/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>; Articles 216 and 233 <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/treaty/acc_1985/act_1/sign/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>). Bulgaria and Romania also accepted similar limitations on free movement for persons for up to 7 years (Annex IV <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=oj:JOL_2005_157_R_0203_01" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>).</p>
<p>Some may view the different economic treatment of newer and older Member States as a necessary measure to bring about economic convergence and protect the internal market. The statement in <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:61978CJ0231" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-231/78<em> Commission v. United Kingdom</em></a> that these special provisions seek to &ldquo;facilitate [acceding countries&rsquo;] adjustment to the rules in force within the Community&rdquo; could be read in that light. However, this argument is not supported by the economic studies prepared ahead of enlargements. The foreseen economic disruption by the <a href="https://aei.pitt.edu/966/1/enlargement_portugal_opinion.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Portuguese accession</a> was very limited, if any. The issues raised by the Spanish accession were treated in a one-sided manner, reviewing these only in light of the potential impact on the French and Italian agricultural regions (see paras. 38 and 47 <a href="https://aei.pitt.edu/1562/1/enlargement_spain_opinion_COM_78_630.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>). The Danish &ldquo;summer house&rdquo; exception was based merely on a <a href="https://www.eu.dk/samling/20151/almdel/euu/eu-note/46/1780726/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">concern</a> that foreign buyers could displace the Danish middle classes (when Malta requested a <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=CELEX:12003T/PRO/06" target="_blank" rel="noopener noreferrer">similar derogation</a>, the Commission did require economic data to support it). In addition, some of these provisions are unlimited in time, such as, precisely, the Danish and Maltese derogations on second homes. Their purpose is not to facilitate the sector&rsquo;s adjustment to the internal market, but to exclude it.</p>
<p>Arguably, acts of accession simply reflect political considerations, among which distributional concerns feature prominently. The historical, widespread use of these special provisions underlies the <a href="https://commission.europa.eu/document/19022e79-d2b4-4d13-bdc6-0185da92856a_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Commission&rsquo;s current assertion</a> that targeted provisions in accession treaties can assuage obstacles to enlargement. The Commission Staff Working Document that accompanies the <a href="https://commission.europa.eu/document/19022e79-d2b4-4d13-bdc6-0185da92856a_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Communication</a> is very explicit on the potential shift of budgetary allocations towards the acceding countries and the need to include transitional measures to protect farmers of the current Member States (see pages 4 and 90 <a href="https://commission.europa.eu/document/download/e0757d4c-4f07-4a4f-977c-4938b356f8fd_en?filename=SWD-COM-2026-705_en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>). In short, the Commission&rsquo;s suggested approach is not new, but the continuation of a well-established inegalitarian practice.</p>
<h2>When Acts of Accession Entrench Inequalities</h2>
<p>As Spieker explains, the Court declared in <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:61978CJ0231" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-231/78<em> Commission v. United Kingdom</em></a> that certain derogations in the acts of accession must be temporary since they would otherwise be &ldquo;contrary to the principle of the equality of the Member States&rdquo; (para. 17). Unfortunately, however, the Court is not entirely consistent in upholding this benevolent vision of equality.</p>
<p>For instance, although the Court proclaimed acts of accession as primary law with which secondary law must comply (see <a href="https://juris.curia.europa.eu/juris/showPdf.jsf?docid=48575&amp;pageIndex=0&amp;doclang=EN&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=4912998" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-445/00 <em>Commission v. Austria</em></a>), in <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=ecli:ECLI%3AEU%3AC%3A1988%3A420&amp;anchor=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-203/86<em> Spain v. Council</em></a> it accepted that the Council had, by Regulation, lowered the milk quotas previously fixed in the Spanish Act of Accession. The Court held that the particularities of the Spanish milk sector had been sufficiently accounted for in other parts of its Act of Accession, and that Spain had committed to the acceptance of the <em>acquis</em>, supposedly including acts adopted during the interim period between negotiation and accession (paras. 27 &ndash; 28). In <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:62004CJ0273" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-273/04<em> Poland v. Council</em></a>, the Court accepted that the Council, by Regulation, expanded the list of agricultural sectors subject to a transitional period, de facto amending the Polish Act of Accession. In the famous sugar saga (see Albi <a href="https://kluwerlawonline.com/journalarticle/Common+Market+Law+Review/47.3/COLA2010034" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>), the Commission enacted a new &ldquo;interpretation&rdquo; of the concept of sugar stocks that the EU-10 had to eliminate before accession, to include sugar held by private households. Where the Court had rejected such an interpretation in relation to the richer Member States joining in 1995 (<a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/en/TXT/?uri=CELEX:62000CJ0179" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-179/00 <em>Weidacher</em></a> para. 42), it upheld the massive fines imposed by the Commission on the poorer Member States joining in 2004, citing the requirement of protecting the sugar producers in the old Member States (see i.a. <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:62005TJ0324" target="_blank" rel="noopener noreferrer">T&#8209;324/05 <em>Estonia v. Commission</em></a>, para. 128, upheld in <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/FR/TXT/HTML/?uri=CELEX:62009CO0535" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-535/09 P<em> Estonia v. Commission</em></a><em>,</em> para. 45; <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:62004TJ0257" target="_blank" rel="noopener noreferrer">T-257/04<em> Poland v. Commission</em></a><em>,</em> para. 133, upheld in <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:62009CJ0335" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-335/05 P<em> Poland v. Commission</em></a><em>,</em> para. 188).</p>
<p>At the same time, the Court has happily upheld inequalities that have become permanently entrenched. In <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:62014CJ0103" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-103/14 <em>Bronius Jakutis</em></a>, the Court accepted the calculation formula that continues, after the transition period, to give farmers in the &ldquo;new&rdquo; Member States a substantially lower payment per agricultural hectare compared to the &ldquo;old&rdquo; Member States. The Court noted that this followed from the Act of Accession, arguing (again) that this Act constitutes primary law (paras. 57 and 59), and adding that <em>no valid comparison</em> could be made because the situation in the new Member States was radically different already before accession (para. 90; see also <a href="https://infocuria.curia.europa.eu/tabs/document/T/2009/T-0333-09-00000000RD-01-P-01/ARRET_NP/127244-FR-1-html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">T&#8209;333/09</a> para. 79). Therefore, in the Court&rsquo;s eyes, EU law allows unequal treatment of new Member States, and this more than 10 years after these joined the EU, simply because they had once been different. Indeed, today, the CAP still provides Central and Eastern Member States with lower per hectare payments than those given to older members (Article 103(3) of <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2021/2115/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regulation (EU) 2021/2115</a>).</p>
<p>The above cases cast doubt on the claim that Article 49(2) TEU limits the changes which acts of accession can bring to primary law to mere &ldquo;adjustments&rdquo; (after all, <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=ecli:ECLI%3AEU%3AC%3A1988%3A420&amp;anchor=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-203/86<em> Spain v. Council</em></a> and <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:62004CJ0273" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-273/04 <em>Poland v. Council</em></a> show a <em>very</em> liberal view of what constitutes an adjustment). More generally, they suggest that, to the Court, there is no superior principle of equality between Member States that acts of accession must respect, at least not if invoking such a principle would benefit new and poor Member States.</p>
<h2>Equality Between Member States &ndash; Of What?</h2>
<p>When <a href="https://verfassungsblog.de/preparing-for-a-wider-but-more-unequal-union/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Spieker</a> claims that the proposed safeguard measures would infringe the principle of equality between Member States, he therefore seems to ignore that such a <em>general </em>principle has not historically applied to the acts of accession.</p>
<p>Can we, however, consider an alternative approach whereby respecting the principle of equality between Member States is crucial when it comes to voting rights in the Council, but not when it comes to the distribution of resources? The logic of such an approach would be that we can accept (legally sanctioned) economic disparities between Member States, but we cannot accept different institutional safeguards, because, well, life is unequal, but procedures should not be. This is probably what Spieker means when he criticises the proposed safeguard for &ldquo;tak[ing] these inequalities to another level&rdquo; (he takes issue with the potential suspension of voting rights, but not with the potential freezing of EU funding). And it would be consistent with his claim that there is a hierarchy between the different Treaty provisions. Core provisions on the EU institutions, including Council votes (Article 16(2) TEU) would then take priority over the more mundane policy provisions such as prohibiting discrimination between agricultural producers (Article 40(2) TFEU) or ensuring that cohesion funding goes to those that need it most (Articles 174 and 176 TFEU).</p>
<p>But the ability to vote is only useful insofar as it allows us to <em>do something</em>. By enshrining long-lasting or even permanent arrangements, we de facto prevent newcomers from changing the economic deal that they were forced to accept when they first joined (and, exceptionally, prevent older Member States from changing the economic concessions they were forced to give). The criticism of the institutional provisions thus appears to assume that voting in the Council matters outside material (read here &ldquo;<em>mundane</em>&rdquo;) concerns. But while the EU is <em>more</em> than an economic union, it is not something <em>else</em> entirely, as Article 3 TEU shows. If voting in the Council is deemed important, then insulating certain economic issues from political contestation should be, too.</p>
<p>In addition, it is necessary to pinpoint that this alternative approach <em>also</em> relies on a certain substantive conception of the principle of equality between Member States: one that allows, and indeed sanctions, important material inequalities. Under this view, it is permissible to exploit the economic and geopolitical vulnerability of newer Member States and force them to accept a lesser entitlement, often permanently, over our common European goods, be it the internal market or the EU budget. This is what we <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/european-constitutional-law-review/article/negotiating-turkeys-membership-to-the-european-union-can-the-member-states-do-as-they-please/EDDD32158C4122C10FE9244B6568D185" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tried to do with Turkey</a> in relation to the free movement of persons, and what we continue to do to Central and Eastern Member States in relation to agricultural and rural development payments. Such an attitude relies on othering: the unspoken assumption that <em>the other</em> should be eternally grateful to join our club &ndash; but that it will always remain <em>the other</em>. Those who defend or enable this position, including the CJEU, must reflect on what this says about us, as a project and as a <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/european-law-open/article/on-the-meaning-and-promise-of-european-society/350820AB92816B20612B78BA601B58E8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European society</a>, if there indeed is such a thing.</p>
<h2>Conclusion: The Meaning of Equality Within the Union&rsquo;s Constitutional Fabric</h2>
<p>The accession negotiations prompt a deeper reckoning with the meaning and function of the principle of equality between Member States. A diluted principle of equality makes enlargement easier, as it lowers reluctance among current Member States. Yet it also transforms the symbolic and practical meaning of membership. The historical acquiescence to the inequalities embedded in previous acts of accession is problematic, just as the strong reactions to the institutional aspects of the proposed safeguard clauses alone reveal assumptions that can be problematic, too. At its current stage, the European project may require more than simply raising the alarm about institutional disparities. It may require, for instance, serious consideration of how much economic inequality we are willing to accept within the common project, how much inequality we are willing to entrench in the allocation of our common resources for years to come, and for how long we consider such inequalities permissible, if any.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>The author wishes to thank Merijn Chamon for his comments on a previous draft.</em></p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/wider-always-meant-unequal/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Wider Always Meant Unequal</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-12T13:59:25+00:00</updated>
	<author><name>Leticia Díez Sánchez</name></author>
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	<title type="html">Service am Montag</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Stellen Referentin/Referent (m/w/d) f&uuml;r Rechtsvergleichung, Bundesverfassungsgericht, Frist: 06.11.2026 &nbsp; &nbsp; Scientific Coordinator, Max-Planck-Institut f&uuml;r Rechtsgeschichte und Rechtsvergleichung, 100% Stelle E13, ab 01.01.2027, Frist: 25.10.2026 Studentische Hilfskraft, Max-Planck-Institut f&uuml;r Ausl&auml;ndisches &Ouml;ffentliches Recht und V&ouml;lkerrecht, 5-10 Std./Woche, &nbsp;Frist: 28.10.2026 Call for Papers/Participation Call for Papers: Menschenrechtsmagazin, Beitr&auml;ge in deutscher und englischer Sprache, Frist: 15.12.2026 Call for Participation:...</p>]]></content>
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	<author><name>JuWiss Redaktion</name></author>
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	<title type="html">Politicizing the U.S. Postal Service</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>The American electoral system divides authority between the states and Congress. The President, by contrast, has no formal role in election administration. The rule of law, though, has never deterred President Trump from plowing ahead in pursuit of his policy desires. One such yearning is to <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2025/aug/18/trump-mail-in-ballots-voting-machines-2016-midterms" target="_blank" rel="noopener noreferrer">substantially reduce mail voting</a>, which, against all evidence, Trump believes favors Democrats and is susceptible to widespread illegal voting by noncitizens.</p>
<h2>Trump&rsquo;s Mail Voter Fixation</h2>
<p>On March 31, 2026, Trump <a href="https://www.federalregister.gov/documents/2026/04/03/2026-06601/ensuring-citizenship-verification-and-integrity-in-federal-elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">issued an executive order</a> (EO) attempting to regulate mail voting in two notable, and disruptive, ways. First, the EO instructed the head of the United States Postal Service (USPS), the federal entity responsible for mail delivery, to implement a rule mandating that ballot envelope designs receive preapproval by USPS and that each envelope be marked with unique barcodes that are specific to each mail voter. Second, the EO instructed states to generate lists of mail-ballot-eligible voters (this population differs from state to state) with their individualized barcodes and submit them to the USPS. The USPS, in accordance with the EO, <a href="https://www.federalregister.gov/documents/2026/08/26/2026-17238/ballot-mail-for-federal-elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">issued an administrative rule</a> on August 21, 2026, in which it both implemented the envelope and barcode requirements and announced the creation of a Federal Ballot Mail Portal for submission of the state-generated lists. It further threatened to withhold from the &ldquo;mailstream&rdquo; any mail ballots displaying barcodes that could not be matched with those on the state-generated lists. Election administrators were quick to critique these mandates as unnecessary, logistically burdensome, and costly.</p>
<p>Trump has an <a href="https://verfassungsblog.de/the-u-s-presidents-electoral-power-play/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">established pattern</a> of unlawfully interfering in election administration. This latest infringement, however, raised concerns because of the sheer number of potentially impacted voters &ndash; in 2024, <a href="https://electionlab.mit.edu/research/voting-mail-and-absentee-voting" target="_blank" rel="noopener noreferrer">just under 30%</a> of the ballots cast were sent through the mail. Even assuming the legal authority to do so, overhauling a voting method used by over twenty million voters based only on conjecture is nonsensical. As <a href="https://responsivegov.org/research/can-the-president-really-ban-mail-voting-or-election-equipment-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">noted by the Institute for Responsive Government</a>, mail ballots are already &ldquo;stored securely and handled under strict chain-of-custody rules, sent only to registered voters whose identities are confirmed through state and federal databases.&rdquo; Equally concerning was the timing; the administrative rule was issued less than two weeks before some states were scheduled to distribute their mail ballots.</p>
<p>As expected, nearly two dozen Democratic-led states <a href="https://www.reuters.com/legal/government/democratic-led-states-sue-block-trumps-order-tightening-mail-in-voting-2026-04-03/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sued</a> to block the initial EO, and subsequent lawsuits were filed against the USPS&rsquo;s administrative rule. The litigation history is byzantine, given the multiple lawsuits and expedited nature of the proceedings. It is sufficient to note that a federal district court blocked (i.e., enjoined) the rule, leading the USPS to seek immediate Supreme Court review. More specifically, the USPS asked the Supreme Court to block (i.e., stay, in legal parlance) the federal district court&rsquo;s decision and let the USPS proceed.</p>
<h2><strong>The United States Postal Service Loses in Court</strong></h2>
<p>The primary legal question was whether or not the USPS has the statutory authority to take the actions it did. Most experts were dubious of that, so there was some anticipation over what the USPS&rsquo;s arguments would be. The USPS&rsquo;s brief cited two statutes in support of its position: <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/39/401" target="_blank" rel="noopener noreferrer">39 U.S.C. &sect; 401(2)</a> and <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/39/404" target="_blank" rel="noopener noreferrer">39 U.S.C. &sect; 404(a)(1)</a>. The first statutory provision authorizes the USPS to &ldquo;adopt . . . such rules and regulations, not inconsistent with this title, as may be necessary in the execution of its functions under this title and such other functions as may be assigned to the Postal Service under any provisions of law outside of this title.&rdquo; The second statutory provision authorizes the USPS to &ldquo;provide for the collection, handling, transportation, delivery, forwarding, returning, and holding of mail, and for the disposition of undeliverable mail.&rdquo; In a nutshell, then, the USPS&rsquo;s argument was that requiring the states to comply with the barcode and mail voter list requirements was &ldquo;necessary in the execution of its functions,&rdquo; including the &ldquo;collection, handling, transportation, delivery, forwarding, returning, and holding of mail.&rdquo; This is a specious claim.</p>
<p>In short, it is far-fetched to assert that the USPS&rsquo;s novel, disruptive administrative rule is &ldquo;necessary&rdquo; to the USPS&rsquo;s duties. The USPS is not typically engaged in the administration of elections. As determined by the federal district court, &ldquo;the [administrative rule] is an election rule where it purports to regulate the time, place, and manner of elections and is unconstitutional where Congress has not authorized such a rule.&rdquo; It further held that Title 39, the section of the U.S. Code containing the two statutes relied on by the USPS, &ldquo;excludes any reference to elections.&rdquo; The USPS was therefore acting without legal authorization.</p>
<p>Because of the expedited posture of the case, in which, again, the Supreme Court was asked to stay the federal district court&rsquo;s decision, <a href="https://www.law.cornell.edu/wex/stay_of_proceedings" target="_blank" rel="noopener noreferrer">the operative four-part test</a> asked (1) whether the USPS was likely to prevail on the merits, (2) whether the USPS would suffer irreparable injury if the stay is not granted, (3) whether other parties would be substantially harmed if the stay was granted (i.e., who the &ldquo;balance of the equities&rdquo; favored), and (4) what best served the public interest.</p>
<p>Regarding the first factor, the USPS&rsquo;s legal arguments are noted above. As to the second factor, the USPS claimed in its brief that preventing it from implementing its rule in advance of the 2026 midterm elections, and preventing it from addressing &ldquo;the risk that the federal mails will be used to perpetrate voter fraud,&rdquo; would cause it irreparable injury. The USPS provided little on the third factor, and argued that, in this case, the fourth factor was indistinguishable from the second.</p>
<p>On September 14, 2026, the Supreme Court, in <a href="https://www.supremecourt.gov/opinions/25pdf/26a305_4g15.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">a brief, unsigned order</a>, denied the USPS&rsquo;s stay request, holding simply that &ldquo;[t]he Government is unlikely to succeed on the merits of its challenge to the District Court&rsquo;s preliminary injunction. And the equitable factors applicable for obtaining emergency relief from this Court do not favor a stay.&rdquo; Justice Kavanaugh wrote a short concurring opinion asserting that, though the USPS might have a meritorious argument, applying its administrative rule this close to the 2026 midterm elections would be imprudent. And Justices Alito and Thomas dissented, noting their belief that the USPS should have prevailed.</p>
<h2><strong>Conclusion</strong></h2>
<p>A brief coda: at the time of this writing, the Federal Ballot Mail Portal is still not operative, confirming the suspicions of many that Trump&rsquo;s and the USPS&rsquo;s ambitions were quixotic. Time will tell if Trump is sincerely committed to this endeavor. It seems more likely that this entire episode was yet another example of his penchant for stagecraft, and more disturbingly, insistence on fomenting confusion and consternation over the legitimacy of American elections. One hardly knows, then, what to make of his latest about-face: <a href="https://www.nytimes.com/2026/10/03/us/politics/trump-republicans-mail-voting.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">an urgent call</a> for Republicans to vote by mail.</p>
<p>
</p><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/politicizing-the-u-s-postal-service/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Politicizing the U.S. Postal Service</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-12T04:53:23+00:00</updated>
	<author><name>Joshua Sellers</name></author>
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	<title type="html">Carbon Majors in Brazilian Courts</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>On October 9, 2026, Brazil&rsquo;s Federal Prosecutor&rsquo;s Office and a nonprofit environmental association, ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>On October 9, 2026, Brazil&rsquo;s Federal Prosecutor&rsquo;s Office and a nonprofit environmental association, Instituto Preservar, sued Shell Brasil Petr&oacute;leo Ltda. for damages caused by the April and May 2024 floods in my home state of Rio Grande do Sul. The case, a public civil action (<em>A&ccedil;&atilde;o Civil P&uacute;blica</em> No. 5069002-52.2026.4.04.7100), is pending before the Centre for the Processing of Disputes Associated with the 2024 Rio Grande do Sul Climate Catastrophe, a specialized unit of the federal courts in Porto Alegre. The extreme rainfall that began in late April caused what the World Meteorological Organization called <a href="https://news.un.org/en/story/2025/03/1161626" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brazil&rsquo;s worst climate-related disaster</a>, killing more than 180 people and displacing about 600,000.</p>
<p>As I am arguing in a forthcoming article on &ldquo;Climate Disaster Litigation&rdquo;, in the immediate aftermath of the 2024 floods we saw claims I characterize as &ldquo;multidirectional&rdquo;, mostly aimed at the government, with the notable absence of cases with a public plaintiff and a private defendant. <a href="https://climate.law.columbia.edu/content/second-conference-attribution-science-and-climate-law" target="_blank" rel="noopener noreferrer">At a recent talk on climate attribution science</a>, I observed that a plausible deterrent for such a structural case was the missing science, in particular end-to-end attribution, since Brazilian law provides the standing, the remedies, and the access to courts that such a claim requires. The filing now places Brazil among the jurisdictions where public enforcers sue fossil fuel producers, which the litigation over the 2024 floods had not previously included. It also offers a concrete setting for the interplay between the causal nexus of Brazilian environmental liability and the attribution of a climate disaster to an emitter.</p>
<h2>The claim</h2>
<p>The plaintiffs invoke the <a href="https://www.planalto.gov.br/ccivil_03/leis/l6938.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">National Environmental Policy Act</a> (Law 6,938/1981), which makes liability for environmental damage strict. The Superior Court of Justice, Brazil&rsquo;s highest court for federal non-constitutional law, has held in a binding repetitive appeal that this liability follows an &ldquo;integral risk&rdquo; theory (REsp 1.374.284/MG). Under that theory, the defendant cannot invoke force majeure, meaning an unforeseeable and unavoidable event, or the act of a third party. The statute also defines as a polluter anyone directly or indirectly responsible for a polluting activity, and the plaintiffs argue that Shell Brasil qualifies through its own production in Brazil and through its place in a global corporate group. The petition seeks an initial estimate of R$270.5 million for material damages, to be quantified after judgment, and the same amount for collective moral damages, a total of R$541 million or <a href="https://www.afp.com/en/brazil-prosecutors-sue-shell-108-mn-over-deadly-2024-floods" target="_blank" rel="noopener noreferrer">about US$108 million</a>. It asks that the money go to a dedicated fund under judicial supervision, a model drawn from the reparation processes after the Mariana and Brumadinho dam collapses, and it requests no interim injunction.</p>
<p>The petition explains the choice of defendant through <a href="https://carbonmajors.org/Entities" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Carbon Majors</a>, a public database of the historical emissions of fossil fuel and cement producers. &nbsp;The database attributes to the Shell group 2.02 percent of cumulative fossil fuel and cement CO2 emissions since 1854, the ninth largest share among all entities it covers. The petition also describes Shell Brasil as the second-largest oil producer in Brazil. It does not discuss Petrobras, the state-controlled company and Brazil&rsquo;s largest oil producer, whose cumulative share in the Carbon Majors table annexed to the petition is 0.58 percent.</p>
<p>The petition converts these data into a sum of money through a formula, taking the R$111.6 billion that the federal government allocated to Rio Grande do Sul after the floods and multiplying it by 12 percent, the increase in rainfall intensity reported in a <a href="https://doi.org/10.1038/s44304-025-00162-8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">study by Clarke and others</a> published in January 2026. It then multiplies the result by the group&rsquo;s 2.02 percent share of emissions. The product, 0.2424 percent of the base, is the amount sought for material damages. The petition states that no method available in the present state of knowledge converts an increase in rainfall exactly into a fraction of damage and presents the multiplication as a legal criterion, supported among other authorities by the 2025 judgment in <a href="https://rwe.climatecase.org/sites/default/files/2025-06/Judgement%20OLG%2028_05_2025.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Lliuya v. RWE</em></a>, which dismissed the claim but <a href="https://blogs.law.columbia.edu/climatechange/2025/06/19/what-lliuya-v-rwe-means-for-climate-change-loss-and-damage-claims/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">accepted proportional liability in principle</a>. This formula serves here as a canvas against which the question of causation can be examined.</p>
<h2>Brazil joins the trend</h2>
<p>The Federal Prosecutor&rsquo;s Office <a href="https://www.afp.com/en/brazil-prosecutors-sue-shell-108-mn-over-deadly-2024-floods" target="_blank" rel="noopener noreferrer">has been described</a> as the first national public prosecutor to sue an oil major over a climate disaster, a distinction that mostly reflects the difference between Brazilian and US federalism and standing rules. In the US cases, the plaintiffs are states, counties and cities, and in Brazil a federal body litigates in a federal court. Since 2017, US states, counties and cities have sued oil and gas companies over the costs of climate change, among them Multnomah County in a <a href="https://climatecasechart.com/case/county-of-multnomah-v-exxon-mobil-corp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">suit over the 2021 heat dome</a> that, it alleges, killed 69 people in the county. The more meaningful point is that Brazil finally has a climate disaster case brought by a public attorney against a carbon major.</p>
<p>The US suits generally rest on state law and allege nuisance, failure to warn, or consumer deception, which require the plaintiff to prove wrongful conduct, such as an inadequate warning or a deceptive statement. The Brazilian petition rests on strict liability under a national statute and, under the integral risk theory, faces a defendant who cannot rely on force majeure. The petition nonetheless uses a type of evidence that also appears in the US suits, namely the company&rsquo;s own knowledge. It cites Shell&rsquo;s internal 1986 report and its 1991 film <em>Climate of Concern</em> to show that the company knew the risk of floods and extreme weather, and it relies on that evidence against the force majeure defense and in setting the amount of moral damages.</p>
<p>The fate of the US suits depends in large part on <a href="https://www.scotusblog.com/cases/suncor-energy-inc-v-county-commissioners-of-boulder-county/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Suncor Energy v. Boulder County</em></a>. The Supreme Court granted review in February 2026, heard argument on October 5 and has not yet ruled. The case asks whether federal law precludes state-law claims for injuries allegedly caused by the effects of greenhouse gas emissions on the global climate. That question should not arise in the same form in Brazil, because the petition rests on a national statute applied by a federal court. The Brazilian case will therefore test the trend under a different legal structure from the one under review in Washington.</p>
<h2>Two tracks of liability</h2>
<p>The litigation over the floods has been multidirectional, with public and private plaintiffs and, until this filing, public defendants. The Federal Prosecutor&rsquo;s Office sued the federal government, the state and nine municipalities of the Taquari-Antas basin in a structural action seeking measures to prevent new disasters (No. 5001898-69.2024.4.04.7114). The Rio Grande do Sul state prosecutors <a href="https://www.mprs.mp.br/noticias/62315/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sued Porto Alegre</a> over its flood protection system and claimed R$50 million in collective moral damages. That claim has already been decided at first instance, and the court rejected the municipality&rsquo;s force majeure defense. Two private associations sued the federal government for R$15 billion, and a federal court dismissed the case for lack of standing.</p>
<p>These claims rest on what I call foreseeability liability. The defendant answers because it failed to prepare for, prevent or respond to a disaster whose risk was foreseeable, whether or not it contributed to the emissions behind that risk. Event attribution has a supporting role on this track. The <a href="https://www.worldweatherattribution.org/climate-change-made-the-floods-in-southern-brazil-twice-as-likely" target="_blank" rel="noopener noreferrer">rapid study by World Weather Attribution</a> found that climate change made the rainfall more than twice as likely and that forecasts were available nearly a week ahead, which weakens the argument that the event was unforeseeable.</p>
<p>The claim against Shell Brasil rests on the other track, which I call emissions liability. The defendant answers because its emissions contributed to the warming that intensified the event. This track asks more of the science, because the claimant must link the event to the warming and the warming to the defendant. With this petition, the multidirectional pattern now includes a private defendant on the emissions track.</p>
<h2>Nexus and attribution</h2>
<p>Brazilian environmental liability usually asks whether a specific activity caused specific degradation. The Superior Court of Justice relaxes that inquiry when several polluters contribute, asking whether the conduct bears on the duty to avoid or mitigate the harm (AREsp 1.945.714/SC), and it reverses the burden of proof in environmental cases (S&uacute;mula 618). Climate causation works differently, because the harm runs through the global climate system and through an event whose occurrence is probabilistic. Attribution science therefore performs two tasks in an emissions claim: it establishes a probabilistic link between emissions and the event, which a Brazilian judge can receive as causal nexus, and also supplies a share, which can work as a key for apportioning the damages.</p>
<p>The petition assigns each task to a different source and states both in the vocabulary of causal nexus. The event study provides the link, reporting that the rainfall became about twice as likely, with uncertainty ranges from 0.06 to 4,200 for the probability ratio and from minus 13 to plus 43 percent for intensity, while Carbon Majors provides the share. An expert opinion annexed to the petition states that quantifying the losses attributable to the warming would require a specific analysis connecting emissions, precipitation, flooding and losses, and it cites the end-to-end method of <a href="https://doi.org/10.1038/s41586-025-08751-3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Callahan and Mankin</a>, which links company emissions to warming, extreme heat and economic damages.</p>
<p>The case therefore tests whether Brazilian law treats an end-to-end analysis of this flood, connecting the defendant&rsquo;s emissions to the resulting losses, as a threshold requirement or as a refinement of proof that a legal criterion can replace under strict liability. The court will also have to decide how emissions attributed to a global group can be apportioned to its Brazilian subsidiary, and whether an increase in rainfall intensity can stand for a share of the damage. The defendant&rsquo;s response and the court&rsquo;s answers will show whether a carbon major&rsquo;s share of cumulative emissions can serve in Brazilian courts as the key for apportioning the cost of a disaster.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/carbon-majors-in-brazilian-courts/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Carbon Majors in Brazilian Courts</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-11T14:46:41+00:00</updated>
	<author><name>Alessandra Lehmen</name></author>
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		<updated>2026-10-11T14:46:41+00:00</updated>
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	<title type="html">Pillars of Society</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Thirteen men and two women make up the Christian Democratic Union&rsquo;s group in the newly constituted ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<div>
<p>Thirteen men and two women make up the Christian Democratic Union&rsquo;s group in the newly constituted state parliament of Saxony-Anhalt. On Tuesday, four of them helped elect a right-wing extremist as President of the <em>Landtag</em>. In protocol, and in <a href="https://verfassungsblog.de/warum-die-machtubernahme-durch-die-afd-schon-fruher-beginnen-konnte-als-viele-glauben/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">politics too</a>, this office carries exceptional weight. Who exactly they were, and what exactly their motives were, I do not know. Nor do I care. I am equally uninterested in what the episode reveals about the divisions within the new group and the authority of its leader. What interests me is the fact (and what else could it be, <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/friedrich-merz-afd-cdu-sachsen-anhalt-bsw-gxe" target="_blank" rel="noopener noreferrer">crackpot conspiracy theories</a> aside) that in a state governed by CDU Minister-Presidents for a quarter of a century, one in four Christian Democratic MPs gives their vote to a right-wing extremist.</p>
<p>Right-wing extremist: what could be more Christian Democratic than this term of demarcation? Not the &lsquo;right-wing&rsquo; part. The CDU is on the right itself. It is the &lsquo;extremist&rsquo;. The insistence that there is a difference between the centre and the extreme. And that this difference is constitutive. Of the political system of the Federal Republic. Of the protection of its constitution. Of their own identity.</p>
<p>Through the distinction between centre and extreme, the Union recognises itself as something that remains identical with itself over time. When it looks in the mirror, it sees a bundle of opposites: it unites Catholics and Protestants, workers and entrepreneurs, farmers and financial investors &ndash; that is why it is called a Union, after all. People who have little in common beyond the conviction that the distribution of power and property in this country is, by and large, fine as it is, and that government is best left in the hands of their own kind: sensible, respectable pillars of society. The centre, in short.</p>
<p>Its boundaries also mark out the space within which the Union remains capable of alliances, compromise and coalition. Anyone who wants to govern with it &ndash; which usually means anyone who wants to govern at all &ndash; has to enter that space. They have to become as sensible, respectable and moderate as the Union itself, so that the programme of government can be assembled from practical solutions to real problems on whose description one can always reach agreement in the end, across whatever differences of interest and habitus remain. Because and as long as this works, Liberals, Greens and Social Democrats identify and integrate themselves as parties of the centre, and so does the Union: Look, we told you so. Organising majorities, staying sensible, being fit to govern. That&rsquo;s us!</p>
<p>++++++++++<em>Advertisement++++</em>++++++++</p>
<p><a href="https://www.fernuni-hagen.de/dtiev/veranstaltungen/symposion-2026.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-300x91.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-150x46.jpg 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-200x61.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-300x91.jpg 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-400x122.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-600x182.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-800x243.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen.jpg 944w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-150x46.jpg 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-200x61.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-300x91.jpg 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-400x122.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-600x182.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen-800x243.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Fernuni-Hagen.jpg 944w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><strong><em>2500 Jahre Demokratie</em></strong></p>
<p><em>Das diesj&auml;hrige Symposion des Dimitris-Tsatsos-Instituts greift ein Projekt wieder auf, das der Gr&uuml;nder Dimitris Tsatsos zu seinen Lebzeiten nicht mehr verwirklichen konnte, eine Besinnung auf eine Spanne von 2500 Jahren politischer Theorie und Praxis, die im Diskurs &uuml;ber Demokratie ihren Niederschlag findet. Diese Besinnung dient nicht einem theoretischen Ziel, etwa den &uuml;ber 200 Varianten einer Begriffsbestimmung eine weitere hinzuzuf&uuml;gen oder gar eine Bestimmung mit Anspruch auf Verbindlichkeit herauszuarbeiten. Ihre Absicht ist vielmehr, einen Evolutionsprozess der politischen und der Verfassungskultur nachzuzeichnen, der sich &uuml;ber lange Dauer und verschiedene Epochen erstreckt hat.</em></p>
<p><strong><em>6. &amp; 7. November 2026</em></strong><em>, FernUniversit&auml;t in Hagen und <strong>online &uuml;ber Zoom. </strong>N&auml;heres unter </em><a href="https://www.fernuni-hagen.de/dtiev/veranstaltungen/symposion-2026.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>www.fernuni-hagen.de/dtiev/veranstaltungen/symposion-2026.shtml</em></a><em>.</em></p>
<p>++++++++++++++++++++++++++++++++</p>
<p>&lsquo;<a href="https://verfassungsblog.de/the-end-of-the-centre/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">The End of the Centre&rsquo;</a> was the title of the editorial Florian Meinel and I wrote in February last year, when the CDU/CSU group in the <em>Bundestag</em>, led by Friedrich Merz, suddenly set about forming a new majority on migration together with the AfD. For me, our text was above all an expression of disbelief: Why are they doing this? Why are they destroying the very thing that defines them? And if that thing really is destroyed, what follows?</p>
<p>The response to our text was, shall we say, interesting. A few days after it appeared, I sat on a panel at Bucerius Law School with a former judge of the Federal Constitutional Court whom I had known and respected for many years. Afterwards in the foyer, over canap&eacute;s and wine, he suddenly laid into me <em>coram publico</em>. With our editorial, he charged, we had insinuated that the CDU was making common cause with Nazis. He took this as a personal insult to himself as a CDU member. He wanted nothing more to do with me. We practically shouted at each other. Earlier this week I was back at Bucerius Law School to discuss <a href="https://www.law-school.de/termin?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews_preview%5D=5016&amp;cHash=f91b321ca0abfa3802aaddff20a03c98deafbe37ea1d83c002e91ba8f8de3422" target="_blank" rel="noopener noreferrer">academic freedom</a> &ndash; the subject of a <a href="https://verfassungsblog.de/higher-education-and-democratic-resilience-project/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">project we are starting together with Bucerius Law School and the University of Oxford</a>, to be officially launched in Berlin in early November. Several people brought up that encounter with the former constitutional judge. It had been completely mad, they said. Nobody had ever seen anything like it. Nor had I, to be honest.</p>
<p>Back then, Florian Meinel and I considered two possible conclusions from the Union&rsquo;s abandonment of the centre. One: the Social Democratic and Green remnant of the centre, together with the dense institutional network of the pre-political sphere, forces the Union to reverse course. The other: give up the destroyed centre as lost and integrate towards the left &ndash; a German <em>Nouveau Front Populaire</em> that takes on the right and organises majorities against it.</p>
<p>It soon became clear that nothing would come of the first. The second, however, is now emerging as a possibility at state level, in the federal capital, Berlin. There, <em>Die Linke</em> was the only party that had managed to describe a reality its voters could relate to. Take the explosion in rents. One can argue about the costs and benefits of socialising housing and thereby removing it permanently from the market as a tradeable commodity and an object of investment and speculation. But at least it is an idea! And this idea had already convinced a clear majority of Berlin voters once before. Developing a description of real problems that can command a majority, along with concrete ideas for solving them, sometimes daring but never unreasonable: that used to be the hallmark of the centre.</p>
<p>Its remnants, however, seem to have settled on a third option long ago. The centre is neither restored nor abandoned but transformed into something else. It is being rebuilt as a kind of identitarian assembly hall, where people gather to feel themselves as a <a href="https://blnreview.de/ausgaben/2026-08/steinbeis-strafrecht-leugnung-existenzrecht-israels" target="_blank" rel="noopener noreferrer">community of fate</a>. The centre no longer defines itself by keeping its distance from subversives, firebrands and radicals, but by excluding everyone who disputes this community of fate and/or does not belong to it and/or poses a threat to it. It no longer finds its identity in successfully processing and reconciling opposites, in the robust, sensible purr of its well-oiled engine of compromise, but in the opposite: it wants to feel at one with itself. Its identity is a matter of feeling. Wallowing in its own emotion, it stands together in this space, cocooned by <a href="https://verfassungsblog.de/drawing-red-lines/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">red lines</a>, and woe betide anyone who challenges it. The CDU takes it personally when hundreds of thousands suddenly take to the streets, merely because it and the AfD see eye to eye on migration. The former constitutional judge sees his personal honour tainted by the notion that he should suddenly find himself in the same room with Nazis. He is very much offended indeed.</p>
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<p><a href="https://openrewi.org/calls-for-participation/fallbuch-europarecht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-212x300.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-106x150.png 106w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-200x283.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-212x300.png 212w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-400x566.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-600x849.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-723x1024.png 723w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-800x1132.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI.png 1054w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-106x150.png 106w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-200x283.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-212x300.png 212w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-400x566.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-600x849.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-723x1024.png 723w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI-800x1132.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Entwurf_ohne_logos_KI.png 1054w" sizes="(max-width: 212px) 100vw, 212px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><em><strong>Call for Klausuren</strong></em></p>
<p><em>F&uuml;r den ersten <strong>Open-Access-Klausurenkurs</strong> zum Europarecht suchen wir fertige <strong>Klausuren</strong> und Abstracts. Die in K&uuml;rze erscheinenden zwei Lehrb&uuml;cher zum Europarecht aus der <a href="https://openrewi.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenRewi-Reihe</a> werden um ein <strong>Fallbuch Europarecht</strong>, herausgegeben von Cora Masche und Moritz von Rochow, erg&auml;nzt. Der Call l&auml;uft bis zum <strong>10.11.2026</strong>. Das Buch soll im M&auml;rz 2027 gedruckt und online erscheinen. </em></p>
<p><em>Zum Call und Upload: <a href="https://openrewi.org/calls-for-participation/fallbuch-europarecht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://openrewi.org/calls-for-participation/fallbuch-europarecht/</a></em></p>
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<p>This is a space that patrols its margins instead of integrating them. It compels those it finds there not to compromise but to profess. <em>Die Linke</em> won the Berlin election partly because, in the city with Europe&rsquo;s largest Palestinian diaspora, it alone had dared to describe the genocide in Gaza as a real problem. The clear winner of the election, just to get a seat at the negotiation table, first had to profess the <a href="https://spd.berlin/media/2026/10/Berliner_Vereinbarung_zum_Start_der_Sondierungen.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Staatsr&auml;son orthodoxy</a> by which the identitarian centre recognises its own.</p>
<p>Meanwhile in Magdeburg, the newly minted President of the <em>Landtag</em>, who apparently intends to stay on as general secretary of the AfD in Saxony-Anhalt, only needs to look suitably guileless in his cream-coloured suit and read out a meek little speech full of Steinmeier-style democratic set phrases, and everyone says: Oh, he&rsquo;s quite moderate really. Not a nasty one like his deputy, Hans-Thomas Tillschneider, who likewise received more votes than the AfD group has members. Unlike the President, though, the deputy will have little say by virtue of his office beyond chairing sittings (until he becomes Minister of Culture and Science, that is. Then he will).</p>
<p>And speaking of antisemitism, and speaking of Tillschneider: today in Halle he was kept out of the synagogue courtyard at the commemoration of the attempted massacre of Jews in Germany by a Nazi seven years ago. Protesters at the gate. He could not get through and had to leave again, the right-wing extremist Dr Tillschneider. That is how you protect Jewish life in Germany!</p>
<p>In Berlin, coalition talks are now getting under way. In Magdeburg, the AfD is three votes short of an absolute majority. My suggestion: let&rsquo;s talk about real problems.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>With thanks to Hanna Pfeifer and Florian Meinel for their valuable comments.</em></p>
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<h2>Editor&rsquo;s Pick</h2>
<p>by MAXIM B&Ouml;NNEMANN</p>
<div><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-107078" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-207x300.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-103x150.jpg 103w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-200x290.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-207x300.jpg 207w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-400x580.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-600x870.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-706x1024.jpg 706w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic.jpg 768w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-103x150.jpg 103w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-200x290.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-207x300.jpg 207w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-400x580.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-600x870.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-706x1024.jpg 706w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic.jpg 768w" sizes="(max-width: 207px) 100vw, 207px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><p>Copyright: NAZA</p></div>
<p>Yuval Abraham and Rachel Szor have spent much of the past few years on the rooftops of Tel Aviv. Between the glittering skyline and flickering television screens, the two award-winning Israeli filmmakers have spoken with numerous members of Israel&rsquo;s security establishment. At the heart of these conversations is the word &ldquo;<a href="https://www.theguardian.com/film/naza" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NAZA</a>&rdquo;, a euphemism for civilian casualties in military strikes against Hamas. &ldquo;We say 15 NAZA,&rdquo; says one of their interlocutors. &ldquo;We don&rsquo;t say 15 people will be killed, and certainly not that 15 children and women will be killed.&rdquo; Calmly and with detachment, the interviewees recount atrocities and death zones, brutalisation and indifference, and a thoroughly automated process of mass killings. It is difficult to listen to these accounts, so harrowing are the testimonies documented in the film. Those who want to see for themselves can watch NAZA for free on <a href="https://www.theguardian.com/film/naza" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>The Guardian</em>&rsquo;s</a> website from late November.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<h2>The Week on Verfassungsblog</h2>
<p>summarised by JAKOB GA&Scaron;PERIN WISCHHOFF</p>
<p>&ldquo;Reality is a sound; you have to tune in to it not just keep yelling.&rdquo; (Anne Carson). Indeed, it seems that we have lost the capacity and patience to listen. Or perhaps one can no longer be heard unless one takes to the streets and demands justice, loudly.</p>
<p>This week, images of <strong>French school students</strong> flooding the streets and gathering around the Bastille made headlines around the world. Protesting for better school facilities, many have instead faced mass arrests and serious injuries from police weapons. <a href="https://verfassungsblog.de/france-school-protests/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">CARINA BURY</a> (ENG) argues that France strips young people of their right to protest on account of their age, yet offers them no protection from batons, tear gas, and stun grenades.</p>
<p>The streets are full not only in France, but also in Spain, where the cruel eviction of 87-year-old resident Mar&iacute;a del Carmen Abascal shocked the public. The cries of solidarity with the elderly woman, who passed away just a few days ago, reflected growing public frustration over the <strong>worsening housing crisis in Spain</strong>. Within ten days, Spain has moved from public outrage over a highly publicised eviction to the calling of a general election. <a href="https://verfassungsblog.de/vulnerability-as-a-barrier-to-eviction/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MIRYAM RODR&Iacute;GUEZ-IZQUIERDO SERRANO</a> (ENG) explains how the concept of vulnerability became part of constitutional language, shaping the relationship between property and housing rights.</p>
<p>Elections are also approaching in Brazil, Serbia, and <strong>Israel</strong>. <a href="https://verfassungsblog.de/a-politician-withdrawn-in-eliminationist-times/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ITAMAR MANN</a> (ENG) turns to Israel&rsquo;s Supreme Court proceedings over the disqualification of two Arab party lists and individual candidates from the 27 October elections and argues that the Court&rsquo;s informal indication that it would disqualify Balad leader Sami Abu Shehadeh coerced his withdrawal while avoiding the legal reasoning a formal judgment would require.</p>
<p>Another debate currently occupying Israel concerns the film <strong>NAZA</strong>, which we recommended in our Editor&rsquo;s Pick. After the Israeli military rejected all the allegations before the film&rsquo;s release, a group of Israeli international lawyers called for an independent investigation in an open letter. <a href="https://verfassungsblog.de/international-law-in-gaza/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">KAI AMBOS</a> (ENG) has added the letter to his curated documentation of Israeli international lawyers&rsquo; interventions on the war in Gaza, along with a brief introduction. The collection brings together numerous statements on different aspects of the war, many of which were published in English for the first time on Verfassungsblog.</p>
<p>Meanwhile, <strong>antisemitism</strong> &ndash; and the question of who gets to define it &ndash; continues to preoccupy German politics. On the ZDF talk show &ldquo;Maybrit Illner&rdquo; on 24 September 2026, the Federal Minister of the Interior Alexander Dobrindt (CSU) took the opportunity to land a punchline and accused Berlin&rsquo;s Left Party lead candidate Elif Eralp of being an antisemite. <a href="https://verfassungsblog.de/antisemit-auserungsstrafrecht-beleidigung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">OLIVER HARRY GERSON</a> (GER) shows that name-calling misses the point of having a serious debate about how widespread and entrenched antisemitism is in society.</p>
<p>In the EU, the Commission has introduced <strong>new accession conditions</strong> which would enable the EU, for the first 15 years, to strip new member states of their rights should they act against the principle of loyal cooperation or violate the values of Article 2 TEU. <a href="https://verfassungsblog.de/preparing-for-a-wider-but-more-unequal-union/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">LUKE DIMITRIOS SPIEKER</a> (ENG) argues that this approach treats member states unequally and points out that a better, reformed mechanism to uphold EU values should apply to all, even if one can easily understand that rules written for others are easier to agree on than rules written for ourselves.</p>
<p>As is his way, Donald Trump once again shocked the world by approving the <strong>execution by firing squad</strong> of Nidal Hasan. If Hasan is put to death by that method, it would be the first such execution by the American military since 1945. That announcement came on the heels of a deeply embarrassing moment for death penalty supporters, when Christa Pike survived an execution attempt in Tennessee on 30 September. And as if that were not enough, today the US Government announced that the execution will be livestreamed. <a href="https://verfassungsblog.de/firing-squads-and-botched-executions/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">AUSTIN SARAT</a> (ENG) optimistically argues that even Trump cannot reverse America&rsquo;s overall turn away from the death penalty over the last decades.</p>
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<p><a href="https://verfassungsblog.de/newsletter-mpi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-120x150.jpg 120w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-200x250.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg 240w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-400x500.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-600x750.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-800x1000.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-820x1024.jpg 820w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu.jpg 922w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-120x150.jpg 120w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-200x250.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg 240w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-400x500.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-600x750.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-800x1000.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-820x1024.jpg 820w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu.jpg 922w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><i>Whether it is intelligence service reform, dynamic tech like Palantir or counter-terrorism policy, </i><b><i>criminal and security law</i></b><i> is facing rapid shifts. Once a month, the </i><b><i>VB Security &amp; Crime Dossier</i></b><i> breaks down the key developments for you: </i><b><i>expert commentary</i></b><i> bridging constitutional, criminal and security law, an </i><b><i>overview of the current debates</i></b><i>, and our quick-hit &lsquo;</i><b><i>Aktenvermerk</i></b><i>&lsquo; as a concise insight. Everything you need to know, straight to your inbox.</i><i></i></p>
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<p><a href="https://verfassungsblog.de/scope-3-accounting-responsibility-and-control-in-the-mach-energy-v-denman-decision/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">CHRIS HILSON</a> (ENG) examines the Australian High Court&rsquo;s landmark <em>MACH Energy v Denman</em> decision, which requires planning authorities to consider conditions to minimise a coal mine&rsquo;s <strong>scope 3 emissions</strong> &ndash; those generated across its value chain, including when exported coal is burned abroad. The ruling moves beyond requiring emissions to be assessed, addressing what authorities must do to reduce them. Hilson argues that the decision opens a new frontier for project-based climate litigation, challenging claims that companies cannot control downstream emissions and offering a framework for climate governance beyond national emissions accounting.</p>
<p>Finally, as the editorial above shows, the political fall has become rather cold and chilly overnight. Not only has a radical right-wing party attained an official position of power for the first time in German post-war history; the AfD is also a mere three seats short of a majority in the state parliament of Saxony-Anhalt. Yet the election itself seems to be disputed, as the <strong>AfD</strong> is now accused of unlawfully using parliamentary group funds to finance its campaign. <a href="https://verfassungsblog.de/wahlanfechtung-afd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">WINFRIED KLUTH</a> (GER) examines the distinction between legitimate constituency work by sitting MPs and the impermissible use of public resources for party-political purposes &ndash; and explains what a successful challenge of the election would mean for government formation.</p>
<p>Additionally, this week we launched a new symposium, &ldquo;<a href="https://verfassungsblog.de/category/debates/thinking-machines-thinking-lawyers-debates/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Thinking Machines and Thinking Lawyers</em></a>&rdquo;. The editors <a href="https://verfassungsblog.de/thinking-machines-thinking-lawyers/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">AKRITI GAUR</a> and <a href="https://verfassungsblog.de/thinking-machines-thinking-lawyers/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ANMOL JAIN</a> (ENG) opened the symposium by asking how emerging AI-based capabilities are shaping the way we lawyers think, research, and act. <a href="https://verfassungsblog.de/institutional-ethics-of-ai-in-legal-scholarship/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">JEANNIE MARIE PATERSON</a> (ENG) investigates the <strong>influx of AI into scholarly writing </strong>and argues that law schools should develop flexible, principles-based ethical frameworks rather than prescriptive rules attempting to cover every possible use.</p>
<p>That is all for this week. But remember, as the wet and rainy days are signalling the change of season and the days are getting shorter, do not forget to listen, listen and listen. When the Swedish Academy broke the news of the Nobel Prize to Anne Carson on the phone, she was &ldquo;in Iceland, where she was listening to the wind.&rdquo;</p>
<div><span>+</span>*</div>
<p>Take care and all the best!</p>
<p>Yours,</p>
<p>the Verfassungsblog Team</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>If you would like to receive the&nbsp;<strong>weekly editorial</strong> as an e-mail, you can subscribe&nbsp;<a href="https://verfassungsblog.de/newsletter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/pillars-of-society/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pillars of Society</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-09T18:30:53+00:00</updated>
	<author><name>Maximilian Steinbeis</name></author>
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		<updated>2026-10-09T18:30:53+00:00</updated>
		<title>Verfassungsblog</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-09:/300697</id>
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	<title type="html">Stützen der Gesellschaft</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>13 M&auml;nner und zwei Frauen bilden im soeben konstituierten Landtag von Sachsen-Anhalt die Fraktion d...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<div>
<p>13 M&auml;nner und zwei Frauen bilden im soeben konstituierten Landtag von Sachsen-Anhalt die Fraktion der Christlich-Demokratischen Union. Vier von ihnen haben am Dienstag einen Rechtsextremen in das protokollarisch und <a href="https://verfassungsblog.de/warum-die-machtubernahme-durch-die-afd-schon-fruher-beginnen-konnte-als-viele-glauben/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">durchaus auch politisch</a> au&szlig;erordentlich bedeutsame Amt des Landtagspr&auml;sidenten gew&auml;hlt. Wer genau und aus welchen Motiven heraus genau, das wei&szlig; ich nicht. Und ist mir auch egal. Ebenso wenig interessiert mich, was der Vorgang &uuml;ber die Zerrissenheit der neuen Fraktion und die F&uuml;hrungsst&auml;rke ihres Vorsitzenden verr&auml;t. Mich interessiert der Fakt (und was soll es, von irgendwelchen <a href="https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-10/friedrich-merz-afd-cdu-sachsen-anhalt-bsw-gxe" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gaga-Verschw&ouml;rungstheorien</a> abgesehen, denn sonst sein), dass in einem Land, das seit einem Vierteljahrhundert von CDU-Ministerpr&auml;sidenten regiert wird, jede:r vierte christdemokratische Abgeordnete einem Rechtsextremen seine/ihre Stimme gibt.</p>
<p>Rechtsextrem: Was ist christdemokratischer als dieser Abgrenzungsbegriff? Nicht das &bdquo;Rechts-&ldquo; darin. Rechts ist die CDU selbst. Sondern das &bdquo;-extrem&ldquo;. Das Bestehen darauf, dass es einen Unterschied gibt zwischen Mitte und Extrem. Und dass dieser Unterschied konstitutiv ist. F&uuml;r das politische System der Bundesrepublik. F&uuml;r den Schutz ihrer Verfassung. F&uuml;r die eigene Identit&auml;t.</p>
<p>Mit der Unterscheidung zwischen Mitte und Extrem erkennt die Union sich selber als etwas, das &uuml;ber die Zeit mit sich selbst identisch bleibt. Wenn sie in den Spiegel schaut, sieht sie ein B&uuml;ndel von Gegens&auml;tzlichem: Sie vereint Katholiken und Protestantinnen, Arbeiter und Unternehmerinnen, Landwirte und Finanzinvestorinnen &ndash; darum hei&szlig;t sie ja Union. Lauter Leute, die kaum mehr miteinander gemeinsam haben als die &Uuml;berzeugung, dass die Verteilung von Macht und Eigentum in diesem Land im Gro&szlig;en und Ganzen schon in Ordnung ist und die Regierung am besten in den H&auml;nden von ihresgleichen aufgehoben ist, von vern&uuml;nftigen und honorigen St&uuml;tzen der Gesellschaft. Die Mitte halt.</p>
<p>Deren Abgrenzung markiert auch den Raum, in dem die Union b&uuml;ndnis-, kompromiss- und koalitionsf&auml;hig bleibt. Wer mit ihr, und das hei&szlig;t zumeist: &uuml;berhaupt regieren will, muss sich in diesen Raum begeben, muss so vern&uuml;nftig, honorig und moderat werden wie sie, auf dass sich das auszuhandelnde Regierungsprogramm aus sachlichen L&ouml;sungen f&uuml;r wirkliche Probleme zusammensetzen kann, auf deren Beschreibung man sich &uuml;ber die verbleibenden Interessen- und Habitusunterschiede hinweg dann doch immer gut verst&auml;ndigt bekommt. Weil und solange das funktioniert, identifizieren und integrieren sich nicht nur Liberale, Gr&uuml;ne und Sozialdemokraten als Parteien der Mitte, sondern auch die Union selbst: Seht her, wir sagen&rsquo;s doch. Mehrheiten organisieren, vern&uuml;nftig bleiben, regieren k&ouml;nnen. Das sind wir!</p>
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<p><a href="https://www.fernuni-hagen.de/dtiev/veranstaltungen/symposion-2026.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2022/02/FernUni-Hagen-e1791538684615.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2022/02/FernUni-Hagen-e1791538684615-150x45.jpg 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2022/02/FernUni-Hagen-e1791538684615-200x60.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2022/02/FernUni-Hagen-e1791538684615.jpg 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2022/02/FernUni-Hagen-e1791538684615-150x45.jpg 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2022/02/FernUni-Hagen-e1791538684615-200x60.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2022/02/FernUni-Hagen-e1791538684615.jpg 300w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><strong><em>2500 Jahre Demokratie</em></strong></p>
<p><em>Das diesj&auml;hrige Symposion des Dimitris-Tsatsos-Instituts greift ein Projekt wieder auf, das der Gr&uuml;nder Dimitris Tsatsos zu seinen Lebzeiten nicht mehr verwirklichen konnte, eine Besinnung auf eine Spanne von 2500 Jahren politischer Theorie und Praxis, die im Diskurs &uuml;ber Demokratie ihren Niederschlag findet. Diese Besinnung dient nicht einem theoretischen Ziel, etwa den &uuml;ber 200 Varianten einer Begriffsbestimmung eine weitere hinzuzuf&uuml;gen oder gar eine Bestimmung mit Anspruch auf Verbindlichkeit herauszuarbeiten. Ihre Absicht ist vielmehr, einen Evolutionsprozess der politischen und der Verfassungskultur nachzuzeichnen, der sich &uuml;ber lange Dauer und verschiedene Epochen erstreckt hat.</em></p>
<p><strong><em>6. &amp; 7. November 2026</em></strong><em>, FernUniversit&auml;t in Hagen und <strong>online &uuml;ber Zoom. </strong>N&auml;heres unter </em><a href="https://www.fernuni-hagen.de/dtiev/veranstaltungen/symposion-2026.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>www.fernuni-hagen.de/dtiev/veranstaltungen/symposion-2026.shtml</em></a><em>.</em></p>
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<p><a href="https://verfassungsblog.de/das-ende-der-mitte/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Das Ende der Mitte&ldquo; </a>war der Titel des Editorials, das Florian Meinel und ich im Februar letzten Jahres geschrieben haben, als sich im Bundestag die von Friedrich Merz angef&uuml;hrte Unionsfraktion pl&ouml;tzlich anschickte, gemeinsam mit der AfD eine neue migrationspolitische Mehrheit zu bilden. F&uuml;r mich war unser Text vor allem ein Ausdruck der Fassungslosigkeit: Warum machen die das? Warum zerst&ouml;ren die das, was sie ausmacht? Und wenn das tats&auml;chlich zerst&ouml;rt ist, was folgt daraus?</p>
<p>Die Resonanz, die wir mit diesem Text erzeugten, fand ich, ich sag mal: interessant. Wenige Tage nach seiner Ver&ouml;ffentlichung war ich bei der Bucerius Law School gemeinsam mit einem ehemaligen Bundesverfassungsrichter auf einem Podium, den ich seit langem kannte und sch&auml;tzte. Hinterher im Foyer, bei H&auml;ppchen und Wein, ging der Mann mich pl&ouml;tzlich <em>coram publico</em> massiv an: Mit unserem Editorial, so sein Vorwurf, h&auml;tten wir der CDU unterstellt, mit Nazis gemeinsame Sache zu machen. Das empfinde er als pers&ouml;nliche Beleidigung seiner selbst als CDU-Mitglied. Er wolle mit mir nichts mehr zu tun haben. Wir haben uns regelrecht angebr&uuml;llt. Anfang dieser Woche war ich wieder bei der Bucerius Law School, um &uuml;ber <a href="https://www.law-school.de/termin?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews_preview%5D=5016&amp;cHash=f91b321ca0abfa3802aaddff20a03c98deafbe37ea1d83c002e91ba8f8de3422" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftsfreiheit</a> zu diskutieren &ndash; das Thema des <a href="https://verfassungsblog.de/higher-education-and-democratic-resilience-project/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Projekts, das wir gemeinsam mit der Bucerius Law School und der Universit&auml;t Oxford</a> an den Start bringen und Anfang November in Berlin offiziell launchen werden. Auf die Begegnung mit dem Ex-Verfassungsrichter damals wurde ich mehrfach angesprochen: Das sei ja v&ouml;llig irre gewesen. So etwas habe man noch nie erlebt. Ich auch nicht, ehrlich gesagt.</p>
<p>Florian Meinel und ich hatten damals zwei m&ouml;gliche Schlussfolgerungen aus der Aufk&uuml;ndigung der Mitte durch die Union ins Auge gefasst. Die eine: Die sozialdemokratisch/gr&uuml;ne Rest-Mitte mitsamt dem dichten Institutionennetz des vorpolitischen Raums zwingt die Union zur Kursumkehr. Die andere: die zerst&ouml;rte Mitte verloren geben und nach links integrieren &ndash;&nbsp;eine deutsche <em>Nouveau Front Populaire</em>, die mit der Rechten in den Konflikt geht und gegen sie Mehrheiten organisiert.</p>
<p>Dass aus der ersten nichts werden w&uuml;rde, war schnell klar. Die zweite aber taucht jetzt als M&ouml;glichkeit auf Landesebene auf, in der Bundeshauptstadt Berlin. Dort hatte die Linke als einzige Partei verstanden, eine Wirklichkeit zu beschreiben, mit der ihre W&auml;hler:innen etwas anfangen k&ouml;nnen. Die Mietenexplosion zum Beispiel: &Uuml;ber Nutzen und Kosten der Idee, Wohnungen zu vergesellschaften und so dem Markt als handelbare Ware und Investitions- und Spekulationsobjekt dauerhaft zu entziehen, kann man streiten. Aber sie ist wenigstens mal eine! Und einer deutlichen Mehrheit der Berliner W&auml;hler:innen hat sie schon einmal eingeleuchtet. Eine konkrete Utopie schon mal auf jeden Fall. Vielleicht sogar noch mehr. Eine mehrheitsf&auml;hige Beschreibung wirklicher Probleme entwickeln mitsamt konkreten, auch mal wagemutigen, aber jedenfalls <a href="https://verfassungsblog.de/verfassungspod-1-deutsche-wohnen-co-enteignen/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">nicht unvern&uuml;nftigen</a> Ideen zu deren L&ouml;sung: Das war mal das Kennzeichen der Mitte.</p>
<p>Deren &Uuml;berreste haben sich aber schon l&auml;ngst f&uuml;r eine dritte Option entschieden. Die Mitte wird weder restituiert noch aufgegeben, sondern in etwas anderes transformiert. Sie wird zu einer Art identit&auml;rer Versammlungshalle umgebaut, in der man zusammenkommt, um sich darin als <a href="https://blnreview.de/ausgaben/2026-08/steinbeis-strafrecht-leugnung-existenzrecht-israels" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schicksalsgemeinschaft</a> zu empfinden. Die Mitte definiert sich nicht mehr durch Abgrenzung von Umst&uuml;rzlern, Firebrands und Radikalinskis, sondern durch Ausgrenzung aller, die diese Schicksalsgemeinschaft bestreiten und/oder ihr nicht angeh&ouml;ren und/oder ihr gef&auml;hrlich werden. Sie identifiziert sich nicht mehr im gelingenden Prozessieren und Vereinen von Gegens&auml;tzen, im robusten, vern&uuml;nftigen Schnurren ihres gut ge&ouml;lten Kompromissmotors, sondern im Gegenteil: Sie will sich im Einklang mit sich f&uuml;hlen. Ihre Identit&auml;t ist Gef&uuml;hlssache. Ergriffen von sich selbst steht sie beisammen in diesem Raum, umhegt von <a href="https://verfassungsblog.de/rote-linien-ziehen/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">roten Linien</a>, und wehe, jemand fordert sie heraus. Das nimmt sie pers&ouml;nlich, die CDU, dass da pl&ouml;tzlich Hunderttausende auf die Stra&szlig;e gehen, nur weil sie und die AfD sich migrationspolitisch so einig sind. Da wird er emotional, der Ex-Bundesverfassungsrichter, das greift ihm an die Ehre, dass er sich da pl&ouml;tzlich in einem Raum mit Nazis wiederfinden soll. Da ist er tief beleidigt.</p>
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<p><em><strong>Call for Klausuren</strong></em></p>
<p><em>F&uuml;r den ersten <strong>Open-Access-Klausurenkurs</strong> zum Europarecht suchen wir fertige <strong>Klausuren</strong> und Abstracts. Die in K&uuml;rze erscheinenden zwei Lehrb&uuml;cher zum Europarecht aus der <a href="https://openrewi.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenRewi-Reihe</a> werden um ein <strong>Fallbuch Europarecht</strong>, herausgegeben von Cora Masche und Moritz von Rochow, erg&auml;nzt. Der Call l&auml;uft bis zum <strong>10.11.2026</strong>. Das Buch soll im M&auml;rz 2027 gedruckt und online erscheinen. </em></p>
<p><em>Zum Call und Upload: <a href="https://openrewi.org/calls-for-participation/fallbuch-europarecht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://openrewi.org/calls-for-participation/fallbuch-europarecht/</a></em></p>
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<p>Ein Raum ist das, der seine R&auml;nder patrouilliert, statt sie zu integrieren. Nicht zum Kompromiss zwingt er die, die er dort antrifft, sondern zum Bekenntnis. Die Berliner Linke hatte die Wahl auch deshalb gewonnen, weil sie in der Stadt mit der gr&ouml;&szlig;ten pal&auml;stinensischen Diaspora Europas als Einzige den Genozid in Gaza als wirkliches Problem zu beschreiben gewagt hatte. Um den Raum der Koalitionsf&auml;higkeit &uuml;berhaupt betreten zu d&uuml;rfen, musste sie sich erst zu der <a href="https://spd.berlin/media/2026/10/Berliner_Vereinbarung_zum_Start_der_Sondierungen.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Staatsr&auml;son-Orthodoxie bekennen</a>, an der die identit&auml;r transformierte Mitte die ihr Zugeh&ouml;rigen erkennt.</p>
<p>In Magdeburg muss unterdessen der frisch gebackene Landtagspr&auml;sident, der sein Parteiamt als Generalsekret&auml;r des sachsen-anhaltinischen AfD-Landesverbands offenbar weiter aus&uuml;ben will, nur recht treuherzig dreinschauen in seinem cremefarbenen Anzug und eine lammfromme Rede voller steinmeieresker Demokratieformeln vorlesen, und schon sagen alle: Och, der ist doch ganz gem&auml;&szlig;igt. Nicht so ein Schlimmer wie sein Stellvertreter Hans-Thomas Tillschneider, der ebenfalls mehr Stimmen bekommen hatte, als die AfD-Fraktion Mitglieder hat, aber anders als der Pr&auml;sident jenseits der Sitzungsleitung von Amts wegen nicht allzu viel zu melden haben wird (bis er dann Wissenschaftsminister wird. Dann schon).</p>
<p>Und, apropos Antisemitismus und apropos Tillschneider: Der wurde in Halle heute bei der Gedenkfeier f&uuml;r das versuchte Massaker von einem Nazi an J&uuml;d:innen in Deutschland vor sieben Jahren nicht in den Synagogenhof gelassen. Demonstrant:innen davor. Er kam nicht durch, musste wieder abziehen, der rechtsextreme Herr Doktor Tillschneider. So geht Schutz von j&uuml;dischem Leben in Deutschland!</p>
<p>In Berlin gehen jetzt die Koalitionsverhandlungen los. In Magdeburg trennen die AfD drei Stimmen von der absoluten Mehrheit. Mein Vorschlag: Lasst uns &uuml;ber wirkliche Probleme reden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dank f&uuml;r wertvolle Hinweise an Hanna Pfeifer und Florian Meinel.</em></p>
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<p><strong>*</strong></p>
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<h2>Editor&rsquo;s Pick</h2>
<p>von MAXIM B&Ouml;NNEMANN</p>
<div><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-107078-2" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-207x300.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-103x150.jpg 103w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-200x290.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-207x300.jpg 207w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-400x580.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-600x870.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-706x1024.jpg 706w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic.jpg 768w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-103x150.jpg 103w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-200x290.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-207x300.jpg 207w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-400x580.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-600x870.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic-706x1024.jpg 706w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/NAZA_Pic.jpg 768w" sizes="(max-width: 207px) 100vw, 207px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><p>Copyright: NAZA</p></div>
<p>Yuval Abraham und Rachel Szor haben in den letzten Jahren viel Zeit auf den D&auml;chern Tel Avivs verbracht. Zwischen der funkelnden Skyline und flimmernden Fernsehern haben die beiden mehrfach ausgezeichneten israelischen Filmemacher mit zahlreichen Angeh&ouml;rigen des israelischen Sicherheitsapparats gesprochen. Im Zentrum der Gespr&auml;che steht das Wort &bdquo;<a href="https://www.theguardian.com/film/naza" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NAZA</a>&ldquo;, ein Euphemismus f&uuml;r zivile Opfer bei Milit&auml;rschl&auml;gen gegen die Hamas. &bdquo;Wir sagen 15 NAZA&ldquo;, sagt einer der Gespr&auml;chspartner. &bdquo;Nicht: 15 Menschen werden get&ouml;tet, und ganz sicher nicht 15 Kinder und Frauen werden get&ouml;tet.&ldquo; Ruhig und distanziert berichten die Interviewpartner von Gr&auml;ueltaten und Todeszonen, Verrohung und Gleichg&uuml;ltigkeit und einem durch und durch automatisierten T&ouml;ten. All das ist nur schwer auszuhalten, so drastisch sind die in dem Film dokumentierten Berichte. Wer sich selbst ein Bild davon machen m&ouml;chte, kann NAZA ab Ende November kostenlos auf der Website von <a href="https://www.theguardian.com/film/naza" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>The Guardian</em></a> ansehen.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<h2>Die Woche auf dem Verfassungsblog</h2>
<p>zusammengefasst von JAKOB GA&Scaron;PERIN WISCHHOFF</p>
<p>&bdquo;Die Wirklichkeit ist ein Klang, man muss sich auf ihn einstimmen, statt nur weiterzuschreien.&ldquo; (Anne Carson). Tats&auml;chlich scheinen uns die F&auml;higkeit und die Geduld zum Zuh&ouml;ren abhandengekommen zu sein. Oder vielleicht findet man kein Geh&ouml;r mehr, au&szlig;er man geht auf die Stra&szlig;e und fordert Gerechtigkeit ein, und zwar lautstark.</p>
<p>Einer der Orte, an denen dies traditionell sehr lautstark passiert, ist<strong> Frankreich</strong>. Bilder von franz&ouml;sischen Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern, die die Stra&szlig;en f&uuml;llten und sich rund um die Bastille versammelten, gingen auch diese Woche um die Welt. Allerdings ebenso Bilder von teils schwersten Verletzungen durch polizeiliche Zwangsma&szlig;nahmen. <a href="https://verfassungsblog.de/france-school-protests/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">CARINA BURY</a> (ENG) meint, dass Frankreich jungen Menschen wegen ihres Alters einerseits das Recht auf Protest beschneidet, sie zugleich aber nicht vor Schlagst&ouml;cken, Tr&auml;nengas und Blendgranaten sch&uuml;tzt.</p>
<p>Die Stra&szlig;en sind nicht nur in Frankreich voll, sondern auch in Spanien. Dort hat die Zwangsr&auml;umung der 87-j&auml;hrigen Mieterin Mar&iacute;a del Carmen Abascal die &Ouml;ffentlichkeit ersch&uuml;ttert. Die Solidarit&auml;tsbekundungen f&uuml;r die &auml;ltere Frau, die vor wenigen Tagen verstorben ist, spiegeln die wachsende Frustration &uuml;ber die sich <strong>versch&auml;rfende Wohnungskrise in Spanien</strong> wider. Binnen nur zehn Tagen hat die &ouml;ffentliche Emp&ouml;rung &uuml;ber diese viel beachtete R&auml;umung zur Ausrufung von Neuwahlen in Spanien beigetragen. <a href="https://verfassungsblog.de/vulnerability-as-a-barrier-to-eviction/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MIRYAM RODR&Iacute;GUEZ-IZQUIERDO SERRANO</a> (ENG) erkl&auml;rt, wie der Begriff der Vulnerabilit&auml;t Eingang in die Verfassungssprache gefunden hat und das Verh&auml;ltnis zwischen Eigentum und dem Recht auf Wohnen pr&auml;gt.</p>
<p>Wahlen stehen nicht nur in Spanien an, sondern auch in Brasilien, Serbien und Israel. <a href="https://verfassungsblog.de/a-politician-withdrawn-in-eliminationist-times/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ITAMAR MANN</a> (ENG) befasst sich mit dem Verfahren vor dem <strong>israelischen Supreme Court</strong> zur m&ouml;glichen Disqualifizierung zweier arabischer Parteilisten und einzelner Kandidaten f&uuml;r die Wahlen am 27. Oktober. Das Gericht habe den R&uuml;ckzug des Balad-Vorsitzenden Sami Abu Shehadeh erzwungen, indem es informell signalisierte, ihn von der Wahl ausschlie&szlig;en zu wollen &ndash; ohne dabei die rechtliche Begr&uuml;ndung liefern zu m&uuml;ssen, die ein formelles Urteil erfordert h&auml;tte.</p>
<p>Eine weitere Debatte, die Israel derzeit besch&auml;ftigt, dreht sich um den bereits im Editor&rsquo;s Pick vorgestellten Film <strong>NAZA</strong>. Noch vor der Ver&ouml;ffentlichung des Films wies das israelische Milit&auml;r s&auml;mtliche Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck. Eine Gruppe israelischer V&ouml;lkerrechtlerinnen und V&ouml;lkerrechtler forderte daraufhin in einem offenen Brief eine unabh&auml;ngige Untersuchung. <a href="https://verfassungsblog.de/international-law-in-gaza/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">KAI AMBOS</a> (ENG) hat den Brief, erg&auml;nzt um eine kurze Einordnung, in die von ihm kuratierte Dokumentation von Stellungnahmen israelischer V&ouml;lkerrechtler zum Krieg in Gaza aufgenommen. Die Sammlung umfasst zahlreiche Beitr&auml;ge zu unterschiedlichen Aspekten des Krieges, von denen viele erstmals auf Englisch auf dem Verfassungsblog erschienen sind.</p>
<p>Unterdessen besch&auml;ftigt die Frage, was <strong>Antisemitismus</strong> ist, weiterhin die deutsche Politik. In der ZDF-Talkshow &bdquo;Maybrit Illner&ldquo; am 24. September 2026 nutzte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Gelegenheit f&uuml;r eine Pointe und bezeichnete Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken, als Antisemitin. <a href="https://verfassungsblog.de/antisemit-auserungsstrafrecht-beleidigung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">OLIVER HARRY GERSON</a> (DE) meint, dass solche Zuschreibungen von der wichtigen Debatte dar&uuml;ber, wie verbreitet und verfestigt Antisemitismus in der Gesellschaft ist, ablenken.</p>
<p>Hoch fokussiert zeigt sich demgegen&uuml;ber die EU-Kommission, die gerade <strong>neue Beitrittsbedingungen</strong> vorgelegt hat. Sie w&uuml;rden es der EU erlauben, neuen Mitgliedstaaten in den ersten 15 Jahren Rechte zu entziehen, wenn diese gegen den Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit versto&szlig;en oder die Werte des Art. 2 EUV verletzen. <a href="https://verfassungsblog.de/preparing-for-a-wider-but-more-unequal-union/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">LUKE DIMITRIOS SPIEKER</a> (ENG) argumentiert, dass dieser Ansatz Mitgliedstaaten ungleich behandelt &ndash; und pl&auml;diert f&uuml;r einen besseren, reformierten Mechanismus zum Schutz der EU-Werte, der f&uuml;r alle gilt.</p>
<p>Wie es seine Art ist, schockierte Donald Trump erneut die Welt und genehmigte die Hinrichtung von Nidal Hasan durch ein <strong>Erschie&szlig;ungskommando</strong>. W&uuml;rde Hasan auf diese Weise hingerichtet, w&auml;re es das erste Mal seit 1945, dass das US-amerikanische Milit&auml;r diese Methode anwendet. Die Ank&uuml;ndigung folgte unmittelbar auf den dramatisch fehlgeschlagenen Hinrichtungsversuch von Christa Pike in Tennessee. Als w&auml;re das nicht genug, k&uuml;ndigte die US-Regierung heute an, dass die Hinrichtung im Livestream &uuml;bertragen wird. <a href="https://verfassungsblog.de/firing-squads-and-botched-executions/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">AUSTIN SARAT</a> (ENG) zeigt sich trotz dieser d&uuml;steren Ereignisse optimistisch und meint, dass selbst Trump die Abkehr der USA von der Todesstrafe in den vergangenen Jahrzehnten nicht r&uuml;ckg&auml;ngig machen kann.</p>
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<div><a href="https://verfassungsblog.de/newsletter-mpi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-120x150.jpg 120w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-200x250.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg 240w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-400x500.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-600x750.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-800x1000.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-820x1024.jpg 820w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu.jpg 922w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-120x150.jpg 120w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-200x250.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg 240w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-400x500.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-600x750.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-800x1000.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-820x1024.jpg 820w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu.jpg 922w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></div>
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<div><em>Ob Geheimdienstreform, Palantir oder </em><em>Anti-Terror-Ma&szlig;nahmen</em><em>, das <strong>Straf- und Sicherheitsrecht</strong> steht st&auml;ndig vor neuen Herausforderungen. Das <strong>VB Security &amp; Crime Dossier</strong> ordnet einmal im Monat die zentralen Entwicklungen f&uuml;r Sie ein: ein <strong>Kommentar</strong> an der Schnittstelle von Verfassungs-, Straf- und Sicherheitsrecht, ein <strong>&Uuml;berblick &uuml;ber die laufenden Debatten</strong> sowie unser &bdquo;<strong>Aktenvermerk</strong>&rdquo; als kompakter Impuls. Fundiert zusammengefasst, direkt in Ihr Postfach.</em></div>
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<p><a href="https://verfassungsblog.de/scope-3-accounting-responsibility-and-control-in-the-mach-energy-v-denman-decision/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">CHRIS HILSON</a> (ENG) analysiert f&uuml;r unser Law and Climate-Spotlight die wegweisende Entscheidung des australischen High Court in der Sache <em>MACH Energy v Denman</em>. Das Gericht verpflichtet darin Planungsbeh&ouml;rden, Auflagen zur Minimierung der <strong>Scope-3-Emissionen</strong> eines Kohlebergwerks zu pr&uuml;fen &ndash; also hinsichtlich der Emissionen entlang der gesamten Wertsch&ouml;pfungskette, einschlie&szlig;lich jener, die entstehen, wenn exportierte Kohle im Ausland verbrannt wird. Das Gericht geht damit &uuml;ber die blo&szlig;e Pflicht hinaus, solche Emissionen zu erfassen, und wendet sich stattdessen der Frage zu, was Beh&ouml;rden zu ihrer Verringerung beitragen m&uuml;ssen. Nichts weniger als eine neue Front der <em>climate litigation</em> sei das, meint Chris Hilson.</p>
<p>Wie unser Editorial oben zeigt, ist der politische Herbst &uuml;ber Nacht empfindlich kalt geworden. Erstmalig in der Nachkriegsgeschichte hat eine rechtsradikale Partei eine offizielle Machtposition inne; die AfD ist im Landtag von Sachsen-Anhalt nur drei Sitze von der absoluten Mehrheit entfernt. Zugleich werden jedoch Zweifel an der Wahl selbst laut: Der <strong>AfD</strong> wird vorgeworfen, ihren Wahlkampf unzul&auml;ssigerweise mit Fraktionsgeldern finanziert zu haben. <a href="https://verfassungsblog.de/wahlanfechtung-afd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">WINFRIED KLUTH</a> (DE) erkl&auml;rt die Hintergr&uuml;nde &ndash; und welche Folgen eine erfolgreiche Wahlanfechtung h&auml;tte.</p>
<p>Au&szlig;erdem haben wir diese Woche ein neues Symposium gestartet: &bdquo;<a href="https://verfassungsblog.de/category/debates/thinking-machines-thinking-lawyers-debates/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Thinking Machines and Thinking Lawyers</em></a>&ldquo;. Die Herausgeber:innen <a href="https://verfassungsblog.de/thinking-machines-thinking-lawyers/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">AKRITI GAUR</a> und <a href="https://verfassungsblog.de/thinking-machines-thinking-lawyers/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ANMOL JAIN</a> (ENG) er&ouml;ffneten es mit der Frage, wie neue KI-gest&uuml;tzte F&auml;higkeiten ver&auml;ndern, wie wir als Jurist:innen denken, recherchieren und handeln. <a href="https://verfassungsblog.de/institutional-ethics-of-ai-in-legal-scholarship/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">JEANNIE MARIE PATERSON</a> (ENG) schaut sich das Einsickern von <strong>KI in wissenschaftliche Texte</strong> an und pl&auml;diert daf&uuml;r, dass juristische Fakult&auml;ten flexible, prinzipiengeleitete Rahmen bez&uuml;glich wissenschaftlicher Ethik entwickeln, statt mit starren Regeln jede denkbare Anwendung abdecken zu wollen.</p>
<p>Das war&rsquo;s f&uuml;r diese Woche. W&auml;hrend nasse, regnerische Tage den Jahreszeitenwechsel ank&uuml;ndigen und die Tage k&uuml;rzer werden, vergessen Sie nicht: zuh&ouml;ren, zuh&ouml;ren und zuh&ouml;ren. Als die Schwedische Akademie Anne Carson telefonisch die Nachricht vom Nobelpreis &uuml;berbrachte, war sie &bdquo;in Island, wo sie dem Wind lauschte&ldquo;.</p>
<p><strong>*</strong></p>
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<p>Ihnen alles Gute!</p>
<p>Ihr Verfassungsblog-Team</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wenn Sie das&nbsp;<strong>w&ouml;chentliche Editorial</strong>&nbsp;als E-Mail zugesandt bekommen wollen, k&ouml;nnen Sie es&nbsp;<a href="https://verfassungsblog.de/newsletter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>&nbsp;bestellen.</em></p>
</div>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/stutzen-der-gesellschaft/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">St&uuml;tzen der Gesellschaft</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-09T18:30:52+00:00</updated>
	<author><name>Maximilian Steinbeis</name></author>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-09:/300681</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/france-school-protests/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">Too Young for Rights, Old Enough to Be Maimed</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Since 21 September 2026, pupils across France have been protesting for more supply teachers, smaller...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Since 21 September 2026, pupils across France have been protesting for more supply teachers, smaller classes and basic repairs to their leaking school buildings. By 9 October, the Ministry of Justice had counted <a href="https://www.ici.fr/infos/faits-divers-justice/mobilisation-lyceenne-6-877-manifestants-places-en-garde-a-vue-depuis-le-debut-du-mouvement-9291300" target="_blank" rel="noopener noreferrer">6,877 people placed in police custody</a>, 86 per cent of them minors &ndash; more than 60 per cent of the <a href="https://questions.assemblee-nationale.fr/dyn/15/questions/QANR5L15QE44536.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">11,203 custodies</a> Amnesty International recorded over the entire <em>gilets jaunes</em> movement. On 5 October, a 15-year-old in Lens lost his forearm when a police stun grenade exploded outside his school, according to <em>Die Zeit</em>. In Tours, a 16-year-old lost the sight in one eye, possibly after being hit by a rubber bullet; in Saint-Ouen-l&rsquo;Aum&ocirc;ne, a 14-year-old was shot in the face with a grenade launcher, breaking his jaw in two places.</p>
<p>On 7 October, the Interior Minister suspended the grenade model used in Lens, explaining that <a href="https://www.cnn.com/2026/10/07/europe/france-high-school-protests-government-intl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&ldquo;we don&rsquo;t deal with a movement of high-schoolers like we deal with a movement of adults&rdquo;</a>. The law does require different treatment, but in a specific sense: children are entitled to the same freedom of assembly as adults, and to greater protection than adults from the use of state force. France has inverted this asymmetry. Its pupils are granted less freedom in the name of their age, yet receive no additional protection from the force used against them. Where their rights are recognised at all, it is only after the fact: weapons are withdrawn after children have been maimed, bans are reviewed only after they have been reissued, and custody is examined by a judge only if it leads to prosecution.</p>
<h2>The Asymmetry Required by Law</h2>
<p>Article 15 of the UN Convention on the Rights of the Child (CRC) recognises children&rsquo;s freedom of peaceful assembly and permits restrictions only on the grounds that apply to adults under Article 21 ICCPR. Article 5 adds that children exercise their rights in a manner consistent with their &ldquo;evolving capacities&rdquo;. German constitutional doctrine addresses this under the concept of <em>Grundrechtsm&uuml;ndigkeit</em> &ndash; the capacity to exercise fundamental rights in one&rsquo;s own name. The concept remains contested: while some scholars reject it entirely, arguing that whoever holds a right is entitled to exercise it, others tie its exercise to statutory age limits or to the child&rsquo;s individual maturity. During the Fridays for Future strikes, Klaus Ferdinand G&auml;rditz <a href="https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/fridaysforfuture-schueler-demonstration-grundrechte-sanktionen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">applied</a> this concept to protests: minors &ldquo;of course&rdquo; possess the required capacity, provided they grasp the significance of their political freedoms. Compulsory attendance rules might justify disciplinary school sanctions for missed classes, but the assembly authorities cannot invoke school law to restrict the demonstration itself.</p>
<p>When it comes to force and detention, however, age calls for greater restraint. In <em>Bouyid v. Belgium</em> (Grand Chamber, 2015), the European Court of Human Rights treated the applicant&rsquo;s minority as grounds for heightened protection under Article 3 ECHR. Article 37(b) CRC and Article 10 of <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2016/800/oj" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Directive (EU) 2016/800</a> allow depriving children of their liberty only as a measure of last resort and for the shortest appropriate time. The UN <a href="https://policehumanrightsresources.org/content/uploads/2020/01/LLW_Guidance.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Human Rights Guidance on Less-Lethal Weapons</a> explicitly requires special safeguards for those particularly vulnerable to force, placing children first among them (&sect; 2.7).</p>
<p>Disruptive tactics do not reverse this legal asymmetry. The government&rsquo;s strongest counter-argument is that a school blockade constitutes an obstruction rather than an assembly, punishable as trespass under Article 431-22 of the Penal Code. Yet in <em>Kudrevi&#269;ius and Others v. Lithuania</em> (Grand Chamber, 2015), the ECtHR ruled that farmers who blocked major roads for two days were still exercising their freedom of assembly: their conduct lay at the margins of Article 11 ECHR, allowing for proportionate sanctions, but not outside its scope. The UN Human Rights Committee&rsquo;s General Comment No.&nbsp;37 similarly protects non-violent direct action. Article 431-22, moreover, targets entering or remaining inside a school, not gathering outside its gate.</p>
<h2>Less Freedom</h2>
<p>Since late September, prefects have repeatedly issued short-term bans on gatherings near schools, often lasting just a day or two. Lawyers describe their work as a Sisyphean task: no sooner is a ban suspended in emergency proceedings than an almost identical one appears the next morning. Public law scholars Nicolas Hervieu and Serge Slama view this as a deliberate strategy to evade judicial review (<em>Mediapart</em>, 5 October 2026). The courts themselves do not speak with one voice: out of about a dozen interim orders issued on a single day concerning near-identical applications, Slama <a href="https://lnkd.in/p/ej5ZCBi2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">observed</a> a roughly even split between suspensions and rejections.</p>
<p>The reasons given for these bans illustrate the inversion at play. In upholding a ban around schools in Riom, the administrative court of Clermont-Ferrand invoked pupil safety, &ldquo;in particular that of the youngest&rdquo; (as <a href="https://lnkd.in/p/e92RukvA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">reported</a> by Slama), and added that the measure did not prevent anyone from protesting elsewhere. The pupils&rsquo; age, which ought to heighten their protection against state force, served instead as the primary ground for curtailing their freedom. Yet when pupils protest the state of their school, the school gate is not a random location. <em>Brokdorf</em> (BVerfGE 69, 315) recognises the organisers&rsquo; right to choose the venue of an assembly, a protection reinforced by the European Court in <em>Lashmankin and Others v. Russia</em> (2017). General Comment No.&nbsp;37 stresses that assemblies should be facilitated within sight and sound of their target audience. By contrast, the administrative court of Melun <a href="https://lnkd.in/p/exb9wWwm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">suspended a similar ban</a> on the grounds that the prefect had failed to present specific facts or demonstrate that less restrictive order-keeping measures were unavailable, applying the classic <em>Benjamin</em> test (1933), under which liberty is the rule and restriction the exception.</p>
<p>Two instruments could render this right effective before the next ban is issued, rather than after the fact. The first stems from French law itself. In a 2003 ruling (Section, <a href="https://www.legifrance.gouv.fr/ceta/id/CETATEXT000008207421" target="_blank" rel="noopener noreferrer">no. 259339</a>), the <em>Conseil d&rsquo;&Eacute;tat</em> held that the administration may not re-enact a decision suspended by an emergency judge without addressing the grounds of that suspension; new circumstances are required. While prefects will always find new incidents, an order that merely recycles yesterday&rsquo;s reasoning under a new date fails this standard. The second instrument comes from the German legal system. Since BVerfGE 110, 77 (2004), German courts must review an expired assembly ban if there is a risk of repetition, precisely because such bans usually lapse before full judicial proceedings can conclude. The court then clarifies the legal boundaries for future occasions. French law permits an action for annulment against an expired order. However, a decision often takes years, leaving the burden of delay entirely on the applicants.</p>
<h2>No Additional Protection</h2>
<p>In October 2014, R&eacute;mi Fraisse, a 21-year-old botanist, was killed by a gendarme&rsquo;s OF-F1 grenade during a protest against the Sivens dam in the Tarn; two days later the Interior Minister <a href="https://vert.eco/wp-content/uploads/2025/02/Arret-Fraisse-et-autres-c.-France-Deces-de-Remi-Fraisse-lors-des-operations-de-maintien-de-lordre-sur-le-site-de-Sivens-.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">suspended that grenade</a> model. The GLI-F4 was withdrawn only after the mutilations of the <em>gilets jaunes</em> years. The ASSD stun grenade was suspended after Lens, and then only for school protests, although documents <a href="https://www.politis.fr/articles/2024/02/eclats-et-traumatismes-sonores-les-nouvelles-grenades-du-maintien-de-lordre" target="_blank" rel="noopener noreferrer">published by <em>Politis</em></a> in 2024 had shown that it ejects plastic and metal parts at high speed upon detonation.</p>
<p>In <em>Fraisse and Others v. France</em> (27 February 2025), the European Court found a violation of Article 2 ECHR: the French legal framework was not precise enough to ensure a truly graduated use of force, and the grenade had been issued without clear, protective regulations governing its use. France has since updated its rules, but strictly one weapon at a time &ndash; and always only after a weapon has claimed a victim. The Court, by contrast, demanded a framework that restricts dangerous weapons <em>before</em> anyone is hurt.</p>
<p>The gap lies in the yardstick. Article R. 211-13 of the Internal Security Code permits force <a href="https://www.conseil-etat.fr/fr/arianeweb/CE/decision/2019-07-24/429741" target="_blank" rel="noopener noreferrer">only where &ldquo;absolutely necessary</a>&rdquo; and in proportion to the disturbance to public order, which can include a blocked gate or a burning bin. The UN Guidance measures the most dangerous weapons against a far higher threshold: where weapons likely to kill or cause serious injury are used, their deployment is subject to Principle 9 of the 1990 Basic Principles, which permits such force only against an imminent threat of death or serious injury. The Guidance notes that firing flash-bang grenades directly at a person is unlawful (&sect; 6.1.4), that kinetic impact projectiles should not be aimed at the head, face or neck (&sect; 7.5.8), and that firing multiple projectiles simultaneously is inaccurate and generally incompatible with necessity and proportionality (&sect; 7.5.6) &ndash; reasoning that applies equally to the French dispersal grenade, which scatters rubber pellets in all directions. The <em>D&eacute;fenseur des droits</em> has recommended banning the LBD launcher at demonstrations, citing the risk <a href="https://www.defenseurdesdroits.fr/sites/default/files/2023-12/fiches-reformes_004.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">to children in particular</a>. Yet, unlike the Guidance (&sect; 2.7), French law contains no rule that adjusts the use of these weapons to the presence of minors.</p>
<p>Saint-Ouen-l&rsquo;Aum&ocirc;ne shows what this means in practice. Take the prosecutor&rsquo;s own account as true: the boy struck a female officer, was pushed back and fell; a second officer then fired his launcher, <a href="https://www.lecourrierdelatlas.com/?p=217849" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hitting him in the face</a>. If the threat persisted, a projectile to the face of a fallen 14-year-old was not a permissible means of countering it; if the threat had passed, the force was purely punitive. In Alen&ccedil;on, an officer <a href="https://www.amnesty.fr/actualites/france-mouvement-lyceens-blocus-lycees-point-sur-la-situation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seized a 14-year-old girl by the neck</a>, even though the national police had <a href="https://www.sortiraparis.com/actualites/a-paris/articles/220575-police-la-cle-d-etranglement-officiellement-abandonnee-trois-autres-techniques-d" target="_blank" rel="noopener noreferrer">officially abandoned</a> the chokehold after the death of C&eacute;dric Chouviat. Techniques considered too dangerous for adults are being used on children.</p>
<h2>Custody Without a Judge</h2>
<p>By 9 October, some 5,900 minors had been placed in <em>garde &agrave; vue</em>. On paper, French law surrounds them with procedural safeguards: access to a lawyer from the outset, mandatory notification of parents, a medical examination for those under 16, video recording of every interrogation, and no extension for under-16s without bringing them before a prosecutor or judge (<a href="https://lawplayer.com/fr/act/LEGITEXT000039086952/section/legislative.book-4.title-1.chapter-3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Articles L. 413-7 to L. 413-12</a> of the Code of Juvenile Criminal Justice). Defence lawyers, though, <a href="https://www.france24.com/fr/info-en-continu/20261007-mouvement-des-lyc%C3%A9ens-des-avocats-d%C3%A9noncent-des-gardes-%C3%A0-vue-pour-terroriser" target="_blank" rel="noopener noreferrer">describe</a> a different reality: teenagers arriving injured, subjected to insults and attempts at humiliation, and, in at least one instance, a lawyer barred from assisting a pupil.</p>
<p>Under French criminal procedure, a breach of custody rules can lead to the annulment of the evidence obtained, but that remedy can only be sought in subsequent court proceedings. Many of these custodies ended without any charges being filed. For those children, no further proceedings exist, and thus no judge before whom the procedural breach can be raised. Their detention was supervised solely by the public prosecutor, whom the European Court of Human Rights explicitly does not regard as an independent judicial authority (<em>Moulin v. France</em>, 2010). What remains is an action for state liability based on the defective operation of the justice system (Article L. 141-1 of the Code of Judicial Organisation), which requires proof of gross fault and is decided long after the child has returned home. The more baseless the custody, the less judicial scrutiny it receives.</p>
<p>EU law sets a different standard. Directive 2016/800 demands that depriving a child of liberty at any stage of criminal proceedings be a measure of last resort and for the shortest appropriate period (Article 10), while ensuring that children have access to an effective remedy when their rights are violated (Article 19). Police custody of a suspected minor constitutes such a stage, so France is implementing EU law when it detains pupils; the EU Charter applies (Article 51(1), as read in <em>&Aring;kerberg Fransson</em>, 2013), including Article 24 on the rights of the child and Article 47 on effective judicial protection. A legal remedy that exists only if the state chooses to prosecute, or only upon proving gross fault years down the line, is almost impossible to reconcile with these standards. Nor can thousands of police custodies in less than three weeks &ndash; many ending without charge &ndash; be plausibly framed as a measure of last resort.</p>
<h2>Rights before the Injury</h2>
<p>The pupils of 2026 will be adults long before any court rules on what was done to them. International law offers at least one instrument that can intervene in time: France <a href="https://treaties.un.org/doc/Publication/CN/2016/CN.3.2016-Eng.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ratified</a> the Third Optional Protocol to the CRC in January 2016, under which the Committee on the Rights of the Child may request interim measures to avoid irreparable harm to a child (Article 6) and inquire into grave or systematic violations (Article 13). The law already requires France to grant its pupils the same freedom as adults &ndash; and far greater protection. It must comply before the injury, not after.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/france-school-protests/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Too Young for Rights, Old Enough to Be Maimed</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-09T15:23:52+00:00</updated>
	<author><name>Carina Bury</name></author>
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	<title type="html">Preparing for a Wider (But More Unequal) Union</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>On 6 October 2026, the Commission presented its Communication &ldquo;Preparing for a wider Union&rdquo;, which s...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>On 6 October 2026, the Commission presented its Communication &ldquo;<a href="https://commission.europa.eu/document/19022e79-d2b4-4d13-bdc6-0185da92856a_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Preparing for a wider Union</a>&rdquo;, which sets out concrete measures to prepare the Union for enlargement. At the centre are so-called institutional safeguard clauses. These resemble an Article 7 TEU procedure for the late arrivals &ndash; but at a discount, featuring a much broader scope and much lower thresholds. I argue that this is not the way. Let me be clear: the Commission&rsquo;s concern, protecting the Union&rsquo;s values and guaranteeing its agency after accession, deserves support. My quarrel is with the means. While it is doubtful whether the proposed clauses still qualify as an &ldquo;adjustment&rdquo; of the current Treaties under Article 49(2) TEU, they strike at core principles of the Union&rsquo;s constitutional framework: the equality of Member States and, behind them, the equality of Union citizens. Instead of creating an unequal membership, the Commission should find solutions that apply to all Member States, whether under the existing Treaty framework, through accession treaties, or &ndash; if necessary &ndash; through Treaty amendment.</p>
<h2>Dilemma: Enlargement Yes, Reform No?!</h2>
<p>The political momentum for enlargement is strong: Ukraine, Albania, Montenegro, and Moldova are set to join the Union in the coming years. The Commission President speaks of a &ldquo;<a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_26_2075" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geopolitical imperative</a>&rdquo;. At the same time, the Union is far from ready for enlargement. It struggles with deadlocks in many areas, especially when it comes to the protection of values and its capacity to act in sensitive fields such as the CFSP and the budget. Orb&aacute;n&rsquo;s spectre still haunts Europe &hellip; Further accessions will make the Union not only larger but also more heterogeneous. Decision-making structures that struggle to work in an EU of 27 are even less likely to work in an EU of 30+.</p>
<p>Two ways lead out of this dilemma. One is to differentiate <em>membership</em>, the other to change the Union&rsquo;s <em>framework</em>. The first has been <a href="https://verfassungsblog.de/towards-an-associate-membership-status-for-ukraine/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">suggested</a> in the form of <a href="https://verfassungsblog.de/associate-membership-of-the-eu/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">associate membership</a>, which Ukraine dismissed &ndash; understandably &ndash; as unfair: &ldquo;We are defending &#8203;Europe &ndash; fully, not partially, and not with half-measures&rdquo;, <a href="https://www.politico.eu/article/volodymyr-zelenskyy-rejects-friedrich-merz-proposal-associate-eu-membership/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zelenskyy</a> said. The second is politically even harder. The Member States show little appetite for reform. In 2023, the European Parliament proposed a large-scale <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/C/2024/4216/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">overhaul</a> of the Treaties, so far to no avail. The <a href="https://global.oup.com/academic/product/constitutionalism-and-the-enlargement-of-europe-9780199696789?cc=de&amp;lang=en&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">catalytic force</a> that enlargement once exerted on the Union&rsquo;s constitutional development through Treaty change seems, at least for the moment, to have disappeared.</p>
<p>Attentive to the political mood, the <a href="https://commission.europa.eu/publications/communication-pre-enlargement-reforms-and-policy-reviews_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Commission</a> stressed in 2024 that the institutional framework &ldquo;can be swiftly improved by using to the full the potential of the current Treaties&rdquo;. Grudgingly, the <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/ALL/?uri=CELEX%3A52025IP0247" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Parliament</a> gave its blessing to this approach &agrave; droit constant, acknowledging that institutional pre-enlargement reforms can be achieved &ldquo;by activating the flexibilities offered by the current Treaties&rdquo;.</p>
<p>The <a href="https://commission.europa.eu/document/19022e79-d2b4-4d13-bdc6-0185da92856a_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2026 Communication</a> reiterates this approach &ndash; &ldquo;[t]he Lisbon Treaty was designed &hellip; to cater for further enlargements&rdquo;, we are told (p 3) &ndash; and sketches &ldquo;targeted adaptations within the existing Treaty framework and accession treaties&rdquo; (p 2). While the suggested adaptations of the framework are hardly surprising (passerelle clauses, institutional practices, enhanced cooperation &hellip;), the heavy lifting seems to be left to the accession treaties.</p>
<h2>Proposal: Institutional Safeguard Clauses &ndash; A Parallel Article 7 TEU Procedure for New Member States?</h2>
<p>What does the Commission&rsquo;s proposal entail? New accession treaties would address breaches affecting the Union&rsquo;s &ldquo;institutional functioning&rdquo; or &ldquo;membership obligations&rdquo; through an institutional safeguard clause (pp 21 f). Substantively, it would cover breaches by a new Member State not only of the values in Article 2 TEU, but also of the principle of sincere cooperation. Procedurally, the Commission would be empowered to propose measures that &ldquo;would be deemed adopted unless the Council rejected them by qualified majority within a specified period&rdquo;. Possible responses could even extend to the suspension of voting rights in the Council.</p>
<p>This proposal seems to kill two birds with one stone, addressing both the Union&rsquo;s protection of values and its capacity to act. By extending the clause to breaches of the malleable principle of sincere cooperation, the Commission may also capture obstruction in the Council. One immediately thinks of Orb&aacute;n&rsquo;s <a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13501763.2025.2453033" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hostage-taking</a> in the CFSP. In such situations, the Commission could allege a breach of sincere cooperation and propose suspending the obstructing state&rsquo;s voting rights. And the procedural arrangement is favourable, to say the least: Member States would need a qualified majority to <em>stop</em> the Commission.</p>
<p>Ultimately, this amounts to a parallel Article 7 TEU procedure &ndash; but with a much broader substantive scope and much lower procedural thresholds. Anticipating objections, the Commission seeks to reassure us. This &ldquo;safeguard would complement, not replace, Article 7 TEU &hellip; Article 7 would retain its central role in protecting the Union&rsquo;s values&rdquo;. But why, one wonders, would we need Article 7 TEU if we had this new tool at our disposal? Further, the Commission stresses the temporary nature of this mechanism, which would apply for 15 years after accession. &ldquo;Only?&rdquo; one is tempted to exclaim. Finally, any measure would be subject to judicial scrutiny. Again, one wonders: full review, or merely procedural review along the lines of Article 269 TFEU?</p>
<h2>Legality: Treaty Adjustments Through Accession Treaties</h2>
<p>The obvious question is: is this legal? The Member States can do quite a lot in accession treaties. Article 49(2) TEU provides a route to change primary law, allowing &ldquo;adjustments to the Treaties on which the Union is founded&rdquo;. Accordingly, accession treaties have the rank of primary law (see eg <a href="https://juris.curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=%2522primary%2Blaw%2522&amp;docid=48575&amp;pageIndex=0&amp;doclang=en&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=9609914#ctx1" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Austria v Council</em></a>, C-445/00, para 62).</p>
<p>What do such &ldquo;adjustments&rdquo; entail? First and foremost, they include prosaic changes to the territorial scope of EU law (Article 52 TEU) or to the language versions of the Treaties (Article 55 TEU). Second, they cover transitional rules that slow the pace of accession in certain areas. Examples include restrictions on free movement in relation to Bulgaria and Romania (see eg Article 23 of the <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=oj:JOL_2005_157_R_0203_01" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bulgarian and Romanian Accession Act</a>, and Chapter 1 of Annexes VI and VII). And third, accession acts have contained safeguard clauses, both for the internal market and the AFSJ (see eg Articles 37 and 38 of the Bulgarian and Romanian Accession Act). The former can be triggered if the Member State concerned causes a serious breach of the functioning of the internal market. The latter addresses serious shortcomings in the implementation of the AFSJ, such as the mutual recognition of judgments. In both cases, the Commission is empowered to adopt &ldquo;appropriate measures&rdquo;, which may even take the form of suspending the relevant rules of EU law in relation to the Member State concerned. This is a far-reaching power, expanding the Commission&rsquo;s oversight well beyond Article 258 TFEU. The <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/dec/2006/929/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cooperation and Verification Mechanism</a>, adopted on this basis, illustrates the point.</p>
<p>Against this backdrop, three rather soft guidelines emerge from Article 49(2) TEU. In terms of <em>scope</em>, the notion of &ldquo;adjustment&rdquo; suggests minor changes that do not affect the overall structure of the Treaties (see <a href="https://jeanmonnetprogram.org/archive/papers/01/013801-05.html#P95_25616" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Becker</a>). This is supported by the change of wording at Maastricht, which shifted from &ldquo;amendments&rdquo;, &ldquo;&Auml;nderungen&rdquo;, or &ldquo;r&eacute;vision&rdquo; in Article 237(2) EEC to &ldquo;adjustment&rdquo;, &ldquo;Anpassungen&rdquo;, or &ldquo;adaptations&rdquo; in today&rsquo;s Article 49(2) TEU (see <a href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-031-04102-0_5#Fn45" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Idriz</a>, pp 175 ff). Today, &ldquo;amendments&rdquo; are reserved for Article 48 TEU. Formally, of course, any &ldquo;adjustment&rdquo; under Article 49(2) TEU is also an &ldquo;amendment&rdquo; of primary law. Still, the distinction between these two notions implies that the scope of the &ldquo;change&rdquo; that can be brought about under Article 49(2) TEU differs from that under Article 48 TEU. Admittedly, this line is elusive.</p>
<p>In terms of <em>nexus</em>, Article 49(2) TEU seems to require some link to accession. The provision refers to adjustments &ldquo;which such admission entails&rdquo;. Other language versions read even more narrowly: the adjustments must be &ldquo;erforderlich&rdquo; &ndash; necessary &ndash; or limited to those &ldquo;que cette admission entra&icirc;ne&rdquo; &ndash; which result from the admission. In this spirit, the Court noted that &ldquo;the integration of the new Member States &hellip; is the fundamental objective&rdquo; of an accession act, which seeks to &ldquo;facilitate their adjustment to the rules in force within the Community&rdquo; (<a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:61978CJ0231" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Commission v United Kingdom</em></a>, 231/78, para 11). Whether this is the <em>only</em> permissible rationale, however, remains open. Ultimately, the nexus to accession can be determined by reference to admission requirements <em>or</em> political expediency. Member States enjoy broad political discretion here &ndash; there is no right to accede to the Union.</p>
<p>In terms of <em>time</em>, Article 49(2) TEU may require derogations to be of limited duration. In the aforementioned judgment, the Court stressed that the Act of Accession of Denmark, Ireland, and the UK &ldquo;cannot be interpreted as having established for an indefinite period in favour of the new Member States a legal position different from that laid down by the Treaty for the original Member States &hellip; it would be contrary to the principle of the equality of the Member States &hellip; to accept that such inequalities could continue indefinitely&rdquo; (ibid, para 17). Yet the Court interpreted only the act of accession, not its legal basis in Article 237(2) EEC, today&rsquo;s Article 49(2) TEU. And indeed, the safeguard clauses in the Bulgarian and Romanian Accession Act were supposed to apply during the first three years after accession &ndash; &ldquo;but they may be applicable beyond that date if the situation is still not remedied&rdquo;. Accordingly, the Cooperation and Verification Mechanism remained in force from <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/en/TXT/?uri=CELEX%3A32023D1785" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2007 to 2023</a>, more than five times as long as the original three-year window. Some derogations for acceding Member States are unlimited in time. Examples include <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex%3A12003T%2FPRO%2F06" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Protocol No 6</a> limiting the acquisition of secondary residences in Malta by non-residents as an exception to the fundamental freedoms or the permanent safeguard clauses considered in the <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/european-constitutional-law-review/article/negotiating-turkeys-membership-to-the-european-union-can-the-member-states-do-as-they-please/EDDD32158C4122C10FE9244B6568D185" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Turkey negotiations</a>.</p>
<p>The Commission&rsquo;s proposal for an institutional safeguard clause seeks to stay within these guidelines by describing it as a &ldquo;temporary, accession-specific mechanism for exceptional situations during the first years after accession.&rdquo; Yet, the proposal clearly goes beyond the existing model in two respects. First, its scope is much broader, covering &ndash; beyond Article 2 TEU values &ndash; breaches of the principle of sincere cooperation. And second, the suggested measures are broader, including also the suspension of voting rights, which lie at the very heart of membership.</p>
<h2>Limits: The Union&rsquo;s Constitutional Framework</h2>
<p>Early on, the existing safeguard clauses were criticised by Christophe Hillion as creating a &ldquo;highly asymmetrical arrangement&rdquo; that provokes a &ldquo;double standard perception&rdquo;.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> The proposed institutional safeguard clause takes these inequalities to another level. By allowing the suspension of voting rights in the Council under conditions different from those applying to &ldquo;old&rdquo; Member States, it would establish a form of second-class membership. Beyond the equality of Member States, this affects the equality of Union citizens. Under the Union&rsquo;s structure of <a href="https://academic.oup.com/book/56270/chapter/445194119#445196415" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dual democratic legitimacy</a>, Union citizens are represented directly in the European Parliament and indirectly through their Member State governments in the Council (Article 10(2) TEU). Different conditions for suspending Council voting rights therefore directly affect the equality of Union citizens in a central strand of democratic representation.</p>
<p>This raises the question of whether such an arrangement is constitutional. At first glance, one might object that Article 49(2) TEU provides a route to Treaty amendment. As acts of accession have the status of primary law, they may derogate from <em>any</em> Treaty provision. Several arguments, however, point in a different direction.</p>
<p>To start with, the Court has begun to distinguish a &ldquo;constitutional framework&rdquo; from the plethora of Treaty provisions, thus introducing a certain stratification of primary law. In this spirit, the Treaties can be read as expressing a structure of <a href="https://academic.oup.com/book/62516/chapter/559574522" target="_blank" rel="noopener noreferrer">substantive hierarchy</a>, in which some provisions carry particular interpretative weight. At the very core of this &ldquo;constitutional framework&rdquo; sits Article 2 TEU, but the equality of Member States in Article 4(2) TEU and the equality of Union citizens in Article 9 TEU could form part of it as well (see <a href="https://www.bloomsbury.com/uk/structural-principles-of-eu-law-9781509979547/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klamert</a> pp 86 ff). Along these lines, the Court has stressed that equality of Member States is intimately connected to solidarity, which forms part of the &ldquo;fundamental basis of the EU legal order&rdquo; (<a href="https://juris.curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=%2522equality%2Bof%2BMember%2BStates%2522&amp;docid=308070&amp;pageIndex=0&amp;doclang=en&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=9302861#ctx1" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Commission v Hungary (Reclassification du cannabis)</em></a>, C-271/23, para 127).</p>
<p>Can such fundamental principles be altered by an &ldquo;adjustment&rdquo; of the Treaties under Article 49(2) TEU? Some scholars, such as <a href="https://jeanmonnetprogram.org/archive/papers/01/013801-05.html#P95_25616" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ulrich Becker</a> or <a href="https://www.cambridge.org/core/journals/european-constitutional-law-review/article/negotiating-turkeys-membership-to-the-european-union-can-the-member-states-do-as-they-please/EDDD32158C4122C10FE9244B6568D185" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christophe Hillion</a>, have argued that accession treaties must leave the Union&rsquo;s identity or core untouched. Interestingly, the Commission itself once took the view that derogations from primary law in accession treaties must be of limited duration, necessary for accession, and must not depart from the principles governing the Community (see its observations in <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:61978CJ0093" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Mattheus v Doego</em></a>, 93/78, p 2208). The Court&rsquo;s case law suggests limits too. In the aforementioned judgment on the UK&rsquo;s accession act, the Court emphasised that its provisions &ldquo;must be interpreted having regard to the foundations and the system of the Community, as established by the Treaty&rdquo;, including the equality of the Member States (<a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:61978CJ0231" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Commission v United Kingdom</em></a>, 231/78, para 12). In its <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:61991CV0001" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Opinion 1/91</a> on the EEA Agreement, the Court further held that association agreements concluded under what was then Article 238 EEC (today&rsquo;s Article 217 TFEU) cannot set up a system of courts that conflicts with the &ldquo;very foundations of the Community&rdquo; (para 70). Importantly, &ldquo;<em>an amendment of Article 238 &hellip; could not cure the incompatibility with Community law</em>&rdquo; (para 71). Many &ndash; such as <a href="https://kluwerlawonline.com/journalarticle/Common+Market+Law+Review/32.5/COLA1995054" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Carlo Curti Gialdino</a>, <a href="https://kluwerlawonline.com/journalarticle/Common+Market+Law+Review/30.1/COLA1993003" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deirdre Curtin</a>, or <a href="https://dialnet.unirioja.es/servlet/articulo?codigo=939737" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jos&eacute; Luis da Cruz Vila&ccedil;a and Nuno Pi&ccedil;arra</a> to name but a few &ndash; read this enigmatic passage as recognising a hard core of principles that cannot be amended.</p>
<p>One may <a href="https://academic.oup.com/book/46679/chapter/410458696" target="_blank" rel="noopener noreferrer">construct</a> or one may <a href="https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6556759" target="_blank" rel="noopener noreferrer">contest</a> an unamendability doctrine in EU law. A narrower reading, however, understands this passage as establishing a <em>transparency requirement</em>: fundamental principles cannot be amended by the backdoor, through revision of other provisions, such as Article 238 EEC,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> or &ndash; in our case &ndash; accession acts. If the Member States wish to revise the Union&rsquo;s &ldquo;very foundations&rdquo; or its &ldquo;constitutional framework&rdquo;, they must do so openly and through the amendment procedure provided for in the Treaties &ndash; Article 48 TEU.</p>
<h2>Alternatives: What, Then, Should the Union Do?</h2>
<p>If the problem is the ability of a single Member State to block the Union, the answer must be a <em>general</em> one: unanimity should give way to qualified majority voting &ndash; the passerelle clauses already provide for that option. The remaining &ldquo;choke points&rdquo;, especially in the CFSP, can be addressed through interpretation, drawing on the adaptations advanced by the <a href="https://commission.europa.eu/document/19022e79-d2b4-4d13-bdc6-0185da92856a_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Commission</a> (pp 4 f) or on scholarly proposals, some <a href="https://verfassungsblog.de/hungarian-veto-russian-central-bank-assets/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">more</a>, some <a href="https://verfassungsblog.de/eu-sanctions-and-the-mirage-of-unanimity/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">less</a> controversial. If the problem is the protection of the Union&rsquo;s values, the answer must likewise be a <em>general</em> one: the existing toolbox should be used and, where necessary, strengthened &ndash; this is <a href="https://www.inlibra.com/de/document/view/pdf/uuid/02928785-bba5-3b3a-bf1f-5053cd9a4fd7?page=1&amp;toc=4389674" target="_blank" rel="noopener noreferrer">possible under the current Treaty framework</a> as well. Whether an accession treaty could introduce institutional safeguard clauses <em>applying to all Member States</em> &ndash; as an &ldquo;adjustment&rdquo; under Article 49(2) TEU &ndash; remains an open question. The equality of Member States and of Union citizens, at least, would not stand in the way. And where the Member States want more, there is Article 48 TEU.</p>
<p>The temptation to escape the dilemma of enlargement without reform by resorting to accession treaties is understandable. Rules written for others are always easier to agree on than rules written for ourselves. But enlargement has always been a mirror. The question it puts to us is not only whether Ukraine, Albania, Montenegro, or Moldova are ready for the Union but also whether the Union is ready to receive them as equals. Institutional safeguard clauses that create deep inequalities among Member States and Union citizens are not the way.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i><span lang="EN-US">The author wishes to thank Christophe Hillion for inspiring discussions on the topic.</span></i></p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Christophe Hillion, &lsquo;The European Union is dead. Long live the European Union&hellip; a commentary on the Treaty of Accession 2003&rsquo; (2004) 29 <em>European Law Review</em> 583. See also Marise Cremona, &lsquo;EU enlargement: solidarity and conditionality&rsquo; (2005) 30 <em>European Law Review</em> 3, 22; Kirstyn Inglis, &lsquo;The Union&rsquo;s fifth accession treaty&rsquo; (2004) 41 <em>Common Market Law Review</em> 937, 972.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>See&nbsp;Noreen Burrows,&nbsp;&lsquo;The Risks of Widening without Deepening&rsquo; (1992) 17 <em>European Law Review</em> 352, 360;&nbsp;Markus Heintzen,&nbsp;&lsquo;Hierarchisierungsprozesse innerhalb des Prim&auml;rrechts der Europ&auml;ischen Gemeinschaft&rsquo; (1994) 29 <em>Europarecht</em> 35, 39.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/preparing-for-a-wider-but-more-unequal-union/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Preparing for a Wider (But More Unequal) Union</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-09T09:00:51+00:00</updated>
	<author><name>Luke Dimitrios Spieker</name></author>
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	<title type="html">A New Frontier for Project-Based Climate Litigation</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>On 7 October 2026, the High Court of Australia held, by three judges to two, that a New South Wales ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>On 7 October 2026, the High Court of Australia held, by three judges to two, that a New South Wales (NSW) planning authority must consider conditions to limit a coal mine&rsquo;s scope 3 emissions. This meant the authority could not simply say they had considered those emissions, representing 98% of the project&rsquo;s greenhouse gas (GHG) emissions &ndash; they had to show they had considered planning conditions that would minimise them.</p>
<p>Although much of the Australian apex High Court ruling in <em><a href="https://www.hcourt.gov.au/cases-and-judgments/judgments/judgments-1998-current/mach-energy-australia-pty-ltd-v-denman-aberdeen-muswellbrook-scone-healthy-environment-group-inc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MACH Energy Australia Pty Ltd v Denman Aberdeen Muswellbrook Scone Healthy Environment Group Inc [2026] HCA 35</a></em> turns on the interpretation of very specific NSW statutory language, it nevertheless has important implications for climate litigation elsewhere in the world, including in Europe.</p>
<p>Those implications are principally centred around the issue of scope 3 GHG emissions &ndash; those associated with a company&rsquo;s value chain, whether upstream or downstream. It is far from the first case to consider scope 3 emissions in fossil fuel project cases &ndash; many have already established that these emissions must be included in an environmental impact assessment (EIA), including the 2006 Australian <em><a href="https://www.climatecasechart.com/documents/gray-v-minister-for-planning-decision_5d94" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anvil Hill</a></em> case and the UK Supreme Court <em><a href="https://supremecourt.uk/cases/uksc-2022-0064" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Finch</a></em> ruling (see <a href="https://verfassungsblog.de/downstream-emissions-as-climate-impacts/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">here</a>). What it adds, though, is judicial discussion of the extent to which scope 3 has to be considered by planning authorities in project cases. The High Court decision makes it clear that scope 3 emissions must be considered as a likely impact of the development [31]. More striking is what it says the planning authority needs to consider doing, through the imposition of planning conditions, to minimise scope 3 emissions to the greatest extent practicable. There is a world of difference between merely considering scope 3 emissions in a loose sense on the one hand and, on the other, considering what planning conditions could be imposed on scope 3 emissions. The latter is where the case&rsquo;s novel contribution really lies.</p>
<h2>Corporate versus state emissions accounting and reporting rules</h2>
<p>Two issues in particular stand out in relation to that conditions point. The first is the judicial treatment of scope 3 emissions and their relationship with state-party accounting rules for GHG emissions under the United Nations Framework Convention on Climate Change and the Paris Agreement. Scope 3 emissions are principally associated with corporate climate accounting and reporting rules set out in the GHG Protocol standards. Under the treaty rules, found in the Intergovernmental Panel on Climate Change Guidelines for National Greenhouse Gas Inventories, states are only required to account for emissions arising on their own state territory and not for emissions abroad, whether those foreign emissions are associated with the manufacture of imported products (upstream &ldquo;consumption&rdquo; emissions) or from the consumption of exported products like fossil fuels which are burned abroad (downstream &ldquo;combustion&rdquo; emissions). The two sets of rules are not the same &ndash; one applies to companies and the other to states. However, there are some parallels, especially regarding a coal exporting state like Australia, because most of the emissions from its coal companies and their mining projects will come in the form of scope 3 emissions abroad. In state accounting terms, these do not count as Australia&rsquo;s emissions for the purposes of its Nationally Determined Contribution under the Paris Agreement. Not all scope 3 emissions arise abroad though &ndash; some coal is sold and burned domestically, and there the scope 3 emissions will be at home in Australia.</p>
<p>The connection between the two arose in the case because the relevant statute required the planning commission hearing the application for an extension of the coal mine to &ldquo;consider whether or not the consent should be issued subject to conditions &hellip; to ensure &hellip; that greenhouse gas emissions are minimised to the greatest extent practicable&rdquo; [85, 285]. The Commission had stated that &ldquo;although the Project&rsquo;s Scope 3 &nbsp;emissions would contribute to anthropogenic climate change&rdquo; these would be &ldquo;appropriately regulated and accounted for through broader national policies and international agreements (such as the Paris Agreement)&rdquo; [132].</p>
<p>The Court of Appeal&rsquo;s response to this had been to say that &ldquo;The fact that the Commission accepted that Scope 3 emissions were &lsquo;regulated&rsquo; as well as accounted for elsewhere is a sufficient indication that the Commission considered there to be no need for the imposition of [planning] minimisation conditions in relation to the Scope 3 emissions&rdquo; [143]. The High Court rejected the Court of Appeal&rsquo;s approach, arguing that it had erred in treating that &ldquo;regulated and accounted elsewhere&rdquo; point as evidence that the Commission had considered whether conditions should be imposed to minimise to the greatest extent practicable, which included scope 3 emissions. For the majority in the High Court, the issue of how scope 3 greenhouse gas emissions were accounted for or regulated was different to the issue of their minimisation as far as practicable, which the Commission was required to consider [183].</p>
<h2>Responsibility for scope 3 emissions</h2>
<p>In reaching that conclusion, the High Court also touched on the question of responsibility, arguing that &ldquo;whether Australia as a country, or MACH as the proponent, could or should ultimately be responsible for all of the Project&rsquo;s greenhouse gas emissions (including Scope 3 emissions)&rdquo; did not address the minimisation point which the Commission was required to consider [183]. The responsibility issue is an important one. Under international climate treaty law, as we have seen, Australia is only legally responsible for emissions on its own territory, including scope 3 emissions from burning coal at home. One can therefore see why a planning authority might be tempted to think that it need not consider scope 3 emissions which occur abroad. If they are not Australia&rsquo;s legal responsibility under the climate treaties, why should an Australian planning decision-maker be bothered about them? The reason is that they do still engage a legal responsibility under a different, customary source of international law: state responsibility. The <a href="https://verfassungsblog.de/category/debates/the-icjs-advisory-opinion-on-climate-change-debates/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ICJ Advisory Opinion on climate change</a> makes it clear that fossil fuel states have a due diligence obligation to take appropriate regulatory action in relation to fossil fuel production, including the granting of fossil fuel exploration licences and the provision of fossil fuel subsidies, and that failing to do so may constitute an internationally wrongful act attributable to that State. For present purposes, that regulation of course includes planning permission. It may involve refusing permission in some instances, or imposing conditions on scope 3 emissions in others, given that those emissions form the bulk of emissions from fossil fuel projects.</p>
<p>State treaty accounting and reporting responsibility and state responsibility regarding mitigation overlap in part (in that a state&rsquo;s failure to regulate its territorial emissions may be a basis for breach of its due diligence obligations). However, state responsibility for mitigation is wider in that a state must also regulate fossil fuels where the emissions will occur abroad. Finally, corporate responsibility is not the same as state responsibility of either type. Under corporate climate disclosure rules, companies are typically responsible for reporting all of their emissions, including upstream and downstream scope 3 emissions at home or abroad. That is unlike state accounting and reporting responsibility, which, as we have seen, is limited to emissions on their home territory.</p>
<h2>Control of scope 3 emissions</h2>
<p>The second key issue from the High Court ruling is about what conditions might be imposed by a planning authority on scope 3 emissions. In other climate litigation globally, companies have often sought to argue that they should not be responsible for setting targets for and reducing their scope 3 emissions because these are beyond their &ldquo;control&rdquo; (Hilson, OJLS, forthcoming). This issue of control also features in the <em>Denman</em> High Court judgment. The relevant passage mentions a previous case (<em><a href="https://www.climatecasechart.com/document/mullaley-gas-and-pipeline-accord-inc-v-santos-nsw-eastern-pty-ltd_f029" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mullaley</a></em>) where the planning Commission had expressed the view that the scope 3 emissions were &ldquo;outside the direct control of the Applicant and therefore not able to be reasonably conditioned&rdquo; [173]. The High Court rejects this, arguing that while &ldquo;some aspects of Scope 3 emissions will be beyond the direct control of the development proponent&rdquo;, there were some planning conditions that it was perfectly possible for the planning authority to consider imposing in order to minimise scope 3 emissions to the greatest extent practicable [199]. It cited with approval Adamson JA&rsquo;s judgment from the Court of Appeal, which had stated that:</p>
<blockquote><p>There was plainly much more that the Commission could have done by imposing conditions in relation to the 98% of emissions which would be generated by the [P]roject. It could, for example &hellip;have imposed conditions such as requiring the coal to be washed before it is exported; limiting the coal that is exported to coal of a certain high calorific content or that the coal be exported only to those countries which have NDCs under the Paris Agreement &hellip; ; requiring that coal exported from the [P]roject only be used in power stations which use technology such as carbon capture and storage or fluidised bed combustion; or requiring that MACH implement offsets to the emissions caused by the coal.</p></blockquote>
<p>As the High Court judgment noted, those conditions mostly relate to downstream scope 3 emissions, but it would also be possible to use offsets to cover any relevant upstream scope 3 emissions [200]. The judgment also mentioned other conditions that could in theory be imposed, including limiting the total production output of the mine, or requiring MACH to sell coal from the project only to countries that had committed to making significant reductions in their GHG emissions [200]. What was clear, though, was that the Commission in the <em>Denman</em> case was required to consider imposing such conditions aimed at ensuring that all GHG emissions, including scope 3 (both upstream and downstream), were minimised to the greatest extent practicable, and it had not done so [200].</p>
<p>This is important for future climate litigation cases considering arguments about the ability to control scope 3 emissions. Companies often claim that while they have control over their scope 1 and 2 emissions (onsite emissions and bought-in energy respectively), they can&rsquo;t control scope 3 emissions arising from what their consumers do with their product on the demand side. At that point, it is out of their hands. But what the judgment here makes clear is that there is a range of things that fossil fuel companies can do to control their scope 3 emissions, including many on the supply side before it reaches those consumers.</p>
<h2>The new frontier for project-based climate litigation</h2>
<p>The issue of conditions is likely to be the new frontier in project-based climate litigation. It is now common ground to say that scope 3 emissions must be included in an EIA, and that planning authorities must consider them. But what they need to consider doing to help minimise them as far as possible is the next step. Not all statutes will have a requirement to mandate such a consideration as specific as the NSW one in <em>Denman</em>. However, national courts globally all need to give serious attention to the matter and ensure that they adopt something like it in project cases that come before them. After all, what&rsquo;s the point of requiring a planning decision-maker to consider scope 3 emissions if they are then simply allowed to dismiss the issue without considering what action they might take to combat them? That does not meet the demands of the climate crisis we are facing. Nor is it likely to meet the demands of the ICJ&rsquo;s opinion.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/scope-3-accounting-responsibility-and-control-in-the-mach-energy-v-denman-decision/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">A New Frontier for Project-Based Climate Litigation</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-09T06:54:56+00:00</updated>
	<author><name>Chris Hilson</name></author>
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		<updated>2026-10-09T06:54:56+00:00</updated>
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	<title type="html">Institutional Ethics of AI in Legal Scholarship</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Scholars interested in the regulation of AI will be familiar with the Collingridge dilemma, which su...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Scholars interested in the regulation of AI will be familiar with the Collingridge dilemma, which suggests that the challenge of regulating technology arises from a tension between information and control. In the early stages of a technology&rsquo;s development, it can be difficult to predict its social impacts; by the time the risks are apparent, the technology may be so embedded in social structures that it is difficult to control.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Something of the same dilemma may seem to face law schools in developing an institutional ethics for AI in legal scholarship. The dilemma of how and when to respond to the rise of generative AI in legal practice, the university and scholarly research would seem to match Collingridge&rsquo;s framing, as the uses of the tools are evolving so quickly that practice has not had time to settle, yet the consequences of not responding may erode enshrined research values.</p>
<p>The challenge should not be insurmountable. Collingridge did not suggest new technology could not be regulated. Rather, he developed a theory of decision-making under conditions of uncertainty, which allowed decisions to be &ldquo;reversible, corrigible, and flexible&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span>. Universities and law schools thrive on debate and the reassessment of social practices, and this aptitude to encourage and manage debate provides a response to the challenge of integrity posed by AI for legal scholarship. This essay explores the challenge and the possible responses, including advocating the importance of consistency and transparency.</p>
<h2>AI in Legal Practice and Legal Education</h2>
<p>It is clear that legal practice is changing under the influence of emerging technology, particularly generative AI<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span>, although the longer-term trends are still to emerge. Law schools are responding differently to these changes. Some universities have imposed rules about secure assessment, such as invigilated exams representing a specified percentage of the grade<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span>. Some law schools have partnerships with law tech providers to allow students to experiment with the products. Others have introduced a suite of tech-focused subjects and even mandated a unit in legal technology<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span>. Largely, however, law schools remain in a period of uncertainty and experimentation.</p>
<p>There is a clear parallel with the Collingridge dilemma as law schools seek to understand the potential of the technology, the economics of adopting it, and its impact on legal practice. Law schools wish to prepare their students for legal practice, but largely they do not consider themselves trade schools responsible for teaching precise legal skills, such as the uses of particular technologies. Law schools commonly aspire to higher-order learning about the law: analysis, critique, judgment. Nonetheless, the advance of AI may mean that different manifestations of these skills are required or that students themselves wish to emphasise the technology in preparation for future work. Legg argues that while lawyers will need a new suite of tech-related skills, ethical judgment will remain a fundamental lawyering skill and should be explicitly taught as an aspect of any AI-enabled education<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span>.</p>
<p>At the same time, AI poses what Clay Shirky describes as &ldquo;a menagerie of threats&rdquo;, increasingly backed up by research, that include &ldquo;cognitive offloading, cognitive debt, cognitive surrender, automation bias, illusion of competence, moral disengagement&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span>. Law schools, therefore, need not only to retain assessment integrity but also to navigate new relationships with technology in their student body and those students&rsquo; future workplaces.</p>
<h2>The Dilemma of AI in Legal Research</h2>
<p>AI also raises ethical and practical challenges for traditional legal research. Some legal scholars have become interested in research about AI, and this is important and timely. AI may be used as a tool for data analysis, which is consistent with its foundations and largely uncontroversial. Greater controversy arises in the use of AI by legal scholars to produce work. Generative AI can be used for many of the basic practices of scholarly work: brainstorming, preliminary research, summarising, proofreading. It can also be used (although the quality may vary) for higher-order tasks: generating ideas, drafting, writing and critique.</p>
<p>The use of AI, at least for more substantive purposes, may raise concern in the wider scholarly community, though some would object to any use at all on the ground that AI is then framing the fundamental questions to be addressed. There may be a fear of others getting ahead by using the tools in fraudulent ways, what Frazier and Rozenshtein describe as &ldquo;scholarly deepfakes&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span>. Another concern goes to the essence of legal scholarly endeavour.</p>
<p>Legal research is far more than the assembling of information, and the capacity of AI for critical analysis is doubtful. It mimics rather than produces analysis, and its outputs are the result of statistical processes. As Julian Webb observes, generative AI &ldquo;struggles with the nuances of real-world legal problem-solving, particularly complex relational problems where practical wisdom and contextual understanding play a significant role&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span>. The experience of being human may be relevant to output in the law. At least in the context of courts, Pasquale argues that &ldquo;embodied judgment&rdquo; may be the best approach for delivering &ldquo;a relatable, respected, and legitimate justice system rather than an approach focused on the words and reasons of AI&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span>. It might be thought that, to the extent the law remains a profession and vocation governed by human embodied &ldquo;judgment&rdquo;, the work of the legal scholar should be similarly grounded. What this commitment requires in practice is not straightforward and underlines the need for an institutional ethical framework.</p>
<h2>Principles-Based Regulation and Ethical Problem Solving</h2>
<p>In institutional contexts, ethical frameworks operate as a form of soft law regulation, providing guidance on the parameters of what is acceptable as well as an aspiration to good research practice. Additionally, ethical frameworks may provide evidence of compliance with legal requirements, such as in the law of tort, and transgressions may breach existing laws, such as privacy and data protection laws.</p>
<p>Precise rules are important in some contexts. For example, speed limits in suburban areas are set as a rule with an exact maximum speed. In other contexts, however, guidance on ethical or legal conduct is expressed as a principle. Principles need to be adapted to the context and require a judgment about what is right, but they can guide that decision and may be supplemented with factors to consider. For example, in determining whether a professional exercised due care and skill in providing a service, courts consider a range of contextual factors including the skill of the professional, established practice and the circumstances of the client. The ethical standards for the legal professional are expressed in a similar manner: as open-textured principles that require legal and ethical judgment to apply. Webb explains that legal ethics cannot be a substitute for the lawyer&rsquo;s personal moral compass<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span>. This requirement for judgment about what is the right way to act is most closely associated with virtue theory or &ldquo;practical wisdom&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span>.</p>
<p>Principles-based governance thus provides a degree of flexibility and adaptivity. Critics may say this adaptivity comes at the cost of certainty. But certainty in the fast-moving realm of AI is a mirage in any event. Certainly, the approach will be contested, which means being subject to challenge, dissent and critique. This is not a fatal flaw. Debate and the airing of diverse views are the hallmarks of the university as a place of scholarly endeavour. A pluralist approach is not destabilising if the end &mdash; integrity &mdash; is kept in mind. Ethical decision-making is always difficult but can be guided by an understanding of the end goal &mdash; be it efficiency or virtue.</p>
<h2>Guiding Principles</h2>
<p>In formulating ethical frameworks for legal scholarship, indicative guiding principles are already available and suitable to support the objective of research integrity while still allowing scholars to experiment with the possibilities of generative AI. The risks of harm from AI are increasingly well recognised, including bias, surveillance, error and cognitive offloading. Equally, there is no shortage of statements of ethical approaches to AI with aspirations to beneficence, fairness and accountability<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span>. Courts and legal regulators have similarly adopted guidance, which might guide without binding law schools, and importantly include a commitment to values of integrity, honesty and diligence<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span>. These standards resonate with the research integrity frameworks themselves, which are usually premised on higher-order values of honesty, rigour, transparency, fairness, respect and accountability<span><a role="button" tabindex="0"><sup>15)</sup></a><span></span></span>.</p>
<p>These frameworks can provide the baseline principles in considering ethical governance of AI in legal scholarship. In the university environment, institutional consistency might be added to these lists as a core value. Here the commitment might be that if law schools are giving guidance to students, then we too should follow it. Of course, scholars are not being certified as ready for practice. But if we ask students to forgo technology in the classroom or for study, then it is reasonable to reflect on our own practices in teaching and research.</p>
<p>I would also affirm the foundational role of transparency, although not all would agree.</p>
<h2>The Value of Transparency</h2>
<p>As Coghlan, Miller and Paterson argue, &ldquo;[a]lthough transparency is not necessarily or always an ethical good, it is associated with more basic ethical ideas such as justice and respect for autonomy sufficiently frequently that it is often treated as a key ethical principle in AI Ethics.&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>16)</sup></a><span></span></span> In the context of legal scholarship, transparency on AI use means including a frank disclosure of the ways in which AI was used to contribute to the manuscript. The need for transparency arises from a commitment to honesty in the process of research and scholarly writing in a time when AI can contribute substantively to that process, and practices vary between institutions and scholars.</p>
<p>Frazier and Rozenshtein are critical of disclosure as a response to concerns about AI use in legal scholarship, arguing it may &ldquo;fail to advance scholarly values&rdquo; and distract from genuine &ldquo;authorial responsibility&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>17)</sup></a><span></span></span>. However, the role of transparency is not to displace responsibility. Transparency, properly understood, is a baseline element of accountability, performing several roles<span><a role="button" tabindex="0"><sup>18)</sup></a><span></span></span>.</p>
<p>At this point it might be rhetorically asked whether an author should disclose spell check or editing software<span><a role="button" tabindex="0"><sup>19)</sup></a><span></span></span>. Scholars are familiar with spell check, and thus it may go without saying. At present, the scholarly community is less familiar with generative AI, and practices are varied. Moreover, use of generative AI may be going further than merely checking; it is possibly contributing, and contributions are usually disclosed, such as through research assistants or helpful colleagues. Such acknowledgments are not merely kind; they recognise the distribution of labour in producing the work, without deflecting the author&rsquo;s overall responsibility for the work.</p>
<p>Although it may have a performative element, transparency may prompt the author to reflect on their own role in producing the output. In pondering why lawyers continue to include AI-hallucinated references in submissions to courts, Legg, McNamara and Alimardani point to the behavioural biases that may allow hallucinated content to slip through despite now widespread knowledge of the risk<span><a role="button" tabindex="0"><sup>20)</sup></a><span></span></span>. These tendencies include automation bias and verification drift, which essentially refer to a tendency to believe the apparently accurate outputs produced by AI and a drift away from good intentions to exercise active authorial control over the work. Similar tendencies may affect legal scholars, and transparency may provide a practical reminder of their own responsibilities.</p>
<p>Additionally, transparency benefits the reader, who may learn from the disclosure and reflect on their own use. In this way, transparency may contribute to a broader community of practice on ethical use.</p>
<h2>Conclusion</h2>
<p>Responding to the influx of AI into scholarly writing, in the legal domain and elsewhere, poses real challenges. It will be neither possible nor appropriate to develop a set of determinative rules covering all possible uses. Ethical frameworks do not operate in this way. Instead, they should be principles-based, allowing them to accommodate both the evolution of the technology and developments in scholarly practice taking place in the light of shared commitments to research integrity.</p>
<p><em>I used AI (Claude) to proofread this chapter.</em></p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>David Collingridge, The Social Control of Technology (Frances Pinter Ltd, 1980).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td><em>Ibid.</em></td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Julian Webb and Jeannie Paterson, The Evolution of Legal Knowledge Work in an Age of Brilliant(?) Technologies: From Robo-Lawyer to Digital Law Clerk, ANU Journal of Law and Technology 6(1) (2025), p. 51-84.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>See, for instance, Gen AI &ndash; Academic Integrity and Assessment Reform, Australian Tertiary Education Quality and Standards Agency, <span>https://www.teqsa.gov.au/guides-resources/higher-education-good-practice-hub/gen-ai-knowledge-hub/gen-ai-academic-integrity-and-assessment-reform,</span> last accessed 10.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>See, for instance, Shape Your Future With NUS Law, National University of Singapore, 15.08.2024, <span>https://law.nus.edu.sg/media/shape-your-future-with-nus-law/,</span> last accessed 10.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>Michael Legg, Better Than a Bot &ndash; Instilling Ethical Judgement Into the Lawyers of the Future in the Age of AI, Griffith Law Review 33(3) (2024), p. 273-293.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>Clay Shirky, AI Is a &ldquo;Wicked Problem.&rdquo; That&rsquo;s the University&rsquo;s Specialty, The Chronicle of Higher Education, 04.08.2026, <span>https://www.chronicle.com/article/ai-is-a-wicked-problem-thats-the-universitys-specialty?bc_nonce=4jrrouz95956vrcwltvmts&amp;cid=reg_wall_signup,</span> last accessed 10.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>Kevin Frazier and Alan Rozenshtein, Large Language Scholarship, Minnesota Legal Studies Research Paper No 25-26, SSRN, 04.04.2025, <span>https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5200768,</span> last accessed 10.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>Julian Webb, Generative Artificial Intelligence in Legal Practice: Epistemic Expertise, Unethical AI, and the Role of Virtue, Minds and Machines 36 (2026). </td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>Frank Pasquale, The Non-Delegable Duty to Think: Judicial Legitimacy and the Limits of Generative AI, Cornell Legal Studies Research Paper No 26-03, SSRN, 26.03.2026, <span>https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6473658,</span> last accessed 10.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>Julian Webb, Generative Artificial Intelligence in Legal Practice: Epistemic Expertise, Unethical AI, and the Role of Virtue, Minds and Machines 36 (2026).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>Julian Webb, Generative Artificial Intelligence in Legal Practice: Epistemic Expertise, Unethical AI, and the Role of Virtue, Minds and Machines 36 (2026).&nbsp; </td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>See, for instance, OECD AI Principles Overview, OECD, <span>https://oecd.ai/en/ai-principles,</span> last accessed 10.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td>See, for instance, Statement on the Use of Artificial Intelligence in Australian Legal Practice, Victorian Legal Services Board, 06.12.2024, <span>https://lsbc.vic.gov.au/news-updates/news/statement-use-artificial-intelligence-australian-legal-practice,</span> last accessed 10.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>15</a></th> <td>See, for instance, Australian Code for the Responsible Conduct of Research 2018, Australian Research Council, <span>https://www.arc.gov.au/australian-code-responsible-conduct-research-2018,</span> last accessed 10.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>16</a></th> <td>Simon Coghlan et al., Good Proctor or &ldquo;Big Brother&rdquo;? Ethics of Online Exam Supervision Technologies, Philosophy and Technology 34 (2021), p. 1581-1606.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>17</a></th> <td>Kevin Frazier and Alan Rozenshtein, Large Language Scholarship, Minnesota Legal Studies Research Paper No 25-26, SSRN, 04.04.2025, <span>https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5200768,</span> last accessed 10.08.2026. </td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>18</a></th> <td>Jeannie Paterson, Understanding AI Transparency and Literacy: Lessons From Consumer Credit Regulation, UNSW Law Society Court of Conscience 19 (2025), p. 107; Jeannie Paterson, Misleading or Deceptive AI: Why Transparency Provides the Baseline for Responsible AI in Consumer Transactions, UNSW Law Society Court of Conscience 18 (2024), p. 113.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>19</a></th> <td>Kevin Frazier and Alan Rozenshtein, Large Language Scholarship, Minnesota Legal Studies Research Paper No 25-26, SSRN, 04.04.2025, <span>https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5200768,</span> last accessed 10.08.2026.&nbsp; </td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>20</a></th> <td>Michael Legg, Vicki McNamara, and Armin Alimardani, The Promise and the Peril of the Use of Generative Artificial Intelligence in Litigation, UNSW Law Journal 48(4) (2025), p. 1196-1235.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/institutional-ethics-of-ai-in-legal-scholarship/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Institutional Ethics of AI in Legal Scholarship</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-08T13:56:43+00:00</updated>
	<author><name>Jeannie Marie Paterson</name></author>
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	<title type="html">Thinking Machines, Thinking Lawyers</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>This symposium explores the relationship between AI and the production and delivery of legal knowled...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>This symposium explores the relationship between AI and the production and delivery of legal knowledge. It also interrogates how emerging AI-based capabilities are shaping the way lawyers think, research, and act. Traditionally, lawyering has been shaped through skills acquired by law students and young lawyers on the ground, be it the classroom, social interactions, or the courtroom. Lawyers spend years training how to read complex judgments, parse through jurisprudence, draft legal prose, and finesse their arguments, with crucial sociological insights from their cultural milieu. These skills are acquired through iteration, constant observations, specialized supervision, and most importantly, the space to fail and make mistakes. As the state of technology stands today, many of these tasks could easily be outsourced to companion chatbots and AI-managed workflows. The result is often a near-perfect first draft, a fully formed legal argument tailored to the judicial forum, and frictionless research. This has enormous cognitive and creative stakes for lawyering, and the stability of the legal profession as a whole. There are already reports of mass layoffs and restructuring within law firms to &ldquo;replace&rdquo; junior lawyers.</p>
<p>Lawyering in the age of AI is also riddled with contradictions, often between utilitarian and deontological views. For instance, a substantially AI-enhanced brief may increase a lawyer&rsquo;s success in the courtroom. At the same time, it raises ethical concerns about the lawyer&rsquo;s claims of ownership over the intellectual product. Consequently, what are the standards of permissibility when using AI to proofread a draft versus delegating the writing of the draft to AI itself? Similarly, does efficiency in terms of shaving off time to prepare a legal brief through AI replace the legal prose and persuasiveness of a human-authored one? These inconsistent observations cannot be resolved overnight, but a timely inquiry can help the legal profession understand what is at stake, and what can be mitigated.</p>
<p>Similarly, generative AI poses several crucial questions for legal academics, both philosophical and those concerned with the quality of the product produced by such platforms. There is no singular way of undertaking legal research, and given such methodological variety, what is the utility of AI among such different methods? Are there certain aspects of legal research and writing that can be delegated to AI, and some that <em>must not</em> ever be delegated? Is the AI-generated product worthy of engagement? What impact does employing AI assistance have on the individual and their cognitive capabilities? Answering many of these questions inevitably pushes us towards the most fundamental one: what exactly is the purpose of legal research, and where does the individual, especially one&rsquo;s experiences, observations, voice, and thoughts, lie in this enterprise? These are extremely hard questions to answer, particularly once we move beyond the unhelpful approach of simply dismissing AI&rsquo;s relevance. It is important in these discussions to note that while AI platforms may not present themselves as perfect legal researchers, given the pace at which technological change is progressing, it would become increasingly difficult to dismiss AI&rsquo;s capabilities by simply quoting its substandard outcomes. The conversation needs to be cognisant of both present capabilities and future possibilities.</p>
<p>We are on the cusp of a change, nothing short of a revolution, in terms of how legal education and research are approached, and this symposium is an attempt to initiate a discussion on some of the questions identified above. The symposium pieces delve into the following themes. First, the impact of AI-enhanced lawyering on the ability of lawyers and legal scholars to think and write. This has both positive and negative consequences. AI tools, if used responsibly, can be used to enhance research by parsing through different methodologies (e.g. comparative, archival, socio-legal). However, there is no consensus on the limits of such use. At the same time, the lack of consensus around responsible use has far-reaching consequences for the future of the legal profession as a whole.</p>
<p>Lawyering is a set of tangible hard skills like the ability to understand a judicial decision and its jurisprudential lineage, and argue in a courtroom. There are equally important but invisible soft skills which lawyers and scholars continue to adopt throughout their careers. The ability to interact with clients, empathy, negotiation, cultural sensitivity, and emotional intelligence are some important examples. The rapid delegation of everyday legal tasks to AI not only weakens the hard drafting and research skills, but also eliminates opportunities for lawyers to hone their soft skills. Further, human-authored legal prose is ultimately an articulation of rational legal argument. But what marks it as unique and persuasive is the force of emotion. Lawyers spend years understanding the sophisticated manoeuvres that appeal to judges and clients. Delegating these tasks to technology risks the hollowing out of human creativity, emotions, and professional strategy that undergird seemingly technical prose. The Symposium pieces also explore how AI-enabled &ldquo;groupthink&rdquo; affects legal scholarship and threatens to replace the research skills acquired by lawyers and scholars.</p>
<p>Second, the problem of epistemic justice and epistemic pollution. Legal scholarship does not represent everyone fairly. We ask whether AI further entrenches and exacerbates these inequalities. And whether the communities that have historically been affected by the legal structures and courts are going to be further excluded. Inherent biases embedded in AI tools can shape whose knowledge is represented and whose is excluded. There are also numerous instances of AI generating false case citations and hallucinating legal scholarship that does not exist. These sources are regurgitated in judicial pronouncements. Awkward admissions by reputable judges and law firms, post facto, drive home the need to develop sensitivity and awareness around the pitfalls of mindless delegation. Legal education should also develop tools to enable lawyers and judges to identify and combat artificial research and argument.</p>
<p>Third, the aspects around research integrity and accountability. Artificial research and reasoning ultimately affect access to justice. The recent cases of hallucinations and false precedents being cited in court ultimately impact justice delivery. All participants in the justice system, from lawyers to judges, have been complicit in these isolated but growing incidents. Who is tasked with the responsibility of preserving the integrity of research in such cases, and who is the ultimate arbiter?</p>
<p>Lastly, the questions of institutional and regulatory approaches to generative AI. Here, we need to understand if existing mechanisms governing the bar and bench are aligned with the unprecedented pervasion of AI in the profession as well as in the justice system.</p>
<p>This symposium does not claim to present perfect answers, but is an attempt to initiate conversations on the multifaceted changes posed by AI-assisted capabilities to our traditional ways of doing legal research and teaching. We, therefore, also welcome responses from our readers!</p>
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	<updated>2026-10-08T13:42:54+00:00</updated>
	<author><name>Akriti Gaur</name></author>
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		<updated>2026-10-08T13:42:54+00:00</updated>
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	<category term="ai"/>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-08:/300566</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/antisemit-auserungsstrafrecht-beleidigung/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">Darf man „Antisemit“ sagen?</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Anlass des politischen Schauspiels war ein kleiner Versprecher. In der ZDF-Sendung &bdquo;Maybrit Illner&ldquo; ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Anlass des politischen Schauspiels war ein kleiner Versprecher. In der ZDF-Sendung &bdquo;Maybrit Illner&ldquo; vom 24. September 2026 setzte die Moderatorin &uuml;ber die Berliner LINKEN-Spitzenkandidatin Elif Eralp ihren Satz zun&auml;chst an mit &bdquo;Elif Eralp sagt, sie ist Antisemitin&ldquo; und korrigierte sich unmittelbar: &bdquo;Sie ist keine Antisemitin.&ldquo; Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nutzte die Gelegenheit f&uuml;r eine Pointe und kommentierte die Korrektur mit: &bdquo;Na doch.&ldquo; Eralp und der Berliner Landesverband der LINKEN erstatteten daraufhin Strafanzeige wegen &uuml;bler Nachrede und Beleidigung (&sect;&sect; 186, 185 StGB), jeweils in Verbindung mit &sect; 188 StGB. Zwei Silben &ndash; <a href="https://www.lto.de/persistent/a_id/60995." target="_blank" rel="noopener noreferrer">und die Staatsanwaltschaft soll beim Bundesinnenminister klingeln</a>. Ein Witz &uuml;ber den verungl&uuml;ckten Indikativ in Illners Aussage w&auml;re wom&ouml;glich besser angekommen.</p>
<p>Das Problem: Die Debatte soll eigentlich kl&auml;ren, wie verbreitet und verfestigt Antisemitismus in der Gesellschaft ist. Stattdessen kreist sie wiederholt um die Frage, ob jemand &bdquo;Antisemit&ldquo; genannt werden darf.</p>
<h2>Der &bdquo;Antisemit&ldquo; vor Gericht</h2>
<p>F&uuml;r die strafrechtliche Bewertung ist entscheidend, was Dobrindt mit seinem &bdquo;Na doch&ldquo; ge&auml;u&szlig;ert hat. Ma&szlig;geblich ist der objektive Sinngehalt im sprachlichen und situativen Gesamtzusammenhang, nicht der isolierte Wortlaut. Ist eine &Auml;u&szlig;erung mehrdeutig, darf eine Verurteilung nur dann darauf gest&uuml;tzt werden, wenn alle straflosen Deutungsalternativen mit tragf&auml;higen Gr&uuml;nden ausgeschlossen sind.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Die Strafanzeige versteht den Einwurf einerseits dahin, Dobrindt habe sich den Versprecher Illners zu eigen gemacht. Andererseits wird ihm vorgeworfen, Eralp Antisemitismus unterstellt zu haben. Das ist nicht dasselbe. Im ersten Fall steht eine dem Beweis zug&auml;ngliche Behauptung dar&uuml;ber im Raum, was Eralp &uuml;ber sich gesagt habe; im zweiten die Einordnung einer Person als &bdquo;antisemitisch&ldquo;. Denkbar ist schlie&szlig;lich eine dritte Deutung: Das &bdquo;Na doch&ldquo; k&ouml;nnte sich allgemein auf das Antisemitismusproblem innerhalb der Berliner LINKEN bezogen haben.</p>
<p>&sect; 186 StGB erfasst ehrenr&uuml;hrige Tatsachenbehauptungen, &sect; 185 StGB insbesondere ehrverletzende Werturteile. Ma&szlig;geblich ist die Beweiszug&auml;nglichkeit; bei untrennbarer Vermengung von Tatsachen und Wertungen ist die &Auml;u&szlig;erung im Interesse des wirksamen Grundrechtsschutzes insgesamt als Meinung zu behandeln.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> Bei der Zuschreibung &bdquo;Antisemit&ldquo; spricht viel f&uuml;r Letzteres. Sie mag auf tats&auml;chliche Vorg&auml;nge oder &Auml;u&szlig;erungen gest&uuml;tzt werden; die Einordnung erfolgt aber erst anhand eines normativ unterlegten Antisemitismusbegriffs. Das Bundesverfassungsgericht hat das entsprechend f&uuml;r die Zuschreibungen &bdquo;rechtsextrem&ldquo; und &bdquo;rechtsradikal&ldquo; hervorgehoben: Ob diese Einordnungen zutreffen, sei keine Frage, deren Kl&auml;rung dem Beweis zug&auml;nglich sei.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Damit bleibt noch &sect; 185 StGB. Die Strafbarkeit eines Werturteils folgt nicht allein aus seiner sprachlichen Sch&auml;rfe. Vielmehr bedarf es einer Abw&auml;gung von Ehrschutz einerseits und Meinungs&auml;u&szlig;erungsfreiheit andererseits. Das Ergebnis der Abw&auml;gung ist verfassungsrechtlich nicht vorgegeben, sondern den Umst&auml;nden des Einzelfalls unterworfen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> Nur bei Schm&auml;hung, Formalbeleidigung oder Menschenw&uuml;rdeangriff kann die Abw&auml;gung &ndash; in eng begrenzten Ausnahmef&auml;llen &ndash; entbehrlich sein. Die Grenze zur Schm&auml;hung ist &uuml;berschritten, wenn nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund steht.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> Auch &sect; 188 StGB, die &bdquo;Politikerbeleidigung&ldquo;, &auml;ndert daran nichts: Zwar versch&auml;rft diese Norm unter zus&auml;tzlichen Voraussetzungen den Schutz von Personen des politischen Lebens, verwandelt aber eine von Art. 5 Abs. 1 GG gesch&uuml;tzte zul&auml;ssige &Auml;u&szlig;erung nicht in eine strafbare.</p>
<p>Mit einer Verurteilung Dobrindts ist nicht zu rechnen. Ma&szlig;geblich ist, wie ein unvoreingenommenes und verst&auml;ndiges Publikum die &Auml;u&szlig;erung im Zusammenhang versteht. Dass Dobrindt behaupten wollte, Eralp bezeichne sich selbst als Antisemitin, liegt danach fern und wirkt nahezu absurd. Das &bdquo;doch&ldquo; widerspricht stattdessen der unmittelbar davor ge&auml;u&szlig;erten Korrektur von Illner &uuml;ber den<em> inhaltliche</em>n Vorwurf. N&auml;her liegt, dass Dobrindt Eralp als Antisemitin &bdquo;best&auml;tigen&ldquo; wollte. Das w&auml;re zwar ein scharfes Werturteil, kn&uuml;pft aber unmittelbar an die in der Sendung gef&uuml;hrte Antisemitismusdebatte in der LINKEN an. F&uuml;r die Annahme einer Schm&auml;hung Eralps ist damit kein Raum, und auch die Abw&auml;gung d&uuml;rfte zugunsten der Meinungs&auml;u&szlig;erungsfreiheit ausgehen: spontaner und pointierter Zwischenruf, hitziger politischer Meinungskampf sowie eine Spitzenkandidatin als Adressatin vor dem Hintergrund einer parteiinternen Antisemitismusdebatte. Wer das anders gewichtet, kommt an der dritten Deutung nicht vorbei: Das &bdquo;doch&ldquo; lie&szlig;e sich eben auch allgemein auf die LINKE beziehen. Diese Variante w&auml;re straflos: Sie tr&auml;fe Eralp nicht pers&ouml;nlich, und wer &bdquo;die Partei&ldquo; angreift, beleidigt nicht automatisch jedes einzelne Mitglied. Eine Beleidigung &bdquo;unter einer Kollektivbezeichnung&ldquo; wird an der Gr&ouml;&szlig;e und Un&uuml;berschaubarkeit des Personenkreises scheitern.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> Eine Partei muss als Akteurin im politischen Wettbewerb schlie&szlig;lich auch scharfe und &uuml;berspitzte Zuschreibungen hinnehmen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Wenn der Staat spricht</h2>
<p>Die Konstellation weist zwei m&ouml;gliche Fallstricke auf, die sich vom Klein-Klein des &ndash; zumeist inszenierten &ndash; Politiker-zeigen-Politiker-an-Gebarens abheben.</p>
<p>Der erste betrifft die Amtstr&auml;gerschaft: Darf ein Minister dasselbe sagen wie jeder andere Teilnehmer des politischen Meinungskampfes? Grunds&auml;tzlich ja, denn auch Regierungsmitglieder bleiben Parteipolitiker. Ausschlaggebend ist, in welcher Funktion die Person spricht. Der Ministertitel in einer Talkshow macht aus Parteipolitik noch kein Regierungshandeln.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> <a href="https://www.lto.de/persistent/a_id/61008." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anders kann es zum Teil aussehen</a>, wenn amtliche Publikationswege oder die Autorit&auml;t des Regierungsamtes in Anspruch genommen werden. Dann ist der &Auml;u&szlig;ernde gegen&uuml;ber politischen Parteien an das Neutralit&auml;tsgebot und die Chancengleichheit aus Art. 21 Abs. 1 Satz 1 GG gebunden.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span> Ein Maulkorb ist das aber nicht: Auch die Regierung darf, zum Teil muss sie, Angriffe auf die freiheitliche demokratische Grundordnung deutlich zur&uuml;ckweisen.</p>
<p>Dobrindts Zwischenruf ist dem Parteipolitiker zuzurechnen: kein amtlicher Kanal, keine Berufung auf Erkenntnisse &bdquo;seines Hauses&ldquo;, indes ein aufgeheizter Schlagabtausch zwischen politischen Kontrahenten im Rahmen einer Analyse potentieller Sondierungsgespr&auml;che im Rampenlicht einer Talkshow. Selbst wenn man das Neutralit&auml;ts- und Sachlichkeitsgebot hier f&uuml;r anwendbar hielte, &auml;nderte sich am Ergebnis nichts. Das eingeworfene &bdquo;Na doch&ldquo; war zu beil&auml;ufig, der Gespr&auml;chsverlauf im entscheidenden Moment zu chaotisch und die Mehrdeutigkeit zu offenkundig, um daraus eine &bdquo;amtliche&ldquo; Herabsetzung der politischen Konkurrenz abzulesen.</p>
<p>Der zweite Fallstrick ist der Elefant im Raum: Das &Auml;u&szlig;erungs(straf)recht entscheidet nicht dar&uuml;ber, wer Antisemit <em>ist</em>, sondern nur, was man &uuml;ber andere sagen darf. Was aber muss jemand gesagt oder getan haben, damit die Bezeichnung als &bdquo;antisemitisch&ldquo; nicht nur gesagt werden <em>darf</em>, sondern in der Sache auch zutrifft?</p>
<h2>Was hei&szlig;t eigentlich &bdquo;antisemitisch&ldquo;?</h2>
<p>Hier ger&auml;t das Recht unter Druck. H&auml;ufig werden strafrechtliche Begriffe im politischen Raum <a href="https://verfassungsblog.de/von-symbolen-moralischen-artefakten-und-strohmann-debatten/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">moralisch aufgeladen und semantisch entgrenzt</a>, bis von ihrer juristischen Kontur kaum noch etwas &uuml;brig bleibt.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span> In diesem Fall ist es umgekehrt: Eine politische und gesellschaftliche Zuschreibung soll in die Kategorien des Strafrechts &uuml;berf&uuml;hrt und dort vermessen werden.</p>
<p>&bdquo;Antisemitismus&ldquo; ist jedoch kein abschlie&szlig;end definierter Rechtsbegriff. <a href="https://holocaustremembrance.com/resources/arbeitsdefinition-antisemitismus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die IHRA-Arbeitsdefinition</a> konkretisiert ihn anhand von Beispielen, die auch israelbezogene Erscheinungsformen erfassen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> Kritiker sehen darin die Gefahr, die Grenze zwischen israelbezogenem Antisemitismus und zul&auml;ssiger Israelkritik zu verwischen. Die auch als Reaktion hierauf formulierte <a href="https://www.jerusalemdeclaration.org/wp-content/uploads/JDA-German.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Jerusalem Declaration on Antisemitism</em> (JDA)</a> erkl&auml;rt etwa Antizionismus oder <em>Boycott, Divestment and Sanctions</em> (BDS) nicht schon f&uuml;r sich genommen f&uuml;r antisemitisch, was ihr gleichzeitig den Vorwurf der Untererfassung israelbezogener Erscheinungsformen des Antisemitismus eingebracht hat.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Der Definitionsstreit l&ouml;st das Abgrenzungsproblem nicht; er bildet es lediglich ab. Dass ein Begriff umk&auml;mpfte R&auml;nder aufweist, hei&szlig;t zudem nicht, dass er keinen Kern besitzt. Offener Judenhass, die Vorstellung verborgener j&uuml;discher Macht oder Mythen wie Ritualmord und Brunnenvergiftung sind keine Grenzf&auml;lle. Der echte Streit beginnt, wenn diese Bilder von ihren historischen Ausdrucksformen gel&ouml;st und in neue Kontexte &uuml;bertragen werden.</p>
<p>Antisemitismus bezeichnet kein abgeschlossenes Arsenal bestimmter Vokabeln oder Symbole, das historisch inventarisiert wurde und seither lediglich wiedererkannt werden m&uuml;sste. Er ist ein tief in der Sprache sedimentiertes, anpassungsf&auml;higes Ressentiment.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span> Der christliche Antijudaismus konstruierte den Juden als Gottesm&ouml;rder und Verr&auml;ter; der rassistische Antisemitismus ab den 1870er Jahren machte aus Religion Abstammung und &uuml;berf&uuml;hrte das J&uuml;dische in die wahnhaften Lehren von der angeblichen Hierarchie der &bdquo;Rassen&ldquo;. Verschw&ouml;rungsantisemitismus transformierte den Juden zum unsichtbaren Lenker von Kapital, Medien und Politik. Nach der Schoa trat der sekund&auml;re Antisemitismus der Schuld- und Erinnerungsabwehr hinzu. Der relativ neue israelbezogene Antisemitismus erm&ouml;glicht schlie&szlig;lich Projektionen auf den j&uuml;dischen Staat, in denen die alten Narrative in neuem politischem Vokabular wiederkehren k&ouml;nnen.</p>
<p>Diese Erscheinungsformen l&ouml;sen einander nicht ab; sie &uuml;berlagern und verbinden sich und kehren in ver&auml;nderter Gestalt zur&uuml;ck.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span> Ein jahrhundertealtes Feindbild lernt neue W&ouml;rter. Darin liegt eine paradoxe Folge: Weil die Gesellschaft offen artikulierten Judenhass zunehmend zur&uuml;ckweist, modifiziert er seine Form. Was nicht mehr unmittelbar gesagt werden darf, wird chiffriert, codiert oder &uuml;ber Umwege kommuniziert.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>15)</sup></a><span></span></span> Der &bdquo;Jude&ldquo; muss sprachlich gar nicht mehr vorkommen, damit ein antisemitisches Narrativ fortlebt. Wer also Antisemitismus nur dort wittert, wo ausdr&uuml;cklich von &bdquo;den Juden&ldquo; gesprochen wird, der will ein wandlungsf&auml;higes Ressentiment mit dem W&ouml;rterbuch seiner bereits &uuml;berholten Erscheinungsformen &uuml;berf&uuml;hren. Daraus folgt nicht, dass jede Israelkritik oder jede Aussage, die Juden betrifft, antisemitisch w&auml;re. Gerade weil Antisemitismus semantisch wandlungsf&auml;hig ist, bedarf seine Diagnose der Pr&auml;zision.</p>
<h2>Aussage, Sprecher, Person</h2>
<p>Damit ist man wieder bei der Auslegung von &Auml;u&szlig;erungen angelangt. Die notwendige Pr&auml;zision beginnt mit der Unterscheidung: Die S&auml;tze &bdquo;Diese Aussage ist antisemitisch&ldquo;, &bdquo;X hat sich antisemitisch ge&auml;u&szlig;ert&ldquo; und &bdquo;X ist Antisemit/antisemitisch&ldquo; sagen nicht dasselbe. Der erste klassifiziert einen Kommunikationsakt, der zweite rechnet ihn einer Person zu, der dritte verdichtet kommunikatives Verhalten zu einem Urteil &uuml;ber die Person selbst. Je weiter sich die Zuschreibung vom konkreten Kommunikationsakt entfernt und der Person n&auml;hert, desto gr&ouml;&szlig;er wird ihr ehrverletzendes Potential &ndash; und parallel hierzu das Risiko, Typisierung anstelle von Analyse zu betreiben. Eine Person kann &ndash; bewusst oder unbewusst &ndash; ein antisemitisches Narrativ reproduzieren oder eine antisemitische Chiffre verwenden, ohne dass dadurch ihre Pers&ouml;nlichkeit abschlie&szlig;end abgebildet w&auml;re. Die Sorge vor einer vorschnellen Typisierung darf aber nicht dazu f&uuml;hren, dass die &Auml;u&szlig;erung selbst nicht mehr als antisemitisch erkannt und benannt wird.</p>
<p>Die politische Kommunikation verwischt die Ebenen gern und f&uuml;gt sie in ein tradiertes Aufmerksamkeits-W&auml;hlergunst-Karussell ein: Vereinfachung, Personalisierung, Etikettierung &ndash; <em>it is all drama, baby</em>. Das Recht darf diese Mechanik nicht einfach &uuml;bernehmen.</p>
<h2>Die Debatte sch&uuml;tzt die Falschen</h2>
<p>Der Antisemitismusbegriff steht damit unter Druck: Wer den Begriff zu weit fasst, macht ihn willk&uuml;rlich. Wer ihn aus Angst vor dem Vorwurf der Ehrverletzung zu restriktiv versteht, exkulpiert viele seiner heutigen Erscheinungsformen. Sobald der Umgang mit dem Vorwurf den Anlass verdr&auml;ngt, verschiebt sich die Debatte: Nicht mehr die Frage, was jemand gesagt oder getan hat und ob dies antisemitisch ist, steht im Mittelpunkt. Stattdessen geht es um die &ndash; scheinbar wichtigere &ndash; Frage, ob man das Gesagte oder Getane &uuml;berhaupt als antisemitisch bezeichnen <em>durfte</em>. Aus Antisemitismus wird der Streit um den Antisemitismusvorwurf.</p>
<p>Nat&uuml;rlich muss ein solcher Vorwurf redlich bleiben; Mandats- und Amtstr&auml;ger besitzen keine Lizenz, ihre politischen Gegner beliebig herabzusetzen. Daraus folgt aber nicht, dass der politische Gegner, gerade in Fragen des Antisemitismus, gegen inhaltliche Kritik immunisiert werden darf. Eine Gesellschaft, die Antisemitismus bek&auml;mpfen will, muss &uuml;ber seine Erscheinungsformen streiten und Fehlzuschreibungen kritisieren, aber ebenso aushalten, dass der Begriff mit Gr&uuml;nden als Zuschreibung verwendet wird. Wer jede solche Einordnung reflexartig in die Sprache von Strafanzeige und Unterlassungsklage &uuml;bersetzt, wechselt das Forum &ndash; und entzieht sich damit, zumindest &ouml;ffentlich, der inhaltlichen Auseinandersetzung.</p>
<p>Das Strafrecht als sch&auml;rfstes Schwert staatlicher Sozialkontrolle kann zwar bestimmen, wann eine &Auml;u&szlig;erung die Grenzen zul&auml;ssiger Rede &uuml;berschreitet. Es kann auch einen strafrechtlich gez&auml;hmten Begriff von Antisemitismus nutzen, um Rechtsfolgen daran zu kn&uuml;pfen (vgl. &sect; 46 Abs. 2 Satz 2 StGB).<span><a role="button" tabindex="0"><sup>16)</sup></a><span></span></span> Es kann aber nicht abschlie&szlig;end festlegen, was Antisemitismus <em>gesellschaftlich</em> bedeutet. Noch weniger darf es zum Instrument werden, mit dem nicht mehr &uuml;ber die beanstandete &Auml;u&szlig;erung, sondern nur noch &uuml;ber die Strafbarkeit ihrer Benennung gestritten wird. Sonst steht am Ende nicht der Antisemitismus unter Rechtfertigungsdruck, sondern derjenige, der ihn beim Namen nennt. Als w&auml;re der Vorwurf schlimmer als sein Gegenstand.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>BVerfGE 93, 266 (295 f.); 114, 339 (348 ff.); BVerfG NJW 2016, 2870 (2871).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>BVerfG NJW 1983, 1415 (1416); zudem BVerfGE 90, 241 (247); 94, 1 (8).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>BVerfG NJW 2012, 3712, Rn. 27 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>BVerfGE 85, 1 (16); 99, 185 (196&thinsp;f.); BVerfG NJW 2016, 2870 Rn. 12.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>BVerfGE 82, 272 (283&thinsp;f.); BVerfG NJW 1992, 1439; NJW 2020, 2631 (2633 Rn. 18).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>Vgl. nur BVerfGE 93, 266 (&bdquo;Soldaten sind M&ouml;rder&ldquo;).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>BVerfG NJW 1983, 1415 (1416): CSU als &bdquo;NPD Europas&ldquo;.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>J&uuml;ngst OVG Schleswig, Beschl. v. 23.4.2026 &ndash; 6 MB 9/26 (MP G&uuml;nther).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>BVerfGE 148, 11 (28 ff. Rn. 63 ff.); 154, 320 (337 ff. Rn. 45 ff. &ndash; Seehofer); 162, 207.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td><em>Gerson</em> Criminal Law under Semantic Pressure. Methodological Challenges of Politicized Language, MCLR 2026 (im Erscheinen).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>Von der Bundesregierung am 20.9.2017 politisch bekr&auml;ftigt und vom Bundestag als ma&szlig;geblich bezeichnet, vgl. BT-Drs. 19/10191, S. 1 sowie BT-Drs. 20/13627, S. 3 (angenommen am 7.11.2024).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>Vor allem JDA, Leitlinien 12 und 14; s.a. zur &Uuml;bertragung klassischer Stereotype auf Israel Leitlinie 6; zur Kritik an der JDA vgl. nur <em>Kinzel</em>/<em>Poensgen</em> Zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA), RIAS Working Paper 01/24; <em>Nelson</em> Accommodating the New Antisemitism: a Critique of &sbquo;The Jerusalem Declaration&lsquo;, Fathom Long Read, April 2021.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>Vgl. <em>Salzborn</em> Globaler Antisemitismus, 3. Aufl. 2022 (&bdquo;Weltbild&ldquo;).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td><em>Chernivsky</em>/<em>Lorenz-Sinai</em> in: Rassismusforschung II, 2025, S. 315, 319, 321.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>15</a></th> <td>Dazu <em>Bergmann</em>/<em>Erb</em> KZfSS 38 (1986), 223 ff.; <em>Schwarz-Friesel</em>/<em>Reinharz</em> Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert, 2013; aus beh&ouml;rdlicher Perspektive <em>BfV </em>Lagebild Antisemitismus 2022/23, S. 14, 16, 42, 102.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>16</a></th> <td>Kritisch aus methodischen Gr&uuml;nden gleichwohl <em>Gerson</em> KriPoZ 2020, 22 ff.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/antisemit-auserungsstrafrecht-beleidigung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Darf man &bdquo;Antisemit&ldquo; sagen?</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-08T12:28:06+00:00</updated>
	<author><name>Oliver Harry Gerson</name></author>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-08:/300567</id>
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	<title type="html">Vulnerability as a Barrier to Eviction</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>In the final days of September 2026, the eviction of Mar&iacute;a del Carmen Abascal, an 87-year-old reside...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>In the final days of September 2026, the eviction of Mar&iacute;a del Carmen Abascal, an 87-year-old resident of Madrid known to everyone as <a href="https://edition.cnn.com/2026/09/27/europe/spain-maricarmen-housing-eviction-intl-latam" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Maricarmen</a>, shocked Spanish public opinion. The cries of solidarity with the elderly woman, which also reflected growing <a href="https://english.elpais.com/spain/2026-09-24/maricarmen-eviction-of-elderly-woman-in-madrid-sparks-social-and-political-outrage.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">public frustration</a> over the worsening housing crisis in Spain, resonated far beyond the country&rsquo;s borders. Political reactions followed at remarkable speed, and, within ten days, Spain has moved from public outrage over a highly publicised eviction to the calling of a general election. During that period, the Government put forward two packages of urgent measures aimed at strengthening the right to housing, particularly for vulnerable people. Although these legislative packages were ultimately rejected by some of the political groups in the Congress of Deputies, they sought to deepen a pre-existing trend linking the public authorities&rsquo; duty to promote access to housing (<a href="https://www.senado.es/web/conocersenado/normas/constitucion/detalleconstitucioncompleta/index.html?lang=en#t1c3:~:text=against%20this%20heritage.-,Section%2047,-All%20Spaniards%20have" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Article 47</a> of the Spanish Constitution) with the social function of property rights (<a href="https://www.senado.es/web/conocersenado/normas/constitucion/detalleconstitucioncompleta/index.html?lang=en#t1c3:~:text=and%20their%20effects.-,Section%2033,-(1)%20The%20right" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Article 33</a> SC) and the right to effective judicial protection (<a href="https://www.senado.es/web/conocersenado/normas/constitucion/detalleconstitucioncompleta/index.html?lang=en#t1c3:~:text=by%20the%20law.-,Section%2024,-(1)%20All%20persons" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Article 24</a> SC).</p>
<p>The key concept behind this trend is vulnerability. Although the term does not appear explicitly in the Spanish Constitution, the obligation of public authorities to counter it can readily be inferred from the social dimension of the democratic state. That idea was clearly reflected last week in one of the flagship measures of the Government&rsquo;s legislative packages: the <a href="https://www.lamoncloa.gob.es/lang/en/gobierno/councilministers/Paginas/2026/20260929-council-press-conference.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">prohibition of evictions</a> of vulnerable persons without alternative housing until the end of 2030. Among the many measures proposed, this one represented a decisive step in that evolving constitutional trend. It was not merely a political reaction to a particular widely publicised eviction. Rather, it meant to be part of a broader regulatory framework in which vulnerability already operates as a barrier to eviction and is gradually reshaping the relationship between housing rights, effective judicial protection, and property rights.</p>
<h2>The Rise of Vulnerability</h2>
<p>It is true, however, that this regulatory framework has largely been forged through successive responses to crises with a direct impact on housing. As I argued in a study published in 2024, the first of these turning points followed the <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2008%E2%80%932014_Spanish_financial_crisis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2008 financial crisis</a>, which prompted the Government in 2012 to adopt a package of urgent measures aimed at protecting insolvent <a href="https://mpra.ub.uni-muenchen.de/102173/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mortgage debtors</a>. A few years later, in 2018, a law was enacted to expedite evictions in cases of unlawful occupation, which had become an increasing concern in Spain. But, at the same time, where unlawful occupants were found to be in a situation of vulnerability, judges were required to notify the social services. In 2019, consideration of vulnerability was further incorporated into urgent measures addressing judicial eviction proceedings based on rent arrears or the expiry of tenancy agreements.</p>
<p>And the most significant turning point came in 2020 with the outbreak of COVID-19. The decree declaring the state of alarm in Spain also introduced a temporary suspension of evictions affecting vulnerable persons. That temporary suspension was <a href="https://www.abogacia.es/en/publicaciones/blogs/blog-de-derecho-de-los-los-consumidores/seis-anos-de-prorrogas-la-suspension-de-lanzamientos-por-vulnerabilidad-tensiona-el-equilibrio-entre-propiedad-y-vivienda/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">extended</a> repeatedly throughout the pandemic. It continued to be renewed afterwards, officially in response to the economic consequences of successive geopolitical crises in Ukraine, Gaza and Iran, but also, less officially, because of the exponential increase in rental prices, the shortage of affordable housing, and growing speculation in the housing market.</p>
<p>To consolidate this trend and avoid the need for further extensions, the Government proposed, and Parliament enacted a nationwide <a href="https://bpvabogados.com/en/key-issues-on-the-right-to-housing-act-12-2023-of-24-may/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Housing Act</a> in 2023. Among its many provisions, the Act required judges to suspend certain eviction proceedings for two or four months, while public authorities were expected to use that time to secure alternative accommodation for those affected. Yet the succession of crises described above continued to render those deadlines insufficient. As a result, the Government repeatedly relied on emergency legislation to keep vulnerable people protected from eviction. That approach lasted until early 2026, when part of its parliamentary support withdrew. The so-called social shield fell, and it was no longer in place when Maricarmen was evicted.</p>
<h2>When Vulnerability Meets Property Rights</h2>
<p>That the collapse of the <em>social shield</em> was the result of broader political tensions and electoral competition is evident, and has been confirmed by the Prime Minister&rsquo;s decision to call an <a href="https://www.lamoncloa.gob.es/lang/en/presidente/news/Paginas/2026/20261005-institutional-statement.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">election for 29 November</a>. In my view, however, a more nuanced understanding of the state&rsquo;s housing protection obligations towards vulnerable persons lies beneath the immediate political dispute.</p>
<p>According to that second view, anti-eviction legislation has imposed increasingly far-reaching constraints, both in duration and in intensity, on property rights, while eviction proceedings have progressively drifted away from the guarantees of effective judicial protection safeguarded by Article 24 of the Spanish Constitution and Article 6(1) of the <a href="https://www.echr.coe.int/documents/d/echr/convention_ENG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Convention on Human Rights</a>. Amid the current climate of social unrest and political polarisation, it is the case law of the Spanish Constitutional Court that will ultimately have to bring clarity to these competing claims.</p>
<h2>Drawing Constitutional Boundaries</h2>
<p>In fact, the Constitutional Court had already taken a first step towards addressing this issue in its second <a href="https://www.quikprokuo.com/en/evictions-in-spain-2025-the-constitutional-court-ruling-stc-26-2025-and-its-impact-on-landlords-and-large-property-holders/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">judgment on the 2023 Housing Act</a>, delivered in January 2025. On the one hand, the Court held that the Act was compatible with the Constitution insofar as it allowed judges to suspend eviction proceedings involving vulnerable persons until the relevant public authorities had intervened. The suspension, limited to a period of two or four months, was considered reasonable: it protected an important social interest without disproportionately restricting property rights. On the other hand, the Court found the Act unconstitutional where it required certain <a href="https://www.cimtaxlegal.com/en/news/constitutional-court-declares-unconstitutional-obligation-large-holder-prove-tenant-vulnerability-eviction" target="_blank" rel="noopener noreferrer">landlords to certify</a> the defendant&rsquo;s vulnerability before being allowed to initiate judicial proceedings. In the Court&rsquo;s view, this transferred to the claimant the burden of investigating the defendant&rsquo;s personal circumstances and, in doing so, unduly hindered the right to effective judicial protection.</p>
<p>Over the past five years, the Constitutional Court has also had the opportunity to rule on specific cases involving the judicial eviction of vulnerable persons through the <em>recurso de amparo</em> provided for in <a href="https://www.senado.es/web/conocersenado/normas/constitucion/detalleconstitucioncompleta/index.html?lang=en#t1c3:~:text=Individual%20appeals%20for%20protection%20(recursos%20de%20amparo)%20against%20violation%20of%20the%20rights%20and%C2%A0liberties%20contained%20in%20section%2053(2)%20of%20the%20Constitution%2C%20in%20the%20circumstances%20and%20manner%20to%20be%20laid%20down%20by%20law." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Article 161</a> of the Constitution. Two aspects of this case law deserve particular attention. First, while the legislation governing evictions defines the category of vulnerability, the Court has repeatedly stressed that, in individual cases, judges may have to take into account additional constitutional principles, such as the best interests of the child. Second, claims of vulnerability must be properly raised and substantiated in the judicial proceedings by the defence of the person facing eviction. In other words, procedural law should remain a limit.</p>
<h2>The International Influence</h2>
<p>This proposition, namely that procedural law should operate as a limit to the protection of a vulnerable person&rsquo;s home against claims brought by a private rights-holder, sits comfortably with the case law of the European Court of Human Rights on the matter. I am thinking in particular of <a href="https://hudoc.echr.coe.int/eng#%22itemid%22:%5B%22001-188124%22%5D" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>F.J.M. v. the United Kingdom</em></a>, which was declared inadmissible in 2018. In that decision, the Strasbourg Court held that British judges were not required to conduct a proportionality assessment of the forced eviction of a woman suffering from a psychiatric illness, however sympathetic her personal circumstances might have been, where domestic mortgage enforcement legislation had already established the parameters for balancing the competing rights and interests at stake.</p>
<p>However, the picture changes somewhat when one considers the criticisms directed at Spain by the UN Committee on Economic, Social and Cultural Rights. The Committee&rsquo;s decisions in <em><a href="https://docstore.ohchr.org/SelfServices/FilesHandler.ashx?enc=CUKi0UhOeD5RuK9ilb%2fpyfDgiirWLN9UlLlpMoD5zT28xoju%2biPbpG2KGQbSb7Pu0ajW3rPfA%2fWHjloyIh%2fb%2frJYaYaX0dStTTeONZF0reg%3d" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ben Djazia v. Spain</a></em> (2017) and <em><a href="https://docstore.ohchr.org/SelfServices/FilesHandler.ashx?enc=OcxPU6KZSLYJ%2fCP9kiQ8wuUrBoP6v%2buUDbzYsQL6WbzMIeDZi9esABXOdfsbZ8jGNllJwqLwVjrWp8lyu1B1ag%2fFq60kwefr%2b1bQIhz6PJM%3d" target="_blank" rel="noopener noreferrer">L&oacute;pez Alb&aacute;n v. Spain</a></em> (2019) are particularly significant in that they affirm the responsibility of public authorities in cases involving the eviction of vulnerable persons, even where the eviction is sought by a private party. Furthermore, in <em>L&oacute;pez Alb&aacute;n v. Spain</em>, the Committee added a further requirement: public authorities must balance the interests of the owner against the circumstances of those facing eviction, <a href="https://doi.org/10.46661/lexsocial.4549" target="_blank" rel="noopener noreferrer">assessing the proportionality</a> of the eviction even when the occupation itself is unlawful.</p>
<h2>The Constitutional Dilemma</h2>
<p>The impact of the UN Committee&rsquo;s doctrine on public opinion has been particularly visible in the <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/2026_Spanish_housing_protests" target="_blank" rel="noopener noreferrer">social mobilisations</a> against Maricarmen&rsquo;s eviction. Although her eviction resulted from the lawful termination of her tenancy agreement, although that termination had been upheld in judicial proceedings conducted with full procedural guarantees, and although the authorities had offered her accommodation in a care home, the protests against her eviction were ultimately grounded in a conception of substantive justice that differed from the one embodied in the law.</p>
<p>It is here that I identify the constitutional dilemma. On the one hand, I observe the consolidation of an emerging constitutional trend, one in which vulnerability operates as a constraint on eviction, driven by legislative measures establishing the balancing criteria that judges must apply when deciding eviction claims. The Constitutional Court&rsquo;s case law discussed above has, at least for the time being, endorsed that trend. On the other hand, I can also identify two competing currents in public opinion, constitutional, and, above all, political debate. One calls for greater protection of vulnerable persons and argues that eviction cases should ultimately be resolved through an assessment of the proportionality of the individual case. The other advocates a return to an earlier balance, one in which property rights prevailed in situations involving breaches of contract, expired rights of occupation, or unlawful occupation.</p>
<h2>What comes next?</h2>
<p>The next general election scheduled for 29 November may shape the legislative direction taken in the years ahead. The constitutional dilemma, however, is unlikely to disappear. On the contrary, it may generate further litigation before the Constitutional Court, given the Government&rsquo;s stated intention to adopt <a href="https://www.reuters.com/world/europe/spain-expected-approve-housing-decrees-that-triggered-snap-election-2026-10-06/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">new emergency anti-eviction</a> measures before election day. The controversy surrounding evictions in Spain reveals a society still searching for a stable balance between housing rights, property rights and effective judicial protection. How that balance should be struck is likely to remain one of the central constitutional debates of the coming years.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/vulnerability-as-a-barrier-to-eviction/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Vulnerability as a Barrier to Eviction</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-08T11:21:02+00:00</updated>
	<author><name>Miryam Rodríguez-Izquierdo Serrano</name></author>
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		<updated>2026-10-08T11:21:02+00:00</updated>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-08:/300568</id>
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	<title type="html">Doppeltes Lottchen als Wahlfehler?</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Sobald der n&auml;chste Wahltermin ansteht, werden die aktuellen Mandatsinhaber erneut zu Wahlk&auml;mpfern. W...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Sobald der n&auml;chste Wahltermin ansteht, werden die aktuellen Mandatsinhaber erneut zu Wahlk&auml;mpfern. W&auml;hrend sie im Parlament oder der Kommunalvertretung eindeutig in ihrer Funktion als Mandatstr&auml;ger t&auml;tig werden und daf&uuml;r die Unterst&uuml;tzung der Fraktionsmitarbeiter sowie die zugewiesenen Fraktionsgelder einsetzen d&uuml;rfen, muss man bei den Aktivit&auml;ten im Wahlkreis genauer hinschauen und unterscheiden. Denn den Wahlkampf macht derjenige, den die Partei dazu nominiert hat, und zwar nicht in seiner Funktion als Abgeordneter. Damit ist der Wahlkampf auch aus der Parteikasse zu finanzieren. In Bezug auf die Wahlen zum Landtag in Sachsen-Anhalt wird nun der <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-wahlkampf-in-sachsen-anhalt-staatsrechtler-zweifeln-gueltigkeit-der-wahl-an-a-137983c8-4b6d-4ef0-bff9-308cbcdfdaf9" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorwurf erhoben</a>, die AfD habe ihren Wahlkampf unzul&auml;ssigerweise aus Fraktionsgeldern mitfinanziert und dadurch einen Wahlfehler verursacht. Die AfD habe die Kandidaten gewisserma&szlig;en als doppeltes Lottchen sowohl als Kandidat der Partei als auch als Mandatsinhaber des alten Parlaments auftreten lassen und sich dadurch einen Vorteil verschafft.</p>
<p>Manche <a href="https://www.fr.de/politik/der-afd-wiederholt-werden-wahl-in-sachsen-anhalt-muss-sie-wegen-zr-94521541.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bezweifeln die Tragf&auml;higkeit</a> dieser Argumentation. Dazu wird darauf verwiesen, dass die gew&auml;hlten Mandatstr&auml;ger bis zum Wahltermin im Amt sind, ihres Amtes deshalb auch in der Form walten d&uuml;rfen, dass sie &uuml;ber ihre Arbeit und Erfolge in B&uuml;rgerdialogen berichten und letztlich auch f&uuml;r eine Wiederwahl werben. Denn die Idee der periodischen Wahl besteht ja gerade darin, die Arbeit der Fraktionen und Abgeordneten in der auslaufenden Wahlperiode zu beurteilen und auf dieser Grundlage dar&uuml;ber zu entscheiden, ob sie erneut gew&auml;hlt werden oder nicht. In der Diskussion bleibt aber die neuere Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu wenig ber&uuml;cksichtigt.</p>
<h2>Trennung von Partei und Fraktion</h2>
<p>B&uuml;rgerdialoge von Abgeordneten kurz vor Neuwahlen k&ouml;nnen zu einem Verfassungsproblem werden, weil f&uuml;r Parteien und Fraktionen gleicherma&szlig;en eine strikte Ressourcensteuerung gilt. Das Parteiengesetz und die Regelungen zur Fraktionsfinanzierung in den Abgeordnetengesetzen limitieren die Finanzmittel und f&uuml;hren zu einer strikten Zweckbindung der Fraktionsgelder. Mittel, die aus dem Parlamentshaushalt stammen, d&uuml;rfen Abgeordnete nur f&uuml;r die Zwecke des Mandats verwenden. Insoweit ist im Ansatz richtig, dass eine partielle Wahlkampffinanzierung aus Fraktionsgeldern problematisch sein kann.</p>
<p>Allerdings ist eine transparente und trennscharfe Abgrenzung nicht so einfach. Denn das Mandat und die damit verbundenen Rechte auch im Bereich der &Ouml;ffentlichkeitsarbeit dauern &uuml;ber die Neuwahl bis zur konstituierenden Sitzung des neu gew&auml;hlten Parlaments fort und in der Wahlkampfzeit gibt es keine politische M&auml;&szlig;igungspflicht. Umgekehrt gilt aber auch, dass ein nachvollziehbarer Zusammenhang zur Mandatsaus&uuml;bung bestehen muss. Das hat Folgen f&uuml;r die r&auml;umliche und thematische Gestaltung von B&uuml;rgerdialogen und vergleichbaren Veranstaltungen. In der &auml;lteren Rechtsprechung gab es noch keine klaren Aussagen zu Fraktionsaktivit&auml;ten in Wahlkampfzeiten, so dass die sehr umfangreichen Aktivit&auml;ten von Mitgliedern der AfD-Landtagsfraktion kritisch bewertet werden konnten. Eine solche genauere Bewertung hat das Bundesverfassungsgericht aber 2017 vorgenommen.</p>
<h2>Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 19.09.2017</h2>
<p>Das Bundesverfassungsgericht hat in <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2017/09/cs20170919_2bvc004614.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dieser Entscheidung</a> zun&auml;chst die Aufgaben der Parlamentarier au&szlig;erhalb des Parlamentsbetriebs herausgearbeitet:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Als Verbindungsglied zwischen Parlament und B&uuml;rger geh&ouml;rt es zu den Hauptaufgaben des Abgeordneten, insbesondere im eigenen Wahlkreis engen Kontakt mit der Partei, den Verb&auml;nden und nicht organisierten B&uuml;rgern zu halten. Diese Aufgabe endet nicht mit dem Beginn des Wahlkampfes, sondern erst, wenn der Abgeordnete aus dem Parlament ausscheidet. Zur Wahrnehmung dieser Aufgabe umfasst der Anspruch des Bundestagsabgeordneten auf Ersatz der Aufwendungen f&uuml;r die Besch&auml;ftigung von Mitarbeitern gem&auml;&szlig;&nbsp;&sect;&nbsp;<a href="https://beck-online.beck.de/?typ=reference&amp;y=100&amp;g=ABGG&amp;p=12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">12</a>&nbsp;Abs.&nbsp;<a href="https://beck-online.beck.de/?typ=reference&amp;y=100&amp;g=ABGG&amp;p=12&amp;x=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3</a>&nbsp;Satz 1 AbgG&nbsp;auch den Einsatz von Mitarbeitern im Wahlkreis.&ldquo;</p></blockquote>
<p>Damit ist gekl&auml;rt, dass auch Fraktionsmitarbeiter etwa bei B&uuml;rgerdialogen des Abgeordneten (!) auch w&auml;hrend des Wahlkampfs im Wahlkreis eingesetzt werden k&ouml;nnen. Diese Aktivit&auml;ten d&uuml;rfen aber nicht mit den Mandatspflichten kollidieren:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Nehmen Abgeordnetenmitarbeiter w&auml;hrend der Dienstzeit an Wahlkampfeins&auml;tzen teil und wird dem Abgeordneten der dabei entstehende Aufwand ersetzt, liegt eine unzul&auml;ssige Inanspruchnahme staatlicher Ressourcen zu Parteizwecken vor. Dann ist zugleich ein Wahlfehler in Form einer Verletzung des Grundsatzes der Chancengleichheit der Parteien gem&auml;&szlig;&nbsp;Art.&nbsp;<a href="https://beck-online.beck.de/?typ=reference&amp;y=100&amp;g=GG&amp;a=21" target="_blank" rel="noopener noreferrer">21</a>&nbsp;Abs.&nbsp;<a href="https://beck-online.beck.de/?typ=reference&amp;y=100&amp;g=GG&amp;a=21&amp;x=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1</a>&nbsp;GG&nbsp;gegeben.&ldquo;</p></blockquote>
<p>Die Ableitung eines Wahlfehlers wird aber an weitere Bedingungen gekn&uuml;pft:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Voraussetzung der Begr&uuml;ndetheit einer hierauf gest&uuml;tzten Wahlpr&uuml;fungsbeschwerde ist allerdings, dass eine Beteiligung von Abgeordnetenmitarbeitern am Wahlkampf unter Versto&szlig; gegen&nbsp;&sect;&nbsp;<a href="https://beck-online.beck.de/?typ=reference&amp;y=100&amp;g=ABGG&amp;p=12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">12</a>&nbsp;Abs.&nbsp;<a href="https://beck-online.beck.de/?typ=reference&amp;y=100&amp;g=ABGG&amp;p=12&amp;x=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3</a>&nbsp;Satz 1 AbgG&nbsp;nachgewiesen werden kann (&hellip;). Die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit oder Vermutung eines derartigen Verhaltens gen&uuml;gt demgegen&uuml;ber nicht.&ldquo;</p></blockquote>
<p>Daraus folgt, dass in Bezug auf die Wahlkampfaktivit&auml;ten der AfD ein genauer Nachweis gef&uuml;hrt werden m&uuml;sste, bei welchen Veranstaltungen Abgeordnetenmitarbeiter in ihrer Dienstzeit bei Wahlkampfveranstaltungen eingesetzt wurden.</p>
<h2>Schwierige Bestimmung der Mandatsrelevanz</h2>
<p>Sollte dieser Nachweis gef&uuml;hrt werden, so muss in einem n&auml;chsten Schritt, der nicht minder herausfordernd ist, aufgezeigt werden, dass der Wahlrechtsversto&szlig; mandatsrelevant ist. Der wahlrechtswidrige Mitarbeitereinsatz muss sich also in einem Umfang auf die Stimmabgabe zugunsten der AfD und zu Lasten anderer Parteien ausgewirkt haben k&ouml;nnen, dass sich die konkrete Zusammensetzung des Landtags &auml;ndern w&uuml;rde.</p>
<p>Es muss zwar nicht der Nachweis einer solchen Auswirkung erbracht werden &ndash; die M&ouml;glichkeit der Auswirkung gen&uuml;gt; diese darf aber nicht nur eine blo&szlig; theoretische, sie muss vielmehr &bdquo;<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv089243.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine nach der allgemeinen Lebenserfahrung konkrete und nicht ganz fernliegende sein</a>&ldquo; (Grundsatz der potenziellen Kausalit&auml;t).</p>
<p>Bezugspunkt der Pr&uuml;fung, ob ein Wahlfehler vorliegt, sowie einer daran ankn&uuml;pfenden Mandatsrelevanz ist der Wahlkreis. Es muss also f&uuml;r konkrete Wahlkreise der entsprechende Nachweis f&uuml;r den Einsatz von Fraktionsmitarbeitern erbracht werden. Sollte dies gelingen, so ist in einem zweiten Schritt die Mandatsrelevanz zu pr&uuml;fen. Das ist realistisch nur bei einem geringen Abstand zur zweitplatzierten Partei in dem jeweiligen Wahlkreis vorstellbar. Der Wahlfehler w&uuml;rde sich dann auch nur auf diesen Wahlkreis beziehen und nur dort w&auml;re eine Neuwahl zu veranlassen. Wird festgestellt, dass sich der Wahlfehler auf mehrere Wahlkreise erstreckt und jeweils mandatsrelevant ist, so k&ouml;nnte auch die Wahl insgesamt als fehlerhaft und rechtswidrig eingestuft werden.</p>
<h2>Dauer des Wahlpr&uuml;fungsverfahrens</h2>
<p>Die R&uuml;ge eines Wahlfehlers und die Initiierung eines Wahlpr&uuml;fungsverfahrens sind einerseits an geringe Voraussetzungen gekn&uuml;pft und nicht an die Behauptung einer Verletzung in eigenen Rechten gebunden. Andererseits sind die Verfahren langwierig, weil zun&auml;chst der Wahlpr&uuml;fungsausschuss des neu gew&auml;hlten Landtags und anschlie&szlig;end das Landesverfassungsgericht zust&auml;ndig sind. Verfahrensdauern von zwei Jahren sind der Normalfall. Die aktuell anstehende Regierungsbildung w&auml;re davon ebenso wenig betroffen, wie die anschlie&szlig;ende Regierungs- und Parlamentsarbeit. Stellt das Landesverfassungsgericht einen Wahlfehler und seine Mandatsrelevanz fest, kann es eine Neuwahl in den betroffenen Wahlkreisen anordnen. Die zwischenzeitlich getroffenen Entscheidungen und erlassenen Gesetze bleiben g&uuml;ltig. Erst im Jahr 2028 w&auml;re deshalb mit einer abschlie&szlig;enden Kl&auml;rung zu rechnen.</p>
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	<updated>2026-10-08T09:17:49+00:00</updated>
	<author><name>Winfried Kluth</name></author>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-08:/300548</id>
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	<title type="html">Schule nach Aufenthaltsstatus – Wie die AfD an der Klassentür nach dem Status der Eltern sortieren will</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>von JOHANNES SIGMUND Die AfD Sachsen-Anhalt nennt es Humanit&auml;t: Kinder von Fl&uuml;chtlingen und Asylsuchenden sollen unterrichtet werden &ndash; nur eben nicht gemeinsam mit Kindern, die das AfD-Regierungsprogramm &bdquo;unsere Kinder&ldquo; nennt. In Sonderklassen sollen sie erfahren, dass ihr Aufenthalt vor&uuml;bergehend sei sowie auf das &bdquo;heimische Schulsystem&ldquo; vorbereitet werden. Zugleich sollen die anderen Kinder vor den vermeintlichen...</p>]]></content>
	<updated>2026-10-08T06:35:17+00:00</updated>
	<author><name>Hans Flemming Maltzahn</name></author>
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		<title>Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht e.V.</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-07:/300445</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/firing-squads-and-botched-executions/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">Firing Squads and Botched Executions</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>On Monday, October 5, President Donald Trump approved the execution by firing squad of Nidal Hasan, ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>On Monday, October 5, President Donald Trump <a href="https://www.cnn.com/2026/10/05/politics/trump-approves-firing-squad-nadal-hasan" target="_blank" rel="noopener noreferrer">approved</a> the execution by firing squad of Nidal Hasan, an American soldier who, in 2009, killed 13 of his colleagues at Fort Hood, Texas. If Hasan is put to death by that method, it would be the first use by the military since 1945 when Pvt. Eddie Slovik <a href="https://www.npr.org/transcripts/189275754" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was executed for desertion during wartime</a>. And it will be the first military execution by any method since 1961, when Pvt. John Bennett <a href="https://www.cnn.com/2013/07/28/justice/military-execution-soldier-profile" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was hanged</a> for raping and attempting to kill an 11-year-old girl.</p>
<p>That announcement came on the heels of a deeply embarrassing moment for death penalty supporters when Christa Pike <a href="https://www.npr.org/2026/10/06/nx-s1-5991669/failed-execution-christa-pike-tennessee-reporter-witness" target="_blank" rel="noopener noreferrer">survived an execution attempt in Tennessee</a> on September 30. Pike was supposed to be put to death by lethal injection. But she lived despite receiving two doses of pentobarbital in quantities sufficient to stop her heart.</p>
<p>She lived because the IV lines, which were used to carry the lethal drugs, <a href="https://people.com/christa-pike-failed-execution-doctor-explains-how-surviving-lethal-injection-happens-exclusive-12151666" target="_blank" rel="noopener noreferrer">were misplaced, and the pentobarbital seeped into her tissues</a>. They were absorbed and did enough damage that Pike <a href="https://apnews.com/article/christa-pike-failed-botched-execution-5638e4f7d25d5490b402ae53cfa2626d" target="_blank" rel="noopener noreferrer">is in the hospital</a> and in critical condition.</p>
<p>Firing squads? Botched executions? It is fair to ask what is going on in a country that once prided itself on its humanity and commitment to human dignity.</p>
<p>If we look beyond those two shocking developments, we will see that the death penalty <a href="https://nyupress.org/9780814762189/the-road-to-abolition/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">is dying in the United States</a>. The march toward its abolition has been going on for more than two decades and is unlikely to be derailed by anything Trump does or by developments in any single state.</p>
<p>In fact, things like the resurrection of the firing squad and the frequency of botched executions like Christa Pike&rsquo;s are signs of the vulnerability, not the strength, of America&rsquo;s death penalty.</p>
<h2>The Firing Squad</h2>
<p>In addition to its embrace by the federal government, the firing squad <a href="https://deathpenaltyinfo.org/executions/methods-of-execution/authorized-methods-by-state" target="_blank" rel="noopener noreferrer">is now an authorized method of execution in five states</a>: Idaho, Mississippi, Oklahoma, South Carolina, and Utah. It is the primary method only in Idaho, but Idaho <a href="https://www.ktvb.com/article/news/crime/idaho-death-row-eight-inmates-prior-thomas-creech-execution/277-882a0c34-8d13-478d-88c1-ba00804566a7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hasn&rsquo;t executed anyone since 2012</a>, and now has only eight people on its death row.</p>
<p>According to the Death Penalty Information Center, Mississippi and Oklahoma <a href="https://deathpenaltyinfo.org/executions/methods-of-execution/authorized-methods-by-state" target="_blank" rel="noopener noreferrer">use the firing squad</a> only as an option &ldquo;if nitrogen hypoxia, lethal injection, and electrocution are held unconstitutional or &lsquo;otherwise unavailable.&rsquo;&rdquo; In South Carolina,&nbsp;&ldquo;A person convicted of a&nbsp;capital crime and having imposed upon him the sentence of death shall suffer the penalty by electrocution or, at the election of the convicted person, by firing squad or lethal injection, if it is available at the time of election, under the direction of the Director of the Department of Corrections. The election for death by electrocution, firing squad, or lethal injection must be made in writing fourteen days before each execution date or it is waived.&rdquo;</p>
<p>Utah, which has used the firing squad more than any other state in recent decades, hasn&rsquo;t executed anyone that way since 2010, when it put Ronnie Lee Gardner to death. A PBS affiliate in the state <a href="https://news.wttw.com/2023/03/24/why-executions-firing-squad-may-be-coming-back-us" target="_blank" rel="noopener noreferrer">described</a> the scene this way: &ldquo;Gardner sat in a chair, sandbags around him and a target pinned over his heart. Five prison staffers, drawn from a pool of volunteers, fired from 25 feet (about 8 meters) away with .30-caliber rifles. Gardner was pronounced dead two minutes later.</p>
<p>&ldquo;A blank cartridge&rdquo;, it noted, &ldquo;was loaded into one rifle without anyone knowing which. That&rsquo;s partly done to enable those bothered later by their participation to believe they may not have fired a fatal bullet.&rdquo;</p>
<p><a href="https://le.utah.gov/xcode/Title77/Chapter18/77-18-S113.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Now</a>, Utah &ldquo;Authorizes the use of the firing squad if lethal injection drugs are unavailable or if lethal injection is held to be unconstitutional. Also, if a&nbsp;prisoner was sentenced to death before May 3, 2004, he may choose firing squad as the method of execution.&rdquo;</p>
<p>In April 2026, the Trump Administration <a href="https://www.prisonlegalnews.org/news/2026/may/1/trump-approves-firing-squads-for-federal-executions/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">added the firing squad</a> to the federal government&rsquo;s execution menu. But while it may be legal in the United States, the firing squad <a href="https://www.cnn.com/2025/03/07/us/brad-sigmon-south-carolina-firing-squad-execution" target="_blank" rel="noopener noreferrer">has been used rarely </a>throughout American history. The Death Penalty Information Center reports that &ldquo;The firing squad was used on occasion during the American Revolution and Civil War to punish soldiers for desertion&hellip;. (T)he soldier was typically brought in front of a&nbsp;crowd and blindfolded, sometimes even &lsquo;sitting on his own coffin,&rsquo; to create a &lsquo;public spectacle, a&nbsp;vision of terror.&rsquo;&rdquo;</p>
<p>Its review of American executions from 1608 to 1976 found only 141 shooting executions out of 14,489 total, a&nbsp;mere 1%. Since 1976, the firing squad has <a href="https://deathpenaltyinfo.org/facts-and-research/data/executions" target="_blank" rel="noopener noreferrer">accounted for</a> just 6&nbsp;of 1664 (0.4%) executions.&rdquo;</p>
<p>&ldquo;Just two states, Utah and South Carolina,&rdquo; it observes, &ldquo;have used the firing squad in the modern era. The last three executions by firing squad were all carried out in South Carolina in 2025.</p>
<p>It first executed Brad Sigmon for murdering his ex-girlfriend&rsquo;s parents. Mikal Mahdi <a href="https://www.nbcnews.com/news/us-news/south-carolina-inmates-firing-squad-execution-botched-bullets-mostly-m-rcna205838" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was shot to death one month later</a> in April 2025, and in November, South Carolina <a href="https://www.southcarolinapublicradio.org/sc-news/2025-11-14/south-carolina-executes-third-person-by-firing-squad-this-year" target="_blank" rel="noopener noreferrer">executed</a> Stephen Bryant by firing squad.</p>
<p>All three chose it over the two other state-approved methods of execution, lethal injection or the electric chair. All three of their deaths were &ldquo;horrifying and violent&rdquo; and at least one of them, Mahadi&rsquo;s, was botched.</p>
<p>NBC News <a href="https://www.nbcnews.com/news/us-news/south-carolina-inmates-firing-squad-execution-botched-bullets-mostly-m-rcna205838" target="_blank" rel="noopener noreferrer">says</a> that &ldquo;Mahdi cried out as the shots hit him, his arms flexed. &lsquo;He groaned two more times about 45 seconds after that&hellip;His breaths continued for about 80 seconds before he appeared to take one final gasp.&rsquo;&rdquo; An autopsy showed that instead of striking Mahdi&rsquo;s heart as they are supposed to bullets also &ldquo;struck his diaphragm, left liver lobe and pancreas &ndash; all areas of the lower chest and abdomen.&rdquo;</p>
<h2>Back-To-The-Future Moment</h2>
<p>Don&rsquo;t be fooled, the return of the firing squad, as modest as it has been, is a back-to-the-future moment for America&rsquo;s death penalty. It amounts to a concession that the long-held belief that this country <a href="https://www.sup.org/books/law/gruesome-spectacles" target="_blank" rel="noopener noreferrer">could and would find a safe, reliable, and humane method of execution</a> is a fiction.</p>
<p>That&rsquo;s why, at one time or another, the United States has tried hanging, electrocution, the gas chamber, nitrogen hypoxia, and lethal injection, with the last being by far the most commonly used execution method since its introduction in 1977. Each time a new method was proposed, death penalty supporters hailed it as the ultimate achievement in the technologies of death.</p>
<p>Maurice Chammah, author of &ldquo;Let the Lord Sort Them: The Rise and Fall of the Death Penalty,&rdquo; <a href="https://www.nytimes.com/2026/05/18/opinion/death-penalty-firing-squad-executions.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">is right to say</a> that &ldquo;There is no tidy way to kill someone.&rdquo; He explains that &ldquo;for the last century, Americans have searched for a way to carry out the death penalty that minimizes suffering while lessening trauma for executioners and witnesses. Those efforts have gone so poorly that we&rsquo;re returning to a visceral execution method from the past.&rdquo;</p>
<p>Or, as Robert Dunham of the Death Penalty Policy Project <a href="https://www.cnn.com/2025/03/07/us/brad-sigmon-south-carolina-firing-squad-execution" target="_blank" rel="noopener noreferrer">puts it</a>, &ldquo;States are looking for a way to carry out executions that appear to be as peaceful as possible, but it&rsquo;s not&hellip; And when they can&rsquo;t do that, if they&rsquo;re desperate to carry out executions, they will blow a hole in a prisoner with rifles to carry them out.&rdquo;</p>
<p>&ldquo;That,&rdquo; Dunham adds,&rdquo; takes the death penalty optically to a new level, because capital punishment has always been brutal. But when we resort to visibly brutal methods, that may have a further impact and to accelerate public opinion away from the death penalty.&rdquo;</p>
<p>The brutality he describes undermines the premises that sustain capital punishment in the United States, where the Eighth Amendment forbids &ldquo;cruel and unusual punishment.&rdquo; That&rsquo;s why Trump&rsquo;s authorization of the firing squad to put Hasan to death may have some consequences that he might not foresee and is not a good sign for death penalty proponents.</p>
<p>And, as for what happened to Christa Pike, it will not in itself undermine support for capital punishment. In part because we have had so many botched and failed executions.</p>
<h2>Botched Executions</h2>
<p>In March 2014, I <a href="https://www.sup.org/books/law/gruesome-spectacles" target="_blank" rel="noopener noreferrer">published</a> a book, Gruesome Spectacles: Botched Executions and America&rsquo;s Death Penalty. It was then and remains the only comprehensive examination of the things that have gone wrong when governments try to put someone to death.</p>
<p>My collaborators and I found that 276 of the 8776 executions carried out from 1890 to 2010 were botched. That&rsquo;s 3.15%. And things had only gotten worse from 1980 to 2010, the most recent period that we studied, with more than 8% of the executions in that period going wrong.</p>
<p>As we learned on September 30, when Pike&rsquo;s execution failed, America is still experiencing an epidemic of mishaps and disasters in its execution chambers.</p>
<p>For more than a century, the pattern has been the same. Botched executions make headlines and sometimes lead to changes in the way executions are carried out or to the introduction of new execution methods. But they are generally treated as accidents, mishaps caused by the incompetence of those conducting the execution or their bureaucratic superiors, not as indicative of the cruelty of state killing itself.</p>
<p>However, that does not mean that what happened to Pike can&rsquo;t and won&rsquo;t aid the abolitionist cause. For the last several decades, abolitionists <a href="https://scholarlycommons.law.northwestern.edu/jclc/vol107/iss4/2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">have made progress</a> in changing the national conversation about capital punishment.</p>
<p>They have done so by moving away from abstract arguments about the morality of capital punishment and <a href="https://access.heinonline.com/HOL/Page?handle=hein.journals/crpp4&amp;div=7&amp;g_sent=1&amp;casa_token=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">focusing</a> the public&rsquo;s attention on frequent miscarriages of justice, false convictions, and racial discrimination in death sentencing. Now, with all of the publicity that Christa Pike&rsquo;s experience has garnered, they can fold it into a larger narrative of a death penalty system in disarray.</p>
<p>That narrative has produced dramatic results. More states <a href="https://deathpenaltyinfo.org/state-and-federal-info/state-by-state" target="_blank" rel="noopener noreferrer">have abolished</a> the death penalty in the last two decades than in any other comparable period in American history.</p>
<p>In addition, the number of executions carried out and the number of new death sentences handed down each year <a href="https://www.aclu.org/news/capital-punishment/executions-spiked-in-2025-but-the-death-penalty-is-still-losing-ground" target="_blank" rel="noopener noreferrer">have dropped dramatically</a> compared to what they were at the end of the 1990s. Even some of this country&rsquo;s most conservative politicians and groups <a href="https://deathpenaltyinfo.org/facts-and-research/new-voices/conservatives" target="_blank" rel="noopener noreferrer">are saying that it is time to abolish the death penalty</a>. There is nothing that President Trump can do to turn back this tide.</p>
<h2>The End of State Killing Will Come</h2>
<p>The road to the abolition of America&rsquo;s death penalty will not be smooth, and the journey will not be completed quickly. There will be setbacks, like the president&rsquo;s desire to revive military executions and the failed execution of Christa Pike.</p>
<p>But the end of state killing will come, and when it does, the United States will be a better place because of it.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/firing-squads-and-botched-executions/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Firing Squads and Botched Executions</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-07T12:55:20+00:00</updated>
	<author><name>Austin Sarat</name></author>
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	<title type="html">How to JuwissDay: Recht der Circular Economy Edition</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>von HANS FLEMMING MALTZAHN, MANUELA NIEHAUS, PHILIPP OVERKAMP und FELIX W&Uuml;RKERT Schlosshof Mannheim, Samstag, 26.9.2026, 11:47. Die sp&auml;tsommerliche Sonne im R&uuml;cken werden bei Kaffee und Pideresten JuwissDay und Vereinssitzung des Vereins Junge Wissenschaft im &Ouml;ffentlichen Recht nachsortiert. W&auml;hrenddessen konkurrieren andere vor dem Schloss um den besten Spot f&uuml;r ein Hochzeitsfoto. Ein Abschlusspost? &bdquo;Wollen wir noch...</p>]]></content>
	<updated>2026-10-07T05:56:52+00:00</updated>
	<author><name>Hans Flemming Maltzahn</name></author>
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		<title>Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht e.V.</title></source>

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	<title type="html">A Politician Withdrawn in Eliminationist Times</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Alexander Hamilton wrote in Federalist 78 that the judiciary has neither sword nor purse. Courts hav...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Alexander Hamilton wrote in Federalist 78 that the judiciary has neither sword nor purse. Courts have quoted him ever since. When it comes to the Israeli Supreme Court, however, the phrase is often cited not only to point to the separation of powers; there is a flavour of self-congratulation in how it is invoked &ndash; as if it is precisely because it has no material power, that the court is so strong. In a state long characterised by a permanent state of emergency, now seemingly replaced with a permanent state of war, powerlessness is the court&rsquo;s favourite brag.</p>
<p>Last Thursday, nine justices of Israel&rsquo;s Supreme Court, under President Yitzhak Amit, heard appeals against the Central Elections Committee. This body, made up of party delegates, had barred two Arab lists from the Knesset election of 27 October 2026. One was the Joint List, an alliance that includes the &ldquo;National Democratic Alliance&rdquo; (Balad) as well as the Democratic Front for Peace and Equality (Hadash). The other was the United Arab List (Ra&rsquo;am), a moderate Islamist party, which recently recruited Yoav Segalovitz, a former senior police commander, as its number two. The committee had also personally barred MK Ofer Cassif of Hadash and Sami Abu Shehadeh, leader of Balad. The court reinstated the lists and Cassif. Abu Shehadeh withdrew a day later, after Amit told him a majority favoured disqualification.</p>
<p>Section 7A of <em>Israel&rsquo;s Basic Law: The Knesset</em> lets a political body bar parties and individual candidates. This 1985 constitutional amendment was made after the far-right Rabbi Meir Kahane was elected to join the Knesset. Section 7A a (1) disqualifies parties that reject Israel&rsquo;s existence as a &ldquo;Jewish and Democratic&rdquo; state; Section 7A a (2) disqualifies based on incitement to racism. Section 7A a (3) covers support for armed struggle by an enemy state or terrorist organization. The Supreme Court has overturned every ban, including the 2003 attempt against Azmi Bishara.</p>
<p>And yet, for the first time, Thursday&rsquo;s hearing forced a candidate to withdraw. This post argues that, within the current Israeli context, the judges&rsquo; words spoken in that room constituted a form of state violence that must be recognized as such. The Court exercised coercive authority through an informal, reasonless indication of its intended judgment, producing the effects of a judgment while avoiding the legal constraints attached to one.</p>
<p>First, I describe the hearing and the best defence of the bench. I then argue that its words constituted violence, in a sense I define following Robert Cover. Finally, the third part of this post proposes a limit on such violence through a constraint on Section 7A. It considers what it means to disqualify a candidate representing a national minority, when that national minority may be the subject of systematic and potentially eliminationist state violence.</p>
<h2>The Hearing</h2>
<p>The political character of the livestreamed proceeding was visible from the first moment. Itamar Ben Gvir, National Security Minister, appeared in a lawyer&rsquo;s robe for Otzma Yehudit, the party that brought the petition before the Central Elections Committee. Ben Gvir oversees the police, which of course is the body that the Court relies on to enforce its judgements. His first words paraphrased Gideon Hausner, who prosecuted Adolf Eichmann in 1961 and told the judges that six million accusers stood with him.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> Where I stand today, said Ben Gvir, stand the victims of Hamas on 7 October.</p>
<p>Readers may recall Hannah Arendt&rsquo;s sardonic description of Hausner&rsquo;s historical performance: &ldquo;he believed that only a Jewish court could render justice to Jews, and that it was the business of Jews to sit in judgment on their enemies.&rdquo; But if Hausner put up a tragic show trial, Ben Gvir&rsquo;s was surely farcical. At his side stood attorney Ze&rsquo;ev Wolf. In 1992, as a teenager and a member of Kahane Chai, Wolf took part in a grenade attack in the Old City&rsquo;s Muslim Quarter, in revenge for the murder of Rabi Kahane two years earlier. The attack killed a 65-year-old Palestinian man and wounded nine others.</p>
<p>As he argued, Ben Gvir beamed with self-satisfaction. In terms of his legal work, however, he remained rather casual. One explanation might be that, on the bottom line, he is not a particularly talented litigator. A better one may be the conflict of interest in which he found himself. As counsel, he was to argue for disqualification. As a politician running up to elections, he knew that a ruling against his party would garner him more votes for his proposal to continue his ongoing attack upon the Court. As he sat down, he muttered: &ldquo;I am a lawyer by title, but not in my daily work&rdquo;.</p>
<p>Importantly, Ben Gvir was not alone in wanting Abu Shehadeh out. The Attorney General supported the bar. Justice Noam Sohlberg, who chaired the committee, also voted for the decision, deviating from established practice according to which the Judge overseeing the procedure does not vote. The opposition parties backed it as well, including Eisenkot&rsquo;s Yashar! and the Democrats.</p>
<p>The petition rests on an article Abu Shehadeh published on 8 October 2023 on Arab48, titled &ldquo;The Al-Aqsa Flood: Preliminary Observations.&rdquo; The Article includes seven numbered points. The first calls the attack unsurprising, since excessive pressure leads to an explosion. The second attacks Israeli racism and the habit of some Arabs to accept it.</p>
<p>Point 3 compares the attack with the war of 1973. Israel&rsquo;s intelligence services, he writes, are human beings like us. If small, besieged Gaza could do this, others could do it more effectively and more simply. Point 7 turns to the political harvest. After the struggle and sacrifices still to come, he writes, the resistance (al-muqawama) must bring the PLO and the important Arab states into the process the battle opens.</p>
<p>The word muqawama carries some weight. Palestinian usage covers many forms of resistance, armed and unarmed. In a text about a battle called Al-Aqsa Flood, it seems to denote the armed factions in Gaza, led by Hamas. The sentence confirms this, because it asks the resistance to bring in the PLO, which stands outside it. It seems that Abu Shehadeh writes as an adviser to the fighters on how to turn their battle into political gain.</p>
<p>The text avoids the name Hamas, never mentions the Israeli dead, and offers no condemnation. It also advises a negotiated end. Abu Shehadeh told the committee he wrote it before he grasped the scale of the massacre, which may be the case &ndash; but it was surely already clear that numerous civilians were targeted. He said he regrets this and opposes armed struggle.</p>
<p>In my view, the text is extremely disturbing. Whether that amounts to support for armed struggle under Section 7A(3) is another question. My view is that it does not; under the Supreme Court&rsquo;s jurisprudence, a cumulative test has generally been applied, examining a politician&rsquo;s views over time rather than any one statement. The petition&rsquo;s reading is not frivolous. It is also not compelled. The fact that many Israeli politicians have made much worse statements, including statements that incited genocide, is a separate point to which I will turn below.</p>
<p>When counsel Hassan Jabareen said his client wished to make a statement, President Amit replied that the judges would have questions. It soon became clear that the bench meant to cross-examine Abu Shehadeh. Judges rarely do this in a system where the parties, not the court, question witnesses. They do so even less in this kind of proceeding, where the Court does not hear evidence. The context in which this does occur, sometimes, is in lower Courts hearing a criminal case, and thus required to establish facts. Emphasizing the criminal law analogy that emerged, Justice Alex Stein invoked a Latin phrase from the common law of evidence: <em>res gestae</em>. The doctrine holds that spontaneous statements are more reliable because the speaker had no time to invent a lie. Stein and others on the bench suggested that Abu Shehadeh&rsquo;s article was spontaneous, therefore reflected the truth better than anything else; that Abu Shehadeh really supports terrorism, though he denies this now. The aim, plainly, was to look behind Abu Shehadeh&rsquo;s words. In the courtroom, Abu Shehadeh and his lawyer Jabareen both reiterated that the politician rejects violence and condemned the events of 7 October. Yet the judges&rsquo; suspicion seemed only to deepen with every denial. What began as an administrative proceeding against a politician became a kind of interrogation.</p>
<p>The Psalmist says that <em>God</em> tests hearts and kidneys, and despite the need to ascertain <em>mens rea</em>, even criminal law claims no such power. The Israeli Supreme Court assumed it on Thursday in an inquisitorial and frankly threatening manner.</p>
<h2>The Violence of a Judgment Not Yet Written</h2>
<p>Robert Cover famously wrote that legal interpretation takes place in a field of pain and death, making him the pioneer of the critique of judicial violence.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> According to the image Cover painted, a word is usually followed by <em>someone else</em>&rsquo;s act. In earlier work with Lihi Yona, focused in part on the Eichmann trial, we called that person the Executioner, meaning the guard, officer or hangman who carries out law&rsquo;s violence.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Hangmen are typically subordinates who hold the post for a salary, and the work is allocated to them downward, often along lines of class and ethnicity. The judge keeps clean hands. But in today&rsquo;s Israel, the class of &ldquo;executioners&rdquo; is controlled by Ben Gvir, who has tried to champion them and raise their wages. The Court&rsquo;s institutional position is structurally altered when the executive/political actor responsible for coercive enforcement is simultaneously the political actor seeking a candidate&rsquo;s exclusion. The Court must choose either to align itself with the political branch and deploy its coercive power, or to rule against it and risk intensifying an attack by that branch, one that the Court itself may not survive. Against this backdrop, the bench announced that the majority favoured Abu Shehadeh&rsquo;s disqualification and gave him one day to decide whether to withdraw his candidacy or have a decision written against him. Balad said he had little choice. The offer to withdraw could not be refused, because a refusal would have summoned the adverse judgment.</p>
<p>The bench&rsquo;s strongest defence is that the signal was intended as a courtesy. A formal ruling would have carried precedential consequences for Balad and for Abu Shehadeh, and the party was thus spared. But a courtesy that cannot be declined is an order. It also spares the court the work a ruling would have required, namely, a written answer to the question whether the 2023 text supports armed struggle, and more importantly&mdash;whether that would be enough for disqualification, given Abu Shehadeh&rsquo;s reiterated commitment to non-violence.</p>
<p>One might say, therefore, that the offer Abu Shehadeh received was extra-jurisprudential. The Court&rsquo;s words carried no reasons and no holding. They appeared rather quickly, apparently with no plan to deliberate among judges and their teams; no time to hesitate. Put quite simply, the announcement of where a majority stood preceded any reasoning, and the reasoning will now never be written. The court kept its image as the institution without a sword. But as lawyers we know very well that words too can be violent, in and of themselves. To paraphrase John Austin&rsquo;s famous phrase, this is true especially when they are a command backed by a future sanction.</p>
<h2>A Constraint on 7A in Eliminationist Times</h2>
<p>Section 7A states when a candidate may be barred from running for office. The problem, however, is that Israeli law lacks its necessary complement. Such a counterpart would identify the circumstances in which a candidate may <em>not</em> be barred, and in which any attempt to do so ought to be treated with particular suspicion. Such a rule would have given the bench something more to work with, if it had wanted to do so.</p>
<p>This complementary principle would have two elements. The first is already reflected in existing law. Evidence of support for armed struggle must be clear, convincing and unambiguous, and it must concern the candidate&rsquo;s present position. Thursday&rsquo;s proceedings show that the standard can be bypassed without a ruling. The second element is novel. Where state violence systematically targets the community a candidate represents, ambiguity in his words should be resolved in his favour.</p>
<p>Two objections arise. First, who is to determine whether official measures systematically target a community? Presumably the Court would. It would have to compile evidence such as official statements, policy decisions and data. It is in this context that the countless statements of Israeli officials&mdash;much worse than Abu Shehadeh&rsquo;s as they clearly incited genocide&mdash;would have to be considered. In that regard, the Court would not rely on the candidate&rsquo;s own account. But if we start with the latter, it is clear that Abu Shehadeh seeks to represent the Arab Palestinian national minority in the state of Israel; one that in his view is under systematic attack, closely related to the ongoing genocide in Gaza, and the ethnic cleansing in parts of the West Bank. A second objection is that such a rule might reward the most extreme rhetoric in the most severe circumstances. However, the proposed rule would operate only where the impugned statements are ambiguous.</p>
<p>What, then, does Abu Shehadeh&rsquo;s present position look like? In front of the Court, he spoke, for example, of visiting the families of Jewish victims of the 7 October attack. It was clear he had been moved by the tragedy that they had suffered. But perhaps one should also consider evidence not directed to the Court and not addressed to the Israeli public. A two-hour conversation with the famous Palestinian podcaster Ahmad al-Baqawi, published days before the hearing, offers an answer. Palestinian society in Israel, Abu Shehadeh says, is under an attack that threatens to dismantle it gradually. During what he describes as a genocide in Gaza, now in its third year, an old subordination of Palestinians in Israel became an existential threat. His first political aim is survival. He calls it, again and again, &ldquo;stopping the bleeding&rdquo; (<em>waqf al-Nazif</em>).</p>
<p>The image covers shootings in the streets and also what Abu Shehadeh talks about as the quiet expulsion of Palestinian citizens. He describes members of the Palestinian national minority in Israel leaving for Cyprus, Turkey and Europe. And he talks about how the government steers and exploits the crime wave ravaging Palestinian society (with Ben Gvir arguably reaping the fruits he so desired). To protect the rights of Palestinians in Israel, individual and collective, one must stay (<em><u>sumud</u></em>). These are his claims, and I report them as such. A court applying my test would have to examine them. If the Court were to find that indeed the Palestinian national minority is under an organized attack, it would have to suspect that disqualifying one of that minority&rsquo;s most articulate voices is merely part of that same attack.</p>
<p>My test presupposes a court able to say no to its own government. But this presupposition may not prove plausible in the relevant real-life situation. When a state is truly in the process of eliminating a national minority, its courts are unlikely to keep the independence needed to protect a politician from that minority. This is especially so when his words gesture toward violence, as Abu Shehadeh&rsquo;s 2023 text arguably did. But of course, this only deepens the need for other states to act. Where domestic courts cannot protect a national minority under attack, foreign policy must do so.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Gideon Hausner, <em>Justice in Jerusalem</em> (1966), 323: &ldquo;As I stand before you, Judges of Israel, to lead the prosecution of Adolf Eichmann, I do not stand alone. With me, in this place and in this hour, stand six million accusers.&rdquo;</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>Robert M. Cover, &ldquo;Violence and the Word,&rdquo; 95 <em>Yale Law Journal</em> 1601 (1986).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Itamar Mann, &ldquo;Hangman&rsquo;s Perspective: Three Genres of Critique following <em>Eichmann</em>,&rdquo; in Kevin Jon Heller, Fr&eacute;d&eacute;ric M&eacute;gret, Sarah Nouwen, Jens David Ohlin and Darryl Robinson (eds.), <em>The Oxford Handbook of International Criminal Law</em> (OUP 2020), sections 4 and 5; Lihi Yona and Itamar Mann, &ldquo;The Executioners: Mizrahi Jews and State Violence in Israel,&rdquo; 23 <em>Law and Government in Israel</em> 59 (2021).</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/a-politician-withdrawn-in-eliminationist-times/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">A Politician Withdrawn in Eliminationist Times</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-06T13:14:10+00:00</updated>
	<author><name>Itamar Mann</name></author>
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	<title type="html">Swingen im Rathaus? – Eine kommunalrechtliche Einordnung</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>von HANS FLEMMING MALTZAHN Dass sich das Kommunalrecht mit Fragen sexuellen Vergn&uuml;gens zu befassen hat, l&auml;sst sich wohl als einigerma&szlig;en ungew&ouml;hnlich bezeichnen. In Mannheim geben die Geschehnisse rund um eine von einem Stadtrat veranstaltete Swingerparty nun einen Anlass: Darf ein Stadtrat das Rathaus zum Swingen nutzen? Kann eine Stadt einen Swingerclub betreiben? Und welche Konsequenzen...</p>]]></content>
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	<author><name>JuWiss Redaktion</name></author>
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	<title type="html">Service am Montag</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Stellen Promotionsstelle (w/m/d) im Bereich Recht und KI, Abteilung &Ouml;ffentliches Recht des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Kriminalit&auml;t, Sicherheit und Recht in Freiburg im Breisgau (Direktor: Prof. Dr. Ralf Poscher), zum n&auml;chstm&ouml;glichen Zeitpunkt Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w/d) am Lehrstuhl f&uuml;r &Ouml;ffentliches Recht, Verwaltungswissenschaften und Rechtsvergleichung (Prof. Dr. Hermann P&uuml;nder, LL.M Iowa), zum 15. November 2026, mit 10...</p>]]></content>
	<updated>2026-10-05T06:33:46+00:00</updated>
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	<title type="html">The Administration’s Hagiographic Advertisements</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;Many people are
discussing the Administration&rsquo;s spending taxpayer funds to...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><span>&nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;</span>Many people are
discussing the Administration&rsquo;s spending taxpayer funds to run partisan
advertisements glorifying President Trump less than two months before a crucial
election.<span>&nbsp; </span>Most media coverage on this
episode has been decent as far as it goes, but it has missed a few points that
seem worth pointing out.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Most discussions
of the legality of these expenditures have focused on statutory prohibitions on
this sort of thing.<span>&nbsp; </span>That is fine, I
suppose, but to me the first question for any public expenditure is what
statute <i>allows</i> it to be made.<span>&nbsp;
</span>After all, Article I, Section 9, <a href="https://www.archives.gov/founding-docs/constitution-transcript#1-8" rel="noopener noreferrer" target="_blank">provides</a>
that &ldquo;No Money shall be drawn from the Treasury, but in Consequence of
Appropriations made by Law&rdquo;.<span>&nbsp; </span>The burden
should be on this Administration, or any administration, to identify the
appropriation that justifies the expenditure.<span>&nbsp;
</span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>The
Administration has been rather elliptical about this, but social media posts
from people on Capitol Hill suggest that the Administration is charging these
advertisements to one of the large pools of money provided to the Department of
Homeland Security by either the <a href="https://www.congress.gov/bill/119th-congress/house-bill/1/text" rel="noopener noreferrer" target="_blank">One Big
Beautiful Bill Act</a> of 2025 or this spring&rsquo;s <a href="https://www.congress.gov/119/plaws/publ98/PLAW-119publ98.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">legislation</a>
funding immigration enforcement.<span>&nbsp; </span>Both laws
were enacted through budget reconciliation procedures that allowed Republicans
to proceed immune from a filibuster despite the opposition of all
Democrats.<span>&nbsp; </span>Both laws give the
immigration agencies startlingly broad discretion about how to spend the large
sums provided.<span>&nbsp; </span>Yet I cannot find
anything in either law that could plausibly be said to allow these funds to be
spent on advertisements glorifying the President.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>This matters
because a federal <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1301" rel="noopener noreferrer" target="_blank">statute</a>
dating to the early days of the republic provides &ldquo;Appropriations shall be
applied only to the objects for which the appropriations were made except as
otherwise provided by law.&rdquo;<span>&nbsp; </span>This is why,
for example, Democratic presidents have been unable to switch resources from
defense to domestic investments and why Republican presidents have been unable
to liquidate human services programs in favor of aircraft carriers.<span>&nbsp; </span>Indeed, as Justice Thomas has <a href="https://www.supremecourt.gov/opinions/23pdf/22-448_o7jp.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">written</a>
for the Court, the very essence of an appropriation is that it directs funds to
a particular purpose:</p>

<p>Based on the Constitution&rsquo;s text,
the history against which that text was enacted, and congressional practice
immediately following ratification, we conclude that appropriations need only
identify a source of public funds and authorize the expenditure of those funds
for designated purposes to satisfy the Appropriations Clause.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>If these
advertisements do not fairly fall within any of the purposes specified in any
appropriations, all officials involved in the production and placement of these
advertisements may have &ldquo;ma[d]e or authorize[d] an expenditure or obligation
exceeding an amount available in an appropriation or fund for the expenditure
or obligation [or]<a name="a_1_B"></a> involve[d the federal] government in a
contract or obligation for the payment of money before an appropriation is made
[without] authoriz[ation] by law&rdquo;.<span>&nbsp; </span>If
so, they may have violated the <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1341" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Anti-Deficiency Act</a>,
which carries both <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1350" rel="noopener noreferrer" target="_blank">crimina</a>l
and <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1349" rel="noopener noreferrer" target="_blank">other</a>
penalties.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Assuming an
appropriation could be found whose purposes could fairly encompass these
advertisements, they still may not be funded if an applicable restriction on
the appropriated funds disallows the expenditure.<span>&nbsp; </span>For example, the general terms of
appropriations for Medicaid would clearly allow funds to be spent on abortions
but that would nonetheless be unlawful because the Hyde Amendment forbids such
expenditures except in very limited circumstances.<span>&nbsp; </span>Appropriations restrictions may appear within
the particular appropriation in question, within the appropriations act
containing that appropriation, within the list of general prohibitions on all
expenditures of federal funds that Congress customarily enacts every year, or
in permanent non-appropriations legislation.<span>&nbsp;
</span>It often makes sense to consider restrictions in this order.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Because I am
unaware of any particular appropriation that could support these
advertisements, I cannot check that appropriation for relevant
restrictions.<span>&nbsp; </span>I do not immediately see
any relevant restrictions in either of the two reconciliation acts the
Administration reportedly may be tapping, although not knowing which
appropriation it has in mind hampers my search.<span>&nbsp;
</span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Clearly
applicable restrictions do appear in the restrictions enacted each year in one
appropriations act but applicable to all federal funds.<span>&nbsp; </span>In recent years, those have appeared in the
Financial Services and General Government Appropriations Act (pronounced &ldquo;FSGG&rdquo;
by appropriations experts and intoxicated persons the world over).<span>&nbsp; </span>Last winter&rsquo;s <a href="https://www.congress.gov/119/plaws/publ75/PLAW-119publ75.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">consolidated
appropriation act</a> included FSGG as its Division E, with Title VII
containing government-wide restrictions on federal funds.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Section 715
provides &ldquo;No part of any funds appropriated in this or any other Act shall be
used by an agency of the executive branch, other than for normal and recognized
executive-legislative relationships, for publicity or propaganda purposes.&rdquo;<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Section 718
similarly provides &ldquo;No part of any appropriation contained in this or any other
Act shall be used directly or indirectly, including by private contractor, for
publicity or propaganda purposes within the United States not heretofore
authorized by Congress.&rdquo;<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Both of these
restrictions reach all federal funds without regard to which legislation
provided them.<span>&nbsp; </span>(To see the difference,
compare section 8001 of Division A, the Defense Appropriations Act, which also
prohibits spending funds on propaganda but only applies to funds within that
Act.)<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Some accounts
suggest the Administration is arguing that, by spending money from
reconciliation acts rather than annual appropriations acts, it is somehow
exempt from these restrictions.<span>&nbsp; </span>That is
absurd.<span>&nbsp; </span>Any law allowing the spending of
federal funds is an appropriation, whatever the title given to the law and
whatever procedure Congress has adopted for its consideration.<span>&nbsp; </span>This hypothetical argument also would prove
too much:<span>&nbsp; </span>if the reconciliation acts
were not appropriations then any expenditure of any of the moneys they contain
would violate the Appropriations Clause and the Anti-Deficiency Act.<span>&nbsp; </span>Moreover, neither section 715 nor section 718
limit their reach to <i>appropriations</i> acts.<span>&nbsp; </span>Therefore, sections 715 and 718 apply to the
money spent on the advertisements and would seem to disallow this use.<span>&nbsp; </span>Once again, spending federal funds without a
valid appropriation violates the Appropriations Clause and the Anti-Deficiency
Act.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Finally, we must
consider restrictions on federal funds found in permanent law.<span>&nbsp; </span>The most obvious starting point is the Hatch
Act, which seeks to prevent federal resources from being applied to affect the
outcome of elections.<span>&nbsp; </span>The Act <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/5/7323" rel="noopener noreferrer" target="_blank">states</a> that a federal
&ldquo;<a href="https://www.law.cornell.edu/definitions/uscode.php?width=840&amp;height=800&amp;iframe=true&amp;def_id=5-USC-1193469614-994079400&amp;term_occur=999&amp;term_src=title:5:part:III:subpart:F:chapter:73:subchapter:III:section:7323" rel="noopener noreferrer" target="_blank">employee</a>
may not&hellip;<a name="a_1"></a></p>

<p>use his official authority or influence for the purpose of
interfering with or affecting the result of an election&rdquo;.<span>&nbsp; </span>The Act also <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/5/7324" rel="noopener noreferrer" target="_blank">provides</a> that &ldquo;An <a href="https://www.law.cornell.edu/definitions/uscode.php?width=840&amp;height=800&amp;iframe=true&amp;def_id=5-USC-1193469614-994079400&amp;term_occur=999&amp;term_src=title:5:part:III:subpart:F:chapter:73:subchapter:III:section:7324" rel="noopener noreferrer" target="_blank">employee</a>
may not engage in political activity&mdash; </p>

<p>(1) while the <a href="https://www.law.cornell.edu/definitions/uscode.php?width=840&amp;height=800&amp;iframe=true&amp;def_id=5-USC-1193469614-994079400&amp;term_occur=999&amp;term_src=title:5:part:III:subpart:F:chapter:73:subchapter:III:section:7324" rel="noopener noreferrer" target="_blank">employee</a>
is on duty; <a name="a_2"></a>[or] (2) in any room or building occupied in the
discharge of official duties by an individual employed or holding office in the
Government of the United States or any agency or instrumentality thereof&rdquo;.<span>&nbsp; </span>To make clear that this is a restriction on federal
funds, the Act <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/5/7324" rel="noopener noreferrer" target="_blank">creates</a>
a narrow exception for limited situations where the employee reimburses the
Treasury for any federal resources used.<span>&nbsp;
</span>The Hatch Act is <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/5/7326" rel="noopener noreferrer" target="_blank">enforceable</a>
through adverse employment consequences and civil penalties.<span>&nbsp; </span>Any federal employee who used their authority
or influence to produce these advertisements or to have them run at federal
expense would seem to be in a difficult position.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Of course, the
chances that the Department of Justice would enforce any of these laws against
officials who spent taxpayer funds shortly before an election to glorify the
President are nil.<span>&nbsp; </span>One of many
revelations from the current Administration is that the Attorney General may be
an even more important fiscal officer than the Director of OMB or the Secretary
of the Treasury.<span>&nbsp; </span>In an environment where
nobody will even consider enforcing laws that inconvenience the President, we
have no laws.<span>&nbsp; </span>A major task going forward
will be redesigning our fiscal architecture so that it can have real effect
even when the Justice Department is completely subservient to the White House
and even when the pardon power is wielded for purely instrumental, partisan
purposes. </p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span><i>@DavidASuper.bsky.social
@DavidASuper1</i></p>]]></content>
	<updated>2026-10-03T12:51:49+00:00</updated>
	<author><name>noreply@blogger.com (David Super)</name></author>
	<source>
		<id>http://balkin.blogspot.com/</id>
		<link rel="self" href="http://balkin.blogspot.com/"/>
		<updated>2026-10-03T12:51:49+00:00</updated>
		<title>Balkinization</title></source>


</entry>

<entry>
	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-02:/299882</id>
	<link href="https://balkin.blogspot.com/2026/10/more-fiscal-mismanagement.html" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">More Fiscal Mismanagement</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;Happy New
Year!&nbsp; I wish you all a joyous,...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><span>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;</span>Happy New
Year!<span>&nbsp; </span>I wish you all a joyous,
fulfilling, and constitutionally compliant new federal fiscal year. </p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Hey, a
guy can hope, right?<span>&nbsp; </span>The dawn of a new
federal fiscal year seems a good time to survey the Trump Administration&rsquo;s
latest maneuvering to wrestle the power of the purse out of the hands of a
rather snoozy Congress.<span>&nbsp; </span>And the news is
not good. </p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>On the
last Friday of fiscal year 2026, the Administration <a href="https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2026/09/September-Rescissions-Package-for-Speaker-Johnson_signed-9.25.26.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">announced</a>
the &ldquo;pocket rescission&rdquo; of $810 million of appropriated funds for a variety of
programs it dislikes.<span>&nbsp; </span>A &ldquo;pocket
rescission&rdquo; is a scheme concocted by OMB Director Russell Vought under which
the President submits a &ldquo;special message&rdquo; to Congress under the Impoundment
Control Act of 1974 requesting rescission of the funds but does so too late in
the fiscal year for Congress to act before the funds subject to the request
expire.<span>&nbsp; </span>Under Director Vought&rsquo;s theory,
the submission of the request authorizes the Administration to withhold these
funds (although he is unable to identify any provision of the Act that grants
this permission) and then the funds expire by the terms of their original
appropriation without further action by Congress.<span>&nbsp; </span>This is <a href="https://balkin.blogspot.com/2025/06/pocket-rescissions-are-legal-fantasy.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank">legally</a>
<a href="https://www.cbpp.org/research/governance/pocket-rescissions-are-illegal" rel="noopener noreferrer" target="_blank">unfounded</a>,
as the Government Accountability Office (GAO) has <a href="https://www.gao.gov/blog/what-pocket-rescission-and-it-legal" rel="noopener noreferrer" target="_blank">repeatedly</a>
<a href="https://www.newsday.com/news/nation/trump-gao-spending-cuts-rescissions-u86563" rel="noopener noreferrer" target="_blank">noted</a>.<span>&nbsp; </span>Even Senator Susan Collins <a href="https://www.newsweek.com/lawmakers-rip-trump-over-illegal-pocket-rescission-move-what-we-know-12492082" rel="noopener noreferrer" target="_blank">declared</a>
it &ldquo;illegal&rdquo; (not just &ldquo;concerning&rdquo;).<span>&nbsp; </span>Director
Vought clearly has not &ldquo;learned his lesson.&rdquo;<span>&nbsp;
</span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>The
Administration reportedly is telling reporters that the Supreme Court upheld
&ldquo;pocket rescissions&rdquo; last year.<span>&nbsp; </span>That is
false.<span>&nbsp; </span>The Administration impounded
roughly $10 billion in foreign aid funds, about half of which it included in a
late-year &ldquo;pocket rescission&rdquo; request.<span>&nbsp; </span>A
district court found the entire impoundment unlawful and ordered all the
Administration to spend all the funds, whether or not they were included in the
&ldquo;pocket rescission&rdquo;.<span>&nbsp; </span>The Administration
sought a stay only for the funds covered by the &ldquo;pocket recission&rdquo;, arguing
that the Impoundment Control Act precluded suit under the Administrative
Procedure Act.<span>&nbsp; </span>On its shadow docket, the
Supreme Court <a href="https://www.supremecourt.gov/opinions/24pdf/25a269_bp7c.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">granted</a>
the requested stay, emphasizing that the litigation was &ldquo;at [an] early stage&rdquo;,
that its &ldquo;order should not be read as a final determination on the merits&rdquo;, and
that its stay only &ldquo;reflects our preliminary view, consistent with the
standards for interim relief.&rdquo;<span>&nbsp; </span>The Court
found that the Administration&rsquo;s jurisdictional arguments were sufficiently
substantial that, combined with &ldquo;the asserted harms to the Executive&rsquo;s conduct
of foreign affairs&rdquo;, a stay was warranted.<span>&nbsp;
</span>This action should be read in the context of the Court&rsquo;s previously <a href="https://www.supremecourt.gov/opinions/24pdf/25a103_kh7p.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">stated</a>
strong resistance to granting preliminary relief against the government in
spending cases because &ldquo;the funds cannot be recouped and are thus irrevocably
expended.&rdquo;<span>&nbsp; </span>Nothing in the Court&rsquo;s short,
unsigned order suggests that &ldquo;pocket rescissions&rdquo; are lawful:<span>&nbsp; </span>it exclusively discusses procedural concerns.
</p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>The furor
over the &ldquo;pocket rescission&rdquo; risks obscuring the broader pattern of the
Administration&rsquo;s impoundments of appropriated funds.<span>&nbsp; </span>The Administration did not begin impounding
the $810 million on September 26:<span>&nbsp; </span>the
only reason the funds were still there to be impounded on that date is because
the Administration had been refusing to spend them throughout the fiscal
year.<span>&nbsp; </span>Whenever it decided to withhold
the funds &ndash; likely at the very beginning of the fiscal year &ndash; the Impoundment
Control Act <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/2/683" rel="noopener noreferrer" target="_blank">required</a>
the Administration to send a &ldquo;special message&rdquo; to Congress proposing rescission
and to abide by Congress&rsquo;s response.<span>&nbsp; </span></p>

<p>Moreover, the Administration has
withheld a great deal of appropriated funds without public announcement.<span>&nbsp; </span>Some of this results from the actions of
ideologues running particular agencies.<span>&nbsp;
</span>Some results from a variety of actions OMB has taken to make it illegal
for agencies to spend moneys Congress appropriated.<span>&nbsp; </span>In particular, OMB is exploiting its largely
ministerial power to &ldquo;apportion&rdquo; appropriated funds to agencies before they are
spent.<span>&nbsp; </span>Early in the 20<sup>th</sup>
Century, Congress <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1517" rel="noopener noreferrer" target="_blank">required</a>
&ldquo;<a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1512" rel="noopener noreferrer" target="_blank">apportionments</a>&rdquo; to
prevent agencies from blowing through their entire annual appropriation in a few
months and then returning to Congress for more.<span>&nbsp;
</span></p>

<p>In <a href="https://protectdemocracy.org/work/flagging-anomalous-apportionments/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">many</a>
cases, OMB has been attaching unmeetable conditions to its apportionments or
effectively <a href="https://thehill.com/opinion/congress-blog/economy-budget/5973576-congress-power-purse-threat/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">apportioning</a>
far less than Congress provided.<span>&nbsp; </span>Some of
this has <a href="https://protectdemocracy.org/work/congressionally-mandated-education-programs/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">triggered</a>
<a href="https://democracyforward.org/wp-content/uploads/2026/06/97-1-Proposed-First-Suppl-Complaint.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">litigation</a>,
but the procedural minefields the Supreme Court has constructed have slowed
these cases&rsquo; progress.<span>&nbsp; </span><span>&nbsp;</span><span>&nbsp;</span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>One
puzzle in the Administration&rsquo;s announced &ldquo;pocket rescission&rdquo; is that it purports
to be pulling back far more money from some accounts than its previous reports
had shown remaining in those accounts.<span>&nbsp;
</span>This could mean it is breaching contracts with grantees <i>en masse</i>
again.<span>&nbsp; </span>Victims of such breaches last
year sued but soon found themselves smothered in procedural obstacles
preventing them from receiving a prompt decision on the legality of the
Administration&rsquo;s actions. </p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>Another
possibility is even more devious.<span>&nbsp; </span>The
accounts in question provide funds for multiple fiscal years.<span>&nbsp; </span>In these programs, Congress departs from its
usual pattern of appropriating funds only for a single year at a time so that the
Administration will have flexibility to respond to irregular need.<span>&nbsp; </span>Thus, if a surge in need causes the
Administration to exhaust the funds expiring in a given year, it can spend
funds expiring a year or two later.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>The Trump
Administration apparently is reversing this pattern.<span>&nbsp; </span>It seems to be reattributing obligations made
against funds expiring this year to appropriations for future years.<span>&nbsp; </span>That increases the amount of funds that will
lapse without being spent this year while depleting the resources available in
future years.<span>&nbsp; </span>The next administration
may take office in 2029 and discover that it lacks the funds to meet that year&rsquo;s
needs because the Trump Administration gratuitously spent those funds in
earlier years to allow more appropriations expire in those years.<span>&nbsp; </span>Like so many of this Administration&rsquo;s abuses
of discretion, this is likely to result in Congress writing more prescriptive
laws giving future administrations less authority to adapt to unanticipated
events.<span>&nbsp; </span>It is enough to make one <a href="https://scholarship.law.cornell.edu/clr/vol96/iss6/13/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Against
Flexibility</a>.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>To be
clear, many of the Administration&rsquo;s actions are not mere jockeying for policy
advantage:<span>&nbsp; </span>they are lawless.<span>&nbsp; </span>The last several years&rsquo; appropriations acts,
including the <a href="https://www.congress.gov/119/plaws/publ75/PLAW-119publ75.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">one</a>
President Trump signed in February, have included prohibitions on spending any
government funds to implement any funding cuts that the President proposed and
Congress rejected.<span>&nbsp; </span>(This year, it was
section 739 of Division E of Public Law 119-75.)<span>&nbsp; </span>Obviously OMB, and likely other executive
agencies, have been doing just <a href="https://thehill.com/opinion/congress-blog/economy-budget/5973576-congress-power-purse-threat/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">that</a>.<span>&nbsp; </span>Spending federal money in violation of the
requirements of appropriations acts violates the Anti-Deficiency <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1341" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Act</a>, which carries <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1350" rel="noopener noreferrer" target="_blank">criminal</a> and <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/31/1349" rel="noopener noreferrer" target="_blank">other</a> penalties.<span>&nbsp; </span></p>

<p><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span>We should
not leave the subject of withholding funds before considering what may be the
Administration&rsquo;s most bizarre impoundment of all.<span>&nbsp; </span>Section 10065(a) of the <a href="https://www.congress.gov/bill/119th-congress/house-bill/1/text" rel="noopener noreferrer" target="_blank">One Big
Beautiful Bill Act</a>, President Trump&rsquo;s 2025 mega-bill written entirely by
Republicans and passed entirely with Republican votes, &ldquo;appropriate[s] for
fiscal year 2025 &hellip; $256,657,000, to remain available until September 30, 2029,
for necessary expenses for capital repair, restoration, maintenance backlog,
and security structures of the building and site of the John F. Kennedy Center
for the Performing Arts.&rdquo;<span>&nbsp; </span></p>

<p>To date, the Kennedy Center&rsquo;s
board, chaired by one Donald J. Trump, Sr., apparently has spent none of these
funds.<span>&nbsp; </span>One would think there is plenty
of time as the funds remain available for almost three more years.<span>&nbsp; </span>The Administration, however, has been
encouraging speculation that it might tear down the Kennedy Center for supposedly
being structurally unsafe.<span>&nbsp; </span>Neither the
Administration nor the Kennedy Center&rsquo;s board has released any comprehensive itemization
of the hazards it perceives in the Kennedy Center, much less an explanation of
why those problems cannot be fixed with more than a quarter billion dollars of
public funds. </p>

<p>The permanent authorizing statute
for the Kennedy Center <a href="https://www.law.cornell.edu/uscode/text/20/76j" rel="noopener noreferrer" target="_blank">requires</a>
that &ldquo;The <a href="https://www.law.cornell.edu/definitions/uscode.php?width=840&amp;height=800&amp;iframe=true&amp;def_id=20-USC-64356038-953584397&amp;term_occur=999&amp;term_src=title:20:chapter:3:subchapter:V:section:76j" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Board</a>
shall<a name="a_1_A"></a> (A) present classical and contemporary music, opera,
drama, dance, and other performing arts from the United States and other
countries; (B) <a name="a_1_B"></a>promote and maintain the John F. Kennedy
Center for the Performing Arts as the National Center for the Performing Arts&hellip;;
(D) provide facilities for other civic activities at the John F. Kennedy Center
for the Performing Arts; (E) <a name="a_1_E"></a>provide within the John F.
Kennedy Center for the Performing Arts a suitable memorial in honor of the late
President&hellip;[and] (G) with respect to the building and site of the John F.
Kennedy Center for the Performing Arts, plan, design, and construct each
capital repair, replacement, improvement, rehabilitation, alteration, or
modification necessary to maintain the functionality of the building and site
at current standards of life, safety, security, and accessibility...&rdquo;.<span>&nbsp; </span></p>

<p>Failure to perform these functions
might be excused if Congress had made it impossible by failing to appropriate
sufficient funds.<span>&nbsp; </span>But Chairman Trump and
his colleagues (almost all of whom he appointed) would have no defense for blatantly
neglecting these duties by destroying the Kennedy Center as long as vast sums are
sitting unused in the Treasury after being appropriated for just this purpose. </p>

<p>The Kennedy Center provides a
useful illustration of the pattern in most impoundment cases.<span>&nbsp; </span>The principal illegality is not a violation of
the Impoundment Control Act, which is primarily a set of rules of congressional
procedure.<span>&nbsp; </span>Nor is the illegality always a
violation of the appropriations act:<span>&nbsp;
</span>some do mandate spending the full amounts provided, but many do not if
the Administration can fully accomplish the appropriation&rsquo;s specified purposes
with less.<span>&nbsp; </span>Impoundments most commonly
are illegal because they lead to violations of the permanent statutes
establishing the program in question.<span>&nbsp;
</span>Nothing in the Impoundment Control Act or anywhere else provides a
sweeping exemption for violating the Kennedy Center&rsquo;s authorizing statute or
other analogous laws. </p>

<p><i>@DavidASuper.bsky.social @DavidASuper1</i></p>]]></content>
	<updated>2026-10-02T15:55:06+00:00</updated>
	<author><name>noreply@blogger.com (David Super)</name></author>
	<source>
		<id>http://balkin.blogspot.com/</id>
		<link rel="self" href="http://balkin.blogspot.com/"/>
		<updated>2026-10-02T15:55:06+00:00</updated>
		<title>Balkinization</title></source>


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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-02:/299883</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/uber-das-schenken/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">Über das Schenken</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Was f&uuml;r eine festliche Woche! Am Montag wurde das BVerfG 75 Jahre alt, morgen feiern wir die Wiederv...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Was f&uuml;r eine festliche Woche! Am Montag wurde das BVerfG 75 Jahre alt, morgen feiern wir die Wiedervereinigung und am Sonntag Erntedank. Zugegeben, das Erntedankfest riecht ein bisschen nach alter Kartoffel und scheint nicht ganz in die staatstragende Aufz&auml;hlung zu passen. Doch lassen Sie es mich erkl&auml;ren.</p>
<h2>Boden sch&auml;tzen</h2>
<p>Dieser Tage wird in Berlin nicht nur gefeiert, sondern auch gestritten: Seit die Linke bei der Wahl letzte Woche st&auml;rkste Kraft geworden ist, geht es mal wieder um &bdquo;Deutsche Wohnen enteignen&ldquo;. Die Debatte ist inzwischen auch eine alte Kartoffel, aber es lohnt sich, ihr Aufmerksamkeit zu schenken (zumal der Bund sie per Vergesellschaftungsverbotsgesetz <a href="https://verfassungsblog.de/ein-bundesweites-vergesellschaftungsverbot/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">in die Tonne hauen will</a>).</p>
<p>Wir erinnern uns: 2021 stimmten <a href="https://www.wahlen-berlin.de/abstimmungen/ve2021/AFSPRAES/ergebnisse.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">57,6 Prozent</a> der Berliner:innen im Volksentscheid der Initiative &bdquo;Deutsche Wohnen &amp; Co enteignen&ldquo; f&uuml;r die Vergesellschaftung gro&szlig;er Wohnungsbest&auml;nde &ndash; gut eine Million Menschen. Das Abgeordnetenhaus beschloss im M&auml;rz 2026 dann zwar endlich ein <a href="https://verfassungsblog.de/vergesellschaftungsverzogerungsgesetz/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Vergesellschaftungsrahmengesetz</a>. Dieses tritt aber fr&uuml;hestens in zwei Jahren in Kraft und vergesellschaftet selbst keine einzige Wohnung. W&auml;hrenddessen klettern die Mieten in Berlin weiter ins Wahnwitzige (seit 2014 haben sich die Angebotsmieten <a href="https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/trotz-preisbremse-angebotsmieten-in-berlin-haben-sich-seit-2014-mehr-als-verdoppelt-13871752.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr als verdoppelt</a>). Die Initiative hat deshalb ein eigenes Vergesellschaftungsgesetz vorgelegt, &uuml;ber das Berlin per Volksentscheid abstimmen soll. Betroffen w&auml;ren private Konzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin, zusammen rund 220.000 Wohnungen, die in eine Anstalt &ouml;ffentlichen Rechts namens &bdquo;Gemeingut Wohnen&ldquo; <a href="https://verfassungsblog.de/vergesellschaftungsgesetz-berlin/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&uuml;bergehen sollen</a>. Diesem Volksentscheid k&ouml;nnte eine linksgef&uuml;hrte Regierung nun zuvorkommen. Das w&auml;re historisch: Art. 15 GG wurde noch nie angewendet. Ein Geburtstagsgeschenk f&uuml;rs BVerfG?</p>
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<p><a href="https://www.reconstitution.eu/en/veranstaltungen/rule-of-law-conference-2027" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-300x300.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-66x66.png 66w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-150x150.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-200x200.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-300x300.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-400x400.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-600x600.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-800x800.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-1024x1024.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-66x66.png 66w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-150x150.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-200x200.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-300x300.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-400x400.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-600x600.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-800x800.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-1024x1024.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP.png 1200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><strong><em>Call for Participation </em></strong></p>
<p><em>The <strong>European Rule of Law Conference&nbsp;2027</strong>, organised by <a title="https://www.reconstitution.eu/en/home" href="https://www.reconstitution.eu/en/home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">re:constitution &ndash; Exchange and Analysis on Democracy and the Rule of Law in Europe</a>&nbsp;on 11-12 May 2027 in Brussels, calls for <strong>submissions of proposals for parallel sessions</strong>. We specifically invite actors from across different disciplines&nbsp;to bring your perspective to the debates about the current status of <strong>rule of law in Europe and beyond</strong> &amp; to contribute to its protection.</em></p>
<p><em><a title="https://www.reconstitution.eu/en/veranstaltungen/rule-of-law-conference-2027" href="https://www.reconstitution.eu/en/veranstaltungen/rule-of-law-conference-2027" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Find out more</a> &amp; submit your proposal <strong>until 18 Oct</strong>!</em></p>
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<p>Wir Jurist:innen streiten gerne &uuml;ber die dogmatischen Feinheiten zwischen Art. 14 und 15 GG, aber heute geht es um eine gr&ouml;bere K&ouml;rnung: Eigentum, Enteignung, Vergesellschaftung &ndash; alles Begriffe, die erst durch rechtlichen Zauber entstanden sind. Treten wir einige Schritte (oder Jahre) zur&uuml;ck, k&ouml;nnen wir Grund und Boden noch mit unschuldigen Augen sehen: unbestelltes Land, Wildnis. Die Natur schenkt uns Kraut und R&uuml;ben, ohne dass wir daf&uuml;r mit Google Pay bezahlen m&uuml;ssen, und niemand muss um Wiedervereinigung k&auml;mpfen, weil der Boden noch keine Staatsgrenzen kennt. Na gut, dieser Naturzustand hatte seine eigenen Probleme. Doch die romantische Reise in ein Land vor unserer Zeit hilft dabei, die Rolle des Rechts n&uuml;chterner zu analysieren. So hat es Isabel Feichtner in ihrem Buch &bdquo;Bodensch&auml;tze&ldquo; vorgemacht: Darin zeichnet Feichtner anhand von zwei Fallbeispielen nach, wie Boden rechtlich verteilt und verwertet wird. Eines der Fallbeispiele ist, Sie ahnen es, &bdquo;Deutsche Wohnen &amp; Co enteignen&ldquo; (Feichtner war Mitglied der <a href="https://www.berlin.de/kommission-vergesellschaftung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Expertenkommission</a>). Das andere spielt in Kingston, Jamaika, wo indigene K&uuml;stenbewohner:innen <a href="https://verfassungsblog.de/tiefseebodenbergbau-und-planetares-denken/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">vor der Internationalen Meeresbodenbeh&ouml;rde einen Stopp des Tiefseebergbaus fordern</a>. &bdquo;Recht ist tief in die Zerst&ouml;rung des Gemeinsamen verstrickt&ldquo;, schreibt Feichtner. In beiden F&auml;llen geht es letztlich um die Verteilung von Boden(sch&auml;tzen) &ndash; also um Ressourcen, die niemandem allein geh&ouml;ren sollten, weil sie uns allen geschenkt worden sind.</p>
<h2>Wert sch&auml;tzen</h2>
<p>Ich glaube ja, der Erntedank ist deshalb aus der Mode geraten, weil wir das Schenken verlernt haben. Nicht mal Aufmerksamkeit kann man noch schenken, sie wird inzwischen in kleinen Datenpaketen von unsichtbarer Hand verscherbelt. Und Geburtstagsgeschenke f&uuml;hlen sich oft eher nach Tauschgesch&auml;ft an: Man einigt sich unausgesprochen auf ein bestimmtes Budget und schiebt dieses in Form von umtauschbaren Produkten im Freundeskreis hin und her. Am Ende des Jahres hoffen wir dann insgeheim, dass wir bei netto Null herauskommen (und h&auml;tten uns die Wolldecke eigentlich lieber selbst ausgesucht). Alles ist zu einer <em>economy</em> verkommen.</p>
<p>Doch Geschenke sind eine Frage der Perspektive. Beispiel Supermarktkasse: Wenn wir dort 3 Euro f&uuml;r eine Avocado aus Peru zahlen, l&ouml;st das bei uns nicht direkt Dankbarkeit aus. Im Gegenteil: Unversch&auml;mt! Alles wird teurer! Und wenn wir uns bedanken m&uuml;ssen, dann doch wohl nur bei uns selbst, schlie&szlig;lich haben wir die 3 Euro mit ehrlicher Arbeit verdient. Nun ja. Alles, was wir uns <em>verdienen</em>, stammt aus der Natur. Niemand kippt uns Erdlingen aus Raumschiffen Dinge vor die F&uuml;&szlig;e und verlangt daf&uuml;r hart verdientes Geld (wobei Musk bestimmt schon daran arbeitet). Die Dinge sehen zwar immer weniger nach Erde aus (zum Beispiel das Endger&auml;t, auf dem sich diese S&auml;tze gerade materialisieren), doch in ihnen steckt noch immer Erde (hier: seltene). So gesehen ist alles ein Geschenk der Natur.</p>
<p>Doch das ist nicht der einzige Grund f&uuml;r Dankbarkeit. Wir sind selbst Teil der Natur, treten mit ihr in Beziehung, sch&uuml;tzen und bearbeiten sie, beuten sie aus (und uns gleich mit). Durch wie viele H&auml;nde ist die Avocado gegangen, ehe sie in unsere geriet? Wer hat sie ausges&auml;t, ged&uuml;ngt, bew&auml;ssert, geerntet, transportiert, gelagert, mit m&uuml;den Augen ins Regal ger&auml;umt? Konsumg&uuml;ter verbinden uns unsichtbar mit Menschen und Bienen und Landschaften, &uuml;ber Staats- und Eigentumsgrenzen hinweg.</p>
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<p><a href="https://bi.easycruit.com/vacancy/3621563/45439?iso=no" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/positive-horisontal-1-1.svg" alt="" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><em><strong>PhD Position in Administrative Sanctions | BI Norwegian Business School</strong><br>
&zwnj;<br>
The Department of Law and Governance invites applications for a <a href="https://bi.easycruit.com/vacancy/3621563/45439?iso=no" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>four-year PhD position</strong></a> within the RODEAS research project, funded by the Research Council of Norway. As PhD-candidate, you will examine the <strong>legal nature of administrative sanctions</strong> situated at the intersection with <strong>criminal punishment</strong>. Based in Oslo, the role includes <strong>25% teaching duties</strong>.&nbsp; Application deadline: <a href="https://bi.easycruit.com/vacancy/3621563/45439?iso=no" target="_blank" rel="noopener noreferrer">15 November 2026.&zwnj;</a></em></p>
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<h2>Gemeinsames sch&uuml;tzen</h2>
<p>Wie w&auml;re es also mit einem begrifflichen Gegenzauber? Feichtner arbeitet mit dem der &bdquo;<em>Commons</em>&ldquo;. <em>Commons</em> bezeichnet nicht die Dinge an sich, sondern eine Praxis: Menschen nutzen etwas gemeinsam und geben sich daf&uuml;r selbst Regeln. Was alle nutzen, geh&ouml;rt niemandem allein. So verwandeln sich Eigent&uuml;mer:innen in Nutzer:innen und Eigentum in Gemeingut. Abrakadabra! F&uuml;r Feichtner k&ouml;nnen <em>Commons</em> und Vergesellschaftung &bdquo;Wege weisen, wie Menschen wieder terrestrisch werden, Ressourcenkreisl&auml;ufe schlie&szlig;en und Versorgungsweisen so gestalten k&ouml;nnen, dass sie nicht auf Kosten anderer Lebewesen und Gemeinschaften gehen.&ldquo; Wieder terrestrisch werden, das w&auml;re auch f&uuml;r die Silicon-Valley-Aliens eine nette &Uuml;bung. Und Berlin k&ouml;nnte es nun vormachen.</p>
<p>Die <em>Commons</em> kennen Sie vielleicht auch aus unserem Kleingedruckten: Wir ver&ouml;ffentlichen Open Access unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA. Auch Ideen sind Gemeingut und verbinden uns zu einem unsichtbaren Netzwerk, durch Zeit und Raum hinweg. Sie sind Geschenke. Das Sch&ouml;ne an ihnen ist, dass sie in Gro&szlig;st&auml;dten nicht verknappen, sondern erfahrungsgem&auml;&szlig; eher wuchern, auch hier in Berlin-Neuk&ouml;lln zum Beispiel. In diesem Sinne: Danke, dass Sie uns lesen und teilen und widersprechen, dass Sie Ihre Ideen aufschreiben und hier ver&ouml;ffentlichen, dass Sie unsere kleine <em>gift economy</em> mit einer Spende unterst&uuml;tzen. Denn auch Ideen brauchen R&auml;ume.</p>
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<h2>Editor&rsquo;s Pick</h2>
<p>von JANA TRAPP</p>
<div><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-106942" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-300x169.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-150x85.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-200x113.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-300x169.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-400x225.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-600x338.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b.png 710w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-150x85.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-200x113.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-300x169.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-400x225.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-600x338.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b.png 710w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><p>Copyright: 2021&ndash;2026 20th Television / Hulu / Disney</p></div>
<p>Als Strafrechtlerin begegne ich Bildschirm-Morden mit naturgem&auml;&szlig; mit Strenge &ndash; mein Berufsrisiko ist das Augenrollen bei spektakul&auml;ren Spurensicherungen und haneb&uuml;chenen Ermittlungsans&auml;tzen. Es geht aber auch anders: Vorhang auf f&uuml;r <em>Only Murders in the Building</em>. Als im traditionsreichen Arconia-Geb&auml;ude an der New Yorker Upper West Side ein Nachbar stirbt, glaubt die Polizei an Selbstmord. Drei Bewohner:innen wittern jedoch einen Mord: Charles (Steve Martin), ein ehemaliger Serienkommissar, der seiner Paraderolle n&auml;her ist als seinen Mitmenschen; Oliver (Martin Short), ein insolventer Broadway-Regisseur mit gro&szlig;em Ego und noch gr&ouml;&szlig;erem Mantel; und Mabel (Selena Gomez), eine ungeduldige Millennial, die ziemlich genau wei&szlig;, was sie will. Kurzerhand starten sie ihren eigenen <em>True-Crime</em>-Podcast, um den Fall live aufzurollen. W&auml;hrend das Trio zwischen Hausfriedensbruch und Spurenvernichtung stolpert, entwickelt sich eine spannende Kriminalgeschichte mit feiner schwarzer Komik. Eine Krimiserie f&uuml;r alle, die Mord spannend, Ermittlungsfehler verzeihlich und Nachbar:innen verd&auml;chtig finden.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<h2>Die Woche auf dem Verfassungsblog</h2>
<p>zusammengefasst von EVA MARIA BREDLER</p>
<p>In Frankreich bleiben die Schulen heute geschlossen &ndash; denn alle sind auf den Stra&szlig;en: Seit Tagen demonstrieren Sch&uuml;ler:innen im ganzen Land gegen den Sparkurs der Regierung, gegen schlechte Betreuung, schlecht bel&uuml;ftete Klassenzimmer, schlechte Zukunftsaussichten. Viele Lehrer:innen haben sich inzwischen solidarisiert, auch wegen der teilweise massiven Polizeigewalt. Solche Szenen sind in Deutschland kaum vorstellbar &ndash; da gehen die politischen Kulturen doch auseinander.</p>
<p>Und nicht nur dort: W&auml;hrend sich sowohl Deutschland als auch <strong>Frankreich</strong> gegen eine autorit&auml;r-populistische &Uuml;bernahme wappnen, verfolgen sie dabei andere Sto&szlig;richtungen, wie <a href="https://verfassungsblog.de/resilienz-hier-und-dort/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ARNE P. WEGNER</a> (DE) beobachtet: &bdquo;Die V. Republik f&uuml;rchtet den Zugriff von oben, das Grundgesetz die L&auml;hmung an vielen Gelenken.&ldquo;</p>
<p>Kaum jemand denkt bei einer autorit&auml;r-populistischen Regierungs&uuml;bernahme an <strong>Rechnungsh&ouml;fe</strong>. Doch gerade sie k&ouml;nnen ans Licht bringen, wenn staatliche Haushaltsmittel rechtswidrig umgeleitet werden. <a href="https://verfassungsblog.de/landesrechnungshof-afd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">JAKOB WEICKERT</a> (DE) zeigt, warum Haushaltswissen ein Resilienzfaktor ist.</p>
<p>Das Wissen um den <em>pers&ouml;nlichen</em> Haushalt ist dagegen ein Machtfaktor: Die <strong>Schufa</strong> speichert Daten von 68 Millionen Personen und bestimmt deren Kreditw&uuml;rdigkeit in einem schwer zu durchschauenden Prozess. <a href="https://verfassungsblog.de/der-ineffektivitatsgrundsatz-in-der-deutschen-schufa-rechtsprechung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">RUTH JANAL</a> (DE) analysiert, was der BGH in seinem kommenden Urteil an dieser Intransparenz &auml;ndern k&ouml;nnte.</p>
<p>Intransparenz scheint auch die Taktik des Kinder- und Jugendhilferechts zu sein. W&auml;hrend in Sachsen-Anhalt Sonderklassen f&uuml;r gefl&uuml;chtete Kinder gefordert werden, f&uuml;hrt Sachsen unbemerkt ein Sonderrecht f&uuml;r unbegleitete Minderj&auml;hrige ein &ndash; per Verwaltungsvorschriften, die jetzt auf Dauer gestellt werden sollen. Doch das <strong>Kinder- und Jugendhilferecht</strong> verbietet eine Schlechterstellung von gefl&uuml;chteten jungen Menschen, erkl&auml;ren <a href="https://verfassungsblog.de/sonderrecht-jugendhilfe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">HANNAH FRANKE, SALOMON GEHRING und ULRIKE VON W&Ouml;LFEL</a> (DE).</p>
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<p><a href="https://verfassungsblog.de/sa-mv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-300x164.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-150x82.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-200x109.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-300x164.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-400x218.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-600x327.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-800x436.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1024x559.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1200x655.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1536x838.png 1536w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-150x82.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-200x109.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-300x164.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-400x218.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-600x327.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-800x436.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1024x559.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1200x655.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1536x838.png 1536w" sizes="(max-width: 342px) 100vw, 342px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><em><strong>Autorit&auml;re Populist*innen mit staatlichen Machtmitteln, gar an einer Landesregierung?</strong> </em></p>
<p><em>Dieses Szenario k&ouml;nnte nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Realit&auml;t werden und bereitet vielen Menschen vor Ort, in der ganzen Republik und dar&uuml;ber hinaus berechtigte Sorgen.</em></p>
<p><em><strong>Was kommt da auf uns zu?</strong></em></p>
<p><em>Der Verfassungsblog b&uuml;ndelt dazu Expert:innenwissen, damit es parat steht, wenn es gebraucht wird. </em><em>Lesen Sie <strong><a href="https://verfassungsblog.de/sa-mv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a></strong> die Beitr&auml;ge in <strong>unserem Spotlight</strong>.</em></p>
<p>++++++++++++++++++++++++++++</p>
<p><strong>Italien</strong> geht einen Schritt weiter. Giorgia Meloni hat angek&uuml;ndigt, den Anteil ausl&auml;ndischer Sch&uuml;ler:innen pro Klasse auf 30 Prozent zu begrenzen. <a href="https://verfassungsblog.de/italys-ghetto-classrooms/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">PIETRO FARAGUNA</a> (EN) macht daraus ein Lehrst&uuml;ck &uuml;ber die Schw&auml;chen des italienischen Staatsangeh&ouml;rigkeitsrechts &ndash; und stellt Melonis Absichten infrage.</p>
<p>Fragw&uuml;rdige Absichten standen auch hinter einer Europ&auml;ischen B&uuml;rgerinitiative: Mit dem <em>&bdquo;<strong>Save Europe Act</strong>&ldquo;</em> wollten rechtsextreme Populist:innen &bdquo;die Botschaft der Remigration nach Br&uuml;ssel tragen&ldquo;. Die Europ&auml;ische Kommission hat sich geweigert, die B&uuml;rgerinitiative zu registrieren &ndash; zum ersten Mal in der Geschichte. Denn diese verst&ouml;&szlig;t gegen die Werte des Art. 2 EUV. <a href="https://verfassungsblog.de/save-europe-act/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">F&Eacute;LICIE REMLINGER</a> (EN) erkl&auml;rt, warum die Anwendung der EU-Werte nicht immer so eindeutig ist wie in diesem Fall.</p>
<p>Diesmal hat sich die EU selbst vor dem <em>&bdquo;Save Europe Act&ldquo;</em> gerettet. Falls ihr das einmal nicht gelingt, hoffen wir, dass auch im Rest Europas noch ein bisschen Frankreich steckt.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<p>Das war&rsquo;s f&uuml;r diese Woche.</p>
<div>
<p>Ihnen alles Gute!</p>
<p>Ihr Verfassungsblog-Team</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wenn Sie das&nbsp;<strong>w&ouml;chentliche Editorial</strong>&nbsp;als E-Mail zugesandt bekommen wollen, k&ouml;nnen Sie es&nbsp;<a href="https://verfassungsblog.de/newsletter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>&nbsp;bestellen.</em></p>
</div>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/uber-das-schenken/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&Uuml;ber das Schenken</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-02T13:23:03+00:00</updated>
	<author><name>Eva Maria Bredler</name></author>
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		<updated>2026-10-02T13:23:03+00:00</updated>
		<title>Verfassungsblog</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-02:/299884</id>
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	<title type="html">On Giving</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>What a week for celebrations! Monday marked 75 years of the Federal Constitutional Court, tomorrow i...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>What a week for celebrations! Monday marked 75 years of the Federal Constitutional Court, tomorrow is German Unity Day, and on Sunday brings Harvest Thanksgiving. Granted, Thanksgiving &ndash; with its faint whiff of potatoes &ndash; may seem a little out of place next to such grandeur of state. But bear with me.</p>
<h2>Owning Gifts</h2>
<p>Berlin isn&rsquo;t only celebrating these days. It&rsquo;s arguing. Ever since <em>Die Linke</em> came out on top in last week&rsquo;s election, &ldquo;<em>Deutsche Wohnen enteignen</em>&rdquo;(expropriate Deutsche Wohnen) is back on the agenda. The debate has been in the cellar for a while too, but it deserves our full attention &ndash; not least because the federal government is eager to <a href="https://verfassungsblog.de/ein-bundesweites-vergesellschaftungsverbot/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">bin it</a> altogether with a law banning socialisation outright.</p>
<p>A quick refresher: back in 2021, <a href="https://www.wahlen-berlin.de/abstimmungen/ve2021/AFSPRAES/ergebnisse.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">57.6 per cent</a> of Berliners, a good million people, voted in a referendum brought by the <em>Deutsche Wohnen &amp; Co enteignen</em> campaign to bring large housing portfolios into public ownership. In March 2026, the Berlin House of Representatives finally passed a <a href="https://verfassungsblog.de/vergesellschaftungsverzogerungsgesetz/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Socialisation Framework Act</a>. Yet the act will not take effect for at least two years, and on its own, it does not socialise a single flat. Meanwhile, Berlin asking rents keep climbing to wuthering heights: they have <a href="https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/trotz-preisbremse-angebotsmieten-in-berlin-haben-sich-seit-2014-mehr-als-verdoppelt-13871752.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">more than doubled</a> since 2014. So the campaign has drafted its own socialisation law and wants Berliners to vote on it. It would target private companies owning more than 3,000 flats in the city &ndash; some 220,000 units in total &ndash; which would then <a href="https://verfassungsblog.de/vergesellschaftungsgesetz-berlin/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">be transferred to</a> a public-law entity called <em>Gemeingut Wohnen</em> (Housing in Common). A left-led government could now act before the referendum even takes place. That would be a historic first: Article 15 of the Basic Law has never actually been invoked. A birthday present for the Constitutional Court, perhaps?</p>
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<p><a href="https://www.reconstitution.eu/en/veranstaltungen/rule-of-law-conference-2027" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-300x300.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-66x66.png 66w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-150x150.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-200x200.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-300x300.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-400x400.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-600x600.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-800x800.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-1024x1024.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-66x66.png 66w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-150x150.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-200x200.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-300x300.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-400x400.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-600x600.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-800x800.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP-1024x1024.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/ERoL-Conf-2027-Square-Graphic_CfP.png 1200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><strong><em>Call for Participation </em></strong></p>
<p><em>The <strong>European Rule of Law Conference&nbsp;2027</strong>, organised by <a title="https://www.reconstitution.eu/en/home" href="https://www.reconstitution.eu/en/home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">re:constitution &ndash; Exchange and Analysis on Democracy and the Rule of Law in Europe</a>&nbsp;on 11-12 May 2027 in Brussels, calls for <strong>submissions of proposals for parallel sessions</strong>. We specifically invite actors from across different disciplines&nbsp;to bring your perspective to the debates about the current status of <strong>rule of law in Europe and beyond</strong> &amp; to contribute to its protection.</em></p>
<p><em><a title="https://www.reconstitution.eu/en/veranstaltungen/rule-of-law-conference-2027" href="https://www.reconstitution.eu/en/veranstaltungen/rule-of-law-conference-2027" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Find out more</a> &amp; submit your proposal <strong>until 18 Oct</strong>!</em></p>
<p>++++++++++++++++++++++++++++</p>
<p>Here in Germany, lawyers love nothing more than dissecting the doctrinal intricacies of Articles 14 and 15 of our Constitution. Today, though, let&rsquo;s look at things through a coarser sieve. Property, expropriation, socialisation: all of these concepts were conjured up by legal magic. If we step back a little (or a few millennia), we can still see the land with innocent eyes: untilled ground, wilderness. Nature hands us fruit and veg without asking for Google Pay, and countries need no unification because the soil knows no borders. Well, okay, the state of nature came with its own set of problems. But such romantic time travel helps us look at the role of law with a sober mind. That is what Isabel Feichtner does in her book <em>Bodensch&auml;tze</em>, the German word for &ldquo;mineral resources&rdquo;, but literally translating to &ldquo;treasures of the soil&rdquo;. Through two case studies, Feichtner traces how law distributes and exploits land. One of them, you guessed it, is <em>Deutsche Wohnen enteignen</em>(Feichtner served on the <a href="https://www.berlin.de/kommission-vergesellschaftung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">expert commission</a>). The other is set in Kingston, Jamaica, where Indigenous coastal communities are <a href="https://verfassungsblog.de/tiefseebodenbergbau-und-planetares-denken/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">requesting the International Seabed Authority to halt deep-sea mining</a>. &ldquo;Law is deeply entangled in the destruction of the common&rdquo;, Feichtner writes. In both cases, the question is the same: who gets the land and the riches beneath it? It&rsquo;s about resources that should belong to no single person, because they were given to us all.</p>
<h2>Seeing Gifts</h2>
<p>I suspect Harvest Thanksgiving has fallen out of fashion because we have forgotten how to give. In German, attention is something you gift (<em>schenken</em>). In English, it is something you pay &ndash; and that now seems the far more fitting verb for our times, as an invisible hand auctions off our attention in tiny data packets. And even birthday presents often feel more like business transactions. We tacitly agree on a budget, shuffling it around our circle of friends as returnable goods. By the end of the year, we secretly hope to break even (while wishing we&rsquo;d just picked out that woollen blanket ourselves). Everything, it seems, has been turned into an <em>economy</em>.</p>
<p>And yet, whether something is a gift purely depends on our perspective. Take the supermarket checkout. Paying &euro;3 for an avocado from Peru doesn&rsquo;t exactly fill us with deep gratitude. Quite the opposite: outrageous! Prices keep rising! And if anyone deserves thanks, surely it&rsquo;s us &ndash; after all, we earned that &euro;3 through honest work. Well. Everything we <em>earn</em>comes from nature. There are no alien spaceships dumping things onto us Earthlings in exchange for hard-earned money (at least none that I know of, but I&rsquo;m sure Musk is working on something). Things may look less and less like Earth (take the very device on which these words are materialising right now), but there is still Earth inside them (rare earths, in this case). Seen this way, everything is a gift of nature.</p>
<p>That isn&rsquo;t the only reason to be grateful, though. We ourselves are part of nature: we live alongside it, nurture it, farm it and exploit it &ndash; and in doing so, exploit ourselves. How many hands did that avocado pass through before reaching ours? Who planted the tree, fed and watered it, picked the fruit, shipped and stored it, and, at the end of a long shift, stacked it on the shelf? Without our noticing, every purchase connects us to people, bees and landscapes &ndash; across national borders and property lines.</p>
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<p><a href="https://bi.easycruit.com/vacancy/3621563/45439?iso=no" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/positive-horisontal-1-1.svg" alt="" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><em><strong>PhD Position in Administrative Sanctions | BI Norwegian Business School</strong><br>
&zwnj;<br>
The Department of Law and Governance invites applications for a <a href="https://bi.easycruit.com/vacancy/3621563/45439?iso=no" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>four-year PhD position</strong></a> within the RODEAS research project, funded by the Research Council of Norway. As PhD-candidate, you will examine the <strong>legal nature of administrative sanctions</strong> situated at the intersection with <strong>criminal punishment</strong>. Based in Oslo, the role includes <strong>25% teaching duties</strong>.&nbsp; Application deadline: <a href="https://bi.easycruit.com/vacancy/3621563/45439?iso=no" target="_blank" rel="noopener noreferrer">15 November 2026.&zwnj;</a></em></p>
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<h2>Sharing Gifts</h2>
<p>So how about a counter-spell? Feichtner&rsquo;s uses the spell of the &ldquo;commons&rdquo;. The commons are not static objects, but a practice: people share a resource and set their own rules for managing it. What everyone uses belongs to no one alone. Owners turn into users, and private property becomes a common good. Abracadabra! For Feichtner, the commons and socialisation can &ldquo;show ways in which people can become terrestrial again, close resource cycles and organise provision so that it does not come at the expense of other living beings and communities&rdquo;. Becoming terrestrial again would be a nice exercise for the Silicon Valley aliens, either. And Berlin now has the chance to lead by example.</p>
<p>You may also recognise the &ldquo;commons&rdquo; from our own small print: we publish open access under a Creative Commons CC BY-SA licence. Ideas, too, are common goods. They connect us in an invisible network across time and space. They are gifts. And the beauty of ideas is that, unlike affordable housing, big cities don&rsquo;t make them scarce. If anything, they tend to sprout wild there &ndash; much like they do here in Berlin-Neuk&ouml;lln. So may I use this occasion? Thank you for reading and sharing our work, for challenging us, for writing down your ideas and publishing them here, and for supporting our little <em>gift economy</em> with your donation. After all, ideas need fertile soil to grow, too.</p>
<p><strong>*</strong></p>
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<h2>Editor&rsquo;s Pick</h2>
<p>by JANA TRAPP</p>
<div><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-106942-2" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-300x169.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-150x85.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-200x113.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-300x169.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-400x225.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-600x338.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b.png 710w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-150x85.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-200x113.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-300x169.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-400x225.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b-600x338.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/10/Only-murders-in-the-b.png 710w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><p>Copyright: 2021&ndash;2026 20th Television / Hulu / Disney</p></div>
<p>As a criminal lawyer, I approach TV screen murders with a strong sense of professional rigor &ndash; after years of studying I can&rsquo;t help myself and roll eyes at dramatic forensic work and ludicrous investigative approaches. Turns out, there is another way: enter Only Murders in the Building. When a resident of the historic Arconia on New York&rsquo;s Upper West Side turns up dead, the police write it off as suicide. Three fellow tenants smell a murder: Charles (Steve Martin), a former TV detective who is closer to his signature role than to actual people; Oliver (Martin Short), a broke Broadway director with a big ego and an even bigger coat; and Mabel (Selena Gomez), a millennial who knows exactly what she wants. Without further ado, they start their own true-crime podcast to crack the case live on air. As the trio stumbles their way through breaking-and-entering and evidence destruction, a compelling mystery unfolds, laced with fine dark comedy. A crime series for anyone who finds murder intriguing, procedural blunders forgivable, and their neighbors thoroughly suspicious</p>
<p><strong>*</strong></p>
<h2>The Week on Verfassungsblog</h2>
<p>summarised by EVA MARIA BREDLER</p>
<p>Schools in France stayed closed today, as everyone took to the streets. For days, pupils across the country have been protesting against the government&rsquo;s austerity politics: railing against understaffing, badly ventilated classrooms and bleak prospects. Many teachers have since joined them, not least because of the at times brutal police response. Scenes like these are hard to imagine in Germany. Clearly, our political cultures have diverged here.</p>
<p>And the differences don&rsquo;t stop there. France takes a different approach to resilience, too. Germany and <strong>France</strong> both shield their institutions against an authoritarian-populist takeover, but they guard against different threats, as <a href="https://verfassungsblog.de/resilienz-hier-und-dort/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ARNE P. WEGNER</a> (GER) observes: &lsquo;The Fifth Republic fears a grab for power from the top; the Basic Law fears paralysis at its many joints.&rdquo;</p>
<p>Few people think of <strong>audit offices</strong> when they picture an authoritarian-populist takeover. Yet these are precisely the institutions that can expose the unlawful diversion of public funds. <a href="https://verfassungsblog.de/landesrechnungshof-afd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">JAKOB WEICKERT</a> (GER) shows why knowing your way around a budget makes a democracy more resilient.</p>
<p>Knowing what is in people&rsquo;s individual household budgets, on the other hand, can make a democracy less resilient. <strong>Schufa</strong>, Germany&rsquo;s leading credit agency, holds data on 68 million people and rates their creditworthiness in a process that is hard to see through. <a href="https://verfassungsblog.de/der-ineffektivitatsgrundsatz-in-der-deutschen-schufa-rechtsprechung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">RUTH JANAL</a> (GER) analyses how a pending judgment by the Federal Court of Justice could shed some light on it.</p>
<p>Saxony seems to be relying on opacity as well. While politicians in Saxony-Anhalt are calling for separate classes for refugee children, Saxony is quietly creating special rules for unaccompanied minors through administrative regulations, which it now wants to make permanent. But <strong>child and youth welfare law</strong> prohibits discriminating against young refugees, as <a href="https://verfassungsblog.de/sonderrecht-jugendhilfe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">HANNAH FRANKE, SALOMON GEHRING and ULRIKE VON W&Ouml;LFEL</a> (GER) explain.</p>
<p>++++++++++<em>Advertisement++++</em>++++++++</p>
<p><a href="https://verfassungsblog.de/sa-mv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-300x164.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-150x82.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-200x109.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-300x164.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-400x218.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-600x327.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-800x436.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1024x559.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1200x655.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1536x838.png 1536w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-150x82.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-200x109.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-300x164.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-400x218.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-600x327.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-800x436.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1024x559.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1200x655.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/SAMV-Editorial-Werbung-1-1536x838.png 1536w" sizes="(max-width: 342px) 100vw, 342px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></p>
<p><em><strong>Autorit&auml;re Populist*innen mit staatlichen Machtmitteln, gar in einer Landesregierung?</strong> </em></p>
<p><em>Dieses Szenario k&ouml;nnte nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Realit&auml;t werden und bereitet vielen Menschen vor Ort, in der ganzen Republik und dar&uuml;ber hinaus berechtigte Sorgen.</em></p>
<p><em><strong>Was kommt da auf uns zu?</strong></em></p>
<p><em>Der Verfassungsblog b&uuml;ndelt dazu Expert:innenwissen, damit es parat steht, wenn es gebraucht wird. </em><em>Lesen Sie <strong><a href="https://verfassungsblog.de/sa-mv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a></strong> die Beitr&auml;ge in <strong>unserem Spotlight</strong>.</em></p>
<p>++++++++++++++++++++++++++++</p>
<p><strong>Italy</strong> is going a step further. Giorgia Meloni has announced a 30 per cent cap on foreign pupils per class. <a href="https://verfassungsblog.de/italys-ghetto-classrooms/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">PIETRO FARAGUNA</a> (ENG) sees a lesson on the shortcomings of Italian citizenship law and questions what Meloni is really after.</p>
<p>Questionable motives were also behind a European Citizens&rsquo; Initiative. With their &ldquo;<strong>Save Europe Act</strong>&rdquo;, far-right populists wanted to &ldquo;take the message of remigration to Brussels&rdquo;. The European Commission has refused to register the initiative because it violates the values set out in Article 2 TEU &ndash; a historic first. <a href="https://verfassungsblog.de/save-europe-act/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">F&Eacute;LICIE REMLINGER</a> (ENG) explains why enforcing EU values is not always as clear-cut as it was here.</p>
<p>This time, the EU acted to save itself from the &ldquo;Save Europe Act&rdquo;. If it ever fails to do so, let&rsquo;s hope we discover our inner French.</p>
<div><span>+</span>*</div>
<p>That&rsquo;s it for this week. Take care and all the best!</p>
<p>Yours,</p>
<p>the Verfassungsblog Team</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>If you would like to receive the&nbsp;<strong>weekly editorial</strong> as an e-mail, you can subscribe&nbsp;<a href="https://verfassungsblog.de/newsletter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>.</em></p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/on-giving/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">On Giving</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-02T13:22:50+00:00</updated>
	<author><name>Eva Maria Bredler</name></author>
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		<updated>2026-10-02T13:22:50+00:00</updated>
		<title>Verfassungsblog</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-10-01:/299814</id>
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	<title type="html">Verborgenes Sonderrecht</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>&Uuml;ber die geforderten Sonderklassen f&uuml;r gefl&uuml;chtete Kinder in Sachsen-Anhalt wurde zuletzt vielfach b...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>&Uuml;ber die geforderten Sonderklassen f&uuml;r gefl&uuml;chtete Kinder in Sachsen-Anhalt wurde zuletzt vielfach berichtet, und sie stehen zu Recht in der Kritik (siehe zum Beispiel <a href="https://freiheitsrechte.org/uploads/publications/Demokratie/GFF_AfD-Gutachten.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="https://verfassungsblog.de/afd-migration-parteitag/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">hier</a>). Wenig bekannt ist dagegen, wie u.a. in Sachsen durch Verwaltungsvorschriften ein Sonderrecht f&uuml;r unbegleitete Minderj&auml;hrige in der Kinder- und Jugendhilfe eingef&uuml;hrt wird. Doch das Kinder- und Jugendhilferecht verbietet eine Schlechterstellung von gefl&uuml;chteten jungen Menschen.</p>
<h2>Eine anspruchsvolle Aufgabe</h2>
<p>Die Kinder- und Jugendhilfe ist gesamtgesellschaftlich und verfassungsrechtlich relevant. Das staatliche W&auml;chteramt (Art. 6 Abs. 2 S. 2 GG) verpflichtet den Staat, einzugreifen, wenn das Kindeswohl gef&auml;hrdet ist. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Kinder und Jugendliche ohne ihre Eltern(-teile) in Deutschland Schutz suchen. Ab Bekanntwerden ihres tats&auml;chlichen Aufenthalts in der Bundesrepublik ist es <a href="https://verfassungsblog.de/kinderrechte-und-die-geas-reform/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">weiterhin</a> in der Verantwortung der Jugend&auml;mter, die Kinder und Jugendlichen (vorl&auml;ufig) in Obhut zu nehmen (&sect;&sect; 42, 42a, 88a SGB VIII). In diesem Schutz- und Pr&uuml;frahmen gilt es gemeinsam mit den jungen Menschen zu entscheiden, wie sie <a href="https://www.tdh.de/fileadmin/user_upload/Verein/01_Informieren/Themen/Kinderrechte/260420_GEAS-Reform_Handreichung_Layout.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geeignet untergebracht, versorgt und vertreten werden</a>.</p>
<p>Die Arbeit mit den jungen Menschen findet jedoch nicht nur in &Auml;mtern, sondern auch in Jugendhilfeeinrichtungen statt. In der Regel leben die jungen Menschen w&auml;hrend der (vorl&auml;ufigen) Inobhutnahme und der daran anschlie&szlig;enden Hilfen zur Erziehung in station&auml;ren Hilfeformen &ndash; <a href="https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2025-N-1239?hl=true" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ggf. auch als junge Vollj&auml;hrige</a>. Die Arbeit in diesen Jugendhilfeeinrichtungen ist au&szlig;erordentlich anspruchsvoll: Die hier Besch&auml;ftigten m&uuml;ssen mit verschiedenen Institutionen kooperieren und f&uuml;r Schutz-, F&ouml;rder- und die oft vergessenen Beteiligungsrechte eintreten. Sie sind zumeist die ersten Ansprechpartner*innen f&uuml;r die jungen Menschen, die &ndash; neben alterstypischen Entwicklungsherausforderungen &ndash; mit verschiedenen komplexen beh&ouml;rdlichen und gerichtlichen Verfahren konfrontiert sind. Um sie darin zu begleiten, braucht es nicht nur fundierte Rechtskenntnisse, sondern umfangreiches Fachwissen. Viele der jungen Menschen m&uuml;ssen Gewalterfahrungen vor und w&auml;hrend der Flucht verarbeiten, sie vermissen und sorgen sich um ihre Familien, sie sind in den ersten Monaten auf Sprachmittlung angewiesen, m&uuml;ssen die deutsche Sprache lernen, ihren Weg in Schule, Ausbildung, Studium finden etc. Schlie&szlig;lich sind Fachkr&auml;fte in diesem Arbeitsfeld durch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GzUYse8OT3Q" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mandatskonflikte</a> zus&auml;tzlich herausgefordert. Erforderlich ist daher ein hohes Ma&szlig; an fachlicher Reflexionsf&auml;higkeit und eine gefestigte, menschenrechtsorientierte berufsethische Haltung, um sich einer ordnungspolitischen Vereinnahmung sozialer Arbeit zu widersetzen.</p>
<h2>Schlechterstellung durch abgesenkte Fachstandards</h2>
<p>Vor dem Hintergrund dieser nur grob umrissenen, vielf&auml;ltigen Anforderungen erstaunt es, dass keine darauf abgestimmten Fachstandards existieren. Das Gegenteil ist der Fall.</p>
<p>In Sachsen hat zun&auml;chst eine Verwaltungsvorschrift des s&auml;chsischen Sozialministeriums vom 8. Dezember 2022 die r&auml;umlichen und personellen Fachstandards f&uuml;r die Arbeit mit unbegleiteten Minderj&auml;hrigen abgesenkt (Verweis auf den nicht &ouml;ffentlichen Erlass in dem <a href="https://www.landesjugendamt.sachsen.de/download/Protokoll_11Sitzung_Landesjugendhilfeausschuss_08-12-2022.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisprotokoll</a> der 11. Sitzung des S&auml;chsLJHA am 8. Dezember 2022, S. 9). Diesem Beispiel folgten andere <a href="https://b-umf.de/p/neue-themenseite-zu-standardabsenkungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesl&auml;nder</a>. In Sachsen wurde die Absenkung mit dem bis heute g&uuml;ltigen (Vorsicht: es folgt ein widerspr&uuml;chliches Wortunget&uuml;m) <a href="https://b-umf.de/src/wp-content/uploads/2023/12/sms-erlass-kapazitaten-uma-11023-311225.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erlass zur Schaffung von Kapazit&auml;ten zur kindeswohlsichernden Unterbringung, Versorgung und Betreuung von unbegleiteten minderj&auml;hrigen Ausl&auml;ndern (umA) im Freistaat Sachsen</a>&nbsp;vom 28. September 2023 verl&auml;ngert. Der Erlass sieht u.a. vor, dass Jugendliche auf variabel aufstellbaren Betten n&auml;chtigen m&uuml;ssen &ndash; auch wenn dies nicht l&auml;nger als sechs Wochen dauern soll (S. 2). Er erm&ouml;glicht zudem eine 20-prozentige &Uuml;berbelegung genehmigter Einrichtungen und duldet die Inbetriebnahme von Einrichtungen vor der Sicherheitspr&uuml;fung des Personals (vgl. ebd.).&nbsp; Au&szlig;erdem wird der Begriff der Fachkr&auml;fte ausgeweitet: Der Erlass fasst alle Personen mit Berufs- und Studienabschl&uuml;ssen mit p&auml;dagogischem Schwerpunkt oder Lehrer*innen (vgl. ebd., S. 3) als Fachkr&auml;fte und akzeptiert auch Betreuungskr&auml;fte, die keine berufsqualifizierende Qualifikation ben&ouml;tigen, sondern nach &bdquo;Vorbildung und Erfahrung geeignet&ldquo; erscheinen (vgl. ebd.).</p>
<p>Begr&uuml;ndet wird die Absenkung der fachlichen Standards mit allgemeinpolitischen Erw&auml;gungen. Die Anzahl der jungen Menschen sei zu hoch, die Kapazit&auml;ten zu gering, das Geld zu knapp. F&uuml;r einen Buchhalter der &ouml;ffentlichen Hand allesamt interessante Aspekte &ndash; f&uuml;r die Kinder und Jugendlichen ohne Eltern(-teile) im Bundesgebiet nicht. Der Staat argumentiert, dass er seit Jahren wegen der Fluchtbewegungen ins Bundesgebiet &uuml;berfordert sei.&nbsp; Diese Argumentation mit einer angeblichen Notlage ist auch auf <a href="https://data.consilium.europa.eu/doc/document/CM-4127-2026-REV-1/de/pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">europ&auml;ischer Ebene</a> eines der Themen dieser Zeit. Doch diese Argumentation l&auml;sst sich <a href="https://verfassungsblog.de/der-mythos-von-der-notlage/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">mit guten Gr&uuml;nden</a> bezweifeln. Letztlich kommt es darauf aber nicht einmal an: Selbst wenn von einem Notstand ausgegangen w&uuml;rde, m&uuml;ssten auch im reformierten GEAS die <a href="https://b-umf.de/src/wp-content/uploads/2025/07/gutachten-geas-hruschka-nestler-2025.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schutz-, F&ouml;rder- und Beteiligungsrechte der UN-KRK</a> stets gew&auml;hrleistet werden. Und auch das SGB VIII kennt keine M&ouml;glichkeit zur Einschr&auml;nkung in Krisenzeiten. <a href="https://igfh.de/sites/default/files/2024-04/IGFH_Kinder-%20und%20Jugendhilfe%20in%20der%20Krise.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nerea Gonz&aacute;lez M&eacute;ndez de Vigo und Pauline Endres de Oliveira</a> haben schon 2024 dargelegt, dass der Krisenmodus nicht zur Normalit&auml;t werden darf &ndash; und pauschale Absenkungen gegen das SGB VIII versto&szlig;en. Die Rechtsordnung bietet schlicht keinen Anhaltspunkt f&uuml;r diese Schlechterstellung. Das SGB VIII fragt nicht nach Staatsangeh&ouml;rigkeit, Aufenthaltsstatus, Aufenthaltsdauer oder der (sogenannten) Bleibeperspektive.</p>
<h2>Unzul&auml;ssige Benachteiligung</h2>
<p>Die Schlechterbehandlung der in der Regel gefl&uuml;chteten Kinder und Jugendlichen ist ein Versto&szlig; gegen den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG. Aufenthaltsstatus und Staatsangeh&ouml;rigkeit sind im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe keine rechtlich zul&auml;ssigen Differenzierungskriterien. Mit anderen Worten: die Kinder- und Jugendhilfe ist ein weiterer Anwendungsfall des Diktums, dass die Menschenw&uuml;rde migrationspolitisch nicht zu relativieren ist (<a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2012/07/ls20120718_1bvl001010.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfG, Urteil vom 18. Juli 2012 &ndash; 1 BvL 10/10, Rn. 95</a>). Dass abgesenkte Leistungen f&uuml;r gefl&uuml;chtete Menschen nur zul&auml;ssig sind, wenn diese in transparenten Verfahren nachvollziehbar ermittelt wurden (ebd., Rn. 74), gilt auch f&uuml;r die Kinder- und Jugendhilfe.</p>
<p>Das Sonderrecht durch diese Verwaltungspraxis f&uuml;hrt schlie&szlig;lich dazu, dass die betroffenen jungen Menschen regelm&auml;&szlig;ig getrennt von anderen nicht-gefl&uuml;chteten Kindern und Jugendlichen untergebracht sind. Sie werden dabei gegen&uuml;ber anderen jungen Menschen klar benachteiligt. Denn die Fachstandards sind nicht auf die individuellen Unterst&uuml;tzungsbedarfe einer besonders vulnerablen Gruppe abgestimmt und dementsprechend besonders hoch &ndash; sondern sogar abgesenkt. &nbsp;Eine solche Separierung erschwert zudem offensichtlich &ndash; <a href="https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/vorbereitungsklassen-oder-regelklassen-juliane-karkayali-wie-die-integration-gefluechteter-kinder-gelingen-kann/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie auch in der Schule</a> &ndash; den Spracherwerb und die geforderte Integration.</p>
<h2>Sonderrecht soll zum Standard werden</h2>
<p>Die Verwaltungsvorschrift (&bdquo;Erlass&ldquo;) zeigte in Sachsen Wirkung: 41 Einrichtungen haben seitdem die Fachstandards abgesenkt. Das betrifft mehr als 500 Kinder und Jugendliche (vgl. <a href="https://www.landesjugendamt.sachsen.de/download/Protokoll-2Sitzung-Landesjugendhilfeausschuss-21-03-2025.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisprotokoll</a> der 1. Sitzung des S&auml;chsLJHA am 21. M&auml;rz 2025, S. 13). Ende 2026 verliert der Erlass zwar seine G&uuml;ltigkeit. Eine R&uuml;ckkehr zum Normalfall des SGB VIII soll es aber zumindest in Sachsen nicht geben. Stattdessen will Sachsen die hier problematisierten Zust&auml;nde verstetigen.</p>
<p>So hie&szlig; es k&uuml;rzlich im s&auml;chsischen Landesjugendhilfeausschuss, es habe sich gezeigt, dass &bdquo;der Erlass ein erprobtes Mittel in Krisensituationen sei, auf den schnell zur&uuml;ckgegriffen werden k&ouml;nne. Er soll angepasst werden auf eine Art Notfallinstrument.&ldquo; (ebd., S.14). &nbsp;Bekanntlich fehlt dem Freistaat die Gesetzgebungskompetenz f&uuml;r eine &Auml;nderung des SGB VIII (Art. 72 Abs. 1, Abs. 2 GG, Art. 74 Abs. 1 Nr. 7 GG). Die &Auml;nderungen erfolgen stattdessen erneut im Wege einer Verwaltungsvorschrift. Der Erlass aus 2023 soll in die Verwaltungsvorschrift zur Erlangung einer Betriebserlaubnis f&uuml;r Jugendhilfeeinrichtungen (VwVErlJugHiE) &uuml;berf&uuml;hrt werden (vgl. <a href="https://www.landesjugendamt.sachsen.de/download/Protokoll-2Sitzung-Landesjugendhilfeausschuss-21-03-2025.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisprotokoll</a> der 1. Sitzung des S&auml;chsLJHA am 21. M&auml;rz 2025, S. 14). Die genannten Defizite bleiben &ndash; nun aber ohne Befristung. Immerhin sollen von den abgesenkten Standards Einrichtungen ausgenommen werden, in denen junge Menschen in Wohngruppen nach &sect; 34 SGB VIII im Anschluss an die Unterbringung w&auml;hrend der Inobhutnahme leben (vgl. ebd.). In Einrichtungen, in denen sie w&auml;hrend der (vorl&auml;ufigen) Inobhutnahme (&sect;&sect; 42, 42a SGB VIII) bestenfalls nicht nur untergebracht werden, sondern in denen professionell mit ihnen gearbeitet werden muss, sollen hingegen auch weiterhin abgesenkte Fachstandards gelten k&ouml;nnen. Das ist fatal, denn vor allem zu Beginn ihres Aufenthaltes ist es essenziell, sie vor <a href="https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/durchs-raster-gefallen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausbeutung und Menschenhandel</a>zu sch&uuml;tzen. In diesen Einrichtungen braucht es demnach besonders hohe Fachstandards. Zudem werden gerade in den ersten Monaten in Deutschland gemeinsam mit den jungen Menschen Entscheidungen getroffen, die f&uuml;r ihr weiteres Leben wegweisend sind.</p>
<h2>Das SGB VIII &bdquo;anpacken&ldquo;</h2>
<p>Im s&auml;chsischen Landesjugendhilfeausschuss kam au&szlig;erdem zur Sprache, dass &bdquo;bei den Bund-L&auml;nder-Arbeitsgruppen das Vorhaben [laufe,] an den Bund heranzutreten, mit einem Pr&uuml;fauftrag das SGB VIII &sbquo;anzupacken<i><span lang="DE">&lsquo;</span></i>&ldquo; (<a href="https://www.landesjugendamt.sachsen.de/download/Protokoll-2Sitzung-Landesjugendhilfeausschuss-21-03-2025.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisprotokoll</a> der 1. Sitzung des S&auml;chsLJHA am 21. M&auml;rz 2025, S. 14). Der Vorsto&szlig; findet sich auch in dem <a href="https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/doc/paritaetischer_drohender-kahlschlag-2026.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dokument</a> eines Arbeitstreffens aus M&auml;rz 2026 wieder. Unter dem Titel &bdquo;Austausch: Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen&ldquo; l&auml;sst sich der Vorschlag aus Sachsen nachlesen, &bdquo;Sonderregelungen zur Versorgung, Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderj&auml;hriger Ausl&auml;nder (umA)&ldquo; einzuf&uuml;hren (Vorschlag 6.b., S. 15).</p>
<p>Immerhin: Der <a href="https://dserver.bundestag.de/brd/2026/0441-26.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetzesentwurf</a> der Bundesregierung zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe vom 14. August 2026 greift dieses Vorhaben nicht auf, obwohl im Zentrum der Reform nunmehr Einsparungen in Milliardenh&ouml;he stehen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass eine der vorgesehenen Regelungen auf personelle Fachstandards in Jugendhilfeeinrichtungen eingeht. Diese k&ouml;nnten Beh&ouml;rden zuk&uuml;nftig in den Mindestkriterien &bdquo;flexibel festlegen&ldquo; (BR-Drs.441726, S. 36). Jedoch stellt die Begr&uuml;ndung klar: Je anspruchsvoller die betreffenden Aufgaben in den Einrichtungen, umso h&ouml;here Anforderungen seien an die jeweilige Qualifikation des hierf&uuml;r zust&auml;ndigen Personals zu stellen und umgekehrt (vgl. ebd.).</p>
<h2>Kaum Rechtsschutz gegen Sonderrecht</h2>
<p>Wie anspruchsvoll die Aufgaben in dem Arbeitsfeld sind, zeigt sich daran, dass unbegleitete Minderj&auml;hrige schlie&szlig;lich auch oft dabei unterst&uuml;tzt werden m&uuml;ssen, <a href="https://b-umf.de/p/harun-o-s-geschichte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rechtsschutz zu suchen</a>. Sie sind auf professionelle Unterst&uuml;tzung und in der Regel (mit Ausnahme des &sect; 36 SGB I) auf ihre gesetzlichen Vertreter*innen angewiesen. In Rechtsschutzf&auml;llen zeigt sich auch, aus welchem Grund organisatorisch, funktional und personell getrennte Vertretungsstrukturen im Jugendamt (&sect; 55 Abs. 5 SGB VIII) erforderlich sind und welche Vorteile Vereins- und Berufsvormundschaften sowie ehrenamtliche Vormundschaften (&sect; 1774 BGB) bieten. Denn die Interessen des Kindes sind auch gegen&uuml;ber Beh&ouml;rden wie den Jugend&auml;mtern durchzusetzen.</p>
<p>Lichtblick sind hier die seit 2021 bundesweit eingef&uuml;hrten Ombudsstellen als unabh&auml;ngige Beschwerde- und &Uuml;berpr&uuml;fungsstellen nach &sect;&nbsp;9a&nbsp;SGB&nbsp;VIII, die <a href="https://www.landesjugendamt.sachsen.de/download/Interessenbekundungsverfahren-Ombudssstellen.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sachsen</a> nunmehr ausbauen will. Doch gegen Verwaltungsvorschriften &ndash; wie die hier thematisierten Erlasse &ndash; ist Rechtsschutz besonders schwer zu verwirklichen. Denn Verwaltungsvorschriften sind beh&ouml;rdliches Innenrecht ohne Au&szlig;enwirkung. Effektiver Rechtsschutz leidet au&szlig;erdem daran, dass Verwaltungsvorschriften ggf. noch nicht einmal &ouml;ffentlich zug&auml;nglich sein m&uuml;ssen (Detterbeck, Allgemeines Verwaltungsrecht, 23. Auflage, Rn. 866 mwN). So umgehen die L&auml;nder, fernab der &ouml;ffentlichen Aufmerksamkeit, das SGB VIII und schaffen ein verborgenes Sonderrecht f&uuml;r gefl&uuml;chtete Kinder und Jugendliche. Dies widerspricht dem, was die Bundesregierung in ihrem <a href="https://dserver.bundestag.de/brd/2026/0441-26.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetzesentwurf</a> zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe zuletzt noch einmal ausdr&uuml;cklich bekr&auml;ftigt hat: Die Kinder- und Jugendhilfe richtet sich an alle jungen Menschen.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/sonderrecht-jugendhilfe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verborgenes Sonderrecht</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-10-01T12:09:03+00:00</updated>
	<author><name>Hannah Franke</name></author>
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	<title type="html">Meldepflichten für psychisch Kranke und blinde Flecken des Rechts</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>von JOHANN SEIDEL Im Mai&nbsp;2025 stach eine psychisch kranke Frau am Hamburger Hauptbahnhof wahllo...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>von JOHANN SEIDEL Im Mai&nbsp;2025 stach eine psychisch kranke Frau am Hamburger Hauptbahnhof wahllos auf Passanten ein; einige verletzte sie schwer. Diese und &auml;hnliche Taten veranlassten das Land Hessen dazu, sein Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz zu novellieren; genauer: Meldepflichten f&uuml;r psychisch Kranke auszuweiten. Von Beginn an wurde dieses Vorhaben vonseiten unterschiedlicher Interessenverb&auml;nde kritisiert. Obwohl drei der wesentlichen Kritikpunkte...</p>]]></content>
	<updated>2026-10-01T06:35:58+00:00</updated>
	<author><name>Gastautor</name></author>
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	<title type="html">Kein Geld im Dunkeln</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Wahlversprechen wie die der <a href="https://afd-regierungsprogramm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AfD in Sachsen-Anhalt</a> &ndash; eine neue <a href="https://table.media/assets/berlin/26_07_12_afd_100_tage.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Imagekampagne mit nationalistischem Slogan</a>, ein Lehrstuhl f&uuml;r &bdquo;Bev&ouml;lkerungswissenschaften&ldquo;, &bdquo;Forschungsinstitute&ldquo; f&uuml;r &bdquo;Klimarettungsfolgen&ldquo; sowie &bdquo;kritische Islamwissenschaft&ldquo; &ndash; sind Teil ihrer politischen Neugestaltung des gesellschaftlichen Raumes. Wollen autorit&auml;re Populisten sie umsetzen, m&uuml;ssen sie <a href="https://verfassungsblog.de/uber-geld-muss-man-reden/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">finanziert werden</a>. Umgekehrt kann eine Landesregierung auch den Entzug von Finanzen f&uuml;r ihre politischen Ziele instrumentalisieren, etwa, um die Unabh&auml;ngigkeit der Justiz anzugreifen (<a href="https://verfassungsblog.de/justiz-projekt/buch" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Weickert, S. 249 ff.</a>).</p>
<p>Der Blick ins Ausland zeigt, dass es autorit&auml;r-populistische Parteien dabei mit Grundrechten, einem fairen politischen Wettbewerb und m&ouml;glichen haushaltsrechtlichen Bindungen nicht immer so genau nehmen. Doch wie w&auml;re es in Deutschland, sollte eine m&ouml;gliche autorit&auml;r-populistische Landesregierung gegen die Regeln demokratischer Haushaltswirtschaft versto&szlig;en? Um diese Verst&ouml;&szlig;e politisch wie rechtlich aufzuarbeiten, m&uuml;ssten sie zun&auml;chst bekannt werden. In diesem Bereich Licht ins Dunkel zu bringen, ist die wichtige Aufgabe des Rechnungshofs als staatliche <a href="https://harvardlawreview.org/blog/2019/08/knowledge-institutions-in-constitutional-democracies-of-objectivity-and-decentralization/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissensinstitution</a>. Wie das aussehen k&ouml;nnte, l&auml;sst sich durch eine Szenarioanalyse zeigen.</p>
<h2>Von Balls&auml;len, Thinktanks und &Uuml;berwachungssoftware</h2>
<p>Zwar kann man mithilfe von Szenarien nicht vorhersagen, was eine <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/fokus-ostdeutschland-2024/551117/was-waere-wenn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">autorit&auml;r-populistische Landesregierung</a> genau tun wird (<a href="https://verfassungsblog.de/book/das-justiz-projekt-verwundbarkeit-und-resilienz-der-dritten-gewalt/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Hanelt/Zillessen</a>, S. 32 ff.). Eingebettet in einen internationalen Rechtsvergleich kann man mit ihnen aber m&ouml;gliche k&uuml;nftige Ma&szlig;nahmen einer solchen Regierung n&auml;her beleuchten und so Spielr&auml;ume und Kontrollm&ouml;glichkeiten identifizieren.</p>
<p>Dass gesetzliche wie praktische Spielr&auml;ume genutzt und &uuml;berdehnt werden, sehen wir im Ausland. Um wahrscheinlich rechtswidrig<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2026/apr/30/trump-white-house-ballroom-bunker" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einen Ballsaal</a> anstelle des ehemaligen Ostfl&uuml;gels des Wei&szlig;en Hauses zu errichten, <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/jun/18/trump-secret-service-white-house-ballroom" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nutzte die Trump-Regierung</a> Gelder aus dem <a href="https://www.congress.gov/119/plaws/publ21/PLAW-119publ21.pdf#&amp;_intcmp=fnc_politics_article_main-content_article-body_6_2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haushaltsplan f&uuml;r den Personenschutz des Pr&auml;sidenten</a>. Dabei &uuml;berdehnte die Haushaltsverwaltungsbeh&ouml;rde (<em>Office of Management and Budget</em>, OMB) eine Ausgabegenehmigung, die eigentlich auf die Ausstattung und Bezahlung des Personenschutzes beschr&auml;nkt war (SEC. 100057). Die OMB war darauf angewiesen, da eine direkte Finanzierung &uuml;ber einen <a href="https://www.congress.gov/congressional-record/volume-172/issue-85/senate-section/article/S2347-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigenen Haushaltstitel</a> <a href="https://www.theguardian.com/us-news/2026/jun/03/white-house-ballroom-funding-republicans" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im parlamentarischen Prozess gescheitert war</a>.</p>
<p>Regierungen k&ouml;nnen eine nicht ordnungsgem&auml;&szlig;e Haushaltsf&uuml;hrung auch nutzen, um potenziell kontroverse Beschaffungen zu verstecken. Als die PiS-gef&uuml;hrte Regierung die <a href="https://www.politico.eu/article/former-polish-justice-minister-zbigniew-ziobro-stripped-of-immunity-to-face-charges-pis-pegasus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&Uuml;berwachungssoftware Pegasus kaufte</a>, tat sie dies nicht mit Mitteln, die direkt im Haushalt beim Zentralen Antikorruptionsb&uuml;ro budgetiert waren. Stattdessen nutzte sie Geld aus dem sogenannten Gerechtigkeitsfonds, einer Art Sonderverm&ouml;gen, das sich neben Haushaltsmitteln auch aus Strafzahlungen in Gerichtsverfahren speist. Eigentlich sollen diese Mittel <a href="https://www.funduszsprawiedliwosci.gov.pl/pl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Opferentsch&auml;digungen und Wiedereingliederungshilfen</a> nach Haftstrafen finanzieren.</p>
<p>2017 erweiterte die Regierung die Zwecke des Fonds so, dass auch allgemeine Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung von Verbrechensursachen darunterfallen konnten (<a href="https://sip.lex.pl/akty-prawne/dzu-dziennik-ustaw/kodeks-karny-wykonawczy-16798687/art-43" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art. 43 &sect; 8 Nr. 4 des Strafvollzugsgesetzes</a>). Unter diesem weiten Titel wurde der Kauf von Pegasus verbucht. F&uuml;r diese Buchungen und die Vergabe &auml;nderte das Justizministerium zus&auml;tzlich die Bewirtschaftungsregeln des Fonds mit einer Verordnung (<a href="https://isap.sejm.gov.pl/isap.nsf/download.xsp/WDU20170001760/O/D20171760.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ordinance vom 13. September 2017, &sect; 11</a>). Die neuen Regeln erlaubten nun eine direkte Vergabe der Mittel durch den Minister selbst und umgingen dabei den gesetzlich vorgeschriebenen Vergabeprozess. Die PiS-Regierung nutzte diese Software anschlie&szlig;end auch, um den <a href="https://www.spiegel.de/ausland/polen-pis-regierung-setzte-israelische-spionagesoftware-pegasus-wohl-hundertfach-ein-a-cc6953d8-0e92-4291-aa76-15484f9ea12b" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkampfmanager der damaligen Opposition zu &uuml;berwachen</a>.</p>
<p>Weniger drastisch, aber ebenso wirksam kann die gezielte politische F&ouml;rderung der Zivilgesellschaft sein. Unter Viktor Orb&aacute;n flossen &uuml;ber <a href="https://www.nytimes.com/2021/06/28/world/europe/hungary-orban-university.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Milliarde Dollar</a> an <a href="https://hungarianobserver.substack.com/p/is-the-international-arm-of-orbanism" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thinktanks und Stiftungen</a>, die ihm und seiner Partei politisch wie organisatorisch nahestanden. So lie&szlig; sich der &ouml;ffentliche Diskurs mit starken Akteuren auf der eigenen Seite beeinflussen.</p>
<h2>Deckungskreise und unbestimmte Titel</h2>
<p>Auch das deutsche Haushaltsrecht erlaubt unter bestimmten Bedingungen, Geld flexibel auszugeben. Aus diesen Flexibilisierungsm&ouml;glichkeiten k&ouml;nnen sich (missbrauchsanf&auml;llige) Spielr&auml;ume ergeben, wie Beispiele anhand der Regelungen in Sachsen-Anhalt zeigen.</p>
<p>Unbestimmt formulierte Titel oder weite Deckungskreise (vgl. &sect; 10 Haushaltsgesetz 25/26 ST, &sect;&sect; 20, 46 LHO ST) k&ouml;nnen der exekutiven Haushaltsverwaltung gro&szlig;en Einfluss verschaffen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> Ein mit dem Haushaltsgesetz festgestellter Haushaltsplan, wie der f&uuml;r die Haushaltsjahre 2025 und 2026 in Sachsen-Anhalt, sieht in vielen Bereichen vor, dass verschiedene Titel zueinander deckungsf&auml;hig sind (vgl. &sect; 20 Abs. 2 LHO ST). So kann die Verwaltung Gelder, die bei einem Titel veranschlagt sind, auch unter einem anderen Titel ausgeben. Im normalen Betrieb helfen derartige Flexibilisierungen, <a href="https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bverfg-bundesverfassungsgericht-harbarth-koenig-ag-amtsgericht-bad-neuenahr-ahrweiler-besuch-flutkatastrophe" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ungeplante Kosten</a> auszugleichen und erm&ouml;glichen sinnvolle Entscheidungen (vgl. <a href="https://verfassungsblog.de/book/das-justiz-projekt-verwundbarkeit-und-resilienz-der-dritten-gewalt/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Weickert</a>, S. 260 ff.).</p>
<p>Auf der Kehrseite einer sachlich sinnvollen Flexibilisierung w&auml;re es technisch jedoch m&ouml;glich, Gelder zu verschieben. Sie k&ouml;nnten an einer Stelle gespart werden, um sie an anderer Stelle z.B. f&uuml;r ein besonderes Prestigeprojekt auszugeben, obwohl der Haushalt das so nicht explizit vorsieht. So k&ouml;nnte eine autorit&auml;r-populistische Landesregierung in bestimmten Bereichen das Parlament umgehen. Dar&uuml;ber hinaus ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Landesregierung die Bezeichnung bestimmter Titel &ndash; wie im Fall des polnischen Gerechtigkeitsfonds &ndash; schlicht &uuml;berdehnt und rechtswidrig auslegt. Gerade vor dem Hintergrund <a href="https://verfassungsblog.de/alle-da/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">unsicherer Mehrheiten</a> k&ouml;nnte sie auf diese Spielr&auml;ume zur&uuml;ckgreifen, wenn es ihr nicht gel&auml;nge, einen entsprechenden Ausgabeposten im Landeshaushalt unterzubringen.</p>
<p>Anders als bei Organisationen, <a href="https://verfassungsblog.de/gelbe-zuwendungsbriefe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">deren F&ouml;rderung abgelehnt</a> wurde, ist bei einer unrechtm&auml;&szlig;ig gezahlten Leistung (als Zuwendung oder Vergabe) unklar, wer diesbez&uuml;glich individuell beschwert w&auml;re, klagen k&ouml;nnte (&sect; 42 Abs. 2, 43 Abs. 1 2. HS VwGO) und dies auch <a href="https://verfassungsblog.de/demokratieforderung-top-down-zivilgesellschaft/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">t&auml;te</a>.</p>
<h2>Wissen und Finanzkontrolle</h2>
<p>So stellt sich vor allem die Frage nach Transparenz: Wer bekommt rechtswidrige Mittelumleitungen mit, verkn&uuml;pft diese Erkenntnisse und tr&auml;gt sie nach au&szlig;en? An dieser Stelle gibt es einen Wissensbedarf im demokratischen Staat, denn gerade dieses Wissen ist elementar f&uuml;r die demokratische Kontrolle staatlichen Handelns &ndash; durch die Bev&ouml;lkerung, aber auch durch die Gerichte (<a href="https://www.cjccl.ca/wp-content/uploads/2021/05/7-Jackson.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jackson, 2021 7 CJCCL</a>, S. 204).</p>
<p>Auch hier lohnt ein Blick nach Polen. Die Manipulationen am Gerechtigkeitsfonds blieben dort zun&auml;chst ohne gro&szlig;e Aufmerksamkeit; doch schon 2018 stellte das oberste Rechnungspr&uuml;fungsb&uuml;ro (<em>Najwy&#380;sza Izba Kontroli</em>, NIK)<a href="https://www.nik.gov.pl/aktualnosci/fundusz-pomocy-pokrzywdzonym.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Unregelm&auml;&szlig;igkeiten bei der Bewirtschaftung</a> des Fonds fest. <a href="https://www.nik.gov.pl/en/news/nik-on-how-justice-fund-s-beneficiaries-used-public-money.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sp&auml;tere Berichte</a> pr&uuml;ften detailliert die einzelnen Ausgaben des Fonds und <a href="https://www.nik.gov.pl/en/news/how-the-minister-of-justice-allocated-funds-to-assist-victims-the-justice-fund-under-scrutiny-by-the-supreme-audit-office-once-again.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisierten dessen Vergabepraxis</a>. 2021 initiierte der Pr&auml;sident des NIK eine <a href="https://www.nik.gov.pl/en/news/nik-about-the-justice-fund.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pr&uuml;fung der zugrunde liegenden Verordnung</a> des Justizministers vor dem Verfassungsgerichtshof.</p>
<h2>Rechnungsh&ouml;fe in Deutschland</h2>
<p>Auch in Deutschland kontrollieren Rechnungsh&ouml;fe die Haushaltsf&uuml;hrung auf Bundes- sowie auf Landesebene. Sie sollen &bdquo;die Rechnung sowie die Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit und die Wirtschaftlichkeit der Haushaltsf&uuml;hrung&ldquo; pr&uuml;fen (Art. 97 Abs. 2 Verf ST; vgl. Art. 114 Abs. 2 GG). Dabei sind die Rechnungsh&ouml;fe institutionell in der Verfassung verankert (Art. 98 Abs. 1 S. 1 Verf ST) und ihre Mitglieder genie&szlig;en richterliche Unabh&auml;ngigkeit (Art. 98 Abs. 2 Verf ST). In Sachsen-Anhalt wurde der Rechnungshof sogar bei der Parlamentsreform 2026 mit einer Regelung zur Amtsfortf&uuml;hrung des Pr&auml;sidenten im Falle einer blockierten Wahl ber&uuml;cksichtigt (<a href="https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp8/drs/d6653wge.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art. 1 Nr. 9</a>).</p>
<p>Die Pr&uuml;fung umfasst die gesamte Wirtschaftsf&uuml;hrung des jeweiligen Bundeslandes bzw. des Bundes (vgl. &sect; 41 Abs. 1 HGrG). Nach der Landeshaushaltsordnung pr&uuml;ft der Rechnungshof die Einhaltung des Haushaltsgesetzes und Haushaltsplans (&sect; 90 Nr. 1 LHO ST), Belege der Ausgaben (&sect; 90 Nr. 2 LHO ST) sowie die Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit (&sect; 90 Nr. 3 LHO ST) auch in Bezug auf den Personaleinsatz (&sect; 90 Nr. 4 LHO ST). Diese Regelung ist jedoch nicht abschlie&szlig;end.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Dar&uuml;ber hinaus kann eine Haushaltsf&uuml;hrung nur ordnungsgem&auml;&szlig; sein, wenn sie das gesamte geltende Recht einh&auml;lt &ndash; das kann der Landesrechnungshof umfassend kontrollieren.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> Zum geltenden Recht geh&ouml;ren dabei neben Regeln zur Vergabe im Besonderen die Landesverfassung, das Grundgesetz, Europarecht sowie v&ouml;lkerrechtliche Vertr&auml;ge. F&uuml;r seine Pr&uuml;ft&auml;tigkeit kann der Landesrechnungshof Informationen erheben, Sachverst&auml;ndige hinzuziehen (&sect; 94 LHO ST) und die Landesregierung zur Auskunft verpflichten (&sect; 95 LHO ST).</p>
<p>Um es einmal plastisch zu machen: Der Landesrechnungshof kann beispielsweise das Ermessen der Landesregierung bei der <a href="https://verfassungsblog.de/demokratieforderung-top-down-zivilgesellschaft/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Bewilligung von Zuwendungen</a> (vgl. &sect; 3 Haushaltsgesetz 25/26 ST, &sect;&sect; 44 i.V.m. 23 LHO ST) auf Ermessensfehler und Gleichbehandlung m&ouml;glicher weiterer Zuwendungsempf&auml;nger (Art. 3 Abs. 1 GG) &uuml;berpr&uuml;fen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> In der j&uuml;ngeren Vergangenheit <a href="https://www.berlin.de/rechnungshof/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung.1663943.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kontrollierte der Berliner Landesrechnungshof</a> so die Vergabe von F&ouml;rdermitteln durch die Senatsverwaltung f&uuml;r Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt, die ohne Auswahlverfahren erfolgte. Das Beispiel aus Berlin zeigt zudem, dass eine z&uuml;gige, sogenannte gegenwartsnahe Pr&uuml;fung bereits stattfinden kann, bevor Ma&szlig;nahme oder Zuwendung beendet ist.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Rechnungsh&ouml;fe als Wissensinstitutionen</h2>
<p>Diese Ergebnisse berichten die Rechnungsh&ouml;fe direkt an die Regierungen, L&auml;nderparlamente (Art. 97 Abs. 2 S. 2 Verf ST) bzw. den Bundestag (Art. 114 Abs. 2 S. 3 GG) und <a href="https://lrh.sachsen-anhalt.de/jahres-sonderberichte/aktuelle-berichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ver&ouml;ffentlichen</a> sie auch (vgl. &sect; 97 Abs. 5 BHO). Rechnungsh&ouml;fe sind daher auch als Wissensinstitutionen zu verstehen. Mit diesem Konzept beschreibt Vicki Jackson dauerhaft eingerichtete Organisationen, die unabh&auml;ngig und nach fachlichen, disziplingebundenen Standards Wissen schaffen und ver&ouml;ffentlichen (<a href="https://www.cjccl.ca/wp-content/uploads/2021/05/7-Jackson.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jackson</a>, S. 166 f.). Die Bedeutung und Aufgabe dieser Institutionen werden gerade in einem technisch komplexen Bereich wie der staatlichen Haushaltswirtschaft deutlich, da es Einzelnen schier unm&ouml;glich ist, nachzuvollziehen, wof&uuml;r und wie der Staat sein Geld ausgibt.</p>
<p>Die Abgeordneten im Haushaltsausschuss erhalten zwar periodisch sogenannte Abflusslisten von der Landesregierung, in denen alle Ausgaben zu den jeweiligen Titeln aufgelistet sind. Diese sind jedoch &auml;u&szlig;erst umfangreich und geben auch nur bedingten Aufschluss &uuml;ber die genaue Verwendung von Mitteln. Zudem k&ouml;nnte eine Landesregierung diese Listen &ndash; unabsichtlich oder gar mutwillig &ndash; erst <a href="https://www.zeit.de/news/2026-04/17/landesfinanzen-vorlaeufige-listen-fuer-abgeordnete-erstellt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verz&ouml;gert</a> bereitstellen. Somit sind auch die Abgeordneten auf die Pr&uuml;fkapazit&auml;ten und die Fachexpertise, kurzum das Wissen, das die Landesrechnungsh&ouml;fe schaffen, angewiesen. Das erkannte der Rechtsausschuss des Bundestags bereits 1969 (<a href="https://dserver.bundestag.de/btd/05/036/0503605zu.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BT-Drs. V/3605, S. 13</a>) in seinem Bericht zur <a href="https://bundesrechnungshof.de/ueber-uns/wer-wir-sind/tag-des-grundgesetzes" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heutigen Regelung der umfassenden Finanzkontrolle</a> in Art. 114 Abs. 2 S. 1 GG:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Eine sinnvolle Wahrnehmung des Budgetrechts erfordert die Kenntnis zahlreicher Daten, die der Bundestag ohne Mithilfe des Rechnungshofs nicht erlangen kann. Dar&uuml;ber hinaus ist das Parlament bei Aus&uuml;bung der Kontrolle &uuml;ber Regierung und Verwaltung in weitem Ma&szlig;e auf die Mithilfe des Rechnungshofs angewiesen.&ldquo;</p></blockquote>
<p>So erm&ouml;glicht der Rechnungshof die effektive Aus&uuml;bung parlamentarischer Kontrollrechte &ndash; auch f&uuml;r Oppositionsfraktionen mit kleinen Teams.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Gute Rechnungspr&uuml;fung, schlechte Rechnungspr&uuml;fung?</h2>
<p>Auch die AfD Sachsen-Anhalt erw&auml;hnt den Rechnungshof in ihrem <a href="https://afd-regierungsprogramm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlprogramm</a> und kritisiert: &bdquo;Zu oft h&auml;lt sich der Landesrechnungshof mit Bagatellen auf oder beanstandet Ausgaben, die nicht zu beanstanden sind [&hellip;]&ldquo;. Bei Wohlfahrtsverb&auml;nden, Sozialunternehmen und NGOs, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzen, will die AfD die Finanzkontrolle st&auml;rken &ndash; anderswo soll der Rechnungshof doch bitte nicht zu genau hinsehen. Dabei k&ouml;nnen Zuwendungsempfangende und Vertragspartner des Landes in der Sozialhilfe schon heute vom Landesrechnungshof <a href="https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/portal/vorgang/V-235271" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gepr&uuml;ft werden</a> (vgl. &sect; 91 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2, Abs. 4 LHO ST). Der Rechnungshof geht dabei jedoch gerade nicht nach der politischen Direktive einer gew&auml;hlten Landesregierung, sondern nach seinem fachbezogenen Ma&szlig;stab und Ermessen vor (&sect; 42 Abs. 3 HGrG, &sect; 89 Abs. 2 LHO ST). Er handelt in dieser Form also gerade als unabh&auml;ngige Wissensinstitution. Er ist als solche einer ergebnisoffenen, korrekten und nachvollziehbaren Evaluation und Suche nach der Wahrheit &uuml;ber die Haushaltsf&uuml;hrung verpflichtet (vgl. <a href="https://doi.org/10.1017/9781009373272.020" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jackson, in: Disinformation, Misinformation and Democracy</a>, S. 349). Diese auch rechtlich vorgegebenen Ma&szlig;st&auml;be bilden insoweit einen klaren Rahmen, gerade wenn die Inhalte der Pr&uuml;fung selbst von au&szlig;en politisiert werden sollten und der <a href="https://www.juwiss.de/44-2026/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorwurf fehlender Neutralit&auml;t</a> <a href="https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/plenum/wp8/107stzg.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erhoben</a> w&uuml;rde.</p>
<p>Denn eine unabh&auml;ngige Rechnungspr&uuml;fung kann selbst Ziel einer Delegitimierung und eines daran anschlie&szlig;enden institutionellen Angriffs werden. Schon 2017 sah sich das unabh&auml;ngige Rechnungspr&uuml;fungsb&uuml;ro des Kongresses (<a href="https://www.cbo.gov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Congressional Budget Office</em></a>) mit der Aussage des damaligen OMB-Direktors der Trump-Regierung, <a href="https://goodauthority.org/news/the-trump-administration-detests-the-congressional-budget-office-heres-why-its-important/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&bdquo;seine Zeit sei wahrscheinlich vorbei&ldquo;</a>, als Reaktion auf eine negativ ausgefallene Pr&uuml;fung konfrontiert. 2025 <a href="https://www.justsecurity.org/122832/should-inspectors-general-be-moved-to-the-legislative-branch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">entlie&szlig; die 2. Trump-Regierung 17 der innerbeh&ouml;rdlichen Pr&uuml;fungsbeamten</a> (<a href="https://www.oversight.gov/about/inspectors-general" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Inspectors General</em></a>), die ebenfalls f&uuml;r <a href="https://www.congress.gov/95/statute/STATUTE-92/STATUTE-92-Pg1101.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pr&uuml;fung und Kontrolle der Haushaltsbewirtschaftung zust&auml;ndig</a> sind. Gegen&uuml;ber solchen Eingriffen sch&uuml;tzen die richterliche Unabh&auml;ngigkeit der Mitglieder des Rechnungshofs und ihre institutionelle Verankerung; diese m&uuml;ssen dennoch gelebt und genutzt werden.</p>
<h2>Haushaltswissen ist Resilienz</h2>
<p>Gerade das Wissen &uuml;ber die Falschverwendung machte es in Polen m&ouml;glich, ein Verfahren vor dem Verfassungsgerichtshof einzuleiten. Genauso zentral war dieses Wissen daf&uuml;r, &uuml;berhaupt eine <a href="https://www.politico.eu/article/marian-banas-poland-takes-on-law-and-justice-government/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&ouml;ffentliche Auseinandersetzung &uuml;ber dieses Regierungshandeln</a> auszul&ouml;sen. Im Rahmen des deutschen Beamtenrechts k&ouml;nnte in einer Feststellung durch den Landesrechnungshof auch eine wichtige Wissensgrundlage f&uuml;r m&ouml;gliche individuelle <a href="https://verfassungsblog.de/remonstration-zuruckweisungen-grenze/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Remonstrationen</a> liegen.</p>
<p>Ansonsten gilt hier wie so oft, dass am Ende die Menschen, innerhalb wie au&szlig;erhalb der staatlichen Institutionen, gefragt sind. Sie m&uuml;ssen das Haushaltswissen als Resilienzfaktor in rechtlichen, praktischen und politischen Druck &uuml;bersetzen, um damit autorit&auml;ren Strategien entgegenzutreten.</p>
<p><em>Ich danke Franciszek D&#261;browa f&uuml;r &auml;u&szlig;erst aufschlussreiche Gespr&auml;che zum polnischen Gerechtigkeitsfonds und Vincent K&uuml;hler f&uuml;r wertvolle Anmerkungen zu diesem Text.</em></p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>So die abweichende Meinung in: Supreme Court of the United States <a href="https://www.supremecourt.gov/opinions/25pdf/26a203_2b8e.pdf?ref=readtangle.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NATIONAL PARK SERVICE, ET AL. v. NATIONAL TRUST FOR HISTORIC PRESERVATION IN THE UNITED STATES</a>, w&auml;hrend die Mehrheitsentscheidung diese Frage offenlie&szlig;.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>Kritisch: Kirchhof in: Isensee/Kirchhof (Hrsg.), Handbuch des Staatsrechts, 3. Aufl. 2007, &sect; 99 Mittel staatlichen Handelns Rn. 103.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Vgl. Ellermann, Heuer/Scheller, Kommentar zum Haushaltsrecht 71. Erg&auml;nzungslieferung, 2019, &sect; 90 BHO, Rn. 1.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>Engels, Bonner Kommentar 147. Aktualisierung, 2010, Art. 114 GG, Rn. 247; vgl. auch BVerfGE 20, 56 (96).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>Dietrich, Bundeshaushaltsordnung, 67. Lieferung 2024, &sect; 44 BHO, Rn. 2.4 f.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>Reus/M&uuml;hlhausen, Haushaltsrecht in Bund und L&auml;ndern, 2014, S. 184 f.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>Vielen Dank an Olaf Meister f&uuml;r Einblicke in praktische parlamentarische Haushaltskontrolle in Sachsen-Anhalt.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/landesrechnungshof-afd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Kein Geld im Dunkeln</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-30T13:17:35+00:00</updated>
	<author><name>Jakob Weickert</name></author>
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	<title type="html">Closing the Russian House: Domestic and International Legal Bases</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>by MANO&Euml;L JOHR On 1 September the German foreign minister announced its intention of &ldquo;terminating the lease for the Russian House in Berlin&rdquo;, a cultural institution operated by the Russian Federation, in reaction to drone incidents of 4 August on German territory attributed to Russia. Other blogposts have analysed the problems of terminating the underlying...</p>]]></content>
	<updated>2026-09-30T06:44:32+00:00</updated>
	<author><name>Gastautor</name></author>
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		<title>Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht e.V.</title></source>

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	<title type="html">Der Ineffektivitätsgrundsatz in der deutschen Schufa-Rechtsprechung</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Der BGH wird am 21. Oktober 2026 seine Entscheidung in vier Verfahren &uuml;ber die Frage verk&uuml;nden, ob und ggf. in welchem Umfang die Wirtschaftsauskunftei Schufa betroffenen Personen Auskunft &uuml;ber die Entstehung des Schufa-Scores erteilen muss. In drei zentralen Urteilen aus den Jahren 2023 und 2025 hatte der EuGH der Datenverarbeitung durch private Wirtschaftsauskunfteien Grenzen gesetzt und die Auskunftsrechte betroffener Personen gest&auml;rkt. Bei den deutschen Zivilgerichten herrscht seit Erlass dieser Entscheidungen allerdings &uuml;berwiegend <em>business as usual</em>: Die Rechtsprechung des EuGH wird nicht als Impuls verstanden, die eigene Rechtsauffassung zum Bonit&auml;ts-Scoring zu &uuml;berdenken (und z.B. einen Blick ins Nachbarland Frankreich zu werfen, in dem private Auskunfteien &uuml;ber Verbraucher:innen keine Daten sammeln d&uuml;rfen<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span>). Vielmehr wird mit neuen Argumentationsmustern an der bisherigen Rechtsprechung festgehalten. Damit werden die deutschen Zivilgerichte ihrer Aufgabe, die Effektivit&auml;t des Unionsrechts sicherzustellen, nicht gerecht.</p>
<h2><strong>Ausgangslage</strong></h2>
<p>Die Wirtschaftsauskunftei Schufa speichert laut eigenen Aussagen Positiv- wie Negativdaten von 68 Millionen Personen, um auf Basis dieser Daten den sog. Schufa-Score (in verschiedenen Varianten) zu errechnen. Die gespeicherten Daten und der Score werden auf Anfrage den ca. 10.000 Vertragspartnern der Schufa zur Verf&uuml;gung gestellt, um das Ausfallrisiko einer Forderung abzusch&auml;tzen. Die Bestimmung des Schufa-Scores hat der BGH im Jahr 2014 als Gesch&auml;ftsgeheimnis eingestuft; ein datenschutzrechtlicher Auskunftsanspruch der betroffenen Personen &uuml;ber die Bestimmung des Scores bestehe nicht.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> Die langj&auml;hrige Schufa-freundliche deutsche Rechtsprechung wird durch drei EuGH-Entscheidungen aus den Jahren 2023 und 2025 in Frage gestellt.</p>
<h2><strong>Die Entscheidungen des EuGH zum Thema Bonit&auml;ts-Scoring</strong></h2>
<p>In der Entscheidung <em>Schufa Holding (Restschuldbefreiung)</em> hat der EuGH zun&auml;chst erl&auml;utert, dass die Datenspeicherung durch Wirtschaftsauskunfteien auf Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO gest&uuml;tzt werden und damit rechtm&auml;&szlig;ig sein kann, wenn eine Interessenabw&auml;gung f&uuml;r die Datenverarbeitung spricht.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Gleichzeitig hat der Gerichtshof das Rehabilitationsinteresse der betroffenen Personen nach einer Restschuldbefreiung anerkannt und die Dauer der Speicherung durch Auskunfteien auf die gesetzlich vorgesehene Speicherfrist f&uuml;r das &ouml;ffentliche Insolvenzregister beschr&auml;nkt. Ob Auskunfteien &uuml;berhaupt ein &uuml;berwiegendes Interesse an der eigenst&auml;ndigen Speicherung personenbezogener Daten haben, die jederzeit aus einem &ouml;ffentlichen Register abgerufen werden k&ouml;nnen, hat der EuGH offengelassen.</p>
<p>Im Fall <em>Schufa Holding (Scoring) </em>hatte der EuGH zu entscheiden, ob das Erstellen eines Bonit&auml;ts-Scores eine automatisierte Entscheidungsfindung i.S.d. Art. 22 DSGVO darstellt und somit grunds&auml;tzlich verboten ist.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> Der BGH hatte das Vorliegen einer automatisierten Entscheidungsfindung zuvor &nbsp;verneint,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> anders als das &ouml;sterreichische Bundesverwaltungsgericht.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> Quasi vermittelnd legte das VG Wiesbaden &nbsp;dem EuGH die Frage vor, ob die automatisierte Erstellung des Bonit&auml;ts-Scores jedenfalls dann eine Entscheidung i.S.d. Art. 22 DSGVO darstelle, wenn ein Dritter &bdquo;diesen Wert seiner Entscheidung &uuml;ber die Begr&uuml;ndung, Durchf&uuml;hrung oder Beendigung eines Vertragsverh&auml;ltnisses mit der betroffenen Person ma&szlig;geblich zugrunde legt&ldquo;. Der EuGH bejahte diese Frage.</p>
<p>Die Entscheidung <em>Dun &amp; Bradstreet Austria</em> hatte schlie&szlig;lich zum Gegenstand, in welchem Umfang eine Wirtschaftsauskunftei gem. Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO Auskunft &uuml;ber die bei einer Entscheidung nach Art. 22 DSGVO &bdquo;involvierte Logik&ldquo; zu erteilen hat.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span> Der Gerichtshof f&uuml;hrte hierzu aus, die Auskunft solle der betroffenen Person die wirksame Aus&uuml;bung ihrer Rechte nach Art. 22 Abs. 3 DSGVO erm&ouml;glichen (insbes. eine Darlegung des eigenen Standpunkts und die M&ouml;glichkeit zur Anfechtung). In pr&auml;ziser, transparenter, verst&auml;ndlicher und leicht zug&auml;nglicher Form seien Verfahren und Grunds&auml;tze offenzulegen, die bei der automatisierten Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten konkret angewandt wurden; ggf. im Wege kontrafaktischer Erkl&auml;rungen. Die Offenlegung des gesamten Algorithmus sei zwar nicht erforderlich, dessen Komplexit&auml;t und Einordnung als Gesch&auml;ftsgeheimnis entbinde aber nicht von der Erl&auml;uterungspflicht.</p>
<h2><strong>Die Reaktion der deutschen Zivilgerichte</strong></h2>
<p>Diese Rechtsprechung des EuGH steht in deutlichem Kontrast zu der zuvor in Deutschland vertretenen herrschenden Meinung. Die Reaktion der deutschen Zivilgerichte fiel entsprechend verhalten aus.</p>
<p><em>Datenspeicherung</em></p>
<p>Der BGH vertritt in Sachen Datenspeicherung durch die Schufa weiterhin eine liberale Haltung. Sowohl die Speicherung von Positivdaten &uuml;ber abgeschlossene Mobilfunkvertr&auml;ge<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> als auch die Speicherung von Daten &uuml;ber Zahlungsausf&auml;lle, die im amtlichen Schuldnerverzeichnis bereits gel&ouml;scht wurden,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span> sei zul&auml;ssig. Eine Orientierung an den L&ouml;schfristen f&uuml;r das amtliche Schuldnerverzeichnis gem. &sect; 882e III Nr. 1 ZPO und damit eine &Uuml;bertragung der Erw&auml;gungen des EuGH in der Entscheidung Schufa Holding (Restschuldbefreiung) lehnte der BGH ab. Dabei &uuml;berzeugt zwar das Argument des Senats, dass mit Blick auf das Rehabilitationsinteresse erhebliche Unterschiede zwischen der (stark grundrechtsbeeintr&auml;chtigenden) Information &uuml;ber eine erfolgte Restschuldbefreiung und der (weniger belastenden) Information &uuml;ber eine behobene Zahlungsst&ouml;rung bestehen. Die weiteren Ausf&uuml;hrungen des Senats sind aber wenig &uuml;berzeugend und lassen sich zugespitzt so zusammenfassen: Eine l&auml;ngere Speicherdauer durch Auskunfteien sei zul&auml;ssig, weil die Informationen privat erhoben sowie fr&uuml;her und umfassender gespeichert w&uuml;rden als im &ouml;ffentlichen Register.</p>
<p><em>Verbot der automatisierten Entscheidungsfindung </em></p>
<p>Was das Verbot der automatisierten Entscheidungsfindung betrifft, hat die Schufa im Nachgang zum Urteil <em>Schufa Holding (Scoring)</em> eine klare Kommunikationsstrategie verfolgt: Der Schufa-Score habe keine ma&szlig;gebliche Wirkung auf die Entscheidungsfindung der Schufa-Vertragspartner und werde somit vom Verbot des Art. 22 DSGVO nicht erfasst.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span>Diese Strategie ist vor den deutschen Zivilgerichten mehrheitlich aufgegangen. Nahezu durch die Bank hinweg haben die deutschen Oberlandesgerichte angenommen, der Score habe keine ma&szlig;gebliche Bedeutung f&uuml;r die Entscheidungen der Score-Vertragspartner, weshalb keine automatisierte Entscheidungsfindung vorliege und weder ein Schadensersatz noch ein Auskunftsanspruch der betroffenen Personen in Betracht komme.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> Grundlage dieser Argumentation ist zun&auml;chst ein Inversionsfehlschluss: In der Entscheidung <em>Schufa Holding (Scoring) </em>hat der EuGH lediglich die Vorlagefrage des ersuchenden VG Wiesbadens beantwortet, ob eine automatisierte Entscheidungsfindung vorliege, wenn der Score die Entscheidung des Vertragspartners ma&szlig;geblich beeinflusse. Diese Frage hat der Gerichtshof bejaht. Zur gegenteiligen Situation, ob der Score <em>keine</em> automatisierte Entscheidungsfindung darstellt, wenn das Verhalten von Dritten <em>nicht</em> ma&szlig;geblich beeinflusst wird, hat sich der Gerichtshof nicht ge&auml;u&szlig;ert. Aus diesem Grund enth&auml;lt das Urteil <em>Schufa Holding (Scoring)</em> auch keine Ma&szlig;st&auml;be daf&uuml;r, wie der ma&szlig;gebliche Einfluss zu bestimmen ist. Wie der Generalanwalt in seinen Schlussantr&auml;gen hervorgehoben hat, ergibt sich bereits aus einem negativen Bonit&auml;ts-Score eine stigmatisierende Wirkung.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span> Gerichte, die aus der fehlenden ma&szlig;geblichen Beeinflussung der Drittentscheidung schlie&szlig;en wollen, dass die Erstellung des Scores keine automatisierte Entscheidungsfindung darstelle, m&uuml;ssten die Frage eigentlich erneut dem EuGH vorlegen.</p>
<p>Die Argumentationsstruktur der deutschen OLGs unterliegt zudem einem schwer aufzul&ouml;senden Paradox: Einerseits soll die Erstellung und &Uuml;bermittlung des Bonit&auml;ts-Scores nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO rechtm&auml;&szlig;ig sein, weil sie f&uuml;r den Schutz der Schufa-Vertragspartner vor Zahlungsausf&auml;llen erforderlich sei. Andererseits soll aber der &uuml;bermittelte Score gar nicht ma&szlig;geblich f&uuml;r die Entscheidung der Vertragspartner sein. Hierzu passt das sch&ouml;ne englische Sprichwort &bdquo;You can&rsquo;t have your cake and eat it&ldquo;: W&auml;re der Score f&uuml;r die Entscheidung der Vertragspartner nicht in der Regel ma&szlig;geblich, k&ouml;nnte er die ihm zugedachte Funktion des Schutzes vor dem Ausfallrisiko nicht erf&uuml;llen und d&uuml;rfte mangels Erlaubnistatbestand nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO weder erstellt noch &uuml;bermittelt werden. Der Hinweis darauf, dass Schufa-Vertragspartner in ihre Entscheidung &uuml;ber den Vertragsschluss auch noch weitere Informationen einbeziehen, ist nat&uuml;rlich richtig. Doch stellt ein schlechter Score i.d.R. ein Ausschlusskriterium f&uuml;r den Vertragsschluss dar bzw. beeinflusst die Konditionen des Vertrags negativ. Auch wirtschaftlich betrachtet w&uuml;rde es f&uuml;r Vertragspartner wenig Sinn machen, Geld f&uuml;r einen Score zu bezahlen, der f&uuml;r ihre Entscheidungsfindung nicht ma&szlig;geblich ist.</p>
<p>Betroffene, welche das Bonit&auml;ts-Scoring durch die Schufa unter Verweis auf einen Versto&szlig; gegen Art. 22 DSGVO unterbinden wollen, sehen sich au&szlig;erdem durch ein faktisches Problem daran gehindert. Auf Schadensersatzklagen betroffener Personen hin reagiert die Schufa mit einer sog. Score-Sperre: Es werden keine Bonit&auml;ts-Scores &uuml;ber die jeweiligen Kl&auml;ger:innen mehr erteilt. Die Rechtsprechung billigt diese Score-Sperren:<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span> Eine betroffene Person setzt sich in Widerspruch zum eigenen Verhalten, wenn sie einerseits Schadensersatz f&uuml;r die Erstellung und &Uuml;bermittlung des Scores in der Vergangenheit fordert, gleichzeitig aber die Erstellung und &Uuml;bermittlung des Scores f&uuml;r die Zukunft begehrt. Da der Schufa-Score allerdings wesentlich f&uuml;r die Teilhabe am Wirtschaftsleben in Deutschland ist, k&ouml;nnen sich Verbraucher:innen eine Score-Sperre nicht &bdquo;leisten&ldquo;. Die Schufa muss somit Klagewellen wie jene nach dem &bdquo;Facebook Datenleck&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span> nicht f&uuml;rchten.</p>
<p><em>Auskunft</em></p>
<p>Liegt eine automatisierte Entscheidungsfindung nach Art. 22 DSGVO vor, ist die verarbeitende Stelle verpflichtet, Informationen &uuml;ber die mit der Entscheidungsfindung &bdquo;involvierte Logik&ldquo; gem&auml;&szlig; Art. 15 Abs. 1 lit. h DSGVO zu erteilen. Da die Mehrheit der deutschen Oberlandesgerichte den Schufa-Score nicht als automatisierte Entscheidungsfindung i.S.d. Art. 22 DSGVO ansehen, scheitern auch die von den Betroffenen gegen die Schufa erhobenen Auskunftsbegehren regelm&auml;&szlig;ig. Eine positive Ausnahme bildet das OLG Dresden,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>15)</sup></a><span></span></span> gegen dessen Entscheidungen die Schufa Revision eingelegt hat. Auch das VG Wiesbaden<span><a role="button" tabindex="0"><sup>16)</sup></a><span></span></span> geht im Endurteil seines Vorabentscheidungsersuchens von einer Auskunftspflicht &uuml;ber die Bildung des Scores aus. Nach Auffassung des VG Wiesbadens umfasst die Auskunftspflicht &uuml;ber die &bdquo;involvierte Logik&ldquo; u.a., welche Daten in den Score eingeflossen sind und weshalb diese relevant und aussagekr&auml;ftig sein sollen, welche Bedeutung den einzelnen Datentypen f&uuml;r die Scorebildung zukommt, ob Gruppeninformationen (wie z.B. zur Nachbarschaft) relevant sind und in welchem Ma&szlig;e eine Abweichung bei den ber&uuml;cksichtigten personenbezogenen Daten zu einem anderen Ergebnis gef&uuml;hrt h&auml;tten.</p>
<p>F&uuml;r die Mehrheit der Betroffenen hat der &bdquo;Abwehrwall&ldquo; der Oberlandesgerichte allerdings dazu gef&uuml;hrt, dass ihr Informationsbegehren gegen die Schufa scheiterten: Die Gerichte haben von den Kl&auml;ger:innen verlangt, zu beweisen, dass der Schufa-Score f&uuml;r die konkrete Entscheidung eines konkreten Vertragspartners ma&szlig;geblich war. Damit werden &uuml;berm&auml;&szlig;ige H&uuml;rden f&uuml;r die Auskunftserteilung der Schufa errichtet, da Auskunftssuchende zun&auml;chst Klage gegen potentielle Vertragspartner auf Auskunft &uuml;ber deren Entscheidungsfindung erheben m&uuml;ssten (und anschlie&szlig;end noch Klage gegen die Schufa). Abgesehen davon, dass gegen potentielle Vertragspartner schon gar kein Anspruch auf Auskunft &uuml;ber deren Entscheidungsfindungsprozesse besteht, scheitert ein doppeltes Klageerfordernis an der rationalen Apathie der meisten Betroffenen. Damit realisiert sich genau das Aufspaltungsrisiko, vor welchem der EuGH in der Entscheidung <em>Schufa Holding (Scoring)</em> ausdr&uuml;cklich gewarnt hatte: &bdquo;[U]nter Umst&auml;nden wie jenen des Ausgangsverfahrens, an denen drei Akteure beteiligt sind, [best&uuml;nde] die Gefahr einer Umgehung von Art. 22 DSGVO und folglich eine Rechtsschutzl&uuml;cke&ldquo;, denn die betroffene Person k&ouml;nnte &bdquo;bei der Wirtschaftsauskunftei, die den sie betreffenden Wahrscheinlichkeitswert ermittelt, ihr Recht auf Auskunft &uuml;ber die in Art. 15 Abs. 1 Buchst. h DSGVO genannten spezifischen Informationen nicht geltend machen. [&hellip;] Zum anderen w&auml;re der Dritte [&hellip;] nicht in der Lage, diese spezifischen Informationen vorzulegen, weil er dar&uuml;ber im Allgemeinen nicht verf&uuml;gt.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>17)</sup></a><span></span></span></p>
<h2><strong>Ausblick</strong></h2>
<p>Auch der deutsche Gesetzgeber hat auf die EuGH-Entscheidung in der Sache <em>Schufa Holding (Scoring) </em>reagiert: Mit &sect;&nbsp;37a Abs. 1 BDSG treten am 26. November 2026 zwei Ausnahmen vom Verbot der automatisierten Entscheidungsfindung gem. Art.&nbsp;22 DSGVO in Kraft. Dabei ist der Gesetzgeber ersichtlich davon ausgegangen, dass das Bonit&auml;ts-Scoring durch Auskunfteien unter das Verbot der automatisierten Entscheidungsfindung nach Art. 22 DSGVO f&auml;llt. Die Tendenz deutscher Gerichte, die EuGH-Rechtsprechung Schufa-freundlich auszulegen, wirft deshalb auch schwierige Auslegungsfragen zu &sect;&nbsp;37a BDSG auf.</p>
<p>Die Verk&uuml;ndigung der BGH-Entscheidung &uuml;ber die Revisionen der Schufa gegen die Auskunftsurteile des OLG Dresden ist f&uuml;r den 21. Oktober 2026 anvisiert. Der Senat sollte die Chance nutzen, den Trend der deutschen Zivilgerichte umzukehren und dem Effektivit&auml;tsgrundsatz beim Bonit&auml;ts-Scoring zur Wirkung zu verhelfen. Die Berichterstattung &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung l&auml;sst allerdings nichts Gutes hoffen. Laut dieser Berichterstattung ist der Senat der Auffassung, eine automatisierte Entscheidungsfindung erfordere &bdquo;mehr als das blo&szlig;e Errechnen eines Scores&ldquo;.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>18)</sup></a><span></span></span> Sollte der Senat der Schufa tats&auml;chlich mit dem Argument Recht geben wollen, der Schufa-Score sei nicht ma&szlig;geblich f&uuml;r die Entscheidung der Schufa-Vertragspartner, so m&uuml;sste er die Rechtssache noch einmal dem EuGH vorlegen. Denn &uuml;ber diese Fallkonstellation hat der Gerichtshof keine Aussage getroffen. Sinnvoll w&auml;re es stattdessen, wenn sich der Senat sowohl das vom EuGH hervorgehobene Aufspaltungsrisiko als auch den Grundsatz der Effektivit&auml;t vor Augen hielte: &bdquo;Vor allem den nationalen Gerichten obliegt es, den Rechtsschutz zu gew&auml;hrleisten, der sich f&uuml;r den Einzelnen aus den gemeinschaftsrechtlichen Bestimmungen ergibt, und deren volle Wirkung sicherzustellen.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>19)</sup></a><span></span></span></p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td><a href="https://www.legifrance.gouv.fr/codes/article_lc/LEGIARTI000032224306" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art.&nbsp;L&nbsp;751-1 Code de la consommation</a>; CNIL v. 08.03.2007 &ndash; 2007-044, aufrechterhalten durch <a href="https://www.legifrance.gouv.fr/ceta/id/CETATEXT000021630654" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Conseil d&rsquo;&Eacute;tat v. 30.12.2009 &ndash; 306173</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>BGH, Urteil vom 28.1.2014 &ndash; VI ZR 156/13 &ndash; NJW 2014, 1235, Rn. 32 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Siehe zum Folgenden <a href="https://infocuria.curia.europa.eu/tabs/document/C/2022/C-0026-22-00000000RP-01-P-01/ARRET/280428-DE-1-html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EuGH v. 7.12.2023 &ndash; C-26/22 C-64/22 &ndash; SCHUFA Holding (Restschuldbefreiung)</a>, Rn. 99 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>Zum Folgenden <a href="https://infocuria.curia.europa.eu/tabs/document/C/2021/C-0634-21-00000000RP-01-P-01/ARRET/280426-DE-1-html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EuGH v. 7.12.2023 &ndash; C-634/21&ndash; SCHUFA Holding (Scoring)</a>, Rn. 43 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>BGH, Urteil vom 28.1.2014 &ndash; VI ZR 156/13 &ndash; NJW 2014, 1235, Rn. 32 ff. noch zur Richtlinie 95/46/EG.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>BVwG, <a href="https://rdb.manz.at/document/ris.bvwg.BVWGT_20191023_W256_2217011_1_00" target="_blank" rel="noopener noreferrer">v. 23.10.2019 &ndash; W256 2217011-1</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>Zum Folgenden <a href="https://infocuria.curia.europa.eu/tabs/document/C/2022/C-0203-22-00000000RP-01-P-01/ARRET/295841-DE-1-html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EuGH v. 27.2.2025 &ndash; C-203/22 &ndash; Dun &amp; Bradstreet Austria</a>, Rn. 40 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td><a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/VI_ZS/2024/VI_ZR_431-24.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BGH v. 14.10.2025 &ndash; VI ZR 431/24</a> &ndash; NJW 2026, 456 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>Zum Folgenden <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/I_ZS/2025/I_ZR__97-25.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BGH v.18.12.2025 &ndash; I ZR 97/25</a> &ndash; NJW 2026, 845 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>Schufa, <a href="https://www.schufa.de/newsroom/schufa/eugh-urteil-schufa-score" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung v. 7.12.2023</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>&Uuml;bersicht bei <em>Reinelt/Frei</em>, <a href="https://www.mohrsiebeck.com/artikel/wie-das-datenschutzrecht-massgeblich-ueber-soziale-teilhabe-mitentscheidet-101628zge-2026-0008/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZGE 18 (2026) 133 (179 ff.)</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td><a href="https://infocuria.curia.europa.eu/tabs/document/C/2021/C-0634-21-00000000RP-01-P-01/CONCL/271343-DE-1-html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schlussantr&auml;ge Generalanwalt <em>Pikam&auml;e</em> v. 16.03.2023</a> &ndash; C&#8209;634/21, Rn. 43.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>OLG Frankfurt, Urteil vom 31.10.2024 &ndash; 6 U 127/24 &ndash; ZD 2025, 100 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td>Grundlegend <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/VI_ZS/2024/VI_ZR__10-24A.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BGH v. 18. November 2024 &ndash; VI ZR 10/24</a> &ndash; NJW 2025, 298.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>15</a></th> <td>Siehe etwa OLG Dresden v. 7.10.2025 &ndash; 4 U 1492/24 &ndash; GRUR-RS 2025, 29332.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>16</a></th> <td><a href="https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/LARE260000045" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VG Wiesbaden v. 19.11. 2025&nbsp;&ndash; 6 K 788/20.WI</a> &ndash; ZD 2026, 232, Rn. 96 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>17</a></th> <td><a href="https://infocuria.curia.europa.eu/tabs/affair?lang=de&amp;sort=AFF_NUM-DESC&amp;searchTerm=%2522C%252D634%252F21%2522&amp;publishedId=C-634%2F21" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EuGH v. 7.12.2023 &ndash; C-634/21&ndash; SCHUFA Holding (Scoring)</a>, Rn. 43 ff, Rn. 61 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>18</a></th> <td><em>Rath</em>, Schufa vor Erfolg in Karlsruhe, <a href="https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-izr22725-izr23025-schufa-score-auskunftsanspruch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LTO v. 18.6.2026</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>19</a></th> <td><a href="https://infocuria.curia.europa.eu/tabs/document/C/2001/C-0397-01-00000000RP-01-P-01/ARRET/49550-DE-1-html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EuGH v. 9.3.2004 &ndash; C-397/01 bis C-403/01 (<em>Pfeiffer u.a.</em>)</a>, Rn. 111.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/der-ineffektivitatsgrundsatz-in-der-deutschen-schufa-rechtsprechung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Der Ineffektivit&auml;tsgrundsatz in der deutschen Schufa-Rechtsprechung</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-29T17:06:48+00:00</updated>
	<author><name>Ruth Janal</name></author>
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	<title type="html">Italy’s Ghetto Classrooms</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>A few days ago, the Prime Minister announced at her party&rsquo;s youth festival that three sets of measur...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>A few days ago, the Prime Minister announced at her party&rsquo;s youth festival that three sets of measures regarding schools would soon be introduced: a) A strict 30% cap on the number of foreign students in classrooms; b) Mandatory Italian language courses for the parents of foreign students within the national educational system (including primary and secondary schools) experiencing academic difficulties; c) A ban on the Burqa and Niqab in any national school. The announcement has inflamed public and political debate in Italy.</p>
<p>Following the politically charged proclamations, the process of translating them into actual legal provisions &ndash; which is still ongoing &ndash; appears to be moving towards significantly softening the initially harsh nature of the measures. The quotas do not apply to foreign students as such, but only to those who were not born in Italy or who have not previously attended school in Italy. The focus of the measure appears to have shifted from nationality to language proficiency. With this shift in focus, another point emerges clearly: the inadequacy of Italian citizenship law in reflecting social reality. Meloni could and should have addressed this fundamental issue. Instead, she chose to sidestep the problem by defining the group affected by desegregation according to a criterium other than citizenship. The suspicion is that, in reality, her interest in genuinely implementing policies for better integration in schools is entirely secondary, and that upcoming elections alone are her main concern.</p>
<h2>Same Old, Same Old</h2>
<p>Let&rsquo;s start with part a) of Meloni&rsquo;s announcement (the introduction of quotas of foreigners in classrooms). In certain Italian contexts &ndash; with a strong industrial or agricultural vocation &ndash; the combination of increased migrant settlement and declining birth rates among citizens and long-term residents leads to realities where the vast majority of children enrolled in public schools come from a migratory background. Indeed, a growing number of areas have very dense migrant populations, and their classrooms are predominantly filled with students holding non-Italian citizenship. Often, these are areas with a strong industrial presence, such as Monfalcone and Mestre, which are tied to the Fincantieri shipyards.</p>
<p>Following Meloni&rsquo;s announcement, and her truly worryingly violent and persecutory tones, the Head of State Sergio Mattarella also intervened with very clear statements, recalling the core DNA of the Italian school system which, as directly stated by the Constitution, &ldquo;is open to everyone&rdquo; (<a href="https://www.senato.it/documenti/repository/istituzione/costituzione_inglese.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art. 34 of the Constitution</a>). Admittedly, the concentration of foreign students is perceived as a potential problem by the native population, as it is associated with probable linguistic difficulties and, therefore, an unfavorable learning environment. It is also reasonably perceived as an issue regarding the difficulties it creates for integration prospects, which are hindered by the creation of &ldquo;ghetto classrooms&rdquo;. There is no doubt that in a legal system inspired by the principles of pluralist constitutionalism, the school is a fundamental vehicle for the principles upon which liberal-democratic and pluralist constitutionalism is founded. And there is no doubt that ghetto classrooms are an obstacle to the dissemination of that heritage.</p>
<p>But how is this achieved in practice? The history of the United States teaches us how difficult it is to desegregate. In fact, school segregation is not solely an Italian problem, nor is it a new one: a constitutionalist&rsquo;s mind immediately races to the jurisprudence of the US Supreme Court, to <a href="https://www.archives.gov/milestone-documents/brown-v-board-of-education" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Brown v. Board of Education</em></a>, which put an end to legal segregation, to the desegregation busing policies that followed, and to the <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Boston_desegregation_busing_crisis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">associated protests, riots, unrest, and attacks on buses</a>, as well as to the <a href="https://supreme.justia.com/cases/federal/us/402/1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1971 <em>Swann</em> ruling</a>, with which the Supreme Court endorsed the constitutionality of desegregation busing measures.</p>
<p>The challenges faced by Italian legislation are not so different. In various areas, the number of foreign students far exceeds the 30% cap targeted by the Italian Government&rsquo;s intervention. This phenomenon is further exacerbated by the flight of the native population, who seek out schools slightly further away precisely to distance themselves from &ldquo;ghetto schools&rdquo; (schools with a high number of non-native Italian speakers), thereby making them even more ghettoized. What is to be done, then? Repeat the desegregation busing experience more than 50 years later, risking the same dangers of a further exodus of native families, as well as the risk of total paralysis in the context of a floundering native birth rate? The Italian Government has chosen a different path, with an intervention characterized by certain peculiarities, both in form and substance, that deserve attention.</p>
<h2>Meloni&rsquo;s Move</h2>
<p>Turning first to the form. The Government, in office since October 2022, has just set the record for the longest-lasting government in the history of the Italian Republic since 1948 (not even Silvio Berlusconi managed to reach the duration achieved by Meloni). This said, new elections are on the horizon. Accordingly, it seems that the respective change directly addresses the wide-spread concerns of new and emerging political forces calling for remigration and the adoption of harsher anti-immigrant policies in Italy.</p>
<p>Meloni used the constitutional instrument of the law decree (<em>decreto-legge</em>). Under Article 77 of the Italian Constitution, law decrees serve as a mechanism for immediate executive action in situations where the standard parliamentary legislative process would be too slow, acting as a derogation from the principle that legislative power belongs to the Parliament. In the law in the books, it should be adopted only in &ldquo;extraordinary cases of necessity and urgency&rdquo;, but in the law in action law decrees are being used in an increasingly unscrupulous manner. This decree makes no exemption.</p>
<p>But let us move on to the substance. The first circulated drafts of the legislative provisions (an official text is still missing, while the government issued a precise <a href="https://www.governo.it/it/node/32660" target="_blank" rel="noopener noreferrer">press release</a>) has articulated the measures announced by the Prime Minister, translating them into legally much more palatable acts compared to the muscular intervention <a href="https://www.youtube.com/watch?v=396xsy7VcrU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">announced</a> personally by President Meloni in a political setting a few days earlier. The maximum cap on foreign students in classrooms (set at 30%), in fact, is based on nationality only in theory. Essentially, the rule has a series of highly eloquent exemptions. For example, students without Italian citizenship but born in Italy are not counted as foreigners, nor are those who have already completed a significant cycle of studies. These students are not considered in the application of the cap, even though they are 100% foreigners according to the rules on the acquisition of citizenship in Italy.</p>
<p>The point is interesting: it is precisely the rules on the acquisition of citizenship &ndash; which in Italy are inspired by completely anachronistic criteria &ndash; that force the Italian Government to introduce the aforementioned adjustments. Italian citizenship might be acquired by descent (ius sanguinis), by residency, by marriage and by birth on the Italian soil in very exceptional cases. However, the acquisition by residency requires applicants to reside in Italy for a continuous 10 years before applying (with shorter terms for EU citizens, stateless persons or refugees, or descendants of Italian citizens). The acquisition by birth on the Italian soil is strictly marginal, as it only applies to children born in Italy to stateless or unknown parents, or if the parents&rsquo; home country does not permit the child to inherit their nationality. The acquisition by descent is still the main channel: Anyone with an Italian parent is automatically an Italian citizen. Until recently, this right could extend indefinitely to ancestors who emigrated after the formation of the Italian state in 1861, provided the line of citizenship was never formally renounced or broken. Meloni&rsquo;s Government introduced limitations on this front, by limiting the transmission of citizens to children of third generations emigrants (see <a href="https://verfassungsblog.de/european-society-at-the-italian-constitutional-court/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Chiara Gentile on the constitutional controversies following this move</a>).</p>
<p>Despite widespread recognition that the law on citizenship acquisition no longer reflects the country&rsquo;s social fabric, deep political divisions over immigration have repeatedly stalled comprehensive reform.</p>
<p>Against this background, Meloni&rsquo;s new proposal on school desegregation is then effectively the certification of the dysfunctionality of Italian citizenship legislation. The current normative framework considers as foreigners youths who, in the Government&rsquo;s own logic, are not to be considered as such (since they were born in Italy or have already completed significant periods of schooling in Italy). In fact, the newly presented 30% cap on foreigners explicitly excludes this group of foreigners, formally so called.</p>
<p>Henceforth, would it not be easier, but above all right, to amend the rules on the acquisition of citizenship rather than resorting to these legislative acrobatics?</p>
<p>But let us go further: if the cap, set at 30%, is not respected, what is to be done? The rules introduced by the government place the burden of finding a solution on the school system, providing general guidelines. The schools ought to &ldquo;adopt the organizational measures necessary to ensure a balanced presence&rdquo; of actual foreigners. However, if it may not be possible to adopt measures allowing the numbers to fall below the cap, the state will provide an additional funding to increase the number and quality of language courses and thus strengthen the knowledge of Italian language.</p>
<h2>The Sins of the Fathers</h2>
<p>The second set of measures announced by Meloni concerns the mandatory Italian language courses for the parents of foreign students experiencing academic difficulties. Language is the core focus of the Government&rsquo;s emergency intervention. The measures introduce a reporting channel to social services in cases where the linguistic difficulties of foreign parents prevent effective collaboration between school and family, which should be followed by the parents&rsquo; attendance of Italian language courses free of charge.</p>
<p>In the event of non-participation, following a formal warning, the announced measures foresee a pecuniary administrative sanction (and not the removal of children from their parents, according to a hypothesis that had initially circulated). Beyond the enormous moral, even before legal, perplexities arising from a measure that imposes an obligation on parents to compensate for their children&rsquo;s academic difficulties, this measure seems fatally destined to fail in a system of social services that already struggles to guarantee much more essential services (even to natives, let alone to foreigners). Above all, it is a measure that decidedly departs from the constitutional code of the Italian school system, which is &ndash; as recalled by the timely and decisive intervention of the Head of State &ndash; &ldquo;open to everyone&rdquo; (Art. 34 of the Constitution). Indeed, the school system is characterized as the mission to intervene where the family cannot reach. Hence, I may be permitted to doubt whether it will be possible to implement the announced measures with appropriate social and educational services, which are, on the contrary, generally in serious decline throughout the Country</p>
<h2><em>Lautsi</em> Reloaded</h2>
<p>Finally, the third set of measures announced by Meloni introduces the ban on the Burqa and Niqab in every school (including primary and secondary schools). This is a measure that is highly likely to meet with the support of a vast majority of Italians. Including the author of these lines.</p>
<p>After the <a href="https://hudoc.echr.coe.int/eng?i=001-104040&amp;utm" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Lautsi</em> decision</a> of the Strasbourg Court and the 2021 decision of the <a href="https://www.cortedicassazione.it/page/it/sezioni_unite_civili_sentenza_n_24414_del_9_settembre_2021_affissione_del_crocifisso_nelle_scuole_pubbliche?contentId=NTZ1086" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Italian Court of Cassation</a>, assigning a larger role to schools&rsquo; autonomy in this matter, the crucifix still hangs on the walls of the vast majority of Italian school buildings. Henceforth, how can be a measure that forbids students from wearing what in their value system regards as a religious symbol reconciled with that practice?</p>
<p>If this were to be an opportunity to find a modern interpretation of the relationship between religion and schools in Italy, it would be good news. If, on the other hand, the aim is to counter other religions by promoting the indigenous religion as a means of identity, it must be pointed out that this would be a measure in direct contradiction to the objective of promoting the principles of liberal-democratic constitutionalism, which appears to underpin the other measures introduced in the same legislative package.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/italys-ghetto-classrooms/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Italy&rsquo;s Ghetto Classrooms</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-29T11:56:18+00:00</updated>
	<author><name>Pietro Faraguna</name></author>
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	<title type="html">Save Europe Act</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>On 22 July, the European Commission refused to register the European Citizens&rsquo; Initiative&nbsp;(ECI) Save Europe Act. In the respective <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=OJ:L_202601922" target="_blank" rel="noopener noreferrer">decision</a>, the Commission argued for the first time that the initiative is manifestly contrary to the values of the Union under Article 2 of the Treaty on European Union (TEU) and the Charter of Fundamental Rights of the European Union (EU Charter). The Commission has made it clear that participatory democracy cannot be used to promote the &ldquo;fight for remigration&rdquo;, as the organisers describe their proposal on the <a href="https://www.save-europe-act.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ECI website</a>. The decision has since been challenged before the General Court (Case T-621/26).</p>
<p>The Commission&rsquo;s decision illustrates to what extent the ECI legal framework can prevent the instrument from being used in ways that run counter to the values of the Union. More broadly, it extends the general debate on the protection of Union&rsquo;s fundamental values to the realm of transnational participatory democracy.</p>
<h2>The Discriminatory Nature of the Initiative</h2>
<p>The ECI Save Europe Act is <a href="https://www.save-europe-act.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">encouraging remigration</a>, recognising the collective identity of native peoples of Europe and supporting the restoration of demographic balance as opposed to demographic replacement.</p>
<p>As summarised in paragraph 3 of the refusal decision, the aim of the Save Europe Act initiative is:</p>
<blockquote><p>to call on the Commission to propose a Union act establishing a temporary moratorium on new non-Western immigration channels, including study and family reunification visas, while fundamentally reforming the EU migration and asylum system. The act should strengthen external border protection, rapid screening and return procedures, and provide for the systematic and accelerated remigration of illegally staying migrants, rejected asylum seekers, and further categories of non-European migrants whose continued stay places a serious burden on Member States. It should also ensure mutual recognition of return decisions across the Union, stronger cooperation with third countries on readmission, and the removal of welfare pull factors that encourage further migration into Europe.</p></blockquote>
<p>Save Europe Act is therefore calling for immigration-related measures raising serious concerns under the principle of non-discrimination. As the Commission has emphasised, the proposed generalised moratorium would discriminate on the basis of race and ethnic origin and would not be grounded on &ldquo;migration-management criteria&rdquo; but rather on the ethnic, cultural or civilisational origin of the persons concerned (paragraph 5). Furthermore, the ECI is based on &ldquo;ethnic and cultural continuity of native peoples of Europe&rdquo; and talks of &ldquo;demographic replacement by the non-Western and non-European migrants.&rdquo;</p>
<p>According to Commission, this discriminatory criterion relies on the assumption that non-Western criteria refer exclusively to external migration flows and third-country nationals whereas the initiative in fact targets European citizens of non-European and non-Western origin (paragraph 6). Consequently, Save Europe Act does not satisfy the conditions for registration, as it is manifestly contrary to the principle of non-discrimination under Article 21 of the EU Charter and the values enshrined in Article 2 TEU.</p>
<p>This is the very first time that the Commission has made such an assessment of a proposed ECI.</p>
<h2>The First Application of Article 6(3)(e) of Regulation 2019/788</h2>
<p>This tool of participatory democracy is defined in Article 11(4) TEU. It enables the European citizens to invite the European Commission to submit a proposal on any matter where they consider that a legal act of the Union is required to implement the Treaties. To that end, the ECI must receive the support of at least one million persons across the EU. However, prior to publication for support, the Commission controls that the initiative satisfies admissibility requirements set out in Article&nbsp;6(3) of <a href="https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2019/788/oj/eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regulation 2019/788</a>. These are, shortly, that it is not <em>manifestly</em>: outside the Commission&rsquo;s powers; abusive, frivolous or vexatious; contrary to EU values or fundamental rights. If the initiative meets these criteria, it can be registered by the Commission, and the organisers can begin collecting statements of support.</p>
<p>In the first years of the ECI, whenever the Commission refused to register a proposal, it consistently argued that the proposal fell manifestly outside its competence to submit a legislative proposal. This strict approach to the first condition of admissibility reflected the Commission&rsquo;s narrow interpretation of the initial ECI Regulation (<a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:32011R0211" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regulation No&nbsp;211/2011</a>, Article 4(2)(b)). Nonetheless, both the EU judiciary and the EU legislature <a href="https://europeanlawblog.eu/oqrjrv7h/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">have attempted to relax the admissibility requirements</a> regarding the ECI&rsquo;s objective of enhancing participatory democracy, as an expression of Article 10(3) TEU.</p>
<p>Consequently, under the new framework established by Regulation 2019/788, the registration is now easier: the Commission enjoys less discretion to assess whether the measures in a proposed ECI manifestly fall outside the scope of its powers. Article 6(3)(c) remains informed by EU courts&rsquo; case law relating to the former Regulation, according to which <em>manifestly </em>implies a low threshold, i.e. a <em>prima facie</em> evaluation of the legal basis and objectives of an ECI (see e.g. <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=CELEX:62015CJ0589" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anagnostakis</a>, paras 49-50). As such, Save Europe Act could probably have satisfied this criterion. However, since the conditions to register an ECI set out in Article 6(3) are cumulative, it still had to comply with the other admissibility requirements. By upholding ideas that run counter to the Union&rsquo;s core values and the rights enshrined in the EU Charter, the ECI has failed to fulfil the registration requirement set out in Article 6(3)(e).</p>
<p>This was the first time the Commission had to assess an ECI on the ground of EU values. First introduced in 2011 (Article 4(2)(d) of Regulation No 211/2011), this provision reflects the legislator&rsquo;s intention to prevent this instrument of citizen participation from being used to put forward proposals that are incompatible with the Union&rsquo;s fundamental principles. In applying this criterion, the Commission relied on the Court&rsquo;s recent case law, which provided the relevant guidance for assessing whether the ECI manifestly contradicted Article 2 TEU and the EU Charter.</p>
<h2>Building on the Court&rsquo;s Values Case Law</h2>
<p>Invoking the protection of common values under Article&nbsp;6(3)(e) of Regulation 2019/788, the Commission has shown its willingness to draw <a href="https://verfassungsblog.de/the-red-lines-of-european-society/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">red lines</a>. Moreover, as the organisers attempted to justify the initiative by relying on the national identity clause enshrined in Article 4(2) TEU, the Commission rejected the idea that this could be used to justify widespread exclusion from immigration channels based on ethnic origin (para 7).</p>
<p>In doing so, the decision builds on the Court&rsquo;s recent judgment <em>Values of the Union </em>(<a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=CELEX:62022CJ0769" target="_blank" rel="noopener noreferrer">C-769/22</a>). The ECJ stated that Article 4(2) TEU protects &ldquo;only a view of the national identities which is consistent with the values enshrined in Article 2 TEU&rdquo; (para 562). Therefore, the Commission&rsquo;s decision follows the development of &ldquo;the very identity of the Union as a common legal order of a society in which pluralism prevails&rdquo; (C-769/22, para 551), which makes it impossible to protect the &ldquo;cultural and demographic continuity of the peoples of Europe&rdquo; under Article 4(2) TEU.</p>
<p>The Commission&rsquo;s decision further echoes this judgment by recognising a &ldquo;manifest&rdquo; contradiction to Union values and fundamental rights. In <em>Values of the Union</em>, the Court introduced a manifestness threshold into the assessment of a violation of Article 2 TEU and the EU Charter by Hungary (C-769/22, in particular paras. 141 and 551), an approach that was not only welcomed but has attracted criticism in the literature as well (see e.g. <a href="https://verfassungsblog.de/a-hierarchy-of-harms/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">here</a>).</p>
<p>In the present case, the ECI regulatory framework explicitly provides for the threshold of manifestness. As the organisers have recently brought an action for annulment before the General Court, the proceedings may provide an opportunity to clarify the meaning and scope of this criterion in this context. Although it remains to be seen whether the Court will adopt a consistent approach to this criterion, it is highly likely that <em>Values of the Union</em> will form the starting point for its reasoning.</p>
<h2>From Legal Procedure to Political Mobilisation</h2>
<p>Following the refusal to register their ECI, the organisers of the Save Europe Act reportedly announced their intention to take the matter to the General Court (see <a href="https://www.hungarianconservative.com/articles/current/save-europe-act-hits-700000-signatures-as-organizers-prepare-eu-court-fight/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>). On 18 September, an action for annulment named after one of the initiative&rsquo;s organisers, Eva Vlaardingerbroek, was effectively lodged before the General Court (Case T-621/26). Should the General Court confirm the Commission&rsquo;s decision &ndash; as it seems highly likely &ndash; the ECI will not be able to formally initiate a democratic debate on remigration at EU level.</p>
<p>Meanwhile, the organisers are campaigning across the EU and transforming the ECI into a real political movement: the fight for remigration. Moreover, they are organising events and meetings in support of this initiative and have effectively collected already more than 750,000 signatures, despite the fact that these signatories cannot legally serve for their initial ECI. They have also mobilised visible far-right and radical-right politicians such as Bj&ouml;rn H&ouml;cke, leader of the Alternative for Germany&nbsp;(AfD) in Thuringia; former Hungarian Prime Minister and Fidesz leader Viktor Orb&aacute;n; Santiago Abascal, president of the Spanish far-right party Vox; and Eric Zemmour, president of France&rsquo;s far-right Reconqu&ecirc;te party, to name but a few.</p>
<p>This collection of support does not bind the Commission yet it concurrently reinforces the organisers&rsquo; evergreen claim that &ldquo;Brussels elites&rdquo;&nbsp;are not listening. They frame the refusal as evidence of a disconnect between the institutions and the demands they claim to represent. As stated on the <a href="https://www.save-europe-act.com/#section-faq" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ECI&rsquo;s website</a>, the Commission&rsquo;s refusal demonstrates &ldquo;the institution&rsquo;s democratic deficit and create a powerful mobilizing force for further action&rdquo;.</p>
<p>In this respect, the application of Article 6(3)(e) directly echoes the political critique put forward by the organisers. By making the registration of an ECI conditional on the initiative not being manifestly contrary to the Union&rsquo;s fundamental values and rights, the provision necessarily entails a determination as to the boundaries of legitimate participatory democracy within the Union&rsquo;s constitutional order.</p>
<p>The Commission&rsquo;s decision may thus prevent the ECI itself from becoming a formal forum for advancing initiatives that run counter to the Union&rsquo;s fundamental principles. It cannot, however, stop the organisers from turning the ECI into a vehicle for political mobilisation. As <a href="https://verfassungsblog.de/european-citizens-initiative/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Alberto Alemanno</a> has observed, the legalistic understanding of the instrument may encourage organisers to reinvent it through creative uses aimed at attracting public attention. Save Europe Act&nbsp;thus illustrates the limits of what the narrow conditions of the ECI legal framework on the registration can achieve.</p>
<h2>Conclusive Remarks</h2>
<p>The Commission&rsquo;s decision underscores its commitment to preventing the ECI from being used to challenge Union&rsquo;s core values. Its application of Article 6(3)(e) for the first time shows that the registration stage can act as a safeguard against such misuses of the instrument.</p>
<p>At the same time, the decision signals a return to a stricter approach of initiatives&rsquo; registration. The Court of Justice had previously relaxed this step to enable ECIs to &ldquo;initiate debate on policy within the EU institutions without having to wait for the commencement of a legislative procedure&rdquo; (see Puppinck, para. 70; see also T-495/19, para. 51). Although secondary legislation excludes initiatives that contradict Article 2 TEU and the EU Charter from this formal debate, the increasing prevalence of such ideas in European public discourse underscores the importance of addressing them within the Union&rsquo;s democratic framework. Simultaneously, the political attention received by the ECI Save Europe Act demonstrates that excluding an initiative from the ECI procedure does not prevent the political debate from extending beyond the instrument&rsquo;s legal framework.</p>
<p>Together with the case currently pending before the General Court, this decision therefore highlights the need to reconcile the ECI&rsquo;s function as a channel for democratic debate with the necessity to safeguard Union&rsquo;s fundamental values. While the answer may seem relatively straightforward in the present case, it may be more difficult to draw the boundaries between these two functions in future cases, which calls for a clear and consistent definition of a &ldquo;manifest&rdquo; contradiction to the core principles of the Union.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/save-europe-act/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Save Europe Act</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-29T11:55:27+00:00</updated>
	<author><name>Félicie Remlinger</name></author>
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	<title type="html">Rückwärts gegen die Leitplanken der Verfassung: Die internationale Komponente des umweltrechtlichen Verschlechterungsverbots aus Art. 20a GG</title>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>von VALENTINE ZHENG Durch die Abschw&auml;chung des Bundesklimaschutzgesetzes, verschiedene besorgniserregende Passagen im Koalitionsvertrag, und das Geb&auml;udemodernisierungsgesetz gewann die Diskussion um das Verschlechterungsverbot in den letzten zwei Jahren zunehmend an praktischer Bedeutung. Dessen internationaler Komponente wurde jedoch, soweit ersichtlich, bislang keine Beachtung geschenkt. Angesichts der Bestrebungen der Bundesregierung auf europ&auml;ischer Ebene, Errungenschaften des Fit-for-55 Gesetzespakets zum...</p>]]></content>
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	<author><name>Gastautorin</name></author>
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	<title type="html">Resilienz hier und dort</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Frankreich und Deutschland sichern derzeit Institutionen gegen eine autorit&auml;r-populistische &Uuml;bernahm...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Frankreich und Deutschland sichern derzeit Institutionen gegen eine autorit&auml;r-populistische &Uuml;bernahme. Frankreich setzt auf &Auml;mter mit langen Mandatszeiten und ringt um den pr&auml;sidentiellen Seiteneingang zu einer Verfassungs&auml;nderung. Deutschland zieht den Funktionskern seines Verfassungsgerichts in das Grundgesetz und baut damit Auswege aus Blockaden. Beide Antworten verraten etwas &uuml;ber die Architektur der Systeme: Die V. Republik f&uuml;rchtet den Zugriff von oben, das Grundgesetz die L&auml;hmung an vielen Gelenken.</p>
<h2>Zugriffsketten</h2>
<p>Im April fragte der <a href="https://www.economist.com/europe/2026/04/28/how-to-protect-france-from-an-orban-style-takeover?giftId=NmU3ZTc5ODctZGI3OC00M2QyLWFiZTctNjE5MjI5MTgzMWZl&amp;utm_campaign=gifted_article" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Economist</a>, ob <em>Macron</em> Frankreich durch die sp&auml;ten Ernennungen von Leitungs&auml;mtern vor einem &bdquo;<em>Orb&aacute;n</em>-Szenario&ldquo; sch&uuml;tzen wolle. Doch unter Resilienzaspekten greift diese Frage zu kurz. Entscheidend ist nicht, wie viele Posten ein Wahlsieger vorfindet, sondern ob er den Zugang zur Gegenmacht und die eigene Kontrolle allein beherrscht.</p>
<p>Eine <a href="https://jwmueller.princeton.edu/publications/what-populism" target="_blank" rel="noopener noreferrer">autorit&auml;r-populistische &Uuml;bernahme</a> beginnt selten mit dem offenen Verfassungsbruch &ndash; das <em>Orb&aacute;n</em>-Szenario zog sich &uuml;ber mehrere Legislaturperioden (<em>Orb&aacute;n</em> I bis V). <em><a href="https://chicagounbound.uchicago.edu/uclrev/vol85/iss2/2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Scheppele</a> </em>nennt diese schrittweise Demontage einer Verfassungsordnung mit den Formen des Rechts&nbsp;<em>autocratic legalism</em>: (1) Diese &Uuml;bernahme nutzt ein gewonnenes Mandat, um zun&auml;chst die Kontrolleure zu kontrollieren: Ernennungsregeln, Zust&auml;ndigkeiten und Organisationsgesetze werden ver&auml;ndert; (2) bis Wahl- und Medienaufsicht sowie Verfassungsgericht, Justiz und Staatsanwaltschaft politisch erreichbar sind; (3) Verfassungs&auml;nderungen und langfristige Personalentscheidungen verstetigen anschlie&szlig;end den Zugriff; (4) parallel verschiebt die Regierung die Bedingungen des politischen Wettbewerbs &ndash; durch Wahlrecht, Medienzugang, Parteienfinanzierung, staatliche Ressourcen oder Notstandsrecht; (5) am Ende bleiben oft Wahlen ohne die F&auml;higkeit, einen Machtwechsel herbeizuf&uuml;hren. Das Recht dient als Kulisse f&uuml;r diese Schrittfolge, die das politische Gegengewicht schw&auml;cht. Wer vorbeugen will, muss also die ganze Zugriffskette ordnen. <a href="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2025/12/ZillessenBrandauLaude_DasJustizProjekt_2025.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Wer ein Glied sichert, verlagert nur den autorit&auml;r-populistischen Zugriff</a>.</p>
<p>So hilft eine stark abgesicherte Richterwahl &ndash; wie in Deutschland &ndash;&nbsp;wenig, wenn eine sp&auml;tere Mehrheit die Zust&auml;ndigkeiten des Gerichts beschneidet (z.B. beschr&auml;nkte <a href="https://www.venice.coe.int/webforms/documents/default.aspx?pdffile=CDL-AD%282011%29016-e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ungarn 2010 die Kontrolle des Verfassungsgerichts &uuml;ber Haushalts- und Steuergesetze; das ungarische Grundgesetz von 2011 verstetigte die Begrenzung</a>) oder die Bindungswirkung gerichtlicher Entscheidungen beseitigt (z.B. verweigerte <a href="https://www.venice.coe.int/webforms/documents/default.aspx?pdffile=CDL-AD%282016%29026-e" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die polnische Regierung 2016 die Ver&ouml;ffentlichung zweier zentraler Urteile des Verfassungsgerichtshofs</a>). Ebenso bleibt ein Verfassungs&auml;nderungsverfahren schwach, wenn ein autorit&auml;r-populistischer Seiteneingang offensteht (z.B. Art. 11 <em>Constitution fran&ccedil;aise</em> [CF], dazu sogleich).</p>
<h2>Paris setzt auf den Faktor Zeit</h2>
<p>Aufgrund einer m&ouml;glichen autorit&auml;r-populistischen &Uuml;bernahme verdichten sich seit 2025 nun in Frankreich Ernennungen an der Staatsspitze. <em><a href="https://www.conseil-constitutionnel.fr/membres/richard-ferrand" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Richard Ferrand</a></em> (<em>Renaissance</em>) f&uuml;hrt nunmehr den <a href="https://www.conseil-constitutionnel.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Conseil constitutionnel</em></a>; <em><a href="https://www.arcom.fr/en/we-know-our-institution/governance/martin-ajdari" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Ajdari</a></em> (parteilos, <em>Macron</em> nahestehend) leitet seitdem die unabh&auml;ngige franz&ouml;sische Aufsichtsbeh&ouml;rde f&uuml;r Kommunikation, die <em>Autorit&eacute; de r&eacute;gulation de la communication audiovisuelle et num&eacute;rique</em> (<em><a href="https://www.arcom.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARCOM</a></em>). <a href="https://www.ccomptes.fr/fr/cour-des-comptes/organisation/amelie-de-montchalin" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Am&eacute;lie de Montchalin</em></a> (<em>Renaissance</em>) wechselte im Februar 2026 aus dem Haushaltsministerium an die Spitze der <em>Cour des comptes</em>. <a href="https://www.banque-france.fr/fr/communiques-de-presse/emmanuel-moulin-est-nomme-gouverneur-de-la-banque-de-france" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Emmanuel Moulin</em></a> (parteilos, <em>Macron</em> nahestehend) wurde im Mai 2026 zum <em>Gouverneur der Banque de France</em> ernannt; sein Mandat l&auml;uft sechs Jahre. Diese historisch beispiellose Verdichtung wird die Pr&auml;sidentschaftswahl 2027 &uuml;berdauern.</p>
<p>Lange oder nicht erneuerbare Amtszeiten sollen einzelne Kontrollorgane aus dem Takt der Wahlen l&ouml;sen; je nach Institution tritt Unabsetzbarkeit hinzu (vgl. Art. 56 Abs. 1, 64 Abs. 4 CF). Frankreichs L&ouml;sung hat jedoch eine Kehrseite. Zwar sieht Art. 13 CF f&uuml;r bestimmte Pr&auml;sidialernennungen (nicht f&uuml;r die <em>Cour des comptes</em>) Anh&ouml;rungen durch die zust&auml;ndigen Parlamentsaussch&uuml;sse vor. Diese k&ouml;nnen eine Ernennung aber nur stoppen, wenn die Nein-Stimmen beider zust&auml;ndigen Aussch&uuml;sse drei F&uuml;nftel der abgegebenen Stimmen erreichen. So kam <em>Moulin</em> (<em>Banque de France</em>) <a href="https://www.assemblee-nationale.fr/dyn/17/organes/commissions-permanentes/finances/actualites/avis-du-parlement-sur-la-nomination-proposee-par-le-president-de-la-republique-d-emmanuel-moulin-au-poste-de-gouverneur-de-la-banque-de-france" target="_blank" rel="noopener noreferrer">trotz 58 Nein- (!) und 52 Ja-Stimmen durch</a>; am 19. Februar 2025 stimmten die Rechtsaussch&uuml;sse von <em>Assembl&eacute;e nationale</em> und <em>S&eacute;nat</em> &uuml;ber <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/frankreich-richard-ferrand-als-verfassungsratschef-bestaetigt-110306936.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Richard Ferrand</em> ab: 39 Mitglieder votierten f&uuml;r ihn, 58 gegen ihn,</a> nur eine Gegenstimme fehlte f&uuml;r das Scheitern; einen Tag sp&auml;ter ernannte der Staatspr&auml;sident <em>Ferrand</em> dennoch zum Mitglied und Pr&auml;sidenten des <em>Conseil constitutionnel</em>. Gerade ein lang wirkendes Kontrollamt kann so zwar effektiv besetzt werden, beginnt aber mit einer Legitimationsschuld.</p>
<p>Das franz&ouml;sische Volk muss nunmehr die Unabh&auml;ngigkeit und Amtseignung aus den Lebensl&auml;ufen und dem Handeln ableiten. Ein sp&auml;terer Pr&auml;sident kann nach Art. 13 CF mit Gegen-Ernennungen antworten. Und jedes dieser Kontrollorgane, das gegen eine neue, eventuell autorit&auml;r-populistische Mehrheit entscheidet, l&auml;uft &ndash;&nbsp;wegen des Quorums des Art. 13 CF &ndash;&nbsp;politisch Gefahr, als Nachhut der alten Pr&auml;sidentschaft zu gelten.</p>
<p>Daneben sch&uuml;tzt Frankreich die Republik im &bdquo;laufenden Vollzug&ldquo;. Der <a href="https://www.conseil-etat.fr/actualites/pluralisme-et-independance-de-l-information-l-arcom-devra-se-prononcer-a-nouveau-sur-le-respect-par-cnews-de-ses-obligations" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Conseil d&rsquo;&Eacute;tat</em></a> verpflichtete ARCOM 2024, bei der Pluralismuskontrolle s&auml;mtliche Programmteilnehmer und bei der Unabh&auml;ngigkeitskontrolle auch die Programmgestaltung eines Senders einzubeziehen. ARCOM setzte dies um (genannt: <a href="https://www.arcom.fr/se-documenter/espace-juridique/textes-juridiques/deliberation-ndeg-2024-15-du-17-juillet-2024-relative-au-respect-du-principe-de-pluralisme-des-courants-de-pensee-et-dopinion-par-les-editeurs-de-services" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>D&eacute;lib&eacute;ration</em></a>). Doch diese Aufsicht bleibt gerade wegen der Neubesetzung mit <em>Ajdari</em> ein <em>Dual-Use</em>-Instrument: Je politischer der Zugang erscheint, desto leichter l&auml;sst sich eine sp&auml;tere Entscheidung &ndash; mag die Programmgestaltung noch so ausgewogen sein &ndash;&nbsp;als Nachhut des Ernennenden abwerten.</p>
<h2>Berlin verteilt die Zugriffsoptionen</h2>
<p>Deutschland setzt anders an. Bundestag und Bundesrat haben Ende 2024 <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/20/129/2012977.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zentrale Strukturmerkmale des Bundesverfassungsgerichts</a> im Grundgesetz verankert. Dazu geh&ouml;ren sein Status als selbst&auml;ndiger und unabh&auml;ngiger Gerichtshof des Bundes (Art. 93 Abs. 1 GG), die Gliederung in zwei Senate mit je acht Mitgliedern und die h&auml;lftige Wahl durch Bundestag und Bundesrat (Art. 93 Abs. 2 GG), die zw&ouml;lfj&auml;hrige Amtszeit bis zur Altersgrenze von 68 Jahren ohne Wiederwahl sowie die Fortf&uuml;hrung bis zur Ernennung des Nachfolgers (Art. 93 Abs. 3 GG), die Gesch&auml;ftsordnungsautonomie (Art. 93 Abs. 4 GG) und die Bindungswirkung seiner Entscheidungen (Art. 94 Abs. 4 Satz 1 GG). Diese Kernvorgaben kann der einfache Gesetzgeber nicht mehr &auml;ndern.</p>
<p>Zugleich begrenzt &sect; 7a Abs. 5 BVerfGG eine Blockade. Bleibt eine Wahl drei Monate nach einem Vorschlag des Gerichtsplenums aus, kann das andere Wahlorgan &uuml;bernehmen. Die Regel soll verhindern, dass eine Sperrminorit&auml;t die Nachbesetzung dauerhaft blockiert. Die deutsche Pointe liegt darin, nicht &Auml;mter, sondern die plurale Erneuerung und Entscheidungsf&auml;higkeit des Gerichts zu sch&uuml;tzen.</p>
<p>Vom Mittel kann man auf die Architektur schlie&szlig;en: Deutschland misstraut der einfachen Bundestagsmehrheit und verteilt Zugriff institutionell (zwischen Gericht und Wahlorganen), f&ouml;deral (zwischen Bundestag und Bundesrat) und zeitlich (durch die dreimonatige Frist vor der Ersatzwahl). F&uuml;r eine Lockerung der nun in Art. 93 und 94 GG verankerten Strukturmerkmale verlangt Art. 79 Abs. 2 GG Zweidrittelmehrheiten in Bundestag und Bundesrat. Der Preis daf&uuml;r bleibt eine Blockadeanf&auml;lligkeit; die deutsche Ordnung ist mithin schwer zu &uuml;bernehmen, aber leicht zu verklemmen.</p>
<p>Der Schutz ist aber nicht l&uuml;ckenlos, denn die Zweidrittelmehrheit f&uuml;r die Wahl der Richter steht weiterhin nur in den &sect;&sect; 6 und 7 BVerfGG. Eine einfache gesetzgeberische Mehrheit k&ouml;nnte das Quorum schlicht senken. Wer nun aber das Quorum in das Grundgesetz hebt, riskiert ein Dauerveto. Der Einwand spricht f&uuml;r eine k&uuml;nftige konsequente Kopplung: regul&auml;r ein Zweidrittelquorum, im Blockadefall ein Ersatzweg, der Vorschlags- und Wahlmacht trennt.</p>
<h2>Ein Seiteneingang bleibt</h2>
<p>Die gr&ouml;&szlig;te offene Flanke liegt in Frankreich bei den Verfassungs&auml;nderungen. Grunds&auml;tzlich verlangt Art. 89 CF daf&uuml;r, dass <em>Assembl&eacute;e nationale</em> und <em>S&eacute;nat</em> denselben Text annehmen (<em>termes identiques</em>). Danach entscheidet das Volk oder &ndash; bei einem Regierungsentwurf &ndash; der <em>Congr&egrave;s</em> mit drei F&uuml;nfteln der abgegebenen Stimmen.</p>
<p>Daneben kann der Pr&auml;sident aber nach&nbsp;Art. 11 CF auf Vorschlag der Regierung ein Referendum &uuml;ber die Organisation der &ouml;ffentlichen Gewalten ansetzen. <a href="https://dokdoc.eu/2025/06/06/hundert-tage-bis-zum-umsturz-die-autoritaere-versuchung-frankreichs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>De Gaulle</em> nutzte die Vorschrift 1962 f&uuml;r die Direktwahl des Pr&auml;sidenten, die seitdem besteht.</a> Der <em>Conseil constitutionnel</em> lehnte eine Pr&uuml;fung des angenommenen Referendumsgesetzes ab, weil es die nationale Souver&auml;nit&auml;t unmittelbar ausdr&uuml;cke (<a href="https://www.conseil-constitutionnel.fr/decision/1962/6220DC.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC, d&eacute;c. n&deg; 62-20 DC v. 6.11.1962, cons. 2&ndash;3</a>). Auch eine nach Art. 89 CF beschlossene Verfassungs&auml;nderung pr&uuml;ft er nicht (<a href="https://www.conseil-constitutionnel.fr/decision/2003/2003469DC.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC, d&eacute;c. n&deg; 2003-469 DC v. 26.3.2003, cons. 2</a>).&nbsp;<em>Hauchemaille</em>&nbsp;er&ouml;ffnete zwar eine schmale Kontrolle vorbereitender Referendumsakte, lie&szlig; die Sachpr&uuml;fung eines verfassungs&auml;ndernden Art.-11-Projekts aber offen (<a href="https://www.conseil-constitutionnel.fr/decision/2000/200021REF.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC, d&eacute;c. n&deg; 2000-21 REF v. 25.7.2000, cons. 5&ndash;6</a>).</p>
<p>F&uuml;r diesen Weg braucht der Pr&auml;sident zwar zumindest einen Regierungsvorschlag; eine <em>Cohabitation</em> (eine Regierung, die sich auf eine dem Pr&auml;sidenten politisch entgegengesetzte Parlamentsmehrheit st&uuml;tzt) kann deshalb eine Schranke bilden. Wenn Pr&auml;sident und Regierung sich aber einig sind (<a href="https://verfassungsblog.de/konfrontation-kohabitation-koalition/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">was zuletzt nicht immer vorlag, aber der Regelfall ist</a>), dann kann sich das 1962-Szenario wiederholen.</p>
<p>Damit f&uuml;hrt ein kurzer Weg an den Sicherungen vorbei. Ein Pr&auml;sident mit passender Regierung kann Art. 11 CF als historisch erprobte Umgehung beanspruchen. Er umgeht die nach Art. 89 CF erforderliche Zustimmung beider Kammern und erreicht nach dem Volksentscheid einen Text, den der Conseil constitutionnel nach seiner bisherigen Linie nicht pr&uuml;ft. Der <a href="https://www.senat.fr/seances/s202511/s20251106/s20251106_mono.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>S&eacute;nat</em>&nbsp;verwarf aber am 6. November 2025&nbsp;mit 213 zu 131 Stimmen</a> einen Vorschlag, der Art. 89 CF zum einzigen &Auml;nderungsweg der CF machen wollte.</p>
<p>Eine belastbare Reform m&uuml;sste indes Art. 89 CF pr&auml;zisieren und eine Vorabkontrolle in&nbsp;Art. 61, 60 CF ausdr&uuml;cklich auf Regierungsentwurf und Einberufungsdekret erstrecken. Das Gericht m&uuml;sste dann nicht das Abstimmungsergebnis kontrollieren, was wohl gegen die nationale Souver&auml;nit&auml;t versto&szlig;en w&uuml;rde. Es w&uuml;rde aber kl&auml;ren, ob der Pr&auml;sident dem Volk eine Frage als einfachem Gesetzgeber oder als verfassungs&auml;ndernder Gewalt vorlegen darf.</p>
<h2>Hierarchie der Anklage</h2>
<p>Die Staatsanwaltschaft ist in beiden Systemen missbrauchsanf&auml;llig. Deutsche Staatsanw&auml;lte m&uuml;ssen dienstlichen Weisungen folgen; die &auml;u&szlig;ere Aufsicht liegt f&uuml;r den Generalbundesanwalt bei der Bundesjustizverwaltung und sonst bei den Landesjustizverwaltungen (<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/gvg/__146.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&sect;&sect; 146, 147 GVG</a>). Aber das Bundesrecht schreibt f&uuml;r externe Einzelweisungen weder Schriftform (!) noch Begr&uuml;ndung (!) vor (z.B. <a href="https://www.neuerichter.de/unabhaengigkeit-der-staatsanwaltschaft-stellungnahme-gesetzentwurf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wird von telefonischen Empfehlungen zur Verfahrensf&uuml;hrung berichtet</a>). <a href="https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/2024_Transparenz_Weisungen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Bundesjustizministerium und einzelne L&auml;nder haben sich inzwischen vorsichtig selbst beschr&auml;nkt</a>; aber gerade das zeigt die L&uuml;cke zwischen politischer Praxis und gesetzlicher Befugnis.</p>
<p>In Frankreich kann der Justizminister zwar allgemeine Vorgaben zur Strafrechtspolitik machen, nicht aber Weisungen im Einzelfall erteilen (<a href="https://www.legifrance.gouv.fr/codes/article_lc/LEGIARTI000027753870" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art. 30 CPP</a>). Bei Ernennungen von Staatsanw&auml;lten gibt der <em><a href="https://www.conseil-superieur-magistrature.fr/nominations-des-magistrats" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Conseil sup&eacute;rieur de la magistrature</a></em> (CSM) nach Art. 65 CF bislang nur eine rechtlich unverbindliche Stellungnahme ab. <a href="https://www.conseil-superieur-magistrature.fr/nominations-des-magistrats" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seit 2007 folgt die Regierung ablehnenden Voten in der Praxis</a>; diese Selbstbindung kann aber jederzeit enden. Ein <a href="https://www.conseil-superieur-magistrature.fr/sites/default/files/pdf/Communiqu%C3%A9%20CSM%2027%20mars%202026.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im M&auml;rz 2026 vom CSM begr&uuml;&szlig;ter Reformvorschlag</a> will das Votum bindend machen. Bis dahin bleibt der Unterschied zwischen Norm und &Uuml;bung ein Resilienzrisiko.</p>
<h2>Der Gegner als Rechtsobjekt</h2>
<p>Deutschland richtet den sch&auml;rfsten Demokratieschutz gegen Parteien und &uuml;berl&auml;sst ihn dem Bundesverfassungsgericht.&nbsp;Art. 21 Abs. 2 GG&nbsp;erlaubt das Parteiverbot; Abs. 3 den Ausschluss von staatlicher Finanzierung. F&uuml;r ein Verbot verlangt Karlsruhe konkrete Anhaltspunkte, dass das verfassungsfeindliche Handeln Erfolg haben kann (<a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2017/01/bs20170117_2bvb000113.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfG, Urt. v. 17.1.2017 &ndash; 2 BvB 1/13, Rn. 585&ndash;587</a>). Der Finanzierungsausschluss verzichtet indes auf diese Potenzialit&auml;t. 2024 schloss das Gericht &bdquo;Die Heimat&ldquo; deshalb f&uuml;r sechs Jahre von der staatlichen Finanzierung aus (<a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2024/01/bs20240123_2bvb000119.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfG, Urt. v. 23.1.2024 &ndash; 2 BvB 1/19, Rn. 277&ndash;278, 507</a>). Entsprechend wird derzeit &uuml;ber ein auf einen selbst&auml;ndigen Parteiteil begrenztes Verbot (Art. 21 Abs. 2 GG, &sect; 46 Abs. 2 BVerfGG) und &ndash; gegen&uuml;ber einzelnen Funktion&auml;ren &ndash; &uuml;ber eine Grundrechtsverwirkung (Art. 18 GG) mit m&ouml;glicher Aberkennung der W&auml;hlbarkeit (&sect; 39 Abs. 2 BVerfGG) diskutiert.</p>
<p>Frankreich kennt kein entsprechendes verfassungsgerichtliches Parteiverbotsverfahren.&nbsp;Art. 4 CF&nbsp;verpflichtet Parteien &bdquo;nur&ldquo; auf nationale Souver&auml;nit&auml;t und Demokratie. Nach&nbsp;Art. L. 212-1 CSI&nbsp;kann die Regierung aber Vereinigungen durch Dekret im Ministerrat aufl&ouml;sen; die Verwaltungsgerichtsbarkeit pr&uuml;ft danach. Kurz gesagt: eine <a href="https://shs.cairn.info/revue-etudes-2022-9-page-57?lang=fr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorverlagerung des Republikschutzes in die Verwaltung</a>. Im Fall der Umweltbewegung&nbsp;<em>Les Soul&egrave;vements de la Terre</em>&nbsp;legte der <em>Conseil d&rsquo;&Eacute;tat</em> die Vorschrift aber eng aus und hob die Aufl&ouml;sung als unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig auf (<a href="https://www.conseil-etat.fr/fr/arianeweb/CE/decision/2023-11-09/476384" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CE, 9.11.2023, n&deg; 476384, points 4&ndash;6, 12&ndash;13</a>). Parteiverbot und Vereinsaufl&ouml;sung sind nat&uuml;rlich keine identischen Instrumente. Funktional beantworten sie jedoch dieselbe Frage: Wer darf eine organisierte Gefahr definieren und wann wird aus Abwehr Ausschluss? Deutschland l&auml;sst &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; das Verfassungsgericht entscheiden. Frankreich l&auml;sst zuerst die Exekutive handeln.</p>
<h2>Die n&auml;chste L&uuml;cke</h2>
<p>M&ouml;glicherweise werden die kommenden Wahlen beide Modelle weiter auf die Probe stellen. In Frankreich wird sich zeigen, ob neu besetzte Institutionen Vertrauen gewinnen oder als Fortsetzung alter Macht erscheinen und politisch zersetzt werden. Der <em>Rassemblement National</em> &ndash; <a href="https://verfassungsblog.de/le-pen-berufung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">selbst nach <em>Marine Le Pens</em> Verurteilung</a> &ndash;&nbsp;liegt aktuell weit vorne. In Deutschland werden kommende Richterwahlen zeigen, ob Konsens und Ersatzwege zusammenwirken k&ouml;nnen.</p>
<p>Autorit&auml;re Erosion wird sich indes nicht als offener Verfassungsbruch ank&uuml;ndigen. Sie wird &ndash; frei nach <em>Tolstoi</em> &ndash; auf ihre eigene Weise kommen: als ambige Ernennung, blo&szlig;es Organisationsgesetz, schlichte Haushaltsentscheidung oder ein partizipatives Referendumsdekret. Darum sollte jede Reform die ganze Zugriffskette im Blick behalten: (1) den Zugang zu einer Institution, (2) ihre Binnenordnung und (3) die Kontrolle von Umgehungen. <a href="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2025/12/251125_Verfassungsblog_Zusammenfassung-JustizProjekt.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Resilient ist nicht die Ordnung mit den meisten Sperren</a>; resilient ist diejenige, in der kein gleich wirksamer Weg deutlich leichter bleibt.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/resilienz-hier-und-dort/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Resilienz hier und dort</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-28T08:23:44+00:00</updated>
	<author><name>Arne P. Wegner</name></author>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>Stellen Postdocs (w/m/d) mit Habilitationsm&ouml;glichkeit, Abteilung &Ouml;ffentliches Recht des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Kriminalit&auml;t, Sicherheit und Recht in Freiburg im Breisgau (Direktor: Prof. Dr. Ralf Poscher), zum n&auml;chstm&ouml;glichen Zeitpunkt Das finden wir spannend VG M&uuml;nster: Polizistinnen, die w&auml;hrend Schie&szlig;erei flohen, verlieren Beamtenstatus FG Hamburg: Warbunk-Bank hat f&uuml;r hinterzogene Steuern in Cum-Ex-Gesch&auml;ften Zinsen zu zahlen EGMR:...</p>]]></content>
	<updated>2026-09-28T07:16:04+00:00</updated>
	<author><name>JuWiss Redaktion</name></author>
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	<title type="html">Drakeman’s Faint-hearted Originalism</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Donald Drakeman&rsquo;s impressive historical research in his new book,&nbsp;The Free Exercise Clause and ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p><span>Donald Drakeman&rsquo;s impressive historical research in his new book,&nbsp;<i>The Free Exercise Clause and the Rights of
Conscience,</i>&nbsp;poses
a formidable challenge to the idea that the original meaning of the Free
Exercise Clause mandates religious exemptions from generally applicable laws.&nbsp; He has uncovered important and surprising new
evidence of that meaning.&nbsp; This book will
pose a sharp test of whether the Supreme Court&rsquo;s self-styled originalists, who
favor such exemptions, actually care about evidence.</span></p>

<p><span><span>I&rsquo;m not a historian and can&rsquo;t judge Drakeman&rsquo;s historical
account.<span>&nbsp; </span>But I can say something about
what courts should do about them, if he is right.<span>&nbsp; </span>They are not sufficient reason to
revolutionize our constitutional rules.<span>&nbsp; </span>Drakeman
himself shrinks from some of his own conclusions, which give religion even
narrower protection than he thinks his research entails.<span>&nbsp; </span>Justice Antonin Scalia famously </span><a href="https://teachingamericanhistory.org/document/originalism-the-lesser-evil/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><span>wrote</span></a><span>
that &ldquo;in a crunch I may prove a faint-hearted originalist,&rdquo; because &ldquo;[i]n its
undiluted form&rdquo; originalism &ldquo;is medicine that seems too strong to swallow.&rdquo;<span>&nbsp; </span>Drakeman doesn&rsquo;t admit it, but he too is a
faint-hearted originalist, and the point at which he faints is idiosyncratic
and driven by his presentist political judgments.<span>&nbsp; </span>His idiosyncrasy shows the limits of
originalism: does it ever make sense for us to radically change our law because
of new historical research?<p></p></span></span></p><p><span>I elaborate in a <a href="https://canopyforum.org/2026/09/23/drakemans-faint-hearted-originalism/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">new piece</a> at Canopy Forum.</span></p><p><span><span><br></span></span></p>]]></content>
	<updated>2026-09-27T18:54:40+00:00</updated>
	<author><name>noreply@blogger.com (Andrew Koppelman)</name></author>
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	<title type="html">Why I Write</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>This editorial is part of our &ldquo;Behind the Scenes&rdquo; series, in which our editors and authors describ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<div>
<div>
<p><em>This editorial is part of our &ldquo;Behind the Scenes&rdquo; series, in which our editors and authors describe their creative process in the age of artificial intelligence. How do ideas come to us? How do we sow and water them, and how do we know when they are ripe? And what role does artificial intelligence play in all of this?</em></p>
<p>I am not an award-winning writer or scholar. I live and work in conditions that are endlessly generative in terms of ideas that I could write about, and still, those very same conditions make it almost impossible to write. Yet, in this foolish life I live, I write. I write because I have come to know that it is a way in which I experience my humanness and a way in which I connect with the humanness of others across time and space. For me, to be human, is to experience entanglement (with life around me), to know my brokenness, to be inspired to imagine possibilities beyond my own limitations and to accept the reality of death.</p>
<p>My motivation to write almost always comes from the world I inhabit and often because there are thoughts, views, puzzles, irritations that are bubbling within me that I want to share with those around me. If I do not write regularly, I am unsettled, even irritable. Writing centres me, gives me an outlet, allows me to connect and often, it reminds me of my desires and purposes in living. It helps me to understand myself and the world around me.</p>
<p>When I was serving on Sri Lanka&rsquo;s Constitutional Council and I had to weather many&nbsp; storms, I found refuge in my writing. Sitting at my desk in the early hours of a new day, grappling with ideas, words and structure grounded me, calmed me and helped me to live to fight another day, from a place of clarity. All this to say, in as much as writing is something I do, it is also something that I am and it is one part of an iterative process through which I live out my humanness. This iterative process involves reading, going on long walks, writing out my rough ideas with pen and paper and using pens of different colours, and it involves conversations. I have had many occasions where a long walk or intense conversation (particularly disagreements) has helped me work out a better argument, figure out connections and gather myself to keep writing on days when I feel overwhelmed by the life conditions around me. There are times when I write out of desperation, when other means I have used to be heard, to convince institutions or individuals have failed. Writing has often been cathartic for me, a form of record-keeping, engagement, dissent or self-expression.</p>
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<p><strong><a href="https://www.prf.cuni.cz/aktuality/postdoctoral-researcher-comparative-constitutional-law-and-political-community" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-300x96.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-150x48.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-200x64.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-300x96.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-400x128.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-600x192.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-800x256.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1024x328.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1200x385.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1536x492.png 1536w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-150x48.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-200x64.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-300x96.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-400x128.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-600x192.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-800x256.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1024x328.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1200x385.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1536x492.png 1536w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a><em>Postdoctoral Researcher in Comparative Constitutional Law and Political Community</em></strong><em> at Charles University, Prague. </em></p>
<p><em>We seek a scholar with strong expertise in <strong>comparative constitutional law</strong>&nbsp;and an interest in <strong>constitutional theory</strong> to examine how constitutional doctrine, including <strong>constitutional identity</strong>, contributes to the construction of <strong>political community</strong>&nbsp;across different constitutional systems in <strong>Europe and MENA</strong>. <strong>Salary: approx. CZK 75,000 gross/month. </strong></em></p>
<p><em><strong>Deadline: 20 October 2026. </strong></em></p>
<p><em><a title="https://www.prf.cuni.cz/aktuality/postdoctoral-researcher-comparative-constitutional-law-and-political-community" href="https://www.prf.cuni.cz/aktuality/postdoctoral-researcher-comparative-constitutional-law-and-political-community" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Please find more information here.</strong></a></em></p>
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<p>Perhaps this is why, for my writing, I do not use AI, at least not intentionally and not yet. Some kind and thoughtful colleagues that I respect have explained the ways in which I can, and perhaps even ought to, use AI in my work. I write to experience my humanness. Of course, I rely heavily on technology. Yet, to me, all the technology that I use seems to assist rather than limit my humanness. AI on the other hand, it seems to me, will replace my humanness in a fundamental way. I have the luxury of being able to pace my own writing, the benefit of training and experience which gives me confidence to generate my own ideas, choose my vocabulary and review my drafts. For the moment, I see no compelling reason to use AI, and I see every reason to actively resist it in my work and protect my approach. I am mindful that in a world where AI is ubiquitous, my frequency of writing and its quality may seem more and more inadequate or imperfect. I think I can live with that.</p>
<p>Even if I do not, knowingly, use AI in my writing, its prevalence around me affects my freedom to be human. I teach, examine, supervise, engage in administration, participate in discussions, review, report, propose policy. I also mother, consume, drive a car and am politically engaged. AI is ubiquitous across all of these spheres of activity. It is busy thinking, reading, collating, summarizing, analysing, predicting on our behalf. I have been in situations where I can see that humans are merely the front, and AI is driving the thinking, the communications and the outcomes. In such moments, I am overwhelmed by sadness, frustration and despair.</p>
<p>In my work and life context, where English is a second language, it seems to me that AI has become the easy way out. No longer do I deal with language issues such as poor grammar, incorrect spellings or a weak structure. Credentialism is held in high regard, most are time-poor, many are weak in their language skills, and academic and/or professional rigour has gone out of fashion. The race to succeed is paramount, and AI is there to assist. The quality of your academic work is measured by the photos on your social media posts and the marks you earn in the scheme for promotions. This is a different type of dystopia. Some students tell me that they find AI platforms addictive and their main learning task involves feeding a PowerPoint presentation into AI to have it summarised and then using a translator to read it in their first language. In my anachronistic worldview, I am still resisting the regular use of PowerPoints in the classroom! Increasingly, I feel like a dinosaur &ndash; in terms of being out of place, strange and representing a world which is no longer.</p>
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<div><a href="https://www.nomos-shop.de/de/p/der-schein-konsens-gr-978-3-7560-4059-9" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-202x300.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-101x150.png 101w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-200x296.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-202x300.png 202w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-400x593.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1.png 434w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-101x150.png 101w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-200x296.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-202x300.png 202w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-400x593.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1.png 434w" sizes="(max-width: 202px) 100vw, 202px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></div>
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<div><i>Wer &uuml;ber </i><b><i>Demokratie</i></b><i> streitet, sollte wissen, wor&uuml;ber er streitet.</i></div>
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<div><i>Doch &bdquo;Populismus&rdquo; und &bdquo;Illiberalismus&rdquo; &ndash; in Wissenschaft und Medien allgegenw&auml;rtig &ndash; versagen als Analysewerkzeuge: empirisch fragw&uuml;rdig, dramatisieren sie legitime Positionen und verharmlosen dadurch undemokratische Haltungen. Das </i><a href="https://www.nomos-shop.de/de/p/der-schein-konsens-gr-978-3-7560-4059-9" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span><b><i>Buch</i></b></span></a><b><i> </i></b><i>stellt diesen Begriffen einen </i><b><i>pragmatischen Demokratiebegriff</i></b><i> entgegen, der sich aus dem V&ouml;lkerrecht ableitet &ndash; eng definiert, aber normativ klar. Es benennt rote Linien und macht den versteckten Dissens &uuml;ber demokratische Grundregeln auch unter bekennenden Demokraten sichtbar.</i></div>
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<p>The collective shift in how we read, think, write, review, engage due to AI affects me and my engagement with the world around me. Even if I make an argument or develop new insights, whether that writing is accurate, compelling, helpful has to be determined by the world. But if the world increasingly relies on AI to make that assessment, there is a fundamental restriction to my own prospects for being human or for experiencing my humanness. The harsh truth is that my ability to remain more human than not is mostly dependent on everyone else around me. Actually, at the moment, it depends heavily on a couple of tech companies that have reached into our everyday living in ways that were unimaginable before and are nearly impossible to resist.</p>
<p>As someone who works with young adults and as a mother, I constantly ask myself about what all of this means for my custodianship of the life that I have been given. For now, I can preserve and practice my way of writing and engagement. But what is my responsibility to those I mother, teach, supervise, review, mentor or examine in passing on some of these traditions of being human? Collective and sustained reflection and conversation are essential to work this out &ndash; and that is the very thing that the ubiquity of AI undermines.</p>
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<p><strong>*</strong></p>
<h2>Editor&rsquo;s Pick</h2>
<p>by VERENA VORTISCH</p>
<div><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-106826" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-300x183.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-150x91.jpg 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-200x122.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-300x183.jpg 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-400x243.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-600x365.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-800x487.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1024x623.jpg 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1200x730.jpg 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1536x935.jpg 1536w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-150x91.jpg 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-200x122.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-300x183.jpg 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-400x243.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-600x365.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-800x487.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1024x623.jpg 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1200x730.jpg 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1536x935.jpg 1536w" sizes="(max-width: 346px) 100vw, 346px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><p>Copyright: Verena Vortisch</p></div>
<p>&ldquo;He came after Homer and before Gertrude Stein, a difficult interval for a poet&rdquo;: so begins Anne Carson&rsquo;s <em>Autobiography of Red</em>. This extraordinary author transcends all genre boundaries &ndash; who cares whether it is an essay, poetry, prose or drama &ndash; and moves effortlessly back and forth through time. For the classicist Carson, antiquity is her most important, though by no means her only point of reference. She strips away the layers to reveal what remains human across the ages, and is precise, witty and erratic all at once. In her work, the ancient Helen can be both herself and Marilyn Monroe (in <em>Norma Jean Baker of Troy</em>). Here, she records lessons from the history of war that strike right to the core. Anyone seeking some distance from the present, whilst at the same time delving deeply into it, should turn to Anne Carson.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<h2>The Week on Verfassungsblog</h2>
<p>summarised by EVA MARIA BREDLER</p>
<p>While Donald Trump and Xi Jinping dine on baby bok choy at the White House, reportedly grown in its own garden, the EU and Canada are thinking about planting garden of their own together. Last week, Commission President von der Leyen suggested that <strong>Canada</strong> could become the first &ldquo;associate member&rdquo; of the EU. Amid the current geopolitical gloom, the idea inspired some hope &ndash; but also many questions. What exactly would &ldquo;associate membership&rdquo; entail, and how would it work for a country on the other side of the Atlantic? <a href="https://verfassungsblog.de/canada-eu-associate-member/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ARNE P. WEGNER</a> (ENG) looks for answers in the law as it stands and shows how closely the EU and Canada already work together. <a href="https://verfassungsblog.de/associate-membership-of-the-eu/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ANDREW DUFF</a> (ENG) gets specific and drafts a Treaty article that would make associate membership possible.</p>
<p><strong>Iceland</strong>, by contrast, had been considered a candidate for (ordinary) membership. Now Icelanders have confidently voted against joining the EU in a referendum. <a href="https://verfassungsblog.de/iceland-and-eu-accession-referendum/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MARIA ELVIRA MENDEZ PINEDO</a> (ENG) explains why and concludes that Iceland simply voted to keep &ldquo;a well-functioning status quo&rdquo;.</p>
<p>In Saxony-Anhalt, the status quo is about to end. On 6 October, the newly elected <strong>Landtag</strong> meets for its constituent session, and one of its first tasks is to decide who sits on its committees. The AfD caused an uproar by demanding committees of twelve members, half of whom would be its own. <a href="https://verfassungsblog.de/ausschuss-afd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ROBERT B&Ouml;TTNER</a> (GER) argues that this is incompatible with the principle of democracy and therefore unconstitutional.</p>
<p>The Landtag will soon be sitting, but no state government is in sight in Saxony-Anhalt. That hasn&rsquo;t stopped the AfD from repeating that voters have given it a mandate to govern. Among other things, its manifesto promises to end the &ldquo;experiment of inclusion in schools&rdquo;. But could a state government simply abolish <strong>inclusive education</strong>? <a href="https://verfassungsblog.de/wehrhafte-inklusion/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MARTEN BREUER</a> (GER) shows that the federal government, the Bundestag, other L&auml;nder and those affected could all challenge such plans in court.</p>
<p>Whether a court could also stop the <strong>reform of German intelligence law </strong>has been a hot topic on our blog. Among other things, the reform would &ndash; for the first time &ndash; confer powers on the intelligence services in a state of tension and a state of defence. <a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienstreform-wehrverfassung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ROBERT FRAU and NICOLE N&Auml;THER</a> (GER) think the reform gets this wrong for the Federal Intelligence Service (BND) and point to further problems.</p>
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<div><span>+</span><a href="https://verfassungsblog.de/newsletter-mpi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-120x150.jpg 120w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-200x250.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg 240w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-400x500.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-600x750.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-800x1000.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-820x1024.jpg 820w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu.jpg 922w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-120x150.jpg 120w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-200x250.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg 240w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-400x500.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-600x750.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-800x1000.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-820x1024.jpg 820w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu.jpg 922w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></div>
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<div><em>Whether it is intelligence service reform, dynamic tech like Palantir or counter-terrorism policy, <strong>criminal and security law</strong> is facing rapid shifts. Once a month, the <strong>VB Security &amp; Crime Dossier</strong> breaks down the key developments for you: <strong>expert commentary</strong> bridging constitutional, criminal and security law, an <strong>overview of the current debates</strong>, and our quick-hit &lsquo;<strong>Aktenvermerk</strong>&lsquo; as a concise insight. Everything you need to know, straight to your inbox.</em></div>
<div><span>x</span></div>
<div><em><strong>Subscribe now for free:</strong> <a href="https://verfassungsblog.de/newsletter-mpi/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">verfassungsblog.de/newsletter-mpi/</a> (available in German only)</em></div>
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<p><a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienstreform-auskunftsrecht/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MARKUS OGOREK and LUCA MANNS</a> (GER) look at the new <strong>rights of access to information</strong> in the BND Act, which the reform will restrict further. They explain why they think this is the right call, and why the explanatory memorandum yet promises more than the Basic Law can deliver.</p>
<p>In July, a Munich court convicted an Iraqi couple of deliberately attacking the religious identity of two Yazidi girls. The systematic destruction of Yazidi temples and shrines by ISIS, however, has so far gone unpunished. <a href="https://verfassungsblog.de/is-jesidinnen-religion/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">GREGORY MOSE</a> (ENG) argues that such <strong>attacks on religious life</strong> should be recognised as a distinct form of persecution and thus as a crime against humanity.</p>
<p>This week also saw the end of our symposium on academic freedom, &ldquo;<a href="https://verfassungsblog.de/category/debates/die-umkampfte-freiheit-der-wissenschaft-debates/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>Die umk&auml;mpfte Freiheit der Wissenschaft</strong></a>&rdquo; (GER). Using Florida as an example, <a href="https://verfassungsblog.de/selbstzensur-in-der-wissenschaft/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">JANIKA SPANNAGEL</a> shows how a climate of uncertainty can lead academics to limit their research and teaching without any direct interference. <a href="https://verfassungsblog.de/begrundet-die-wissenschaftsfreiheit-partizipative-rechte-in-der-wissenschaftsorganisation/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">HANS MICHAEL HEINIG</a> compares Germany and the US and asks whether German university law gives too much weight to participation rights in academic self-governance. <a href="https://verfassungsblog.de/neutrale-hochschulen/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">CHRISTOPH M&Ouml;LLERS, MAX LENZ and NILS WEINBERG</a> argue that the Basic Law does not impose a general duty of neutrality on universities. <a href="https://verfassungsblog.de/versicherheitlichung-der-universitat-wissenschaftsfreiheit/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">D&Ouml;RTHE ENGELCKE and ILYAS SALIBA</a> analyse how scholarship critical of the state is being disciplined in the name of fighting antisemitism. <a href="https://verfassungsblog.de/hochschulen-mussen-vor-die-lage-kommen/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">J&Ouml;RG NIEW&Ouml;HNER and FELIX MAUCH</a> show why research funding and university autonomy cannot be separated. <a href="https://verfassungsblog.de/wissenschaftsfreiheit-unter-druck/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MICHAEL Z&Uuml;RN</a> argues that legal protection is not enough when academia keeps losing autonomy. <a href="https://verfassungsblog.de/wissenschaft-im-visier-der-politik/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">SASCHA SPOUN and SEBASTIAN WEINER</a> take the view that only academia itself can judge whether a discipline meets objective standards. <a href="https://verfassungsblog.de/wer-verdient-keine-buhne/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">DAVID LANIUS and MICHAEL SCHEFCZYK</a> set out the epistemic responsibility gatekeepers carry when they invite experts, and propose a cost-benefit test to decide which experts deserve a platform.</p>
<p>Expertise is a tricky thing. &ldquo;He&rsquo;s an expert on stones, and he loves good granite,&rdquo; <a href="https://www.forbes.com/sites/saradorn/2026/09/24/trump-touts-xi-as-expert-on-stone-who-loves-good-granite-while-showing-off-white-house-construction/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trump said of Xi</a>. Whether universities should now invite Xi Jinping to speak as a stone expert, I&rsquo;ll leave to your own analysis.</p>
</div>
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<p>*</p>
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<p>That&rsquo;s it for this week. Take care and all the best!</p>
<p>Yours,</p>
<p>the Verfassungsblog Team</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>If you would like to receive the&nbsp;<strong>weekly editorial</strong> as an e-mail, you can subscribe&nbsp;<a href="https://verfassungsblog.de/newsletter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">here</a>.</em></p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/why-i-write/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Why I Write</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-25T15:14:29+00:00</updated>
	<author><name>Dinesha Samararatne</name></author>
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	<title type="html">Warum ich schreibe</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Dieses Editorial ist Teil unserer Reihe &bdquo;Hinter den Kulissen&ldquo;, in der unsere Redakteur:innen und Au...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<div>
<p><em>Dieses Editorial ist Teil unserer Reihe &bdquo;Hinter den Kulissen&ldquo;, in der unsere Redakteur:innen und Autor:innen ihren kreativen Prozess in Zeiten von k&uuml;nstlicher Intelligenz beschreiben.&nbsp;Wie kommen wir auf Ideen? Wie s&auml;en und gie&szlig;en wir Ideen, wann merken wir, dass sie reif sind?</em>&nbsp;<em>Und welche Rolle spielt k&uuml;nstliche Intelligenz dabei?</em></p>
<p>Ich bin weder preisgekr&ouml;nte Autorin noch gefeierte Wissenschaftlerin. Ich lebe und arbeite unter Bedingungen, die mir unendlich viel Schreibstoff liefern. Doch sind es genau diese Bedingungen, die mir das Schreiben fast unm&ouml;glich machen. Und trotzdem schreibe ich. Vern&uuml;nftig ist das nicht. Aber beim Schreiben erfahre ich, was es hei&szlig;t, Mensch zu sein, und dass ich mich so mit anderen verbinde, &uuml;ber Zeit und Raum hinweg. Menschsein bedeutet f&uuml;r mich: mit dem Leben um mich herum verwoben zu sein. Sich meiner Zerbrechlichkeit bewusst zu sein. Sich M&ouml;glichkeiten vorzustellen, die &uuml;ber die eigenen Grenzen hinausreichen. Und anzuerkennen, dass wir sterblich sind.</p>
<p>Was mich zum Schreiben bringt, kommt fast immer aus der Welt, in der ich lebe. Meist g&auml;rt etwas in mir: ein Gedanke, eine Frage, &Auml;rger, den ich mit anderen teilen will. Schreibe ich l&auml;ngere Zeit nicht, werde ich unruhig, sogar gereizt. Schreiben zentriert mich. Es ist ein Ventil, es stiftet Verbindung, und oft erinnert es mich daran, was ich will und wof&uuml;r ich lebe. Es hilft mir, mich und die Welt zu verstehen.</p>
<p>Als ich im Verfassungsrat Sri Lankas sa&szlig; und so manches Unwetter &uuml;berstehen musste, war das Schreiben meine Zuflucht. Fr&uuml;h am Morgen sa&szlig; ich am Schreibtisch und rang mit Gedanken, Formulierungen, dem Aufbau eines Textes. Das gab mir Halt. Es beruhigte mich, und es half mir, am n&auml;chsten Tag mit klarem Kopf weiterzuk&auml;mpfen. Schreiben ist f&uuml;r mich also mehr als eine T&auml;tigkeit. Es geh&ouml;rt zu mir, als Teil eines Kreislaufs, in dem ich mein Menschsein lebe. Zu dem Kreislauf geh&ouml;ren auch Lesen und lange Spazierg&auml;nge, erste Ideen, die ich mit dem Stift aufs Papier bringe, gern in verschiedenen Farben. Und dazu geh&ouml;ren Gespr&auml;che. Oft hat mir ein langer Spaziergang oder ein intensives Gespr&auml;ch (insbesondere Streit!) geholfen, ein Argument zu sch&auml;rfen und Zusammenh&auml;nge zu erkennen. An Tagen, an denen mir alles &uuml;ber den Kopf w&auml;chst, bringt mich das zur&uuml;ck an den Schreibtisch. Manchmal schreibe ich auch aus Verzweiflung: wenn ich auf keinem anderen Weg mehr geh&ouml;rt werde, wenn ich Institutionen oder Menschen anders nicht &uuml;berzeugen kann. Schreiben war f&uuml;r mich oft kathartisch, eine Art von Archiv, Einmischung, Widerspruch und Selbstausdruck.</p>
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<p><strong><a href="https://www.prf.cuni.cz/aktuality/postdoctoral-researcher-comparative-constitutional-law-and-political-community" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-300x96.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-150x48.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-200x64.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-300x96.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-400x128.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-600x192.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-800x256.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1024x328.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1200x385.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1536x492.png 1536w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-150x48.png 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-200x64.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-300x96.png 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-400x128.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-600x192.png 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-800x256.png 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1024x328.png 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1200x385.png 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/LOGO_PF_UK_logo-EN-1536x492.png 1536w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a><em>Postdoctoral Researcher in Comparative Constitutional Law and Political Community</em></strong><em> at Charles University, Prague. </em></p>
<p><em>We seek a scholar with strong expertise in <strong>comparative constitutional law</strong>&nbsp;and an interest in <strong>constitutional theory</strong> to examine how constitutional doctrine, including <strong>constitutional identity</strong>, contributes to the construction of <strong>political community</strong>&nbsp;across different constitutional systems in <strong>Europe and MENA</strong>. <strong>Salary: approx. CZK 75,000 gross/month. </strong></em></p>
<p><em><strong>Deadline: 20 October 2026. </strong></em></p>
<p><em><a title="https://www.prf.cuni.cz/aktuality/postdoctoral-researcher-comparative-constitutional-law-and-political-community" href="https://www.prf.cuni.cz/aktuality/postdoctoral-researcher-comparative-constitutional-law-and-political-community" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Please find more information here.</strong></a></em></p>
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<p>Vielleicht nutze ich deshalb beim Schreiben keine KI. Jedenfalls nicht absichtlich, und jedenfalls noch nicht. Freundliche, kluge Kolleg:innen, die ich sehr sch&auml;tze, haben mir erkl&auml;rt, wie KI mir die Arbeit erleichtern k&ouml;nnte. Manche meinen, ich <em>sollte</em> sie sogar nutzen. Aber ich schreibe ja, um mein Menschsein zu erfahren. Nat&uuml;rlich bin ich auf Technik angewiesen. Doch wenn ich Technik nutze, unterst&uuml;tzt sie mich als Mensch, statt mich einzuschr&auml;nken. KI dagegen w&uuml;rde, so mein Eindruck, genau das ersetzen, worum es mir geht. Ich bin in der privilegierten Lage, mein Tempo selbst zu bestimmen. Ausbildung und Erfahrung geben mir genug Selbstvertrauen, um eigene Ideen zu entwickeln, meine Worte selbst zu w&auml;hlen und meine Entw&uuml;rfe selbst zu &uuml;berarbeiten. Momentan sehe ich keinen zwingenden Grund daf&uuml;r, KI zu nutzen &ndash; und stattdessen viele gute Gr&uuml;nde, um mich ihr bewusst zu verweigern und meine Arbeitsweise zu verteidigen. Mir ist bewusst, dass ich im Zeitalter von KI bald &uuml;berholt werde: zu wenig Output, zu viele Fehler. Damit kann ich leben, denke ich.</p>
<p>Auch wenn ich selbst keine KI verwende, schr&auml;nkt ihre Allgegenwart meine Freiheit ein, Mensch zu sein. Ich lehre, pr&uuml;fe und betreue. Ich verwalte, diskutiere, begutachte, schreibe Berichte und politische Empfehlungen. Ich erziehe und konsumiere, fahre Auto und engagiere mich politisch. In all diesen Bereichen ist KI l&auml;ngst angekommen. Sie denkt f&uuml;r uns, liest, sortiert, fasst zusammen, analysiert und prognostiziert. Ich habe Situationen erlebt, in denen Menschen nur noch Fassade waren: das Denken, die Kommunikation, die Ergebnisse &ndash; all das kam von KI. In solchen Momenten bin ich traurig, frustriert, verzweifelt.</p>
<p>Dort, wo ich lebe und arbeite, ist Englisch f&uuml;r die meisten eine Zweitsprache. KI ist hier zum bequemen Ausweg geworden. Schlechte Grammatik, Rechtschreibfehler, wackelige Gliederungen: All das begegnet mir kaum noch. Lebensl&auml;ufe z&auml;hlen viel, Zeit haben die wenigsten, sprachlich sind viele unsicher. Gr&uuml;ndlichkeit, ob in der Wissenschaft oder im Beruf, ist aus der Mode gekommen. Es ist vor allem der Wettlauf um Erfolg, der z&auml;hlt &ndash; und KI hilft dabei. Wie gut jemand wissenschaftlich arbeitet, l&auml;sst sich an den Fotos in den sozialen Medien ablesen und an den Punkten, die man f&uuml;r die n&auml;chste Bef&ouml;rderung sammelt. Auch das ist eine Dystopie, nur eben eine andere. Studierende erz&auml;hlen mir, dass KI-Plattformen sie s&uuml;chtig machen. Lernen hei&szlig;t f&uuml;r viele von ihnen: die PowerPoint-Folien der Vorlesung in eine KI hochladen, zusammenfassen lassen und das Ergebnis in die eigene Erstsprache &uuml;bersetzen. Ich dagegen wehre mich mit meinem hoffnungslos altmodischen Weltbild noch immer dagegen, dass PowerPoint im H&ouml;rsaal &uuml;berhaupt zum Standard wird. Immer &ouml;fter komme ich mir vor wie ein Dinosaurier: fehl am Platz, etwas eigenartig, eine Erinnerung aus einer Welt, die es nicht mehr gibt.</p>
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<div><a href="https://www.nomos-shop.de/de/p/der-schein-konsens-gr-978-3-7560-4059-9?gad_source=5&amp;gad_campaignid=18261948925&amp;gclid=EAIaIQobChMI2Zms7-CJlwMVr5JoCR0v-QGrEAQYASABEgJGGPD_BwE" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-202x300.png" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-101x150.png 101w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-200x296.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-202x300.png 202w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-400x593.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1.png 434w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-101x150.png 101w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-200x296.png 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-202x300.png 202w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1-400x593.png 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/image-1.png 434w" sizes="(max-width: 239px) 100vw, 239px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a><span>.</span></div>
<div><em>Wer &uuml;ber <strong>Demokratie</strong> streitet, sollte wissen, wor&uuml;ber er streitet. </em></div>
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<div><em>Doch &bdquo;Populismus&rdquo; und &bdquo;Illiberalismus&rdquo; &ndash; in Wissenschaft und Medien allgegenw&auml;rtig &ndash; versagen als Analysewerkzeuge: empirisch fragw&uuml;rdig, dramatisieren sie legitime Positionen und verharmlosen dadurch undemokratische Haltungen. Das <strong><a title="https://www.nomos-shop.de/de/p/der-schein-konsens-gr-978-3-7560-4059-9" href="https://www.nomos-shop.de/de/p/der-schein-konsens-gr-978-3-7560-4059-9" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buch</a> </strong>stellt diesen Begriffen einen <strong>pragmatischen Demokratiebegriff</strong> entgegen, der sich aus dem V&ouml;lkerrecht ableitet &ndash; eng definiert, aber normativ klar. Es benennt rote Linien und macht den versteckten Dissens &uuml;ber demokratische Grundregeln auch unter bekennenden Demokraten sichtbar.</em></div>
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<div><em><strong><a title="https://www.nomos-shop.de/de/p/der-schein-konsens-gr-978-3-7560-4059-9" href="https://www.nomos-shop.de/de/p/der-schein-konsens-gr-978-3-7560-4059-9" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bestellen Sie es hier.</a></strong></em></div>
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<p>Dass wir kollektiv anders lesen, denken, schreiben, begutachten und diskutieren, seit es KI gibt, betrifft auch mich und mein individuelles Weltverh&auml;ltnis. Ich kann ein Argument entwickeln oder zu neuen Einsichten kommen. Ob mein Text stimmt, &uuml;berzeugt oder weiterhilft, entscheiden aber andere. Verlassen sie sich dabei zunehmend auf KI, wird es auch f&uuml;r mich schwerer, Mensch zu sein und mich als Mensch zu erfahren. Die bittere Wahrheit ist: Ob ich Mensch bleibe, h&auml;ngt vor allem von den Menschen um mich herum ab. Und derzeit h&auml;ngt es an einer Handvoll Tech-Konzerne, die unseren Alltag auf eine Weise beherrschen, die vor Kurzem noch unvorstellbar war &ndash; und der man sich kaum entziehen kann.</p>
<p>Ich arbeite mit jungen Erwachsenen, und ich bin Mutter. Deshalb frage ich mich st&auml;ndig, was all das f&uuml;r meine Verantwortung bedeutet, f&uuml;r das Leben, das mir anvertraut ist. Noch kann ich daran festhalten, wie ich schreibe und mich engagiere. Aber was schulde ich meinen Kindern, meinen Studierenden und all jenen, die ich betreue, begutachte, begleite oder pr&uuml;fe? Wie gebe ich weiter, was f&uuml;r mich zum Menschsein geh&ouml;rt? Beantworten l&auml;sst sich das nur gemeinsam, im Nachdenken und im Gespr&auml;ch, und zwar &uuml;ber lange Zeit &ndash;genau daf&uuml;r l&auml;sst die Allgegenwart der KI immer weniger Raum.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<h2>Editor&rsquo;s Pick</h2>
<p>von VERENA VORTISCH</p>
<div><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-106826-2" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-300x183.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-150x91.jpg 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-200x122.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-300x183.jpg 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-400x243.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-600x365.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-800x487.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1024x623.jpg 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1200x730.jpg 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1536x935.jpg 1536w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-150x91.jpg 150w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-200x122.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-300x183.jpg 300w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-400x243.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-600x365.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-800x487.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1024x623.jpg 1024w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1200x730.jpg 1200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/20260918_EditorsPick_Carson_VV-1536x935.jpg 1536w" sizes="(max-width: 362px) 100vw, 362px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"><p>Copyright: Verena Vortisch</p></div>
<p>&bdquo;<em>He came after Homer and before Gertrude Stein, a difficult interval for a poet&ldquo;</em>, so beginnt Anne Carsons <em>Autobiography of Red</em>. Diese fantastische Autorin sprengt alle Genregrenzen &ndash; wen interessiert auch, ob es nun Essay, Lyrik, Prosa oder Drama ist &ndash; und fliegt m&uuml;helos zwischen den Zeiten hin und her. F&uuml;r die klassische Philologin Carson ist die Antike wichtigster, aber keineswegs einziger Bezugspunkt. Sie sch&auml;lt das alle Zeiten &uuml;berdauernde Menschliche heraus, ist pr&auml;zise, witzig, erratisch in einem. Bei ihr kann die antike Helena zugleich sie selbst und Marilyn Monroe sein (in <em>Norma Jean Baker of Troy</em>). Hier notiert sie Lektionen zur Geschichte des Krieges, die ins Mark treffen. Wer Abstand von der Gegenwart will, um gleichzeitig tief in sie einzutauchen, der konsultiere Anne Carson.</p>
<p><strong>*</strong></p>
<h2>Die Woche auf dem Verfassungsblog</h2>
<p>zusammengefasst von EVA MARIA BREDLER</p>
<p>W&auml;hrend Donald Trump und Xi Jinping Baby-Pak-Choi &ndash; angeblich aus dem Garten des Wei&szlig;en Hauses &ndash; essen, denken die EU und Kanada dar&uuml;ber nach, kurzerhand einen gemeinsamen Garten anzulegen: Letzte Woche schlug Kommissionspr&auml;sidentin von der Leyen vor, <strong>Kanada</strong> als erstes &bdquo;assoziiertes EU-Mitglied&ldquo; aufzunehmen. Der Vorschlag hat inmitten der aktuellen geopolitischen Misere Hoffnung gemacht, aber auch einige Fragezeichen hinterlassen. Was genau soll eine &bdquo;assoziierte EU-Mitgliedschaft&ldquo; sein (noch dazu eines amerikanischen Landes)? <a href="https://verfassungsblog.de/canada-eu-associate-member/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ARNE P. WEGNER</a> (EN) sucht Antworten im geltenden Recht und erkl&auml;rt dabei, wie eng die EU und Kanada schon jetzt zusammenarbeiten. <a href="https://verfassungsblog.de/associate-membership-of-the-eu/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ANDREW DUFF</a> (EN) wird konkret und legt einen Entwurf f&uuml;r einen Artikel vor, mit dem sich die Vertr&auml;ge entsprechend erg&auml;nzen lie&szlig;en.</p>
<p>Als ganz normaler EU-Beitrittskandidat wurde <strong>Island</strong> gehandelt. Doch in einem Referendum haben sich die Isl&auml;nder:innen jetzt selbstbewusst gegen einen EU-Beitritt entschieden. <a href="https://verfassungsblog.de/iceland-and-eu-accession-referendum/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MARIA ELVIRA MENDEZ PINEDO</a> (EN) erkl&auml;rt die Gr&uuml;nde und res&uuml;miert: Island hat blo&szlig; f&uuml;r den gut funktionierenden Status quo gestimmt.</p>
<p>Mit dem Status quo ist in Sachsen-Anhalt dagegen jetzt Schluss: Am 6. Oktober tritt der neue <strong>Landtag</strong> zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Darin muss er auch die Besetzung seiner Aussch&uuml;sse kl&auml;ren. Die AfD sorgte mit ihrer Forderung f&uuml;r Aufruhr, dass die Aussch&uuml;sse zw&ouml;lf Mitglieder haben sollen &ndash; von denen die H&auml;lfte auf sie selbst entfiele. <a href="https://verfassungsblog.de/ausschuss-afd/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ROBERT B&Ouml;TTNER</a> (DE) h&auml;lt das f&uuml;r mit dem Demokratieprinzip unvereinbar und damit f&uuml;r verfassungswidrig.</p>
<p>W&auml;hrend der sachsen-anhaltische Landtag bald zusammentritt, ist eine Landesregierung noch immer nicht in Sicht. Die AfD wird jedenfalls nicht m&uuml;de zu betonen, dass sie den Regierungsauftrag erhalten habe. In ihrem Regierungsprogramm k&uuml;ndigte sie unter anderem an, das &bdquo;Experiment der schulischen Inklusion&ldquo; beenden zu wollen. Doch k&ouml;nnte eine Landesregierung die <strong>schulische Inklusion</strong> einfach abschaffen? <a href="https://verfassungsblog.de/wehrhafte-inklusion/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MARTEN BREUER</a> (DE) zeigt: Bundesregierung, Bundestag, andere L&auml;nder und Betroffene k&ouml;nnten solche Pl&auml;ne vor Gericht stoppen.</p>
<p>Ob die <strong>Reform des Nachrichtendienstrechts</strong> auch vor Gericht gestoppt werden k&ouml;nnte, dar&uuml;ber haben wir hier schon viel Tinte vergossen. Dabei ging es vor allem darum, dass die Nachrichten- zu Geheimdiensten gemacht werden sollen, mit operativen Befugnissen. Doch mit der Reform erhalten Nachrichtendienste auch erstmals Befugnisse im Spannungs- und Verteidigungsfall. F&uuml;r den BND ist dies misslungen, meinen <a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienstreform-wehrverfassung/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ROBERT FRAU und NICOLE N&Auml;THER</a> (DE) &ndash; und weisen dabei nicht nur auf ein Kompetenzproblem des Bundes hin.</p>
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<div><a href="https://verfassungsblog.de/newsletter-mpi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg" alt="" srcset="https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-120x150.jpg 120w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-200x250.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg 240w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-400x500.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-600x750.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-800x1000.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-820x1024.jpg 820w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu.jpg 922w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-120x150.jpg 120w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-200x250.jpg 200w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-240x300.jpg 240w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-400x500.jpg 400w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-600x750.jpg 600w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-800x1000.jpg 800w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu-820x1024.jpg 820w,https://verfassungsblog.de/wp-content/uploads/2026/09/Security-Crime-Dossier_Werbebild_neu.jpg 922w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" referrerpolicy="no-referrer" loading="lazy"></a></div>
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<div><em><em>Ob Geheimdienstreform, Palantir oder </em></em><em>Anti-Terror-Ma&szlig;nahmen</em><em>, das <strong>Straf- und Sicherheitsrecht</strong> steht st&auml;ndig vor neuen Herausforderungen. Das <strong>VB Security &amp; Crime Dossier</strong> ordnet einmal im Monat die zentralen Entwicklungen f&uuml;r Sie ein: ein <strong>Kommentar</strong> an der Schnittstelle von Verfassungs-, Straf- und Sicherheitsrecht, ein <strong>&Uuml;berblick &uuml;ber die laufenden Debatten</strong> sowie unser &bdquo;<strong>Aktenvermerk</strong>&rdquo; als kompakter Impuls. Fundiert zusammengefasst, direkt in Ihr Postfach.</em></div>
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<p><a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienstreform-auskunftsrecht/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MARKUS OGOREK und LUCA MANNS</a> (DE) nehmen die neuen <strong>Auskunftsrechte</strong> im Bundesnachrichtendienstgesetz ins Visier. Diese sollen st&auml;rker begrenzt werden. Ogorek und Manns erkl&auml;ren, warum sie das f&uuml;r richtig halten &ndash; und warum die Gesetzesbegr&uuml;ndung trotzdem mehr verspricht, als das Grundgesetz hergibt.</p>
<p>Im Juli hat ein M&uuml;nchner Gericht ein irakisches Ehepaar verurteilt, weil es die religi&ouml;se Identit&auml;t zweier jesidischer M&auml;dchen gezielt angegriffen hatte. Die systematische Zerst&ouml;rung jesidischer Tempel und Schreine durch den IS blieb dagegen bislang ungeahndet. <a href="https://verfassungsblog.de/is-jesidinnen-religion/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">GREGORY MOSE</a> (EN) argumentiert, dass solche <strong>Angriffe auf das religi&ouml;se Leben</strong> als eigenst&auml;ndiges Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt werden sollten.</p>
<p>Diese Woche ging au&szlig;erdem unser Symposium &bdquo;<a href="https://verfassungsblog.de/category/debates/die-umkampfte-freiheit-der-wissenschaft-debates/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>Die umk&auml;mpfte Freiheit der Wissenschaft</strong></a>&ldquo; (DE) zu Ende. <a href="https://verfassungsblog.de/selbstzensur-in-der-wissenschaft/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">JANIKA SPANNAGEL</a> zeigt am Beispiel Floridas, wie ein Klima der Verunsicherung Wissenschaftler:innen auch ohne direkte Eingriffe dazu bringen kann, ihre Forschung und Lehre einzuschr&auml;nken. <a href="https://verfassungsblog.de/begrundet-die-wissenschaftsfreiheit-partizipative-rechte-in-der-wissenschaftsorganisation/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">HANS MICHAEL HEINIG</a> vergleicht Deutschland und die USA und fragt, ob das deutsche Universit&auml;tsorganisationsrecht die Mitspracherechte an Hochschulen &uuml;berspannt. <a href="https://verfassungsblog.de/neutrale-hochschulen/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">CHRISTOPH M&Ouml;LLERS, MAX LENZ und NILS WEINBERG</a> argumentieren, dass aus dem Grundgesetz kein allgemeines Neutralit&auml;tsgebot f&uuml;r Hochschulen folgt. <a href="https://verfassungsblog.de/versicherheitlichung-der-universitat-wissenschaftsfreiheit/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">D&Ouml;RTHE ENGELCKE und ILYAS SALIBA</a> analysieren, wie im Namen der Antisemitismusbek&auml;mpfung staatskritische Wissenschaften diszipliniert werden. <a href="https://verfassungsblog.de/hochschulen-mussen-vor-die-lage-kommen/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">J&Ouml;RG NIEW&Ouml;HNER und FELIX MAUCH</a> zeigen, warum Wissenschaftsfinanzierung und Hochschulautonomie untrennbar miteinander verbunden sind. <a href="https://verfassungsblog.de/wissenschaftsfreiheit-unter-druck/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">MICHAEL Z&Uuml;RN</a> argumentiert, dass eine rechtliche Absicherung nicht ausreicht, wenn die Wissenschaft zunehmend an Autonomie verliert. <a href="https://verfassungsblog.de/wissenschaft-im-visier-der-politik/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">SASCHA SPOUN und SEBASTIAN WEINER</a> finden: Ob eine Wissenschaft objektive Standards verfolgt, k&ouml;nne nur die Wissenschaft selbst kritisch beurteilen. Nicht jede:r verdient jede B&uuml;hne &ndash; aber wann ist No-Platforming gerechtfertigt? <a href="https://verfassungsblog.de/wer-verdient-keine-buhne/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">DAVID LANIUS &amp; MICHAEL SCHEFCZYK</a> erkl&auml;ren, welche epistemische Verantwortung Gatekeeper tragen, wenn sie Expert:innen einladen, und schlagen eine Kosten-Nutzen-Analyse vor.</p>
<p>Mit der Expertise ist es so eine Sache. <em>&bdquo;He&rsquo;s an expert on stones, and he loves good granite,&rdquo; </em><a href="https://www.forbes.com/sites/saradorn/2026/09/24/trump-touts-xi-as-expert-on-stone-who-loves-good-granite-while-showing-off-white-house-construction/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sagte Trump etwa &uuml;ber Xi</a>. Ob Universit&auml;ten Xi Jinping nun als Steinexperten einladen sollten oder nicht &ndash; das &uuml;berlasse ich Ihrer Analyse.</p>
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<p>*</p>
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<p>Das war&rsquo;s f&uuml;r diese Woche.</p>
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<p>Ihnen alles Gute!</p>
<p>Ihr Verfassungsblog-Team</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wenn Sie das&nbsp;<strong>w&ouml;chentliche Editorial</strong>&nbsp;als E-Mail zugesandt bekommen wollen, k&ouml;nnen Sie es&nbsp;<a href="https://verfassungsblog.de/newsletter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>&nbsp;bestellen.</em></p>
</div>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/warum-ich-schreibe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Warum ich schreibe</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-25T15:08:26+00:00</updated>
	<author><name>Dinesha Samararatne</name></author>
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		<updated>2026-09-25T15:08:26+00:00</updated>
		<title>Verfassungsblog</title></source>

	<category term="hinter den kulissen"/>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-09-25:/299264</id>
	<link href="https://balkin.blogspot.com/2026/09/the-thirty-ninth-congress-included.html" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">The Thirty-Ninth Congress Included Persons Illegally Present in the United States in the Basis of Representation</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Michael L. Rosin

You need to know only one number from the 1860 census
in order to understand why N...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p></p><p align=""><span>Michael L. Rosin</span></p>

<p align=""><span>You need to know only one number from the 1860 census
in order to understand why Northern Republicans in the Thirty-Ninth Congress so
expansively embraced aliens in the </span><a href="https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=coo.31924069588618&amp;seq=463" rel="noopener noreferrer" target="_blank">basis of representation</a><span> they were reshaping for the
apportionment of seats in the House of Representatives.</span></p>

<p><span>The 1860 census counted only 6% of the foreign born
residing in the eleven states that would rise in rebellion. The remaining 94%
of the foreign born resided in the states that did not. (See <a href="https://www2.census.gov/prod2/decennial/documents/1860a-02.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">p. xxix</a>. For further details see <a href="https://gould.usc.edu/students/journals/rlsj/issues/assets/docs/volume34/winter2025/rosin.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">pp. 85&ndash;87</a>.) Any proposal to exclude
significant numbers of the foreign born from the basis of representation would
shift power away from the loyal states to the states that had risen in
rebellion.<p></p></span></p>

<p><span>There was, however, one segment of the foreign born
who resided almost entirely in the states that had risen in rebellion: enslaved
persons of color brought into the United States in contravention of the <a href="https://www.govinfo.gov/content/pkg/STATUTE-2/pdf/STATUTE-2-Pg426.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">1807 Slave Trade Act</a>. The <a href="https://www.govinfo.gov/content/pkg/STATUTE-3/pdf/STATUTE-3-Pg532.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">1819 Slave Trade Act</a> &ldquo;<span>authorized&rdquo;
</span>the President of the United States was &ldquo;<span>to
make such regulations and arrangements as he may deem expedient for the safe
keeping, support, and <i>removal beyond the limits of the United States</i>, of
all such negroes, mulattoes, or persons of colour[.]</span>&rdquo;<p></p></span></p>

<p><span>Such persons who had been illegally imported into the
United States were, nevertheless, not legally present in the United States.
Excluding them from the basis of representation would not shift power <i>to </i>the
states that had risen in rebellion. In fact, it might even shift power away
from those states and that would have been politically advantageous to Northern
Republicans.<a href="https://vifa-recht.de/C:/Dropbox/Attachments/Michael%20Rosin,%20illegally-present_2030-census.docx#_edn1" name="_ednref1" title="" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><span><span><!--[if !supportFootnotes]--><span>[*]</span><!--[endif]--></span></span></a> Of
course, no one in the Thirty-Ninth Congress even suggested that these formerly
enslaved persons &ndash; who had been illegally imported into the United States &ndash; be excluded
from the basis of representation.<p></p></span></p>

<p><span>The Census Bureau&rsquo;s recent <i><span>Proposed
Residence Criteria</span></i><span> for apportionment of
House seats among the states based on the 2030 census states</span><p></p></span></p>

<p><span><i><span>Given
the historical meaning of &ldquo;usual residence&rdquo; as tied to allegiance, durable
permission from the sovereign to settle within the United States, and
establishment of domicile within the United States,</span></i><span> the Census Bureau proposes to include lawful permanent
residents within the apportionment base, while excluding from the apportionment
base illegal aliens and aliens whose legal status is less durable and
indefinite in length than lawful permanent resident status. (See </span><a href="https://www.govinfo.gov/content/pkg/FR-2026-09-10/pdf/2026-18481.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">p.
57526</a><span>. Emphasis added)<p></p></span></span></p>

<p><span><span>Chin and Finkelman have demonstrated the
Thirty-Ninth Congress was aware that there were<span>&nbsp;
</span>formerly enslaved persons who had been brought into the United States in
violation of the Slave Trade Acts and were still not legally present in the
United States. (See </span><a href="https://lawreview.law.ucdavis.edu/sites/g/files/dgvnsk15026/files/media/documents/54-4_Chin_Finkelman.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">pp. 2243, 2259&ndash;60</a><span>.) That Congress could
hardly have meant to exclude them from the basis of representation. Yet that is
exactly what would have happened under the terms of the </span>Census Bureau&rsquo;s recent <i><span>Proposed Residence Criteria</span></i><span>.<p></p></span></span></p>

<p><p><span><i>Michael Rosin is an independent scholar whose work focuses on the electoral college and everything it is built on. You can reach him by e-mail at mlrosin@att.net.</i>&nbsp;</span></p></p>

<div><span><!--[if !supportEndnotes]--><span><br clear="all">

</span></span><hr align="left" size="1">

<span><!--[endif]-->

</span><div>

<p><span><a href="https://vifa-recht.de/C:/Dropbox/Attachments/Michael%20Rosin,%20illegally-present_2030-census.docx#_ednref1" name="_edn1" title="" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><span><span><!--[if !supportFootnotes]--><span>[*]</span><!--[endif]--></span></span></a> The 1870 Census would report 1,982 African-born persons
of color residing in the states of the Union. Almost 92% of them resided in the
states that had risen in rebellion. (See <a href="https://www2.census.gov/prod2/decennial/documents/1870a-10.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">p.336</a>.)<p></p></span></p>

</div>

</div><br><p></p>]]></content>
	<updated>2026-09-25T13:00:00+00:00</updated>
	<author><name>noreply@blogger.com (Guest Blogger)</name></author>
	<source>
		<id>http://balkin.blogspot.com/</id>
		<link rel="self" href="http://balkin.blogspot.com/"/>
		<updated>2026-09-25T13:00:00+00:00</updated>
		<title>Balkinization</title></source>


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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-09-25:/299265</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/associate-membership-of-the-eu/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">Associate Membership of the EU</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Ursula von der Leyen&rsquo;s call, in her recent State of the Union speech, for Canada to become the EU&rsquo;s ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Ursula von der Leyen&rsquo;s call, in her recent State of the Union speech, for Canada to become the EU&rsquo;s &ldquo;first associate member&rdquo; caught most people <a href="https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/ov/SPEECH_26_1868" target="_blank" rel="noopener noreferrer">by surprise</a>. Almost all the media dismissed the idea, quoting jaded, inferior anonymous diplomats. Clearly neither those journalists nor the officials were moved by von der Leyen&rsquo;s invitation to &ldquo;reimagine our partnerships&rdquo;. The EU seemed ready to return to its constitutional torpor.</p>
<p>We federalists, however, should thank the Commission President for injecting a refreshing note of realism into EU politics. For one thing, as she must have known, the creation of a new category of associate membership means reopening the EU Treaties &ndash; an opening which she underscored in making her additional initiative for the convening of a new Congress of Europe.</p>
<p>So how will associate membership work both legally and politically? This paper suggests how the introduction of a new class of membership can help the Union out of a period of constitutional stagnation and open the way to a successful enlargement. A new article is proposed to be added to the Treaty on European Union, with guidelines by way of a new protocol.</p>
<p>Canada will not be the only candidate for associate membership. Member States should address the design of the new model in a positive manner and agree to depart from the rule of rigid unanimity that so hampers deeper political integration in a larger Union.</p>
<h2>Self-Reflection</h2>
<p>If the EU were a confident federation of member states, it would be exploring novel solutions to cater for its troubled wider neighbourhood. Evolving federal unions are bound to be open to admitting new members, expanding their orbit, as the early history of the United States of America bears witness. Size and space matters, no less today when Russia, China and America are competing globally in active imperialist mode.</p>
<p>The European Union should become far more self-critical about its own long constitutional stagnation since the Lisbon Treaty was signed in 2007. Brexit has left the EU smaller, weaker and poorer. The narrow European Economic Area arrangement with Iceland, Norway and Liechtenstein, now more than 35 years old, is under <a href="https://www.euractiv.com/news/brussels-threatens-eea-countries-over-backlog-on-eu-laws/?utm_source=euractiv&amp;utm_medium=newsletter&amp;utm_content=In+the+capital+continued.&amp;utm_term=0-0&amp;utm_campaign=EN_THE_CAPITALS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">increasing strain</a>. The EU&rsquo;s long-term relationship with Switzerland is still unresolved.</p>
<p>Enlargement stopped with Croatia in 2013. Unless Commissioner Marta Kos can persuade the Council to drop its vetoes, war-torn Ukraine&rsquo;s accession to the Union seems effectively <a href="https://www.euractiv.com/opinion/facing-up-to-federation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stalled</a>. Likewise, progress in the Western Balkans towards the EU offers little encouragement even to frontrunners Montenegro and Albania. Old NATO seems holed beneath the water line by Donald Trump. The more recent, wider conference of the European Political Community is hobbled by the participation of corrupt strongmen from Turkey and Azerbaijan, and delivers little in practice.</p>
<h2>Mark Carney</h2>
<p>Canada&rsquo;s Prime Minister Mark Carney is articulate in making the case for a deeper partnership with a more integrated EU. For Carney, Canada&rsquo;s existing arrangements with the EU &ndash; comprising the Comprehensive Economic and Trade Agreement (<a href="https://policy.trade.ec.europa.eu/eu-trade-relationships-country-and-region/countries-and-regions/canada/eu-canada-agreements_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CETA</a>), a <a href="https://www.eeas.europa.eu/node/13529_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Strategic Partnership</a>, participation in <a href="https://www.eeas.europa.eu/node/13529_en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Horizon</a>, and membership of <a href="https://www.international.gc.ca/world-monde/international_relations-relations_internationales/eu-ue/agreement-accord.aspx?lang=eng" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SAFE</a> &ndash; are not enough. His aim is &ldquo;collective resilience&rdquo; against hegemonic, predatory powers. He told the European Parliament: &ldquo;<a href="https://www.pm.gc.ca/en/news/speeches/2026/09/17/prime-minister-carney-delivers-address-european-parliament" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Where our strengths differ, they complement. Where they overlap, they create scale. We should build on each other&rsquo;s strengths &ndash; deliberately, systematically, and rapidly</a>&rdquo;. Canada&rsquo;s future alliance with the EU should be broadened, he said, to include critical minerals, defence industrial capacity, AI, energy security, space, financial and digital services, and youth exchange.</p>
<p>Carney&rsquo;s frustration with the current EU relationship is clear. CETA, whose legal base is Article 217 TFEU, is not yet ratified by ten EU Member States (led by France) after a decade, and is therefore only partially implemented. CETA does not cover foreign policy, security or defence, and any modification in that direction under the terms of Article 218 TFEU requires unanimity in the Council. At the very least, there is a strong case for extending to Ottawa the scope of the EU&rsquo;s mutual defence clause, Article 42(7) TEU, to fill some of the gap left by a wounded NATO. This would require suitably robust joint decision making.</p>
<p>Although Canada is the obvious candidate for associate membership, it may be far from being the only one. The EFTA countries are on the alert and could well alight on the model of associate membership as the best way to upgrade their EU relationships.</p>
<p>London is also watching EU-Canadian developments closely as the real limitations of its own post-Brexit Trade and Cooperation Agreement (2020) become increasingly obvious. The UK will certainly aim to be part of the EU&rsquo;s fast-growing defence structures. In the longer run, having tried all the alternatives and found them wanting, the UK is <a href="https://www.epc.eu/publication/one-europe-why-britain-belongs-and-how-to-get-there/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">highly likely to rejoin</a> the Union as a full member state. In the meantime, however, associate membership may prove to be for the British a useful, and less controversial, staging post.</p>
<p>It cannot be excluded that Ukraine and Moldova, which already have EU association agreements of their own, may opt for associate membership in a similar preparatory way, as they wait for obstacles to full accession to pass. Doubtless, there will be complaints from Kyiv about being consigned to a second-class status: but this is Europe, and needs must. There will be worse places to be.</p>
<h2>New Model</h2>
<p>Why not, then, try something new? A model associate membership must be a distinct improvement on <a href="https://verfassungsblog.de/canada-eu-associate-member/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">the complex of patchwork relations</a> which the EU has developed with numerous neighbours over many years. It should provide a platform for trustworthy and dynamic collaboration with partners short of full accession as a member state. It would have to protect the Union&rsquo;s <em>acquis communautaire</em> while being a viable framework for friendly third countries which choose not to, or cannot yet, become full member states.</p>
<p>The EU&rsquo;s traditional obsession with &ldquo;no cherry-picking&rdquo; will have to be modified: in the wider and more diverse European space, one size no longer fits all. The Commission will be bound to adopt a more lenient attitude with countries wishing to move closer to the Union by association than the one it struck with the British when they insisted on leaving.</p>
<p>Associate membership is not exactly <a href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/en/publications/publication/did/a-fundamental-law-of-the-european-union-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">a new idea</a>. But how should it look today? In my view, broad, stable, pragmatic and flexible, fit for the future. And associate states must not be suffocated, as is the present EU, by national vetoes. Learning from the constitution of the US, surely the time has come for the EU to release itself from the straitjacket of rigid unanimity when it comes to implementing agreements arrived at, sometimes painfully, by consensus. Indeed, reopening the EU Treaties to cater for Canadian associate membership is the perfect opportunity for the federation to ditch cumbersome confederal methods of government.</p>
<h2>A Draft Amendment</h2>
<p>So, to a <em>texte martyre</em>. Spliced between Article 49 TEU on accession and Article 50 on secession, we may find a new draft Article 49a, followed by a draft Protocol.</p>
<h2>Draft Article 49a TEU</h2>
<blockquote>
<ol>
<li>Any state which respects the values of the Union and is committed to the unification of Europe may apply to become an Associate State.</li>
<li>To be eligible for associate membership, the applicant state must have stable institutions which guarantee democracy, the rule of law, and human rights.</li>
<li>The application shall be addressed to the European Council which shall act by four-fifths of its members on a proposal of the Commission and after receiving the consent of the European Parliament, which shall act by a majority of its component members.</li>
<li>The conditions of admission to associate membership and the adjustments to the Treaties on which the Union is founded, which such admission entails, shall be the subject of an agreement between the Member States and the applicant state. The Commission shall negotiate the agreement in accordance with the Protocol on Associate Membership.</li>
<li>The agreement shall be submitted for ratification by the European Parliament, which shall act by a two-thirds majority of the votes cast representing a majority of its component members, and by all Member States in accordance with their constitutional requirements. The agreement shall enter into force once approved by the European Parliament and by four-fifths of the Member States.</li>
</ol>
</blockquote>
<h2>Protocol on Associate Membership</h2>
<blockquote>
<ol>
<li>This Protocol lays down guidelines for the negotiation and conclusion of an agreement admitting any state to associate membership of the Union pursuant to Article 49a TEU. The agreement will set out the terms, conditions, scope and limits of associate membership.</li>
</ol>
<p><u>Purpose</u></p>
<ol>
<li>The aim of the agreement is to develop a deeper and consistent partnership, to mutual benefit, between the Union and the Associate State.</li>
<li>The agreement shall commit the Associate State to respect the values of the Union and to support the European Union institutions and its Member States in pursuit of their overall Treaty objectives. It will honour the principle of sincere cooperation.</li>
<li>The parties to the association agreement will work to advance the well-being of their peoples. They shall underpin liberal democratic government, guarantee the rule of law, promote international law, bolster transatlantic security, and respect the rights, freedoms and principles set out in the Charter of Fundamental Rights of the European Union.</li>
</ol>
<p><u>Scope</u></p>
<ol>
<li>The association agreement may adapt or build on existing international agreements between the Union and the Associate State previously undertaken on the basis of the existing EU treaties. The agreement shall specify which of the Union&rsquo;s policies, programmes and functions the Associate State is to participate in, and the terms and conditions, financial and institutional, which shall apply to that participation. Participation by an Associate State in the internal market, in whole or in part, may not risk the integrity and operation of the market.</li>
</ol>
<p><u>Governance</u></p>
<ol>
<li>The agreement will provide for structured democratic consultation and administrative coordination between the institutions of the EU and the government and parliament of the Association State. The modalities of the participation of representatives of the Associate State shall be laid down per sector by each institution and by mutual agreement.</li>
<li>The Associate State may conclude service agreements with the Commission and agencies of the Union for the delivery of common policy. These arrangements may contain reciprocal rights and obligations as well as the possibility to undertake activities jointly.</li>
<li>The Associate State will recognise the jurisdiction of the European Court of Justice in the interpretation of EU law. It may intervene in cases before the Court and may institute third-party proceedings to contest a judgment rendered by the Court without its being heard, where the judgment is prejudicial to its rights. The agreement will include arrangements for the suspension of the association and for the establishment of a dispute mechanism.</li>
</ol>
<p><u>Duration</u></p>
<ol>
<li>The association agreement may be of unlimited duration. It shall neither presume nor preclude a subsequent application by any European state to join the Union under the terms of Article 49 TEU. It may be terminated by either party after notice has been given to the Commission after a transition period of one year.</li>
</ol>
</blockquote>
<h2>Conclusion</h2>
<p>It must be right to respond constructively to Mark Carney&rsquo;s wish to move closer to the European Union. The installation of an associate membership may help the EU manage its relations not only with Canada but also with its wider, and more troubled neighbourhood. One possible approach is suggested here: there will be others. The debate begins and must move at pace if Europe&rsquo;s many present difficulties over its strategy, security, and governance are to be addressed in a timely manner.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/associate-membership-of-the-eu/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Associate Membership of the EU</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-25T11:00:02+00:00</updated>
	<author><name>Andrew Duff</name></author>
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		<updated>2026-09-25T11:00:02+00:00</updated>
		<title>Verfassungsblog</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-09-24:/299213</id>
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	<title type="html">Was der BND künftig nicht mehr sagen muss</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Bei der anstehenden Gro&szlig;reform des Nachrichtendienstrechts steht die Erweiterung zentraler Befugniss...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Bei der anstehenden Gro&szlig;reform des Nachrichtendienstrechts steht die Erweiterung zentraler Befugnisse im Fokus. Doch der Gesetzgeber will auch ver&auml;ndern, was B&uuml;rger &uuml;ber ihre &Uuml;berwachung erfahren d&uuml;rfen: Mit einer erstmals eigenst&auml;ndigen Regelung soll das Auskunftsrecht im Bundesnachrichtendienstgesetz st&auml;rker begrenzt werden, indem neben individuelle Versagungsgr&uuml;nde vermehrt typisierende Ausschlussgr&uuml;nde treten. Warum das richtig ist &ndash; und die Gesetzesbegr&uuml;ndung trotzdem mehr verspricht, als das Grundgesetz hergibt.</p>
<h2>&Uuml;berwachung als Datenschutzproblem</h2>
<p>Wer an die vielen Klischees &uuml;ber uns Deutsche denkt, kommt sicherlich schnell auf das morgendliche &bdquo;Reservieren&ldquo; von Urlaubsliegen oder auf das feingliedrige System der M&uuml;lltrennung. H&auml;ufig wird die Bundesrepublik aber auch mit einer bisweilen &uuml;berzogenen Umsetzung dessen verbunden, was als Datenschutz verstanden wird. In der Vergangenheit diskutierte Deutschland beispielsweise dar&uuml;ber, ob die <a href="https://germany.representation.ec.europa.eu/nachrichten-und-veranstaltungen/pressemitteilungen/klingelschilder-sind-kein-fall-fur-die-eu-datenschutzverordnung-2018-10-19_de." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nennung von Namen auf Klingelschildern</a> noch zul&auml;ssig sei.</p>
<p>Tats&auml;chlich pr&auml;gt der Datenschutz das Recht auch an ernsterer Stelle, n&auml;mlich im Bereich des geheimen Nachrichtenwesens. Klagen gegen den Bundesnachrichtendienst (BND) oder das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz (BfV) werden vor Gericht h&auml;ufig dem Bereich des Datenschutzrechts zugeordnet. Dogmatisch ist dies durchaus spannend, wird doch das in vielen Bereichen ebenfalls auf Datenerhebung und -verarbeitung gerichtete Polizeirecht so nicht kategorisiert und findet sich ein vergleichbares Verst&auml;ndnis auch im internationalen Vergleich kaum wieder, wo das Recht der Geheimdienste &uuml;berwiegend als Spezialform der Eingriffsverwaltung verstanden wird.</p>
<h2>Kostenfreie Mitteilung vom Nachrichtendienst</h2>
<p>In der Logik der datenschutzrechtlichen Zuordnung folgerichtig ist es jedenfalls, dass die deutsche Rechtsordnung einen direkt gegen die Dienste zu richtenden und gerichtlich durchsetzbaren Anspruch des Betroffenen auf Auskunft &uuml;ber die zu seiner Person gespeicherten Informationen kennt. In &sect; 15 des Bundesverfassungsschutzgesetzes (BVerfSchG) hei&szlig;t es dazu:</p>
<p><em>(1) Das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz erteilt dem Betroffenen &uuml;ber zu seiner Person gespeicherte Daten auf Antrag unentgeltlich Auskunft, soweit er hierzu auf einen konkreten Sachverhalt hinweist und ein besonderes Interesse an einer Auskunft darlegt. Zu personenbezogenen Daten in Akten erstreckt sich die Auskunft auf alle Daten, die &uuml;ber eine Speicherung [&hellip;] auffindbar sind.</em></p>
<p><em>(2) Die Auskunftserteilung unterbleibt, soweit&nbsp;</em></p>
<ol>
<li><em> eine Gef&auml;hrdung der Aufgabenerf&uuml;llung durch die Auskunftserteilung zu besorgen ist,</em></li>
<li><em> durch die Auskunftserteilung Quellen gef&auml;hrdet sein k&ouml;nnen oder die Ausforschung des Erkenntnisstandes oder der Arbeitsweise des Bundesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz zu bef&uuml;rchten ist,</em></li>
<li><em> die Auskunft die &ouml;ffentliche Sicherheit gef&auml;hrden oder sonst dem Wohl des Bundes oder eines Landes Nachteile bereiten w&uuml;rde oder</em></li>
<li><em> die Daten oder die Tatsache der Speicherung nach einer Rechtsvorschrift oder ihrem Wesen nach, insbesondere wegen der &uuml;berwiegenden berechtigten Interessen eines Dritten, geheimgehalten werden m&uuml;ssen.</em></li>
</ol>
<p><em>[&hellip;] </em></p>
<p><em>(3) Die Auskunftsverpflichtung erstreckt sich nicht auf die Herkunft der Daten und die Empf&auml;nger von &Uuml;bermittlungen.</em></p>
<p><em>(4) Die Ablehnung der Auskunftserteilung bedarf keiner Begr&uuml;ndung, soweit dadurch der Zweck der Auskunftsverweigerung gef&auml;hrdet w&uuml;rde. Die Gr&uuml;nde [&hellip;] sind aktenkundig zu machen. Wird die Auskunftserteilung abgelehnt, ist der Betroffene auf die Rechtsgrundlage [&hellip;] und darauf hinzuweisen, da&szlig; er sich an den Bundesbeauftragten f&uuml;r den Datenschutz wenden kann. Dem Bundesbeauftragten [&hellip;] ist Auskunft zu erteilen, soweit nicht das Bundesministerium des Innern [&hellip;] im Einzelfall feststellt, da&szlig; dadurch die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gef&auml;hrdet w&uuml;rde. Mitteilungen des Bundesbeauftragten an den Betroffenen d&uuml;rfen keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf den Erkenntnisstand des Bundesamtes [&hellip;] zulassen, sofern es nicht einer weitergehenden Auskunft zustimmt.</em></p>
<p>Auch gegen&uuml;ber dem deutschen Auslandsnachrichtendienst wird der Auskunftsanspruch bislang &uuml;ber &sect; 15 BVerfSchG geltend gemacht, der gem&auml;&szlig; &sect; 9 des Bundesnachrichtendienstgesetzes (BNDG) mit einigen Anpassungen Anwendung findet. Insbesondere tritt an die Stelle des Bundesministeriums des Innern<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> als zust&auml;ndige Aufsichtsbeh&ouml;rde das Bundeskanzleramt.</p>
<p>Das Auskunftsrecht ist ein Instrument der Kontrolle<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> und zugleich der Schl&uuml;ssel zu den &uuml;brigen Betroffenenrechten. Wer nicht wei&szlig;, was gespeichert ist, kann weder Berichtigung noch L&ouml;schung noch Einschr&auml;nkung der Verarbeitung verlangen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Andere Wege gibt es kaum. So tritt das Bundesdatenschutzgesetz hinter die Spezialregelung zur&uuml;ck und die Datenschutzgrundverordnung gilt f&uuml;r die nationale Sicherheit <a href="https://lto.de/persistent/a_id/54519" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht</a>.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> Auch ein auf einen Verwaltungsakt gerichtetes Verfahren wird in der T&auml;tigkeit der Dienste regelm&auml;&szlig;ig nicht vorliegen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> Der R&uuml;ckgriff auf &sect; 15 BVerfSchG ist damit gegen&uuml;ber BfV und BND meist die einzige M&ouml;glichkeit, Informationen zur eigenen Person zu erlangen.</p>
<h2>Viel Aufwand, geringe Erkenntnisse</h2>
<p>Bedingungslos ist dieser Anspruch nicht. Der Antrag des (potentiell) Betroffenen muss auf einen konkreten Sachverhalt hinweisen und ein besonderes Interesse darlegen. In der Praxis entstehen dadurch kuriose Aktenst&uuml;cke, wenn etwa ein vom Verfassungsschutz als Links- oder Rechtsextremist eingestufter Antragsteller selbst mitteilen muss, auf welchen einschl&auml;gigen Veranstaltungen oder in welchen relevanten Vereinigungen er sich bet&auml;tigt haben k&ouml;nnte. Erst dann erf&auml;hrt er eventuell, ob ihn genau das ins Visier der Dienste gebracht hat. Beim BND spricht der aktuelle Gesetzeswortlaut betreffend den Umfang des Auskunftsrechts zwar nur von Daten, die in Dateien gespeichert sind.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> Das Bundesverwaltungsgericht h&auml;lt dies allerdings f&uuml;r eine &bdquo;missverst&auml;ndliche Verweisung&ldquo;.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span> Der Anspruch erfasse deshalb in verfassungskonformer Auslegung auch sonstige Akten des Dienstes.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Die eigentlichen Grenzen liegen indes im materiellen Recht. Zum einen kennt das Gesetz Ausschlussgr&uuml;nde, also Grenzen des Anspruchs, sodass gar nicht erst abgewogen wird, was durch diese Normen legislativ &bdquo;ausgesperrt&ldquo; wurde. Sie finden sich bislang in &sect; 15 Abs. 3 BVerfSchG und beziehen sich ausschlie&szlig;lich auf die Herkunft der Daten und Empf&auml;nger von &Uuml;bermittlungen &ndash; jene Sender- und Empf&auml;ngerangaben, die an jeder Erkenntnismitteilung &bdquo;kleben&ldquo;. Zum anderen sieht das Gesetz in &sect; 15 Abs. 2 BVerfSchG mehrere Versagungsgr&uuml;nde vor, die innerhalb des Anspruchs liegen und daher stets eine individuelle Abw&auml;gung verlangen. Dazu z&auml;hlen die Gef&auml;hrdung der nachrichtendienstlichen Aufgabenerf&uuml;llung (Nr. 1) und von Quellen sowie das Risiko der Ausforschung von Erkenntnissen und Arbeitsweisen (Nr. 2), weiterhin die Gef&auml;hrdung der &ouml;ffentlichen Sicherheit oder des Staatswohls (Nr. 3) und schlie&szlig;lich verschiedene Geheimhaltungsgr&uuml;nde (Nr. 4).</p>
<p>Insbesondere unter Einbezug der individuell zu pr&uuml;fenden Versagungsgr&uuml;nde stehen dem Staat insgesamt scheunentorweite Verweigerungsm&ouml;glichkeiten zur Hand. Angesichts des besonderen Schutzes, den das geheime Nachrichtenwesen nach seiner Natur als regelm&auml;&szlig;ig heimlich erfolgende Eingriffsverwaltung verlangt, ist das kein irritierendes Ergebnis. Dennoch l&ouml;sen die Versagungsgr&uuml;nde jedes Mal eine aufw&auml;ndige Einzelfallpr&uuml;fung aus. Nur bei Herkunft und Empf&auml;ngern (&sect; 15 Abs. 3 BVerfSchG) erspart der vorbezeichnete Ausschluss den Diensten einen n&auml;heren Blick auf den Einzelfall.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span> Wollen BfV oder BND eine Auskunft innerhalb des Anspruchs verweigern, m&uuml;ssen sie die Gr&uuml;nde hierf&uuml;r zudem intern dokumentieren. Verlangt es die Bundesdatenschutzbeauftragte oder ein Verwaltungsgericht, ist diese Begr&uuml;ndung offenzulegen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Sperrerkl&auml;rungen und Geheimrichter</h2>
<p>Damit Betroffene jedoch nicht auf dem justiziellen Wege &uuml;ber Verfahrensakten oder Urteilsgr&uuml;nde indirekt Einsicht in geheimzuhaltende Informationen erhalten,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> kann die oberste Aufsichtsbeh&ouml;rde der Dienste eine Sperrerkl&auml;rung nach &sect; 99 Abs. 1 Satz 3 VwGO abgeben, die die Akten dem Zugriff aller Verfahrensbeteiligten entzieht.</p>
<p>Gegen den BND wird schon heute erstinstanzlich vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt, gegen das BfV vorerst noch vor dem Verwaltungsgericht K&ouml;ln. Wom&ouml;glich liegt es an der r&auml;umlichen N&auml;he, dass in Leipzig besonders h&auml;ufig In-Camera-Verfahren stattfinden, sitzt der daf&uuml;r verantwortliche Fachsenat doch im selben Haus wie der f&uuml;r den BND zust&auml;ndige Hauptsachensenat. Auf Antrag des Betroffenen entscheiden die In-Camera-Richter geheim &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Sperrerkl&auml;rung und erhalten daf&uuml;r Einsicht in die ungeschw&auml;rzten Akten. Der beklagte Dienst und seine Aufsichtsbeh&ouml;rde m&uuml;ssen dort mitunter absatzweise begr&uuml;nden, warum die Berichtsteile unter Verschluss bleiben m&uuml;ssen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span> F&uuml;r die Betroffenen kommt am Ende dieses Verfahrens fast nie etwas heraus, der Aufwand ist gleichwohl enorm.</p>
<h2>Legitime Reformforderungen?</h2>
<p>Man kann nun begr&uuml;ndet einwenden, dass Verwaltungsaufwand kein Argument gegen B&uuml;rgerrechte sein d&uuml;rfe, erst recht nicht im grundrechtssensiblen Bereich der Nachrichtendienste. Dieser Einwand greift, solange es das effektive beziehungsweise faktisch erreichbare Ma&szlig; an Informationsoffenlegung betrifft. Er reicht aber zu weit, wenn es eher um die b&uuml;rokratischen Folgen von Auskunftsverweigerungen geht. Insoweit lassen sich Straffungen diskutieren &ndash; wir haben das nicht erst im Angesicht der anstehenden Novellierung getan, sondern schon vor einiger Zeit angemahnt. Dass dies bei den Diensten besonders angezeigt ist, liegt auch darin begr&uuml;ndet, dass sie selbst Ziel fremder Aufkl&auml;rung sind. Der Fall des mutma&szlig;lichen Verr&auml;ters Carsten L. im BND<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span> hat exemplarisch bewiesen, wie sehr Deutschlands Agenten im Fokus stehen. Medienberichten zufolge nehmen zudem die Ausforschungsversuche von au&szlig;en zu, zuletzt standen <a href="https://tagesschau.de/investigativ/wdr/spione-sicherheit-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&bdquo;<em>Low-Level-Agents</em>&ldquo;</a> offenbar sogar im Eingangsbereich der BND-Zentrale.</p>
<h2>Der BND bekommt sein eigenes Recht</h2>
<p>Vielleicht auch deshalb wagt der Regierungsentwurf allein beim Auslandsnachrichtendienst deutliche Anpassungen. Durch die Schaffung eines &sect; 102 BNDG-E l&ouml;st er dessen Auskunftsverpflichtung erstmals von ihrer verfassungsschutzrechtlichen Vorbildnorm und erweitert die Ausschlussgr&uuml;nde (Abs. 2). Die Versagungsgr&uuml;nde des &sect; 15 Abs. 2 BVerfSchG folgen in Abs. 3 hingegen nahezu unver&auml;ndert. Die Norm soll danach wie folgt lauten:</p>
<p><em>(1) Der Bundesnachrichtendienst erteilt einer betroffenen Person &uuml;ber Daten, die zu ihrer Person in einer Personendatenbank gespeichert sind, auf Antrag unentgeltlich Auskunft, soweit die betroffene Person hierzu einen konkreten Sachverhalt benennt und ein besonderes Interesse an einer Auskunft darlegt. Die Auskunft erstreckt sich auch auf solche Daten, die &uuml;ber eine Speicherung in einer Personendatenbank auffindbar sind. Auf andere [&hellip;] Daten erstreckt sich die Auskunft nur, wenn die betroffene Person Angaben macht, die das Auffinden der Daten in einem [&hellip;] angemessenen Aufwand eindeutig erm&ouml;glicht.</em></p>
<p><em>(2) Die Auskunft erstreckt sich nicht auf</em></p>
<ol>
<li><em> die Herkunft der Daten und die Empf&auml;nger von &Uuml;bermittlungen,</em></li>
<li><em> Daten, bei deren Weitergabe die Gefahr besteht, dass nachrichtendienstliche Verbindungen offengelegt w&uuml;rden, und</em></li>
<li><em> Daten, bei deren Offenlegung eine Gef&auml;hrdung operativer Vorg&auml;nge oder der Funktions- und Kooperationsf&auml;higkeit des Bundesnachrichtendienstes zu besorgen ist.</em></li>
</ol>
<p><em>(3) Die Auskunftserteilung unterbleibt, soweit</em></p>
<ol>
<li><em> eine Gef&auml;hrdung der Aufgabenerfu&#776;llung des Bundesnachrichtendienstes durch die Auskunftserteilung zu besorgen ist,</em></li>
<li><em> durch die Auskunftserteilung nachrichtendienstliche Verbindungen gef&auml;hrdet sein k&ouml;nnen oder die Ausforschung des Erkenntnisstandes oder der Arbeitsweise des Bundesnachrichtendienstes zu bef&uuml;rchten ist,</em></li>
<li><em> die Auskunft die &ouml;ffentliche Sicherheit gef&auml;hrden oder sonst dem Wohl des Bundes oder eines Landes Nachteile bereiten wu&#776;rde oder</em></li>
<li><em> die Daten oder die Tatsache der Speicherung nach einer Rechtsvorschrift oder ihrem Wesen nach, insbesondere wegen der &uuml;berwiegenden berechtigten Interessen eines Dritten, geheim gehalten werden m&uuml;ssen.</em></li>
</ol>
<p><em>(4) Die Entscheidung &uuml;ber das Unterbleiben einer Auskunftserteilung trifft die Beh&ouml;rdenleitung des Bundesnachrichtendienstes oder eine von ihr besonders beauftragte Mitarbeiterin oder ein von ihr besonders beauftragter Mitarbeiter.</em></p>
<p><em>(5) Die Ablehnung der Auskunftserteilung bedarf keiner Begr&uuml;ndung, soweit dadurch der Zweck der Auskunftsverweigerung gef&auml;hrdet w&uuml;rde. Die Gr&uuml;nde [&hellip;] sind aktenkundig zu machen. Wird die Auskunftserteilung abgelehnt, ist die betroffene Person auf die Rechtsgrundlage [&hellip;] und darauf hinzuweisen, dass sie sich an den Unabh&auml;ngigen Kontrollrat wenden kann. Dem Unabh&auml;ngigen Kontrollrat ist [&hellip;] Auskunft &uuml;ber die Ablehnung und die Gr&uuml;nde hierf&uuml;r zu erteilen [&hellip;]. Mitteilungen des Unabh&auml;ngigen Kontrollrates an die betroffene Person d&uuml;rfen keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf den Erkenntnisstand des Bundesnachrichtendienstes zulassen, sofern [dieser] nicht einer weitergehenden Auskunft zustimmt.</em></p>
<p><em>(6) [&hellip;]</em></p>
<p>Zun&auml;chst ver&auml;ndert sich damit der Gegenstand des Anspruchs. Auskunft soll (nur) zu Daten in einer Personendatenbank oder zu &uuml;ber eine solche auffindbaren Informationen erteilt werden. Sonstige Informationen erfasst der Anspruch nur, wenn der Betroffene eindeutige Auffindeangaben macht. Besonders Letzteres klingt nach einer Verengung. In der Praxis d&uuml;rften solche F&auml;lle aber die seltene Ausnahme bleiben, denn unter den Bedingungen der elektronischen Aktenf&uuml;hrung im BND schreibt die neue Norm das bislang in &sect; 15 Abs. 1 Satz 2 BVerfSchG angelegte Recht eher fort, da Papierakten beim Auslandsdienst kaum noch eine Rolle spielen. Wo es sie gibt, sind sie nach der Entwurfsbegr&uuml;ndung &uuml;ber Personendatenbanken erschlossen.</p>
<p>Nicht auffindbar bleibt hingegen, wer nur beil&auml;ufig und nicht datenbanksuchbar gespeichert ist. F&uuml;r diese F&auml;lle sieht die Gesetzesbegr&uuml;ndung plausiblerweise jedoch nur ein geringes Eingriffsgewicht. Damit bleibt ein (vertretbares) Restrisiko, weil der BND selbst bestimmen kann, welche Einspeicherungen in eine Personendatenbank erfolgen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span> Ob operative Recherchierbarkeit und Kreis der Antragsberechtigten wirklich &uuml;bereinstimmen, wird der Unabh&auml;ngige Kontrollrat als neue Aufsichtsbeh&ouml;rde zu &uuml;berwachen haben.</p>
<h2>Irgendetwas verlangt die Verfassung. Aber wie viel?</h2>
<p>Von vornherein von der Beauskunftung ausgeschlossen sind nach den Reformpl&auml;nen neben Herkunft und Empf&auml;ngern der Daten (derzeit schon &sect; 15 Abs. 3 BVerfSchG) k&uuml;nftig auch solche Informationen, &bdquo;bei deren Weitergabe die Gefahr besteht, dass nachrichtendienstliche Verbindungen offengelegt w&uuml;rden&ldquo;, und solche, &bdquo;bei deren Offenlegung eine Gef&auml;hrdung operativer Vorg&auml;nge oder der Funktions- und Kooperationsf&auml;higkeit des Bundesnachrichtendienstes zu besorgen ist&ldquo;. Was folgt daraus?</p>
<p>Dazu ist eine Vorfrage zu kl&auml;ren: Lie&szlig;e sich das Auskunftsrecht gegen&uuml;ber den Diensten auch ganz abschaffen? Oder verlangt die Verfassung ein Recht f&uuml;r Betroffene? F&uuml;r die Presse ist die Sache gekl&auml;rt, ihr Auskunftsanspruch gegen Bundesbeh&ouml;rden folgt auch ohne einfaches Gesetz nach Bundesverfassungs- und -verwaltungsgericht<span><a role="button" tabindex="0"><sup>15)</sup></a><span></span></span> unmittelbar aus dem Grundgesetz. F&uuml;r gew&ouml;hnliche Antragsteller ist die Lage weniger klar.</p>
<p>Festgehalten hat Karlsruhe zwar, dass fehlender Zugang zum Wissen Dritter &uuml;ber die eigene Person die vom allgemeinen Pers&ouml;nlichkeitsrecht gesch&uuml;tzte Selbstbestimmung ber&uuml;hren<span><a role="button" tabindex="0"><sup>16)</sup></a><span></span></span> und dass die informationelle Selbstbestimmung Rechtspositionen auf Zugang zu den eigenen Daten vermitteln kann.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>17)</sup></a><span></span></span> Auch effektiver Rechtsschutz setzt Kenntnis von eventuellen Speicherungen voraus,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>18)</sup></a><span></span></span> weshalb aus dieser grundgesetzlichen Garantie ein Informationsanspruch erwachsen kann.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>19)</sup></a><span></span></span> Zu gew&auml;hrleisten sei zumindest &bdquo;eine hinreichende Kenntnischance&ldquo;,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>20)</sup></a><span></span></span> wobei &bdquo;die Art und die Eingriffsintensit&auml;t der informationsbezogenen Ma&szlig;nahme&ldquo; den Ma&szlig;stab bilden.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>21)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Ob daraus ein allgemeiner, nur durch Gesetz beschr&auml;nkbarer Auskunftsanspruch folgt, hat das Gericht aber offengelassen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>22)</sup></a><span></span></span> Die Ausgestaltung der Auskunftsnorm schien damit offen,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>23)</sup></a><span></span></span> weil dem Grundgesetz keine allzu konkreten Vorgaben zu entnehmen waren.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>24)</sup></a><span></span></span> Strenger haben hier jedoch die obersten Verwaltungsrichter in Leipzig geurteilt und einen Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung aus der Verfassung explizit hergeleitet.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>25)</sup></a><span></span></span> Er greift, wenn die Voraussetzungen des gesetzlichen Anspruchs fehlen,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>26)</sup></a><span></span></span> und ebenso, wenn das Gesetz die Daten wie in &sect; 15 Abs. 3 BVerfSchG von Grund auf ausnimmt.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>27)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Mehr Ausschluss, weniger Abw&auml;gung</h2>
<p>Wenn zumindest das Bundesverwaltungsgericht doch eine Art Auffangtatbestand von Verfassungs wegen konstruiert, k&ouml;nnte man &ndash; um auf die urspr&uuml;nglich aufgeworfene Frage zur&uuml;ckzukommen &ndash; die Erweiterung der Ausschlussgr&uuml;nde in &sect; 102 Abs. 2 BNDG-E als wenig sinnvoll ansehen. Erhellend ist wiederum ein Blick in die Leipziger Judikatur. Anders als bei den Versagungsgr&uuml;nden des &sect; 15 Abs. 2 BVerfSchG sei das Ermessen durch Ausschlussgr&uuml;nde laut Bundesverwaltungsgericht &bdquo;in dem Sinne vorstrukturiert, dass dem Geheimhaltungsinteresse [&hellip;] regelm&auml;&szlig;ig ein Vorrang gegen&uuml;ber dem Informationsinteresse des Betroffenen einzur&auml;umen ist, weil die Preisgabe dieser Angaben die k&uuml;nftige Erkenntnisgewinnung und damit die Aufgabenerf&uuml;llung [&hellip;] schwerwiegend beeintr&auml;chtigen w&uuml;rde&ldquo;.</p>
<p>Daher komme nur ausnahmsweise eine Einzelfallabw&auml;gung in Betracht, &bdquo;wenn der Betroffene Anhaltspunkte aufzeigt, aus denen sich ergibt, dass eine Auskunft [&hellip;] zur Vermeidung gewichtiger Nachteile&ldquo; verfassungsrechtlich erforderlich sei. Die Ablehnung wird dann nur noch auf Ermessensfehler gepr&uuml;ft.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>28)</sup></a><span></span></span> F&uuml;r einen Gesetzgeber, der die Schlagkraft seiner Dienste st&auml;rken will, ist die Erweiterung der Ausschlussgr&uuml;nde deshalb im Ansatz konsequent. Wenn allerdings die Gesetzesbegr&uuml;ndung formuliert, ein Ermessen des Auslandsdienstes bestehe bei &sect; 102 Abs. 2 BNDG-E nicht und gegen&uuml;ber dem Betroffenen erfolge keine Verweigerung, klingt das entgegen der Forderung des Bundesverwaltungsgerichts fast nach einer Bereichsausnahme. So kann die Begr&uuml;ndung nicht gemeint sein, denn der Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung folgt aus der Verfassung und l&auml;sst sich nicht per Begr&uuml;ndung abbedingen. Gemeint ist wohl die Vorstrukturierung des Bundesverwaltungsgerichts: Das Geheimhaltungsinteresse &uuml;berwiegt im Regelfall, gepr&uuml;ft wird nur bei gewichtigen Anhaltspunkten, die der Antragsteller selbst vorbringen muss. Der Bundestag sollte diese Problemstelle dennoch glattziehen.</p>
<h2>Schl&uuml;ssiger Katalog im neuen Gesetz</h2>
<p>Zudem muss zwischen der durchaus &uuml;berzeugenden Methodik des Gesetzgebers und den konkreten Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts f&uuml;r solche pauschal vorstrukturierten Auskunftsausschl&uuml;sse differenziert werden. Bislang haben die Leipziger Richter ihre Erw&auml;gungen zur Vorstrukturierung nur f&uuml;r Herkunft und Empf&auml;nger von Daten abgegeben (k&uuml;nftig &sect; 102 Abs. 2 Nr. 1 BNDG-E). Auf neue Ausschlussgr&uuml;nde l&auml;sst sich die Spruchpraxis dann &uuml;bertragen, wenn nach typisierender Wertung ebenfalls zu erwarten ist, dass die Staatswohlbelange den Vorzug genie&szlig;en.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>29)</sup></a><span></span></span></p>
<p>F&uuml;r die Kooperationsf&auml;higkeit des BND (&sect; 102 Abs. 2 Nr. 3 Var. 3 BNDG-E) liegt das &Uuml;berwiegen des staatlichen Interesses sehr nahe. Ohne Partnerdienste kann der Auslandsdienst seinen Auftrag nicht erf&uuml;llen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>30)</sup></a><span></span></span> Die internationale Zusammenarbeit folgt dabei der sogenannten <em>Third Party Rule</em>: Was ein Partner liefert, darf ohne seine Zustimmung weder weitergegeben noch f&uuml;r andere Zwecke genutzt werden.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>31)</sup></a><span></span></span> Wer diese Regel bricht, riskiert seinen Zugang zu mitunter lebenswichtigen Erkenntnissen und nimmt erhebliche Sch&auml;digungen f&uuml;r die Sicherheit und Verteidigungsf&auml;higkeit der Bundesrepublik in Kauf.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>32)</sup></a><span></span></span> Folglich wird man kaum je zum Ergebnis kommen k&ouml;nnen, dass ein Betroffenenrecht auf Datenauskunft h&ouml;her zu gewichten ist.</p>
<p>Ob das in gleicher Weise f&uuml;r die Funktionsf&auml;higkeit des Dienstes (&sect; 102 Abs. 2 Nr. 3 Var. 2 BNDG-E) gilt, mag zun&auml;chst weniger eindeutig wirken. Tats&auml;chlich f&auml;llt der Wortlaut weit aus, weil sich eine zu besorgende Gef&auml;hrdung der Funktionsf&auml;higkeit kaum von der zu besorgenden Gef&auml;hrdung der Aufgabenerf&uuml;llung des BND unterscheidet, die als Versagungsgrund in &sect; 102 Abs. 3 Nr. 1 BNDG-E eine Abw&auml;gung verlangt. W&auml;ren beide deckungsgleich, liefe der Versagungsgrund leer und mit ihm die dort notwendige Einzelfallabw&auml;gung. Den Ausweg liefert der Gesetzentwurf indes selbst: Seine Begr&uuml;ndung stellt klar, dass die Funktions- und Kooperationsf&auml;higkeit einen Komplex darstellt, und rechtfertigt beides mit dem Vertrauen von Partnerdiensten. Funktionsf&auml;higkeit meint danach die F&auml;higkeit des BND, im internationalen Verbund zu arbeiten, und nicht jede Beeintr&auml;chtigung irgendeiner Aufgabe des Dienstes. In dieser Lesart ist der Tatbestand eng genug; der Bundestag k&ouml;nnte gleichwohl im Wortlaut noch nachsch&auml;rfen.</p>
<p>Von vornherein unproblematisch ist wiederum der Ausschluss von Daten, deren Offenlegung eine Gef&auml;hrdung operativer Vorg&auml;nge besorgen l&auml;sst (&sect; 102 Abs. 2 Nr. 3 Var. 1 BNDG-E). Das Bundesverwaltungsgericht hat den Geheimschutz f&uuml;r operative Vorg&auml;nge sogar gegen&uuml;ber dem verfassungsunmittelbaren Auskunftsanspruch der Presse als regelm&auml;&szlig;ig &uuml;berwiegend anerkannt.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>33)</sup></a><span></span></span> &Auml;hnliches gilt f&uuml;r den Quellenschutz, der nach verfassungsrichterlichen Wertungen nicht allein die individuell gef&uuml;hrte Person sch&uuml;tzt, sondern auch die F&auml;higkeit der Dienste, k&uuml;nftig Informationszutr&auml;ger zu werben.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>34)</sup></a><span></span></span> Vermutlich w&auml;re es daher sogar zul&auml;ssig gewesen, die gesamte Absicherung menschlicher Quellen aus den bisherigen individuell zu pr&uuml;fenden Versagungsgr&uuml;nden (&sect; 15 Abs. 2 Nr. 2 BVerfSchG) in die Ausschlussgr&uuml;nde des &sect; 102 Abs. 2 BNDG-E zu &uuml;berf&uuml;hren. Der Gesetzentwurf hat sich aber f&uuml;r eine schonendere L&ouml;sung entschieden: Nur dann, wenn eine Offenbarung von nachrichtendienstlichen Verbindungen im Raum steht, ist die Beauskunftung pauschal ausgeschlossen. In der drohenden Enttarnung sieht der Gesetzgeber wohl jene &bdquo;Erheblichkeit&ldquo;, auf die er in seinem Begr&uuml;ndungstext rekurriert.</p>
<h2>Kontrollrat und <em>Glomar</em></h2>
<p>Neben der Katalogerweiterung wechselt die Beschwerdeinstanz, indem an die Stelle der Bundesdatenschutzbeauftragten fortan der Unabh&auml;ngige Kontrollrat tritt.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>35)</sup></a><span></span></span> F&uuml;r den Betroffenen &auml;ndert sich dadurch zwar zun&auml;chst wenig, denn schon die Bundesbeauftragte durfte ihm nichts mitteilen, was R&uuml;ckschl&uuml;sse auf den geheimzuhaltenden Erkenntnisstand der Dienste zulie&szlig;; f&uuml;r den Kontrollrat gilt das gleiche. Der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte kritisierte diese Regelungsweise im Jahr 2021 bez&uuml;glich des schwedischen Kontrollsystems, dessen nachtr&auml;gliche &Uuml;berpr&uuml;fungen ebenfalls ohne begr&uuml;ndete Entscheidung gegen&uuml;ber dem Betroffenen erfolgen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>36)</sup></a><span></span></span> Beeindruckt hat das den deutschen Gesetzgeber offensichtlich nicht. Eine St&auml;rkung der Grundrechtspositionen ergibt sich aber auf anderer Ebene. So d&uuml;rfen Kanzleramt und Innenressort nach geltendem Recht sogar im Binnenverh&auml;ltnis zur BfDI die Auskunft verweigern, wenn sie ansonsten das Staatswohl bedroht sehen. Diesen Vorbehalt kennt &sect; 102 Abs. 5 BNDG-E nicht mehr, unter anderem weil der Unabh&auml;ngige Kontrollrat nicht der <em>Third Party Rule</em> unterf&auml;llt. Ihm kann und muss der BND k&uuml;nftig alle Erkenntnisse mit Ausnahme der Identit&auml;t nachrichtendienstlicher Verbindungen vorlegen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>37)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Ein zweiter Punkt findet sich nur in der Gesetzesbegr&uuml;ndung. Nach ihr darf der Auslandsdienst auch die Mitteilung unterlassen, dass zu einer Person keine auskunftspflichtigen Daten gespeichert sind, wenn ein Versagungsgrund nach &sect; 102 Abs. 3 Nr. 1 oder Nr. 3 BNDG-E vorliegt. Das ist die deutsche Fassung der aus dem US-Recht bekannten <em>Glomar</em>-Antwort (&bdquo;<em>neither confirm nor deny</em>&ldquo;). F&uuml;r den Betroffenen w&auml;re dies eine sp&uuml;rbare Verschlechterung, weil ihm auch die Gewissheit genommen wird, nicht erfasst zu sein. Andererseits ist die bei Presseanfragen vonseiten des BND schon heute wohlbekannte Nicht-Antwort in der Sache nachvollziehbar: Wer systematisch Negativausk&uuml;nfte einholt, kann den Erkenntnisstand eines Dienstes kartieren. Angesichts des beschriebenen Anstiegs fremder Aufkl&auml;rungsbem&uuml;hungen ist dieses Risiko nicht theoretisch. Ob dies eine rechtlich zumindest zweifelhafte Regelung wert ist, muss das Parlament entscheiden.</p>
<h2>Wieso weicht der Verfassungsschutz-Entwurf ab?</h2>
<p>Zusammenfassend enthalten die Pl&auml;ne zur Novellierung des BNDG eine nachvollziehbare und in der Logik der Gerichte konsequent gedachte Anpassung der Auskunftsrechte. Noch verspricht die Gesetzesbegr&uuml;ndung allerdings an einigen Stellen mehr, als der Normtext halten kann, sodass das Parlament hier im Kleinen nachbessern muss.</p>
<p>In rechtspolitischer Hinsicht erschlie&szlig;t sich zudem kaum, warum f&uuml;r das BfV keine vergleichbare Eng(er)f&uuml;hrung der Pr&uuml;faufw&auml;nde vorgesehen wird &ndash; ist die Bedrohungslage mit vermehrten Ausforschungen fremder M&auml;chte doch &auml;hnlich und will der Inlandsdienst k&uuml;nftig ebenfalls am Bundesverwaltungsgericht erstinstanzlich beklagt werden, dessen viel Papier einfordernde <em>In-Camera</em>-Richter bereits bekannt sind. Vielleicht ist, wie oft in der Staatsverwaltung, die merkw&uuml;rdige Differenzierung am Ende daher nur auf die verschiedenen Autorenteams aus Kanzleramt einerseits und Innenressort andererseits zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Aber nur, weil diese L&uuml;cke derzeit noch offen ist, muss sie es im Bundestag ja nicht bleiben.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>In &sect; 15 Abs. 4 Satz 3 BVerfSchG hei&szlig;t es noch veraltet &bdquo;Bundesministerium des Innern, f&uuml;r Bau und Heimat&ldquo; und in &sect; 9 Satz 2 BNDG &bdquo;Bundesministerium des Innern und f&uuml;r Heimat&ldquo;.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td><em>Droste</em>, in: HdB des Verfassungsschutzrechts, 2007, S.&#8239;602 f.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>&sect; 12 BVerfSchG, &sect; 7 Abs. 1 BNDG, weiterf&uuml;hrend <em>Droste</em>, in: HdB des Verfassungsschutzrechts, 2007, S.&#8239;602 f.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>Art. 2 Abs. 2 lit. a DSGVO, Art. 4 Abs. 2 Satz 3 EUV; vgl. hierzu BVerwG, ZD 2025, 300 (301) Rn. 25.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>Zu den Ma&szlig;st&auml;ben von &sect; 29 VwVfG vgl. <em>Scheffczyk/Wolff</em>, NVwZ 2008, 1316 (1319).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>&sect; 9 i.V.m. &sect; 6 Abs. 1 BNDG, &sect; 10 BVerfSchG.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>BVerwG, NVwZ 2008, 580 (582).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>BVerwG (Fn. 7).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td><em>Droste</em>, in: HdB des Verfassungsschutzrechts, 2007, S.&#8239;604; <em>Wolff</em>, in: Dietrich/Eiffler, HdB des Nachrichtendienstes, 2017, S. 1676 Rn. 27.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>Vgl. &sect; 15 Abs. 4 BVerfSchG.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>Vgl. &sect;&sect; 100, 108 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 VwGO.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>Vgl. &sect; 99 Abs. 1 Satz 3 VwGO.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>Vgl. <em>Baumg&auml;rtner</em> u.a., Der Verr&auml;ter, DER SPIEGEL Nr. 1/2023, S. 28.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td>Vgl. &sect; 52 Abs. 3 BNDG-E.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>15</a></th> <td>BVerfGE 20, 162 (175 f.); BVerfG, NJW 2014, 3711 (3712) Rn. 26; BVerwG, NVwZ 2016, 1020 (1021) Rn. 13 ff.; BVerwG, NVwZ 2025, 1184 (1185) Rn. 15.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>16</a></th> <td>BVerfG, NJW 2006, 1116 (1117); vgl. auch BVerfGE 65, 1 (43).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>17</a></th> <td>BVerfG, NJW 2006, 1116 (1117).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>18</a></th> <td>BVerfGE 65, 1 (70); BVerfGE 120, 351 (362).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>19</a></th> <td>BVerfGE 120, 351 (362).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>20</a></th> <td>BVerfGE 120, 351 (363).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>21</a></th> <td>BVerfGE 120, 351 (364).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>22</a></th> <td>BVerfG, NJW 2006, 1116 (1118) Rn. 28; vgl. auch BVerfG, NVwZ 2001, 185 (185).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>23</a></th> <td>Vgl. BVerwG, NVwZ 2008, 580 (582); BVerfG, NVwZ 2001, 185 (185); BVerfG, NJW 2006, 1116 (1117) Rn. 21.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>24</a></th> <td>BVerfGE 120, 351 (363); vgl. auch <em>Ehmann</em>, CR 1988, 575 (575 f.); abweichend <em>Mallmann</em>, in: Schenke/Graulich/Ruthig, Sicherheitsrecht des Bundes, 2. Aufl. 2019, BVerfSchG, &sect; 15 Rn. 2; <em>Simitis/Fuckner</em>, NJW 1990, 2713 (2717).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>25</a></th> <td>BVerwG, NVwZ 2016, 1487 (1489); BVerwG, NVwZ 2018, 590 (592 f.); BVerwG, NVwZ 2020, 1439 (1439); siehe auch BVerfG, NVwZ 2001, 185 (186); BVerwG, NJW 1990, 2761 (2764); BT-Drs. 12/4094, S. 3, 11 ff.; <em>Meermagen</em>, in: BeckOK PolR Bayern, 25. Ed. 15.10.2024, BayVSG, Art. 23 Rn. 8.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>26</a></th> <td>Etwa am &bdquo;konkreten Sachverhalt&ldquo;. Vgl. BVerfG, NVwZ 2001, 185 (186); BT-Drs. 12/4094, S. 3, 11 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>27</a></th> <td>Vgl. BVerwG, NVwZ 2016, 1487 (1489) Rn. 21 ff. Kritisch mit Blick auf die abschlie&szlig;ende Regelung des &sect; 15 Abs. 3 BVerfSchG <em>Hofmann</em>, Anm. zu BVerwG, NVwZ 2018, 590 (595). Lediglich bezogen auf den aktuellen &sect; 15 BVerfSchG hat auch das BVerfG best&auml;tigt, dass derjenige, der nach dem Gesetz zu Recht keine Auskunft erh&auml;lt, einen Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung &uuml;ber sein Begehren beh&auml;lt, vgl. BVerfG, NVwZ 2001, 185 (186); <em>Scheffczyk/Wolff</em>, NVwZ 2008, 1316 (1316).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>28</a></th> <td>BVerwG, NJW 1990, 2761 (2764).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>29</a></th> <td>Vgl. BVerwG, NVwZ 2018, 590 (593) Rn. 29.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>30</a></th> <td>Vgl. BVerfGE 143, 101 (145 f.) Rn. 144 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>31</a></th> <td>BVerfGE 143, 101 (150) Rn. 162.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>32</a></th> <td>Vgl. BVerfGE 143, 101 (145 f.) Rn. 144 ff. </td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>33</a></th> <td>Vgl. BVerwG, NVwZ 2025, 1184 (1185) Rn. 19.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>34</a></th> <td>BVerfGE 146, 1 (51) Rn. 112.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>35</a></th> <td>&sect; 102 Abs. 5 BNDG-E f&uuml;r den Auslands-, &sect; 71 Abs. 4 BVerfSchG-E f&uuml;r den Inlandsdienst.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>36</a></th> <td>EGMR (GK), Urt. v. 25.5.2021, Centrum f&ouml;r r&auml;ttvisa/Schweden, Nr. 35252/08, Rn. 369 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>37</a></th> <td>Vgl. &sect; 13 Abs. 4 UKRat-Gesetz.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/nachrichtendienstreform-auskunftsrecht/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Was der BND k&uuml;nftig nicht mehr sagen muss</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-24T19:43:36+00:00</updated>
	<author><name>Markus Ogorek</name></author>
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	<title type="html">Naming the Harm</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>In July 2026, an Iraqi couple was convicted and sentenced by the Oberlandesgericht M&uuml;nchen (Munich H...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>In July 2026, an <a href="https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/oberlandesgerichte/muenchen/presse/2026/48.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iraqi couple was convicted and sentenced by the <em>Oberlandesgericht M&uuml;nchen</em></a> (Munich Higher Regional Court) for war crimes, genocide, and crimes against humanity. They had held captive two Yazidi girls on whom they inflicted torture, forced labor, religious indoctrination, and sexual assault. One of their aims, the Court noted, was to contribute to the destruction of the Yazidi community and Yazidism as a faith by permanently severing the girls from their fellow Yazidis. The sexual assault in particular would, they knew, have the effect of ostracizing them from their community. The Court held that it was a form of persecution intended to destroy the victims&rsquo; religious identity.</p>
<p>In the Munich case, the crimes were committed against identifiable individuals. But the tactic of targeting religion itself was mobilized on a community level as well, and international law has struggled to clearly identify and name this crime. One tactic much talked about but not yet prosecuted in the Yazidi cases is the destruction of religious property. As the Kurdistan Regional Government has documented, ISIS systematically destroyed <a href="http://zenodo.org/records/3826126" target="_blank" rel="noopener noreferrer">68 Yazidi religious sites across Iraq</a>. The world watched in horror, condemning the violence and mourning the <a href="http://yazda.org/final-report-of-investigation-into-cultural-heritage-destruction-during-the-islamic-state-s-genocide-against-the-yazidis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wanton destruction</a> of their heritage. Scholars have pointed to the destroyed temples and shrines as evidence of genocidal intent.</p>
<p>That framing is legitimate, but it underestimates what such attacks on religious infrastructure mean to the affected communities. For the Yazidis, the temples and shrines were more than just heritage. Yazidism has no sacred text; it focuses on oral transmission of traditions and collective worship at sacred sites. It is more about practice than doctrine. Thus, to destroy their temples was to render the practice of their faith virtually impossible. Yazidism, as an active form of worship, was effectively silenced in Sinjar.</p>
<h2>The Pursuit of Accountability</h2>
<p>Much has been done to bring ISIS to justice. An independent UN commission of inquiry concluded in 2016 that the campaign of violence against the Yazidis <a href="https://digitallibrary.un.org/record/843515?ln=fr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was genocide</a>, and the UN Security Council later established a dedicated investigative team, <a href="https://main.un.org/securitycouncil/en/content/sres2379-2017" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNITAD</a>, to gather evidence of ISIS crimes in Iraq. No international tribunal has yet been set up to make use of that evidence, but some domestic courts have stepped into the gap using a variety of legal doctrines to obtain jurisdiction. The German judicial system has been very active in pursuing former ISIS members, and boasts <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/2023011.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">the first conviction</a> of an ISIS member for genocide in 2021 as well as the above-mentioned Munich case. <a href="https://www.yazda.org/a-dutch-court-hands-down-historic-verdict-convicts-an-isil-member-for-crimes-against-yazidis-in-landmark-case-in-netherlands" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Netherlands</a> and <a href="https://www.eurojust.europa.eu/national-jurisprudence-database-core-international-crimes?country_of_trial=Sweden&amp;country_of_crime=Syria&amp;date_decision=2025-02-11%7C2025-02-11" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sweden</a> have also tried various crimes against the Yazidis, and in March 2026 a French court <a href="https://www.justiceinfo.net/en/156789-life-sentence-for-a-french-jihadist.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">convicted</a> Sabri Essid, a French citizen, <em>in absentia</em> and sentenced him to life in prison for his role in ISIS&rsquo;s campaign of genocide. These cases are an important step in establishing accountability for ISIS atrocities.</p>
<h2>Individual Suffering, Collective Harm</h2>
<p>Prosecutors in Europe have focused on crimes committed against individual Yazidi victims of genocide, persecution, murder, and enslavement. What they have not addressed is the near-total elimination of the practice of the Yazidi religion in Sinjar resulting from ISIS&rsquo;s deliberate campaign of religious persecution. ISIS considered the <a href="https://www.brookings.edu/articles/satans-slaves-why-isis-wants-to-enslave-a-religious-minority-in-iraq/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yazidis to be <em>mushrikeen </em></a>&ndash; polytheists who could be shown no mercy. They broadcast this view as widely as possible in information campaigns and glossy English-language publications such as <em>Dabiq</em> and <em>Rumiyah</em>. These public statements show that the destruction of individual Yazidi religious sites was deliberate and systematic. <a href="https://reliefweb.int/report/syrian-arab-republic/they-came-destroy-isis-crimes-against-yazidis-human-rights-council" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Militants were instructed</a> to destroy Yazidi shrines and to kill or enslave Yazidis and to force the survivors to convert. The result was the elimination of Yazidi religious life in areas controlled by ISIS. In Sinjar, the effect was near total.</p>
<p>The suppression of religious life is often a component of campaigns of genocide, and religious persecution has appeared in the case law of international criminal tribunals in that context. In the <a href="https://www.refworld.org/jurisprudence/caselaw/icty/2001/40159" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Krsti&#263;</em> judgment</a>, the International Criminal Tribunal for the Former Yugoslavia used the destruction of mosques in Bosnia as evidence of genocidal intent. But the broader attempt to eliminate Muslim religious life in the region was not charged as a crime in itself. This framing persisted in commentary on ISIS atrocities against the Yazidis, in which the suppression of Yazidi religious life has appeared as narrative background, regrettable but clearly secondary to the crime of genocide or other atrocities.</p>
<h2>Naming the Harm</h2>
<p>The collective harm done by rendering religious practice impossible can be usefully distinguished from genocide. Attacks on religious life, when widespread and driven by discriminatory intent, can meet the criteria of persecution as a crime against humanity. <a href="https://legal.un.org/icc/statute/99_corr/2.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Rome Statute</a> defines persecution as the &ldquo;severe deprivation of fundamental rights&rdquo; on discriminatory grounds such as race or religion. Freedom of religion is a fundamental, non-derogable right guaranteed by the <a href="https://www.ohchr.org/en/instruments-mechanisms/instruments/international-covenant-civil-and-political-rights" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Covenant on Civil and Political Rights</a>, although religious manifestation is limitable for certain prescribed purposes. <a href="http://iraq.un.org/en/node/278690" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNITAD&rsquo;s investigators concluded</a> that the destruction of Yazidi religious infrastructure constituted &ldquo;a blatant and gross denial of the right to freedom of thought, conscience and religion.&rdquo;</p>
<p>International courts, however, have only rarely identified the systematic denial of religious practice as a distinct form of persecution. The International Criminal Tribunal for the Former Yugoslavia held that the destruction of religious monuments can rise to the level of a crime against humanity, but it situated the harm primarily in the destruction of the world&rsquo;s cultural heritage, not the denial of the capacity to worship. The ICC treated the destruction of shrines the same way in the <em><a href="https://www.icc-cpi.int/court-record/icc-01/12-01/15-171" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Al Mahdi</a></em> case: the crime was viewed through a cosmopolitan lens, as the destruction of the heritage of all humankind, rather than as the elimination of a religious practice for the people of Timbuktu. More recently, in the <em><a href="https://www.icc-cpi.int/court-record/icc-01/12-01/18-2594-red" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Al&nbsp;Hassan</a></em> case the ICC handed down a conviction for religious persecution by jihadists in Timbuktu. In that case, the persecution recognized by the Court involved occupying forces demanding conformity to their own vision of orthodox religious practice, regulating dress, music, and the timing of prayer, as well as engaging in the destruction of mausoleums deemed contrary to their vision of Islam. Their aim was not to eliminate the religion of the population they governed but to compel conformity to their own version of orthodox Islam. The court concluded that this was a disproportionate restriction of the right to manifest one&rsquo;s religion.</p>
<p>The closest parallel to Sinjar comes from Cambodia. In 2018 the Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia convicted Khmer Rouge leaders of religious persecution for their treatment of Buddhists in the Tram Kak cooperatives. The Khmer Rouge had requisitioned pagodas, destroyed Buddha images, and banned the practice of religion. The Chamber found that this constituted the <a href="https://archive.eccc.gov.kh/documents/1054262?title=E465&amp;matterId=49" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&ldquo;complete abolition of Buddhist practices, not a mere restriction on certain manifestations of Buddhism&rdquo; (Sec. 1184)</a>. On that basis, the Chamber considered the acts, taken in context, reached a level of gravity comparable to other crimes against humanity in spite of the fact that none of the monks in that district were killed. In contrast, when the same Chamber addressed the persecution of the Cham, where murder and extermination were also charged, it convicted for religious persecution without naming freedom of religion among the rights infringed. Thus, in the Cambodia case the harm to religious practice was named only where nothing graver was available to support the conviction. Sinjar is better analogized to Tram Kak than to Timbuktu because ISIS, like the Khmer Rouge in Tram Kak, left no Yazidi collective religious practice to regulate. Yet no court has applied the Tram Kak reasoning to ISIS&rsquo;s elimination of Yazidi religious life in Sinjar.</p>
<h2>A Narrowing Window of Opportunity</h2>
<p>UNITAD&rsquo;s mandate <a href="https://www.forbes.com/sites/ewelinaochab/2023/09/13/mechanism-documenting-daesh-atrocities-to-end-its-work-in-2024/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">came to an end</a> in 2024 and was not renewed. Its findings, thousands of pages of evidence and testimony, have been archived. Iraq lacks the international crimes legislation necessary to bring such prosecutions. Iraqi prosecutors have been making do with using anti-terrorism laws, but these laws do not adequately address the nature of this particular crime. Several European countries continue to bring prosecutions of members of ISIS, but none have recognized the specific form of persecution of eliminating a group&rsquo;s capacity to practice its faith.</p>
<p>This may appear to be a fine distinction, but it matters. When Raphael Lemkin coined the term genocide on the eve of the Nuremberg trials, he advocated for a broader conception of the term than what ended up in the Genocide Convention. He also wanted to criminalize the destruction of a culture. The so-called &ldquo;cultural genocide&rdquo; debate has raged ever since, but thus far advocates of this broader conception have lost the battle. Persecution as a crime against humanity offers an avenue by which at least one subset of Lemkin&rsquo;s cultural genocide can be prosecuted. It offers a path to recognizing the destruction of the infrastructure of religious practice as a crime in its own right, rather than merely as evidence of another crime or as an attack on the world&rsquo;s cultural heritage. By honoring the functional value of religious heritage, we can do justice to a reality that Lemkin understood and that the Yazidi people have suffered, but that courts have thus far failed to capture in Sinjar.</p>
<p>And the distinction is not merely theoretical. Yazidi survivors and the organizations representing them have consistently <a href="https://www.yazda.org/publications/destroying-the-soul-of-the-yazidis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">demanded accountability</a> for the destruction of their religious and cultural sites. Many Yazidi families have refused to return to their villages until the shrines are rebuilt, not because they mourn the loss of historical monuments but because those sites were integral to the fabric of their religious life. Moreover, the <a href="https://www.icc-cpi.int/court-record/icc-01/12-01/18-2782" target="_blank" rel="noopener noreferrer">reparations order</a> issued on 28 April 2026 in the <em>Al&nbsp;Hassan</em> case shows what naming the harm correctly can accomplish. The convictions for torture, mutilation, and related crimes identified fourteen direct victims. In contrast, the persecution conviction identified the entire population of Timbuktu at the time of the occupation as victims since Ansar Dine and AQIM had targeted everyone in the city. The Chamber found that the persecution had damaged the community&rsquo;s religious identity and collective cohesion and counted the destruction of the city&rsquo;s mausoleums among the persecutory acts, even though Al Hassan had been acquitted of the war crime of attacking them. It ordered collective symbolic measures to acknowledge the violation of the victims&rsquo; rights, and held that the public recognition of their harm in its judgments was itself a form of reparation.</p>
<p>If we have learned anything since Nuremberg, it is that international criminal justice is insufficient when it simply aims for convictions. It must honor the victims, rather than simply focus on the perpetrators. The precise characterization of harm is crucial because it shapes who is recognized as a victim and helps define what they are owed. Moreover, it honors what communities actually suffered. In this light, justice is not just about retribution, or even reparations; it is about recognition. To annihilate the means of practicing one&rsquo;s faith is a form of persecution, one serious enough to be considered a crime in its own right. The ongoing universal jurisdiction cases involving the persecution of the Yazidis offer courts a chance to recognize it.</p>
<p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/is-jesidinnen-religion/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Naming the Harm</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-24T19:41:35+00:00</updated>
	<author><name>Gregory Mose</name></author>
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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-09-23:/299135</id>
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	<title type="html">Selbstzensur in der Wissenschaft</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Die Versuchung ist gro&szlig;, sich in Deutschland mit Blick auf die illiberalen Entwicklungen der US-Wiss...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Die Versuchung ist gro&szlig;, sich in Deutschland mit Blick auf die illiberalen Entwicklungen der US-Wissenschaftspolitik auf dem Art. 5 Abs. 3 GG auszuruhen. Schlie&szlig;lich ist bei uns, anders als in den USA und in vielen anderen Demokratien,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> die Freiheit der Wissenschaft nicht nur rechtlich eindeutig verb&uuml;rgt, sondern hat sogar Verfassungsrang. Diese vermeintliche Sicherheit tr&uuml;gt jedoch &ndash; und zwar auch abseits von Szenarien gro&szlig;er politischer Umbr&uuml;che. Denn ein wesentliches Risiko stellt f&uuml;r Wissenschaftsfreiheit hierzulande die Selbstzensur durch Wissenschaftler:innen dar &ndash; ein Bereich, f&uuml;r den sich durchaus Lehren aus den Erfahrungen in den USA ziehen lassen. Auch in Deutschland finden sich n&auml;mlich verschiedene systemische Voraussetzungen, die Wissenschaftler:innen anf&auml;llig daf&uuml;r machen, sich auch ohne direkte Eingriffe in ihre Freiheit selbst zu beschr&auml;nken.</p>
<p>Unabh&auml;ngig davon, wie gut die Wissenschaftsfreiheit rechtlich aufgestellt ist, muss sie in der Praxis gelebt werden &ndash; wenn Forschende und Lehrende sich selbst zensieren, ob aus Angst oder Opportunismus, dann n&uuml;tzen keine sch&uuml;tzenden Gesetze. Das bedeutet auch: Die aktive Bef&ouml;rderung von Selbstzensur kann ein effektives Instrument &bdquo;weicher&ldquo; Repression durch diejenigen werden, die unter formal demokratischen Bedingungen politischen Einfluss auf die Wissenschaft aus&uuml;ben wollen. Genau dieser Mechanismus l&auml;sst sich derzeit in Florida beobachten,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> wo ich Anfang 2024 einige Wochen verbracht und &uuml;ber 60 Interviews mit Hochschulangeh&ouml;rigen gef&uuml;hrt habe.</p>
<h2><strong>Wissenschaftliche Selbstzensur am Beispiel Floridas</strong></h2>
<p>Unter der Regierung von Gouverneur Ron DeSantis, der zwischen 2021 und 2023 in Florida politisch au&szlig;erordentlich einflussreich war und sich mit <em>Culture War</em> Themen zu profilieren suchte, wurde in dieser Zeit eine ganze Reihe an Gesetzen erlassen, die auf verschiedene Weisen in das Hochschulwesen eingriffen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Au&szlig;erdem hat die DeSantis-Regierung 2023 das Kuratorium des <em>New College of Florida</em>, eines winzigen progressiven Liberal Arts College in Sarasota, auf einen Schlag mit rechtskonservativen Pers&ouml;nlichkeiten besetzt und einen massiven Umbau des Collegeprofils angek&uuml;ndigt.</p>
<p>Im Versuch, durch den sogenannten <em>Stop WOKE Act</em> (2022) auch explizit in Forschungs- und Lehrinhalte einzugreifen &ndash; insbesondere sollte begrenzt werden, wie Gender-Themen und <em>Critical Race Theory</em> unterrichtet werden k&ouml;nnen &ndash; scheiterte DeSantis jedoch an den Gerichten. Richter Mark Walker wies das Argument der Regierung, bei Lehrt&auml;tigkeiten an Universit&auml;ten handele es sich um &bdquo;government speech&ldquo; und diese erlaube ihre Regulierung, mit scharfer Kritik als &bdquo;dystopisch&ldquo; zur&uuml;ck.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> Die Verfassungswidrigkeit wurde vor Kurzem im Berufungsverfahren best&auml;tigt und (in einer 2:1 Entscheidung) als &bdquo;breathtaking assertion of power&ldquo; verurteilt.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Zwar gelang es der Regierung dennoch, Gender-, Rassismus- und andere unliebsame Themen weitgehend aus den sogenannten <em>General Education Core Courses</em> zu streichen. Dabei handelt es sich um eine Art Studium Generale, von dem alle Studierenden eine bestimmte Zahl an Kursen absolvieren m&uuml;ssen, weshalb der Eingriff indirekt weitreichende Folgen f&uuml;r die Hochschullehre hat.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> &nbsp;Allerdings zeigen meine Interviews etwas noch viel Bedenklicheres im Hinblick auf die Wissenschaftsfreiheit: Die Anpassungen in der Lehr- und zu geringerem Ma&szlig;e auch der Forschungst&auml;tigkeit von Professor:innen, die in Florida zu politisch unerw&uuml;nschten Themen arbeiten, gehen deutlich &uuml;ber die tats&auml;chlichen Gesetze hinaus.</p>
<p>&Auml;hnlich wie die &bdquo;Chilling-Effekte&ldquo;, die aus der Autokratieforschung<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span> bekannt sind, zeigt sich in Florida: Selbst unter formal demokratischen Bedingungen bedarf es h&auml;ufig nur der Erzeugung eines Klimas von Verunsicherung, um Menschen dazu zu bringen, ihr Verhalten zu modifizieren. Die Ver&auml;nderungen, die mir berichtet wurden, reichten von kleinen Anpassungen in Kurstiteln oder -beschreibungen (zur Vermeidung bestimmter Reizw&ouml;rter) &uuml;ber die Streichung von Unterrichtsmaterial (wie <em>The 1619 Project</em>) oder dem Wegfall ganzer Kurse bis hin zu Entscheidungen, die akademische Stelle in Florida vollends aufzugeben. Zwar muss klar betont werden, dass nicht alle Wissenschaftler:innen sich selbst zensieren &ndash; einige sind sogar den gegenteiligen Weg gegangen, sich noch st&auml;rker f&uuml;r Gender- und Rassismusthemen einzusetzen. Dennoch ergibt sich im Gesamtbild meiner Forschung: Die breite Masse derer, die zu diesen Themen arbeiten, ist stark verunsichert, f&uuml;hlt sich unter Beobachtung und betreibt mehr oder weniger starke Zur&uuml;ckhaltung.</p>
<p>Dass diese Effekte durchaus intendiert sind, belegen Aussagen wie die von Christopher Rufo, einem prominenten rechtskonservativen Aktivisten aus dem Nordwesten der USA. Er wurde 2023 von DeSantis in das Kuratorium des <em>New College of Florida</em> berufen. Auf X &auml;u&szlig;erte er sich 2025 beispielsweise mit der Empfehlung: &bdquo;you need to ignite a process of ruthless self-selection. We did this at New College of Florida and watched the most extreme woke employees [&hellip;] leave in &sbquo;protest&lsquo;, without realizing they were solving our problem&ldquo;.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> Dazu geh&ouml;ren Strategien wie das N&auml;hren eines feindseligen politischen Diskurses, der ganze Forschungszweige diskreditiert und gesellschaftliche Anfeindungen gegen ihre Vertreter:innen ermutigt; die Aush&ouml;hlung von Absicherungen wie <em>Tenure</em> und Gewerkschaften; finanzielle Drohgeb&auml;rden gegen&uuml;ber den Institutionen; und das Erzeugen einer d&uuml;steren Vorahnung durch radikale Gesetzesentw&uuml;rfe<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span> und gezielte Eingriffe wie die am <em>New College</em>.</p>
<p>Warum berichte ich das alles in einem Beitrag, in dem es um Lehren f&uuml;r Deutschland gehen soll? Auf den ersten Blick haben diese Entwicklungen nicht viel mit Deutschland zu tun. Man k&ouml;nnte sogar entgegnen, dass gerade wegen der besseren rechtlichen Absicherung der Wissenschaft und Hochschulen viele der beschriebenen Eingriffe auch unter einer Regierung der AfD, die ein &auml;hnlich gerichtetes politisches Programm verfolgt, nicht ohne Weiteres m&ouml;glich w&auml;ren. Doch das scheint mir zu kurz gegriffen. Denn viele der Voraussetzungen f&uuml;r weitreichende Selbstzensur bestehen auch im deutschen Wissenschaftssystem.</p>
<h2><strong>Entwicklungen in Deutschland</strong></h2>
<p>Ganz grunds&auml;tzlich liegt in Deutschland ein &auml;hnliches asymmetrisches Abh&auml;ngigkeitsverh&auml;ltnis der Hochschulen gegen&uuml;ber der Regierung vor. Im Vergleich mit dem Rest der USA hat Florida tats&auml;chlich eines der st&auml;rksten &ouml;ffentlich finanzierten Hochschulsysteme, zudem mit einer relativ geringen Quote an Studiengeb&uuml;hren. Diese Abh&auml;ngigkeit muss an sich freilich keine Einschr&auml;nkung der Wissenschaftsfreiheit darstellen. Sie birgt aber ein erhebliches Missbrauchspotenzial, wie der Druck belegt, den DeSantis auf die Hochschulen aus&uuml;bt. Die Tatsache, dass s&auml;mtliche Universit&auml;ten den politischen Entwicklungen &ouml;ffentlich mit Schweigen begegnet sind, wurde von meinen Gespr&auml;chspartner:innen einhellig vor diesem Hintergrund interpretiert.</p>
<p>In Deutschland haben wir bislang keine Drohgeb&auml;rden dieses Ausma&szlig;es gesehen, aber das sogenannte &bdquo;Regierungsprogramm&ldquo; der AfD f&uuml;r Sachsen-Anhalt l&auml;sst diese f&uuml;r den Fall einer Regierungs&uuml;bernahme erwarten. Zudem sollte es uns nachdenklich stimmen, dass sich der Druck aus der Politik auf die Hochschulen in den letzten Jahren merklich verst&auml;rkt hat. Zu nennen sind neben dem Themenkomplex Israel/Pal&auml;stina, Antisemitismus und entsprechenden Protesten an Hochschulen (z.B. F&ouml;rdergeldaff&auml;re,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span> Antisemitismusresolution,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> Protestr&auml;umungen,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span> Druck wegen kontroverser Vortr&auml;ge<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span>) auch die fiskalpolitischen Nachverhandlungen von Hochschulvertr&auml;gen<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span> oder der Versuch der Verpflichtung von Universit&auml;ten zur Kooperation mit der Bundeswehr.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>15)</sup></a><span></span></span> Diese (versuchten) politischen Einflussnahmen erodieren das f&uuml;r Wissenschaftsfreiheit unerl&auml;ssliche Vertrauensverh&auml;ltnis zwischen Wissenschaft und Politik und schaffen zudem gef&auml;hrliche Pr&auml;zedenzf&auml;lle, weil Eingriffe normalisiert werden und die politischen Kosten f&uuml;r nachfolgende Regierungen sinken.</p>
<p>Auch im Bereich wissenschaftsfeindlicher Tendenzen in der Gesellschaft sehen wir kritische Entwicklungen aus unterschiedlichen politischen Lagern. In einer repr&auml;sentativen Umfrage unter Wissenschaftler:innen in ganz Deutschland von 2023 stimmten 70% ganz oder eher der Aussage zu, dass sich Wissenschaftsfeindlichkeit in den letzten Jahren verst&auml;rkt habe.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>16)</sup></a><span></span></span> 45% gaben zudem an, dass sie pers&ouml;nlich Anfeindungen erlebt haben, darunter meist in Form von herablassenden &Auml;u&szlig;erungen oder Anzweifeln der Kompetenz als Wissenschaftler:in (35% der Befragten), in einigen F&auml;llen aber auch Hate Speech oder verbale Drohungen bis hin zu strafrechtlich relevanten Angriffen (7% bzw. 2%). Die Neigung, Vorkommnisse an Hochschulen medial zu skandalisieren &ndash; sei es durch Politiker:innen oder Hochschulangeh&ouml;rige selbst &ndash;, tr&auml;gt in der &Ouml;ffentlichkeit zus&auml;tzlich zu einer (h&auml;ufig verzerrten) Wahrnehmung von Hochschulen als &bdquo;R&auml;ume verengter Diskurse&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>17)</sup></a><span></span></span> bei, die Anfeindungen weiter anheizt.</p>
<p>Diese politischen und gesellschaftlichen Interventionen bilden eine Drohkulisse insbesondere f&uuml;r diejenigen Wissenschaftler:innen, deren Themen an stark polarisierte &ouml;ffentliche Debatten angrenzen &ndash; was l&auml;ngst nicht mehr nur die Sozialwissenschaften betrifft, sondern Forschungsfelder aller Disziplinen (oft unerwartet) treffen kann. Der erste Ansatz, um Selbstzensur vorzubeugen, liegt insofern auf der Hand: Demokratisch orientierte Parteien t&auml;ten gut daran, die Sch&auml;rfe im politischen Diskurs zur&uuml;ckzufahren und von dem Versuch abzusehen, sich mit einer harten Kante gegen Hochschulleitungen und Wissenschaftler:innen zu profilieren. Auch um Wissenschaftsfeindlichkeit zu begegnen, gibt es verschiedene Strategien.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>18)</sup></a><span></span></span> Mir geht es hier jedoch um etwas anderes: Denn die latente Drohkulisse kann nur dann weitreichenden Einfluss entfalten, wenn sie auf Strukturen trifft, die individuelle Verunsicherung beg&uuml;nstigen. Es gilt daher genau dort anzusetzen, wo Verunsicherung zur&uuml;ckgedr&auml;ngt werden kann. Hier lassen sich drei konkrete Lehren aus den Erfahrungen in Florida ziehen.</p>
<h2><strong>Erste Lehre: Besch&auml;ftigungssicherheit erh&ouml;hen</strong></h2>
<p>Die Frage von Besch&auml;ftigungssicherheit war h&auml;ufig zentral, wenn in meinen Interviews das Problem von Selbstzensur thematisiert wurde. Zum einen haben viele der Professor:innen mit <em>Tenure</em> betont, dass die politischen Entwicklungen diejenigen noch st&auml;rker treffen, die die Schwelle der Berufung auf Lebenszeit noch nicht erreicht haben. Zum anderen zeigte sich aber auch, dass viel Verunsicherung gerade von den Angriffen der DeSantis-Regierung auf <em>Tenure</em> selbst ausging. Ein Politikwissenschaftler, der in der Vergangenheit regelm&auml;&szlig;ig einen Kurs zu internationaler LGBTIQ-Politik angeboten hatte, sagte mir beispielsweise, dass er diesen aus Sorge vor einer politisierten <em>Post-Tenure-Review</em> erstmal pausiert habe. Es gab schon vor der DeSantis-Regierung ein Review-Verfahren von <em>Tenure</em>, doch die Regeln daf&uuml;r waren an jeder Hochschule festgelegt worden und hatten bis dato nicht unter politischen Vorzeichen gestanden. Zwar funktioniert das deutsche Hochschulsystem sehr anders als in Florida und eine Aufweichung der Berufung auf Lebenszeit ist kaum denkbar. Doch zeigt der Fall Floridas sehr deutlich, welch m&auml;chtige Rolle das Wissen um die eigene berufliche Absicherung in der individuellen Entscheidung f&uuml;r oder gegen Selbstzensur spielt.</p>
<p>Vermutlich ist ein Appell f&uuml;r mehr Besch&auml;ftigungssicherheit wenig &uuml;berraschend aus der Feder einer Postdoktorandin mit befristeter Besch&auml;ftigung. Doch ist in den vergangenen Jahren immer deutlicher geworden, dass das deutsche Problemfeld der Befristungspraktiken im Mittelbau nicht nur Einzelf&auml;lle und individuelle Karrierewege betrifft, sondern systemische Relevanz hat. Zun&auml;chst wurde dies als Problem der Qualit&auml;tssicherung und Zukunftsf&auml;higkeit des Wissenschaftssystems diskutiert. Doch es wird immer mehr auch als Risiko f&uuml;r die Wissenschaftsfreiheit anerkannt.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>19)</sup></a><span></span></span> Die Problematik geht in Deutschland historisch auf die Ordinarienuniversit&auml;t zur&uuml;ck, in der Wissenschaftsfreiheit prim&auml;r oder ausschlie&szlig;lich Lehrstuhlinhaber:innen zugeschrieben wurde. Mittlerweile wird ein gro&szlig;er Teil von Forschung und Lehre an Universit&auml;ten jedoch von nichtprofessoralem Personal durchgef&uuml;hrt, da das Wachstum im Wissenschaftssystem vor allem durch die Expansion des Mittelbaus, nicht der Professuren getrieben wurde: Kamen an Universit&auml;ten im Jahr 1980 noch 2,7 wissenschaftliche Mitarbeitende auf eine Professur, so waren es 2019 bereits 7,2; in den Jahren 2022&ndash;2024 je 7,4.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>20)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Es liegt daher schon rein aus systemischen &Uuml;berlegungen auf der Hand, dass alle diejenigen, die an wissenschaftlichen Einrichtungen eigenverantwortlich forschen und lehren, als Tr&auml;ger:innen individueller Wissenschaftsfreiheit anerkannt sein sollten. Die im OECD-Vergleich ungew&ouml;hnlich langen Zeiten befristeter und formal abh&auml;ngiger Besch&auml;ftigung auch &uuml;ber die Promotion hinaus<span><a role="button" tabindex="0"><sup>21)</sup></a><span></span></span> bedeuten jedoch f&uuml;r die deutsche Wissenschaft, dass gerade die essenzielle Schutzfunktion einer sicheren Besch&auml;ftigung f&uuml;r die meisten nicht gegeben ist. Neben einer Reihe anderer Probleme in der Aus&uuml;bung von Wissenschaftsfreiheit<span><a role="button" tabindex="0"><sup>22)</sup></a><span></span></span> ergibt sich daraus auch eine besonders hohe Vulnerabilit&auml;t gegen&uuml;ber politischer Einflussnahme und gesellschaftlicher Anfeindungen, die Selbstzensur beg&uuml;nstigt. Dies belegen auch empirische Untersuchungen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>23)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Eine ernsthafte Bearbeitung dieser Quelle von Verunsicherung erfordert eine umfassende Reform der Arbeitsbedingungen und Personalstrukturen an Universit&auml;ten &ndash; mit kleinteiligen Anpassungen der Befristungszeiten im WissZeitVG ist es nicht getan.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>24)</sup></a><span></span></span> Erforderlich sind deutlich mehr unbefristete Stellen f&uuml;r Wissenschaftler:innen unterhalb der Professur zur Erf&uuml;llung von Daueraufgaben mit unterschiedlichen Aufgabenprofilen, eine Ausweitung des Tenure-Track-Modells und eine Abkehr von der extremen Hierarchiestruktur der Lehrst&uuml;hle.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>25)</sup></a><span></span></span> Hier ist abseits der kritischen Finanzierungsfrage nicht nur die Politik in der Pflicht. Gerade im Sinne einer autonomen Wissenschaftsorganisation sollte es ein Anliegen von Hochschulen &ndash; inklusive der Professor:innenschaft &ndash; sein, sich hier klar zur Schaffung der Bedingungen einer freien Wissenschaft zu bekennen und die notwendigen Reformen anzusto&szlig;en.</p>
<h2><strong>Zweite Lehre: Institutionelle R&uuml;ckendeckung sicherstellen</strong></h2>
<p>Ein weiterer Aspekt, den der Fall von Florida stark verdeutlicht, ist die Bedeutung institutioneller R&uuml;ckendeckung, die einzelne Wissenschaftler:innen erfahren. Aus meinen Interviews an f&uuml;nf staatlichen Universit&auml;ten ergab sich ein sp&uuml;rbarer Kontrast zwischen der <em>University of Florida</em> (UF) in Gainesville &ndash; der gr&ouml;&szlig;ten Hochschule im Staat &ndash; und den anderen &ouml;ffentlichen Hochschulen. Nicht wenige meiner Gespr&auml;chspartner:innen sprachen von &bdquo;vorauseilendem Gehorsam&ldquo; in Bezug auf die UF-Leitung, die schon seit Jahren den Hang zeigte, sich der Regierung anzubiedern. Im Herbst 2021 wurde drei Politikwissenschaftler:innen in einem h&ouml;chst ungew&ouml;hnlichen Vorgang durch die UF-Verwaltung verboten, als Sachverst&auml;ndige in einem Gerichtsverfahren gegen ein neues Wahlgesetz aufzutreten. Die Begr&uuml;ndung lautete, dass die Vertretung von Positionen gegen den Staat &bdquo;den Interessen der U.F. zuwider&ldquo; laufe.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>26)</sup></a><span></span></span> Kurze Zeit sp&auml;ter wurde zudem bekannt, dass ein Professor der Erziehungswissenschaften eine Beschwerde gegen die Universit&auml;t eingelegt hatte, weil er mehrfach von Verwaltungsangestellten aufgefordert worden war, &bdquo;critical race&ldquo; aus seinen Lehrpl&auml;nen zu streichen und mit Disziplinarma&szlig;nahmen bedroht wurde, noch bevor der <em>Stop WOKE Act</em> &uuml;berhaupt zur Diskussion stand.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>27)</sup></a><span></span></span></p>
<p>An anderen Institutionen stellte sich die Situation teils ganz anders dar. Zwar hielten sich in der &ouml;ffentlichen Debatte alle Einrichtungen auffallend bedeckt, selbst als eine Abschaffung ganzer Studieng&auml;nge in den Raum gestellt wurde. Doch zumindest der interne Diskurs war ein anderer als an der UF. Besonders deutlich wurde mir dies an der <em>Florida State University</em> in Tallahassee berichtet. Dort habe sich der Universit&auml;tspr&auml;sident explizit an die Professor:innenschaft gewandt mit der Botschaft, dass niemand ihnen hineinzureden h&auml;tte, wie sie ihren Unterricht gestalteten. Zwar waren nicht alle gleicherma&szlig;en von diesen Aussagen beruhigt, doch zumindest hatte dort niemand den Eindruck, dass von der Institution selbst eine Gefahr f&uuml;r sie ausging. Dennoch schienen auch die Universit&auml;ten abseits der UF sich damit schwerzutun, der allgemeinen Verunsicherung durch konkrete Orientierungshilfen und Rechtsberatung entgegenzuwirken.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>28)</sup></a><span></span></span></p>
<p>F&uuml;r Deutschland l&auml;sst sich daraus zweierlei ableiten: Erstens deuten verschiedene Ereignisse der letzten Jahre &ndash; seien es Protestcamps, Absagen von Veranstaltungen, Suspendierung von Lehrpersonal oder der Umgang mit Kleinen Anfragen durch die AfD &ndash; darauf hin, dass die Hochschulen und ihre Leitungen oft unzureichend auf die politische Konfrontation vorbereitet sind, die nahezu unvermeidlich auf sie hereinbricht. Hier gilt es, mehr rechtliche wie auch strategische Expertise aufzubauen, eine &bdquo;belastbare Haltung&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>29)</sup></a><span></span></span> zu Angriffen auf Wissenschaftsinstitutionen zu entwickeln, kompetente inneruniversit&auml;re Anlaufstellen einzurichten und diese Ma&szlig;nahmen offensiv auch innerhalb der Universit&auml;t zu kommunizieren. Gerade die pr&auml;ventive, vertrauensbildende Komponente sollte hier nicht untersch&auml;tzt werden, da Selbstzensur oft bereits da ansetzt, wo noch keine direkten Eingriffe geschehen sind.</p>
<p>Zweitens verdeutlicht der Fall Florida, wie essenziell eine Solidarisierung der Hochschulen untereinander sein kann. Durch das einge&uuml;bte Konkurrenzverh&auml;ltnis sowie das Ausscheren der gr&ouml;&szlig;ten Universit&auml;t befanden sich die &uuml;brigen Institutionen in einer geschw&auml;chten Stellung, sodass letztlich keine der Wissenschaftsinstitutionen die &ouml;ffentliche Auseinandersetzung wagte. Viele Universit&auml;tsangeh&ouml;rige f&uuml;hlten sich dadurch erst recht entmutigt, weil der &ouml;ffentliche Diskurs der Rechtspopulisten durch den mangelnden Widerspruch in ihren Augen zus&auml;tzliche Legitimation erfahren hat. Das Vertrauen in die eigene Institution, sich im Zweifelsfall f&uuml;r betroffene Wissenschaftler:innen einzusetzen, wurde damit umso mehr untergraben. Hochschulleitungen in Deutschland sollten sich daher klar vor Augen f&uuml;hren, wie wichtig die Pr&auml;senz im &ouml;ffentlichen Diskurs ist, dass sie im Kollektiv immer st&auml;rker sind als allein und dass sich diese Faktoren auch unmittelbar auf die Angeh&ouml;rigen der eigenen Institution auswirken.</p>
<h2><strong>Dritte Lehre: Kollektive Interessenvertretungen st&auml;rken</strong></h2>
<p>Die Kollektivierung von Interessen ist ebenso auf der individuellen Ebene entscheidend. Es ist kein Zufall, dass die DeSantis-Regierung im Zuge ihrer Angriffe auf den Bildungssektor auch gezielt die Gewerkschaften des &ouml;ffentlichen Dienstes (mit expliziter Ausnahme von Polizei und Feuerwehr) ins Visier nahm. Demnach k&ouml;nnen seit SB 256 einzelne Gewerkschaftssektionen nur dann fortbestehen, wenn mindestens 60% der vertretenen Angestellten zahlende Mitglieder sind; gleichzeitig wurde das Verfahren zur Mitgliedschaft verkompliziert. In einem Land, das eine notorisch geringe gewerkschaftliche Organisation aufweist, stellen diese Regelungen eine echte Bedrohung f&uuml;r den Fortbestand einiger Sektionen und damit f&uuml;r die Verhandlungsmacht und Interessenvertretung der Wissenschaftler:innen dar. An einigen der Hochschulen hat das Gesetz tats&auml;chlich den gegenteiligen Effekt erzielt: Durch eine starke Mobilisierung wurde der Organisationsgrad deutlich erh&ouml;ht &ndash; und die Gewerkschaften konnten so oft auch eine zentrale Rolle in der Bereitstellung von Informationen und Beratungsangeboten einnehmen.</p>
<p>Gewerkschaften sind auch in Deutschland in der Vertretung kollektiver Interessen von Hochschulangeh&ouml;rigen t&auml;tig. Jedoch besteht auch hier &ndash; verglichen beispielsweise mit dem Schulbereich &ndash; ein weitaus geringerer gewerkschaftlicher Organisationsgrad.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>30)</sup></a><span></span></span> &nbsp;Zus&auml;tzlich verhindert auch die Zersplitterung in Statusgruppen eine weitreichende Solidarisierung innerhalb der Universit&auml;ten. Die effektive Organisation kollektiver Interessen bedeutet jedoch nicht nur ein Pooling von Ressourcen sowie eine St&auml;rkung der Verhandlungsposition und des Mobilisierungspotenzials. Sie bietet potenziell auch Foren zum Austausch, in denen Taktiken zum Umgang mit Bedrohungsszenarien entwickelt werden k&ouml;nnen. In Zeiten erh&ouml;hten &auml;u&szlig;eren Drucks, in denen Wissenschaftler:innen sich in ihrer eigenen Handlungsf&auml;higkeit geschw&auml;cht sehen, bietet die Bildung von Kollektiven &ndash; auch die Selbstorganisation in informellen Netzwerken &ndash; damit eine wesentliche Ma&szlig;nahme gegen Isolation und Verunsicherung, an der jede:r Einzelne mitwirken kann.&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href="https://vifa-recht.de" name="_ftn13" rel="noopener noreferrer" target="_blank"></a>&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href="https://vifa-recht.de" name="_ftn30" rel="noopener noreferrer" target="_blank"></a></p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Janika Spannagel, <em>The Constitutional Codification of Academic Freedom Over Time and Space,</em> Global Constitutionalism (2025), S. 46&ndash;72, DOI: <a href="https://doi.org/10.1017/S2045381724000108" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1017/S2045381724000108</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>Eine detaillierte Analyse zu Selbstzensur in Florida erscheint bald in Perspectives on Politics unter dem Titel <em>From the Authoritarian Playbook: Academic Freedom and the Politics of Self-Censorship in Florida</em>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Unter anderem wurde Studierenden erlaubt, ungefragt Aufzeichnungen von Unterrichtsstunden zu machen, um damit Beschwerden gegen Professor:innen vorzubringen (HB 233, 2021); der Findungsprozess von Hochschulpr&auml;sident:innen von Transparenzgesetzen ausgeschlossen (SB 520, 2022); Akkreditierungsregeln angepasst (SB 7044, 2022); s&auml;mtliches Kursmaterial verpflichtend &ouml;ffentlich gemacht (SB 7044); Regeln f&uuml;r Gewerkschaften versch&auml;rft (SB 256, 2023); eine floridaweite regelm&auml;&szlig;ige Neubewertung von <em>Tenure</em>-Status (dem &Auml;quivalent der Berufung auf Lebenszeit) vorgeschrieben (SB 266, 2023) und die Nutzung &ouml;ffentlicher Gelder f&uuml;r Diversity, Equity und Inclusion (DEI) Ma&szlig;nahmen verboten (SB 266). Alle Gesetzestexte sind abrufbar unter <a href="https://www.flsenate.gov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.flsenate.gov/</span></a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>United States District Court, Northern District of Florida, Tallahassee Division, <em>Pernell et al. v. Florida Board of Governors of the State University System et al.</em>, 4:22cv324-MW/MAF, 17.11.2022.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>United States Court of Appeals For the Eleventh Circuit, <em>Pernell et al. v. Florida Board of Governors of the State University System et al.</em>, 22-13992, 7.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>Laura Meckler, <em>What happened when one university set out to purge &lsquo;woke&rsquo; classes</em>, The Washington Post, 27.5.2026, <a href="https://www.washingtonpost.com/education/2026/05/27/rise-conservative-civic-education-programs-universities/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.washingtonpost.com/education/2026/05/27/rise-conservative-civic-education-programs-universities/</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>Rachel E. Stern und Jonathan Hassid, <em>Amplifying Silence: Uncertainty and Control Parables in Contemporary China</em>, Comparative Political Studies (2012), S. 1230&ndash;1254. DOI: <a href="https://doi.org/10.1177/0010414011434295" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1177/0010414011434295</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>Christopher F. Rufo [@realchrisrufo], <em>Yes, you need to ignite a process of ruthless self-selection &hellip;</em>, X.com, 11.1.2025, <a href="https://x.com/realchrisrufo/status/1878262633612361744" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://x.com/realchrisrufo/status/1878262633612361744</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>Dem sp&auml;ter verabschiedeten Gesetz SB 266 ging 2023 ein viel weit reichenderer Entwurf HB 999 voraus, der DeSantis&rsquo; radikale Agenda offenlegte, in der nicht nur ganze Studieng&auml;nge gestrichen werden sollten, sondern auch die Berufung auf Lebenszeit eines:r jeden Professor:in jederzeit &uuml;berpr&uuml;ft werden k&ouml;nnte.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>GEW, <em>F&ouml;rdermittel-Aff&auml;re: Stark-Watzinger l&auml;sst viele Fragen offen</em>, 17.6.2024, <a href="https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/stark-watzinger-laesst-viele-fragen-offen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/stark-watzinger-laesst-viele-fragen-offen</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>HRK,<em> Zur aktuellen Antisemitismusdebatte im Bundestag</em>, 19.11.2024, <a href="https://www.hrk.de/positionen/beschluss/detail/zur-aktuellen-antisemitismusdebatte-im-bundestag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.hrk.de/positionen/beschluss/detail/zur-aktuellen-antisemitismusdebatte-im-bundestag/</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td><em>Zeitweilige Duldung der Besetzung weiter in Diskussion</em>, Forschung &amp; Lehre, 27.5.2024, <a href="https://www.forschung-und-lehre.de/politik/zeitweilige-duldung-der-besetzung-weiter-in-diskussion-6433" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.forschung-und-lehre.de/politik/zeitweilige-duldung-der-besetzung-weiter-in-diskussion-6433</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>HRK, <em>HRK-Pr&auml;sidium mahnt Wahrung der Hochschulautonomie an</em>, 17.3.2026, <a href="https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-praesidium-mahnt-wahrung-der-hochschulautonomie-an-5166/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-praesidium-mahnt-wahrung-der-hochschulautonomie-an-5166/</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td><em>&Auml;nderung zu Berliner Hochschulvertr&auml;gen unterzeichnet</em>, Forschung &amp; Lehre, 11.2.2026, <a href="https://www.forschung-und-lehre.de/politik/aenderung-zu-berliner-hochschulvertraegen-unterzeichnet-7533" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.forschung-und-lehre.de/politik/aenderung-zu-berliner-hochschulvertraegen-unterzeichnet-7533</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026; Christoph M&ouml;llers, Max Lenz und Nils Weinberg, <em>Autorit&auml;re Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit</em> (2026, i.E.), S. 125f., DOI: <a href="https://doi.org/10.46500/83536237" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.46500/83536237</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>15</a></th> <td>GEW, <em>Kein Zwang zur Bundeswehr-Kooperation an Hochschulen</em>, 13.3.2026, <a href="https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/kein-zwang-zur-bundeswehr-kooperation-an-hochschulen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/kein-zwang-zur-bundeswehr-kooperation-an-hochschulen</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>16</a></th> <td>Clemens Bl&uuml;mel, <em>Anfeindungen gegen Forschende</em>, DZHW, April 2024, <a href="https://www.hiig.de/wp-content/uploads/2024/05/Erste-Ergebnisse_Umfrage-zu-Anfeindungen-gegen-Forschende.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.hiig.de/wp-content/uploads/2024/05/Erste-Ergebnisse_Umfrage-zu-Anfeindungen-gegen-Forschende.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>17</a></th> <td>Justus Henke und Peer Pasternack, <em>Hochschule in der ungesicherten Demokratie: Ansatzpunkte zur St&auml;rkung der Resilienz</em>, Institut f&uuml;r Hochschulforschung (2025), S. 11, DOI: <a href="https://doi.org/10.5281/zenodo.17951293" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.5281/zenodo.17951293</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>18</a></th> <td>Siehe bspw. das Positionspapier des Wissenschaftsrats: <em>Wissenschaftskommunikation</em> (2021), <a href="https://www.wissenschaftsrat.de/download/2021/9367-21.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=13" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.wissenschaftsrat.de/download/2021/9367-21.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=13</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>19</a></th> <td>Zum Beispiel auch durch den Wissenschaftsrat: <em>Personalstrukturen im deutschen Wissenschaftssystem</em> (2025), S. 8, DOI: <a href="https://doi.org/10.57674/j6sf-h296" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.57674/j6sf-h296</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>20</a></th> <td>Jochen Gl&auml;ser und Otto H&uuml;ther, <em>Karrieren und individuelle Wissenschaftsfreiheit</em>, BBAW (2022), S. 9, <a href="https://www.bbaw.de/files-bbaw/publikationen/wissenschaftspolitik_im_dialog/W-i-D_22/BBAW_WiD_22_2022_Lay4_Web_PDF-A.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.bbaw.de/files-bbaw/publikationen/wissenschaftspolitik_im_dialog/W-i-D_22/BBAW_WiD_22_2022_Lay4_Web_PDF-A.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026; Statistisches Bundesamt, <em>Personal an Hochschulen</em>, <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Hochschulen/Publikationen/_publikationen-innen-hochschulen-personal.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Hochschulen/Publikationen/_publikationen-innen-hochschulen-personal.html</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>21</a></th> <td>Uwe Schimank et al., <em>Grunds&auml;tze und Empfehlungen zur Wahrung und F&ouml;rderung der Wissenschaftsfreiheit in Deutschland</em>, BBAW (2024), S. 20, <a href="https://edoc.bbaw.de/files/3955/BBAW_WiD_25_2024.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://edoc.bbaw.de/files/3955/BBAW_WiD_25_2024.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026; Otto H&uuml;ther und Georg Kr&uuml;cken, <em>Hochschulen &ndash; Fragestellungen, Ergebnisse und Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Hochschulforschung</em> (2016), S. 93; OECD, <em>Bildung auf einen Blick 2025: OECD-Indikatoren</em>, 2025, S. 511, <a href="https://www.oecd.org/content/dam/oecd/de/publications/reports/2025/09/education-at-a-glance-2025_c58fc9ae/9783763979257.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.oecd.org/content/dam/oecd/de/publications/reports/2025/09/education-at-a-glance-2025_c58fc9ae/9783763979257.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>22</a></th> <td> Darunter die hierarchische Abh&auml;ngigkeit von Vorgesetzten, von deren Wohlwollen abh&auml;ngig ist wie frei man forschen und lehren kann; die geringere Bereitschaft, eigene Rechte n&ouml;tigenfalls einzuklagen; der Anpassungsdruck durch unsichere Karrierewege und die Schw&auml;chung einer horizontalen Kooperationskultur durch hohen Konkurrenzdruck; sowie ein systemisches Resilienzproblem des Hochschulwesens gegen&uuml;ber finanzieller Erosion bei hohen Befristungsquoten.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>23</a></th> <td>Jannis J. Grimm et al., <em>Deutsche Wissenschaft seit dem 7. Oktober: Selbstzensur und Einschr&auml;nkungen unter Forschenden mit Nahostbezug</em>, Working Papers Peace &amp; Conflict Research, Freie Universit&auml;t Berlin (2025), S. 41, <a href="https://www.interact.fu-berlin.de/_media/WP202501_v0_7.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.interact.fu-berlin.de/_media/WP202501_v0_7.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>24</a></th> <td>Vgl. Referentenentwurf des BMFTR vom 26.05.2026: <a href="https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/gesetze/befr_Arbeitsvertraege_Wissenschaft_WissZeit_VG/referentenentwurf/RefEntwurf_WissZeitVG_2026.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/gesetze/befr_Arbeitsvertraege_Wissenschaft_WissZeit_VG/referentenentwurf/RefEntwurf_WissZeitVG_2026.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2</span></a>; sowie kritische Stellungnahmen, beispielhaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes (15.06.2026): <a href="https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/gesetze/befr_Arbeitsvertraege_Wissenschaft_WissZeit_VG/stellungnahmen/2026/deutscher-gewerkschaftsbund.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/gesetze/befr_Arbeitsvertraege_Wissenschaft_WissZeit_VG/stellungnahmen/2026/deutscher-gewerkschaftsbund.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1</span></a> und des Netzwerks f&uuml;r Gute Arbeit in der Wissenschaft (16.06.2026): <a href="https://mittelbau.net/stellungnahme-novellierungsentwurf-des-wisszeitvg-vom-26-05-2026/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://mittelbau.net/stellungnahme-novellierungsentwurf-des-wisszeitvg-vom-26-05-2026/</span></a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>25</a></th> <td>Siehe dazu auch die Empfehlungen u.a. des Wissenschaftsrates: <em>Personalstrukturen im deutschen Wissenschaftssystem</em> (2025), DOI: <a href="https://doi.org/10.57674/j6sf-h296" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.57674/j6sf-h296</a>; sowie die gemeinsame Stellungnahme der Hochschulrektorenkonferenz und der Jungen Akademie (2024): <a href="https://www.hrk.de/positionen/beschluss/detail/leitlinien-fuer-unbefristete-stellen-an-universitaeten-neben-der-professur/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.hrk.de/positionen/beschluss/detail/leitlinien-fuer-unbefristete-stellen-an-universitaeten-neben-der-professur/</span></a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>26</a></th> <td>Michael Wines, <em>Florida Bars State Professors From Testifying in Voting Rights Case</em>, The New York Times, 29.10.2021, <a href="https://www.nytimes.com/2021/10/29/us/florida-professors-voting-rights-lawsuit.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.nytimes.com/2021/10/29/us/florida-professors-voting-rights-lawsuit.html</span></a>, abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>27</a></th> <td>Divya Kumar, <em>At UF, someone used &lsquo;critical&rsquo; and &lsquo;race&rsquo; in a sentence. </em><em>Trouble ensued</em>, Tampa Bay Times, 1.12.2021, <a href="https://www.tampabay.com/news/education/2021/11/30/at-uf-someone-used-critical-and-race-in-a-sentence-trouble-ensued/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.tampabay.com/news/education/2021/11/30/at-uf-someone-used-critical-and-race-in-a-sentence-trouble-ensued/</span></a>, zuletzt abgerufen am 28.7.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>28</a></th> <td> Zu einer &auml;hnlichen Situation in Idaho: Luke Fowler und Jen Schneider, <em>Ambiguous Politics, Controversial Issues and Strained Academic Bureaucracies: Banning Critical Race Theory in Idaho</em>, Journal of Social Equity and Public Administration (2024), S. 63&ndash;80, DOI: <a href="https://doi.org/10.24926/jsepa.v2i2.5655" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.24926/jsepa.v2i2.5655</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>29</a></th> <td>Justus Henke und Peer Pasternack, <em>Hochschule in der ungesicherten Demokratie: Ansatzpunkte zur St&auml;rkung der Resilienz</em>, Institut f&uuml;r Hochschulforschung (2025), S. 12, DOI: <a href="https://doi.org/10.5281/zenodo.17951293" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.5281/zenodo.17951293</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>30</a></th> <td>Alexander Gallas, <em>Precarious Academic Labour in Germany: Termed Contracts and a New Berufsverbot</em>, Global Labour Journal (2018), S. 92&ndash;102, DOI: <a href="https://doi.org/10.15173/glj.v9i1.3391" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.15173/glj.v9i1.3391</a>.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/selbstzensur-in-der-wissenschaft/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Selbstzensur in der Wissenschaft</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-23T10:15:20+00:00</updated>
	<author><name>Janika Spannagel</name></author>
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		<updated>2026-09-23T10:15:20+00:00</updated>
		<title>Verfassungsblog</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-09-23:/299136</id>
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	<title type="html">Wer verdient keine Bühne?</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>In der philosophischen Debatte um Redefreiheit war es lange Zeit unangefochten, dass offener Diskurs...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>In der philosophischen Debatte um Redefreiheit war es lange Zeit unangefochten, dass offener Diskurs notwendige Voraussetzung des Erkenntnisfortschritts sei. Wer Ansichten von der Diskussion ausschlie&szlig;e, ma&szlig;e sich Unfehlbarkeit an und f&ouml;rdere einen erkenntnisfeindlichen Dogmatismus. In den letzten Jahren ist jedoch verst&auml;rkt argumentiert worden, dass es durchaus erkenntnisbezogene (epistemische) Gr&uuml;nde gebe, bestimmte Diskussionsbeitr&auml;ge zu verhindern (sog. No-Platforming)<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> &ndash; und zwar auch dann, wenn Mindeststandards rationaler Begr&uuml;ndung erf&uuml;llt sind. Sollten diese Argumente stichhaltig sein, lie&szlig;e sich das liberale Bekenntnis zur Diskussionsfreiheit in der althergebrachten Weise nicht mehr rechtfertigen. Grund genug, einen n&auml;heren Blick auf die Debatte zu werfen.</p>
<p>Ein Manko der bisherigen Debatte besteht aus unserer Sicht darin, dass wenig (oder wenig &Uuml;berzeugendes) dar&uuml;ber gesagt wird, wie eine strukturierte Abw&auml;gung des epistemischen Pro und Kontra im Einzelfall aussehen k&ouml;nnte. Eine solche Abw&auml;gung ist notwendig, weil summarische Antworten, denen zufolge No-Platforming epistemisch <em>niemals </em>gerechtfertigt ist<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> oder die Entscheidenden <em>immer</em> vor ein unl&ouml;sbares Dilemma stellt<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span>, nachweislich nicht funktionieren. Manche &ndash; aber nicht alle &ndash; F&auml;lle von <em>No-Platforming</em> k&ouml;nnen aus epistemischer Sicht gerechtfertigt werden. Eine universale Antwort gibt es (leider) nicht. In diesem Beitrag wollen wir daher ein Abw&auml;gungsverfahren, mit dem sich Einzelf&auml;lle des<em> No-Platforming</em> epistemisch beurteilen lassen, zumindest grob skizzieren.</p>
<h2>Zwei Arten von Gr&uuml;nden und <em>No-Platforming</em></h2>
<p>Die Forderung, bestimmte Personen nicht einzuladen oder, falls geschehen, wieder auszuladen, kann durch unterschiedliche Arten von Gr&uuml;nden gerechtfertigt werden. Als <em>moralische Gr&uuml;nde</em> werden in der Literatur Erw&auml;gungen bezeichnet, die auf die Rechte oder das Wohlergehen von Personen im Publikum abheben. Ein moralischer Grund f&uuml;r eine Nicht-Einladung bzw. Ausladung w&auml;re beispielsweise, dass die Anwesenheit einer vortragenden Person Unwohlsein bei Teilen des Auditoriums ausl&ouml;sen w&uuml;rde, weil sie als Offizierin der Staatssicherheit t&auml;tig war und im Publikum Stasiopfer zugegen sein werden. <em>Epistemische Gr&uuml;nde</em> hei&szlig;en demgegen&uuml;ber Erw&auml;gungen, die sich auf epistemische Ziele wie Wissen oder Verstehen beziehen. Ein epistemischer Grund f&uuml;r die Nichteinladung bzw. Ausladung einer vortragenden Person w&auml;re etwa, dass ihre Vortr&auml;ge voller Fehlinformationen oder Fehlschl&uuml;sse stecken, die zu Verwirrung oder falschen &Uuml;berzeugungen im Auditorium f&uuml;hren w&uuml;rden. Nicht jede Nichteinladung oder Ausladung sollte <em>No-Platforming</em> (B&uuml;hnenverweigerung) genannt werden. Beim <em>No-Platforming</em> geht es spezifisch um F&auml;lle, in denen der potenziell vortragenden Person politisch oder moralisch hochproblematische &Uuml;berzeugungen zugeschrieben werden. Die Verbreitung dieser annahmegem&auml;&szlig; falschen &Uuml;berzeugungen soll verhindert werden. Die Rechtfertigung von <em>No-Platforming</em> enth&auml;lt somit eine moralische Komponente (die Annahme, dass die Positionen einer Person hochproblematisch sind) und eine epistemische Komponente (die Annahme, dass die Einladung dieser Person zur Verbreitung dieser Positionen beitragen w&uuml;rde).</p>
<p>Die klassisch-liberale Position war stets, dass <em>No-Platforming</em> &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; durch moralische Gr&uuml;nde zu rechtfertigen sei und kein regul&auml;res Mittel der Regulierung &ouml;ffentlicher Meinungsbildung sein sollte. Da alle epistemischen Gr&uuml;nde gegen <em>No-Platforming</em> spr&auml;chen, m&uuml;sse die Gr&uuml;ndeabw&auml;gung im Regelfall dazu f&uuml;hren, dass die Einladung von Vortragenden mit moralisch problematischen &Uuml;berzeugungen um des Erkenntnisfortschritts willen ertragen werden sollten.</p>
<h2>Ist <em>No-Platforming</em> nie epistemisch gerechtfertigt?</h2>
<p>St&auml;rkste St&uuml;tze der klassisch-liberalen Position ist ein Argument, das direkt auf John Stuart und Harriet Taylor Mills <em>On Liberty</em> zur&uuml;ckgeht und die menschliche Fehlbarkeit in den Mittelpunkt stellt: Wir k&ouml;nnen niemals mit absoluter Sicherheit beurteilen, ob eine Auffassung richtig, falsch oder teils richtig und teils falsch ist.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> Die Pointe des Arguments ist, dass wir diese Sicherheit auch nicht ben&ouml;tigen, um zu dem Schluss zu kommen, dass offener Diskurs dem Erkenntnisfortschritt dient. Wie immer der Fall tats&auml;chlich liegt, es ist epistemisch vorteilhaft, die Artikulation einer Meinung nicht zu behindern. Dies ist klar erkennbar bei Positionen, die tats&auml;chlich wahr sind: Viele wahre &Uuml;berzeugungen galten lange Zeit als moralisch problematisch. Aber selbst wenn eine Position falsch oder nur zu einem Bruchteil wahr ist, profitiert das Publikum von der ehrlichen Konfrontation mit ihr. Diese Konfrontation sch&auml;rft, wie die Mills schreiben, die Klarheit unserer Wahrnehmung der Wahrheit und f&ouml;rdert die Entdeckung bislang &uuml;bersehener Aspekte. Wir nennen dies das <em>Dominanzargument</em>: Der ehrliche Diskurs ist demnach immer, ausnahmslos, epistemisch &uuml;berlegen, ganz gleichg&uuml;ltig, ob die in Rede stehende Auffassung falsch, wahr oder von beidem etwas ist. Der Motor des Erkenntnisfortschritts ist dabei die offene und ungehinderte Kollision von Meinungen, deren Antagonismus dazu zwingt, Schw&auml;chen in Argumenten zu finden und zu beheben.</p>
<p>So weit, so gut. Das Dominanzargument springt jedoch von einer plausiblen Beobachtung zu einer unplausiblen Verallgemeinerung: Dass der offene und ungehinderte Austausch von Meinungen zur Verbesserung von Argumenten und Positionen f&uuml;hren <em>kann</em>, hei&szlig;t nicht, dass sich dieses Ergebnis zuverl&auml;ssig einstellt oder dass er das wirksamste Mittel des Erkenntnisfortschritts ist. Ob die Ver&ouml;ffentlichung einer falschen Position tats&auml;chlich epistemisch gewinnbringend wirkt, h&auml;ngt von mindestens drei Variablen ab, die das Argument stillschweigend voraussetzt:</p>
<p>Die erste Variable ist das Format der Veranstaltung<em>.</em> Ein produktives Aufeinanderprallen von Irrtum und Wahrheit kann sich nur ereignen, wenn Raum f&uuml;r Widerrede besteht. Viele Formate &uuml;berlassen aber einer einzelnen Redner:in das Feld, ohne Gegenrede oder Diskussion zuzulassen.</p>
<p>Die zweite Variable ist die Expertise des Publikums<em>.</em> Wer in einem Fachgebiet bereits sehr kompetent ist, gewinnt durch die Konfrontation mit einer gro&szlig;en Bandbreite an abwegigen &Uuml;berzeugungen nichts. Wer die n&ouml;tige Kompetenz hingegen nicht mitbringt, um fehlerhafte Argumente zu durchschauen, wird verwirrt oder sogar get&auml;uscht werden.</p>
<p>Die dritte Variable ist schlie&szlig;lich die Motivation des Publikums<em>.</em> Wer eine mehr oder weniger fundierte &Uuml;berzeugung hat, mag durch gute Gegenargumente zum weiteren Nachdenken angeregt werden (kognitive Dissonanz). Wer einem Thema gegen&uuml;ber jedoch unentschieden oder gleichg&uuml;ltig ist, wird unter Umst&auml;nden unkritisch &uuml;bernehmen, was vorgetragen wird.</p>
<p>Fraglich ist auch, ob die Konfrontation mit kontroversen Meinungen tats&auml;chlich f&uuml;r den Erkenntnisfortschritt so zentral ist, wie die Mills meinen. Es entspricht zwar der Lebenserfahrung, dass wir mitunter erst ins vertiefte Nachdenken geraten, wenn eine eigene &Uuml;berzeugung herausgefordert wird. Doch um beispielsweise zu einem profunden Verst&auml;ndnis der Moralphilosophie Kants zu gelangen, ist die Auseinandersetzung mit der in vielen Hinsichten kontr&auml;ren Position Nietzsches nicht erforderlich, sondern vermutlich eher st&ouml;rend. Gr&uuml;nde und Gehalt einer Auffassung lassen sich in vielen F&auml;llen (besser) erschlie&szlig;en, wenn ihre Voraussetzungen nicht permanent in Frage gestellt werden.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Ein verwandter Punkt ist mit Blick auf akademische Freiheit gemacht worden: Simpson und Srinivasan<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> argumentieren, dass es zum Schutz der epistemischen Ziele in der Wissenschaft erforderlich sei, Grundannahmen einer Disziplin (<em>disciplinary norms</em>) vor Infragestellung zu sch&uuml;tzen. Nur dadurch sei es m&ouml;glich, den Untersuchungsgegenstand der Disziplin mit deren spezifischen Mitteln systematisch zu erforschen. Doch ist solcher Schutz von Grundannahmen vor Infragestellung nicht erkenntnisfeindlicher Dogmatismus? Um das obige Beispiel aufzugreifen: K&ouml;nnte es nicht sein, dass Nietzsche n&auml;her an der Wahrheit liegt als Kant? Wer, wie die Mills, &uuml;berzeugt ist, dass sich solche &uuml;berraschenden M&ouml;glichkeiten nicht mit absoluter Sicherheit ausschlie&szlig;en lassen, wird darauf pochen, dass der Schutz der Grundannahmen niemals absolut sein darf. Die Gesellschaft muss Raum lassen f&uuml;r die Artikulation von Ideen, die sich nicht an die disziplin&auml;ren Normen halten. &Auml;hnliche Gedanken finden sich in der Wissenschaftstheorie bei Lakatos oder Kuhn. Wissenschaft wird jeweils im Rahmen von Forschungsprogrammen (Lakatos) oder Paradigmen (Kuhn) produziert, deren Grundannahmen intern nicht zur Diskussion stehen. Wann und bei welchen Gelegenheiten es dem Erkenntnisfortschritt dient, (disziplin&auml;re) Grund&uuml;berzeugungen radikal in Frage zu stellen oder dem abwegig oder problematisch Scheinenden eine B&uuml;hne zu &uuml;berlassen, muss letztlich in der Erkenntnispraxis entschieden werden.</p>
<h2>Epistemische Gr&uuml;nde f&uuml;r <em>No-Platforming</em></h2>
<p>Weitere epistemische Einw&auml;nde gegen die klassisch-liberale Position sind insbesondere von Fantl und Levy entwickelt worden.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span> Zun&auml;chst zu Fantl: In <em>No-Platforming</em> manifestiert sich aus Mill&lsquo;scher Sicht ein epistemisches Laster: ein Mangel an Aufgeschlossenheit. Nun ist mangelnde Aufgeschlossenheit in vielen Lebenssituationen ein gro&szlig;es Problem. Das ist aber nach Fantl keineswegs immer der Fall. Aufgeschlossenheit kann Schaden anrichten, und zwar dann, wenn wir wissen (oder sehr sicher sein k&ouml;nnen), dass eine gegebene Auffassung falsch ist.</p>
<p>Es gibt beispielsweise Personen, die mit mehr oder weniger subtilen Argumenten nachweisen wollen, dass die Erde eine Scheibe sei.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> Es ist alles andere als klar, warum es den Erkenntnisfortschritt hemmen und ein epistemisches Laster darstellen sollte, wenn jemand die Auseinandersetzung mit einer solchen Theorie verweigerte. Die Besch&auml;ftigung f&uuml;hrt in ung&uuml;nstigen F&auml;llen zur Schw&auml;chung von wahren &Uuml;berzeugungen &ndash; und wenn es schlecht l&auml;uft zur &Uuml;bernahme einer v&ouml;llig unbegr&uuml;ndeten Theorie. Im vermutlich &uuml;blicheren Szenario lernt man etwas &uuml;ber abwegige Auffassungen und fehlerhafte Argumentationen, h&auml;tte die Zeit aber gewinnbringender f&uuml;r die Lekt&uuml;re eines fachlich fundierten Astronomie-Buchs nutzen k&ouml;nnen.</p>
<p>Fantl argumentiert entsprechend, dass Aufgeschlossenheit in einer Klasse von F&auml;llen epistemisch sch&auml;dlich ist. Wenn wir eine wahre &Uuml;berzeugung <em>p </em>haben und dann Argumente f&uuml;r die falsche &Uuml;berzeugung <em>-p</em> kennenlernen, die wir nicht in der Lage sind, zu entkr&auml;ften, haben wir einen guten Grund, unseren Glaubensgrad f&uuml;r <em>p</em> zu vermindern. In solchen F&auml;llen g&auml;be es einen epistemischen Grund daf&uuml;r, Personen, die f&uuml;r <em>-p </em>argumentieren, keine B&uuml;hne zu geben. Manche m&ouml;gen erwidern: Besteht nicht die Gefahr, dass Fantls Kritik dem Dogmatismus Auftrieb verleiht? Dies mag der Fall sein, ist jedoch kein Grund, die Existenz der von Fantl angesprochenen F&auml;lle zu bestreiten.</p>
<p>Wenden wir uns einer zweiten Kritik des Dominanzarguments zu. Die klassisch-liberale Position hebt auf das Ideal epistemischer Autonomie ab.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span> Bei Themen, die im Bereich der eigenen epistemischen Kompetenz liegen, ist es berechtigt, darauf zu pochen, dass weder Staat noch Gesellschaft das Recht haben sollen, dar&uuml;ber zu entscheiden, welchen Personen man Geh&ouml;r schenken d&uuml;rfe. Doch die individuelle F&auml;higkeit, vorgetragene Positionen auf ihre Stichhaltigkeit zu pr&uuml;fen, ist begrenzt, und in einer un&uuml;berschaubaren Zahl von F&auml;llen m&uuml;ssen wir uns auf Urteile von Expert:innen verlassen.</p>
<p>Wer eine Expert:in sei, sch&auml;tzen wir anhand von Indikatoren ab, wie akademischen Graden oder Zitationszahlen, die wir als Evidenzen zweiter Ordnung f&uuml;r die Glaubw&uuml;rdigkeit einer Position nutzen. Aus dieser einfachen Tatsache ergibt sich nach Levy<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span><a href="https://vifa-recht.de" name="_ftnref10" rel="noopener noreferrer" target="_blank"></a> ein gewichtiger Grund, mit Einladungen an bestimmte Personen vorsichtig zu sein. Denn mit der Einladung in eine Universit&auml;tsvorlesung, zu einem Zeitungsinterview oder an eine andere Einrichtung mit epistemischem Prestige produzieren wir <em>nolens volens</em> eine Evidenz zweiter Ordnung. Die Einladung sendet das Signal in die Welt, dass es sich hier zuzuh&ouml;ren lohne: Warum sonst w&auml;re eine Einladung ausgesprochen worden?</p>
<p>Dies ist dann ein erhebliches Problem, wenn die Position h&ouml;chstwahrscheinlich falsch und moralisch problematisch ist. Wir produzieren in diesen F&auml;llen <em>irref&uuml;hrende Evidenz</em> und richten damit epistemischen Schaden an. Denn auch wenn das Publikum die problematischen Positionen nicht &uuml;bernimmt, sondern die richtige &Uuml;berzeugung beibeh&auml;lt, sollte es <em>rationalerweise</em> den Vertrauensgrad vermindern. Wenn vier Rechner:innen bei einer Aufgabe unabh&auml;ngig voneinander zu demselben Ergebnis gelangen und eine Rechner:in etwas anderes herausbekommt, sollte man immer noch dem Ergebnis der vier vertrauen &ndash; aber weniger, als wenn alle f&uuml;nf dasselbe h&auml;tten.</p>
<p>Auch hier kann man sich fragen, ob dieses Argument nicht dem Dogmatismus Vorschub leistet. Abermals lautet die Antwort: Schon m&ouml;glich, aber das &auml;ndert nichts daran, dass es den analysierten Effekt gibt. Und deshalb funktioniert das Dominanzargument in der von den Mills gew&uuml;nschten Form nicht.</p>
<p>Damit stellt sich aus klassisch-liberaler Sicht die Aufgabe, einerseits den naiven Glauben an die Allg&uuml;te offener Debatte aufzugeben, ohne andererseits der dogmatischen Debattenverweigerung T&uuml;r und Tor zu &ouml;ffnen. Es besteht das Risiko, dass &Uuml;berlegungen &agrave; la Levy und Fantl vorgetragen werden, um kontroverse Auffassungen als die einzig wahren zu inszenieren. Wie Jaster und Keil<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> mit Recht feststellen, ist in vielen F&auml;llen gerade strittig, ob eine bestimmte Auffassung moralisch problematisch sei. Zur Bannung der Dogmatismus-Gefahr schlagen sie vor, <em>No-Platforming</em> nicht mit den Auffassungen der vortragenden Person zu rechtfertigen, sondern mit ihrer mangelnden Bereitschaft zur argumentativen Auseinandersetzung. Vereinfacht gesprochen: Keine B&uuml;hne den Dogmatiker:innen.</p>
<p>Dieser Vorschlag stellt eine vern&uuml;nftige Heuristik f&uuml;r akademisches <em>No-Platforming</em> dar, in der mit anderen Standards verfahren werden kann und f&uuml;r die andere moralische und epistemische Gr&uuml;nde relevant sind. F&uuml;r nicht-akademische Diskurse kann es jedoch durchaus epistemisch n&uuml;tzlich sein, Personen einzuladen, die keine Bereitschaft zur argumentativen Auseinandersetzung zeigen &ndash; etwa dann, wenn der epistemische Zweck ihrer Einladung darin besteht, diese und andere pers&ouml;nliche Eigenschaften f&uuml;r die Allgemeinheit sichtbar zu machen. Oft, wenn auch nicht immer, ist der beste Weg, etwas &uuml;ber eine Person zu erfahren, sie einzuladen. Die einfache Formel &bdquo;Keine B&uuml;hne den Dogmatiker:innen&ldquo; hat somit ihre Grenzen.</p>
<p>Um den realen Komplikationen besser gerecht zu werden, schildern wir im Folgenden ein Verfahren, das nicht auf die epistemischen Tugenden der Eingeladenen, sondern auf die epistemischen Pflichten von Gatekeepern und eine Analyse von Kontextbedingungen abhebt.</p>
<h2>Ein Verfahrensvorschlag: eine epistemische Kosten-Nutzen-Analyse</h2>
<p>Genauso wie Levy<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span> m&uuml;ssen wir hier betonen, dass eine Bewertung einzelner epistemischer Gr&uuml;nde f&uuml;r und gegenNo-Platforming nicht die letztlich erforderliche Gesamtabw&auml;gung ersetzt, die epistemische und moralische Gr&uuml;nde einbezieht. Die Frage, wann No-Platforming alles in allem angezeigt sei, ist damit noch nicht beantwortet.</p>
<p>Doch selbst eine fundierte Abw&auml;gung der ausschlie&szlig;lich epistemischen Gr&uuml;nde erfordert nicht nur abstrakt &uuml;ber Typen von Gr&uuml;nden und deren relatives Gewicht zu sprechen, sondern konkret &uuml;ber soziale Positionen und die mit ihnen verbundenen epistemischen Rechte und Pflichten. Im Regelfall haben wir beim No-Platforming eine einladende Instanz <em>(Gatekeeper)</em>, eingeladene Personen (Vortragende) und Einladungsgegner:innen (Aktivist:innen). Wir gehen davon aus, dass Gatekeeper grunds&auml;tzlich ein Recht darauf haben, in ihren Einladungsentscheidungen nicht beeintr&auml;chtigt zu werden. Jedoch m&uuml;ssen sie von ihrer Einladungsmacht epistemisch verantwortungsvollen Gebrauch machen. Aktivist:innen haben ihrerseits das Recht auf Protest, wenn Gatekeeper ihre epistemischen Pflichten gravierend verletzen.</p>
<p>Als Mindeststandard verantwortlichen Gatekeepings schlagen wir eine <em>epistemische Minimalpflicht</em> vor: Der erwartete epistemische Effekt einer Veranstaltung darf nicht negativ sein; das hei&szlig;t, dass Gatekeeper gegen ihre epistemischen Pflichten versto&szlig;en, wenn sie von vornherein damit rechnen m&uuml;ssen, dass das Publikum falsche &Uuml;berzeugungen gewinnt, wahre &Uuml;berzeugungen f&auml;lschlicherweise aufgibt oder den jeweiligen Vertrauensgrad in die falsche Richtung anpasst. Nat&uuml;rlich kann es sein, dass der Effekt einer Veranstaltung auf die &Uuml;berzeugungen des Publikums gemischt ist, so dass Gatekeeper keine einfache Aufgabe zu l&ouml;sen haben. Hierf&uuml;r werden weitere Prinzipien ben&ouml;tigt, auf die wir hier nicht n&auml;her eingehen k&ouml;nnen. Es sollte unstrittig sein, dass die Schwierigkeit der Beurteilung kein Argument daf&uuml;r ist, sich mit dem Verweis auf die epistemische Autonomie des Publikums aus der Verantwortung zu stehlen. Wer zu Veranstaltungen einl&auml;dt, tr&auml;gt epistemische Mitverantwortung und wird dieser mehr oder weniger gut gerecht.</p>
<p>Ein moralisches Recht auf Protest liegt vor, wenn der Gatekeeper bei der Einladung einer Person mit problematischen moralischen Ansichten seine epistemische Minimalpflicht missachtet. Eine Person, in Bezug auf die ein Recht auf Protest besteht, h&auml;tte nicht eingeladen werden sollen (s. zur Asymmetrie von Nicht-Einladung und Ausladung).<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span><a href="https://vifa-recht.de" name="_ftnref13" rel="noopener noreferrer" target="_blank"></a></p>
<p>&Auml;hnlich wie Jaster &amp; Keil meinen wir, dass es f&uuml;r eine Ausladung bzw. Nicht-Einladung nicht ausreicht, zu sagen, eine Person sei Antisemit:in, Rassist:in oder dergleichen. Wir behaupten sogar, dass dies noch nicht einmal dann ausreicht, wenn die betreffende Person als Rassist:in oder Antisemit:in korrekt beschrieben ist. Entscheidend sind aus unserer Sicht die zu erwartenden Effekte der Einladung auf die &Uuml;berzeugungen im Publikum und dar&uuml;ber hinaus. Um es mit einem &ndash; suggestiven &ndash; Beispiel zu sagen: Wenn nach einer Veranstaltung mit einer echten Rassist:in das gesamte Publikum eine noch st&auml;rker gefestigte antirassistische Haltung h&auml;tte als zuvor &ndash; <em>what&rsquo;s not to like</em>? Best&uuml;nde aber Grund zur Sorge, dass eine Einladung die Menge an falschen, rassistischen &Uuml;berzeugungen in der Welt vermehrte, w&auml;re sie unverantwortlich. Es kommt also, kurz gesagt, auf die epistemischen Konsequenzen an.</p>
<p>Um die epistemischen Konsequenzen einer Veranstaltung abzusch&auml;tzen, m&uuml;ssen Gatekeeper eine Reihe von Dingen beachten:</p>
<ul>
<li>Mit welcher Zusammensetzung des Publikums ist zu rechnen?</li>
<li>Welche epistemischen Ziele sollen erreicht werden?</li>
<li>Welches Format hat die geplante Veranstaltung?</li>
<li>Wie stellt sich das Spektrum an Positionen zum Thema des Vortrags dar und wie konsolidiert ist die Debatte?</li>
<li>Wie &uuml;berzeugend ist die einzuladende Person bei der Verteidigung ihrer Positionen?</li>
<li>Wie vern&uuml;nftig ist die Position der einzuladenden Person und hat sie gute Gr&uuml;nde daf&uuml;r?</li>
<li>Wird die einzuladende Person ihre Position und Gr&uuml;nde intellektuell redlich vortragen?</li>
<li>Ist die vorzutragende Position moralisch problematisch?</li>
</ul>
<p>Wenn Fragen wie diese systematisch bedacht werden, sollte es im Regelfall m&ouml;glich sein, zu einer zuverl&auml;ssigen Einsch&auml;tzung der epistemischen Chancen und Risiken einer Veranstaltung zu gelangen. Gatekeeper m&uuml;ssen also absch&auml;tzen, wie gut eine Position gest&uuml;tzt und wie kompetent das Publikum in dem Bereich ist. Auch m&uuml;ssen sie &uuml;berlegen, wie das Format gestaltet sein sollte, um epistemischen Risiken entgegenzuwirken und die angestrebten epistemischen Ziele zu bef&ouml;rdern. Ferner ist relevant, ob eine Vortragende zu einem Thema beitr&auml;gt, das im bisherigen Einladungsprofil einer Institution oder in der &ouml;ffentlichen Debatte insgesamt unterrepr&auml;sentiert ist. Eine Position, die ohnehin &uuml;berall zu h&ouml;ren ist, hat weniger epistemischen Mehrwert als eine, die sonst kaum Geh&ouml;r findet. All diese Aspekte lassen sich im Voraus zumindest grob einsch&auml;tzen &ndash; und das in der Regel hinreichend zuverl&auml;ssig, um der epistemischen Minimalpflicht von Gatekeepern Gen&uuml;ge zu tun.</p>
<p>Wird die vorzutragende Position als moralisch problematisch eingesch&auml;tzt, ist dies ein Grund zu besonderer Sorgfalt &ndash; so wie in anderen F&auml;llen des Lebens, in denen wir mit gef&auml;hrlichen Stoffen hantieren. Eine grunds&auml;tzliche Politik, in solchen F&auml;llen keine Einladungen auszusprechen, w&auml;re jedoch verfehlt. Der Preis einer solchen Nullrisikopolitik w&auml;re, dass die Diskussion &uuml;ber bestimmte Themen vollst&auml;ndig unterbleiben m&uuml;sste. Dies ist in F&auml;llen, in denen es einen konsolidierten Konsens gibt, zwar unproblematisch: So ist eine weitere Auseinandersetzung mit Holocaustleugnung derzeit nicht erforderlich; das Thema ist gekl&auml;rt, alle Argumente liegen auf dem Tisch und neue Argumente sind nicht in Sicht. Bei Themen mit weitem Meinungsspektrum oder einem ungefestigten Diskussionsstand sollten wir die Risiken der Auseinandersetzung &ndash; mit der entsprechenden Umsicht &ndash; jedoch eingehen.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Die philosophische Debatte kann keine universale Formel f&uuml;r oder gegen No-Platforming liefern, weil eine solche Formel schlicht nicht existiert. Es l&auml;sst sich nicht zeigen, dass No-Platforming grunds&auml;tzlich epistemisch unzul&auml;ssig w&auml;re; das Mill&lsquo;sche <em>Dominanzargument</em> &uuml;bersieht, dass ein (selbst ehrlicher) Diskurs nur unter bestimmten Bedingungen von Format, Kompetenz und Motivation tats&auml;chlich epistemisch fruchtbar ist.</p>
<p>Was bleibt, ist die unbequeme Antwort: Gatekeeper tragen die Verantwortung, den erwarteten epistemischen Wert ihrer Veranstaltungen ernsthaft abzusch&auml;tzen &ndash; wer spricht, zu welchem Thema, mit welchen Argumenten, vor welchem Publikum und in welchem Format. Aktivist:innen haben eine legitime Rolle als Korrektiv, wenn Gatekeeper dieser Verantwortung nicht gerecht werden. Eine allgemeine Richtlinie l&auml;sst sich daraus nicht ableiten, wohl aber ein Verfahren, mit dem sich Einzelf&auml;lle h&auml;ufig zuverl&auml;ssig entscheiden lassen. Nicht jeder verdient jede B&uuml;hne. Stattdessen ist es Aufgabe der Gatekeeper, ihrer epistemischen Verantwortung nachzukommen, indem sie f&uuml;r jeden Fall eine zumindest ungef&auml;hre epistemische Kosten-Nutzen-Sch&auml;tzung anstellen und ihre Entscheidungen f&uuml;r Ein- und Ausladungen potenzieller Vortragender daran ausrichten.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Neil Levy, <em>Refusing Debate: Controversies over No-Platforming</em>, in: Baghramian/Carter/Cosker-Rowland (Hrsg.), The Routledge Handbook of Philosophy of Disagreement (2024), DOI: <a href="https://doi.org/10.4324/9781003154471-41" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.4324/9781003154471-41</a>, S. 434&ndash;443.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>Michael Veber, <em>The Epistemology of No-Platforming: Defending the Defense of Stupid Ideas on University Campuses</em>, Journal of Controversial Ideas (2021), DOI: <a href="https://doi.org/10.35995/jci01010006" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.35995/jci01010006</a>, S. 1&ndash;13; ders., <em>The Ethics of No Platforming: Defending the Defense of Immoral Ideas on University Campuses</em>, Journal of Controversial Ideas (2024), DOI: <a href="https://doi.org/10.35995/jci04020012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.35995/jci04020012</a>, S. 1&ndash;16.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Uwe Peters und Nikolaj Nottelmann, <em>Weighing the Costs: The Epistemic Dilemma of No-Platforming</em>, Synthese (2021), DOI: <a href="https://doi.org/10.1007/s11229-021-03111-w" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1007/s11229-021-03111-w</a>, S. 7231&ndash;7253.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>John Stuart Mill und Harriet Taylor Mill, On Liberty (hrsg. von Turner/Jacobs/McCabe/Osburg/Schefczyk/Schmidt-Petri, 1859/2026).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>Levy (Fn. 1), S. 435.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>Robert Simpson und Amia Srinivasan, <em>No Platforming</em>, in: Lackey (Hrsg.), Academic Freedom (2018), DOI: <a href="https://doi.org/10.1093/oso/9780198791508.003.0011" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1093/oso/9780198791508.003.0011</a>, S. 186&ndash;209.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>Jeremy Fantl, <em>The Limitations of the Open Mind</em> (2018); Neil Levy, <em>No-Platforming and Higher-Order Evidence, or Anti-Anti-No-Platforming</em>, Journal of the American Philosophical Association (2019), DOI: <a href="https://doi.org/10.1017/apa.2019.29" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1017/apa.2019.29</a>, S. 487&ndash;502.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>Veber, <em>The Epistemology of No-Platformin</em>g (Fn. 2), S. 1&ndash;13.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>Thomas Grundmann, Expert Authority and the Limits of Critical Thinking (2026), DOI: <a href="https://doi.org/10.1093/9780198971016.001.0001" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1093/9780198971016.001.0001</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>Levy, <em>No-Platforming and Higher-Order Evidence</em> (Fn. 7).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>Romy Jaster und Geert Keil, <em>Wen sollte man nicht an die Universit&auml;t einladen?</em>, in: &Ouml;zmen (Hrsg.), Wissenschaftsfreiheit im Konflikt (2021), DOI: <a href="https://doi.org/10.1007/978-3-662-62892-8_9" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.1007/978-3-662-62892-8_9</a>, S. 141&ndash;159, hier S. 146.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>Levy, <em>No-Platforming and Higher-Order Evidence</em> (Fn. 7), S. 500.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>Oliver Hallich, Redefreiheit in der Wissenschaft: Wo sind ihre Grenzen? (2024).</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/wer-verdient-keine-buhne/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Wer verdient keine B&uuml;hne?</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-23T10:13:42+00:00</updated>
	<author><name>David Lanius</name></author>
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	<title type="html">Begründet die Wissenschaftsfreiheit partizipative Rechte in der Wissenschaftsorganisation?</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>&bdquo;Was f&uuml;r eine eigenwillige Frage!&ldquo;, mag sich denken, wer im deutschen Wissenschaftssystem und Verfas...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>&bdquo;Was f&uuml;r eine eigenwillige Frage!&ldquo;, mag sich denken, wer im deutschen Wissenschaftssystem und Verfassungsrecht sozialisiert ist. Selbstverst&auml;ndlich folgen aus der Wissenschaftsfreiheit Teilhaberechte und Organisationspflichten, ist man hierzulande geneigt auf die titelgebende Frage zu antworten. Das hat das Bundesverfassungsgericht schlie&szlig;lich wiederholt so entschieden.</p>
<p>Schaut man allerdings in andere Rechtsordnungen, in das Organisationsrecht ausl&auml;ndischer Universit&auml;ten, ist es mit der Gewissheit schnell vorbei. Beispielhaft soll im Folgenden auf die US-amerikanische h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung sowie die dortigen rechtswissenschaftlichen Debatten Bezug genommen werden. Im Vergleich mit Deutschland f&auml;llt auf, dass hierzulande die Wissenschaftsfreiheit im Kern epistemisch begr&uuml;ndet wird, aus ihr zugleich aber weitreichende Partizipationsrechte abgeleitet werden. In den USA hingegen dominiert ein demokratietheoretisch impr&auml;gniertes Verst&auml;ndnis von Wissenschaftsfreiheit, das in verfassungsrechtlicher Hinsicht weitgehend folgenlos bleibt f&uuml;r universit&auml;re Organisationsfragen.</p>
<p>Beide Kombinationen &ndash; epistemische Begr&uuml;ndung verbunden mit einer starken Partizipationsdimension und demokratietheoretische Begr&uuml;ndung ohne Konsequenzen f&uuml;r das Teilhabe- und Organisationsrecht &ndash; sind gewisserma&szlig;en kontraintuitiv. Sie sind beide Ausdruck eines divergierenden generellen Grundrechtsverst&auml;ndnisses und Folge einer spezifischen Entwicklungsgeschichte. Beide dogmatischen Modelle haben ihre Probleme, Inkonsistenzen und Schwachpunkte.</p>
<h2>USA: Das Schutzregime durch die AAUP</h2>
<p>Schauen wir zun&auml;chst einmal in die USA. Hier finden sich zwei grundverschiedene Schutzregime f&uuml;r die Wissenschaftsfreiheit, die parallel Anwendung finden. Das eine ist durch <em>soft law</em> und Arbeitsvertragsrecht gepr&auml;gt; es wird organisiert durch die American Association of University Professors (AAUP) und findet gleicherma&szlig;en auf staatliche wie auf private Universit&auml;ten Anwendung.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> Die AAUP wurde nach dem Aufkommen der modernen Forschungsuniversit&auml;t in den USA Anfang des 20. Jahrhunderts gegr&uuml;ndet. Sie setzt Standards f&uuml;r die Wissenschaftsfreiheit in Universit&auml;ten, auf die Arbeitsvertr&auml;ge und Selbstverpflichtungen wissenschaftlicher Einrichtungen Bezug nehmen. Die Einhaltung der so gesetzten Standards wird durch ein Monitoringsystem &uuml;berwacht, in Verdachtsf&auml;llen wird eine Untersuchungskommission aktiviert, bei Verletzungen wird eine Hochschule auf eine rote Liste gesetzt &ndash; diese dient als Warnung f&uuml;r arbeitssuchende Akademiker und als reputationssch&auml;digender Pranger. Die Wissenschaftsfreiheit adressiert in diesem Schutzsystem klassische Arbeitgeberrechte, insbesondere das Direktionsrecht und das K&uuml;ndigungsrecht. Wissenschaftler, so die Grundannahme, sind nicht normale Arbeitnehmer, sondern als Tr&auml;ger der wissenschaftlichen Profession die eigentlichen Unternehmer der Universit&auml;t.</p>
<p>Zur so verstandenen Wissenschaftsfreiheit geh&ouml;rt folgerichtig das Recht, sanktionsfrei Kritik an allen akademischen und Verwaltungsentscheidungen in der Hochschule &uuml;ben zu k&ouml;nnen (<em>intramural speech</em>). 1966 verabschiedete die AAUP zudem ein &bdquo;Statement on Government of Colleges and Universities&ldquo;, das sich f&uuml;r &bdquo;shared governance&ldquo; an Hochschulen starkmacht.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> Demnach sollen Verfahren und Kompetenzen bei universit&auml;ren Organisationsentscheidungen so strukturiert werden, dass wissenschaftlich gepr&auml;gte Fragen mit wissenschaftlicher Kompetenz beantwortet werden. Wo es prim&auml;r um wissenschaftliche Einsch&auml;tzungen geht, etwa die Qualit&auml;t von Forschung bei Einstellungen und Bef&ouml;rderungen, solle die Hochschulleitung vom Votum der <em>faculty</em> nur aus zwingenden Gr&uuml;nden abweichen. Die Erkl&auml;rung proklamiert allerdings keine Vetorechte der <em>faculty</em> in Organisations- und Verwaltungsfragen. Die Lehrenden sollen geh&ouml;rt werden und ihre Sichtweisen einbringen k&ouml;nnen. Zugleich erkennt die AAUP an, dass f&uuml;r Entscheidungen von grundlegender Bedeutung &ndash; etwa &uuml;ber die Ausrichtung einer Hochschule, ihre &uuml;bergreifenden Bildungsziele, die dort vertretenen F&auml;cher und Lehrprogramme, das Budget oder gr&ouml;&szlig;ere Investitionen &ndash; eine F&uuml;lle an Interessen und Perspektiven zusammengef&uuml;hrt werden muss. Final werden sie im Zusammenspiel von Pr&auml;sidenten und den <em>Boards of Trustees</em> getroffen.</p>
<h2>USA: <em>Academic freedom as special concern of the First Amendment</em></h2>
<p>Von diesem berufsst&auml;ndischen Schutzregime abgesetzt kommt der Grundrechtsschutz durch die US-Verfassung zu stehen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Eine ausdr&uuml;ckliche Garantie der Wissenschaftsfreiheit kennt die amerikanische Verfassung, anders als das Grundgesetz, nicht.</p>
<p>Seit den 1950er Jahren hat der US-Supreme Court aber die Wissenschaftsfreiheit als &bdquo;special concern of the First Amendment&ldquo; anerkannt. Dies bedingt eine gewisse Anlehnung an die Logiken des Schutzes freier Rede. Von Anfang an wird die Wissenschaftsfreiheit dabei in Beziehung zur demokratischen Bedeutung des Bildungsauftrags von Universit&auml;ten und zum demokratischen Ringen um gemeinwohldienlichen Fortschritt gesetzt. So hei&szlig;t es in der Rechtssache <em>Sweezy</em> (1957), der ersten Leitentscheidung, die die Wissenschaftsfreiheit im Mehrheitsvotum im Grundsatz anerkennt: &bdquo;The essentiality of freedom in the community of American universities is almost self-evident. No one should underestimate the vital role in a democracy that is played by those who guide and train our youth. To impose any strait jacket upon the intellectual leaders in our colleges and universities would imperil the future of our Nation. [&hellip;] Scholarship cannot flourish in an atmosphere of suspicion and distrust. Teachers and students must always remain free to inquire, to study and to evaluate, to gain new maturity and understanding; otherwise, our civilization will stagnate and die.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Die Entscheidung in <em>Sweezy v. New Hampshire</em> bildet bis heute zudem den kanonisierten Referenzpunkt f&uuml;r die Frage, was die Wissenschaftsfreiheit im verfassungsrechtlichen Sinne sch&uuml;tzt: <em>Justice</em> Frankfurter verwies in seinem <em>concurring votum</em> auf vier essenzielle Freiheitsdimensionen wissenschaftlicher Einrichtungen: &bdquo;to determine for itself on academic grounds who may teach, what may be taught, how it shall be taught, and who may be admitted to study.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> Von Partizipation an Organisationsentscheidungen ist hier nicht die Rede und der Supreme Court hat bis heute ein solches Teilhaberecht auch nicht anerkannt &ndash; im Gegenteil.</p>
<p>Frankfurter konstruiert die vier essenziellen Freiheitsdimensionen als Recht der Universit&auml;t, Kl&auml;ger war im konkreten Fall aber ein &ndash; kommunistischer Subversion verd&auml;chtiger &ndash; Wissenschaftler. Die weitere Rechtsprechung hat bis heute das Verh&auml;ltnis zwischen Freiheitsschutz der Organisation und Freiheitsschutz des einzelnen Forschenden und Lehrenden nicht hinreichend gekl&auml;rt. Unterschiedliche Akzente finden sich f&uuml;r die Frage, ob das Recht auf ein faires Verfahren (<em>due process</em>) bei der Nichtverl&auml;ngerung eines akademischen Arbeitsverh&auml;ltnisses greift (<em>Board of Regents v. Roth</em>; <em>Perry v. Sindermann</em>).<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> Schon Anh&ouml;rungsrechte der <em>faculty</em> bei individueller Betroffenheit sind seitens der Rechtsprechung also in Frage gestellt. Da wundert es nicht, dass weitergehende Teilhaberechte rigoros ausgeschlossen wurden. <em>Justice</em> O&rsquo;Connar schreibt im Mehrheitsvotum in der Rechtssache <em>Minnesota Board for Community Colleges v. Knight</em>: &bdquo;Neither appellees&lsquo; status as public employees nor the fact that an academic setting is involved gives them any special constitutional right to a voice in the making of policy by their employer. Even assuming that First Amendment speech rights take on a special meaning in an academic setting, they do not require government to allow teachers to participate in institutional policymaking&ldquo;.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Der so verstandene grundrechtliche Schutz von <em>academic freedom</em> wird erg&auml;nzt durch eine traditionelle Anerkennung universit&auml;rer Autonomie im <em>common law</em>. Diese f&uuml;hrt zu einer gewissen Zur&uuml;ckhaltung bei der <em>judicial review</em> von Universit&auml;tsentscheidungen. &bdquo;Judges should not be ersatz deans or educators.&rdquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Gerichte sehen sich bei der Bewertung akademischer Leistungen, etwa bei der Notengebung f&uuml;r Studierende oder Tenure-Entscheidungen an den Grenzen ihrer richterlichen Kompetenz. Die Rechtsprechung unterscheidet in solchen F&auml;llen nicht, ob inneruniversit&auml;r die Verwaltung Entscheidungen trifft oder wissenschaftliche Kompetenz ausge&uuml;bt, mithin epistemische Autorit&auml;t in Anspruch genommen wird. Das st&ouml;&szlig;t im Schrifttum immer wieder auf Kritik, weil die gerichtliche St&auml;rkung institutioneller Autonomie die epistemischen oder didaktischen Standards nicht so sch&uuml;tzt, wie es die Wissenschaftsfreiheit intendiert. Rechtswissenschaftler wie etwa David Rabban postulieren deshalb, &auml;hnlich der AAUP, ein Modell der auf der Wissenschaftsfreiheit aufruhenden <em>shared governance</em>, in dem wissenschaftsspezifische Vorfragen administrativer Entscheidungen aus den Reihen der <em>faculty</em> zu beantworten sind.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span> Die Hochschulleitung soll an ein solches Votum bei wesentlich wissenschaftsgepr&auml;gten Fragen, etwa Tenure-Entscheidungen, gebunden sein. Die Wissenschaftsfreiheit sch&uuml;tzt die Wahrnehmung spezifisch epistemischer Kompetenz so gesehen auch inneruniversit&auml;r-organisationsbezogen. Die aus der Wissenschaftsfreiheit abgeleitete Entscheidungsteilhabe soll aber nicht auf Felder ausgreifen, die die origin&auml;re Forschung und Lehre nur gleichsam mittelbar beeinflussen, auf denen neben Kernfragen der Forschung und Lehrinhalten weitere Interessen ber&uuml;hrt werden oder die die Grunds&auml;tze der Organisationsausrichtung betreffen. Hier soll die Wissenschaftsfreiheit ein Anh&ouml;rungs- und Ber&uuml;cksichtigungsrecht, aber kein echtes Mitentscheidungsrecht vermitteln.</p>
<p>Auff&auml;llig ist zudem, dass auch die Autoren, die den Universit&auml;ten eine besondere demokratische Funktion zubilligen, aus dieser keine Ableitungen f&uuml;r die Binnenorganisation vornehmen. So betont Robert Post etwa die Bedeutung der Wissenschaft f&uuml;r die Ausbildung von &bdquo;democratic competence&rdquo;.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span> Andere unterstreichen, wie wichtig die in der Wissenschaft einge&uuml;bte Infragestellung von allem und jedem f&uuml;r die Demokratie ist,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> doch wird aus dieser staatsb&uuml;rgerlich-demokratiedienenden Funktion dann nicht geschlussfolgert, inneruniversit&auml;r m&uuml;sse demokratische Teilhabe praktiziert werden.</p>
<p>Das entspricht der Rechtsprechung des US-Supreme Court. Einen Schritt weiter geht zudem die neuere Entwicklung im Hochschulrecht einzelner Bundesstaaten: Hier wird zuweilen f&uuml;r das staatliche Hochschulsystem jedes dezisive Mitentscheidungsrecht der <em>faculty</em> ausdr&uuml;cklich verboten. Repr&auml;sentationsorgane wie der Senat oder Fakult&auml;tsr&auml;te d&uuml;rfen hier von Gesetzes wegen nur rein beratende Funktionen wahrnehmen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span> Gemessen an der Rechtsprechung des US-Supreme Court ist gegen eine solche Gesetzgebung verfassungsrechtlich nicht zu erinnern.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Weichenstellungen in der Grundrechtsdogmatik</h2>
<p>Diese Rechts- und Debattenlage in den USA steht in scharfem Kontrast zu der in Deutschland. Warum ist das so? Eine wesentliche Weichenstellung erfolgt auf der Ebene der allgemeinen Grundrechtsdogmatik: In den USA sind Grundrechte reine Abwehrrechte gegen den Staat sind, der Schutz der Wissenschaftsfreiheit an staatlichen Universit&auml;ten Besch&auml;ftigter ist nicht unumstritten und es gibt keine mittelbare Grundrechtswirkung zwischen Privaten, etwa zwischen einer privaten Universit&auml;t und ihren Wissenschaftlern. Dagegen propagiert das Bundesverfassungsgericht neben dem Eingriffsabwehrschutz eine objektive Grundrechtswirkung. Der Staat habe die Wertentscheidungen der Grundrechte auch bei der Gestaltung des Organisationsrechts zu ber&uuml;cksichtigen. Die Grundrechtsberechtigung der Wissenschaftler an staatlichen Hochschulen steht au&szlig;er Frage; zudem strahlt die Wissenschaftsfreiheit als Grundrecht auch in das Arbeitsrecht aus. F&uuml;r ein mit dem <em>soft law</em> der AAUP vergleichbares zweites Schutzregime besteht insoweit kein Bedarf.</p>
<h2>Aus Art. 5 Abs. 3 GG abgeleitete Teilhabe- und Organisationsvorgaben</h2>
<p>Beginnend mit der Entscheidung zum Nieders&auml;chsischen Vorschaltgesetz, also mit der Einf&uuml;hrung der Gruppenuniversit&auml;t, hat das Bundesverfassungsgericht in st&auml;ndiger Rechtsprechung betont, dass der Gesetzgeber die inneruniversit&auml;ren Organe und ihre Kompetenzen so gestalten muss, dass &bdquo;strukturelle Gef&auml;hrdungen&ldquo; der Wissenschaftsfreiheit ausgeschlossen werden. Art. 5 Abs. 3 GG sch&uuml;tzt also nicht nur individuelle Forschung und Lehre, sondern pr&auml;gt sehr weitreichend das gesamte Organgef&uuml;ge der Hochschulen. Zwar habe der Gesetzgeber einen &bdquo;Gestaltungsspielraum&ldquo;, zugleich wird dieser mittels aus Art. 5 Abs. 3 GG entnommener Teilhabeanspr&uuml;che der einzelnen Wissenschaftler eingeschr&auml;nkt. In der Gruppenuniversit&auml;t seien organisationsrechtliche Vorkehrungen besonders geboten bei allen &bdquo;wissenschaftsrelevanten Angelegenheiten&ldquo;,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span> &bdquo;die Forschung und Lehre unmittelbar betreffen.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>15)</sup></a><span></span></span> Diese unmittelbare Wissenschaftsrelevanz ist weit gesteckt. Sie umfasst &bdquo;auch alle den Wissenschaftsbetrieb pr&auml;genden Entscheidungen &uuml;ber die Organisationsstruktur und den Haushalt [&hellip;], denn das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit liefe leer, st&uuml;nden nicht auch die organisatorischen Rahmenbedingungen und die Ressourcen zur Verf&uuml;gung, die Voraussetzungen f&uuml;r die tats&auml;chliche Inanspruchnahme dieser Freiheit sind&ldquo;.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>16)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Der Gruppe der Hochschullehrer m&uuml;sse bei solchen Entscheidungen &bdquo;eine heraus gehobene Stellung&ldquo; zukommen, sie m&uuml;ssten &bdquo;ma&szlig;gebenden&ldquo; bzw. &bdquo;ausschlaggebenden Einfluss&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>17)</sup></a><span></span></span> haben. Der Grundsatz der Gruppenparit&auml;t m&uuml;sse deshalb bei wissenschaftsrelevanten Angelegenheiten zugunsten einer Hochschullehrermehrheit zur&uuml;cktreten.</p>
<p>Zuletzt hat das Bundesverfassungsgericht in dieser Fluchtlinie bezogen auf das Th&uuml;ringische Hochschulgesetz geurteilt, dass bei wissenschaftsrelevanten Entscheidungen Vertreter der MTV-Gruppe &bdquo;ein signifikant geringerer Stimmanteil&ldquo; zukommen m&uuml;sse als &bdquo;den Lehre und Forschung unmittelbar verbundenen Gruppen.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>18)</sup></a><span></span></span></p>
<p>In st&auml;ndiger Rechtsprechung arbeitet das Bundesverfassungsgericht mit Umschreibungen des Schutzbereichs des Art. 5 Abs. 3 GG, die an epistemologischen Begr&uuml;ndungen angelehnt sind. Zu demokratietheoretisch fundierten Teleologien h&auml;lt das Gericht Abstand: &bdquo;Wissenschaft ist ein grunds&auml;tzlich von Fremdbestimmung freier Bereich autonomer Verantwortung. Den Kernbereich wissenschaftlicher Bet&auml;tigung stellen die auf wissenschaftlicher Eigengesetzlichkeit beruhenden Prozesse, Verhaltensweisen und Entscheidungen bei der Suche nach Erkenntnissen, ihrer Deutung und Weitergabe dar [&hellip;]. Dem Freiheitsrecht liegt auch der Gedanke zu Grunde, dass eine von gesellschaftlichen N&uuml;tzlichkeits- und politischen Zweckm&auml;&szlig;igkeitsvorstellungen freie Wissenschaft die ihr zukommenden Aufgaben am besten erf&uuml;llen kann.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>19)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Staatliche Hochschulen z&auml;hlen in Deutschland zur sogenannten mittelbaren Staatsverwaltung. Da ihnen landesverfassungsrechtlich und hochschulgesetzlich Autonomier&auml;ume zugesichert werden, spricht man auch &ndash; in Abgrenzung von den Kommunen &ndash; von funktionaler Selbstverwaltung. In den letzten 25 Jahren hat sich die Rechtsprechung immer wieder ganz generell damit besch&auml;ftigt, wie diese funktionale Selbstverwaltung, etwa bei Wasserverb&auml;nden oder berufsst&auml;ndischen Kammern, organisiert sein muss, damit sie den Anforderungen demokratischer Legitimation des Verwaltungshandelns entspricht. Dabei geht es darum, in welchem Umfang der Gesetzgeber grundrechtsrelevante Grundentscheidungen selbst treffen muss, aber auch um die genaue Gestaltung von Partizipationsrechten der Mitglieder einer K&ouml;rperschaft.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>20)</sup></a><span></span></span> Vordergr&uuml;ndig hat das Bundesverfassungsgericht diese Rechtsprechung auf Hochschulen gerade nicht &uuml;bertragen. In den zahlreichen Entscheidungen zum Hochschulrecht finden sich so gut wie keine Ausf&uuml;hrungen zum Topos der demokratischen Legitimation. Partizipationsrechte werden deshalb auch nicht, wie sonst bei der funktionalen Selbstverwaltung, als eine Art Demokratiesurrogat in Stellung gebracht.</p>
<p>Und doch nahm die Rechtsprechung seit den 2000er-Jahren Anleihen an der Rechtsprechung zur demokratischen Legitimation in der funktionalen Selbstverwaltung. Grund war die Einf&uuml;hrung des Modells der unternehmerischen Universit&auml;t, gesteuert durch die Instrumente des <em>New Public Management</em>. Dieses Modell n&auml;hert die Binnenorganisation der deutschen Universit&auml;ten dem Organgef&uuml;ge der <em>shared governance</em> in Nordamerika an: mit einem ma&szlig;geblich extern besetzten Aufsichtsgremium (Hochschulrat, Stiftungsrat) und einem Pr&auml;sidium oder Rektorat, das zulasten des akademischen Senats in seinen Entscheidungs- und Durchgriffsrechten gest&auml;rkt wird.</p>
<p>Das Bundesverfassungsgericht zeigte hier, nach anf&auml;nglichem Z&ouml;gern, alsbald verfassungsrechtliche Grenzen auf &ndash; und nahm dabei Formulierungen auf, die es auch bei der Bewertung funktionaler Selbstverwaltung verwendete: Der Gesetzgeber k&ouml;nne die Kompetenzen der Pr&auml;sidien zwar st&auml;rken; er m&uuml;sse aber ein hinreichendes &bdquo;Partizipationsniveau&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>21)</sup></a><span></span></span> sicherstellen. Entscheidend sei eine &bdquo;Gesamtw&uuml;rdigung&ldquo;.&nbsp; &bdquo;Je st&auml;rker [&hellip;] der Gesetzgeber das Leitungsorgan mit Kompetenzen ausstattet, desto st&auml;rker muss er im Gegenzug die direkten oder indirekten Mitwirkungs-, Einfluss-, Informations- und Kontrollrechte der Kollegialorgane ausgestalten, damit Gefahren f&uuml;r die Freiheit von Lehre und Forschung vermieden werden.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>22)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Im konkreten Fall monierte das Bundesverfassungsgericht, dass die Professorenmehrheit im Fakult&auml;tsrat nicht die M&ouml;glichkeit hatte, einen Dekan nach eigenem Ermessen und ohne Mitwirkung der anderen Hochschulgruppen oder weiterer Organe abzuw&auml;hlen. Wohlgemerkt: Das Abwahlrecht wird nicht demokratisch begr&uuml;ndet, sondern als Kompensation f&uuml;r gest&auml;rkte Entscheidungsrechte der Einrichtungsleitung, weil diese wissenschaftsinad&auml;quate Entscheidungen zu treffen drohe. Hochschulleitungen, in Deutschland in der Regel weitestgehend mit Professoren besetzt, sind wissenschaftlich per se nicht kompetent, Senate und Fakult&auml;tsr&auml;te mit Professorenmehrheit hingegen schon &ndash; so k&ouml;nnte man die Grundannahme des Gerichts zuspitzen.</p>
<h2>Ausblick</h2>
<p>Legt man die Ma&szlig;st&auml;be des Bundesverfassungsgerichts zugrunde, weist so gut wie jede nordamerikanische Hochschule eine &bdquo;strukturelle Gef&auml;hrdung&ldquo; der Wissenschaftsfreiheit auf, da das Teilhabeniveau der <em>faculty </em>keinen hinreichenden Schutz vor &bdquo;wissenschaftsinad&auml;quaten Organisationsentscheidungen&ldquo; bieten soll.</p>
<p>Der vergleichende Befund macht nachdenklich: Ist das Universit&auml;tsorganisationsrecht vielleicht doch &uuml;berkonstitutionalisiert? Neigt das Bundesverfassungsgericht dazu, die aus der Wissenschaftsfreiheit abgeleiteten Teilhaberechte der Hochschullehrergruppe zu &uuml;berspannen und in der Folge das landesverfassungsrechtlich garantierte Selbstverwaltungsrecht zu marginalisieren? K&ouml;nnte diese organisationsrechtliche Dogmatik auch deshalb verfehlt sein, weil zwischen wissenschaftsad&auml;quaten Entscheidungsverfahren und berufsst&auml;ndischen Interessen der Hochschullehrergruppe nicht hinreichend unterschieden wird &ndash; obwohl doch die allermeisten Senats- und Fakult&auml;tsratssitzungen hinreichend Anschauungsmaterial f&uuml;r diesen Unterscheidungsbedarf bieten?</p>
<p>Auff&auml;llig ist zudem, dass das Bundesverfassungsgericht Bereiche als unmittelbar wissenschaftsrelevant markiert, in denen sich der Staat selbst gegen&uuml;ber seinen Hochschulen traditionell weitreichende Rechte vorbeh&auml;lt. Verwiesen sei nur auf die teils bis heute praktizierte ministeriale Personalhoheit f&uuml;r verbeamtete Professoren (wiewohl teilweise das Berufungsrecht und die Dienstherrenf&auml;higkeit auf die Hochschulen verlagert wurden) und auf Hochschulhaushalte als Bestandteile der Ressortetats (wiewohl teilweise inzwischen Globalzusch&uuml;sse bewilligt werden). Das Bundesverfassungsgericht hat nie Einw&auml;nde erhoben gegen ministerielle Berufungsrechte und die detaillierte Budgetierung einer Hochschule als Posten im Teilhaushalt eines Ministeriums.</p>
<p>Das Verh&auml;ltnis zwischen Universit&auml;t und Staat wird in der bisherigen Karlsruher Rechtsprechung wenig verfassungsrechtlich konturiert. So kann der Staat Hochschulen nach Ermessen schlie&szlig;en und fusionieren. Der Gesetzgeber kann seinen Universit&auml;ten weitreichende Autonomie einr&auml;umen, sich aber auch eine tiefergestaffelte ministerielle Steuerung au&szlig;erhalb der Kernbereiche von Forschung und Lehre vorbehalten. Traditionell sind staatliche Hochschulen &bdquo;K&ouml;rperschaften des &ouml;ffentlichen Rechts und zugleich staatliche Einrichtungen&ldquo;, wie es in &sect; 58 HRG hie&szlig;. Teile der Hochschulverwaltung werden durch die Hochschulgesetze gerade nicht als Selbstverwaltungsaufgaben, sondern als staatliche Aufgaben ausgewiesen, die auch der Fachaufsicht unterliegen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>23)</sup></a><span></span></span> Die L&auml;nder als Tr&auml;ger staatlicher Universit&auml;ten, letztlich also die Wissenschaftsminister, sind oft oberste Dienstherren der verbeamteten Professoren. Es besteht kein Anspruch auf Globalzuweisungen; &uuml;ber die Haushaltsgestaltung kann der Staat Hochschulen recht detailliert steuern. Anders als f&uuml;r den &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es f&uuml;r das Wissenschaftssystem keinen tragf&auml;higen ressourcenorientierten Grundrechtsschutz.</p>
<p>Mit anderen Worten: Nach au&szlig;en, gegen&uuml;ber Gesetzgeber und Ministerialverwaltung, f&auml;llt der abwehrrechtliche Grundrechtsschutz der Hochschule bei mittelbar wissenschaftsrelevanten Entscheidungen schwach aus. Nach innen dagegen wird der aus Art. 5 Abs. 3 GG abgeleitete Partizipationsanspruch der Hochschullehrergruppe maximiert.</p>
<p>Der Blick in die USA, aber auch auf j&uuml;ngste Entwicklungen unter dem Eindruck des autorit&auml;ren Rechtspopulismus, l&auml;sst fragen, ob nicht auf beiden Feldern nachgesteuert werden muss: Die Organisationsautonomie m&uuml;sste, verst&auml;rkt durch landesverfassungsrechtliche Selbstverwaltungsgarantien, intensiver gesch&uuml;tzt werden. Die aus der Wissenschaftsfreiheit abgeleiteten &ndash; nicht auf die Hochschullehrergruppe beschr&auml;nkten -Teilhabeanspr&uuml;che m&uuml;ssten deutlicher konturiert und unterschieden werden: Besonders intensiv fallen Partizipationsrechte aus, wenn besondere epistemische Kompetenz ausge&uuml;bt wird, etwa bei Berufungsentscheidungen. Wenn weitere Organisationsbelange und Gruppeninteressen hinzutreten, k&ouml;nnen auch Teilhaberechte schw&auml;cher ausfallen. So unterscheidet sich die Aufstellung einer gesamtuniversit&auml;ren Forschungsstrategie von budget&auml;ren Priorisierungsentscheidungen. Entsprechend sollten verfassungsgebotene Mitwirkungsrechte graduiert werden &ndash; von Entscheidungsrechten etwa bei der Bewertung von Forschungsleistungen bis hin zu blo&szlig;en Beratungs- und Anh&ouml;rungsrechten.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Matthew W. Finkin, Robert C. Post, <em>For the Common Good: Principles of American Academic Freedom</em>, 2009.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td><span>https://www.aaup.org/reports-publications/aaup-policies-reports/topical-reports/statement-government-colleges-and.</span></td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Im &Uuml;berblick: David M. Rabban, <em>Academic Freedom: From Professional Norm to First Amendment Right</em>, 2024.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td><em>Sweezy v. New Hampshire</em>, 354 U.S. 234, 250 (1957).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td><em>Sweezy v. New Hampshire</em>, 354 U.S. 234, 263 (1957).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td><em>Board of Regents of State Colleges v. Roth</em>, 408 U.S. 564 (1972)<em>; Perry v. Sindermann</em>, 408 U.S. 593 (1972).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td><em>Minnesota Board for Community Colleges v. Knight</em>, 465 U.S. 271, 288 (1984).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td><em>Bishop v. Aronov et al., all as members of the Board of Trustees of the University of Alabama, </em>926 F.2d 1066 (11th Cir. 1991).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>David M. Rabban, <em>Academic Freedom: From Professional Norm to First Amendment Right</em>, 2024.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>Robert C. Post, <em>Democracy, Expertise, and Academic Freedom and the Constitution: A First Amendment Jurisprudence for the Modern State</em>, 2012.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>Joan W. Scott, <em>Knowledge,</em> <em>Power, and Academic Freedom</em>, 2019.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>Hans Michael Heinig, <em>Umbau in den Staaten: Neuere Entwicklungen im US-amerikanischen Hochschulrecht</em>, Verfassungsblog, 18.10.2025, DOI:&nbsp;<a href="https://dx.doi.org/10.59704/1ee5b5e42ee9cb10" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.59704/1ee5b5e42ee9cb10</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>Instruktiv zur Debattenlage und mit Forderung nach einer Demokratisierung der Universit&auml;ten Daniel J. Hemel/David E. Pozen, <em>In Search of University Democracy </em>(August 19, 2026). University of Pennsylvania Law Review, Vol. 175, forthcoming, Columbia Public Law Research Paper, NYU School of Law, Available at SSRN:&nbsp;<a href="https://ssrn.com/abstract=6789598" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://ssrn.com/abstract=6789598</span></a>&nbsp;or&nbsp;<a href="https://dx.doi.org/10.2139/ssrn.6789598" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.6789598</span></a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td>BVerfGE 35, 79 (159).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>15</a></th> <td>BVerfGE 35, 79 (80).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>16</a></th> <td>BVerfGE 136, 338 (364).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>17</a></th> <td>BVerfGE 35, 79 (Ls. 6 und 8).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>18,</a> <a><span>&uarr;</span>21</a></th> <td>BVerfG, 1 BvR 1141/19, 30.09.2025.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>19</a></th> <td>BVerfGE 111, 333 (354).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>20</a></th> <td>Hans Michael Heinig, Verwaltungsorganisation und Verfassungsrecht, in: <em>Kahl/Ludwigs, Handbuch des Verwaltungsrechts</em>, &sect; 195 Rn. 46 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>22</a></th> <td>BVerfGE 127, 87 (117 f.).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>23</a></th> <td>Kay Hailbronner, <em>Rechtsfragen der staatlichen Aufsicht &uuml;ber die Hochschulen</em>, JZ 1985, S. 864 ff.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/begrundet-die-wissenschaftsfreiheit-partizipative-rechte-in-der-wissenschaftsorganisation/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Begr&uuml;ndet die Wissenschaftsfreiheit partizipative Rechte in der Wissenschaftsorganisation?</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-22T15:19:27+00:00</updated>
	<author><name>Hans Michael Heinig</name></author>
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	<title type="html">Neutrale Hochschulen?</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Ob Klimaprotest, Nahost-Konflikt oder Auftritte von Parteipolitikern: Auf politische &Auml;u&szlig;erungen an H...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Ob Klimaprotest, Nahost-Konflikt oder Auftritte von Parteipolitikern: Auf politische &Auml;u&szlig;erungen an Hochschulen folgt meist prompt der Vorwurf, die &bdquo;Neutralit&auml;t&ldquo; der Hochschule sei verletzt. Zuletzt traf es die Technische Universit&auml;t Berlin, der eine von der AfD beauftragte Kanzlei wegen eines links positionierten Studierendenkongresses einen solchen Versto&szlig; vorwarf. Die TU einigte sich mit der Studenteninitiative darauf, einige Vortr&auml;ge umzubenennen und zu verlegen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span> Der Vorwurf ist politisch wirkungsvoll, weil er sich scheinbar m&uuml;helos gegen jede unliebsame Positionierung staatlicher Wissenschaftseinrichtungen richten l&auml;sst. Rechtlich tr&auml;gt er selten. Ein allgemeines Neutralit&auml;tsgebot f&uuml;r Universit&auml;ten kennt das Grundgesetz nicht. Was von der Forderung bleibt, wenn man sie verfassungsrechtlich untersucht, zeigt der folgende Abdruck aus unserem Buch <a href="https://doi.org/10.46500/83536237%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Autorit&auml;re Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit</em></a>.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Der Vorwurf fehlender Neutralit&auml;t</h2>
<p>Universit&auml;ten und andere staatliche Wissenschaftseinrichtungen sind nicht nur grundrechtsberechtigt, sondern wie alle staatliche Gewalt auch grundrechtsgebunden. Eine beliebte Strategie autorit&auml;rer Minderheiten, die an diese Grundrechtsbindung ankn&uuml;pft, besteht darin, staatlichen Institutionen fehlende Neutralit&auml;t vorzuwerfen. Auch die Universit&auml;ten bleiben davon nicht verschont.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Solch ein Vorwurf scheint gerade wissenschaftliche Institutionen in besonderem Ma&szlig;e zu diskreditieren. Die Mahnung zur Neutralit&auml;t fordert eine apolitische und wertfreie Wissenschaft ein und ruft damit ein Ideal an, das sich trotz aller wissenschaftstheoretischen Bedenken in vielen Kreisen h&auml;lt.</p>
<p>Nun sucht man den Begriff der Neutralit&auml;t in der Verfassung vergeblich. Klaus Schlaich schrieb bereits 1972: &bdquo;Der <em>positivrechtliche Befund des Grundgesetzes wie der L&auml;nderverfassungen</em> erlaubt es kaum, so schlankweg von &sbquo;der Neutralit&auml;t&lsquo; des Staates zu sprechen, um aus ihr als solcher konkrete Rechtsfolgen abzuleiten.&ldquo;<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> In den rechtsdogmatischen und &ouml;ffentlichen Diskussionen neigt der Neutralit&auml;tsbegriff dazu, sich zu verselbst&auml;ndigen. Er stammt aus dem Religionsverfassungsrecht<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span> und wurde in einer j&uuml;ngeren Rechtsprechungslinie vom Bundesverfassungsgericht<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span> auf parteipolitische &Auml;u&szlig;erungen von Mitgliedern der Bundesregierung erstreckt. Dem Gericht ging es dabei ma&szlig;geblich um die Sicherung eines offenen und chancengleichen demokratischen Wettbewerbs. Die Verwaltungsgerichte haben diesen Ma&szlig;stab dann punktuell &uuml;bertragen, etwa auf das Handeln von kommunalen Wahlbeamten.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span> Diese Rechtsprechung st&ouml;&szlig;t auf Kritik: in der Literatur, aber auch im Gericht selbst.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> Auch wenn man diese Kritik nicht teilt, bleibt mit Blick auf die Neutralit&auml;t &ouml;ffentlicher Wissenschaftsinstitutionen dreierlei zu beachten:</p>
<h2>Wer spricht?</h2>
<p><em>Erstens</em> wird an Universit&auml;ten viel gesprochen, was nicht der Universit&auml;t zuzurechnen ist. Politische Kundgebungen an Hochschulen, etwa zum Nahost-Konflikt, sind keine &Auml;u&szlig;erungen der Universit&auml;t. Sie unterfallen auch nicht der Wissenschafts-, sondern der Meinungsfreiheit.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span> Die Studierenden m&uuml;ssen ihr politisches Anliegen nicht ausgewogen behandeln, sie d&uuml;rfen einseitig argumentieren.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span> Dass solche Kundgebungen in einem durch die Wissenschaftsfreiheit gesch&uuml;tzten institutionellen Rahmen stattfinden, hat dennoch normative Implikationen. Zum einen besteht jedenfalls f&uuml;r Personen, die der Universit&auml;t nicht angeh&ouml;ren, weder einfach- noch verfassungsrechtlich ein Anspruch auf Zugang zu R&auml;umen der Hochschule. Die Universit&auml;t k&ouml;nnte sich also auch daf&uuml;r entscheiden, ihre R&auml;ume f&uuml;r politische Versammlungen nicht mehr zur Verf&uuml;gung zu stellen. Freilich untergr&auml;bt eine Hochschule, die ihre T&uuml;ren verschlie&szlig;t, das eigene Ideal des offenen Austauschs. Wenn die Hochschule kein Ort des &ouml;ffentlichen Sprechens mehr ist, wird sie, so ist zu bef&uuml;rchten, ihre &uuml;ber Forschung und Lehre hinausgehende soziale Bedeutung einb&uuml;&szlig;en. Wenn sich die Universit&auml;t also aus guten Gr&uuml;nden daf&uuml;r entscheidet, politische Kundgebungen zu gestatten, muss sie auch die Meinungs- und Versammlungsfreiheit der Protestierenden beachten.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> Ihnen kann die Universit&auml;t aber ihre Wissenschaftsfreiheit entgegensetzen, sofern die Kundgebung die Wahrnehmung der wissenschaftlichen Aufgabe beeintr&auml;chtigt.</p>
<h2>Wissenschaftsfreiheit</h2>
<p><em>Zweitens</em> haben die H&ouml;chstgerichte das Neutralit&auml;tsdogma bisher nicht auf Hochschulen oder vergleichbare Institutionen erstreckt. Es l&auml;sst sich auch nicht ohne Weiteres &uuml;bertragen, weil Hochschulen Tr&auml;ger eines Kommunikationsgrundrechts &ndash; eben der Wissenschaftsfreiheit &ndash; sind. Wo &Auml;u&szlig;erungen von der Wissenschaftsfreiheit gesch&uuml;tzt sind, ist f&uuml;r das Neutralit&auml;tsdogma kein Raum mehr.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span> Zur Wissenschaftsfreiheit geh&ouml;ren unseres Erachtens auch wissenschaftspolitische &Auml;u&szlig;erungen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span> Das ist auf Bundesebene bisher nicht gekl&auml;rt, der Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin hat wissenschaftspolitische &Auml;u&szlig;erungen von Forscherinnen jedoch der Wissenschafts- und nicht der Meinungsfreiheit zugeschlagen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Dieses Recht zu wissenschaftspolitischen &Auml;u&szlig;erungen der Universit&auml;ten muss schon deswegen bestehen, weil es andersherum dem politischen Prozess freisteht, alles M&ouml;gliche zu politisieren. Wenn dieser etwa bestimmte Forschungszugriffe oder -ergebnisse aus politischen Gr&uuml;nden ablehnt, darf die staatlich organisierte Wissenschaft darauf reagieren.</p>
<h2>Parteipolitische Neutralit&auml;t</h2>
<p><em>Drittens</em> bedeutet Neutralit&auml;t in der Rechtsprechung parteipolitische Neutralit&auml;t, zumindest jenseits des Religionsverfassungsrechts nicht weltanschauliche Neutralit&auml;t. Die solideste verfassungsrechtliche Begr&uuml;ndung f&uuml;r ein Neutralit&auml;tsgebot liegt in der Notwendigkeit, einen offenen Parteienwettbewerb zu erm&ouml;glichen und insbesondere Parteien nicht versteckt durch &ouml;ffentliche Mittel zu finanzieren.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>15)</sup></a><span></span></span> Insoweit l&auml;sst sich das Neutralit&auml;tsgebot auch verfassungsrechtlich verankern: in der Chancengleichheit der Parteien, wie sie Art. 21 Abs. 1 i. V. m. Art. 3 Abs. 1 GG garantiert. Diese Verfassungsnormen binden auch die staatlichen Wissenschaftsinstitutionen. Sie sind gehalten, sich nicht parteipolitisch zu positionieren. Das Gebot parteipolitischer Neutralit&auml;t ist aber enger, als es auf den ersten Blick scheint. Zum einen ist auch hier nicht jede parteipolitische &Auml;u&szlig;erung an der Universit&auml;t zugleich eine solche der Universit&auml;t. Die Berliner Verwaltungsgerichte haben j&uuml;ngst entschieden, dass ein parteipolitisches Banner einer Studierendeninitiative an der Fassade der Technischen Universit&auml;t nicht der Hochschule zugerechnet werden kann. Die Universit&auml;t war auch nicht dazu verpflichtet, die hausrechtswidrige Positionierung der Studierendenschaft zu unterbinden.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>16)</sup></a><span></span></span> Zum anderen sind staatliche Universit&auml;tseinrichtungen zur parteipolitischen, nicht allgemein zur politischen Neutralit&auml;t verpflichtet. Sie d&uuml;rfen nicht die Chancengleichheit der Parteien verletzen. Das zwingt sie aber nicht zu einer abstrakten Rede. Wenn Parteien sich institutionell gegen die Wissenschaftsfreiheit oder manche ihrer Gehalte aussprechen, dann m&uuml;ssen die Hochschulen sich nicht aufgrund ihrer parteipolitischen Neutralit&auml;t in ihrer Kritik zur&uuml;ckhalten, nur weil eine Aussage zugunsten der Wissenschaftsfreiheit eine mal explizite, mal implizite Kritik an solchen Parteien enth&auml;lt.</p>
<p>Die Pflicht zur parteipolitischen Neutralit&auml;t zieht dem Handeln der Universit&auml;ten also keine engen Grenzen. Anders sieht es aus, wenn sich &ouml;ffentliche Wissenschaftseinrichtungen <em>ad personam</em> &auml;u&szlig;ern. Hier greift keine diffuse Pflicht zur &bdquo;Neutralit&auml;t&ldquo;, sondern es k&ouml;nnen Pers&ouml;nlichkeitsrechte der Betroffenen ber&uuml;hrt werden. Ein abermals in Berlin spielender Fall illustriert das Problem: Eine Wissenschaftlerin sollte im Rahmen einer &ouml;ffentlichen Veranstaltung an der Universit&auml;t, an der sie gearbeitet hatte und weiter promoviert, eine Rede halten, in der der eigenst&auml;ndige Wert einer sozialen Genderzuschreibung gegen&uuml;ber einer biologischen Geschlechtszuweisung in Frage gestellt wurde.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>17)</sup></a><span></span></span> Nach einigen Auseinandersetzungen und der Absage des Vortrags teilte die Universit&auml;t der &Ouml;ffentlichkeit mit, dass der Vortrag nicht dem Leitbild und den &bdquo;Werten&ldquo; der Hochschule entspreche &ndash; mit dem sofort folgenden Hinweis, dass gegen den Vortrag aus wissenschaftlicher Sicht nichts spreche. Das Verwaltungsgericht, das nach diesen Werten in den Rechtsakten der Universit&auml;t vergebens suchte, untersagte der Universit&auml;t im vorl&auml;ufigen Rechtsschutz diese &Auml;u&szlig;erung, weil sie die Pers&ouml;nlichkeitsrechte der Betroffenen verletzt habe.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>18)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Was bleibt: Grundrechte statt Neutralit&auml;tsdogma</h2>
<p>Im Ergebnis l&ouml;st sich die vermeintliche Neutralit&auml;tspflicht der Hochschule in Grundrechte auf, die als solche bezeichnet und nicht durch den Begriff der Neutralit&auml;t verdeckt werden sollten. Will man aus einem diffusen Neutralit&auml;tsgebot im Bereich der Wissenschaft verfassungsrechtliche Konsequenzen ziehen, d&uuml;rfte eher umgekehrt die Regierung gegen&uuml;ber der Wissenschaft verpflichtet sein. Wenn sich ein Ministerialb&uuml;rokrat in amtlicher Eigenschaft zur Frage der Wissenschaftlichkeit bestimmter Methoden kritisch einl&auml;sst,<span><a role="button" tabindex="0"><sup>19)</sup></a><span></span></span> &auml;u&szlig;ert sich der rechtlich und fachlich inkompetente Staat zu einer wissenschaftlichen Praxis &ndash; und versucht damit jedenfalls im Ergebnis, in die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu intervenieren. Dies widerspricht der &bdquo;wissenschaftlichen Wahrheitsunf&auml;higkeit des Staates&ldquo;, die Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG von Teilen der Literatur entnommen wird.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>20)</sup></a><span></span></span> Danach ist es dem Staat untersagt, zu wissenschaftlich umstrittenen Fragen in einer andere wissenschaftliche Ansichten abwertenden Art und Weise Stellung zu nehmen. Dieses Verbot ist in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht ausdr&uuml;cklich anerkannt. Es l&auml;sst sich aber recht zwanglos aus der Einsicht herleiten, dass der Staat Wissenschaft nur in bestimmten Organisationsformen betreiben darf &ndash; eben solchen, die freie Forschung erm&ouml;glichen und sich daher selbst auf Art. 5 Abs. 3 GG berufen k&ouml;nnen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>21)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Nat&uuml;rlich untersagt seine &bdquo;wissenschaftliche Wahrheitsunf&auml;higkeit&ldquo; es dem Staat nicht, sich eine wissenschaftliche Position zu eigen zu machen. Er wird darum nicht immer herumkommen, wenn er beispielsweise eine infektionsschutzrechtliche Regelung rechtfertigen will.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>22)</sup></a><span></span></span> Mehr noch: Es ist dem Staat auch gestattet, wissenschaftliche Qualit&auml;tsurteile zu f&auml;llen. Er tut dies &ndash; etwa in Berufungsverfahren oder bei der Vergabe von Drittmitteln &ndash; st&auml;ndig. Nur ist er in diesem Fall zur Vorbereitung seiner Entscheidung in wissenschaftsad&auml;quaten Verfahren verpflichtet.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>23)</sup></a><span></span></span> Wissenschaftlich &bdquo;neutral&ldquo; ist also auch der wissenschaftlich wahrheitsunf&auml;hige Staat nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Text ist, erg&auml;nzt und angepasst, ein Abdruck von Christoph M&ouml;llers, Max Lenz und Nils Weinberg, <em>Autorit&auml;re Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit</em>, DOI: <a href="https://doi.org/10.46500/83536237%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://doi.org/10.46500/83536237</a>, 2026, S. 69-75.</p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Siehe hierzu detailliert Max Lenz, <em>Vorauseilende Neutralit&auml;t. Die Hochschulleitungen und das &bdquo;Neutralit&auml;tsgebot&ldquo;</em>, Verfassungsblog, 23.06.2026, DOI: <a href="https://dx.doi.org/10.59704/b228a2b74d9a0c38" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://dx.doi.org/10.59704/b228a2b74d9a0c38</span></a>, zuletzt abgerufen am 12.08.2026. Unterdessen sind interne Unterlagen aus der TU ver&ouml;ffentlicht worden, die nahelegen, dass der Eingriff der Universit&auml;t umfassender war, als von der AfD gefordert, vgl. Aiko Kempen, <em>TU-Leitung wollte doppelt so viel streichen wie die AfD</em>, FragDenStaat, 09.07.2026, <a href="https://fragdenstaat.de/t/1216" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://fragdenstaat.de/t/1216</span></a>, zuletzt abgerufen am 12.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>Christoph M&ouml;llers, Max Lenz und Nils Weinberg, <em>Autorit&auml;re Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit</em>, DOI: <a href="https://doi.org/10.46500/83536237%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://doi.org/10.46500/83536237</span></a>, 2026, S. 69-75.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Pauline Pieper, <em>Wie neutral m&uuml;ssen Hochschulen sein?</em>, RBB, 22.11.2025, <a href="https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/11/berlin-hochschulen-neutralitaet-gesetz-hu-fu-tu-studis-gegen-rechts-afd.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2025/11/berlin-hochschulen-neutralitaet-gesetz-hu-fu-tu-studis-gegen-rechts-afd.html</span></a>, zuletzt abgerufen am 12.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>Klaus Schlaich, <em>Neutralit&auml;t als verfassungsrechtliches Prinzip</em>, 1972, S. 193, Hervorhebung i. O.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>Zur Kritik Christoph M&ouml;llers, <em>Grenzen der Ausdifferenzierung</em>, ZevKR 59 (2014), DOI: <a href="https://doi.org/10.1628/004426914X683067" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://doi.org/10.1628/004426914X683067</span></a>, S. 115 (117-131).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>BVerfGE 138, 102 (114 ff.) &ndash; <em>&Auml;u&szlig;erungsbefugnis Bundesministerin (2014)</em>; 162, 207 (229 f., Rn. 72 ff.) &ndash; <em>&Auml;u&szlig;erungsbefugnis Bundeskanzlerin (2022)</em> m. w. N.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>BVerwGE 159, 327 (333 f., Rn. 23 ff.) &ndash; <em>Licht aus! (2017)</em>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>Vgl. das Sondervotum der Richterin Wallrabenstein in BVerfGE 162, 207 &ndash; <em>&Auml;u&szlig;erungsbefugnis Bundeskanzlerin (2022)</em>; au&szlig;erdem Mehrdad Payandeh, <em>Die Neutralit&auml;tspflicht staatlicher Amtstr&auml;ger im &ouml;ffentlichen Meinungskampf</em>, DOI: <a href="https://doi.org/10.3790/staa.55.4.519" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://doi.org/10.3790/staa.55.4.519</span></a>, Der Staat 55 (2016), S. 519 (531 ff.).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>Vgl. Samira Akbarian, <em>Der H&ouml;rsaal &ndash; Safe Space oder Brave Space?</em>, DOI: <a href="https://doi.org/10.1628/wissr-2020-0002" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://doi.org/10.1628/wissr-2020-0002</span></a>, WissR 43 (2020), S. 5 (12).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>BVerwG, Beschluss vom 13.05.1986, 7 B 68/86, Rn. 5.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>Vgl. BVerfGE 128, 226 (252) &ndash; <em>Fraport (2011)</em>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>In der zitierten bundesverfassungsgerichtlichen Rechtsprechung wird deswegen immer zun&auml;chst &uuml;berpr&uuml;ft, ob die &Auml;u&szlig;erung in amtlicher Eigenschaft erfolgte, vgl. f&uuml;r eine ausf&uuml;hrliche Pr&uuml;fung nur BVerfGE 154, 320 (340 f., 347-350, Rn. 56, 58, 80-88) &ndash; <em>Seehofer-Interview (2020)</em> m. w. N. Nur dann genie&szlig;t sie n&auml;mlich nicht den Schutz der Meinungsfreiheit.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13</a></th> <td>Ausdr&uuml;cklich gesehen wird das Problem gerade unter der Bedingung der Unterscheidung von Wissenschafts- und Meinungsfreiheit f&uuml;r Frankreich bei Olivier Beaud, <em>Le savoir en danger. Menaces sur la libert&eacute; acad&eacute;mique</em>, 2021, S. 87 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td>VerfGH Berlin, VerfGH 44/96, 22.10.1996, NVwZ 1997, S. 790 (791).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>15</a></th> <td>Zu durchgreifenden Zweifeln selbst an dieser Begr&uuml;ndung aber Christian Neumeier, <em>Das Verbot politischer Sprechakte der Regierung</em>, A&ouml;R 149 (2024), S. 1 (58 ff.).</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>16</a></th> <td>VG Berlin, VG 3 L 776/25, 27.11.2025, Rn. 21; OVG Berlin-Brandenburg, OVG 5 S 44/25, 27.11.2025, Rn. 8.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>17</a></th> <td>Zum Sachverhalt VG Berlin, 12 L 399/23, 01.12.2023, Rn. 1-9.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>18</a></th> <td>VG Berlin, 12 L 399/23, 01.12.2023, Rn. 20 ff.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>19</a></th> <td>Siehe die &Auml;u&szlig;erungen des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung: Felix Klein, <em>Hierarchien des Hasses</em>, FAZ, 20.02.2024, S. N4, <a href="https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/akademischer-antisemitismus-hierarchien-des-hasses-felix-klein-19531381.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/akademischer-antisemitismus-hierarchien-des-hasses-felix-klein-19531381.html</span></a>, zuletzt abgerufen am 12.08.2026. Differenzierte Gegenkritik bei Sebastian Conrad, <em>Postkoloniale Theorie und Antisemitismus</em>, Merkur Nr. 916 (2025), S. 22, <a href="https://www.merkur-zeitschrift.de/artikel/postkoloniale-theorie-und-antisemitismus-a-mr-79-9-22/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.merkur-zeitschrift.de/artikel/postkoloniale-theorie-und-antisemitismus-a-mr-79-9-22/</span></a>, zuletzt abgerufen am 12.08.2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>20</a></th> <td>Klaus F. G&auml;rditz, <em>Die &auml;u&szlig;eren und inneren Grenzen der Wissenschaftsfreiheit: Zur politischen Struktur von Forschung und Lehre</em>, DOI: <a href="https://doi.org/10.1628/wissr-2018-0002" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://doi.org/10.1628/wissr-2018-0002</span></a>, WissR 51 (2018), S. 5 (8 f.); zustimmend Julian Kr&uuml;per, in: <em>Dreier, Grundgesetz, Bd. 1</em> (4. Aufl. 2023), Art. 5 Abs. 3 (Wissenschaft), Rn. 41.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>21</a></th> <td>S. dazu Christoph M&ouml;llers, Max Lenz und Nils Weinberg, <em>Autorit&auml;re Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit</em>, DOI: <a href="https://doi.org/10.46500/83536237%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://doi.org/10.46500/83536237</span></a>, 2026, S. 58-67.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>22</a></th> <td>Vgl. BVerfGE 159, 355 (431 f., Rn. 175 ff.) &ndash; <em>Bundesnotbremse II (2021)</em>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>23</a></th> <td>BVerfGE 111, 333 (359) &ndash; <em>Brandenburgisches Hochschulgesetz (2004)</em>. Siehe auch BVerfGE 130, 263 (299) &ndash; <em>W2-Besoldung (2012)</em>.</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/neutrale-hochschulen/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Neutrale Hochschulen?</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-22T13:59:41+00:00</updated>
	<author><name>Christoph Möllers</name></author>
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	<content type="html"><![CDATA[<p>On September 17th, I gave a talk at Stanford Law School based on my article, <a href="https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=7292138" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Technology and Constitutional Rot</a>. My thanks to Michael McConnell, Jud Campbell, and Duncan Hosie at Stanford's Constitutional Law Center for the opportunity. Here is the video:</p>]]></content>
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	<author><name>noreply@blogger.com (JB)</name></author>
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	<title type="html">Verzerrtes Spiegelbild</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Am 6. Oktober 2026 will der neu gew&auml;hlte Landtag Sachsen-Anhalts zu seiner konstituierenden Sitzung ...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Am 6. Oktober 2026 will der neu gew&auml;hlte Landtag Sachsen-Anhalts zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten. Zu den notwendigen Vorbereitungen geh&ouml;rt auch, die <a href="https://taz.de/Nach-der-Landtagswahl-in-Sachsen-Anhalt/!6213999/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Besetzung der Aussch&uuml;sse</a> zu kl&auml;ren, die der Landtag dann in der neuen Gesch&auml;ftsordnung festlegt. F&uuml;r Aufruhr sorgt der Vorschlag der AfD, dass die Aussch&uuml;sse 12 Mitglieder haben sollen, wovon die H&auml;lfte auf sie selbst entfiele. Eine solche Festlegung w&uuml;rde aber gegen das Demokratieprinzip versto&szlig;en und w&auml;re damit verfassungswidrig.</p>
<h2>Aussch&uuml;sse als essenzieller Teil der Parlamentsarbeit</h2>
<p>Aussch&uuml;sse sind auf Bundes- wie auf Landesebene entscheidend f&uuml;r die inhaltliche Arbeit des Parlaments. Wie es das Bundesverfassungsgericht seit jeher anerkennt, wird &bdquo;[e]in wesentlicher Teil der Informations-, Kontroll- und Untersuchungsaufgaben&ldquo; des Parlaments &bdquo;durch die Aussch&uuml;sse wahrgenommen, die auf diese Weise in die Repr&auml;sentation des Volkes durch das Parlament einbezogen sind&ldquo; (<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv084304.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 84, 304, Rn.&nbsp;82</a>). Gerade bei Gesetzesvorhaben spielen Aussch&uuml;sse eine wichtige vorberatende Rolle. Sie sollen Vorhaben inhaltlich so weit vorbereiten, dass sie dem Plenum eine Beschlussvorlage empfehlen k&ouml;nnen, &uuml;ber die dieses nur noch mit &bdquo;Ja&ldquo; oder &bdquo;Nein&ldquo; zu entscheiden braucht. Wie das Plenum entscheidet auch ein Ausschuss regelm&auml;&szlig;ig mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen (Enthaltungen sind unbeachtlich).</p>
<p>Aussch&uuml;sse erleichtern die Parlamentsarbeit, indem das Plenum nicht jede Sachentscheidung vorbereiten muss, sondern diese Arbeit mit den Aussch&uuml;ssen auf kleinere Arbeitseinheiten auslagert. Abseits der von der Verfassung zwingend geforderten Aussch&uuml;sse (in Sachsen-Anhalt sind das der Wahlpr&uuml;fungsausschuss gem. Art. 44 Abs. 1 i.V.m. Art. 52 Abs. 3 Verf LSA und der Petitionsausschuss gem. Art. 61 Verf LSA) kann das Parlament daher kraft seines Selbstorganisationsrechts die Art und Anzahl der Fachaussch&uuml;sse, derer es sich &bdquo;zur Vorbereitung seiner Beratungen und Beschl&uuml;sse&ldquo; (so Art.&nbsp;46 Abs. 2 Verf LSA) bedienen m&ouml;chte, sowie deren Funktion, Zusammensetzung und Arbeitsweise selbst regeln.</p>
<h2>Spiegelbildlichkeit der Ausschussbesetzung</h2>
<p>Aussch&uuml;sse sind dabei nicht nur vorbereitend t&auml;tig, sondern ebenso entscheidungspr&auml;gend. Daher m&uuml;ssen auch sie den demokratischen Anforderungen der Verfassung, namentlich dem Mehrheitsprinzip (Art. 2 Abs. 1 Verf LSA, Art. 20 Abs. 3 GG), gen&uuml;gen. Um formell gleiche Stimmgewichte in parlamentarische Mandate zu &uuml;bersetzen, muss das Prinzip der Wahlgleichheit &uuml;ber den Wahltag hinaus fortwirken. Daf&uuml;r muss sich die demokratische Willensbildung auf einer zweiten Stufe im Status und in der T&auml;tigkeit der Abgeordneten entfalten (vgl. <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2000/07/hs20000721_2bvh000391.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 102, 224</a>, Rn.&nbsp;59; <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2004/12/es20041208_2bve000302.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 112, 118</a>, Rn.&nbsp;49). Aus der Gleichheit der B&uuml;rger bei der Aus&uuml;bung des aktiven Wahlrechts (Art. 42 Abs. 2 Verf LSA) folgt in der repr&auml;sentativen Demokratie das Gebot, die gew&auml;hlten Abgeordneten in Statusfragen sowie bei der Aus&uuml;bung ihrer Rechte gleich zu behandeln. Aus Art. 41 Abs.&nbsp;2 Verf LSA, wonach die Abgeordneten Vertreter des ganzen Volkes und nicht nur einer Partei sind, folgt zudem, dass Abgeordnete grunds&auml;tzlich die gleichen Mitwirkungsbefugnisse an der parlamentarischen Arbeit haben.</p>
<p>Aufgrund ihres freien Mandats k&ouml;nnen die Abgeordneten sich in Fraktionen organisieren. Sie sind als politische Kr&auml;fte ebenso gleich und entsprechend ihrer St&auml;rke zu behandeln wie die Abgeordneten untereinander (<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv084304.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 84, 304</a>, Rn.&nbsp;80 f.). Wegen der Bedeutung der Ausschussarbeit f&uuml;r das parlamentarische Verfahren muss die Ausschussbesetzung daher die politischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse des Parlaments widerspiegeln. Jeder Ausschuss muss mit Blick auf die Gr&ouml;&szlig;e der Fraktionen grunds&auml;tzlich ein verkleinertes Abbild des Plenums sein (st. Rspr., etwa <a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv080188.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 80, 188</a>, Rn.&nbsp;120; <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2012/02/es20120228_2bve000811.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 130, 318</a>, Rn.&nbsp;126).</p>
<p>In Sachsen-Anhalt folgt das auch aus der Oppositionsklausel des Art.&nbsp;48 Abs.&nbsp;2 Verf LSA, wonach die Oppositionsfraktionen das Recht auf Chancengleichheit im Parlament haben. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits fr&uuml;h die parlamentarische Opposition als &bdquo;grundlegendes Prinzip&ldquo; der freiheitlichen demokratischen Grundordnung identifiziert (<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv002001.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 2, 1</a>, Rn.&nbsp;35). &bdquo;Opposition&ldquo; im Sinne dieser Vorschrift sind begrifflich die Mitglieder und Fraktionen des Landtags, welche die Landesregierung &bdquo;nicht st&uuml;tzen&ldquo; (Art.&nbsp;48 Abs.&nbsp;1 Verf LSA), die also nicht auf Grundlage einer &bdquo;koalitions&auml;hnliche[n] Abrede&ldquo; die Regierung ins Amt bringen oder darin halten (<a href="https://verfassungsgericht.sachsen-anhalt.de/entscheidungen/details?cHash=0072408fff6b708f0972cde4b6bb0a59&amp;tx_tsalvgentscheidungen_entscheidungenshow%5baction%5d=show&amp;tx_tsalvgentscheidungen_entscheidungenshow%5bcontroller%5d=Entscheidungen&amp;tx_tsalvgentscheidungen_entscheidungenshow%5bentscheidung%5d=32&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VerfG LSA, LVG 1/96</a>). Die Vorschrift ist eine spezifische Form des parlamentarischen Minderheitenschutzes und damit letztlich Ausfluss des Demokratieprinzips. Sie unterstreicht und bekr&auml;ftigt den formalisierten Gleichheitssatz mit Blick auf alle Abgeordneten und Fraktionen (<a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv080188.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 80, 188</a>, Rn.&nbsp;116&nbsp;f.), der zur gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Spiegelbildlichkeit parlamentarischer Gremien zwingt. In dieser Dimension bezieht sich die Oppositionsklausel auf alle Fraktionen: die jetzigen Oppositionsfraktionen, aber auch diejenigen, die zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt in die Opposition geraten k&ouml;nnen, etwa wegen eines Koalitionswechsels oder weil eine Koalition zerbricht und eine Minderheitsregierung weiterregiert.</p>
<p>Auch die zeitliche Abfolge von Konstituierung des Landtags und Regierungsbildung verlangt eine &uuml;ber den Wortlaut hinausgehende Anwendung der Vorschrift auf alle Landtagsfraktionen. Die <a href="https://verfassungsblog.de/konstituierung-landtag/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">fristgebundene Konstituierung des neuen Landtags</a> und die <a href="https://verfassungsblog.de/ministerprasidentenwahl-sachsen-anhalt/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Wahl des Ministerpr&auml;sidenten, die in Sachsen-Anhalt an keine Frist gebunden</a> ist, f&uuml;hren dazu, dass der Landtag regelm&auml;&szlig;ig Aussch&uuml;sse einrichtet, bevor er einen Ministerpr&auml;sidenten w&auml;hlt. Damit nicht bereits vor der Regierungsbildung Tatsachen geschaffen werden, vermittelt die Vorschrift schon in dieser Phase einen Anspruch, die Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse des Plenums ohne erhebliche Verzerrung in den Aussch&uuml;ssen abzubilden &ndash; auch f&uuml;r Fraktionen, die erst sp&auml;ter Teil der Opposition sind.</p>
<h2>Auf die Gr&ouml;&szlig;e kommt es an</h2>
<p>Das Verh&auml;ltnis der Sitze einer einzelnen Fraktion zur Gesamtzahl der Sitze im Ausschuss weicht im Vergleich zur St&auml;rke im Parlament regelm&auml;&szlig;ig leicht nach oben oder nach unten ab, da nat&uuml;rlich nur ganze Sitze zugewiesen werden (vgl. <a href="https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv096264.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 96, 264</a>, Rn.&nbsp;79). Gerade bei kleineren Fraktionen, denen aber mindestens ein Sitz zusteht, k&ouml;nnen die Abweichungen etwas st&auml;rker ausfallen. Das ist unproblematisch, solange die Bestimmung der Mitgliederzahl und -verteilung in parlamentarischen Gremien nicht auf sachfremden Erw&auml;gungen beruht und das Kr&auml;fteverh&auml;ltnis der Fraktionen im Plenum zueinander ann&auml;hernd korrekt wiedergegeben wird, ohne dass die Sitzverteilung zu erheblichen Verzerrungen f&uuml;hrt.</p>
<p>In der auslaufenden 8.&nbsp;Wahlperiode haben die st&auml;ndigen Aussch&uuml;sse des Magdeburger Landtags jeweils 13 Mitglieder, die die Fraktionen nach dem Rangma&szlig;zahlverfahren entsenden (&sect; 12 Abs.&nbsp;1 S. 1, Abs.&nbsp;2 GO-LT LSA). Daraus ergibt sich folgende Sitzverteilung:</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td></td>
<td><strong>CDU</strong></td>
<td><strong>AfD</strong></td>
<td><strong>SPD</strong></td>
<td><strong>Gr&uuml;ne</strong></td>
<td><strong>FDP</strong></td>
<td><strong>Linke</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>Landtagswahl v. 6.6.2021</td>
<td>37,1 %</td>
<td>20,8 %</td>
<td>8,4 %</td>
<td>5,9 %</td>
<td>6,4 %</td>
<td>11,0 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Sitze/Stimmanteil im Plenum</td>
<td>40/97<br>
= 41,2 %</td>
<td>23/97<br>
= 23,7 %</td>
<td>9/97<br>
= 9,3 %</td>
<td>6/97<br>
= 6,2 %</td>
<td>7/97<br>
= 7,2 %</td>
<td>12/97<br>
= 12,4 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Sitze/Stimmanteil im Ausschuss (13 Sitze)</td>
<td>5/13<br>
= 38,5 %</td>
<td>3/13<br>
= 23,1 %</td>
<td>1/13<br>
= 7,7 %</td>
<td>1/13<br>
= 7,7 %</td>
<td>1/13<br>
= 7,7 %</td>
<td>2/13<br>
= 15,4 %</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="7">Eigene Berechnungen; Differenz zu 100 % rundungsbedingt.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als Teil seines Selbstorganisationsrechts kann das Parlament die Gr&ouml;&szlig;e der Aussch&uuml;sse selbst festlegen. Dabei muss es eine Reihe von Gesichtspunkten abw&auml;gen, etwa die (zu erwartende) Arbeitsbelastung bestimmter Aussch&uuml;sse, die Anzahl der im Parlament vertretenen Fraktionen und deren Gr&ouml;&szlig;e. Weil Aussch&uuml;sse die Arbeit rationalisieren sollen, sind sie deutlich kleiner als das Plenum. So f&uuml;hren unterschiedliche Mitgliederzahlen zu unterschiedlichen Abweichungen von einer perfekten Spiegelbildlichkeit. Solange allein sachlich gerechtfertigte Erw&auml;gungen zugrunde liegen, bewegt sich die Festsetzung der Ausschussgr&ouml;&szlig;e in den verfassungsrechtlich zul&auml;ssigen Grenzen des Selbstorganisationsrechts. Dies gilt allerdings nur, soweit die Zahl von Sitzen nach dem anzuwendenden Verteilungsverfahren nicht den W&auml;hlerwillen verf&auml;lscht und so nicht mehr mit dem Mehrheitsprinzip vereinbar w&auml;re. Eine verfassungsrechtliche Grenze ist &uuml;berschritten, wenn eine Fraktion im Ausschuss Gestaltungsm&ouml;glichkeiten erh&auml;lt, die der politischen Realit&auml;t des Plenums nicht entsprechen. Eine solche Situation liegt beispielsweise vor, wenn eine Fraktion ein bestimmtes entscheidungserhebliches Quorum erreicht, das sie im Plenum nicht hat.</p>
<h2>Elf oder zw&ouml;lf Mitglieder?</h2>
<p>Genau dieser Punkt wird im neuen Magdeburger Landtag relevant. In Vorbereitung auf die konstituierende Sitzung des Landtags f&uuml;r die 9. Wahlperiode streitet der Vor-&Auml;ltestenrat auch &uuml;ber die Gr&ouml;&szlig;e der st&auml;ndigen Aussch&uuml;sse. Konsens besteht wohl dar&uuml;ber, dass die Aussch&uuml;sse weniger als die 13 Sitze der 8. Wahlperiode haben sollen. Die AfD-Fraktion fordert eine Gr&ouml;&szlig;e von 12 Sitzen, wovon nach dem anzuwendenden Verfahren nach <a href="https://www.bundeswahlleiterin.de/service/glossar/s/sainte-lague-schepers.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sainte-Lagu&euml;/Schepers</a> sechs Sitze auf die AfD entfielen. Andere Fraktionen wollen die Aussch&uuml;sse mit 11 Personen besetzen; auf die AfD entfielen davon f&uuml;nf Sitze. Auf Grundlage des Ergebnisses der Landtagswahl vom 6.&nbsp;September 2026 ergibt sich damit folgende Sitzverteilung f&uuml;r die unterschiedlichen Konstellationen einschlie&szlig;lich der bisherigen 13 Sitze:</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td></td>
<td><strong>CDU</strong></td>
<td><strong>AfD</strong></td>
<td><strong>SPD</strong></td>
<td><strong>Gr&uuml;ne</strong></td>
<td><strong>Linke</strong></td>
<td><strong>BSW</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>Landtagswahl v. 6.9.2026</td>
<td>17,2 %</td>
<td>43,8 %</td>
<td>9,3 %</td>
<td>8,9 %</td>
<td>8,6 %</td>
<td>5,3 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Sitze/Stimmanteil im Plenum</td>
<td>15/83<br>
= 18,1 %</td>
<td>39/83<br>
= 47,0 %</td>
<td>8/83<br>
= 9,6 %</td>
<td>8/83<br>
= 9,6 %</td>
<td>8/83<br>
= 9,6 %</td>
<td>5/83<br>
= 6,0 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Sitze/Stimmanteil im Ausschuss (13 Sitze)</td>
<td>3/13<br>
= 23,1 %</td>
<td>6/13<br>
= 46,2 %</td>
<td>1/13<br>
= 7,7 %</td>
<td>1/13<br>
= 7,7 %</td>
<td>1/13<br>
= 7,7 %</td>
<td>1/13<br>
= 7,7 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Sitze/Stimmanteil im Ausschuss (12 Sitze)</td>
<td>2/12<br>
= 16,7 %</td>
<td>6/12<br>
= 50,0 %</td>
<td>1/12<br>
= 8,3 %</td>
<td>1/12<br>
= 8,3 %</td>
<td>1/12<br>
= 8,3 %</td>
<td>1/12<br>
= 8,3 %</td>
</tr>
<tr>
<td>Sitze/Stimmanteil im Ausschuss (11 Sitze)</td>
<td>2/11<br>
= 18,2 %</td>
<td>5/11<br>
= 45,5 %</td>
<td>1/11<br>
= 9,1 %</td>
<td>1/11<br>
= 9,1 %</td>
<td>1/11<br>
= 9,1 %</td>
<td>1/11<br>
= 9,1 %</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="7">Eigene Berechnungen; Differenz zu 100 % rundungsbedingt.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie sich aus der &Uuml;bersicht ergibt, w&uuml;rde eine Ausschussgr&ouml;&szlig;e von 13 Sitzen zu beachtlichen Verschiebungen f&uuml;hren; diese Option fordert aber keine Seite. W&auml;hrend sich bei 12 Sitzen die Abweichungen gerade f&uuml;r die kleineren Fraktionen insgesamt verringern w&uuml;rden, f&uuml;hrt diese Ausschussgr&ouml;&szlig;e zu einer ganz erheblichen Verzerrung: Die AfD-Fraktion h&auml;tte in einem st&auml;ndigen Ausschuss genau die H&auml;lfte der Sitze. Dies w&auml;re nicht nur eine Abweichung von 6&nbsp;Prozentpunkten nach oben, die grunds&auml;tzlich noch tolerierbar w&auml;re. Viel gewichtiger ist, dass die AfD-Fraktion jedwede Entscheidung blockieren k&ouml;nnte, da ihren Stimmen nur genauso viele Stimmen anderer Ausschussmitglieder gegen&uuml;berst&uuml;nden &ndash; eine Pattsituation. Zwar h&auml;tte sie selbst keine einfache (in diesem Fall sogar absolute) Mehrheit und k&ouml;nnte damit nicht aus eigener Kraft konstruktiv gestaltend wirken, wohl h&auml;tte sie aber eine destruktive Blockadem&ouml;glichkeit und damit einen Einfluss, den sie im Plenum nicht h&auml;tte. Die Festlegung einer Ausschussgr&ouml;&szlig;e von 12 Mitgliedern w&auml;re unter den konkreten Mehrheitsbedingungen der 9. Wahlperiode verfassungswidrig.</p>
<h2>Versto&szlig; gegen das Demokratieprinzip</h2>
<p>Einen ann&auml;hernd gleich gelagerten Fall musste <a href="https://www.bayern.verfassungsgerichtshof.de/media/images/bayverfgh/32-iva-09-entscheidung.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2009 der Bayerische Verfassungsgerichtshof</a> entscheiden. Im 16. Bayerischen Landtag hatte die CSU einen Sitzanteil im Plenum von 49,2&nbsp;%. In den Aussch&uuml;ssen sollte sie jeweils exakt die H&auml;lfte der Sitze besetzen. Der Gerichtshof konstatierte zwar, dass damit der CSU eine qualitative Ver&auml;nderung ihrer Wirkungsm&ouml;glichkeiten einger&auml;umt werde, die von ihrer St&auml;rke im Plenum abweiche. Einen Verfassungsversto&szlig; vermochte die Gerichtsmehrheit dennoch nicht zu erkennen, da sich die konkreten Mehrheitsverh&auml;ltnisse (die CSU bildete eine Koalitionsregierung mit der FDP) <em>faktisch</em> nicht auf das St&auml;rkeverh&auml;ltnis der Fraktionen in den Aussch&uuml;ssen auswirken w&uuml;rden. Damit verkannte der Gerichtshof aber den Gehalt der zugrundeliegenden Vorschriften. Vier der neun an der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs mitwirkenden Mitglieder vertraten in einem Sondervotum zutreffend die Auffassung, dass die konkrete Festlegung der Ausschussgr&ouml;&szlig;e wegen Verletzung des Spiegelbildgebots gegen das Demokratieprinzip verst&ouml;&szlig;t. Dieses Gebot soll n&auml;mlich sicherstellen, dass ein parlamentarischer Ausschuss die Zusammensetzung des Plenums in seiner konkreten, durch die Fraktionen &ndash; und nicht durch eine Koalition &ndash; gepr&auml;gten organisatorischen Gestalt m&ouml;glichst wahrheitsgetreu abbildet (siehe <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2004/12/es20041208_2bve000302.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BVerfGE 112, 118</a>, Rn.&nbsp;54). Dies gilt f&uuml;r alle Fraktionen, unabh&auml;ngig davon, ob sie die Landesregierung st&uuml;tzen oder sich in der parlamentarischen Opposition befinden.</p>
<p>In Sachsen-Anhalt stellen sich die Mehrheitsverh&auml;ltnisse aller Voraussicht nach ganz anders dar. Eine Koalition oder eine koalitions&auml;hnliche Abrede mit der AfD als st&auml;rkster Fraktion haben alle anderen Fraktionen ausgeschlossen. Im Falle einer geduldeten AfD-Minderheitsregierung w&uuml;rden die Erw&auml;gungen der Mehrheitsentscheidung des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs schon nicht greifen. Nimmt man indes das Gebot der Spiegelbildlichkeit in Verbindung mit der landesrechtlichen Oppositionsklausel ernst, spielen m&ouml;gliche Regierungsoptionen oder -absprachen aber schon von Beginn an keine Rolle. Es kommt allein auf die Gleichbehandlung aller Fraktionen in &Uuml;bereinstimmung mit ihren politischen Wirkm&ouml;glichkeiten im Plenum an. Die von der AfD vorgeschlagene Regelgr&ouml;&szlig;e von 12 Mitgliedern f&uuml;r die st&auml;ndigen Aussch&uuml;sse des neuen Magdeburger Landtags w&uuml;rde somit gegen die Verfassung versto&szlig;en. &Auml;ndert die Parlamentsmehrheit die Gesch&auml;ftsordnung dennoch entsprechend, kann jede Fraktion gegen die &Auml;nderung vor dem Landesverfassungsgericht in Dessau klagen.</p>
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	<updated>2026-09-22T12:56:59+00:00</updated>
	<author><name>Robert Böttner</name></author>
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		<id>http://verfassungsblog.de</id>
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		<updated>2026-09-22T12:56:59+00:00</updated>
		<title>Verfassungsblog</title></source>

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	<id>tag:vifa-recht.de,2026-09-21:/299025</id>
	<link href="https://verfassungsblog.de/versicherheitlichung-der-universitat-wissenschaftsfreiheit/" rel="alternate" type="text/html"/>
	<title type="html">Wie die Versicherheitlichung der Universität die Wissenschaftsfreiheit untergräbt</title>
	<summary type="html"><![CDATA[<p>Seit dem 7. Oktober 2023 werden pal&auml;stinasolidarische Proteste und wissenschaftliche Veranstaltungen...</p>]]></summary>
	<content type="html"><![CDATA[<p>Seit dem 7. Oktober 2023 werden pal&auml;stinasolidarische Proteste und wissenschaftliche Veranstaltungen zur Situation in Pal&auml;stina und Israel an deutschen Universit&auml;ten zunehmend als Sicherheitsproblem behandelt. Antisemitismusvorw&uuml;rfe aus Politik und Zivilgesellschaft gegen&uuml;ber Studierenden, Wissenschaftlerinnen oder eingeladenen Expertinnen haben zu Ordnungsrechtsversch&auml;rfungen, Raumentz&uuml;gen und Veranstaltungsabsagen gef&uuml;hrt. Hinzu kommen Kampagnen mit dem Ziel, Studierendengruppen zu delegitimieren, sowie Versuche, Forschende mit kritischen Positionen zum Genozid in Gaza durch &ouml;ffentlichen Druck und Denunziation zum Schweigen zu bringen. Die Folge ist eine Verengung dessen, was und wie an Hochschulen diskutiert werden kann &ndash; und damit eine Einschr&auml;nkung der Wissenschaftsfreiheit und der Hochschulautonomie.</p>
<p>Wir beginnen mit einer kurzen Analyse des Narrativs, welches Hochschulen als Hochburgen des Antisemitismus darstellt, und ordnen anschlie&szlig;end ein, was Einschr&auml;nkungen der Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit f&uuml;r Wissenschaftlerinnen bedeuten. Wir analysieren dann drei Mechanismen, die zur Versicherheitlichung der Hochschulen beigetragen haben: (1) das Handeln von Antisemitismusbeauftragten, (2) den vom Bundestag angenommenen Antrag &bdquo;Antisemitismus und Israelfeindlichkeit an Schulen und Hochschulen entschlossen entgegentreten sowie den freien Diskursraum sichern&ldquo; und (3) die Politisierung der Forschungsf&ouml;rderung.</p>
<h2>Das Narrativ der &bdquo;Antisemitismushochburg Universit&auml;t&rdquo;</h2>
<p>Restriktive und repressive Ma&szlig;nahmen an Hochschulen werden h&auml;ufig mit einem angeblichen Anstieg von Antisemitismus an Universit&auml;ten gerechtfertigt. Als Beleg dienen dabei unter anderem die Zahlen zivilgesellschaftlicher Meldestellen wie der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS). In seinen Berichten r&auml;umt RIAS der Kategorie des &sbquo;israelbezogenen Antisemitismus&lsquo; einen zentralen Stellenwert ein.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>1)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Die von RIAS gesammelten Falldaten sind nicht zuletzt problematisch, weil der Verband die umstrittene Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zugrunde legt, die Antisemitismus als eine &bdquo;bestimmte Wahrnehmung von J&uuml;dinnen und Juden&ldquo; definiert, die sich als Hass &auml;u&szlig;ern kann, und in ihren erl&auml;uternden Beispielen auch verschiedene Formen der Kritik an und Bezugnahmen auf Israel als m&ouml;gliche Erscheinungsformen von Antisemitismus erfasst.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>2)</sup></a><span></span></span> Auch pal&auml;stinasolidarische oder antizionistische Positionen werden auf Grundlage der IHRA-Definition oft als antisemitisch eingeordnet. Die IHRA-Definition wird deshalb auch in der Wissenschaft kontrovers diskutiert.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>3)</sup></a><span></span></span> Selbst der ma&szlig;gebliche Verfasser der IHRA-Definition, Kenneth Stern, warnt Hochschulen vor der politischen Instrumentalisierung der IHRA und den Gefahren f&uuml;r die Wissenschaftsfreiheit.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>4)</sup></a><span></span></span> Die Anwendung der IHRA-Definition bei Meldestellen wie RIAS, tr&auml;gt zudem zu h&ouml;heren Fallzahlen in deren Berichten bei und verzerrt dadurch das Bild von Universit&auml;ten als Hochburgen antisemitischer Vorf&auml;lle.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>5)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, hat die Versicherheitlichung der Hochschulen in Deutschland mit vorangetrieben. So erkl&auml;rte er, dass der Staat das an Hochschulen zu beobachtende Ausma&szlig; an &bdquo;Radikalisierung&ldquo; nicht hinnehmen d&uuml;rfe, und forderte die Einbindung des Verfassungsschutzes sowie eine Versch&auml;rfung des Strafrechts. Zudem bezeichnete er &bdquo;postkoloniale&ldquo; und linke Formen des Antisemitismus als ernsthafte Bedrohung f&uuml;r j&uuml;disches Leben.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>6)</sup></a><span></span></span>.</p>
<p>Die bislang einzige systematische Studie zur Verbreitung antisemitischer Einstellungen unter Studierenden und Wissenschaftlerinnen an deutschen Hochschulen wurde 2024 von der Universit&auml;t Konstanz im Auftrag des damaligen Bundesministeriums f&uuml;r Bildung und Forschung durchgef&uuml;hrt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass antisemitische Einstellungen unter den befragten Hochschulangeh&ouml;rigen mit etwa sechs Prozent deutlich weniger verbreitet sind; in der Gesamtbev&ouml;lkerung sind es 20 Prozent. Zugleich zeigt die Studie, dass pal&auml;stinasolidarische Positionen kaum oder nur in geringem Ma&szlig;e mit antisemitischen Einstellungen zusammenh&auml;ngen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>7)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Vor dem Hintergrund pal&auml;stinasolidarischer Studierendenproteste hat sich dennoch auch aufgrund von Medienberichterstattung das Narrativ von der &bdquo;Antisemitismushochburg Universit&auml;t&ldquo; verfestigt.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>8)</sup></a><span></span></span> Unterschiedliche politische Akteure nutzen dieses Narrativ, um polizeiliche Ma&szlig;nahmen, eine engere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Sicherheitsbeh&ouml;rden oder die Versch&auml;rfungen hochschul- und ordnungsrechtlicher Sanktionsm&ouml;glichkeiten zu legitimieren. In diesem Narrativ erscheinen Proteste, Veranstaltungen und kritische Forschung nicht mehr prim&auml;r als Bestandteile universit&auml;rer Auseinandersetzungen mit Konflikten, sondern als Sicherheitsrisiken, die durch &Uuml;berwachung, Verbote und Sanktionen bearbeitet werden m&uuml;ssen.</p>
<p>Diese Befunde sind kein Grund Antisemitismus an Hochschulen nicht ernst zu nehmen und bestimmt entgegenzutreten. Sie widersprechen jedoch Ma&szlig;nahmen, welche Universit&auml;ten pauschal als besonders von Antisemitismus betroffene Orte behandeln und daraus die Notwendigkeit des Ausbaus von &Uuml;berwachung, Repression und Sanktionen ableiten. Die oft schnellen Rufe nach Polizeieins&auml;tzen auf Campi aus der Politik, auch bei friedlichen Studierendenprotesten sind Ausdruck einer zunehmenden und problematischen Versicherheitlichung von Universit&auml;ten.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>9)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Die Versicherheitlichung von Hochschulen wird unter anderem auch im gemeinsamen Antrag der Bundestagsfraktionen der SPD, CDU/CSU, B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen und FDP von Januar 2025 mit dem Titel: &bdquo;Antisemitismus und Israelfeindlichkeit an Schulen und Hochschulen entschlossen entgegentreten sowie den freien Diskursraum sichern&ldquo; deutlich. Dieser erw&auml;hnt die oben genannte Konstanzer Studie zwar, ber&uuml;cksichtigt aber ihre zentralen Ergebnisse nicht in der Darstellung des Problems. Stattdessen r&uuml;ckt er den angeblich an Hochschulen verbreiteten Antisemitismus in den Mittelpunkt und fordert Universit&auml;ten u.a. auf st&auml;rker mit den Sicherheitsbeh&ouml;rden zusammen zu arbeiten.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>10)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Universit&auml;ten werden so auf Grundlage eines empirisch nicht haltbaren Problemnarrativs zu einer engeren Kooperation mit Sicherheitsbeh&ouml;rden und zur Versch&auml;rfung von Sanktionsm&ouml;glichkeiten gedr&auml;ngt. Dies erzeugt einen Generalverdacht gegen&uuml;ber Studierenden und Wissenschaftlerinnen und externalisiert die Verantwortung f&uuml;r inneruniversit&auml;re Konflikte von den Hochschulen und deren Gremien zur Politik und den Sicherheitsbeh&ouml;rden.</p>
<h2>Wissenschafts- und Meinungsfreiheit an der Universit&auml;t</h2>
<p>Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit sind zwar als rechtliche Prinzipien streng voneinander zu unterscheiden<span><a role="button" tabindex="0"><sup>11)</sup></a><span></span></span> in der Praxis haben Einschr&auml;nkungen von Meinungsfreiheit auf dem Campus allerdings oftmals auch negative Auswirkungen auf die Wissenschaftsfreiheit. Wissenschaftsfreiheit sch&uuml;tzt zwar prim&auml;r die berufliche T&auml;tigkeit von Wissenschaftlerinnen, also Forschung, Lehre, Publikation und wissenschaftliche Kommunikation, aber Angriffe auf die Meinungs- und Versammlungsfreiheit an Universit&auml;ten k&ouml;nnen mittelbar dazu f&uuml;hren, dass Wissenschaftlerinnen in eben diesen T&auml;tigkeiten eingeschr&auml;nkt werden oder sich selbst einschr&auml;nken aus Sorge um negative Konsequenzen.</p>
<p>Wenn Veranstaltungen abgesagt, R&auml;ume entzogen, Proteste gewaltsam aufgel&ouml;st oder Forschende &ouml;ffentlich diffamiert werden, ver&auml;ndern sich die Bedingungen, unter denen Forschung und Lehre an der Universit&auml;t stattfinden. Sie beeinflussen, welche Themen bearbeitet, welche Begriffe verwendet, welche Kooperationspartnerinnen eingeladen und welche Ergebnisse &ouml;ffentlich vertreten werden k&ouml;nnen. Aus Angst vor Denunziationskampagnen, beruflichen Nachteilen oder negativen Folgen f&uuml;r F&ouml;rderantr&auml;ge z.B. beginnen Wissenschaftlerinnen, sich selbst zu zensieren.</p>
<p>Wie weit verbreitet Selbstzensur unter Nahostwissenschaftlerinnen an deutschen Forschungseinrichtungen bereits ist, hat eine umfragebasierte Studie aufgezeigt, in der mehr als 76% der Teilnehmenden Angaben aus Angst vor negativen Konsequenzen Selbstzensur in Forschung, Lehre oder Wissenschaftskommunikation zu betreiben.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>12)</sup></a><span></span></span></p>
<p>In unserer k&uuml;rzlich erschienen Studie<span><a role="button" tabindex="0"><sup>13)</sup></a><span></span></span> untersuchen wir Mechanismen, durch die sich der Raum dessen verengt, was an Universit&auml;ten &ndash; auch in Forschung und Lehre &ndash; ohne Sanktionsgefahr gesagt werden kann. Dabei greifen wir auf ein Verst&auml;ndnis von Wissenschaftsfreiheit zur&uuml;ck, das sowohl interne als auch externe Einschr&auml;nkungen ber&uuml;cksichtigt. Interne Einschr&auml;nkungen entstehen innerhalb der Universit&auml;t, etwa durch die Ausbreitung einer &Uuml;berwachungskultur, Disziplinarma&szlig;nahmen, Misstrauen oder Selbstzensur. Externe Einschr&auml;nkungen sind z.B. politische Interventionen, &ouml;ffentliche Diffamierungen, F&ouml;rdermittelentscheidungen oder Versch&auml;rfungen des Rechtsrahmens. Angriffe auf Wissenschaftsfreiheit entfalten h&auml;ufig gerade deshalb Wirkung, weil sich hochschulexterner und hochschulinterner Druck gegenseitig verst&auml;rken. Externe Eingriffe werden durch die unkritische &Uuml;bernahme und Umsetzung innerhalb der Universit&auml;t normalisiert, was Einschr&auml;nkungen noch verst&auml;rkt.</p>
<h2>Wie Antisemitismusbeauftragte die Wissenschaftsfreiheit untergraben</h2>
<p>2018 wurde im Bundesministerium des Innern erstmals das Amt eines Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung eingerichtet. Seit dem 1. Mai 2018 wird das Amt von Dr. Felix Klein ausge&uuml;bt.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>14)</sup></a><span></span></span> Inzwischen haben alle 16 Bundesl&auml;nder vergleichbare Stellen geschaffen; zudem wurden Antisemitismusbeauftragte in vielen Staatsanwaltschaften und Hochschulen eingesetzt. Das System ist stark dezentralisiert: W&auml;hrend einige Beauftragte hauptamtlich und verg&uuml;tet t&auml;tig sind, &uuml;ben andere die Funktion ehrenamtlich aus. Es gibt weder eine standardisierte Ausbildung noch einheitliche Qualifikationsanforderungen oder ein gemeinsames Verst&auml;ndnis der Aufgaben und Zust&auml;ndigkeiten.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>15)</sup></a><span></span></span> An deutschen Hochschulen werden zunehmend Antisemitismusbeauftragte eingesetzt, obgleich bundesweit keine einheitlichen Mandate und Auswahlprozesse f&uuml;r diese existieren.</p>
<p>In der Praxis haben Antisemitismusbeauftragte wiederholt zur Einschr&auml;nkung der Wissenschaftsfreiheit beigetragen und die Versicherheitlichung der Hochschulen mitvorangetrieben. Wir unterscheiden drei Formen der Einflussnahme. Erstens haben Antisemitismusbeauftragte repressive Ma&szlig;nahmen gegen studentischen Protest, Sanktionen gegen studentische Gruppen und die Absage wissenschaftlicher Veranstaltungen bef&uuml;rwortet. Zweitens haben sie die Verwendung von Begriffen wie &bdquo;Genozid&ldquo;, &bdquo;Apartheid&ldquo; und &bdquo;Siedlerkolonialismus&ldquo; als Formen israelbezogenen Antisemitismus problematisiert und damit Einfluss darauf genommen, welche wissenschaftlichen Positionen und Begriffe als legitim gelten. Drittens haben Antisemitismusbeauftragte teilweise den Austausch mit Lehrenden und Studierenden &ndash; auch j&uuml;dischen &ndash; verweigert, welche die israelische Politik kritisieren oder nicht-zionistische Positionen vertreten. Dadurch werden bestimmte Perspektiven aus dem institutionellen Dialog ausgeschlossen und einige j&uuml;dische Stimmen gegen&uuml;ber anderen privilegiert. Dies beeintr&auml;chtigt den f&uuml;r die Wissenschaftsfreiheit zentralen Pluralismus wissenschaftlicher Positionen. In diesem Aufsatz untersuchen wir im Detail, welche Rolle Antisemitismusbeauftragte bei der Einschr&auml;nkung der Wissenschaftsfreiheit spielen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>16)</sup></a><span></span></span></p>
<p>An der Goethe-Universit&auml;t Frankfurt wurden beispielsweise R&auml;ume f&uuml;r die Konferenz &bdquo;Talking about (the Silencing of) Palestine&ldquo; zur&uuml;ckgezogen, nachdem der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker die Veranstaltung als &bdquo;akademische Inszenierung von israelbezogenem Antisemitismus&ldquo; kritisiert hatte.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>17)</sup></a><span></span></span> Die Universit&auml;t begr&uuml;ndete ihre Entscheidung unter anderem mit der Beteiligung von Students for Palestine.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>18)</sup></a><span></span></span></p>
<p>In einem anderen &ouml;ffentlich gemachten Fall intervenierte der Antisemitismusbeauftragte der Universit&auml;t Erlangen, Prof. Dr. Lutz Edzard, in das Programm der Jahrestagung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO). Edzard forderte nach Angaben der Organisatorinnen des Panels die Entfernung des Begriffs &bdquo;Genozid&ldquo; aus einem Paneltitel und alarmierte unter anderem den bayerischen Antisemitismusbeauftragten, die Staatsanwaltschaft sowie Universit&auml;tsleitungen. Das Panel fand zwar statt, doch eine Vortragende zog ihre Teilnahme zur&uuml;ck und andere schlossen aus Sorge vor rechtlichen Konsequenzen Rechtsschutzversicherungen ab.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>19)</sup></a><span></span></span> Der Fall macht deutlich, wie bereits informeller Druck und die M&ouml;glichkeit rechtlicher Konsequenzen einen <em>chilling effect</em> erzeugen und wissenschaftliche Debatten einschr&auml;nken k&ouml;nnen.</p>
<p>Im Januar 2026 forderte der Th&uuml;ringer Antisemitismusbeauftragte Michael Panse der Hochschulgruppe &bdquo;Erfurt Unsilenced&ldquo; den Status als Hochschulgruppe zu entziehen. Er warf den Studierenden unter anderem vor, Inhalte von &bdquo;Pal&auml;stina Spricht&ldquo; zu verbreiten, Israel zu delegitimieren und mit der Verwendung des Slogans &bdquo;Nie wieder ist jetzt&ldquo; im Kontext des Genozids in Gaza die Shoah zu relativieren.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>20)</sup></a><span></span></span> Die Gruppe selbst wurde zu einem anschlie&szlig;enden Gespr&auml;ch mit der Universit&auml;tsleitung nicht eingeladen und kritisierte, dass zuvor kein Dialog mit ihr gesucht worden sei.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>21)</sup></a><span></span></span> Ihren offiziellen Status behielt die Hochschulgruppe zwar, aber der Fall zeigt, wie Antisemitismusvorw&uuml;rfe genutzt werden k&ouml;nnen, um Druck auf studentische Organisierung und deren Aktivit&auml;ten auszu&uuml;ben.</p>
<p>Der Umgang mit dem Jewish Solidarity Collective (JSC), der einzigen organisierten j&uuml;dischen Hochschulgruppe an der Universit&auml;t der K&uuml;nste (UdK) Berlin, zeigt zudem, dass nicht alle j&uuml;dischen Perspektiven gleicherma&szlig;en von Antisemitismusbeauftragten ber&uuml;cksichtigt werden. Das JSC kritisierte eine Erkl&auml;rung von UdK-Lehrenden, welche studentische pal&auml;stinasolidarische Proteste als &bdquo;gewaltt&auml;tig&ldquo; und &bdquo;antisemitisch&ldquo; bezeichnete und postkoloniale Kritik an Israel zur&uuml;ckwies.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>22)</sup></a><span></span></span> Das JSC beanstandete, dass die Erkl&auml;rung der Lehrenden ohne Einbeziehung j&uuml;discher Hochschulangeh&ouml;riger ver&ouml;ffentlicht worden war.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>23)</sup></a><span></span></span> Die sp&auml;tere Antisemitismusbeauftragte der UdK, Dr. Michaela Conen, warf dem JSC daraufhin selbst antisemitische Motive vor und drohte nach Angaben der Gruppe sp&auml;ter, Mitglieder wegen ihrer Beteiligung an einer Demonstration den Sicherheitsbeh&ouml;rden zu melden. Gespr&auml;chsanfragen des JSC an die Hochschulleitung blieben erfolglos.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>24)</sup></a><span></span></span> Der Fall an der UdK Berlin verdeutlicht, wie j&uuml;dische Stimmen marginalisiert werden k&ouml;nnen, wenn sie von dominanten Positionen zu Israel und Pal&auml;stina abweichen.</p>
<p>Trotz der hier beschriebenen problematischen Eingriffe von Antisemitismusbeauftragten in die Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie vertreten diese keineswegs eine einheitliche Position. Die Tendenz vieler Amtsinhaber, sich in die Programme wissenschaftlicher Veranstaltungen und in die studentische Selbstorganisation einzumischen, ist angesichts der damit verbundenen Auswirkungen auf Diskursr&auml;ume an Hochschulen jedoch besorgniserregend.</p>
<h2>Versicherheitlichung von Hochschulen durch den Bundestag</h2>
<p>Mit der sogenannten Antisemitismusresolution trieb das Parlament die Versicherheitlichung von Hochschulen weiter voran. Der Antrag &bdquo;Antisemitismus und Israelfeindlichkeit an Schulen und Hochschulen entschlossen entgegentreten sowie den freien Diskursraum sichern&ldquo; wurde im Januar 2025 mit breiter Mehrheit beschlossen. Auch die AfD stimmte zu; die Linkspartei enthielt sich, w&auml;hrend das B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht als einzige Partei gegen den Antrag stimmte. Die meisten der konkreten Empfehlungen und Forderungen setzen auf &Uuml;berwachung, Sanktionen und eine engere Zusammenarbeit mit Sicherheitsbeh&ouml;rden. Des Weiteren werden Hochschulen darin aufgefordert, rechtliche M&ouml;glichkeiten gegen antisemitisches Verhalten vollst&auml;ndig auszusch&ouml;pfen. Als m&ouml;gliche Ma&szlig;nahmen nennt die Resolution unter anderem Hausverbote, die Zusammenarbeit mit Sicherheitsbeh&ouml;rden und die Exmatrikulation von Studierenden.</p>
<p>Die Resolution benennt die umstrittene IHRA-Antisemitismusdefinition als ma&szlig;geblichen Bezugspunkt f&uuml;r die Identifizierung und Bewertung antisemitischer &Auml;u&szlig;erungen. Die Hochschulrektorenkonferenz hat deshalb darauf hingewiesen, dass die Diskussion &uuml;ber die Definition von Antisemitismus Gegenstand und Aufgabe wissenschaftlicher Auseinandersetzung ist, da andernfalls politische Kategorien in die Bewertung von Forschung, Lehre und wissenschaftlicher Kommunikation einzudringen drohen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>25)</sup></a><span></span></span> Hinzu kommt, dass Bundestagsresolutionen zwar formal nicht bindend sind, in der Praxis aber eine erhebliche Wirkung entfalten k&ouml;nnen. Gerade weil sie keiner vollst&auml;ndigen gerichtlichen Kontrolle unterliegen wie formelle Gesetze oder Verwaltungsakte, besteht die Gefahr, dass Resolutionen Entscheidungen beeinflussen, ohne dass Betroffene effektiv mit rechtsstaatlichen Mitteln dagegen vorgehen k&ouml;nnen.</p>
<p>Die Resolution setzt nicht nur politische Signale, sondern formuliert auch konkrete Erwartungen an institutionelles Verhalten von Hochschulen. Hochschulleitungen, Politikerinnen oder Antisemitismusbeauftragte k&ouml;nnen sich auf sie berufen, wenn sie fordern Veranstaltungen abzusagen oder Gruppen auszuschlie&szlig;en. Wissenschaftlerinnen reagieren vermehrt pr&auml;ventiv mit Selbstzensur und meiden Forschungsfragen, Veranstaltungen, oder Kooperationspartnerinnen, die als politisch riskant gelten k&ouml;nnten. Im Ergebnis leidet darunter die Wissensproduktion an deutschen Forschungseinrichtungen.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>26)</sup></a><span></span></span></p>
<h2>Die Politisierung von Forschungsgeldern</h2>
<p>Dass eine rechtlich unverbindliche Resolution derartige Wirkung entfalten kann, zeigt sich am deutlichsten dort, wo aus politischer Symbolik konkrete Verwaltungspraxis wird: bei der Vergabe &ouml;ffentlicher Forschungsgelder. Hier verbindet sich die durch die Resolution gef&ouml;rderte Logik, n&auml;mlich die Kritik an israelischer Politik als Risikofaktor zu behandeln, mit einem Mechanismus, um die Forschungsausrichtung zu steuern: Drittmittelvergabe.</p>
<p>Denn die Resolution des Bundestags kann durchaus als Auftrag an F&ouml;rderinstitutionen verstanden werden nicht nur die Qualit&auml;t eines Forschungsvorhabens basierend auf wissenschaftsimmanenten Bewertungsprozessen zu beurteilen, sondern auch die politischen Positionen der Antragstellerinnen und ihrer Kooperationspartnerinnen zu ber&uuml;cksichtigen. Vor dem Hintergrund der F&ouml;rdermittelaff&auml;re um den folgenreichen Pr&uuml;fauftrag im Haus der damaligen Bundesforschungsministerin Stark-Watzinger liegt es nahe, dass politische &Auml;u&szlig;erungen von Wissenschaftlerinnen im Rahmen des ministerialen F&ouml;rdermittelvergabeprozesses &uuml;berpr&uuml;ft wurden.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>27)</sup></a><span></span></span></p>
<p>Damit wird die Grenze zwischen der Bewertung eines Forschungsvorhabens und einer politischen Gesinnungspr&uuml;fung verwischt. Allein die M&ouml;glichkeit einer solchen Pr&uuml;fung kann Selbstzensur unter Wissenschaftlerinnen f&ouml;rdern. F&ouml;rderantr&auml;ge sollten ausschlie&szlig;lich nach wissenschaftsimmanenten Kriterien wie wissenschaftlicher Qualit&auml;t, Originalit&auml;t, methodischer Angemessenheit und ethischer Vertretbarkeit beurteilt werden. In Gespr&auml;chen mit Kolleginnen und auf wissenschaftlichen Konferenzen zeigt sich eine zunehmende Unsicherheit dar&uuml;ber, welche Forschungsvorhaben, Begriffe und Veranstaltungen noch ohne institutionelle oder finanzielle Risiken m&ouml;glich sind. Kann etwa ein bildungswissenschaftliches Projekt zu den Folgen der Zerst&ouml;rung von Hochschulen in Gaza beim Bundesministerium f&uuml;r Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) beantragt werden? K&ouml;nnen im Rahmen eines DAAD-finanzierten Forschungsaufenthalts BDS-Bewegungen untersucht oder in DFG-Antr&auml;gen Konzepte wie &bdquo;Apartheid&ldquo; und &bdquo;Genozid&ldquo; verwendet werden, ohne Nachteile im F&ouml;rdermittelvergabeverfahren zu riskieren? Und k&ouml;nnen Hochschulen Veranstaltungen mit UN-Expertinnen oder israelischen Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen und Kulturschaffenden durchf&uuml;hren, die die israelische Kriegsf&uuml;hrung oder Besatzungspolitik mit diesen Begriffen beschreiben? Solche Fragen verdeutlichen, dass Einschr&auml;nkungen der Wissenschaftsfreiheit bereits dort Wirkung entfalten k&ouml;nnen, wo die Grenzen des Zul&auml;ssigen unklar werden und Wissenschaftlerinnen m&ouml;gliche Konsequenzen bei der Wahl von Forschungsgegenst&auml;nden, Begriffen und Gespr&auml;chspartnerinnen antizipieren.</p>
<p>Dass diese Fragen gestellt werden, zeigt bereits den sogenannten <em>chilling effect</em>, die disziplinierende Wirkung politischer Vorgaben. Dass es sich dabei nicht um hypothetische Sorgen handelt, zeigt der Fall der Universit&auml;t zu K&ouml;ln: Sie entschied 2024 die Albertus-Magnus-Professur nicht an die j&uuml;dische Philosophin und New-School-Professorin Nancy Fraser zu vergeben, nachdem diese den offenen Brief &lsquo;Philosophy for Palestine&rsquo; unterzeichnet hatte.<span><a role="button" tabindex="0"><sup>28)</sup></a><span></span></span> Der Fall zeigt, dass nicht nur pal&auml;stinasolidarische Studierende oder Wissenschaftlerinnen von solchen Ausschl&uuml;ssen betroffen sein k&ouml;nnen. Es trifft insbesondere auch j&uuml;dische Forschende, die von der deutschen Staatsr&auml;son abweichende Positionen vertreten. Solche F&auml;lle wirken doppelt: Sie treffen die unmittelbar Betroffenen und senden zugleich ein Signal an die gesamte wissenschaftliche Community, dass &ouml;ffentliche Kritik Einladungen, Preise, Professuren oder F&ouml;rderm&ouml;glichkeiten kosten kann. Wissenschaftsfreiheit wird so nicht durch ein ausdr&uuml;ckliches Verbot eingeschr&auml;nkt, sondern durch die Erwartung m&ouml;glicher Konsequenzen diszipliniert.</p>
<h2>Konvergenz politischer Eingriffe in die Wissenschaft im Namen der Antisemitismusbek&auml;mpfung</h2>
<p>Die drei hier beschriebenen Entwicklungen sind Teil einer breiteren autorit&auml;ren Konvergenz illiberaler Eingriffsversuche in die Wissenschaftsfreiheit. Autorit&auml;re Formen der Antisemitismusbek&auml;mpfung<span><a role="button" tabindex="0"><sup>29)</sup></a><span></span></span> verbinden sich mit einer allgemeinen Tendenz, politische Konflikte an Universit&auml;ten durch &Uuml;berwachung, Sanktionen und administrative Kontrolle zu bearbeiten. Diese Tendenz wird in vielen F&auml;llen von Antisemitismusbeauftragten vorangetrieben. Gerade deshalb m&uuml;ssen ihre Aufgaben, Verfahren und Grenzen transparent sein. Aber auch politische Parteien, Ministerien, Medien, Hochschulleitungen und Sicherheitsbeh&ouml;rden haben durch ihr Handeln zu diesen Entwicklungen beigetragen.</p>
<p>Hochschulleitungen sollten auf zunehmende Konflikte und Proteste auf Campi nicht prim&auml;r durch Versicherheitlichung &ndash; also durch Polizei, Repression und &Uuml;berwachung &ndash; bearbeiten, sondern intern auf transparente und partizipative Informations-, Beteiligungs-, Mediations- und Entscheidungsprozesse setzen. Dazu geh&ouml;ren transparente Regeln f&uuml;r Veranstaltungen, Raumbuchungsrechte und Verhandlungen und Mediationen bei studentischen Demonstrationen, sowie unabh&auml;ngige Beschwerdeverfahren und St&auml;rkung von Antidiskriminierungsstellen.</p>
<p>Die Einschr&auml;nkungen der Wissenschaftsfreiheit in den drei hier beschriebenen Mechanismen &ndash; das Handeln einzelner Antisemitismusbeauftragter, die Versicherheitlichung durch die Bundestagsresolution und die Politisierung der F&ouml;rdermittelvergabe &ndash; verst&auml;rken sich gegenseitig. Sie verengen den Raum dessen, was an deutschen Hochschulen erforscht, gelehrt und &ouml;ffentlich vertreten werden kann. Wenn Antisemitismusbeauftragte &uuml;ber die Grenzen wissenschaftlicher Diskussionen &uuml;ber das Konfliktgeschehen in Gaza an Universit&auml;ten entscheiden, wenn eine Bundestagsresolution von Hochschulleitungen Versicherheitlichung statt Dialog fordern, und wenn F&ouml;rdermittelentscheidungen politisiert werden, dann wird der Kampf gegen Antisemitismus zum Vorwand f&uuml;r eine Politik, die (staats-)kritische Wissenschaften, abweichende Meinungen und studentischen Protest diszipliniert und dadurch die Wissenschaftsfreiheit gef&auml;hrdet.<a href="https://vifa-recht.de#_ftnref1" name="_ftn1" rel="noopener noreferrer" target="_blank"></a></p>
<div> <div><p><span role="button" tabindex="0">References</span><span role="button" tabindex="0">[<a>+</a>]</span></p></div> <div><table><caption>References</caption> <tbody> 

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>1</a></th> <td>Itay Mashiach, <em>Biased: Antisemitismus-Monitoring in Deutschland auf dem Pr&uuml;fstand: Ein Bericht &uuml;ber die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS),</em> Diaspora Alliance, Mai 2024, <a href="https://diasporaalliance.co/wp-content/uploads/2025/05/RIAS_German-final.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://diasporaalliance.co/wp-content/uploads/2025/05/RIAS_German-final.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>2</a></th> <td>Online verf&uuml;gbar unter: <span>https://holocaustremembrance.com/resources/working-definition-antisemitism,</span> zuletzt abgerufen am 14.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>3</a></th> <td>Interview mit Peter Ulrich, <em>&bdquo;Eine abwegige Debatte&ldquo;</em>, taz, 03.11.2019, <a href="https://taz.de/Experte-ueber-Antisemitismusdefinitionen/!5635028/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://taz.de/Experte-ueber-Antisemitismusdefinitionen/!5635028/</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>4</a></th> <td>Kenneth S. Stern, <em>A Bad Deal: By Adopting the IHRA Definition of Antisemitism, Universities are Sacrificing Academic Freedom</em>, Knight First Amendment Institute, 05.09.2025, <a href="https://knightcolumbia.org/content/a-bad-deal-why-using-the-ihra-definition-of-antisemitism-on-campus-is-incompatible-with-academic-freedom-and-students-right-to-open-inquiry" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://knightcolumbia.org/content/a-bad-deal-why-using-the-ihra-definition-of-antisemitism-on-campus-is-incompatible-with-academic-freedom-and-students-right-to-open-inquiry</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>5</a></th> <td>Marion Detjen, <em>Die RIAS-Berichte zu antisemitischen Vorf&auml;llen unter der Lupe</em>, Debatte, 13.06.2025, <a href="https://debatte.krisol-wissenschaft.org/die-rias-berichte-zu-antisemitischen-vorfaellen-unter-der-lupe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://debatte.krisol-wissenschaft.org/die-rias-berichte-zu-antisemitischen-vorfaellen-unter-der-lupe/</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>6</a></th> <td>Interview mit Felix Klein, <em>Felix Klein:</em>&bdquo;<em>Es l&auml;uft grunds&auml;tzlich etwas schief, wenn Antisemitismus in bestimmten Milieus inzwischen wieder als akzeptabel gilt&rdquo;, &nbsp;</em>Welt am Sonntag, 19.10.2025, <a href="https://www.antisemitismusbeauftragter.de/SharedDocs/interviews/Webs/BAS/DE/2025/Interview_WamS.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.antisemitismusbeauftragter.de/SharedDocs/interviews/Webs/BAS/DE/2025/Interview_WamS.html</span></a>, zuletzt abgerufen am 21.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>7</a></th> <td>Thomas Hinz, Anna Marczuk und Frank Multrus, <em>Antisemitismus und pro-pal&auml;stinensische Proteste an deutschen Hochschulen: Befragungsergebnisse bei Studierenden und Hochschulleitungen</em>, Working Paper Series of the Cluster of Excellence &ldquo;The Politics of Inequality&rdquo;, Universit&auml;t Konstanz, April 2025, DOI: <a href="https://doi.org/10.48787/kops/352-2-tr9zst47z02p6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.48787/kops/352-2-tr9zst47z02p6</a><em>.</em></td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>8</a></th> <td>Jannis Julien Grimm und Laura Vossen, <em>Studentische Pal&auml;stina-Solidarit&auml;t im Spiegel Berliner Leitmedien</em>, Forschungsjournal Soziale Bewegungen, 39 (2026), DOI: <span>https://doi.org/10.1515/fjsb-2026-0002.</span></td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>9</a></th> <td>Jannis Julien Grimm und Lilian Mauthofer, <em>Zwischen Wissenschaftsfreiheit und Pal&auml;stina-Solidarit&auml;t: </em><em>Deutsche Hochschulen als umk&auml;mpfte R&auml;ume</em>, Forschungsjournal Soziale Bewegungen, 38 (2025), DOI: <a href="https://doi.org/10.1515/fjsb-2025-2016" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://doi.org/10.1515/fjsb-2025-2016</span></a>), S.150-168.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>10</a></th> <td>Online verf&uuml;gbar unter: BT-Drs. 20/14703, <a href="https://dserver.bundestag.de/btd/20/147/2014703.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://dserver.bundestag.de/btd/20/147/2014703.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>11</a></th> <td>Christian Calliess, <em>Die Freiheit der Wissenschaft und ihre Grenzen</em>, Freie Universit&auml;t Berlin, 09.04.2025, <a href="https://www.fu-berlin.de/campusleben/forschen/2025/wissenschaftsfreiheit/calliess/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.fu-berlin.de/campusleben/forschen/2025/wissenschaftsfreiheit/calliess/index.html</span></a>, zuletzt abgerufen am 19.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>12</a></th> <td>Jannis Julien Grimm, Sven Chojnacki, Nina Moya Schreieder, Iman El Ghoubashy und Thadd&auml;a Sixta, <em>German Academia after October 7: Self-Censorship and Restrictions of Academic Freedom among MENA Scholars</em>, Working Papers Peace &amp; Conflict Research, Freie Universit&auml;t Berlin, September 2025, <a href="https://www.polsoz.fu-berlin.de/en/polwiss/forschung/international/frieden/Working-Paper-Series/German-Academia-after-October-7/Self-Censorship.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.polsoz.fu-berlin.de/en/polwiss/forschung/international/frieden/Working-Paper-Series/German-Academia-after-October-7/Self-Censorship.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026, DOI: <a href="http://dx.doi.org/10.17169/refubium-49164" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10.17169/refubium-49164</a>.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>13,</a> <a><span>&uarr;</span>16</a></th> <td>D&ouml;rthe Engelcke und Ilyas Saliba, <em>The Authoritarian Convergence against Academic Freedom in Germany: Political Interference, Securitization, and the Weaponization of Antisemitism Allegations</em>, Laboratorio dell&rsquo;ISPF, 24.07.2026, <a href="http://www.ispf-lab.cnr.it/system/files/ispf_lab/documenti/2026_NGD.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>http://www.ispf-lab.cnr.it/system/files/ispf_lab/documenti/2026_NGD.pdf</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026, DOI: 10.12862/Lab25NGD.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>14</a></th> <td>Die offizielle Bezeichnung auf Bundesebene lautet &bdquo;Beauftragter der Bundesregierung f&uuml;r j&uuml;disches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus&ldquo;.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>15</a></th> <td>Peter Kuras, <em>The Strange Logic of Germany&rsquo;s Antisemitism Bureaucrats</em>, Jewish Currents, 18.07.2023, <a href="https://jewishcurrents.org/the-strange-logic-of-germanys-antisemitism-bureaucrats" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://jewishcurrents.org/the-strange-logic-of-germanys-antisemitism-bureaucrats</span></a>, zuletzt abgerufen am 19.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>17</a></th> <td>Hessische Staatskanzlei, <em>Hessischer Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker gegen geplante Anti-Israel-Konferenz</em>, 07.01.2025, <a href="https://staatskanzlei.hessen.de/presse/hessischer-antisemitismusbeauftragter-uwe-becker-gegen-geplante-anti-israel-konferenz" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://staatskanzlei.hessen.de/presse/hessischer-antisemitismusbeauftragter-uwe-becker-gegen-geplante-anti-israel-konferenz</span></a>, zuletzt abgerufen am 20.04.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>18</a></th> <td>Goethe-Universit&auml;t Frankfurt am Main, <em>Raumantrag f&uuml;r Pal&auml;stina-Konferenz zur&uuml;ckgezogen</em>, 13.01.2025, <a href="https://www.puk.uni-frankfurt.de/165042859/Raumantrag_f%C3%BCr_Pal%C3%A4stina_Konferenz_zur%C3%BCckgezogen" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.puk.uni-frankfurt.de/165042859/Raumantrag_f%C3%BCr_Pal%C3%A4stina_Konferenz_zur%C3%BCckgezogen</span></a>, zuletzt abgerufen am 20.04.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>19</a></th> <td>Benjamin Sch&uuml;tze, <em>Die Truppen der Staatsr&auml;son</em>, taz, 20.1.2026, <a href="https://taz.de/Deutsche-Israelpolitik/!6146623" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://taz.de/Deutsche-Israelpolitik/!6146623</span></a> , zuletzt abgerufen 15.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>20</a></th> <td>Michael Panse, <em>Panse und Pulz kritisieren zunehmenden Antisemitismus an Erfurter Universit&auml;t</em>, 22.01.2026, <a href="https://michael-panse.de/2026/01/22/panse-und-pulz-kritisieren-zunehmenden-antisemitismus-an-erfurter-universitaet" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://michael-panse.de/2026/01/22/panse-und-pulz-kritisieren-zunehmenden-antisemitismus-an-erfurter-universitaet</span></a>&gt;, zuletzt abgerufen 13.04.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>21</a></th> <td>Basierend auf der Korrespondenz von den Autorinnen mit einem studentischen Mitglied der Gruppe &ldquo;Erfurt Unsilenced&rdquo; welches anonym bleiben m&ouml;chte im April 2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>22</a></th> <td>Universit&auml;t der K&uuml;nste Berlin, Statement von Lehrenden und Mitarbeitenden gegen Antisemitismus an der UdK Berlin, 8.2.2024, <a href="https://www.udk-berlin.de/universitaet/fakultaet-darstellende-kunst/statement-von-lehrenden-und-mitarbeitenden-gegen-antisemitismus-an-der-udk-berlin-vom-8-februar-2024" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.udk-berlin.de/universitaet/fakultaet-darstellende-kunst/statement-von-lehrenden-und-mitarbeitenden-gegen-antisemitismus-an-der-udk-berlin-vom-8-februar-2024</span></a>, zuletzt abgerufen am 20.04.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>23</a></th> <td>Jewish Solidarity Collective (UdK Berlin), <em>A Message from the UdK Jewish Solidarity Collective</em>, Eigenart Magazin, 15.04.2024, <a href="https://eigenart-magazin.de/a-message-from-the-udk-jewish-solidarity-collective" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://eigenart-magazin.de/a-message-from-the-udk-jewish-solidarity-collective</span></a>, zuletzt abgerufen am 20.04.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>24</a></th> <td>Basierend auf einem Interview mit einem Mitglied des JSC, welches anonym bleiben m&ouml;chte im April 2026.</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>25</a></th> <td>Hochschulrektorenkonferenz, <em>Zur aktuellen Antisemitismusdebatte im Bundestag: Entschlie&szlig;ung der 39. HRK-Mitgliederversammlung am 19.11.2024</em>, <a href="https://www.hrk.de/positionen/position/beschluss/detail/zur-aktuellen-antisemitismusdebatte-im-bundestag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.hrk.de/positionen/position/beschluss/detail/zur-aktuellen-antisemitismusdebatte-im-bundestag/</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2025</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>26</a></th> <td>Ilyas Saliba, <em>Das Ende der Wissenschaftsfreiheit</em>, SPIEGEL, 29.01.2025, <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-an-hochschulen-bundestagsresolution-schraenkt-die-wissenschaftsfreiheit-ein-a-75e8afc5-9481-4f" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-an-hochschulen-bundestagsresolution-schraenkt-die-wissenschaftsfreiheit-ein-a-75e8afc5-9481-4f</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2025</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>27</a></th> <td>Miriam Olbrisch und Silke Fokken, <em>F&ouml;rdergeldaff&auml;re im BMBF: Was von den Vorw&uuml;rfen gegen Stark-Watzinger bleibt</em>, SPIEGEL, 24.01.2025, <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/foerdergeldaffaere-im-bmbf-was-jetzt-klarer-ist-und-welche-fragen-offen-bleiben-a-c21480b8-dc90-4d49-858a-d050d5075b42" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.spiegel.de/politik/deutschland/foerdergeldaffaere-im-bmbf-was-jetzt-klarer-ist-und-welche-fragen-offen-bleiben-a-c21480b8-dc90-4d49-858a-d050d5075b42</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>28</a></th> <td>Interview mit Nancy Fraser, <em>&ldquo;Ich bin kein Staat! Ich bin ein freier Mensch!&rdquo;</em>, 09.04.2024, Zeit, <a href="https://www.zeit.de/kultur/2024-04/nancy-fraser-uni-koeln-albertus-magnus-professur" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span>https://www.zeit.de/kultur/2024-04/nancy-fraser-uni-koeln-albertus-magnus-professur</span></a>, zuletzt abgerufen am 14.09.2026</td></tr>

<tr> <th scope="row"><a><span>&uarr;</span>29</a></th> <td>Peter Ullrich, <em>Autorit&auml;rer Anti-Antisemitismus und Wissenschaftsfreiheit</em>, in: Lukas Geisler, Lars Hebisch, und Helena Sch&auml;fer (Hrsg.): <em>Umk&auml;mpfte Universit&auml;ten/ Wissenschaften: Aspekte organisierter Halbbildun</em>g (transcript-verlag, 2025), DOI: 10.14361/9783839412961-065</td></tr>

 </tbody> </table> </div></div><p>The post <a href="https://verfassungsblog.de/versicherheitlichung-der-universitat-wissenschaftsfreiheit/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Wie die Versicherheitlichung der Universit&auml;t die Wissenschaftsfreiheit untergr&auml;bt</a> appeared first on <a href="https://verfassungsblog.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Verfassungsblog</a>.</p>]]></content>
	<updated>2026-09-21T17:21:38+00:00</updated>
	<author><name>Dörthe Engelcke</name></author>
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